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Nummer 73

(Sonntag, 26. März 1922.

Fernsprecher 95) und 952

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Ablehnende Haltung jur Menke-Note

ften zu tonnen,

Alles in allem ist das Verhältnis des

Sachleistungs-BertrSge.

Die Frage der Ratifizierung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Beziehung zu einem der Herren Schriftleiter hat, dann kommt er manchmal mit gar nicht erfüll­baren Wünschen. Er hat auch die von keiner Sachkenntnis getrübte Vorstellung daß etwa ein berühmter Autor, den er in einer ohnges'hren Beziehung zur Zeitung sich denkt, nur zu beseh, len brauche, damit sein, des Abonnenten, spe­zielles Anliegen groß ini£> breit in den Spalten behandelt werde.

LU Raffelet Neuesten Nachrichten erfreuten wöchentlich sechsmal und zwar a 6 end i. Der Aoonnement«rreis betragt monatlich 15. Marl bei freier Zustellung ms Haus. Aus. wärt« durch die Poft bezogen 15.- Mart monatlich einschließlich Zustellung. Beftellunge« werden .edertzstt von der TeschäftSstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, -Verlag und Rcdattion Schlachthvfftraße 28/30. Kür unverlangt eingesandte Beiträge kann die RedakNon eine Verantwortung oder EewLhr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Die hohen FoeSemngen

Ablehnende Haltung der Parteien.

(Eigener Drahtbericht.)

JnserUonSpreise »> «inheimische Aufträge: Die etnfpaütge Anzeigenzeile M. 2.50, die einfpaltige Reilamezeile M. 6.25. b) Auswärtige Aufträge: Die etnfpattlge Anzeigenzeile M. 2.50, die einspaltige Reklame-eile M. 8 25, alle« einschließlich Teuerung«,Uschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Ausschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme- baten unb Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht hosftrabe 38/30. SeschäflSstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nummer 351 und 952

Dir deutsche Abordnung.

Be r l i n, 25. März. (Privattelegramm.) Die deutsche Delegation für Genua wird, nach den bisherigen Bestimmungen, am 8. April in einem Svnderzug nach Genua abfahrcn.

Berlin, 25. März.

Hente vormittag traten die Parteien zu FraklHonSsitzungen zusammen, um zu dem inzwischen von der Reichsregierung sibe-ge- benen genauen Text der Rcparationsnote Stel­lung zu nehmen. An den Fraktionen von rechts bis zu den Unabhängigen hält man sich, beson­ders gegenüber der Forderung nach sechzig Mil- tiarden neuer Steuern, sowie gegenüber der von der Reparationskommission ausgesprochenen Absicht, eine Finanzkontrolle Ober Deutschland einzurichten, scharf ablehnend und weist auf die Unmöglichkeit ihrer Erfüllung hin. Für Montag ist, wie gemeldet, eine abermalige interfraktionelle Besprechung im Reichstage mit ocn ParleifiUMrn vorgesehen. In dieser Sit­zung wird der Reichskanzler den Standpunkt 2cr ReichSregierung eingehend darlegen, mn den einzelnen Fraktionen Gelegenheit zu geben, zu »er am Dienstag erfolgende» Reglerungscrkiä- rung rechtzeitig Stellung zu nehmen.

Sin amerikanischer industrieller Vertreter.

Mailand, 25. März. (Eigene Drahtmel- dung.) In Italien ist ein Vertreter der Ameri­can Standard Oil Company (Petrolenm-Gefell- schast) eingetroffen, der als Beobachter auf der Konferenz von Genua anwesend sein soll. Die Presse bringt seine Anwesenheit mit der Wah­rung der Interessen der Gesellschaft in Zusam­menhang, die dieselbe angeblich bei der Ausbeu­tung der südrussischen Oclfelder hat.

Die russische Abordnung.

Berlin. 25. März. (Privattelegramm.) Die russische Delegation für Genua wird aus den BolkSkommiffareu Tschitscherin, Joffe, Lewinow und Krassin bestehen. Die Delegation wird sich auf der Durchreise »ach Genua ei­nige Tage in Berlin aufhalten.

Der Dollar.

El« Gradmesser der deutschen Not.

Ein Dollar, der vor dem Kriege vier Mari

>kld fünfundzwanzig Pfennige weit war, galt

tim Eowjet-RußlanS.

Britisch-russischer Anerkennungs-Vertrag.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 25. März.

Die Fassung des Vertrages, durch den die rus- 'che Sowjet-Regierung anerkannt werden soll, ist gestern von den finanziellen und wirtschaftli- l)en Sachverständigen festgrlegt worden. Die Anerkennung soll sofort nach der Konfe­renz von Genu, in Kraft treten und die Rusten sollen Gelegenheit haben, die Bedin­gungen für die Anerkennung zu beraten, ohne daß aus Garantien zu ihrem künftigen Be­tragen Nachdruck gelegt werden so«. Der Ver­tragsentwurf enthält auch die Bestimmung über Errichtung einer ruffischen Schulden-Kom- Mission gegenüber der Entente.

Vorbereitung für Genua.

Lloyd George will teilnshmen. (Eigener Drahtbericht).

London, 25. März.

Lloyd George hat, wie verlautet, die Minister davon in Kenntnis gesetzt, daß er um jede» Preis nach Genua gehen wolle. Ohne Zweifel wird Lloyd George bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum im Parlament die notwendige Mehrheit erhalten, um als Vertre­ter Großbritanniens in Genua austrcten zu kön­nen. Es wird weiter berichtet: Lloyd George hat beschlossen, seine Ferien in Wales abzukür- ren und Anfang nächster Woche nach London zu- rückzukehren, um am 3. April eine politische Rede zu halten, von der man schon jetzt sagt, daß sie die größte aller von Lloyd George ge­haltenen politischen Reden sein wird. Er will die ganze Welt davon überzeugen, daß nun­mehr alles von Genua abhängt.

Der Äeitungsleftr

Publikum und Preffe.

festgesetzt wurden, in diesem Jahre lei- ormen, dann sollen wir ynter Kura- t e l gestellt werden. Das heißt, in der deutschen Regierung, und zwar im Finanzministerium, saßen dann alliierte »Sachverständige", die dem britischen Reichstag diktieren würden wieviel Steuern eingetrioben werden müßten, und die auch die Ausgaben des Reiches prüfen würden. Wäre es erst einmal fatoeit, dann wäre die Ueberwachuag der anderen Ministerien nicht mehr fern, da alle anderen Reichsangelegenheiten mit den Finanzen mehr oder weniger zusammen­hängen. DeutsiAand wäre danach als Groß­macht für immer ausgeschaltet, es Hüfte aufge- hört, ein selbständiges Reich zu sein!

Dürfen wir die Unterdrückung soweit kom­men lassen? Man ist allgemein geneigt, den Alliierten ein glattes Rein entgegen zu rufen. Der Reichskanzler hat sich mit den Parteiführern, mit den Vertretern von Handel und Industrie und den Gewerkschaftsvertretern in Verbindung ersetzt, und es verlautet, daß man sich in allen Besprechungen gegen die Forderungen der Alliietten ausgesprochen habe. Die Deutschnatio­nalen schlagen natürlich energische Ablehnung vor. Die Deutsche Volkspartei regt die Zurück­weisung der Forderungen aus sachlichen Grün­den an, weil sie die Erfüllung für unmöglich hält. Sarin stimmt sie mit dem Standpunkt der Industrie und des Handels überein, die schwere Gefahren für die gesamte deutsche Wirtschaft befürchten. Die Miftelparteien verhalten sich, ebenso wie die Regierung, noch abßvarlend, sind aber auch von der Unmög­lichkeit einer Erfüllung überzeugt. Und selbst die Patteien der Linken betrachten die Hand- lungsweise der Alliierten als zu weitgcbend. Wir sehen also zum erstenmal ein Bild geschlossener Einmütigkeit aller V o l k s g r u p p e n, die die Regierung in ihrer ablehnenden Haltung zu unterstützen ver­sprechen ! Werben sie aber auch alle in ihrer jet- zigen Meinung festbleiben? Wir haben es lei­der schon wiederholt erlebt, daß zuerst die Flam­men der Entrüstung hoch aufloderten, aber bald sich nur als Strohfeuer erwiesen. Sollte es dies­mal anders fein? i

Bedingungen für Genua.

Paris, 25. März. Die Sachverständigen- Kon­ferenz bezeichnete es als notwendig, in den in Aussicht gestellten Bedingungen für die Teilnahme Rußlands an der Konferenz von Genua eine Abänderung der Konzessionen eintrrten Ur lasten. Der Bericksi wird nach Er­gänzungen durch drei Juristen und zehn Sach­verständigen der Konferenz nochmals vvrgelcgt.

fahr ist groß. Es ist höchste Zeit, daß wir die Anger aufmachcn und den Abgrund erken­nen, an den die rache- und raubgierigen alliier­ten Aiachihaber uns wie eine Sklavenschar füh­ren. Je mehr wir uns gefallen lassen, desto mehr müssen wir erdulden. Man hat von einer Regierungskrise gesprochen. Demgegenüber wird versichert, daß keine Krise bestehe. Gott sei Dank. Zu solchen Manövern ist jetzt keine Zeit. Jetzt ist es die ernsteste Aufgabe der Reichs­regierung, dem deutschen Volke wirklich eine Führerin zu sein! K. F. Dr

Paris, 25. März.

Die Reparationskommiffion beschäftigt sich gegenwärtig mU der Ratifikation der drei deutsch- französischen Sachleistungsverträge. Es handelt sich dabei um. den Vertrag Rathenau- Loucheur von Wiesbaden vom 6. Oktober 1921 «nd den Vertrag Roppel-Gillet von Berlin vom 15. März 1922, ferner um den zwischen Deutsch, land und der Reparationskommifsion abgeschlos- encn Brrttag Konze-Bemelman vom 27. Fe- -bruar 1923. Wenn die Revarattonskommisfion

Von

Ida Bey-Ed.

Deutschland ist das Land des Zeitungt» abonnenten. Wohl haben London, Paris und Amerika Zeitungen, die die Auflagenziffern auch unserer größten Tagesblätter noch mit Riesen-- zahlen übertrumpfen. Mer der Abnehmer die- er Zeitungen ist in der Hauptsache der Käufer auf der Straße. Während in Deutschland der Ltraßenhandel mit den Tageszeitungen und illu­strierten Müttern erst vor etwa dreißig Jahren -.inzusetzen begann und erst in den letzten Jäh. ,ren namhaften Umfang gewann, ist es der Pa­riser und Londoner von jeher gewohnt gewesen, sichfeine" Zeitung auf dem Hin- oder Her­wege von seiner Arbeitsstätte zu erstehen; die Gewohnheit ist auch da mächtig, und im allge­meinen wird der Käufer immer trachten, das Blatt zu erlangen, an das er gewöhnt ist.

Die große Zahl der kleinen und kleinsten Blätter, Organe eines Kreises, eines Städtchens, ja eines Maritfleckens, Wie wir sie in Deutsch- UiTtii) haben, kennt das Ausland in diesem Matze nicht, und vor allem nicht in solcher Langlebig­keit und solchem Streben, in aller Beschränktheit dennoch gediegenen Inhalt zu bieten. Diese kleinsten Zeitungen halten sich durch ein paar Ankündigungen der Ortsbehörde, durch spärlich sickernde Familiennachrichten und ein dünnes Angebot von Wciren und Arbeit, sowie durch ein Stämmchen treuer Abonnenten aufreckst. Man kann fast sagen, daß in Deutschland ein HauS selten ist, wo nicht eine Zeitung gehalten wird, oft genug zusammen mit dem Nachbar oder Mit- einwochner.

Run sollte man folgern, daß ein so mit der Tagespreise in ihren großartigsten wie in ihren minimalsten Formen vertrautes Publikum viel Verständnis für das Zeitungswesen und dessen gegenwärtige Röte habe. Mer das Gegenteil ist der Fall. Eins hat das deutsche Publikum gemeinsam mit dem der ganzen Welt: den Glauben an das, was es ge­druckt gelesen hat.Es hat in der Zeitung ge­standen" Das ist wie ein Gesetzeswort. (Aus dieser allgemein menschlichen Schwäche der Masse dem gedruckten Worte gegenüber baute ja auch der Feind seine dämonisch grandiose Propa­ganda gegen uns auf.) Würde im Privatgcspräch dieser oder jener Redakteur jemanden beim Rock- knöpf nehmen und ihm Ansichten einreden wol­len, sei es eine Politische, künstlerische, kritische oder wirtschaftliche, fehlte es dem also Ange­brochenen gewiß nicht an nachdrücklicher Gege.s- rede. Aber wenn ihm die Ansichten des Betrcf- fistden gleich gedruckt zur Kenntnis kommen, ha­ben sie ein großes Gewicht Vielleicht in dem un­bewußten, nicht zur verstandesmäßigen Erkennt« nis kommenden Gefühl, daß doch verteufelt viel Mut dazu gehört, seine Meinung drucken zu lassen. Daß dieser Mut die beständige Reben- Betätigung jeder Schriftstellerei, besonders der des Journalisten ist, gibt ihr ja das moralische Gewicht.

diese Verträge ratifiziert hat, find sie Kraft des Versailler Vertrages für sämtliche Bertrags- staaten rechtsverbindlich geworden.

Paris. 25. März. (Eigene Drahtmeldung.) 3n hiesigen gut unterrichteten Kreisen rechnet man mit einem baldigen Wechsel der Vertre­tung Frankreichs im WiedergutmachungS-Aus- ichuß. Zwischen dem Aussckuß-Vorsttzenden, Dubois, und dem Finanzminister be La­te ry bestehen Meinungsverschieden, beiten. Man wirft Dnbois vor, daß es ihm en eigenen fruchtbaren Ideen für die Lösung der Reparntionsfrage kehle und daß er bei den Ver­handlungen mit den Delegationen der Berbün- beten sehr wenig Elastizität und Geschick bewie- en habe. (Ist Frankreich noch nicht zufrieden?)

Gestern nachmittag begann im amerikanischen Senat die Schlußberatnng über den Biermächte- Bertrag, der zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika, England. Frankreich und Japan zur «uftechterhaltung des Frie­dens im ®tiHe n Ozean geschloffen wurde. Präsident Hardina nahm die Versicherung entge­gen, daß eine Mehrheit für den Vertrag gesichert tverde. Der Präsident nahm dann eine Klau­sel an, in der festgesetzt wird, daß der Vertrag die Bereinigten Staaten nicht zu einem Bünd­nis oder $n irgend einer bewaffneten Aktion oder zur Teilnahme «n irgend welchen fremden Berteidigumlsmatznatzmen Vertatet ' ständigen Abon'n en t e n zu feinem LH

Ja. es sollte diesmal anders fein' Wir sollten endlich einmal den unersättlichen Be­drückern sagen, daß es eine Grenze gibt, daß die Aussaugung und Demütigung des deut­schen Dollkes einmal aufhören muß! Man halte sich immer vor Augen: der Dollar 340 Mark! Was das heißt, weiß allmählich jedes Kind. Die Teuerung wird endlos fortschrei- ten. Rohstoffe, die wir vom Auslande brauchen, werden derartig verteuert, daß die Preise der fertigen Waren ins Unaemessene steigen. Der Verbrauch der Waren erfordert höhere Gehälter und Löhne, die wiederum die Herstellung der Waren verteuern helfen. So ist die bekannte Schraube, die feit dem Kriegsende im Gange ist, wieder in verstärkter Tätigkeit. Daneben steigen die Preise der Nahrungsmittel, nicht nur der­jenigen, die wir vom Auslande beziehen, und die mit ungeheuren Zöllen belastet sind, sondern auch der inländischen Erzeugnisse Ein Blick aus die Produktenmarkt-Berichte zeigt, daß der Stei- gentng der Devisenkurse auch die Preise Nr die Landesprodutte folgen. Das ist keine willkür­liche Verteuerung, sondern eine Folge der Geld­entwertung. Wohin aber soll das alles Nhren? Sollen wir denn wirklich österreichischen und rus- stjchen Zuständen entgegengehen? Die Ge.

Dom blinden Glauben an die Autorität sei, r.er Zeitung schließt sich im Herzen des Ab cm, nenten noch eine andere Eigenschaft an, nämlich die Treue. Wem, der viel gereist ist, geschah es noch nicht, daß er in fremben Landen tot Lesezimmer des Hotels zwischen all den aus- liegenden Witzblättern plötzlich ein Exemplar resDachauer Anzeigers", desSchöppenstedter Boten" oder desSchildaer Wochenblattes" fand! Da hafte denn ein treuer Bürger seiner Heimat und ein noch teuerer Abonnent seines Leibblattes, das er sich nachschiüen ließ, die aus- gelesene Zeitung liegen lassen. Und man war geradezu gerührt über diese Probe eines festet Verhältnisses zur gewohnten Presse.

Hingegebenheit aber macht auch immer An- Ipruche. Gelegentlich äußert der Abonnent gan» naive. Er hat keine Ahnung davon, daß dem Verlage jede gedruckte Zeile Geld tostet, denn ihr Satz will mit Arbeitslohn bezahlt werden; er vermag sich nicht vorzustellen, daß die Auf- nähme auch der kleinsten Notiz wegen Platzman­gels manchmtt unmöglich sein kann; und voll, ends nicht, daß das, was gerade ihn so ei:u dringlich interessiert, für die anderen Leser un­wichtig ist. Er ist der langjährige Abonnent, daraus erwächst ihm ein Anrechtsgefühl. Seine Vereinsfeier, fein Jubiläum, seine WohltätiiSeitsveranstaltung, das will er in einem Leiboraan recht in das Licht der Beach­tung gerückt sehen. Wehe, wenn er eine Art

Mark. Man möchte vor Scham und ohnmäch­tiger Wut in die Erde sinken, denn diese Zah- len sind ein trauriger Beweis der Vergewaltigung, die uns die Feinde das Wort Feinde ist hier vollauf berechtigt in ihrem Vernichtungswil­len antun. In Paris und London redet man vom Frieden und von der Wiederherstellung Europas, aber man führt einen gemeinen, Hin­terhältigen Krieg gegen ein ausgehungertes, ent­waffnetes Volk, das bestrebt ist, sich redlich zu »ähren und zu kleiden und im Uebrigen für die fremden Unterdrücker W arbeiten, ihnen Fron- dienst zu leisten, um den Druck nicht allzu sehr suhlen zu müssen. Armes deutsches Volk! Arme der fremden Machthaber. Die Alliierten achten nicht unserer inneren Rot.

der Spitze steht Frankreich, das in seinem Größenwahn die Herrschaft über Europa aus­üben will und deshalb die dauernde Nieder­haltung Deutschlands erzwingen möchte. Von Jahr zu Jahr ist es auf diesem Wege vorgeschrit­ten, hat hohe Forderungen gestellt, die wir nicht erfüllen tonnen, um auf diese Weise immer das Kontrollrecht ausüben und die militärische Be­setzung rechtfertigen zu können. Die neue Ab­sicht geht dahin, uns die Finanzhoheit fu nehmen. Sind wir nicht in der Lage, echzig Milliarden neue Steuern aufzubrin- gcn und die Ratenzahlungen, wie sie in Cannes festgesetzt wurden, in diesem Jabre lei-

Deratungen im Kadinett.

Berlin. 25. März. (Privattelegramm.) Dem gestrigen Kabinettsrat unter Vorsitz des Reichspräsidenten wohnte auch der Vorsitzende der Kriegslasten-Kommiffion in Paris, Staats- selretär Fischer, bei. Seine Abreise von Berlin dürfte heute noch nicht erfolgen. Die Reichs­regierung wird wahrscheinlich am heutigen Sonnabend abermals eine Kabinettsfitzung ab­halten. In parlamentarischen Kreisen wird die Rachricto verbreitet, daß am Dienstag au- sier dem Reichskanzler, Dr. Wirth, auch der Reichsminister für Aus; »artiges. Dr. Rathe­ns u, im Reichstage zur Reparationsnote Stel­lung nehmen wird. Wie auf Erkundigungen von nnterrichteter Stelle mitgeteilt wird, steht tu die­ser Hinsicht noch nichts fest.

* Protest der Industrie.

Elberfeld, 25. März. (Privattelegramm.) Ter Eisen- und Stahlwaren-Jndustrieverband Elberfeld hat nachstehenden Einspruch an die .'.«ständige Reichsbehörde gerichtet: Der Eisen nnd Stahlwaren-Jndustrieverband protestiert mit aller Schärf gegen die unerhörten Zumutungen der letzten Entente - Ro- i e. Er warnt davor, daß unter dem Eindruck der feindlichen Drohungen die steuerlichen Leistungen überspannt werden und fordert dringend, daß die Wirtschaft in ihrem Be­stand nicht gefährdet und dadurch «r- beitslosjgkeit und namenloses Wend in das deutsche Volk getragen werden.

Meinungsverschiedenheiten in Frankreich.

Am stillen Ozenn.

Vertrag zurSicherung de« Friedens"'.

(Eigene DraHimeldung.)

Washington. 25. März.

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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung