12. Jahrgang
Dtzrrstag, 7. März 1922
Fernsprecher 951 and 952
Nummer 56
Fernsprecher 951 and 959
Finanzprobleme im In- und Ausland
außenpolitischen
Lloyd George
I
Behördenausbau
Paris, 6. März.
gelaitfencn amtlichen Meldungen in Fiume riu
auf die legitimen Reparationsansprü'che Verzicht Straßenkampf. Der Kampf dauerte sieben leisten solle (!) und daß die Wiederherstellung Stunden. Nach den letzten Meldungen sind da- ivutcn I""*- v> , «___m—„«tatet wnrhpn hni-ttnfrr fiitrno
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IM Raffel« Nevefln, Rachrtchtm erfdieinm mdd’mtH6 lechSmal und pear abend«. $« MbonnemmtSptelä beträgt monatlich 10- Mark bet frei« Zustellung tn« Haus. Au«, wärt« durch die Post bezogen 10.— Mark monatlich einschlieblich Zustelltmz. Bestellunge» werden icderzrii von der LeschäftLstelle ob« den Boten entflegengenommeu. Druck««, Verlag und Redaktion - Schlachthofstrabe 28/30, Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redakttou eine Verantwortung ob« Gewähr in keinem Falle tbernehmen. Rückzahlung de« BezugSgeldeS ob« Ansprüche wegen etwaig« nicht orbnüngSutästig« Lieferung anSgefchlosten.
Frankreich heut----- ---- - - - -
ständen. Damit sei nicht gesagt, daß Frankreich
unterschreiben Müssen, daß er sich für immer von der politischen Betätigung s^rnhakte. — Die italienische Negierung entsandte einen Kommissar nach Fiume. Die römische Prcffe ist sich über den
JusertionSpreise ») Einheimische Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 2.o0, die einspaltige ReUamezeile M. 6.25. b) Auswärtige «ufträge: Die einspaltige Anzeigen,eile M. 2.5C, die einspaltige Rellamezeile M. 6 2b, alle« einschließlich,Teuerrmgrzufchlag und Auzeigensteu«. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz hund«t Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit all« durch F«nsprech« anfgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme- baten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht hosstratze 28/30. Geschäftsstelle: Kölnisch« Straße 5. Telephon Rumm« 951 und 952
Set acht Personen getötet worben, darunter einige Offiziere her italienischen KaraSinieri. Inzwischen ist die Ruhe scheinbar wictzer hergestellt.
entbehrlich fei — aber, um den Versailler Zu- fammenbruch zu verhindern, müfle man ein a n- deres.System glS den «ersaiKr Vertrag
gnenzen fein.
Lei« Mensch weiß st fasens wphrn
und andere DruckmMel als die achtzehnmonatige Dienstzeit in Frankreich anwenden.
Gegen die GchuMüge.
Genera! v. d. Goltz bei ein« Kundgebung
(PrÄmt-Telegrannn.)
Berlin, 6. März.
,, ... ' ‘ weiteren Gang der Ereignisse noch unklar. Der
Er« Pariser Fortschrrttl« schreibt rm„Oer.vre ^Mschx „Paefe" befürchtet weniger die Jnter- rrnter anderem: Man muß JSn&JS ventivn Fugaslaviens als bit einer dritten Macht,
aufreizenden, aber wahren Tatsm ms Gesicht c H
zu sehen daß, wenn man daS ganze Repa- Ä
rationskäprtel aus dem Versailler Vertr:, ®or!®°: vf
gestrichen hätte, dann die ganze Welt und Rom, 6. Marz, ISigene Drahttneldackg.? Frankreich heute nichtvordem Bankerott Den ganzen Sonnabend über tobte nach hier ein-
zwischen den Gewerkschafts - Spitzenverbänden und dem Reichsfinanzminister sein.
©teuer- rmöAnleihefragm.
Voransfichtliche schnelle Erledigung.
(Pvivat-Telegromm.)
Berlin, 6. März.
Zu der am Donnerstag stattfindenden zweiten Lesung der Steu er Vorlagen im Reichstag wurden keine neuerlichen Anträge aus dem Reiche eingereicht. Auch die MehrheitSfozialde- mokraten dcNntieren die hier »nd da auftanchen- bc« Meldungen, daß sie mit neuen Abänderungs- Borschlägen an die Koalitionsparteien und die Deutsche Bvlkspartei herangetrets« seien. In- olgedeffen kann mit einer schneka-. -o--et-ig»na der zweiten imd dritten Lesung der Steuervor- fagen im Reichstag gerechnet werde«.
Llm die Awangs-AnleiSe.
Berlin, 6. März. (Privattelegramm.) Wie die Montagspost erfährt, hat Fiuanzminister Dr. Hermes den SpitzenverbLnden der Gewerkschaften eine Denkschrift über die Zwangs- anleihe zugehen lassen, in der er eine Reihe von Fragen behandelt. Diese Fragen werden am Donnerstag Gegenstand einer Besprechung
Englands Ministerpräsident
Aussicht auf Deilegung der Krise.
(Eigener Drahtbrricht.)
London, 6. März.
Die Italiener in Fiume.
Ei« Erfolg der NatioualisLe«.
(Telegraphische Meldung.)
Innsbruck, 6. März.
Wie aus Rom berichte wird, ergab der Kamps um Fi u m e die Uebergabe der Selbst-Regierung an die F a s z i st e n. Sie zwangen die bisherige Regierung zur Abdankung. Der Bürgermeister von Fiume, Z a ne l l a, gegen den sich der Hutsch richtete, ist von der neun faszistischen Regier»,ig aus Fiume ausgewiescn worden. Er hat die Ttavt Fiume auf einem ttalienischen Torvedo- boot verlassen, nachdem er eine Erklärung hatte
______ ____________Es ist aber beabsichtigt, die gabt der Oberpostdirekiionen von fünfund- l vierzig bis auf etwa fünfmiddreißig zu vermindern, doch werde sich der Vollzug nur allmählich im Verlause späterer Jahre ermöglichen lassen. Ein näherer Plan über die spezielle Durchführung dieser Acndorungen ist noch nicht ausgestellt. Jedenfalls würde sieh durch die Verminderung der Zahl der Operpostdirektionen im ganzen eine beträchtliche Ersparnis an persönli- cben und sachlichen Aufwendungen und zugleich ein» fühlbare Vereinfachung des Verwaftungs- apiparates ergeben. — Für
Der Markrückgang
Ursachen und Wirkungen.
Eine große Kundgebung g - g e n dir im Versailler Vertrag niedergelcgtc Lütge von der deutfchen Schuld am Kriege und gegen bie Forderung nach Auslieferung der sogenannten Kriegsverbrecher, veranstaltete gestern der Verband nationalgesinnter Soldaten in Berlin. Im Vordergründe stand eine Rede des ($te= neralS von der Goltz. Er reihte alle Momente aneinander, die di? Schuldlosigkeit DeutsMands am Welltriege sefistellen. Die alten Soldaten und die jugendliche Bewegung gehörten in diesem Kampf gegen die Lüge und Falschheit zusammen. Es gelte, bereit zu sein und sich ein Beispiel zu nehmen an dem Mut des kleinen Finnland getreu dem Worte Stegemanns, daß das deutsche Volk vor allen anderen Armeen mit dem Lorbeer gekrönt fei. Roch sei nicht alles ans und noch komme der Tag, der Tag, an dem Deutschland wieder ersteht. DaS Echo der Rede war das Gelöbnis, daß eine Auslieferung der Kriegsschuldigen nur pcmn möglich sei, wenn keiner der Versammelte« und die ihres Geistes find, mehr unter den Lebenden weile«.
Das Drwslsmaterial.
j&erftn. 6. März. (Privattelegramm.) De» der Berliner Kundgebung gegen die Kriegsschuldige« sprach auch der Reichstagsabgeordnete Laverrenz. Er sagte: Die alliierte Behauptung, daß Deutschland den Krieg verschuldet habe, kann durch Bibliotheken füllendes Material als Lüge nachgewiesen werden. ES gibt, so sagte er, nur eine heilige Aufgabe: Aufklärung nnd in Zusammenhang damit Aktivität gegen jede Auslieferung an alliierte Gerichte.
Der Dollar steigt, die Mark fällt. Die längst ersehnte und für die Koicholidierung unseres WritschastSlebens unentbehrliche Befestigung der deutschen Zahlungsmittel bleibt nach wie vor eine Chimäre. Es gehört in der Tat auch eine kräftige Dosts Optimismus dazu, zu glauben, daß in diesen betrübenden Verhältnissen in absehbarer Zeit eine Aenderung eintreten könnte. Gerade der unverkennbare Zusammenhang zwischen Der seit etwa vierzehn Tagen zu beobachtenden neuen Verringerung des Marttvertes mit der Verschiebung der Genua-Konferenz bezw. mit den Äoiflogner Beschlüssen, die die ganze Hossnungslosig'keit Der Lage Deutschlands von neuem erkennen ließen, ist ein Beweis dafür, daß die Gründe für den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands eben in nichts anderem zu suchen sind als in dem außenpolitischen Drucke, Der auf dem Reiche lastet. Lloyd George war es gewesen, der nicht müde wurde, zu betonen, daß »in» Der wichtigsten Probleme des europäischen Wiederaufbaus die Stabilisierung der deutschen Mark sei und daß die große internationale Wirtsihaftskonfereuz in Genua als vornehmste Ausgabe Die wirtschaftliche und finanzielle WieDeraufrichtung Deutschlands zu betrachten haben werde. Bei aller Vorsicht seiner Nusdrucksweise ließ er doch allgemein den Eindruck entstehen, daß die Genueser Konferenz in der Erörterung ihrer Themen völlig souverän sein werde, Das heißt also, berechtig sein sollte, von sich aus das Reparationsproblem neu aufzuroLen und die mit ihm zusammenhängenden Wirtschastsprvbleme einer baldigen Lö- ung entgegenzufnhren. Sicher war es kein Zu- all, Daß Dieser Gedankengang von dem engli- chen M>nisterprästdenten ausaing, waren es doch gerade die fübrenben Wirtschaftskreise seines Landes gewesen, die Deutschland durch Verweigerung jeden Kredites die Unmöglichkeit einer wirtschaftlichen Erholung attestiert hatten, solange die ungeheuren Verpflichtungen des Versailler Friedensvertrages auf ihm lasteten.
I« DeuschlanD hatte man keineswegs geglaubt. daß Die Genua-Konferenz Das Ende seiner Leiden bedeuten würde. Schwere Repa-
Gparpläne im Reich-
Die Versuche im Poftbetricd.
Infolge tzcr grotzenFehlbetriige in den ReichSUmler« toi« toast > etzt veeknchcn, dicVertoaltnng z« vereinfa- che« «ndiA d7>tB«rrevenz»,ftare». Leber die-plane de« ReichSPostvrinifterS wird Fokgense« mit-ieteUti Der Reichspostminister hat dem Reichstage eine Denkschrift über die Vereinfachung und Verbilligung von Vecivaltung und Betrieb der Reichspost- und Telegraphenverwaltung übermittelt. Dies» Denkschrift wird ,in Oefsentlichkeit u. Parlament noch eine gewichtige Rolle spielen. Man darf sicher fein, daß ihre Vorschläge auch ton starker Kritik nicht verschont bleiben, wie überhaupt gerade die Reichspostverwaltung in letzter Zeit außerordentlich heftiger Kritik sich ausgegesetzt sah. Die Denkschrift macht .gefteNd, daß die Postoerwallung den Betrieb in allen feinen Einzelheiten einer gründlichen Durchprüfung unter dem Gesichtspunkte der Wirischast- lichkeit und Zweckmäßigkeit unterziehen werde. Sie wirft die Frage auf, „ob die großen kehrsbetriöbe des Reiches weiterhin als unmittelbare Reichsbetriebe beibehalten werden können und sollen, oder ob eine andere Form des Unternehmens die vorhandenen Schwierigkeiten besser zu überwinden vermochte.' Für die P o st wird in Anspruch genommen, daß sie neben den Geschäftsaufgaben, „wie sie auch kaufmännischen Beförderungsunternchmun- gen eigen sind, wichtige volkswirtschaftliche, kulturelle und soziale Zwecke zu erfüllen hat.' Die Denkschrift kommt zu dem Schluß, daß ein nichk- ftaatlicher Post- Und Lelegraphenbetrieb „weder in der räumlichen Ausdehnung der Verkehrseinlichtungen, noch in der Bewirtschaftung der ein. feinen Zweige des Versendungs- und, Rachrich- tcnverkehrs den Zwecke« der Allgemeinheit in dem Maße gerecht würde, wie der unmittelbare Betrieb durch das Reich". Was nun ben
Die Zahlungsunfähigkeit.
Ernste Erklärung des Finanzministers.
(Eigene Drahttnelduug.)
Paris, 6. März.
®em „Journal" zufolge hat der ReichSsinanz- minister aus Anlaß der Ratenzahlung im Betrage von einunddreitzig Millionen Goldmark dem Berliner Vertreter der ReparationSkom- mifston Gaguenin erklärt, die ReichSregie- rung werde sich bald außerstande sehe«, diese Zahlungen fortzusetzen. Der Reichsfinanzminister erneuerte aufs dringlichste das Verlangen, eine fofortigt Stundung der Zah- lungen zu gewähre«. — Das Journal erfährt aus London: Der englische Finanzmiuister Sir Robert Horne wird am Dienstag in P a - ris eintreffen, um an der Reparationskonferenz der alliierten Fiuanzminister teilzunehmen. Diese Konferenz wird sich einer Regelung der Frage der deutschen Reparationszahlungen für das Jahr 1922 durch die Repa- rationskommisston nicht widersetze«.
Berwaltvng nnd Betties
sind bestimmte Vereinfachungen vorgesehen, dft vor allem Den Zweck haben, nach und nach eine erhebliche AnzaM von Aushilfskräften entbehrlich zu machen. Der Einführung nach kaufmännischen Grundsätzen steht die gegen, wärtige Organisation vielfach hindernd im Wege. Namentlich würde sich bei kaufmännischer Buchführung eine Gegenüberstellung der, Rech- uungSergebnisse und der Hausbaltsvoranschläge, auf der jetzt die Rechnungskontrolle durch Rechnungshof und Reichstag beruht, nicht ermöglichen lassen. Dagegen soll Dr besttmmte Einzel- gruppen eine Unterscheidung mach kameralistischer und kaufmännischer Buchführung gemacht werden. Man will auch bei der kameralistischen Buchführung eine Gewinn und Verlust- Rechnung und eine Bilanz aufstellen, dir mn kaufmännischen Anforderungen genügt. ^Fhre regelmäßige Veröffentlichung ist in Aussicht genommen. Die Neuregelung erfordert noch umfassende Vorarbeiten und wird etwa mit Beginn Des Derwaltungsjahres 1923 voll in Wirksamkeit treten." Der wundeste Punkt ist
das Perftnal-Wesen-
„Tas vollbeschäftigte Personal der Reichspost» und Tolegraphenverwattung zähste tn der Vorkriegszeit (nach dem Stande vom 31. Dezember 1913) mit Einschluß des Persona-s der damals felbiicnbigen Poftvettvaltimaen Be Verns und Württembergs, sowie des Perzmiak -'n den durch den Friedensvertrag abgetretenen Gebtetsteiren, in den früheren deutschen Schutzgebieten und bei den deittschen Postanstalten im Ausland, im ganzen 286 744 Köpfe. Bo» diesem Personal waren während des Krieges schließlich rund 120 000 Köpfe zum Heeresdienst, zu« Feldpost und Telegrcphie abgegeben. Zur AuS- mlluna der Lücken und zur Ausführung der durch den Krieg veranlaßten weiteren Betriebs- Mfgaben wurden von den Dienststellen Hilfs-
Um Sie Berliner Beamten.
Berlin, 6. März. (Privattelegrommr.) Dietz Entente-Kontrollkommission hat von der Stadt Berlin die Vorlegung des Haus- haltsvlanes verlangt und zugleich die vor- : gefetzte Staatsbehörde ersucht, dafür zu wirken, । daß die Stellenausweise und die Personal-Listen der Stadt Berkin bei der Erfüllung des Entente- : verlangens beigclegt werden müsse«.
die Dinge treiben. England, Amerika und Italien stöhnen Ober ArbeitslofficLeit und Stillstand des Ausfuhrhandels. Ganz Europa seufzt unter einer Krise, als deren letzter Grund längst die verzweifelte Sage Mitteleuropas, nicht zuletzt DeutschlanDs, erkannt ist. Und nur ein Land, ein Bost empsimdet Genugtuung Wer die jähe Zerstörung, die seine Haß- und Rachepolitik von neuem über die Welt verbreitet: Frankreich! Bet Frankreich allein liegt der Schlüssel der Lage. Aber es will nicht helfen, weil es Deutschlands Vernichtung will, wobei ihm alle Mittel recht smd. Mögen alle zugrunde gehen, am End» es selbst, wenn es nur seinen Mhen- deu Hatz gegen das einst starke Deutschland, dessen Gefft es aber trotz aller Schikanen für unüberwunden hält, zu kühlen vermag.
Sn ber Stäbe de» Bankerott«
Der Fluch des Versailler Vertrags.
(Eigene Drahtmeldung.)
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hesfische Abendzeitung
raiionslasten würben auf seinen Schultern un- . ter allen Umständen verblieben fein. Aber bei vernünftiger Anwendung des im praktischen Leben allgemein üblichen Prinzips, daß der Schuldner nur dann seine Verpflichtungen erfüllen kann, wenn ihm vom Gläubiger nicht die Lebensfähigkeit genommen wird, hätte sich ein Weg finden lassen, bei dem das deutsche Volk, ein immerhin erträgliches Dasein führen konnte, ohne Daß Die berechtigten Interessen seiner VertragSgegner eine Beeinträchtigung erfahren hätten. Diese Hoffnungen sind Durch die i kurzen und bei aller scheinbaren Unklarheit doch ■ recht eindeutigen Beschlüsse von Boulvgne mit : einem Schlage zerstört worden. Neue Mut- losigkeit, neuer Peffimismus hat sich des deut- , scheu Volkes bemächtigt. Und nicht nur des deutschen Volkes allein auch die ganze Welt sieht Die Dinge so klar wie wir unb reagiert auf Die Ver- ' schlechterung Der politischen Sage des Deutschen Reiches mit einer neuen Entwertung der Mark. Gewiß foS nicht verkannt werden, Daß bei der jetzigen Markbaifle auch innerpolitifche Momente und wirtschaftliche Vorgänge, wie die Eindeckung der Industrie mit ausländischen Devisen, eine Rolle spielen, die Hauptsache aber bleibt das Weltbarometer, das hinsichtlich Deutschlands wiicher einmal auf schlecht Wetter zeigt.
Die wirtschafüichen und innerpolitischen Auswirkungen der neuen Dbarkentwcrtung lassen sich zur Stunde nicht Wersehen. ES ist eine alte Erfahrung, Daß jede Markbaifle, Die in ihrem Fortschritt eine gewisse Stetigkeit erkennen läßt, so Daß mit jedem Tage von neuem mit weiterer Steigerung Der ausländischen Zahlungsmittel gerechnet werden kann, eine so- fartige Intervention der gewerbsmäßigen und mehr noch der nicht gswcrvsmützigen Spekulation zur Folge hat, Durch deren Einsatz automatisch eine weitere Verschlechterung der Mark herbeigeführt wird. Einen derartigen Taumel der Spekulation haben wir in den letzten Jahren, sehr zum Schaden der Deutschen Vostswitt- schast wiederholt erleben müssen, und Die Plötzliche Besinnung, die schließlich eintrat, war ebenfalls mit der Zerstörung beträchtlicher volkswirtschaftlicher Werte verbunden. Mag daher die Schnelli^eit, mit Der die Mark fällt, bei gleichzeitigem Ansteigen des Dollars, berechtigt sein ober nicht, die Folge wird unfehlbar eine starke Beeinflussung der allgemeinen Marktverhältnisse sein. Die Preise werden weiter zu ungeahnten Höhen steigen, die Löhne werden folgen, um ihrerseits die Preise bei Lebensmittel weiter in die Höhe zu treiben, allgemeines wirtschaftliches Elend, Arbeitslosigkeit und ihre traurigen sozialen Folgen, die in neuen Ausständen in die Erscheinung treten werden, müfle« die Konse-
der Reichsvost- und Tclegraphenverwakrung an* gebt, so hält die Denkschrift dafür, daß die jetzige dreistnsige Gliederung; „1. Reichspostministerium, 2. Oberpostdirektionen und, ihnen gleichstehend, das Telegraphentechnische Reichsamt und die zentralen Aemter in Bayern, 3. Verkehrsan st alten", den Anforderun- _ wo„ „ . . ... . gen der Einfachheit entspreche und nach den bis«
Wie der hiesige ,,TemV>- -Korrespoudeut mel- r,crigen Erfahrungen auch als zweckinätzig aner= bet, soll die engt isch e Ärtfk ftne neue Wen fannj werden müssen. Es ist aber beabsichtigt, düng genouunen haben, da Lloyd George von bie SaM ber Oberto " ’ '
feinem Entschluß abgekommen sei, die k o n s e r - vativen Führer nicht zu eukpfangen. Diese Besprechung wird nun heute in London doch stattflnden. Lloyd Georges Gesinnung ist angeblich der Genugtuung zuzusprechen, die er beim Lesen einer Rede empfing, die Chamberlain am Sonnabend gehalten hat. Außerdem heißt es, daß Balfour am Dienstag eine Rede in ähnlich versöhnendem Sinne halten wird, wie sie Chamberlain hielt. Sir ?)oimgcr hat versprochen, keine herausfordernde Rede gegen den Premierminister zn halten, allerdings weigert er sich, irgend welchen disziplinarifchen Druck über sich ergehen z« laflen, oder sich öffentlich oder in bemütigenber Weise z« unterwerfen. Unter diesen Umständen wird sich Lloyd George wahrscheinlich bereit erflärcn, bis zu de» nächsten Wahle« an der Spitze der Regierung zu bleiben, zumal eS mlnmehr feststcht, daß die konservativen Mitglieder der Regierung, vor allem Bal- renr und Birkenhead, ihm weitere Unterstützung leihen werde«. fSiehe auch zweite Seite.)