Nummer 84
Fernsprecher 951 und 952
Sonnabend, 8. April 1922.
12. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952 *
Am Vorabend von Genua
Die Veeffe in Genua
r e i b n n
ler eingeladenen Mächte vertreten.
Lloyd
Dir deutschen Sachverständigen.
Die
Prüfung der Vollmachten
Die letzte Besprechung.
George wird nicht bis zum Ende der Konferenz in Genua verbleiben können. Während seiner Abwesenheit wird er über die Vorkommnisse in der Heimat dauernd auf dem Laufenden sein.
Deutsche Berichterstattung.
Endlich hat die deutsche ReichSrezierung er' kannt, »atz es bet internationalen Konferenzen notwendig ist, die deutsche Presse v »r 6« ausländischen mitRachrichten zu versehen.Hebet dieBorkehrungen inBrnua wird uns geschrieben:
Am öle ReparatwNÄfrage.
Italien wünscht weitgehende Aussprache.
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den Staatsanwalt zu bringen. — (Dian Weitz allerdings, datz der ehemalige Mnifierpräsident Oerter ein Mann ist, dessen Aeutzerungen mit
„Journal" Hai beit Eindruck gewonnen, daß sie ihre deutschfreundlicheStimmungs?) nicht verbergen. Alle sind der Ueberzeugung, daß Europa einer schweren Katastrophe nicht entgehen könne, wenn der jetzige Zustand noch ein Jahr dauere. Alle wirtschaftlichen Sachverständigen werden in Genua immer wieder bei der Aufrollung der politischen Fragen aus datz Reparationsproblem zurück/ommen müssen, wenn sie die beantragte Reorganisation Europas in Erwägung ziehen.
hellige Uebereinstimmung der Sachverständigen, einschließlich der gewerkschaftlichen Vertreter, für das vorgelegte Konferenz-Programm der Reichsregierung. Anträge aus den Kreisen der Sachverständigen selbst wurden nicht gestellt.
bet, es geht nicht, weil es der Außenhandel einfach nicht hergibt. Es geht aber auch innerwirtschaftlich nicht, selbst wenn man den Steuerzahler bis aufs letzte auspreßt. Denn auch dieses Auspressen hat seine objektive Grenze. Vierzig Steuergesetze und eine Zwangsanleihe von einer Milliarde Goldmark werden nicht entfernt ausreichen, das Defizit zu decken, das die Reparationsleistungen im Reichshaushalt verursachen. Weitere sechzig Milliarden Steuern zu machen, von denen vierzig noch in diesem Jähre erhoben werden sollen, wie es die Reparationskommission fordert, ist nach allgemeiner Ueberzeugung unmöglich, zumal die Auswirkungen der neuen Steuern und der Zwangsanlerhe in der Preisgestaltung und im Warenabsatz noch nicht zu übersehen sind. Auch würden sie noch nicht einmal genügen, um das ungeheure Loch zu stopfen, das mit sinkender Mark immer größer geworden ist. Der Rest ist weitere Vergrößerung der schwebenden Schulden und fortgesetzte Bewegung der Notenpresse. Steuern, Zwangsanleihe und Goldvermehrung aber bedeuten eine neue Erhöhung der Preise, die derjenigen kaum nachstehon wird, die uns die sinkende Markvaluta im letzten halben Jahre beschert hat. Diese Preissteigerungen wettzumachen, reichen alle Lohn- und Gehaltserhöhungen, die den Arbeitern, Angestellten und Beamten bewilligt werden können, nicht aus, und so ist ein weiterer Rückgang der Kaufkraft der großen Massen die unausbleibliche Folge.
stimmte Zusagen erlangt, die eine gute und
■' gslose Berichterstattung gewähr l e ist e n. Der Reichskanzler hat im Bei- sein des Staatssekretärs Dr. Hemmer und des
Berlin, 7. April. (Privattelegramm.) Das Reichskabinett trat gestern nachmittag zweimal zu Sitzungen zusammen, die sich ausschließlich mit der Antwort auf die Reparationsnote befaßte«. — Der Auswärtige Ausschuß ist durch seinen Vorsitzenden gestern ein- berufen worden, um zu der Antwortnote an die Reparationskommission, die jetzt fettiggestellt ist, Stellung zu nehmen.
Die falschen Namen der Nüsse».
(Eigener Drahtbettcht.)
Genua, 7. April.
Die Eröffnung der Konferenz in Genua wird nach den bishettgen Abmachungen am Sonntag Vormittag wahrscheinlich um 1 Uhr stattsinden. Es werden nur achtzig Einladungskarten vergeben. In den leitenden Kreisen der Entente wird erklärt, daß die Frage der Prüfung der Vollmacht angeschnitten würde. Dabei hat man sich hauptsächlich gefragt, wie man sich den Rus- s e n genttber verhalten soll, die bekanntlich so- genannte Spitznamen führen, die mit dem Hauptnamen nicht übereinstimmen. Man fragt sich- mit welchem Namen sie dann unterschreiben sollen, wenn es zn irgend einer Unterschrift kommen sollte. Ihre ^itmomen würden offiziell nicht bindend fein, und die Hauptnamen find den meisten ganz unbekannt.
JnserNonspretse ») Stnhetmifch« ÄuftrSge: Dir etnfpalttge SlnjetgtnjeUe M. IM, Me etnfeaütge ReU-mezetU M. 6,25. b) «»SroärUge Austräg«: $te etafpatttge Anzeigen»«!!« M. 2.50. Me etnfpalttg« ReklamezeU« SB. 6 25, alles einschließlich TenerungSzuschlag und Auzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonder» schmierigem Satz hundert Prozc« Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebeaen Anzeigen, sowie für Ausnahme- dalen und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht hokflrabe 18/30, Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nummer 151 und 952
Berlin. 7. April. (Privattelegramm.) gestrige Besprechung der Sachverständigen für die Genua-Konferenz im Auswärtigen Amt dauerte fast fünf Stunden. Sie ergab eine ein-
Vor der Abreise.
Des Reichskanzlers Teilnahme in Genua.
(Privat-Telegramm.l
, Berlin, 7. April.
Die Abreise des Reichskanzlers Dr. Wirth nach Frankfurt a. M., die für gestern abend vorgesehen war, mußte aus dringenden politischen Gründen abermals verschoben werden. Es ist daher nicht sehr wahrscheinlich, daß Dr. Wirth vor der Konferenz von Genua seine beabsichtigten Besuche in Franksutt und Freiburg noch zur Ausführung bringt. Die werden in einer fpä- teren Zeit nachgeholt werden. Es ist noch unbestimmt. ob der Kanzler heute oder erst am Sonnabend zusammen mit der Delegation zur Wirtschastskonserenz nach Genua fährt.
Kultnrpropaganda in den Randstaaten.
In der Tschechoftowakei, in Polen, Süd« Slavien, den Baltischen R-andstaaten und Nord- Schleswig wird zur Zeit eine lebhafte Kultur- Propaganda gegen das Deutschtum betrieben. Ihr mutz deutsche Arbeit entgegentreten. DaS kann nur in der Form geschehen, daß den Deutschen in diesen Außengebieten aus der Heimat immer neue Kulturwerke zugeführt werden. Dies ist zur Zett die vornehmste Aufgabe der Deutschen Dichter-Ge- dächtnis-Sttstung in Hamburg-Großborstel. Wie .sie früher ländliche und kleinere Städtegemem- ben bei Ausbau und Gründung von Volksbüchereien unterstützte — une Arbeit, die sie auch heute noch fortsetzt unirtoeiter auszubauen bemüht ist — so wendet sie jetzt ihr Hauptaugenmerk den Teilen des Deutschtums zu, die neben der wittschaftlichen Not, die uns alle trifft, auch noch von kulturellen Nölen und der Gefahr der Vereinsamung bedroht sind. Sie hat in einundeinhalb Jahren für diese Zwecke rund hunderttausend Bände bereit stellen können. Wir haben hier ein Kulturwerk vor uns, dem bestes Gedeihen und weitestgehende Unterstützung zu wünschen ist. Die Reichsdeutschen sollten sich immer wieder der Dankespslicht erinnern, die sie ihren Brüdern gegenüber haben, die an den Grenzen des deutschen Kulturgebietes für die
Voraussetzung zum Aufbau.
Zürich, 7. April. (Eigener Drahtbericht.) Ter „Tagesanzeiger" meldet aus Bern, daß die schweizerische Delegatton für Genua am Mittwoch im Bunveshanse unter dem Vorsitz des Bundespräsidenten zusammengetreten ist. Die Richtlinien für Genua lauten dahin, daß sie die wirtschaftliche Wiederherstellung aller vier Grenzstaaten als Voransfetzung für den Wiederaufbau Europas betrachten und den Hauptweg, der zu diesem Ziele führt, in einer Stabilisierung der Valuten erblickt.
Die deutsche Antwort.
Berlin, 7. April. (Privattelegramm.) Die Pariser Meldung, daß die Reparattonskommis- fion dem Wunsche Ausdruck gegeben hat, bis Sonnabend von der Reichsregierung Antwort auf die Rote vom 21. März zu haben, wird von der „Zeit" bestätigt. ES handelt sich dabei aber nicht «m eine ultimative Forderung, sondern um einen Wunsch, der dem zur Zeit in PariS weilenden früheren Staatsselretär Dr. Bergmann gegenüber mündlich geäußert worden ist. Tie Reparationskommisfion will die Antwort der Reichsregierung möglichst bald in den Händen haben.
Sepp Oerter enthüllt.
Aus der Braunschweiger Sicherheitspolizei.
. (Privat-Telegramm.)
(Eigener Drahtbericht.1
Zürich, 7. April.
Der „Sortiere della Sera" meldet aus Rom, datz die offiziellen römischen Kreise sich nicht unbedingt der Auffassung Lloyd Georges anschließen, daß in Genu« über die Reparation nicht gesprochen werden dürfe. Man vertritt in der Konflikt« den Standpunkt, sich die Freiheit der Entschließung gegenüber allen aus der Konferenz zu erörternden Fragen nicht nehmen lassen zu wollen. Wie „Tribuna" und „Italia" schreiben, wird Italien aus der Konferenz den wirtschaftlichen Wiederaufbau al»
Der Ausschuß der Berliner Pressekonferenz hat der Reichsregierung die Wünsche der deutschen Presse bezüglich möglichster Erleichterung ihrer Aufgabe bei der Berichterstattung über Genua vorgetragen und Hai von ihr be-
Die Gelömtwerlung.
Die Wirtschaftslage Anfang April.
Von
Professor Dr. Georg Jahn, Braunschweig.
Das hervorstechendste Kennzeichen unserer Wirtschaftslage in der letzten Zeit ist entschieden die fortgesetzte Aufwärtsbewegung unserer Ausfuhr und zwar sowohl der Menge als auch dem Werte nach. Diese Ausfichr hat im vergangenen Monat einen neuen starken Antrieb durch die Mustermessen erhalten, die in Leipzig, Königsberg und Breslau stattgefuuden haben. Alle drei waren es Rekordmessen, die einen überaus starken Besuch nicht nur aus dem Inland, sondern auch aus dem Ausland zu verzeichnen hatten. Begrenzten Warenmengen und beschränkter Produkttonsfähigkeit stand eine zum Teil stürmische Nachfrage gegenüber, die die Preif e im die Höhe trieb und doch nicht befriedigt werden konnte. Das Ausland bestellte besonders in Leipzig, aber auch in Königsberg und Breslau in sehr befriedigender Weise, so daß sich erhebliche Teile der deutschen Industrie auf längere Zeit mit Aufträgen eindecken konnten. Es wird auch bereits gemeldet, daß die gegenwärtig in Frankfurt a. M. stattfmdende Messe ähnlich günstige Erfolge hat, da ein für die Ausfuhr bedeutungsvoller Umschwung auf dem Zahlungsmittelmarkte zunächst kaum zu erwarten ist und das Ausland bei dem kläglichen Stande der Mark sehr billig in Deutschland kauft, solange die Gestehungskosten der deutschen Jndusttie das Weltmartt- niveau noch nicht erreicht haben.
Die Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der aktiven Handelsbilanz, die nach den vorläufigen Ausweisen der Handelssiatisrik die Monate Dezember, Januar und anscheinend auch Februar gebracht haben, sind also durchaus günstig. Anders steht es fteilich mit der Zah- lungsbilanz. Hier übersteigen die Verpflichtungen der deutschen Volkswirtschaft gegenüber dem Auslande unsere Forderungen noch immer ganz gewaltig. Denn neben den Dekadenzahlungen auf Reparattonskonto, die nun fchon dreihundert Millionen Goldmark übersteigen, dürfen die übrigen großen Zahlungsverpflichtungen nicht vergessen werden, die außer den Einfuhrkosten die Bilanz belasten. Die deutsche Volkswirtschaft hat leider im Kriege und in den Jahren 1919 und 1920 sehr beträchtliche Schulden im Auslande machen müssen, die hoch zu verzinsen umd allmählich abzutraaen sind Die Zinsen allein würden genügen, unsere Zahlungsbilanz stark Passiv zu gestalten. Häufen sich nun aber, wie es jetzt der Fall ist, auch noch die Termine für Rückzahlungen, so sind die Folgen nicht schwer vorauszusagen. Denken wir endlich daran, daß das starke Eindringen ausländischen Kapitals in das deutsche Wirtschaftsleben notwendigerweise mit Gewinnausschüttungen ins Ausland verknüpft ist, so wird die schlimme Lage vollends klar, in der wir uns befinden. Tie Mark mußte unter solchen Umständen fallen, auch wenn die panikartigen Verkäufe von Markbeständen ausgeblieben wären, die in der letzten Zeit das unausgesetzte Hinab- gleiten der Mart in bisher nicht gekannte Tiefen noch wesentlich beschleunigt haben.
Irgend welcher Optimismus ist in solcher Lage ganz gewiß nicht am Platze. Wir find ttoy steigender Ausfuhr heute fo zahlungsunfähig wie je zuvor. Es möchte noch gehen, wenn wir nur die von der ^ieparations- kommission für 1922 geforderte Barzahlung von 720 Millionen Goldmark zu leisten hätten, da ein erheblicher Teil dieser Summe ja bereits bezahlt ist und der Rest sich auf die kommenden neun Monate des Jahres verteilt. Aber wir sollen ja auch noch für 1450 Millionen Goldmark Waren liefern. Die übliche Annahme, daß durch diese Verschiebung der Hauptzahlungslast in die Warenlieferungen etwa die Leistungen für die deutsche Volkswirtschaft erträglich würden, ist durchaus verfehlt, ja dilettantisch. Gewiß ist es ein Vorteil, wenn das Reich nicht fortgesetzt als Großkäufer ausländischer Zahlungsmittel auf dem Markte auftreten und die Mark drücken muß. Aber 1450 Millionen Goldmark Waren sind etwa ein Drittel unserer aanzen vorjährigen Ausfuhr. Werden diese Warenmengen ohne Gegenwert hingegeben, so fehlen sie selbstverständlich ganz oder zum Teil in der Ausfuhr gegen Bezahlung, da sie dock ganz gewiß nicht dem ohnehin stark einge- schräntten Verbrauche des deutschen Volkes auch noch entnommen werden können. Die Folge wird sein, daß nicht nur die Zahlungsbilanz noch stärker passiv wird, als sie schon ist, sondern daß auch der Ausfuhrwert stark unter den Wert der notwendigen Einfuhr herabgedrückt wird. Wie unter solchen Umständen die Mark wieder steigen soll, bleibt das Geheimnis derjenigen, die in den Warenlieferungen die Rettung auS unserer Not erblicken.
Wie man also die Sache auch dreht und. wen-
Braunschweig, 7. April.
In der am Donnerstag fortgesetzten Verhandlung des Unterfuchungsausschuffes machte Sepp Oerter Mitteilung über Unregelmäßig- keiten, die bei der Braunschweiger Sicherheitspolizei vorgekommen sein solle«. Es handelt sich Um die Benutzung von Kraftwagen der Sicherheitspolizei zu Privatzwecken und um eine Summe, die aus der kaffe der Sicherhettspolizei entnommen wurde, in Höhe von fünftausend Mark, und zwar von einem Polizei-Major. Später sei diese Summe wieder an die Kaffe zurückgegeben worden. Auch über Verkäufe von Gegenständen, die fich im Besitz der SicherheitspÄizei befanden, machte Oerter Mitteilung. Die Vorkommnisse seien unterdrückt worden, um die Angelegenheit nicht vor
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
u. o.: Dänen, Spanier, Norweger, Schweden, ...... ö„. „...
Holländer und .Schweizer. Das sranzösischel Vorsicht aufgenonMen werden müssen. D. Red.)
Reichspressechefs Ministerialdirettor Müller die Herren Oehnie und Dr. Kriegk als Vertreter des Presse-Ausschusses empfangen und ihnen weitgehende Zusicherungen hinsichtlich der Erfüllung der Pressewünsche gegeben. Die in dieser Unter« redung getroffenen Vereinbarungen wurden protokollarisch festgelegt, eine Abschrift der Beschlüsse wird dem Chefredakteur des ,B. T.", Herrn Theodor Wolfs, ausgehmrdigt, der in Genua an Ort und Stelle mit dem Reichskanzler die weiteren Einzelvereinbarungen treffen soll.
Es wurde vom Kanzler zugesagt, nach allgemeinen oder besonderen Sitzungen bet deutschen Delegation stets die In Genua anwesenden deutschen Pressevertreter zusammen zu berufen, um ihnen unverzüglich über alle Vorgänge innerhalb der Delegation oder der Konstreuz Bericht zu erstatten und Aufschluß zu geben. Eine Bevorzugung ausländischer Pressevertteter seitens der deutschen Delegation darf aus keinen Fall Platz greifen Die deutschen Korrespondenten haben bei der deutschen Delegatton in jedem Falle den Vorrang vor ihren auslätrdi- schen Kollegen. Auch soll das gesamte amtliche Nachrichtenmaterial nicht ausschließlich dem Wolsfschen Telegrapheubureau Vorbehalten bleiben, es fcö vielmehr allen deutschen Korrespondenten und Nachrichten-! Agenturen zugänglich gemacht werden, soweit nicht ein besonderes politisches Interesse die alleinige Verbreitung durch W. T. B. erheischt. Es wird den Mitgliedern der deutschen Dele- gation strengstens untersagt, in ihrer amtlichen Eigenschaft sich gleichzeitig als Berichterstatter für eine Zeitung oder ein Nachrichten-Unternehmen zu betätigen. Endlich hat die Reichsregierung cer Presse jede nur mögliche
Erleichterung im drahtlichen Verkehr von Genua mit Berlin Mgesagt. ES ist Vorsorge dafür getroffen worden, daß auch die Presseabteilung der Reichsregierung im Auswärtigen Amte stets schnell rind ausreichend über die Ereignisse in Genua auf dem Laufenden gehalten wird. Zu diesem Zwecke wird in der genannten Presseübteilung ein eigenes Genua- Referat eingerichtet werden, das mit der deutschen Delegation am Konferenzort engste Fühlung unterhält. Der Reichspreffeches, Ministerialdirektor Oskar Müller, hm sich bereits nach Genua begeben, um dort die technische Seite des deutschen Nachrichtendienstes den Bedürfnissen der R e i ch s r e g i e r u n g und den Wünschen der Presse entsprechend auszugestalten. Durch dieses sehr begrüßenswerte Entgegenkommen wird die ireutfdye Presse in den Stand gesetzt fein, ihr- Leser in dem gleichen Umfange und mit der gleichen Schnelligkeit wie die Presse des Auslandes über alle Phasen der Genueser Konferenz schnellstens $u orientieren.
Erhaltung des DeusschtumS.
2lnfunft der russischen Abordnung.
Genua, 7. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die russische Delegation ist gestern hier angekommen. Die erste Zusammenkunft der Alliierten wird nach den bisherigen Dispositionen am Sonntag nad/mitiag 4 Uhr stattsinden.
Die Haltung der Neutralen.
Deutsch-feeuudtiche Sachverständige?
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 7. April.
Ein Mitarbeiter der Information" in Bern hatte eine Unterredung mit Sachverständigen der neutralen Staaten, die auf Einladung der Schweiz in Sern zu einer Vorberatung für Genua zusammengekommen find. Vertreten (in j