Nummer 79.
Sonntag, 2. April 1922.
Fernsprecher 951 mtb 953
12. Jahrgang
Fernsprecher 951 mtb 952
Dt« Raffelet Neueste» Nachrichten erscheinen wöchentlich fech-mal und pvar abend«. Der AdonnenientSpreir beträgt monatlich 15.— Mark bet freier Zustellung in« Haus. Au«, wärt« durch die Post bezogen 15.— Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden iederz.lt von der Geschäftsstelle ober den Boten entgegengenommen. Druckerei, Verlag und Redaktion-, Schlachthofstraße 28/30. Für unverlangt eingesandie Beitrüge kann die Redaktion eine Verantwortung ober Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahiun a »«j BezugSgeldeS ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung auSgefujloffen.
Jnfertionlpreife *) Einheimische Aufträge! Die einspaltige Anzeigen^Ue M. 250. die einspaltige Reklamezeile M. 8js. b> Auswärtige Aufträge: Die einspaMge Anzeiaetrzeile M. iM. die einspaltige Reklamezeile M. «2a, alles einschließlich DeuerungS,uschlag und «nzeigenfteuep. Für Anzeigen mtt besonders schwierigem Satz hundert Prozent Ausschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aus gegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme- baten und Blähe kann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht Hofstraße MflO. Geschäftsstelle; Kölnische 8trabe 5. Telephon Nummer 951 und 953
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzetttmg Hessische Abendzeitung
Mische Vorschläge;ur Valuta-Regelung.
Die Llebergriffe.
Fortwährende Knechtung Deutschlands?
Es ist angesichts der Abhängigkeit von fremden Mächten eine kleine Genugtuung, daß im Reichstage eine Mehrheit zustande gekommen ist die m dieser schweren Zeit die Reichsregierung in ihrer Haltung gegenüber der Reparations- note unterstützt. Es war eine heikle Sache um das Vertrauensvotum für den Reichskanzler, der m der bekannten Regierungserklärung die Ellerten Forderungen zwar ablehnt aber den Weg ,u Verhandlungen offen ge- lchfen hat. Gegenüber den Forderungen der Alliierten, also im Kernpunkt dieser Angelegenheit, waren erfreulicherweise sämtliche Parteien, von den Deutschnationalen bis zu den Kommunisten, einig. Alle brachten deutlich und energisch zum Ausdruck, daß die Grenze des Möglichen überschritten fei. womit bewiesen ist, daß das deutsche Volk in seiner Gesamt, veit die Erpreffer- und Räubermethode der feindlichen Machthaber als unerträglich und unwürdig empfindet. Wenn aber das Verfahren der Reichsregierung, mit den Unterdrückern weiter zu verhandeln und um Milderung zu bitten, von manchen Volkskrcifen mcht gutgeheitzen wird, so ist das verständlich, dE"n wir sind in ähnlichen Fällen immer enttäuscht worden. Ein nationaler Fortschritt ist es aber doch, daß in der Sache volle Einigkeit aur m der Form verschiedene Meinung herrscht. Es kommt jetzt daraus an, daß in den Verhandlungen. die sich wahrscheinlich anschließen wer- den, die Regierung in ihrer ablehnenden Haltung fest bleibt und sich von der Gegen- skite nicht einschüchtern läßt, damit wirklich der Bolkswille zum Ausdruck kommt. Jetzt ist eine Gelegenheit, bei der die Regierung, wenn sie Energie und Sekbstbewußtsein zeigt wirklich d°s Volk hinter sich hat. Halt sie sich diese wichtige Errungenschaft vor Augen und bandelt sie dementsprechend, dann erst wird sie sich des Vertrauens, das die Reichstags-Mehrheit jetzt ausgesprochen hat, als würdig erwei- sen. Von der Behandlung dieser Frage hängt sehr viel, vielleicht alles für die Regierung und in dec werteren Entwicklung für die Zukunst des Reiches ab.
schaffen. Run haben belgische Soldaten eine Schießerei auf unschuldige deutsche Zivilisten, die von ihrer Arbeitsstätte kamen, veranstaltet. Was soll daraus noch werden? Menschlich verständlich ist es schon, wenn die dorttge Bevölkerung sich empört und dieses fremde Gesindel, daß sich auf unsere Kosten bereichert und dazu »och die Deutschen drangsaliert, zum Teufel wünscht! Aber das deutsche Volk hat ja artig und kleinmütig seine Waffen abgegeben, damit Jene ihre brutalen Gelüste desto leichter an uns auSlaffen können. Die Einsicht, daß es falsch war vor drei Jahren, den Henkern den Strick in die Hand zu geben, kommt zu spät. Die belgische .Schadeiirriift' ^chnnng bleibt nicht aus und — Deutschland muß zahlen!
K. F. Dr.
internationale Valutafrage.
Englische Vorschläge für Genua.
(Eigene Drahttneldung.)
Wien, 1. April.
Ein Berichterstatter meldet, daß die österreichische Regie rung dahin verständigt sei, die britische Regierung werde in Genua folgende Finanz- und Wirtschafts-Vorschläge machen: 1. Ein Projett internationaler Anleihen für die Länder mit unterwertiger Valuta. Diese Anleihen sollen mit Hilfe des Systems Ter Menlen garantiert werden. 2. Rückkehr zur Goldwährung. 3. Ein internationales Bankabkommen zur täglichen Regelung der Wechselkurse. 4. Schaffung eines internationalen Fonds von zwanzig Millionen Pfund Sterling, um dem Handel bestimmter Länder, namentlich Rußlands, zu Hilfe zu kommen. 5. Allgemeine Anerkennung des Handels- grundsatzcS der Meistbegünstigung und Aufhebung aller hemmend wirkenden Zolltarife.
tim die Sachleistungen.
Aeuderung der Vereinbarungen.
fahrer und einer Radfahrer-Maschi- nengewehrkompagnie nach Duisburg an- georduct. Auch eine Verstärkung der G e n d a r - merie ist in diesem Gebiete erfolgt.
Antwort an die Alliierten.
Absendung der deutschen Antwortnote.
(Privett-Telegramm.)
Berlin, 1. April.
Die Antwortnote an die Entente, die am Montag von Berlin abgesandt wird, enthält die Einladung an die Reparationskommission, in Verhandlungen mtt der deutschen Regierung cinzutreten. Die Kabinett-Sitzung am Sonnabend wird nur noch den genauen Wortlaut der Antwortnote, deren Inhalt in den Ka- binettsberatungen der letzten Tage festgesetzt wurde, vor ihrer Absendung zur Kenntnis bringen. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß eine Entscheidung der ReparMions- kommission auf die Antwort sehr schnell folgt.
♦
Die Auffassung in Vari«.
Rotterdam. 1. April. (Eigener Drahtbericht.) „Daily Expreß" meldet aus Varis: Die Reparationskommisston wird am Mittwoch wieder zusammentreten. Die Kommission hofft, daß bis dahin die deutsche Rote vorliegt. Die Enttäuschung über die deutsche Kanzlerrede wird auch von den englischen Mitgliedern der Kommission geteilt. (?)
SteMngnahrne vor Genna.
Rumänien stellt neue Geldfovderuuge».
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 1. April.
Der neue rumänische Gesandte in Berlin, Antonescu, erllärte, daß Rumänien in Genua darauf dringen werde, daß Sowjet- r u tz l a n d den rumänischen Goldschatz von 2Sf
Die Reichsbank.
Autonomie auf Befehl der Entente.
Das Seriengen der «aiierteu, die «eiehsda»« »o» der Stegternng unabhängig gu machet:, ioll nun dnrtd ein Qefeg erfüllt toetben. Sn weicher Weise »le« geschehen soll, tft ans den nachfolgenden Aussührnugen zn entnehtne« . In dem Memorandum vom 27. Januar, das die Reichsregierung der Neparattonsrommisston bat zugehen lassen, ist in Erfüllung einer Forderung der Entente ein Gesetzentwurf ange- Limdigt worden, nach dem die enge Verbindung des deutschen Zentralnoteninstituts, der Reichsbank, mit der Reichsregierung gelöst werden soll. Der Ankündigung enttprechenv ist der Entwurf vor kurzem, vor den neuen Forderungen der Röparationskoemnifston, zur parlamentarischen Beratung übergeben worden. Zunächst hat sich der Reichswirtschaftsrat mit ihm zu befassen. Hätte nicht die Entente die Aenderung des Rechtsverhältnisses der Reichsbank zur Reichsregierung verlangt, so würde in Deutschland' sicher niemand auf den Gedanken gekommen sein, ihr eine selbständige Stellung zu geben. Denn die Bank hat bisher allen an sie gestellten Anforderungen auss beste entsprochen. Sie hat sich zu allen Zeiten, namentlich aber während des Krieges und auch seitdem, durchaus bewährt. An ihrer Leitung ist auch nicht das Geringste auszusetze«. Der Reichskanzler hatte allerdings das Recht, auf ihre Geschäftsführung Einfluß zu nehmen. Er war befugt, dem Reichsbankdirektorium allgemeine Anweisungen zu erteilen und in Einzelheiten der Verwaltung einzugreifen. Tatsächlich aber ist von dem Recht nie Gebrauch gemacht worden. Gleichwohl glaubt man in den maßgebencen Entenlekreifen, daß die Aufhebung dieses Rechtes und damit die Verleihung einer größeren. Selbständigkeit an das Zentralgeüünstitttt dieses dazu drängen werde, von sich ans auf die Einstellung der Notenpresse zu drängen, auf welche Weise bann allmählich die deutsche Mark sich von ihrem Tiefstand erholen werde. Diese Entwicklung wäre gewiß sehr zu wünschen, es kann aber nicht übersehen weWen. daß die große Notenflut zum allergrößtwi Teile aus das
Ur vermaß der Reporattonskosten
Verbuchen wir die Dinge von der gegnerischen Seite zu betrachten, so können wir nns nicht verhehlen, daß enorme Schwierigkeiten zu überwinden sind Zwar scheint man in England geneigt zu fein, in Verhandlungen mit Deutsch- (anb einzntreten. Dort mehren sich unter dem bcr . stockenden Wirtschaftsverhältnisse ote Manner, die einzusehen beginnen, daß durch die Taktik des unaufhörlichen Ausplünderns niemals eine Besserung erreicht werden kann Wenn England seinen Vorteil in der Wieders Herstellung Europas sucht — wie Lloyd George erklärt, der unter diesem Leitwort die Konferenz von Genna angeregt hat — dann muß es die erste Aufgabe sein, Deutschland als lebensfähiges Reich bestehen zu lassen. Von anderen Gedanken werden allerdings die Fran- zosen beherrscht, die, von gemeinem Haß und törichter Angst gepeitscht, das deutsche Reich zertrümmern und das Volk in ewiger Schuldknechtschaft hatten möchten, demnach von Verhandlungen nichts werden wissen wollen. Man kann wirklich nicht annehmen, daß die französischen Staatsmänner selbst daran glauben, wenn sie sagen, Deutschland könne die phantastisch hoben Summen zahlen und die Sachleistungen auf- vringen. Schon jetzt in den ersten drei Skkaven- lahren sieht die ganze Welt, wie die deutsche Goldwährung rasend bergab ging, weil wir un- ' sereS Volksvermögens systematisch be- raubt werden. Wenn in diesen Tagen noch der stanzösische Finanzminister de Lasteyrie äußerte, daß durch eine internationale Anleihe eine Besserung einträte, oder daß der Rest des deutschen Volksvermögens verpfändet werden müsse, dann zeigt er nur, daß er ein politischer Phantast ist. wie es alle seine Pariser Kollegen sind. Die Franzosen betrachten es eben als ihr Vorrecht, unvernünftige Menschen sein zu bür. fen. andernfalls hätte der Vorsitzende der Re- parattonskommission, Dubois, jetzt nicht so Nndsköpfisch mit Kanonen und Bajonetten drohen können.
Es macht sich neuerdings überhaupt eine vermehrte chauvinistische Stimmung bei den westlichen Nachbarn geliend. Den gewalttätig-» Franzosen wollen es die rauflustigen Belgier gleichtun. Die Vorgänge an der Grenze des besetzten Gebietes werden äußerst bedenk, lich. Die frechen Uebergriffe belgischer Soldaten, unter denen die dortiae bedauernswerte Bevölkenmg schon immer schwer zu leiden batte, sind wie erinnerlich, vor wenigen Ta- gen bei Hamborn so weit ausgeartet, daß ein deutscher Tchur-c-Bcamtsr bei Ausübung feines Dienstes von bclaischcn Kriminalbeamten erschossen worden ist Zwei Tage darauf wurde von deutscher Seite ein belgischer Offizier er«
(Eigene Drahimeldunaä
Paris, 1. April.
Die ReparationSkommission hat in ihrer letzten Sitzung bei der Ratifizierung des Sachleistungs-Abkommens, das am 15. März in Berlin vom französischen Vertreter Gillet mit ber Reichsregierung beschlossen worden ist, einen Vorbehalt gemacht und zwar: Tas französisch- deutsche Abkommen, das sich an das belgische Be- melmann-Abkommen anlehnt, soll noch eine Abänderung erfahren, da man im Begriffe ist, dis Bemelman-Abkornmen in gewissen Punkten zu berücksichtigen. Bernelmonn wird nochmals nach Berlin reifen, um mit der deutschen Regierung über diese Aendernng z« verhandeln, die, wie man französischersetts hofft, keinen Schwierigkeiten begegnen wird, wenn die verlangte Acn- derung automatisch auch für das französisch- deutsche Abkommen vom 15. März Gültigkeit erhält. Erst dann werden die Sachleistungsverträge in ganzem Umfange rechtskrästiL.
Hüter fremder Gewalt.
Die Belgier im besetzten Gebiet.
'Eigene Drahimeldung.)
Paris, 1. April.
Die belgische Note an den Botschafterrat weift
auf die isolierte Lage der alliierten Trutz- peu in Duisburg hin und darauf, daß die vollständig unbesetzten Landstreiseu zwischen den Brückenköpfen im Stadtgebiet eine Gefahr für die Besatzungsarmee darstellen. (?) Diese Rote ist erfolgt im Zusammenhang mit bet Erschießung des belgischen Leutnants Grass. Die belgische Regierung hat sich auf den Standpunkt gestellt, in dem Fall Graff nicht auf eigene Faust vorgehen zu dürfen, da der Mord aus einem Gebiet erfolgt fei, das durch Beschluß des „Obersten Rates" zum Zwecke ber Sanktionen besetzt worden sei. Alle Sichetheftsmaßnahmen sollen deS- halb auch in ben Bereich bes Oberkommandierenden, sowie der Dotschaftcrkonserenz.
»
Belgische Verstärkung.
Brüssel, 1. April. (Eigener Drcchkbericht.) Der „Soir" meldet, daß die belgische Regierung die Botschasterkonfetrnz angerufen hat, um übet die „Sicherheit der Befatzungsarrnee" im belgischen Befetzungsgebiet zn entscheiden. — Ter Minister für nationale Verteidigung hat die Entsendung mm Mei Kompagnien Rad-
Millionen Goldsranken zurückgibt. Ferner wer Rumänien eine Forderung von vierhundert M lionen Goldfranken an die deutsche Reich bank gettend machen für Lieferungen vor dem Eintritt ShimänienS in den Krieg. Der polnische Außenminister Sttrmunt bezeichnete als Zweck feiner Reife, daß gewisse Bedenken der Alliierten über die polnifchen Absichten vor der Konferenz von Genua zu zerstreuen seien. Für Genua habe sich Polen mit der Kleinen Entente, der cs jetzt angehört, auf ein gemeinsames airf ein gemeinsames Programm geeinigt
*
Die deutschen Bördereitungen.
Berlin, 1. April. (Privattelegramm.) Gestern nadjmittag fanb eine weitere K abinetts- s i tz u n g statt, die sich ebenso wie die vorgestern stattgefundene, mit den Vorbereitungen zur Konferenz von Genna befaßte. Diese Besprechung diente namentlich bet Auswahl von Sachverständigen. — Die Zusammensetzung der deutschen Delegation ist gestern dem italienischen Botschafter in Berlin mitgeteilt worden.
Wein für Surfer.
Weitere Mitteilungen zum Fall Hermes. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 1. April.
Som Fall Hermes wird berichtet daß der
jetzige Reichsfinanzminister im Ganzen 562 Naschen £3ein vom Winzetverband in Trier bezogen hat und Mat 187 Flaschen zum Preis von je drei Mot, und 125 Flaschen zum Preis von je fünf Mark, ferner 250 Naschen zu einem Preis von 7,70 Mark. Ter preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen mtb Forsten hatte sich im Februar 1921 beschwerdeführend an das ReichsernährnngSministetium gewandt weil die Erteilung der dem Winzerverband gewährten Zuckersonderzuweisung unter Umgehung Preußens erfolgte. Der Landwirtschastö- Minister hat ferner um AufttSrung gebeten, wie eS möglich fei, daß der Winzetverband für Mosel, Saar und Ruwer in der Loge sei, Weinzucker zum Preise vo« 14 Mark für das Kilo zu erhalten, während ein anderer Verband $n der gleichen Zeit 21 bis 22 Mot, (!) für das Kilogramm zu entrichten hatten
iurückzuführen ist. Die Reichseinnahmen reich« i ten bisher nicht im entferntesten für die Rie- ! Unsummen aus, die aufgebracht werden mutzten.
Und die Deladenzahlungen und die neuen irrsinnigen Forderungen der Reparationskoumttspou haben erneut einen katastrophalen Sturz der Mark herbeigeführt Diefer Marksturz schlägt, wie die .Daily Chronicle* sagt, dem deutschen Budget vollständig den Boden au- und bringt alle finanziellen Vorkehrungen in Unordnung und Zusammenbruch. Me soll da mit entern baldigen Abbau der Jnflationspoftttk zu rechnen sein. Würde die Reichsbank sich weigern, dem Geldbedarf des Reiches weiter durch Notenausgabe Rechnung zu tragen, würde es dazu kommen, datz eines Tages Beamten und Arbei- iern fein Gehalt und kein Lohn gezahlt werden könnte. Soll aber die Notenpresse zum Stillstand kommen, so gibt es dafür ein wirksames Mittel, und das ist die Anpassung bet Reparationszahlungen an die
Leistungsfähigkeit des betttschen Bolle».
die Verhütung ber fortgesetzten Verringerung der Substanz des deutschen BolksvennögenS. Solange die augenblicklichen wirtschaftlichen Verhältnisse unverändert bleiben, wird die autonome Reichsbank ebensowenig wie die nominell vom Reichskanzler geleitete die schädliche Vaviergeldwittfchaft beseitigen und eine andere Notenemissionspolitik treiben können. — Trotz dieser Erkenntnis war die Reichsregierung zur Veranlassung einer Aenderung ihres Rechtsverhältnisses zu- ReichSdank genötigt. — in Verfolg ihrer Politik. Nach dem Entwurf tteibt der Charatter der Reichsbank als einer ausschfteßlich auf Pridarkapital gegründeten und selbständigen, vom ReicksfiskuS unabhängigen juttftischen Perfon unverändert. — Die Leitung geht aber vom Reichskanzler auf das Direktorium über, das feine Befchlüfle nach Stimmenmehrheit faßt. Der Vorsitzende deS Direktoriums, der Reichsbankpräsident, wird wie bisher vom Reichspräsidenten ernannt, DaS Recht, die übrigen Beamtenstellen m besetzen, wird dem Reichsbankpräsidenten übertragen. Das ist das Wesentliche des Gesetzentwurfes. Nachteilige Folgen für ble Finanzwirtschaft des Reiches sind aus ihr» n i cht zu befürchten.
Neue Struergefetze.
Beratung der Entwürfe tat Rrichsttrge.
(eigener Verübt.)
Berlin, L April.
Der Reichstag war am Freitag bemüht, bte Steuervorlagen der Reihe nach in dritter Lesung m erledigen. Vorher hörte man achtzehn kleine