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Nummer 79.

Sonntag, 2. April 1922.

Fernsprecher 951 mtb 953

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 mtb 952

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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzetttmg Hessische Abendzeitung

Mische Vorschläge;ur Valuta-Regelung.

Die Llebergriffe.

Fortwährende Knechtung Deutschlands?

Es ist angesichts der Abhängigkeit von frem­den Mächten eine kleine Genugtuung, daß im Reichstage eine Mehrheit zustande gekommen ist die m dieser schweren Zeit die Reichsregierung in ihrer Haltung gegenüber der Reparations- note unterstützt. Es war eine heikle Sache um das Vertrauensvotum für den Reichskanzler, der m der bekannten Regierungserklärung die Ellerten Forderungen zwar ablehnt aber den Weg ,u Verhandlungen offen ge- lchfen hat. Gegenüber den Forderungen der Alliierten, also im Kernpunkt dieser Angele­genheit, waren erfreulicherweise sämtliche Par­teien, von den Deutschnationalen bis zu den Kommunisten, einig. Alle brachten deutlich und energisch zum Ausdruck, daß die Grenze des Möglichen überschritten fei. womit bewiesen ist, daß das deutsche Volk in seiner Gesamt, veit die Erpreffer- und Räubermethode der feindlichen Machthaber als unerträglich und unwürdig empfindet. Wenn aber das Verfahren der Reichsregierung, mit den Unterdrückern weiter zu verhandeln und um Milderung zu bitten, von manchen Volkskrcifen mcht gutgeheitzen wird, so ist das verständlich, dE"n wir sind in ähnlichen Fällen immer ent­täuscht worden. Ein nationaler Fortschritt ist es aber doch, daß in der Sache volle Einigkeit aur m der Form verschiedene Meinung herrscht. Es kommt jetzt daraus an, daß in den Verhand­lungen. die sich wahrscheinlich anschließen wer- den, die Regierung in ihrer ablehnenden Haltung fest bleibt und sich von der Gegen- skite nicht einschüchtern läßt, damit wirklich der Bolkswille zum Ausdruck kommt. Jetzt ist eine Gelegenheit, bei der die Regierung, wenn sie Energie und Sekbstbewußtsein zeigt wirklich d°s Volk hinter sich hat. Halt sie sich diese wichtige Errungenschaft vor Augen und bandelt sie dementsprechend, dann erst wird sie sich des Vertrauens, das die Reichstags-Mehr­heit jetzt ausgesprochen hat, als würdig erwei- sen. Von der Behandlung dieser Frage hängt sehr viel, vielleicht alles für die Regierung und in dec werteren Entwicklung für die Zukunst des Reiches ab.

schaffen. Run haben belgische Soldaten eine Schießerei auf unschuldige deutsche Zivilisten, die von ihrer Arbeitsstätte kamen, veranstaltet. Was soll daraus noch werden? Menschlich ver­ständlich ist es schon, wenn die dorttge Bevöl­kerung sich empört und dieses fremde Gesindel, daß sich auf unsere Kosten bereichert und dazu »och die Deutschen drangsaliert, zum Teufel wünscht! Aber das deutsche Volk hat ja artig und kleinmütig seine Waffen abgegeben, damit Jene ihre brutalen Gelüste desto leichter an uns auSlaffen können. Die Einsicht, daß es falsch war vor drei Jahren, den Henkern den Strick in die Hand zu geben, kommt zu spät. Die bel­gische .Schadeiirriift' ^chnnng bleibt nicht aus und Deutschland muß zahlen!

K. F. Dr.

internationale Valutafrage.

Englische Vorschläge für Genua.

(Eigene Drahttneldung.)

Wien, 1. April.

Ein Berichterstatter meldet, daß die öster­reichische Regie rung dahin verständigt sei, die britische Regierung werde in Genua fol­gende Finanz- und Wirtschafts-Vorschläge machen: 1. Ein Projett internationaler Anleihen für die Länder mit unterwertiger Valuta. Diese Anleihen sollen mit Hilfe des Systems Ter Menlen garantiert werden. 2. Rück­kehr zur Goldwährung. 3. Ein internatio­nales Bankabkommen zur täglichen Rege­lung der Wechselkurse. 4. Schaffung eines inter­nationalen Fonds von zwanzig Millionen Pfund Sterling, um dem Handel bestimmter Länder, namentlich Rußlands, zu Hilfe zu kom­men. 5. Allgemeine Anerkennung des Handels- grundsatzcS der Meistbegünstigung und Auf­hebung aller hemmend wirkenden Zolltarife.

tim die Sachleistungen.

Aeuderung der Vereinbarungen.

fahrer und einer Radfahrer-Maschi- nengewehrkompagnie nach Duisburg an- georduct. Auch eine Verstärkung der G e n d a r - merie ist in diesem Gebiete erfolgt.

Antwort an die Alliierten.

Absendung der deutschen Antwortnote.

(Privett-Telegramm.)

Berlin, 1. April.

Die Antwortnote an die Entente, die am Montag von Berlin abgesandt wird, enthält die Einladung an die Reparationskommission, in Verhandlungen mtt der deutschen Re­gierung cinzutreten. Die Kabinett-Sitzung am Sonnabend wird nur noch den genauen Wort­laut der Antwortnote, deren Inhalt in den Ka- binettsberatungen der letzten Tage festgesetzt wurde, vor ihrer Absendung zur Kenntnis brin­gen. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß eine Entscheidung der ReparMions- kommission auf die Antwort sehr schnell folgt.

Die Auffassung in Vari«.

Rotterdam. 1. April. (Eigener Draht­bericht.)Daily Expreß" meldet aus Varis: Die Reparationskommisston wird am Mittwoch wieder zusammentreten. Die Kommission hofft, daß bis dahin die deutsche Rote vorliegt. Die Enttäuschung über die deutsche Kanzler­rede wird auch von den englischen Mit­gliedern der Kommission geteilt. (?)

SteMngnahrne vor Genna.

Rumänien stellt neue Geldfovderuuge».

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 1. April.

Der neue rumänische Gesandte in Berlin, Antonescu, erllärte, daß Rumänien in Ge­nua darauf dringen werde, daß Sowjet- r u tz l a n d den rumänischen Goldschatz von 2Sf

Die Reichsbank.

Autonomie auf Befehl der Entente.

Das Seriengen der «aiierteu, die «eiehsda»« »o» der Stegternng unabhängig gu machet:, ioll nun dnrtd ein Qefeg erfüllt toetben. Sn wei­cher Weise »le« geschehen soll, tft ans den nachfolgenden Aussührnugen zn entnehtne« . In dem Memorandum vom 27. Januar, das die Reichsregierung der Neparattonsrommisston bat zugehen lassen, ist in Erfüllung einer For­derung der Entente ein Gesetzentwurf ange- Limdigt worden, nach dem die enge Verbindung des deutschen Zentralnoteninstituts, der Reichs­bank, mit der Reichsregierung gelöst werden soll. Der Ankündigung enttprechenv ist der Entwurf vor kurzem, vor den neuen Forderungen der Röparationskoemnifston, zur parlamentarischen Beratung übergeben worden. Zunächst hat sich der Reichswirtschaftsrat mit ihm zu befassen. Hätte nicht die Entente die Aenderung des Rechtsverhältnisses der Reichsbank zur Reichs­regierung verlangt, so würde in Deutschland' sicher niemand auf den Gedanken gekommen sein, ihr eine selbständige Stellung zu geben. Denn die Bank hat bisher allen an sie gestellten An­forderungen auss beste entsprochen. Sie hat sich zu allen Zeiten, namentlich aber wäh­rend des Krieges und auch seitdem, durchaus bewährt. An ihrer Leitung ist auch nicht das Geringste auszusetze«. Der Reichskanzler hatte allerdings das Recht, auf ihre Geschäfts­führung Einfluß zu nehmen. Er war befugt, dem Reichsbankdirektorium allgemeine Anweisun­gen zu erteilen und in Einzelheiten der Verwal­tung einzugreifen. Tatsächlich aber ist von dem Recht nie Gebrauch gemacht worden. Gleichwohl glaubt man in den maßgebencen Entenlekreifen, daß die Aufhebung dieses Rech­tes und damit die Verleihung einer größeren. Selbständigkeit an das Zentralgeüünstitttt dieses dazu drängen werde, von sich ans auf die Ein­stellung der Notenpresse zu drängen, auf welche Weise bann allmählich die deutsche Mark sich von ihrem Tiefstand erholen werde. Diese Entwicklung wäre gewiß sehr zu wün­schen, es kann aber nicht übersehen weWen. daß die große Notenflut zum allergrößtwi Teile aus das

Ur vermaß der Reporattonskosten

Verbuchen wir die Dinge von der gegnerischen Seite zu betrachten, so können wir nns nicht ver­hehlen, daß enorme Schwierigkeiten zu über­winden sind Zwar scheint man in England geneigt zu fein, in Verhandlungen mit Deutsch- (anb einzntreten. Dort mehren sich unter dem bcr . stockenden Wirtschaftsverhältnisse ote Manner, die einzusehen beginnen, daß durch die Taktik des unaufhörlichen Ausplünderns niemals eine Besserung erreicht werden kann Wenn England seinen Vorteil in der Wieders Herstellung Europas sucht wie Lloyd George erklärt, der unter diesem Leitwort die Konferenz von Genna angeregt hat dann muß es die erste Aufgabe sein, Deutschland als le­bensfähiges Reich bestehen zu lassen. Von an­deren Gedanken werden allerdings die Fran- zosen beherrscht, die, von gemeinem Haß und törichter Angst gepeitscht, das deutsche Reich zertrümmern und das Volk in ewiger Schuld­knechtschaft hatten möchten, demnach von Ver­handlungen nichts werden wissen wollen. Man kann wirklich nicht annehmen, daß die französi­schen Staatsmänner selbst daran glauben, wenn sie sagen, Deutschland könne die phantastisch ho­ben Summen zahlen und die Sachleistungen auf- vringen. Schon jetzt in den ersten drei Skkaven- lahren sieht die ganze Welt, wie die deutsche Goldwährung rasend bergab ging, weil wir un- ' sereS Volksvermögens systematisch be- raubt werden. Wenn in diesen Tagen noch der stanzösische Finanzminister de Lasteyrie äußerte, daß durch eine internationale Anleihe eine Besserung einträte, oder daß der Rest des deutschen Volksvermögens verpfändet werden müsse, dann zeigt er nur, daß er ein politischer Phantast ist. wie es alle seine Pariser Kollegen sind. Die Franzosen betrachten es eben als ihr Vorrecht, unvernünftige Menschen sein zu bür. fen. andernfalls hätte der Vorsitzende der Re- parattonskommission, Dubois, jetzt nicht so Nndsköpfisch mit Kanonen und Bajonet­ten drohen können.

Es macht sich neuerdings überhaupt eine vermehrte chauvinistische Stimmung bei den westlichen Nachbarn geliend. Den gewalttätig-» Franzosen wollen es die rauflustigen Belgier gleichtun. Die Vorgänge an der Grenze des besetzten Gebietes werden äußerst bedenk, lich. Die frechen Uebergriffe belgischer Soldaten, unter denen die dortiae bedauerns­werte Bevölkenmg schon immer schwer zu lei­den batte, sind wie erinnerlich, vor wenigen Ta- gen bei Hamborn so weit ausgeartet, daß ein deutscher Tchur-c-Bcamtsr bei Ausübung feines Dienstes von bclaischcn Kriminalbeamten er­schossen worden ist Zwei Tage darauf wurde von deutscher Seite ein belgischer Offizier er«

(Eigene Drahimeldunaä

Paris, 1. April.

Die ReparationSkommission hat in ihrer letz­ten Sitzung bei der Ratifizierung des Sach­leistungs-Abkommens, das am 15. März in Ber­lin vom französischen Vertreter Gillet mit ber Reichsregierung beschlossen worden ist, einen Vorbehalt gemacht und zwar: Tas französisch- deutsche Abkommen, das sich an das belgische Be- melmann-Abkommen anlehnt, soll noch eine Ab­änderung erfahren, da man im Begriffe ist, dis Bemelman-Abkornmen in gewissen Punkten zu berücksichtigen. Bernelmonn wird nochmals nach Berlin reifen, um mit der deutschen Regierung über diese Aendernng z« verhandeln, die, wie man französischersetts hofft, keinen Schwierigkei­ten begegnen wird, wenn die verlangte Acn- derung automatisch auch für das französisch- deutsche Abkommen vom 15. März Gültigkeit er­hält. Erst dann werden die Sachleistungsver­träge in ganzem Umfange rechtskrästiL.

Hüter fremder Gewalt.

Die Belgier im besetzten Gebiet.

'Eigene Drahimeldung.)

Paris, 1. April.

Die belgische Note an den Botschafterrat weift

auf die isolierte Lage der alliierten Trutz- peu in Duisburg hin und darauf, daß die vollständig unbesetzten Landstreiseu zwischen den Brückenköpfen im Stadtgebiet eine Gefahr für die Besatzungsarmee darstellen. (?) Diese Rote ist erfolgt im Zusammenhang mit bet Erschießung des belgischen Leutnants Grass. Die belgische Regierung hat sich auf den Standpunkt gestellt, in dem Fall Graff nicht auf eigene Faust vorgehen zu dürfen, da der Mord aus einem Ge­biet erfolgt fei, das durch Beschluß desObersten Rates" zum Zwecke ber Sanktionen besetzt wor­den sei. Alle Sichetheftsmaßnahmen sollen deS- halb auch in ben Bereich bes Oberkommandie­renden, sowie der Dotschaftcrkonserenz.

»

Belgische Verstärkung.

Brüssel, 1. April. (Eigener Drcchkbericht.) DerSoir" meldet, daß die belgische Regierung die Botschasterkonfetrnz angerufen hat, um übet dieSicherheit der Befatzungsarrnee" im belgi­schen Befetzungsgebiet zn entscheiden. Ter Minister für nationale Verteidigung hat die Entsendung mm Mei Kompagnien Rad-

Millionen Goldsranken zurückgibt. Ferner wer Rumänien eine Forderung von vierhundert M lionen Goldfranken an die deutsche Reich bank gettend machen für Lieferungen vor dem Eintritt ShimänienS in den Krieg. Der pol­nische Außenminister Sttrmunt bezeichnete als Zweck feiner Reife, daß gewisse Bedenken der Alliierten über die polnifchen Absichten vor der Konferenz von Genua zu zerstreuen seien. Für Genua habe sich Polen mit der Kleinen Entente, der cs jetzt angehört, auf ein gemeinsames airf ein gemeinsames Programm geeinigt

*

Die deutschen Bördereitungen.

Berlin, 1. April. (Privattelegramm.) Gestern nadjmittag fanb eine weitere K abinetts- s i tz u n g statt, die sich ebenso wie die vorgestern stattgefundene, mit den Vorbereitungen zur Konferenz von Genna befaßte. Diese Besprechung diente namentlich bet Auswahl von Sachverstän­digen. Die Zusammensetzung der deutschen Delegation ist gestern dem italienischen Botschaf­ter in Berlin mitgeteilt worden.

Wein für Surfer.

Weitere Mitteilungen zum Fall Hermes. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 1. April.

Som Fall Hermes wird berichtet daß der

jetzige Reichsfinanzminister im Ganzen 562 Naschen £3ein vom Winzetverband in Trier bezogen hat und Mat 187 Flaschen zum Preis von je drei Mot, und 125 Flaschen zum Preis von je fünf Mark, ferner 250 Naschen zu einem Preis von 7,70 Mark. Ter preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen mtb Forsten hatte sich im Februar 1921 beschwerdeführend an das ReichsernährnngSministetium gewandt weil die Erteilung der dem Winzerverband gewährten Zuckersonderzuweisung unter Um­gehung Preußens erfolgte. Der Landwirtschastö- Minister hat ferner um AufttSrung gebeten, wie eS möglich fei, daß der Winzetverband für Mo­sel, Saar und Ruwer in der Loge sei, Wein­zucker zum Preise vo« 14 Mark für das Kilo zu erhalten, während ein anderer Verband $n der gleichen Zeit 21 bis 22 Mot, (!) für das Kilogramm zu entrichten hatten

iurückzuführen ist. Die Reichseinnahmen reich« i ten bisher nicht im entferntesten für die Rie- ! Unsummen aus, die aufgebracht werden mutzten.

Und die Deladenzahlungen und die neuen irrsin­nigen Forderungen der Reparationskoumttspou haben erneut einen katastrophalen Sturz der Mark herbeigeführt Diefer Marksturz schlägt, wie die .Daily Chronicle* sagt, dem deutschen Budget vollständig den Boden au- und bringt alle finanziellen Vorkehrungen in Unordnung und Zusammenbruch. Me soll da mit entern baldigen Abbau der Jnflationspoftttk zu rechnen sein. Würde die Reichsbank sich weigern, dem Geldbedarf des Reiches weiter durch Noten­ausgabe Rechnung zu tragen, würde es dazu kommen, datz eines Tages Beamten und Arbei- iern fein Gehalt und kein Lohn gezahlt werden könnte. Soll aber die Notenpresse zum Still­stand kommen, so gibt es dafür ein wirksames Mittel, und das ist die Anpassung bet Reparationszahlungen an die

Leistungsfähigkeit des betttschen Bolle».

die Verhütung ber fortgesetzten Verringerung der Substanz des deutschen BolksvennögenS. Solange die augenblicklichen wirtschaftlichen Verhältnisse unverändert bleiben, wird die au­tonome Reichsbank ebensowenig wie die nomi­nell vom Reichskanzler geleitete die schädliche Vaviergeldwittfchaft beseitigen und eine andere Notenemissionspolitik treiben können. Trotz dieser Erkenntnis war die Reichsregierung zur Veranlassung einer Aenderung ihres Rechtsver­hältnisses zu- ReichSdank genötigt. in Verfolg ihrer Politik. Nach dem Entwurf tteibt der Charatter der Reichsbank als einer ausschfteßlich auf Pridarkapital gegründeten und selb­ständigen, vom ReicksfiskuS unabhängigen juttftischen Perfon unverändert. Die Lei­tung geht aber vom Reichskanzler auf das Direktorium über, das feine Befchlüfle nach Stimmenmehrheit faßt. Der Vorsitzende deS Direktoriums, der Reichsbankpräsident, wird wie bisher vom Reichspräsidenten er­nannt, DaS Recht, die übrigen Beamtenstellen m besetzen, wird dem Reichsbankpräsidenten übertragen. Das ist das Wesentliche des Ge­setzentwurfes. Nachteilige Folgen für ble Finanzwirtschaft des Reiches sind aus ihr» n i cht zu befürchten.

Neue Struergefetze.

Beratung der Entwürfe tat Rrichsttrge.

(eigener Verübt.)

Berlin, L April.

Der Reichstag war am Freitag bemüht, bte Steuervorlagen der Reihe nach in dritter Lesung m erledigen. Vorher hörte man achtzehn kleine