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Kasseler Neueste Nachrichten

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12. Jahrgang

Freitag, 24. Februar 1922,

Fernsprecher 951 und 952

Drummer 47

Fernsprecher 951 und 952

Bot bet Neuwahl des WchsptWeuleu.

lebenden Nutzland MC notigen Arvensrrafte in

der Form zu schenken, daß deutsche Ingenieure, x)(w ^OlifCim^ifSrOvIRFIi deutsche Betriebsleiter und deutsche Arbeiter sich Die Unscklüssiqkeit um Genua.

der rufsichen Industrie zur Verfügung stellen.! ,

Mr sind nicht nur in der Lage, solche Kräfte (Eigene Drahtmeldung.)

Rotterdam, 23. Februar.

»le Verschiebung.

Keine Antwort.

tEigener Drahtbericht.)

Rüningen abgegeben. mrS denen hervorgeht, daß

Ten

DeuMlands Leistungen

Reue Verhandlungen tu Berlin.

scher Quelle, daß die Konferenz von Genua wahrscheinlich am 23. März beginnen soll.

Reue Belastung.

Paris, 23. Februar. (Eigene Drähtmel-

Die Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Poinearv findet wahrscheinlich in Calais statt. Es wird auch Boulogne genannt. Schatz­minister Sir Robert Korne wird in den nächsten Tagen ein Zusammentreften mit dem französi- schen Finanzminister haben. Der Ort der Zu­sammenkunft ist noch nicht festgestellt. Die Konfe­renz zwischen PoincarS und Lloyd George wird die Konferenz von Genua betreffen. Dadurch

ins Rollen bringen, und wenn auch der Zeit­punkt unbestimmt bleibt, wann in Rußland die Bahn für einen wirtschaftlichen Wiederaufbau völlig frei sein wird, so läßt sich doch darüber soviel sagen, daß er umso schneller kommen muß, je mehr Rußland sich gezwungen sieht, und zwar aus eigener Not, mit den an­deren Staaten in wirtschaftlich engere Verbin­dung zu treten.

Daß für uns Deutsche dieses allmähliche Er­wachen Rußlands von größter Bedeutung sein mrlß, daß wir allen Anlaß haben, dem Wieder­ausbauproblem Rußlands die vollste Aufmerk­samkeit zu schenken, ist selbstverständlich. Denn cs hat schon seine Richtigkeit mit dem Ausspruch eines Ruffen, daß es ohne die Deutschen nicht geht. Das allerdings, was Rußland in erster Linie braucht, nämlich Kapital, können wir ihm nicht geben. Aber auch wenn wir noch der reiche Staat der Vorkriegszeit wären, so würde unser Geld allein nicht ausreichen, um dem tot­kranken russischen Wirtschaftskörper wieder auf­helfen zu können. Sier kann nur eine große in­ternationale Kredit-Organisation Wandel schaffen, und die angehäuften, nach Be­tätigung schreienden Waffen angelsächsischen Ka­pitals werden hier einzugreifen haben. Uns Deutschen wird aber eine doppelte Aufgabe er­wachsen. Wir werden einmal Rußland mit un­seren Jndustrieerzeugnifsen zu versor­gen haben, mit Lokomotiven, Eisenbahnschienen. Maschinen aller Art, mit landwirtschaftlichen Ge­räten usw. Wir waren in dieser Richtung schon immer der Hauptlieferant Rußlands und werden es infolge unserer geographischen Lage auch wie­der werden müssen. Gewisse Anfänge, besonders in der Lieferung von Lokomotiven und landwirt­schaftlichen Mafchinen, sind ja bereits gemacht.

Allerdings sieht man von feiten der Entente in erster Linie ist es Frankreich mit etwas scheelen Augen auf diese deutsch-russischen Wirt­schaftsbeziehungen, aber man sollte doch sowohl an der Themse wie an der Seine bedenken, daß wir durch einen weiteren Ausbau unserer Wirt­schaftsbeziehungen zu Rußland die für die Sie-

Datum des Bei DieTimes

beutung der Russen führen, womit diese wshliKonto zur Last legen will. Die Begründung kaum einverstanden sein würden. Zweitens für diese Maßnahme wird nicht veröffentlicht.

wird uns Deutschen zufallen, einem wiederauf- ------

lebenden Rußland die nötigen Arbeitskräfte in . x» _

aüzugeben, sondern kein anderes Volk verfügt auch über eine solche Anpassungsfähigkeit, wie sie die Deutschen gerade in Rußland schon seit Peter dem Großen bewiesen haben. Mit Absicht hat man uns durch das Versailler Diftat die Möglichkeiten eines direkten Verkehrs mit Rußland genommen. Nirgends mehr grenzt deutsches Staatsgebiet an Rußland. Aber wenn irgendwo, so wird sich gerade hier zeigen, daß heute die wirtschaftlichen Verhält­nisse stärker sind als alle machtpolitn-ben Berechnungen. Wir leben in der Zeit der Welt­wirtschaft, in der die Nationen aufeinander an­gewiesen sind. Das hatte man in Versailles vergessen, und zwar nicht nur zum Schaden Deutschlands, sondern der ganzen Welt.

Rußlands Aufbau.

Die Beteiligung Deutschlands.

Don

Dr. Paul Ostwald-Berlin.

In steigendem Maße ist während der letzten Wochen das Problem des wirtschaftlichen Wie­deraufbaus Rußlands für die Regierungen aller Staaten in den Vordergrund des Interesses ge­rückt. Allen verantwortlichen Staatsmännern, und was besonders betont fei, auch de» franzö­sischen, ist es immer klarer und deutlicher gewor­den, daß an einen Wiederaufbau der Weltwirt­schaft nicht zu denken ist, solange Rußland außerhalb der wirtschaftlichen Beziehungen bleibt. Rußland mit seinen ungeheuren Boden­schätzen und Bodenerzeuanissen einerseits, ist mit seinen großen Bedürfnissen an industriellen Er­zeugnissen andererseits immer ein zu wesent­licher Fattor der weltwirtschaftlichen Beziehun­gen und Verknüpfungen gewesen, als daß diese ohne das große russische Produttions- und Kon­sumtionsgebiet wieder wie früher hergestellt werden könnten. Kaum hat sich daher gezeigt, daß die Utopien des Kommunismus m Rußland anfangen, an sich selber zugrunde z u g e h e n, kaum haben sich die Anzeichen ver­mehrt, daß die wirtschaftlichen Verhältniffe den Bolschewismus zwingen werden, an Abbau zu denken, da heben sich denn auch auf allen Seiten Vertrauen und Hoffnung. Ein Staat nach dem andern ist bemüht, mit der Sowjet-

dürste diese Frage, die gerade auf einem toten Puutt angclangt ist, wieder in frischen Zug kom­men; man hofft, daß in dieser Besprechung das

alieni-

Die Links parteien.

Vertrauensvotum und Verschmelzungsfrage.

(Pkivat-Telegramm.)

Berlin, 23. Februar.

Die gestrige Sitzung der Reichskonferenz der unabhängigen sozialistischen Partei besckM.gte sich mit dem Verhalten eines Teiles der Frak­tion bei Abstimmung über das Vertrauens­votum für die Reichsregierung und mit der Aufnahme der kommunistischen Ar- beftsgemeinfchast, der sogenannten Levigruppc. Nach mehrstündiger Aussprache gelangte mit gro­ßer Mehrheit folgende Resolution zur Annahme: Die Konferenz billigt die Gründe, die die Mehr­heit der Reichstagsfraktion in ihrer Abstimmung vom 15. Februar (Vertrauensvotums bewogen haben. Zur Frage der Aufnahme der kommu­nistischen Arbeitsgemeinschaft wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Reichs- konftrenz nimmt Kenntnis von der Erklä­rung der kommunistischen Arbeitsgemeinschaft, der U. S. P. D. unter Anerkennung ihres Pro­gramms, des Leipziger Manifests und ihres Statuts beitreten zu wollen.

Paris, 23 Februar. (Eigene Drahtmel­dung.) Havas veröffentlicht eine Zuschrift des englischen Boffchafters in Paris, in der er ent­gegen den Behauptungen der Pariser Presse fest­stellt, daß die c n g l i s ch e Regierung die f r a n - zösische Rote über die Verschiebung der Genuaer Konferenz bereits am 11. und 14. Februar beantwortet habe und zwar durch zwei der Regierung in Paris überreichte Roten.

regieruug Handelsverträge abzuschließen, um nicht zu spät zu kommen.

Wie sich die Lösung des russischen Wiederauf- bauproblems gestalten wird, hängt seWswer- ständlich in erster Linie jetzt vo» den Beratun­gen der nach Genua durch England einberufe­nen Konferenz ab, auf der auch Rußland vertreten sein wird. An sich würde ein Wieder­aufbau des russischen Reiches in wirtschaftlicher Beziehung sehr bald und ohne besondere Schwie- rigkeiten möglich sein, wenn sich seine Vertreter in Genna zu den Bedingungen verpflichten könnten, die in dieser Hinsicht bereits in Cannes ausgestellt worden sind: Wiedereinführung des Privateigentums und Schutz der Persönlichkeit, . Sicherung beider durch einen genügenden Rechtsschutz, sowie Anerkennung geschloffener Verträge. Nun, wir werden solchen Optimismus nicht hegen dürfen, daß von russischer Seite der­artige Erklärungen abgegeben werden, zumal noch vor kurzem Trotzki in Moskau erklärt hat, daß die Sowjetrepublik und das bürgerliche Europa geschworene Feinde seien. Immerhin aber wird die Konferenz in Genua den Stein

Einheitskurzschrist.

Die E».rrführ«ng in den Schulen.

Leb« Ma Absicht, eine Kurzschrift in bei Schoren amtlich oinznsiihren, macht dt' ReichStagsadgeordnete Dr. Deerman« ÄSln (Zentrum) folgende Ausführungen: Seit mehreren Jahren sind Bemühungen im Gange, eine Einheitskurzschrist in Deutschland durch Regierungshilfe einzuführen. Seitdem der Kurzschriftunterricht als freiwilliges Lehrfach in die höheren Schulen eingeführt wurde und auch Volksschulen freiwillige Kurse einrichteten, wurde die Systemfrage immer dringlicher erörtert. Jetzt scheinen die Verhandlungen der Empfehlung eines Mischsystems aus den beiden ältesten und daher weitverbreitetsten Systemen Gabelsberger (veröffentlicht 1834) und Swlze- Schrey (Stolze 1841, Schrey 1887, des daraus entstandenen Stolze-Dchreh-System 1897 veröf­fentlicht) durch die Reichsregierung ziemlich nahe gerückt zu sein. Eine solche Empstrhlung seitens der Reichsregierung an die Reichs-, Länder- und Gemeindebehörden am Vorabende der Einfiihv, img des Kurzschristunterrichts an allen Schulen, auch an den Volksschulen, als obligatorisches Lehrfach darf nicht ohne eingehende wissenschaft­lich pädagogische Prüfung der Geeignet­heit der verschiedenen Systeme hinausgegeben werden. Zunächst müssen alle Rücksichten auf die Zahl der i e tz i g e n Anhänger der verschiedenen Systeme bei der Einführung als Unterrichtsfach in den Volksschulen fallen, denn die Zahl der Anhänger derselben beruht, besonders nachdem die jungen Systeme durch den langen Weltkrieg große Einbußen erlitten haben, nicht nur auf ihrer Güte, sondern wesentlich auch auf ihrem Alter. Bei einem Vergleich der Svsteme « Zweck der Einführung eines einzigen derselben ist in dem allgemeinen, obligatorischen Volksun­terricht der richtige Gesichtspunkt für die Aus-- wahl zu treffen. Nicht das fertige Produft in seiner höchsten Vollendung spielt da allein eine Rolle, sondern noch viel mehr sein Werde­gang in dem Gehirn und der Hand des Volks­schülers, die methodische Geeignetheit, der methodische Aufbau des Systems.

Die alten Systeme wurden erfunden und ausgebaut als Redeschriften, also für bestimmte eng umgrenzte Zwecke und Personenkreife. Sie wandten sofort alle Mittel der Verbindungen, Kürzungen und des Zeichenstoffes, doppelte Druckstärke, verschiedene Stellung der Zeichen zur Zeile, peinlich genaue Zeichenunterscheidungen und Zeichenverbindungen, sinnbildliche Kürzun­gen, Siegel, Auslassungen usw. an, um eine möglichst große räumliche Kürze zu erzielen. Sie tomren ganz eingestellt auf die Erlernung und Handhabung durch inteMgente und erprobte Fachleute und Rrdeschreider. Mit dem Eindringen der Kurzschrift in w e i t e r e Kreise der Volkswirtschaft wurde eine größere Ver­einfachung der sehr zahlreichen Regeln und Besonderheiten und eine größere Verdeutlichung dringendes Bedürfnis, die älteren Systeme lie­ßen einen Teil der Besonderheiten fällen, ohne das System ihres Aufbaues noch ändern zu kon- nen. Gabelsberger hat heute noch über 1000 Gedächtnismomente, Stolze - Schrey noch Weit über 500.

Kurzschriften, die dem allgemeinen Verkehr und besonders der Einführung in die Volksschu­len dienen sollen, müssen so mt(gebaut fein, daß sie vom Einfachen zum Schwierigeren methodisch fortschreiten, daß sie in mehreren konzentrischen Kreisen, von denen jeder für sich selbständig ist, immer tiefer in den Stoff einführen und so sich

Am die Vrafldentenwahl.

Die Stellungnahme der Negierung.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 23. Februar.

Im Reichsrat erklärte gestern Reichskanzler Dr. Wirth bei der Beratung des Etats des Reichskanzlers: Die Regierung wird, solange die Oberschlesische Angelegenheit noch nicht erledigt ist, zu der Frage der Neuwahl des Reichspräsidenten nicht Stel­lung nehmen. Da aber die Erledigung dieser Angelegenheit in Aussicht steht, wird die Regie­rung, sobald der Zeitpunft eingetreten ist, mit den Parteien über Termin und Art der Neu­wahl in Beratungen eintreten. Sollten diese Beratungen nicht zu einem Ergebnis führen, das dem Reiche genehm ist, so wird man sich nach dem Paragraphen 2 des Gesetzes über die Wahl des Reichspräsidenten richten. In diesem Para­graphen heißt es: Die Wahl bestimmt der Reichs­tag. Der Reichstag wird dementsprechend selb­ständig in dieser Angelegenheit vorgehe».

der Schüler anpassen. Alle 12jährigen Schü­ler müssen au dem Unterricht mit Erfolg teilnch- men und alle spätestens nach einem halben Jähr mindestens sechzig Silben in der Minute schrei­ben können. In einem Jahre muß der Schüler eine Geschwindigkeit von wenigstens hundert Silben in der Minute erreichen. Wenn er mit vierzehn Jähren die Schule verläßt, muß der normale SÄüler, der sich einem schreibenden Be­rufe znwendet. in der Lage fehr. eine Praktiker-- prüfung von 120150 Silben in der Mnute zehn bis fünfzehn Minuten lang bei einem Stoff, der seiner Auffassungsgabe enttprickst, mit fehlerloser Uebertragung ablegen. Mit der weiterführen­den Verkehrsschrift müssen gewandtere, inteM gcnte Schüler bis z» zweihundert Silben errei­chen können. Die Bestimmungen der vollende­ten Berufs- und Redeschrift müssen dem System leickt einfügbar und anzueignen sein, fo daß Be­rufsschreiber Prüfungen von dreihundert Silben fünfzehn Minuten lang mit der höchsten Form desselben Systems ablegen können

Vor der Empfehlung eines Einheitsstrrz- sckristsfhstems müssen daher in weitgehende Umfange unvarteiische Vergleichsknrse zwischen den verschiedenen Systemen an Volks­schulen und höheren Schulen stattfinden, um pä­dagogisch und wissenschaftlich einwandftei das pädagogisch und wirtschaftlich beste Svstrm fest- ,zustellen. Denn es wäre eine Sünde wider die Kinder des Volkes und die pädagogische Wissen­schaft, einfach aus Jnteressentenerwäsungen her-

. . . _ ------ - düng.) Der Finanzminister de Lasteyrie und

gerstaaten so empfindliche deutsche Konkur- oineare haben in der Kammerkommffflon Er- renz auf anderen Absatzmättien vermin- - - - -

dein und uns zugleich zahlungsfähiger machen.

Berlin, 23. Februar (Privattelegramm.) Wie dasBerliner Tageblatt« aus parlamentari­schen Kreisen hört, wird die deutsche Regierung auf die französische Note über die Verschiebung der Tagung von Genna kerne Antwort ge­ben. sondern sie lediglich zur Kenntnis nehmen, weil Deutschland als eingeladener Staat auf den festgesetzten Zeitpunft keinerlei Einfluß hat.

Aus dem Gaargebiet.

Folgen französischer Mißwirtschaft.

(Eigene Drahtmeldung.)

St. Ingbert, 23. Februar.

Die französische Bergwerksverwaltung mutz, da sie infolge der Frankenerhöhunq mit großen Unkosten arbeitet, das letzte aus den Bergarbeitern herausholen. Eine hier tagende Bergarbeiterversammlung nahm einsttmmig eine Entschließung an, in der es heißt: Die Ar­beit s k r a fr des einzelnen Arbeiters wird heute weit über das erträgliche Maß hinaus a u s g e - nützt. In der letzten Zeit ist eine große Anzahl von Arbeitern weit unter dem Lohn bezahlt wor­den, den die Arbeitsordnung als Mindesttohn vorfleht. Die Belegschaft der Grube St. Ingbert erklärt mit bestem Wissen, daß sie noch nie eine derartig schlechte Bezahlung hatte, wie jetzt.

Zwangsweise Stillegung.

Saarbrücken. 23. Februar. (Eigene Draht- meldung.) Infolge der verfehlten wirtschaftli- chen Experimente int Saargebiet, wurde die Dil­linger Hütte gezwungen, ihr Schaufelwerk still zu legen. Achtzig bis hundert Arbeiter wur­den brotlos. Aus dem weiteren Betrieb des Werkes sollen vierhundert bis fünfhundert Mann zur Entlassung kommen. Da keine Aussicht be­steht, daß diese Arbeiter im Saargcbiet Arbeit er­halten, so ist der christliche Metallarbeiterverband bei der Regienmgskommffsion vorstellig gewor­den. Er fordert Weiterbeschäftigung der Arbeiter.

Ä S IrWSffWaf. U französische Regierung die A u sg ab e n von sen, den Gewinn unserer Wiederaufbauarbeit in Millionen Francs für ,e Ruhrexpc Rußland einfach alsReparation" einziehen zu dition int Jahre 19»! (Besetzung von ^uffe-- woüen. denn das würde zu einer dovvelten Aus- darf, Duisburg und Ruhrort) dem deutschen

Berlin, 23. Februar.

Seit einiger Zeit finden in Berlin Ver­handlungen statt mit Vertretern der Repa- rationskommisfion über ein deutsches Sach­leistungssystem. Aus der ftanzösischen Presse werden nunmehr Einzelheiten bekannt über diese Verhandlungen, die in sehr engen Kreisen geführt worden find. Die bisherigen Besprechungen führten zu einem Ergebnis, das aus folgenden Grundzügen besteht:

1. ES wird Deutschland vorgeschlagen, Sach­leistungen anstelle der Barzahlungen an alle Staaten, die im Berteilungsplan der Entente enthalten find, zu liefern, und zwar nicht auf Grund gebundener Listen, wie beim Wiesbade­ner Abkommen, sondern auf dem Wege freier Bestellung unter Kreditierung der aus dem Ausland zu beschaffenden Rohstoffe. 2. Sicher­heit gegen eine dem Zweck des Wiederaufbaues dienende Verwendung, insbesondere gegen wei­tere Exporte auf dem Weltmarkt, ist bisher nicht vorgesehen. Um einer Inflation in den Abneh­merländern entgegenzuwirken, werden noch wei­tergehende Kreditpläne erörtert.

Die kommenden Besprechungen hierüber wer­den offenbar in Paris abgehalten. Es ist anzu­nehmen, daß schon in den nächsten Tagen außer der Regierung auch die zuständigen parlamen- taiischen Stellen fich ausschließlich mit diesen neuen Bläuen beschäftigen werden.