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Meter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Nummer 55
Fernsprecher 951 und 952
Sonntag, 5. März 1922.
Fernsprecher 951 und 952 12. Jahrgang.
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Die Frage -er Regierungs-Erweiterung.
Unklare Ziele.
Schwankungen inne« «nd antzs«.
Es waren soeben einige stille Tage in der hohen Politik. Dieser Zustand zeigt uns ebenso wie die unruhigen Ereignisse, wie sehr wir von den Alliierten abhängig sind. Solange sie uns Lurch ihre Erpresserpolitik stören, sinnt unsere Reichsregierung aus Mittel, mit denen sie die Forderungen erfüllen kann. Sind die Herren in Paris und London einmal mit anderen Dingen beschäftigt, so daß wir Ruhe vor ihnen haben müßten, ist man in Berlin noch von den Nachwirkungen gelähmt. Man kommt eben nicht zu einer vorwärtsdrängenden Tätigkeit, weil alles Tun und Lassen, das irgendwie von größerer Bedeutung wäre, der Genehmigung der Entente unterliegt. Daher die unklaren Ziele. Selbst die innerpolitischen Beschlüsse sind in erster Linie darauf gerichtet, die fremden Gewalthaber zufrieden zu stellen. Wäre es nicht so, dann hätten wir unfern inncin Ausbau schon erheblich mehr fördern können. Auch das Steuersystem hatte eine erträglichere Form angenommen, und es wäre sicherlich nicht zu einer Zwangsanleihe gekommen, wie es fetzt der Fall ist. Der Zweck dieser Geldeintreibung, den Riesen- fehlibetrag im Reichshanshalt auszugleichen, wird ja ohnehin nidft erreicht, weil die eine Milliarde, die dadurch einkommen soll, völlig ungenügend ist und außerdem die Zahlung mir außerordentlichen Schwierigkeiten verknüpft sein wird.
Der schon bisher bestehende Steuerdruck und -Wirrwarr macht den Steuerzahlern wie den Finanzämtern so viel zu schaffen, daß überhaupt keine Uebersicht Wer das wirkliche Ergebnis besteht. Dazu wird die Eintreibung der Zwangs- anleihe den Steuerapparat noch mehr in Verwir- rung bringen, ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen. Diese Sachlage wird auch von der Regierung richtig erkannt. Um die Schwierigkeiten nach Möglichkeit zu umgeben, plant jetzt bas Finanzministerium, neben der Zwangsanleihe eine freiwillige Anleihe auszuschreiben. Diejenigen, die sich mit ihrem Besitz an der freiwilligen Anleihe beteiligen, sollen dann bei der Zwangsanleihe eine entsprechende VergünÄigung genießen. Gegenwärtig wird die Möglichkeit der Ausführung dieses Planes in den Regierungs- amtern erwogen. Besonders bemerkenswert ist dabei der Gedanke, daß, um der fteiwilligen Anleihe die nötige Rückendeckung und den erforderlichen Erfolg geben zu können, die freiwillige Anleihe in Goldwert aufgelegt werden soll. Man hofft, daß diese Goldanleihepapiere im Börsenhandel begehrt würden, wodurch sie ein Gegengewicht gegen die Valuta- und Effekten-Spekulation bilden könnten. Solcher Hoffnung gegenüber kann man aber auch sehr große Bedenken haben Die realen Werte der deutschen Industrie oder auch die Papiere fremder Währung werden sich nicht so sehr verdrängen lassen, daß die Nachfrage für die Goldanleihe wesentlich ins Gewicht fallen wird. Es scheint vielmehr, daß ebenso wie die zwangsmaßige, auch die fteiwtl- lige Anleihe ein unsicheres Experiment ist.
Als ein schwieriges Problem hat sich auch das Berliner Abkommen um die Sachlieferungen erwiesen. Die Reichsregierung, die Jndu- strieverbande und die Reichstagsfrocktionen beraten darüber in täglichen Sitzungen. Nach weite
ren Mitteilungen über die mit der Revarattons- kommission abgeschlossenen Lieferungsvetträge, die auch den freien Handel angehen, soll sich die Verteilung der Lieferungen wie folgt vollziehen: insgesamt sind die SachNekerungen in Cannes auf den Wett von einer Milliarde und vierhun- dertfünfzig Millionen Goldmark für das Jahr 1922 festgefetzt worden. Davon entfallen neunhundertfünfzig Millionen auf Frankreich und, was besonders bemerkenswett ist, für diesen Bettag soll das Wiesbadener Abkommen gelten. Die anderen fünfhundert Millionen entfallen auf die übrigen Staaten. Jedoch wird nicht diese ganze Summe in Lieferungen zur Verteilung kommen, da auch die Koblenlieferunaen und sonstige Lieferungen als Gegenwert für die Aus- ftchrabgabe angerechnet werden. Die Abmachungen unterliegen jetzt der Zustimmung der beteiligten Regierungen.
Es wird wahrfcheinlich noch etliche Zeit vergehen, ehe das Sachlieserungs-Wkommen von allen Seiten gutgeheißen wird, denn England hat gegenwättig andere Schmerzen. Lloyd Georges unfichere Stellung ist, wie sich deutlich heransstellt, von großer Tragweite. Diesmal kann er doch seinen eiäbgüttigen Sturz erleben. Im btttischen Parlament macht sich eine starke Strömung gegen ihn breit, weil er zu selbstherrlich in all seinen politischen Maßnahmen vorgeht, nur von zwei oder drei Verttau- ten beraten. Aber es ist schon lange jedem Beobachter klar, daß dieses Verfahren nicht durch innere Stärke begründet ist, wie sein wankel- muttges Verhalten immer wieder zeigt. Seine Nachgiebigkeit gegenüber Poincars, die im krassen Gegensatz zu seinen phrasenhaften Reden steht, hat ihn zu einer Lächerlichen Figur «macht.
War eS bisher in England üblich, daß dem Ministerpräsidenten. der auch die Außenpolitik leitete, freie Hand gelassen wurde, so drängen jetzt seine zahlreichen Gegner darauf, daß endlich ein festerKurs eingeschlagen wird. Lloyd George ist ein gewandter Taktiker. Wie im Falle Irland, so suchte er auch diesmal sür sich Stimmung zu machen, daß er das unruhige Aegypten beschwichtigte, von dem er das britische Protektorat zurückzog, die britischen Truppen allerdings dort beließ. Aber auch das wird schließlich nicht mehr lange helfen. Er geht einem ungewissen Ziel entgegen. K. F. Dr.
RemerrmMmgen.
Die Besetzung des Finanzministeriums.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 4. März.
Die Frage der endgültigen Besetzung des Finanzministerinms oder besser gesagt, die ewig schleichende Frage der Koalition s- erweiterung nach rechts oder links befindet ich noch auf dem Wege langer Verhandlungen. Die interfraktionellen Besprechungen über das Steuerkompromiss, die, wie man erwartete, ge- tern vormittag wieder einsetzen sollten, haben noch nicht begonnen. Das Interesse wendet sich zunächst dem Steuerausschuss zu, der heute seine Beratungen sortsetzt. Die sozialdemokratische Fraktion hat beschlossen, im Ausschuss anzu- stagen, ob die Deutsche Bolkspattei sich «och an das Steuerkompromiss gebunden fühlt.
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Um Dr. Hermes.
Berlin, 4. März. (Privattelegramrn.) Rach dem „Berliner Tageblatt" verlautet in parlamentarischen Kreisen: Der Kanzler glaubt, »aß eine Entscheidung über die endgültige Besetzung des Finanzministeriums erst getroffen werden kann, wenn die schwebenden Steuersragen zu einem gewissen Abschluß gekommen sind und die zwischen Dr. Hermes und den Regierungspatteien bestehende« Differenzen überbrückt find. — Die „Zeit" (Deutsche Volkspattei) erflätt, die Frage sei noch nicht entschieden, ob Dr. Hermes endgültig z«m Finanzminister ernannt werde. Es gewinne aber wieder einmal an Wahrscheinlichkeit, daß eine Entscheidung in diesem Sinne fallen wird.
NegierungSkoaMion in Bayern.
München, 4. Mürz. (Privattelegramm.) Die feit Wochen schwebenden Verhandlungen, die ge- genwättige ReKerungskoalition in Bayern durch Hereinnahme der Bayerischen Mittelpartei und der Terttsche« BolkSpattei zu erweitern, find jetzt dem erstrebten Ziele bedeutend näher gekommen. In einer Besprechung, der Ministerpräsi- dcut Graf Lerchenseld und die übrigen Minister beiwohnten, wurde der Wottlaut eines neu zu formulierenden Regierungsprogramms sestgelegt, in welchem die Frage des Staatspräsidenten eine besondere Rolle spielt. Z« Anfang kommender Woche werden sich noch die beteiligten Fraktionen mit dem Regierungsprogramm zu befassen haben, wobei auch die Besetzung eines Ministerpostens durch die Bayerische Mittelpattci zu erörtern sein wird.
©teuer unö HwLMHsrMMe.
Besprechung beim Reichskanzler. tDrivat-TrikSlamm i
Berlin, 4. März.
Gestern fanden Beratungen statt zwischen dem Reichskanzler und dem Reichsfinanzminister, wozu die Führer der Koalitionsparieie« heran- gezogcn wurden. Im Mittelpuutt der Beratungen stand das Stcuerkompromitz. Bo« der Regierung wurde aus die unbedingte Dttng- lichkeit der Erledigung der Steuer fragen hinge- wirsen. Heber die Zwaagsauleihe wurde eingehend gesprochen, aber es gab keinerlei Beschlüsse. Man wird daran gehen, die Frage der Zwangsanleihe einer endgültigen Regelung zuzuführen. Unter den Parteien konnte gestern eine gewisse Einigkett erzielt werden, auch darüber, wie die Zwangsanleihe durchgcfühtt werden soll. Die letzten Nachrichten lasst« erkennen, dass der Reichskanzler den Wunsch ausgesprochen hat, eine Aussprache über die schwebenden Steuerfragen auch mit der Deuffchen Bolkspattei herbeizuführe». Innerhalb der'ResierunaSsarteien
rechnet man bamit, dass diese Unterredung am Montag nächster Woche fiattfindet.
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Die Haltung der Sozialdemokraten.
Berlin, 4. März. (Privattelegramrn.) Zur gestttgen Abstimmung im Steuerkompromitz chreibt der »Vorwärts*: Wie man sieht, hat das Steuerkompromitz einen leichten Schlaganfall überstanden. Die Entscheidung über Sein oder Nichtsein des Kompromisses wird jetzt voraussichtlich bei der Zwangsanleihe erfolgen. Die sozialdemokratische Fraktion besteht darauf, daß eine rechtzeitige Veranlagung und Umlegung der Zwangsanleihe noch im laufenden Rechnungsjahre Einnahmen sichett.
©leitende Skala.
Die Besoidungsfrage im Bearntenanöschutz.
(Eigene Drahkmeldnng.)
Berlin, 4. März.
Der Beamtenausschuß des Reichstags beriet gestern die Frage einer automatische« Anpassung des Bcamteneinkommens an den Geldwert. Zur Untersuchung dieser Frage war ein Unterausschuß eingesetzt worden, der einstimmig die Einführung einer gleitenden Gehalt- skala zu einem möglicW frühen Termin empfahl. Heber Einzelheiten wird der Unterausschuß am 8. März beraten. Die Vorlage über eine Neuregelung der Grundgehälter der Beamten, so führte der Ministerialrat weiter aus, werde so früh erfolgen, daß ihre Jnkrastset- zmrg zum lamme«ben 1 April möglich fei. Die Einführung einer gleitenden Skala bis zu dcm- felt-en Termin würde sich aber nicht ermöglichen lassen. Das ReichSfinanzminißettnm sei der Ansicht, dass die Einführung einer gleitenden Skala nur dann möglich sei, wenn sie zugleich auch für die Arbeiter und Angestellten der Reichsverwaltung erfolge. Die Verhandlungen über diese Frage mit den Gewerks chas - t e n seien auf den 10. März angesetzt. Der Ausschuß beschloss nach längerer Debatte, einen Meinungsaustausch darüber herbeizuführen, wie sich die Fraktionen des Reichstages zn der Frage der gleitenden Gehaltsskala fiellen.
Um die Sachleistungen.
Kabinett «nb Gewerkschaften.
(Dttvat-Telegrammö
Berlin, 4. März.
Der „Lokal-Anzeiger" berichttt: Das Reichskabinett beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit dem Sachlieserungsabkom- m e n. Die Besprechungen, die rein informatorischen Charakter hatten, ergaben keinen Beschluss. — Der Reichskanzler hatte die Borftände der Gewerkschaften in das RcichSkanzler-Pa- laiS geladen. Gegenstand der Besprechungen war die bevorstehende Zwangsanleihe und das neue Sachleistungsabkommen mit der Entente. Z« einem Beschluss ist eS auch in dieser Besprechung, die sehr umfangreich war, nicht gekonnnen.
GMands Kabinettskrise.
Erschütterung der gesamte« Regierung.
(Eigene, Drahtbettchtl
Paris, 4. März.
Aus London wird gemeldet: In einer Unter
redung mtt Chamberlain über das Ultimatum vo« Lloyd George an die Unionisten erklärte deren Führer Dounger, dass er von seinem Standpunkt nicht abgehe« könne, worauf Chamberlain zn verstehen gab. daß dann die gesamte Re - gierung Mrücktreten werde. Die Krisis scheint also wieder eine BerschSrs««g erfahren zu haben Wan nimmt in massgebenden Kreisen an, dass Lloyd George seine Drohung, am Mittwoch zurüSzmreten, wahr machen wird.
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■Berten für bi? Linke.
Paris, 4. März. (Eig.'-ie Drahtmeldung.) In Paris besteht die Auffassmig: Wenn Lloyd George zurücktreten würde, so würde eine Mehrheit der Linke» den Borteil daraus ziehen. Aussenminister würde dann wahrscheinlich Robert Cecil werden und der Pakt zwischen Frankreich mib England würde von der Opposition der Arbeitsgemeinschaft zunichte gemach, werbe«.
Die Steuerzahlung.
Stundung von Reichssteuer«.
Von
Fritz Sdielhas, Kasse?.
Im allgemeinen dürfte es ratsam fein, von der Möglichkeit einer Stundung nur in ganz dringenden Füllen Gebrauch zu machen. Einmal liegt es im Interesse eines jeden Steuerzahlers, diese Schulden sobald als möglich zu begleichen; dann laßt man die Steucrrüclstände zusammcn- kornmcn, so wird die Begleichung später vielleicht noch schwieriger. Andererseits bedürfen Reich, Staat und Kommunen der Mittel dringender denn je. Nun hat hauptsächlich die zunehmende Geldentwertung Verhältnisse geschaffen, in denen es dem Steuerzahler einfach unmöglich ein kann, die Steuerschuld zu der bestimmten Frist zu begleichen. Ein Steuerpstichiiger (besonders Rentner) hat infolge der wachsenden Teuerung feine Einnahmen aujbrau- chen müssen, nut um die notwendigsten Ausgaben für den nackten Lebensunterhalt zu besttei- ten. Oder ein Kaufmann, der bei dem Käuferandrang, im Okwber und November v. Js. sei« Warenlager größtenteils geräumt hatte, kann gezwungen gewesen sein, neue Ware einzukause«, die erheblich teuerer war als der Erlös der ver- äüßetten Ware, um das Geschäft weiterführen zu können. Dadurch kann, wenn er erheblichen Lieseranten- und Bankkredit in Anspruch zu nehmen hatte, ein Flüfsigmachen von Mitteln schwierig werden. Eine tetminmäßige Steuerbeitrei- bung würde die wirtschaftliche Existenz in Frage stellen, also eine erhebliche Hätte für ihn bedeu- en. Krankheitskosten, unumgängliche fonstlg« AnsgÄren und Verluste führen nutunter zu ähnlichen Verhältnissen. _ .
Zunäckch wird zu erwägen sein, ob zur D e k- kung der Steuerschuld Bank- oder sonsttger K r e d i t zur Verfügung steht. Wenn treffen Jm-- anspruchnahme nicht eine erhebliche Hätte bedeutet, so werden mit Hilfe des Kredits die Mittel zur Zahlung der Steuern aufzubttngen sein. Andernfalls kann beim Finanzamt Stundung beantragt werden. Dies soll nicht im letzten Augenblick geschehen. Auch ist der Stuu- dungsanttag eingehend zu begründen.
MtMebend für Stundungen ist Paragraph 105, Abs. 2 der Reichsabgabenordnung: ,Jm übrigem können Zahlungen von Steuern und sonstigen Geldleistungen gestundet werden, wenn ihre Einziehung mit erheblichen Hätte» für den Steuerpflichtigen verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefähr- brt wird Die Stundung soll in der Regel mtt gegen Sicherheitsleistung und Verzinsung ge- wahrt werden. Bei Stundungen über ein Jahr ist die Zustimmung des Landesfinanzamtes ein» zuholen* — Die Finanzämter können affo Stundung gewähren, sie müssen sie nicht gewähren, andererseits könne« sie vo« einer Sicherheitsleistung und in ganz besonderen Fällen von einer Verzinsung Abstand nehmen. Ersteres wird zunächst davon abhängig gemacht, ob der Anspruch durch die Stundung gefährdet ist oder nicht und nur ausnahmsweise zugelaflen. Letzteres in der Regel nur in Notfällen.
Me die Sicherheitsleistung geleistet werden kann, wird in den Paragraphen 109. 112 bis 114 der Reichsabgabenordnung näher ansge- fsihtt. Danach können u. a. in Frage kommen: Hinterlegung von Geld, von Schuldverschreibungen des Reichs oder eines Landes, von in- ländischen Pfandbriefen und von sonstigen Wertpapieren, wenn sie bei der Reichsbank beleihbar sind. Außerdem Verpfändung von Guthabe« bei Sparkassen, von Forderungen, die in ba| Reichsschuldbuch eingetragen find und von Forderungen, für die eine Hypothek an einem intän» . difchen Grundstück besteht. Bestellung von Hypotheken, Grund- oder Rentenschulden an inländischen Grundstücken. Ein unter Steuerver- fchluß befindliches Lager stcnerpflichttger Erzeugnisse gilt als genügende Sicherheit für die darauf lastende Steuer. Andere Arten von Si- «herheitSleistmsgen, sowie der Wettansatz, find nach den Paragraphen 112 bis 114 dem Ermessen den Finanzämtern bezw. des Reichsmini- sters der Finanzen anheimgestellt. Falls ein Steuerzahler die Steuerschuld nicht auf einmal zahlen kann, so kann er Zeilgablungen beantragen. Hierbei gilt ebenfalls das oben Gesagte. Sind Teilzahlungen bewilligt, so ist zu beachten, daß nach Paragraph 106 der Reichs- obgabenordnung all« noch ausstehende» Teil- zablungen füllig werden, wenn der Steuerpflich- tige eine Teilzcchlung versäumt m>d die versäumte Zahlung auch nicht innerhalb einer Woche nach Empfang einer Mahnung, ui der auf die Rechtsfolge der Versäumnis hingewieser: sein muß, nachholt.
Die Steuerbehörde prüft tn allen Fallen die Verhältnisse auf das Genaueste, denn die Erfahrungen, die sie in Bezug auf die Steuermoral Vieler macht, babeu sie mit Recht skepüsch gemacht. Nr steht di« Befugnis i«, jederzeit die