12. Zahrg«MA
Donnerstag, 16. Marz 1922.
Fernsprecher 951 und £52
Fernsprecher 951 und 952
Die MlMdm-BesahWgSlasten
der Finauzmintsterlcmferenz eme BesWigung und Sanktionierung. Heber die Beschlüsse von Cannes
Nummer 64
»um Zwecke der Durchführung der militäriichen Sanktionen am Rhein nach den gescheiterten Londoner Verhandlungen Deutschland aufzuhalsen seien! nUd so etwas nennt man „beginnend- Vernunft!" Eine internationale Anleihe tut gewiß Deutschland not, und wir selber fordern sie dringend. Aber das Pariser Rezept müssen wir auf das entschiedenste üblchnen.
Rotterdam, 15. März. (Eigener Drahtbencht.) Morningposi meldet, daß der südafrikanische Ueberseeverkebr mit Johannisburz, Grrmftson und Brixton eingestellt ist. JohanniSburg und Brixton sind von den Revolutionären mit Artillerie belagert und werden beschossen. Germitton ist von ihnen eingenommen worden. Reue
hoben und sich dagegen verwahrt, daß das Ausland auch auf die Ausannnensetznng der Regierung einen Einfluß ausübt. Das Kabinett Schober bleibt im Amt. Dis Mehrheit, die dem Kabinett zur Verfügung steht, beträgt zwei bis drei Stimmen. Die letzteren Kitzen sich auf christlich-soziale, deutsche Bauernpartei und auf den Abgeordneten Czernin. Die Sozialdemokraten beobachten dem Kabinett gegenüber eine wohlwollende Neutralität. Politische Angelegenheiten sollen in der nächsten Zeit nicht mehr vor den Nationalrat gebracht werden, sondern ausschließlich solche, die sich um Finanz- und wirtschaftliche, insbesondere aber mit Fragen beschäftigen, die auf die Kreditbeschaffung Bezug haben. In Kreisen der Entente wird dre Flüssigmachung des englischen Kredit-Vorschuffes und bfe Miwrichkcit der Erhöhung des tscheM.--''- Vorschusses für nächste Woche in Aussicht gestellt.
DeutManbs Zahlungen.
Finanzkontrolle und Garantieleistungen.
(Privat-Telegramm.l
Berlin, 15. März.
Aus Paris wird gemeldet: Die Entscheidung der Wiedergutmachungs. Kommission über die deutschen Zahlungen für das lausende Jahr steht unmittelbar bevor. Der „Temps" weist in einer Mitteilung darauf hin, daß die Kommission bereckftigt sei, auch eine provisorische Lösung zu empfehlen, bis die Frage der Finanzkontrolle und der Begleichung der deutschen Schuld endgültig geregelt ist. Gleich- zeittg mit der Bestimmung der Zahlungen für 1922 würde der Garantieumfang mitge- tritt werden, von dem die Bewilligung des Moratoriums abhängig gemacht werden müsse.
Sin „GachverftSndigen-'-Au-schu-.
Berlin, 15. März. (Privattelegramm.) Die „Tägliche Rundschau" veröffentlicht folgende Mitteilung des Corriere della Sera: Der italienische Sachvrrständigenausschutz ist noch nicht zu- iammengetreten, dessen Aufgabe es sein soll, die endgültige Entwicklung der europäischen Valuta und die Zahlungen festzufetzen, eine Stabilisation und einheitttthr Gelbwährung zu erreichen. Das Berliner Blatt fragt, ob die deutsche Regierung diese« von England ausgehenden Vorschlag kennt und welche Stellung sie einnehmen wird. ES wurde vorgeschlagen, die Besatzungskosten gesondert zu rechnen.
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Werbung um Amerika.
Die großdeutschen Abgeordneten haben gestern gegen die Einmischung des Auslandes in die in-
Sisknbadn-Detteuenmg.
Neue Erhöhung der Bahnfrachten.
(Privat-Telegramm.l
Berlin, 15. März.
Halbamtlich wird mitgeteilt: Bei der Eisenbahn dürste im Hinblick auf die Lohn, und Gehaltserhöhungen wieder eine neue Tariferhöhung zu erwarten sein, da zur Deckung der Mehrausgaben etwa acht Milliarden Mark aufzubringen sind. Erfahrungsgemäß hatten neben der Lohnerhöhung diese neuen Forderungen auch eine Metallpreissteigerung im Gefolge. Di- Eisenbahnverwaltung rechnet auf Grund ihrer vorläufigen Uebcrsicht deshalb mit einem weite- ren Betrage von etwa fünf Milliarden Mart. Danach dürste der vom Rrichsverkehrsministe- rium aufzubringende Gesamtbetrag etwa dreizehn Milliarden ausmachen. Zur Deckung dieser Summe ist eine weitere Erhöhung der Eisenbahntarife in Aussicht genommen. Sie wird sich fedoch nur auf den Güterverkehr und nicht auch auf de« Personenverkehr erstrecken. Diese wird zwanzig Prozent betragen. — Für dir Postgebühren ist noch keine Erhöhung bekannt.
gnferttonlpettl« i) »ahetmttch« Unftriee: Sie etnfoaßtf« Snjttgerartk ®. 1M, 6te einfpatttgt MttlamejeUe M. ».25. b) Aufr-Üz«: SU iUrjpaMgk fitije.grajettt
M, 2.50, sie einspaltige ReklamereUe R. 6 26, alles etnichttetliÄ ZeuenrngSjufcblag und Snjetgeniteuer. Rar «erzeigen mH befonbetS schwierigem Sag hundert Prozent Ausschlag. Für die Richtiglei: aber durch Kernsprecher aufgegebenen Anzeige«, lernte für Aufnahme- baten und Plätze tonn eine Gewähr nicht übernommen werden, — Druckerei: Schlacht hafstratze M/30. »eschästsftelle: Kölnische 6trabe 5. Telephon Kummer »1 und 932
Dre Amerikaner am Ahern.
Am die Besatzuugskosten.
(Eigens Draht Meldung.!
Karis, 15. März.
Die Finanzministrr von England, Frankreich, Belgien und Italien haben auf das amerikanische Memorandum, in dem Amerittl von der interalliierten Wnanzkommission die Rückzahlung der amerikanischen Besatzungskosten verlangt, geantwortet, die Regierung von Washington solle unmittelbar mit den alliierten R e- gierungen verhandeln. — Laut „Chicago Tribüne" werden vom 1. Mai 1922 ab die amerikanischen Besatzungskosten täglich fünstmdsechzig- tausend Dollar betragen. Da die Truppen im Jahre 1922 aus 2500 Mann vermindert werden sollen, würde« diese Besatzungskosten für das mit dem 1. Mai beginnende Jahr nicht über vier Millionen Dollar hmausgehew.
Die Kämpfe irr Südafrika.
DteRegierungsleAyPen haben die Oberhand?
(Eigcner Drahtbericht.)
London, 15. März.
Innerhalb vierzehn Stunden haben, nach Meldungen aus Afrika, die Regierungstruppen den Widerstand der Aufständische» gebrochen. Tausende von Gefangenen wurden gemacht. Johannrsburg ist endgültig von allen gefährlichen Elementen gesäubert. Die Eisenbahnlinie nach Prätoria ist in den Händen der RegierrmgStrupprn. Forts und Burg befinden fich noch in den Händen der Aufständi- schen. Diese sind aufgefordert, sich bedingungslos zu übergeben Erfüllen sie dieses Ultimatum nicht, so soll sofort mit der Bombardierung der Burg und der Forts begonnen werden.
Widerstand der Revolutionäre.
Sie Kasseler Neueste« vtochrtchta, erfchelnenwöcheMUch sechsmal mtd «oar «*•"**• »er «botmementlprel» beträgt m-natlich 10.- Mar! bet ««l« Zustellung (n* €£»«• «“«• märt« burch die Post bezogen 10.- Mark menatit» elnschliestlsch Zustellung, destellunge» werben ;eber,-it von °er «ejchäftSü-lle ober den »ölen-ntg-g<mgm»mrn-^ Drucket, «erlag unb RebaMon . Schl-chthoistrab- 28/30, Für mwerlangt etogetoti>te »rttrtge tonn bte RebaMon -tue Verantwortung oder Sewähr !n »einem Falle übernehme«. Rückzahlung de« «e,us»S«lbeS -der Ansprüche wegen etwaiger nicht orbnüngrmSüiger Sfefmntg aurgefchtofsen.
Die Not der ZrituKgen.
ein Dringender Mahnens» (Privai-Telegramm.)
Berlin, 15. März.
Die Berliner Zeitungsverleger wende« sich Sn einer Kundgebung über die Rat dev deutschen Presse an die Oefienttichkett. ES heißt darin unter anderem: „Schon reifen Geschäfts- agenten von Ort zu Ort, um nicht nur große, sondern auch mittlere und kleine Zeitungen zu retten, auf eine Weise, die sie in die Hörigkeit unbekannter Mächte und fremdländischen Kapitals bringen wird. Mir fot- dem strengste Maßnahmen dagegen, daß die deutsche Presse ansgeliefert wird einer grenzenlosen Preistreiberei und Monopolwirl. schäft auf dem Gebiete des HolzeS, der Kohle und dcr Vorprodukte des Pa Piere 8. Mr fordern die Sperre der Ausfuhr von Papier und Zellstoffen, solange nicht das Papier für die deutsche Presse zu erträglichem Preise fichergestellt ist. Wir sordern ferner die Aufhebung und künftige Unterlassung jeder Sonderbesteuerung der Presse."
Oesterreich protestiert.
Gegen die Einmischung des Auslandes.
(Eigene Drahttneldung.)
$8ien, 15. März.
Genf, 15. März. (Eigene DrahtmeLmrm.) Der „Temps" berichtet: Im Anschluß an die Beschlüsse der Finauzministerkonserenz ist ein gemeinsames Ersuchen der Minister an die Regierungen zu Protokoll genommen worden, in dem um nochmalige Verhandlungen mit Präsident Harding gebeten wird, um eine Beteiligung Amerikas an der Lösung der Repa- rationösrage herbeizuführen, die von allen Ministern als die Grundlage für den europäischen Wiederaufbau anerkannt worden ist.
»
Derdarrvlungrn In Berlin.
Genf, 15. März. (Eigene DrahtmeDung.) Dem „Matin" zufolge begeben sich Mitglieder der Reparationskommission in den nächsten Tagen erneut nach Berlin, um mit der deutschen Regierung über die Richtlinien der neuen deutschen Zahluugsmethodrn zu beraten.
keinen Schulunterricht
genießen und ins Analphabetentum hinabyk» sioßen sind. Roch schlechter ist es der höhere« Schule ergangen Sie ist der deutschen, ^uge^? vom polnischen Staate einfach geraubt worden. Die Schulverwaltung erklärte eines TaM, daß sie sich nicht für verpflichtet Hütte, deutzche höhere Lehranstalten aus öffentlichen Mitte»« besiehen zu lassen. Damit war dem blühenden höheren Schulwesen das Todesurteil gebrochen. Die deutsche Jugend wurde um sämtliche über die Volksschule hinausführenden Büdungs- anstalten betrogen. Alle Schulaebaude, die gesamte Schuleinrichtung, alle Lehrmittel, kurz der ganze notwendige äußere Bildungsapparat, Der seine Entstehung lediglich der deuftchen Steuer- kraft und der deutschen Kulturarbeit verdau..^, sind der deutschen Jugend mit einem gebemi« geraubt worden. — Die Bestimnuutgen des Min- derbeltenschutzvertrages le.en sich yeute wie em Hohn auf das um die Grundlagen seiner Kub- tur, das Schulwesen, beirogeiie Deuttcyttrm. Ter Völkerbund aber hat auf unsere Klagen aar nicht geantwortet und.leinen Gw setzen in Polen keine Geltung verschonen können. Und dennoch sind nufere $olksgenossen in ihrem Kampfe und in ihrer Fürsorge für Ne deutsche Schule und die deutsche, zagend nie er-
Die Konsereuz der Fmmizminister der En- feute in Paris hat einem neuen Plan zuge- fitmnt, der wiever einmal ein „Programm" Mr ie Reparationsleistungen darstelle tt soll. Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser neue Plan und dieses neue sogenannte „Programm" bringen abermals eine weitere Steigerung der ohnehin schon untragbaren und unerfüllbaren Lasten, die auf Deutschland ruhen. Im Großen und Ganzen stützt irch dieser neue ZahLungsptan auf die Ädmachungen von Cannes. Diese erfahren durch die Beschlüsse
Aus der Ostmark.
D«s deutsche Schulelend irr Polen.
Von
Studiendirektor Trent (Ei’omherg).
®ei De-ckasirr ist der betaitnic CtgaxHaW VrS »e#tf<6en EchnlrvefenS in der festherr» SB- mar». Ans Polen im Marz 1919 aulseisicton, ist e» ihnr erotzdem gelangen, von BromLees ol$3 das deutsch- Echulwezen dort vor 6etr. gänzlichen Lnr-rgans zu bewahren. «- spricht am Donnersias Abend ttt 1t c f f e i tm Si-ai Gymnastum I, WtlheimshSher AU«».
hinaus ragt nur die Anregung — um weiter bandelt es sich nichts — mittels einer internationalen Anleihe die Schuldforverungen an Deutschland zu konsoMvieren. Wer man darf in dieser Anleihe beileibe nicht ein Entgegenkommen für Deutschland im Sinne einer Erleichterung seiner Schuldenlast erblicken. Denn diese Anleihe würde nichts anderes bedeuten, als daß die Finanzminister der alliierten Länder die Sorgen um die Eintreibung der an Deutschland zufallenden Forderungen einem internationalen GeschÄstskonzern übertragen würden. Unausgesprochen ist dabei die Absicht, Deutschland auf diese Weife unterdie schärfste unmittelbare Kontrolle seiner Finanzgebarung zu bekommen, und sich dann in die Lage versetzt zu sehen, alle Einwendungen politischer Natur von vorn
herein abzuweisen.
Jetzt schon soll nach den Entschlüssen der Pa- ! liier Konferenz das Garantie-Komitee mit neuen . weitreichenden Machtbefug ntsse n , ausge- , stattet werden, bte ihm noch größere Rechte hin- sichüich der Ueberwachung der deutschen : Fl'nanzwirtschast und auch des Ei n g r i f s s in ■ die Reichssmanzberwaltung geben. Die Rcqte, die dieser Garantie-Kommission zustehen, sind ohnehin schon wett größer, als eme breitere Oessentlichkeit überhaupt weiß. Richt nur in dieser Frage der internationalen Anleihe, die wirklich fragwürdig genug ist, sondern auch hinsichtlich anderer Wirtschaftsprobleme machte uch bei der Pariser Konferenz das unverkennbare Bestreben geltend, die These von der Notwendigkeit der Einstellung auf rein wirtschaftliche Erwägungen und Notwendigkeiten in einem Sinne auszulegen, der dem Ziele dieser Forderung völlig entgegengesetzt ist. Es handelt sich für die Entente-FinanMinister nämlich um nichts anderes als darum, rechtliche Gegengründe von vornherein abzuschneiden und gewissermaßen Geschäftsschulden zu kontrahieren, gegen die es Überhaupt keine Einwendungen mehr gibt. Hier handelt es sich um Dinge, die wir schon in chren Anfängen nach ihren Zwecken, Zielen und Tendenzen genau verfolgen muffen. Eine internationale Finanzaktion ist ein zweiseitiges Geschäft, also ein Geschäft, bei dem auch Deutschland mitzureden hüt. Eine internationale Anleihe kann man Deutschland nicht ausdiktieren. Würden wir aber uns, ohne die weiterreichenden Beweggründe, die wir eben kurz angedeutet haben, zu erkennen, in di« Fessel einer Wechsel- schuld begeben, dann würden wir uns selber die Ketten schmieden, aus denen es ein Entrinnen nicht mehr gäbe.
Aber es kommt nicht allein auf die Form des neuen Planes und Programmes an, sondern auch auf seinen Inhalt, und da ergibt sich, daß die deutschen Schulden noch größ er sich gestalten würden, als das bislang schon der Fall ist. lieber diese Erkenntnis darf man sich auch nicht dadurch Hinwegtäuschen lassen, daß der Wert der Sachlieferungen gegenüber den Vorbeschlüssen von Cannes in etwas vermindert worden ist. Denn durch die Forderung einer zeitlich viel rascheren Tilgung der Schuld werden Deutschlands Lasten für die Jahre nach 1932 vervielfacht. Würde dieser Plan uns aufgezwungen, so wäre er das sicherste Todesurteil für die deutsche Volkswirtschaft. Denn es ist ganz undenkbar, daß wir nach fortdauernder Wutentziehung aus dem Körper der deutschen Volkswirtschaft nun auch noch imstande wären, in den nächsten Jqhren verdoppelte Lüsten und Anstrengungen zu ertragen. Man scheint bewußt auf die allmähliche, über unbedingt fichere Entnervung der deutschen Wirtschaft, auf die Zertrümmerung aller produttiven Strafte hinzu-
(An „Programm"
Fremde Piüne über Deutschland.
Meier Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
erbitterte Kampf, den wir um die Erhaltung des deutschen Oberschlesien seMhrt haben, hat unsere Aufmerksamkeit auf bte östliche Grenzmark gelenkt. Leider hüben wir m früheren Zeiten den Osten zu wenig beachtet.
sind uns Posen, Westpreußen und der wertvoUzD Teil von Oberschlesien gerauot, und unse.e VoAsgenossen haben in Polen um die ErhattE ihrer Sprache, Kultur und ihres PMstmnS chwer zu ringen. Wie nicht anders zu erwarten var, haben die Polen gleich nach der Besetzung der deutschen Osttnark damit .begonnen. das ihnen verhaßte Deutschtum mit allen Mitteln auszurotten. — Dar allem glaubten sie, du.ch die Vernichtung der deutfchen Schule das Deutschtum zur Auswandernng treiben zu können. Selbst die Entente verpflichtete den polnischen Staat, der seine ersten Gehversuche mit den gräßlichen Judenverfolgungen m Lemberg und anderen galizischen und ichngreßpoln^ scheu Städten eingeleitet hatt-, zur Schonung der sprachlichen und religiösen Minderheiten. Oer Minderheitenschutzvertrag sollte auch die deutsche Kultur schützen und verpflichtet Polen zur Erhaltung des deutschen Schulweiens in den bisher preußischen Gebieten. Die beut;eben Schul- rechte und Schulsicherungen stehen leider über nur auf dem Papier. Wirklich.eit Hai der polnische Staat seine Verpflichtungen trötz eigener, den deutschen Vertretern feierlich ge- m achten
Versprechungen nicht gehalten.
Alle Maßnahmen der polnischen SchulverwÄ- tung waren in der entscheidenden Uebergmigs- zeit, während der die Leitung der deufichen Schulpolitik und Schulfürsorge zum gwtzen Teil in meinen Händen lag, auf die Vernichtung des deutschen Schulwesens als der Grundlage der deutschen Kultur eingestellt. Die freundlichen Reden, die heute polnische Schulvevwal- tungsbeamte vor den TrüMMern der deutschen Schule zu halten pflegen, sind scheinheilig und nutzlos. Das Schulvermögen und die Sckulhäuser wurden den Deutschen weggenommen und für polnische Schulen be- schlägnahmt, auch wenn sie grundbuchficheL Eigentum der deutschen Schulgemeinden waren. Die deutschen Landschulen, die weniger al« Wei* ita Schulkinder aufwiesen, wurden widerrechtlich geschlossen. Hunderte von deutschen Lehrern Wur- den von heute auf morgen entlassen. Deutsche Schulkinder wurden in Polnische Volksschulen oezwungen. Wo nach diesen Maßnahmen noch eine deutsche Schule mit einem deutschen Lehrer bestehen blieb, wurde der Lehrer durch wirtschaftliche Benachteiligung und behördliche 1 Schikane zur freiwilligen Aufgabe ferner Stelle 1 gezwungen. Im Juni 1920 forderte bie Regi^ । rung von den denftchen Lehrern plötzlich einen , Diensteid, den nahezu achtzig Prozent der noch im Dienst befindlichen Lehrkräfte wegen seines • politischen Inhaltes verweigerten. Sie erhielten : die sofortig- Entlassung, und ihr Auaebot, unter anderer V-rpflichtungsform weiterhin Dienst zu tun, wurde barsch ausgeschlagen. Ss kam es, daß Taufende und Abertausende von deutschen Schulkindern seit Jahr und Tag
steuern.
Der Standpunft, den die interalliierten Fi- nanzmiuister eingenommen haben, ist um so auffallender und bedrückender, weil alle Forderungen Deutschlands auf Gewährung eines Moratoriumsabgewiesen wurden und weil die Berechtigung und SLotwendlgkeit einer, ge - wissen wirtschaftlichen Erholungsfr'm selbst schon vor langer Zeit von der interalliierten Sruneter Konferenz anerkannt worden ist. Um das groteske Sviel zu vollenden: Die interalliierte, Fi- nanzminisier-Konferenz hat der fran,zösi- iS'LK?M.WS ÄSPfiS “SiST<S"Äiw *» *