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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Dienstag, 4. April 1922,

Nummer 80

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Geringe Aussichten für Genua

LwlschenOstundWest

an Deutschland hat ergehen lassen.

rische Regierung sämtlichen Generälen

>en Generalen itnUl ment aLßefaßt hübe, das in erster Linie P gemeinsamen ArmeK tischen Inhalts sei und sich mit der Frage jen Heere dienen, die schästige, wer etwaigen Falls Mr den Lünfti

Stabsoffizieren der alten

je be-

soweit sie jetzt im ungarischen Heere

!gen

Teilnahme an der Beisetzung freigestellt hat.

T

Sine Vorkonferenz?

(Eigene Drahimelduttg.)

Di- »affeler SZtutfitn Nachrichten erschein«wöchentlich «chSmal und »wat abends. Der Avonnementipreis beträgt monatlld) 16. Mark bei freier Zustellung tn8 Haus. Aus- rocrts durch die Poft bezog« 15. Marl monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werd« itberjitt von der Geschäftsstelle oder den Lol« «tgegengmommen. Druckerei. Verlag und Redaltton; Schlachthofsiraße 28/30. Für unverlangt eingefandte Beiträge lann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung ».3 BezugSgeldel oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungSmästiger Lieferung auSgesu/loste».

Gefälschie Ausweispapiere.

Zeugnisse usd politische Ausweise.

In Budapester monarchistischen Kreisen wird erzählt, daß der Exkaiser vor seinem Fluge nach Ungarn im Ottober vorigen Jahres ein Testa­ment acktzefaßt habe, das in erster Linie polt-

Thornprätendenten Otto die Regentschaft über- nehmen solle. In dem Testament werde ferner der Wunsch ausgebrückt, daß die Leiche nach der

anderen Standpunkt, als den der unbedingte". Neutralität. Darüber hinaus aber muß es

JnlerttonSprette », Einheimisch« Hufträge: Die Anfpatttge «uzeigenzelle St. 2JO, Me einspaltig- Reklameseil« M. 625. b) SuSwärtlg« Aufträge: Die einspaMg« Bnzeigenzeile M. 2J0. di« einspaltige Reklame»eil« M. S.2s, alles einschließlich TeuerungSzuschlag and «»zeigenfteuer. Für Anzeige« mit besonder» schwierigem Sah hundert Prozent Aufschlag. Für Me Richtigkeit aller durch Zrrnsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme- bat« und Bläh« kann eine Gewähr nicht üdernomm« werden, Druckerei: Schlacht -ofstrab« 38/30. Geschäftsstelle: Kölnische Strafte 5. Telephon Rümmer 951 und 952

Die öeutfcheZahlungspflich!

Exkaiser Karl t.

Der Tod in der fernen Verbannung.

(Eigener Bericht )

Wien, 3. April.

Rach einer telegraphischen Meldung ist Ex­kaiser Karl am Sonnabend vormittag in Funchal an Lungenentzündung gestorben. Exkaiserin Zita, die seit einigen Tagen ebenfalls zu Bette liegt, ist ganz gebrochen. Von dem Hinscheiden Karls wurden sofort alle Höfe telegraphisch verstän­digt. Die Leiche soll nach Wien zur Beisetzung in der Kapuzinergruft überführt werden. Die Legitimisten werden sich verpflichten, daß das Leichenbegängnis ohne jeden Pomp stattfindet. Karl war in den letzten Tagen starr abgemagett und sein Bart ergraut. Er hat ein umfanK reiches Testament hinterlassen.

Der Loö des Kasfers Karl.

Vorbereitungen zur Versetzung in Wien.

(Eigener DrahtberiSt.)

Wien, 3. April.

Wie die Reichspresse meldet, haben sich die Bundesminister für die Beisetzung des Kai­sers Karl in der Kapuziner-Grust ausgesprochen. Bertretrr der österreichischen Gewerkschaften und der Wiener Arbritcrräte wurden am Sonntag Mittag vom Bundeskanzler empfangen, der ihnen den Beschluß des Kabinetts bekannt gab mit der Zuficherung, daß für die Fernhaltung jeder politischen Betätigung bei der Beisetzung Garantien verlangt seien. Die Arbei- tcrräte stellten auch ihrerseits einige Bedingun­gen auf. die der Bundeskanzler in wohlwollende Erwägung zu ziehen erklärte. Die ungarische Gesandtschaft gab gestern bekannt, daß die unga-

Llnmhen in Arland.

Der Kampf um die Selbständigkeit.

lVrivat-Telegramm.1

Berlin, 3. April.

Bor der Genua-Konferenz.

Erklärungen des russischen Vertreters.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, Z. April.

Der gestern in Berlin eingetroffene Führer der russischen Delegatton für Genua und Leiter des Auswärtigen Amtes der Sowjet-Regierung, Tschisscherin, hat gestern einem Pressevertreter folgende Erklärung gegeben p An dem Augenblick meiner Ankunst in Berlin erfahre ich, daß P o- incarS in seiner letzten Rede im Parlament erklärt hat, die Sowjet-Regierung habe Frankreich ein Anerbieten gemacht, das gegen die Alliierten Frankreichs gerichtet sei. Ich be­streite diese Behauptung mit allem Nachdruck. PoincarS versucht anscheinend, Lloyd George Schwierigkeiten für seine Rede am nächsten Mittwoch zu machen. Tatsächlich hat die russische Regierung niemals Frankreich irgend welche Vorschläge gemacht, die sich gegen die französi­schen Berbiindeten richteten. Nicht durch ver­schleierte Dame«, sondern durch französische Be­amte und wohlbekannte französische Politiker hat Rußland Frankreich vorgeschlagen, in Verhand­lungen einzutreten in der Annahme, daß bessere Beziehungen mit Frankreich zur weiteren Festigung der guten Beziehungen mit England und Frankreich führen werden. Was die Genua- Konferenz anbelangt, so werde die russische De­legation es zurückweisen, irgend welche vorheri­gen Erklärungen abzugeben. Sie werde auf ihren amtlichen Erklärungen bestehen bleiben.

Karls letzte Tage.

Paris, 3. April. (Eigener Drahtbericht.) Der PariserSÄatin" meldet über die letzten Tage des früheren Kaisers Karl in Funchal: Bereits seit Donnerstag Nttttaa war keine Hoffnung mehr, den Kaiser am Leben zu erhalten. Der Schweiß zeigte bereits Donnerstag früh Blut- und Faserstoffe. Die starke Natur des Leidenden wurde erschüttert durch die Verschlimmerung eines Lungenkatarrüs. Der Kaiser war bis Frei­tag beim Bewußtsein. Nach Ansicht der Aerzte hat sich der Kaiser die Erkältung. die zum Tode führte, durch Aufenthalt in zu leichter BcNeidung auf dem ungeschützten Balkon seiner Billa zuqe- zogen. Das Klima von Madeira sei für die Er­krankung imd den Tod des Kaisers Karl nicht verantworttich zu machen.

Paris, 3. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die Nachricht, daß Lloyd George dem italieni­schen Außenminister eine Bor - Konserenz für Genua vorgeschlayen habe, wird in Rom be­stritt e n, in London dagegen bestätigt. In London wird die Nachricht dahingehend ergänzt, Lloyd George wolle auf dieser Konferenz durch die Vertreter Englands, Frankreichs, Japans und Belgiens eine gemeinschaftliche Hal­tung für die eigentliche Wirtschaftskonferenz in Genua erörtert wissen. (Ohne Italien?)

Breslau, 3. April.

Die Behörden find seit längerer Zeit mit der Aufdeckung einer Werkstätte für falsche Papiere befckäftigt. Es handest sich dabei um mehrere Schwindler, die sich mit der gewerbs­mäßigen Herstellung und Beitreibung gefälsch­ter Zeugnisse besaßt. Diese falschen Zeugnisse, von denen etwa zweihundert vermittelt worden

Die deutsche Abordnung.

Berlin, 3. April. (Privattelegranrm.) Die dem italienischen Botschafter in Berlin über­gebene Zusammenstellung derdeutschenDe- legation für Genua enthält zweiund- achtzig Namen von Delegierten und von be­amteten und nrchtbeamtrte« Personen. Etwa hundert Sachverständige bleiben in Deutschland zur Verfügung, um erforderlichen­falls sofort der deutschen Delegation nachzureisen.

der häusliche Streit sozusagen in den vier Wän-'Entente strenge Anordnungen zur Untersuchung den der r u s s i s ch e n Heimat abspielen möge, an Deutschland hat ergehen lassen.

Das verlangt nicht nur die politische Klugheit im ------

Russische Monarchttke« in Berlin.

Die russische Dampfwalze, die einst Deutsch­land zertrümmern sollte und, wenn sie es ver- nwcht hätte, vermutlich die gesamte europäische Kultur ntit einem Schlage in ihr Vernichtungs- werk hineingerissen hätte, ist in den masurischen Sümpfen stecken geblieben. Rußland, obgleich auf der Seite derSiegerstaaten" kämmend, steht heute in der Reihe bei Besiegten, und seine Nie­derlage ist wohl die furchtbarste, die je einem Volke 3«gefügt wurde, schlimmer als der deutsche Zusamemnbruch. Darüber aber vergesse man nicht, daß sich geschichtliche Entwicklungen nur erst aus großen Abständen überblicken lassen, so daß mau sagen darf, daß die Frage, ob mit der Niederwerfung des zaristischen Rußlands das Verhältnis des östlichen Riesenreiches zu Europa ein für alle mal liquidiert sei, heute noch nicht beantwortet weiden kann. Zahlreiche Anzeichen sprechen jedenfalls dafür, daß eine neue Be­wegung von Osten nach Westen im Gange ist, deren Symptome für jeden, der nicht, mit Blindheit geschlagen ist, aus der Geschichte Ruß­lands feit den Sagen Peters des Großen deut­lich sichtbar sind. Ob das Endziel dieser Be­wegung die Vernichtung der westeuropäischen Kultur, des angeblich zum Sterben reifen Abend» landes sein wird, oder nur eine Mutauf­frischung, läßt sich natürlich heute nicht absehen. Soviel ist sicher, Itußland, russischer Geist, rus­sische Kultur, ja die russische Wirtschaft, sie alle drängen nach Weiften, wobei es von untergeord­neter Bedeutung ist, ob das russische Wesen sich bei Gestalt des philosophischen und politischen Nihilismus »bei bei unverbrauchten, lebenskräf- tigen Gewalt verkörpert. Bolschewismus nicht anders tote russische Reaktion, sie alle können für die Dauer die Tür, die Peter bei Große nach bem Westen geöffnet hat, nicht wie­der zuschlagen. Hierin liegt die politische Be­stimmung des russischen Volkes und zugleich seine Tragik.

Gewiß könnte man meinen, daß alle jene Er­scheinungen, die diesen Betrachtungen zugrunde liegen, nur in dem Sinne zu werten sind, daß es sich bei ihnen um zufimige Ausstrahlungen von Kräften handelt, die ihrem ganzen Wesen nach auf russischem Boden wurzeln und nur dort die nötigen Daseinsckedingungen finden können. Danach wären die zahlreichen Kundgebungen russischer Polittker und Ideologen, wie sie bald mehr oder weniger verschleiert hier und da in die Erscheinung treten, nichts anderes als Vor­gänge, deren Erklärung in ihrer Wirkung auf die russische Heimat liegt. Taten, die von Men­schen im Exil begangen werden, um dadurch eine Neugestaltung im russischen Vaterlande her- beizuMren. In der Tat möge« ja, was die individuellen Fälle betrifft, die Dinge auch nicht anders liegen. Die russischen Monarchisten, die in Berlin zusammenkamen, und in deren Mitte soeben der furchtbare Anschlag auf Milju­kow und Nabokow verübt wurde, hatten sich zu einem Kongreß versammelt, dessen Haupt­zweck die Verschmelzung bei verschiedenen Richtungen innerhalb bei lussischen mo- naichi stischen Bewegung zu einei eini­gen großen Monarchisten-Partei ist. Ihre Kund­gebung steht nicht vereinzelt ba, russische Gegen­revolutionäre lecken in großer Zahl in München, Wien, Prag, Budapest und in Belgrad. Beson­ders das letztere, bas, was Völkergemisch be­trifft, seit bem Zusammenbruch Oesterreichs die Nachfolge bet Donaustadt Wien anzutreten be­rufen scheint, hat sich zu einem ber wichtigsten Zentren ber russischen Emigranten entwickelt, bie vor den Bolschewisten ins Anslanb geflüchtet sind und von hier ans eine energische nrtb ziel- Lewußte Propaganda gegen Moskau betreiben. Am sichersten fühlen sich natürlich biefe Sowjet» ! feinde da, wo das Land, in dem sie zu Gaste stiib, 1 aus politischen Gründen sich in einem Gegensatz 1 zu Moskau befindet. Die- gilt sowohl von Be*- 1 grab tote auch von Warschau, wo ebenfalls zcchl- 1 reiche russische Emigranten Unterschlupf gesun­den haben.

Keine Erörterung in Genua. (Telegraphischer Bericht.)

Paris, 3. April.

Poincare hielt am Sonnabend eine Rede über die bevorstehende Konferenz von Genua. Zwei Punkte kämen in Betracht: 1. Wird Deutschland ein Moratorium zugestanden, und im be­jahenden Falle, welche Garantien wird man bezüglich der Finanzen Deutschlands nehmen? Das ist der wichtigste Puntt für Frankreichs Zu­kunft. 2. Wie werden die von Deutschland schon gezahlten Beträge verteilt? Die ftanzö- fische Regierung habe keinen anderen Wunsch, als mit ihren Alliierten die gemeinsamen und die eigenen Rechte zu verteidigen und wünscht nicht, über sie einen Vorteil zu erringen. Ein Vertrag, sagte Poincars feierlich, wurde von Deuffchland und den Alliierten unterzeichnet, und er muß hei­lig sein. (!) Wir haben verlangt, daß er weder indirett noch direkt in Genua in Frage gestellt werde, in Genua kann Deuffchland nicht über die Höhe der Forderungen dis­kutieren, noch versuchen, sich auf diese oder jene Macht zu stützen, um in irgend einer Weise aus die einstimmige Enffcheidung der Alliierten zu­rückzukommen. Rathenau hat gesagt, das be­deute. das Herz ber Konferenz von Genua zu ent­fernen. Das ist übertffeben. Jedenfalls können wir uns durch unsere Anwesenheit in Genua nicht solchen Debatten anschließen. In Genua werden wir vor die Reparationen daß in Deuffchlam» so verbreitete Schfld setzen:Verbo­ten!" (Lachen und Beifall.) Daraus können wir schließen, was Deuffchland von der Kon­ferenz in Genua zu erwarten hat. D. Red^

Hinblick auf die gegenwärtigen Machtverhältnisse in Europa, bas verlangt auch der Selbsterhal­tungstrieb eines Volkes, das als Torwächter der europäischen Kultur gegen die slawische Flut be­rufen ist. In dieser Flut müssen wir ersticken, g?enn die östliche Ausbreitung, diese friedliche Durchdringung" Deutschlands durch das Russentum, möge es sich in ber Person bes Herrn Radek oder des Generals Wrangel reprä­sentieren, noch weitere Fortschritte macht. Denn was wir jetzt erleben, ist, scheint es, erst der An­fang. Ungeheure Massen kranker, hun­gernder, verseuchter Russen sind auf bem Zuge nach Westen: in berfelben Richtung flüchten, wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, große Teile ber Roten Armee vor bem Gespenst des Hungers, und mit allen diesen Massen wer­den Gälste kommen, bie uns noch weniger will­kommen sind: Elend, Seuchen und Verzweiflung. Dagegen sind bereits von ber Regierung Sverr- maßnahmen angssvdnet worben. Kg.

Der Tod wirft hn allgemeinen Versöhnend auf die Menschen. Aber kriegerische und poli­tische Wirren beseitigen die weichen Gefühls» regungen und stellen bie barten, kalten Tattm-en in den Vordergrund. Der verstorbene Kaiser Karl war eine vielirmsttittene Persönlichkeit, weil das Schicksal ihn auf einen Posten gestellt hatte, dem er nickt gewacksen war. Vom politi­schen Gesichtspunkte aus können wir als Deutsche natürlich nichr vergessen, daß er ber Mann war, mit dem unser nationales Unglück verknüpft ist. Er tour ein schleckte" Verbündeter im Kriege. Ganz unter bem Einfluß seiner ehrgeizigen jun­gen Frau ftebenb, die durch ihre französischen VerWandtfckaftSheziehungen unseren Gegnern xnncigte, hat Karl die erste Lücke geöffnet, durch bie bie Feinde in unsere Reihen einbringen konnten. Seinen Gönnern in ber Entente ist er nur Werkzeug gewesen. Nach bem Zusammen druck haben sie ihn nicht mit dem Haß verfaßt, mit bem sie bem ehemaligen d-">ffcken Kailer noch nachstellen. Aber sie haben ihm auch feine Bebeutung be-gemeffen. bie ein HaßgeDbl hätte Hervorrufen können. In Rücksicht aus seine en« ientefreurüfliche Gemahlin baden sie ibn mit seiner Familie auf bie schöne Insel gebracht, auf der er von her Politik cbgclcnft Werben sollte.

KapWinergruft in Wien überführt werb« möge. Eine Rückkehr ber Exkaiserin nach Oestrereich kann n i ch t in Frage kommen, da ei« Mitglieb bes Hauses Habsburg ben osterreichi- sckeii Boden nur dann betreten darf, Wenn es ein Treuegelöbnis zur Republik abgelegt hat, was Zita natürlich nicht getan hat. An ungari­schen leglttmistischen Kreisen Wird erklärt, baß jetzt die Königsfrage aufs neue aufgerollt Werben Würde, um Zita bis jur Großjährigkeit bes Kronprinzen Otto Königin von Ungarn einzusetzen. In Budapest unb Wien fanben gestern Biitgottesdienftc statt, an benen in Wien hauptsächlich die Aristokratie teilnahm. In den Kreisen bes Hofadels ist eine Sammlung einge­leitet worben um der Exkaiserin eine größere Geldsumme zur Verfügung zu stellen. Auz Dia­demen und Schmuckstücken wurden Juwelen herausgebrochen unb in die leeren Fassungen - ;um Zeichen bes Opfers keine neuen Steine ! mehr eingesetzt. Die ung arische Regie­rung hat aus Anlaß bes Ablebens bes Königs Karl IV. bie Zivil- unb Militärbehörden ange­wiesen, auf den öffentlichen Gebäuden und Ka­sernen die Trauerfahne zu hissen. Wie am letzten Sonntag, so finden am Tage der Einseg­nung in den ungarischen Theatern und Vergnu- gungslokalen keine Vorstellungen statt.

Exkaiser Karl War als ältester der beiden Söhne des am 1. November 1906 verstorbenen Erzherzogs Otto, ein Großneffe des Kaisers Franz Josef. Er Wurde am 17. August 1887 i« dem an der Donau gelegenen Schlosse Persen­beug :n Rieberösterreich geboren, am 21. Okto^ ber 1911 vermählte er sich mit ber am 9. Mai 1892 geborener Prinzessin Zita von Bourbon und Parma. Nach ber Ermordung des Thron­folgers Erzherzog Franz Ferdinand in Sera- ieWo am 28. Juni 1914 ging auf ihn die Thron- folgerschast über, traft beten er nach dem Tode bes Kaisers Franz Josef im November 1916 bie Regierung als Karl I. übernahm. Sein Wei­teres Schicksal ber Zusammenbruch der Mittel­mächte, seine Flucht nach ber Schweiz, fein zwei­maliger Versuch im Frühjahr unb im Herbst 1921, noch Ungarn zurückzukehren, der hauptsäch­lich am Einspruch ber kleinen Entente scheiterte, itnb enblich seine Gefangenschaft unb Verbring­ung auf einem englischen Donau-WackssLi ff donauackwäns unb seine Fahrt ins Erik nach Funchal sind noch in frischer Erinnerung.

Melbungen aus London besagen: Die Hoff­nung, daß in Belfast nunmehr Friede« Herr- schen wird, hat sich nicht erfüllt. In der Rächt zmn Sonntag wurde wiederum ein Polizei- beamter erschossen. Die Folge waren schreckliche Vergeltungsmaßnahmen. Vier Bürger wurden aus ihren Betten geholt und in ihren Wohnungen getötet, drei Kinder wurden in ihren Betten verwundet. In der Stadt herffchtc große Panik. Frauen liefen nur halbbekleidet durch die Straßen. Viele Famflien flüchteten aus der Stadt. Erst gegen Morgen gelang eS, die Ruhe einigermaßen wieder herzustelleu.

mb, mrfekten -hie Säufer in bie Lage, sich bei einer Universität immatffkulieren zu lasse«, außerdem haben sie auch politische Paviere ..... ...... ... ,-------------- anoxfcrtigt, wir Pässe und Parteimit- ben Wunsch haben, nicht nur bei ben inneren qliede - ,'cheine, Ausweise politischer Ber- Händeln der Russen aus dem Spiele gelassen zu bände uftv. Man nimmt an, baß auf Grund werden, es muß auch danach trachten^ daß sich! der an dir Entente nrrtauftrn (!) Papiere die

Deutschland bat Rußland gegenüber stets den Standpunkt eingenommen, daß es sich ebensowenig um die inneren Ange­legenheiten des ehemaligen Zarenreiches zu kümmern wünscht, tote eS eine derartige Ein- Mischung von außen in seine eigenen inneren Angelegenheiten zulassen würde. Eben weil es dies nicht duldet, ha. eS auch der bolschewisti­schen Propaganda, sowett sich dieS bei der Be- srmderbeit unserer Sage verwirklichen ließ, alle erdenklichen Schranken gesetzt. Es Wäre auch politisch im höchsten Grade unfiug von deutscher Seite, sich gefühlsmäßig in einer Weise einzustel» len, die bei der unückeffehbaren Dandelbarkett der VerbLtniffe in Europa sich zuminbest schwer rächen könnte. Fr : Deuffchland gibt es keinen