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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 44

Dienstag, 21. Februar 1922,

12. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952

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Wahre Worte.

»Vom Friede«, der kern Friede iftv*'

Gespannt lauscht Deutschland aus die Stim- men hu früher feindlichen Ausland, die sich für elfte Revision des Versailler Friedens ausspre- cheil. Schon wiederholt sind solche Stimmen in der von den englischen Jesuiten heraus­gegebenen ZeitschriftMonty" laut geworden; das vernichtende Urteil, das Joseph Keating im Dezemberheft gefättt hat über den »Frieden, der kein Friede ist", bringt das Februarhest der Stimmen der Zeit" (Freiburg i. B., Herder) mit Erlaubnis des Verfassers in deutscher Uebersetzung. Der englische Jesuit sieht im Vertrag von Versailles, wenn man die Völker­bundsgründung ausnimmt, nur das selbstsüch­tige, den Ankündigungen Wilsons hohnsprecheu- de Bestreben der Siegerstaaten, sich selbst zu ver­größern und den Ruin Deutschlands vollständig zu machen. Schon die Einleitung des Frie­dens, der Waffenstillstand, ließ nichts Gutes ahnen. Keating bezeichnet die Aufrechterhal­tung der Blockade während des Waffenstillstan­des als eine Barbarei, die durch nichttz zu red/tfertigen ist; man schlug einen entwaffneten Feind in der Person derjenigen, die am hilflose­sten und unschuldigsten waren. Der Vertrag selber aber wird als riesiger Fehlgriff gekenn­zeichnet, als der aussichtsloseste Ver­such, den ökonomischen Ruin Deutsch­lands mit einer gewaltigen Kriegsent­schädigung zu verbinden. Der englische Ver­fasser findet es ganz unbegreiflich, daß so fähige Leute wie dieGroßen Vier" und ihre zahl­losen Sachverständigen einem so kollossalcn Irr­tum verfallen konnten.Wenn Deutschland be­zahlen sollte, dann mußten die deittschen Arbei­ter leben; denn die Gelder mutzten durch ihre Arbeit beschafft werden., Wenn es aber mehr Reichtum erwerben mutzte, als es zur Befriedi­gung seiner eigenen Bedürfnisse brauchte, dann mußte es auf den Weltmärkten Erfolg haben, und zwar größeren, als feine Konkurrenten. Das ist das ABC der Volkswirtschaft. Trotzdem bestanden die Alliierten und namentlich Frank­reich darauf, daß Deutschland ruiniert werden müsse, daß ihm seine Schiffe genommen und sein Handel fast ganz vernichtet werde."

Die einzige psychologische Erklärung für die­ses Vorgehen findet Kreating in der Haßkultur, die während des Krieges durch systematische Verbreitung von bewußt falschen Beschuldigun­gen des Feindes gepflegt wurde. Zu dieser verlogenen Kriegs - Propaganda rechnet der englische Verfasser auch die Behaup­tung von der ausschließlichenSchuld Deutschlands am Weltkrieg". Das ganze inter­nationale System Europas ein bewaffnetes Kriegslager mit funkelnden Bajonetten ein Netz von Allianzen und Verständigungen, von In­trigen und Spionage sei seit Generationen in der zwangsläufigen Entwicklung zum Kriege gewesen. Auf jeden Fall sei das deutsche Volk nicht für den Krieg verantwortlich. Das Volk hatte ja nichts Entscheidendes in der äußeren Politik zu sagen. Dazu kommt, daß die Dynastie, unter der es zum Kriege kam, ge­stürzt und eine durchaus demokratisch« Regie­rungsform eingeführt ist. Es ist also verblen­deter Haß, der dem deutschen Volk den Frieden von Versailles als Strafe auferlegt.Es scheint, daß die Friedensdelcgierten selbst ein Opfer der Leidenschaften geworden sind, die sie zur Förde­rung des Krieges erregt hatten. Ihre Völker .würden keinen Frieden geduldet haben, der nicht zugleich eine Strafe gewesen wäre. Tie klugen Bitten des Papstes um einen Frieden auf Grundlage vollständiger und gegenseitiger Ver­gebung traf taube Ohren."

Denen, die den Frieden in der ersten Hälfte des Jahres 1919 machten, billigt Keating mil­dernde Umftäube zu wegen Mangel an Weit­blick. Aber heute müßten die Erfahrungen, wel­che die Welt mit diesem Frieden gemacht habe, jedem einzelnen die Augen öffnen. Im nahen und fernen Osten ist der Kamps chronisch gewor­den seit dem Tage, an dem der Kriegendete". Die Kriegslasten der siegreichen Völker sind drei- und vierfach so groß wie vor dem Sieg. Ueber- all herrschen ökonomische Schwieiigkeiten, nir­gends bestrebt man sich, die geistige Verfassung zu ändern, die Methoden abzuschaffen, die zum Krieg geführt halben. Heute, wo die politische und ökonomische Abhängigkeit der Völker so klar erkannt ist, wäre das Beharren auf dem eingeschkagenen Wege der reine Selbstmord. Für den neuen Kurs gibt Keating folgende Richtlinien.Die Haltung, die wir für die Zwecke des Krieges angenom­men hatten, daß nämlich unsere Gegner in allem, sowohl bei Beginn als bei Fortsetzung der Feindseligkeiten im Unrecht waren und wir überall im Recht, müssen wir aufgeben."

Die Siegerstaaten muffen ferner Opfer bringen. Sie dürfen nicht aus allen ihren Rechten bestehen, sie müssen auf Repara­

tionen verzichten .Wir müssen," sagt der eng­lische Friedensapostel den Angehörigen der En- tentestaatrn,wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, daß die modernen Völker untereinander abhängig sind, so daß die Krankheit des einen die anderen ansteckt. Was wir verlieren durch Nachlaß von Schulden an uns, wird in ioeit höherem Maße gewonnen durch die Wie­derherstellung des Friedens und freundlicher Bezichungen. Wir können tatsäch­lich unseren Wohlstand nicht wieder gewinnen, es sei denn, wir machen auch unsere früheren Feinde wohlhabend. So vereinigt sich das eige­ne Interesse mit der Liebe, um auf eine voll­ständige Versöhnung hinzudrängen." Die inter­nationalen Beziehungen müsse« wieder vom Geist des Christentums beseelt werden, sie dür­fen nicht beherrscht sein von hemmungslosem Nationalismus und Mammonismus.Aufgabe des Staates ist eS, seinen Gliedern Sicherheit, Ordnung und andere zeitliche Güter zu verschaf­fen, nicht aber ihrem Nationaldünkel und ihrer Habgier zu dienen." Das kongrete Mittel, die­sen Zielen näherzukommen, sieht Keating darin, daß Ernst gemacht wird mit dem Völkerbund: Deutschland, Ungarn und Rußland sind sofort in den Bund auszunehmrn. Und erste Aus­gabe dieses neuen Völkerbundes ist die Re­vision des Versailler Friedens. Wtr können es uns nicht nur leisten, den Ver­sailler Vertrag zu revidieren, sondern wir müs­sen es tu« im Interesse der Gerechtigkeit."

Die Wirtschastöbeihilfen.

Nachprüfung der Grundgehälter.

(Eigener Drohchericht.1

Berlin, 20. Februar.

Halbamtlich wird mttgeteilt: Nach Fühlung­nahme mit dem Reichsrat und den Parteien des Reichstages hat der Reichsminister für Finanzen die Auszahlung der Wirtfchastsbeihilfen an die Beamten und Angestellten derjenigen Bezirke, in denen die Verhandlungen wegen der Aeber- tenerungszuschüffe der Arbeiter abgeschlossen sind, angeordnet, daß diese Wirtschastsbeihilfe allen Beamten mtt dem gleichen Betrage ge­währt werden soll. Bei den Besprechungen mit den Parteien hat der Reichsminister für Finan­zen mitgeteilt, daß die Nachprüfung der Grundgehälter im Reichsfinanzministe­rium im Gange sei und mit größter Beschleuni­gung zu Ende durchgeführt werden soll. Er hat gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, daß hierbei den Wünschen der Beamtenschaft nach der sozia­leren Gestaltung des Besoldungssystems nament­lich unter Berücksichtigung der unteren Besol­dungsgruppen Rechnung getragen worden sei.

LlMerm fremden Joch.

Ans dem Rheinland ausgewiesea.

(Eigener Drahtbericht.)

e Frankfurt a. M., 20. Februar.

Wie aus Koblenz gemeldet wird, hat die In­teralliierte Rheinlandkommisfion beschlossen, die Ernennung des Polizeileutnants Pfeffer als Polizcidelegierten in Köln ebenso wie der des Lehrers Proffch und des Professors Borcher nicht zuzulasfcn. Weichzeilig wird ge­meldet, daß innerhalb eines Monats fünfund­zwanzig Personen aus dem besetzten Ge- biet ausgcwiesen wurden, weil ihr Verhal­ten alsgefährlich für die Sicherheit der Besat- zungstrupprn" angeseben wurde. Bekanntlich waren Ende vorigen Jahres vom Kriegsgericht Aachen eine Anzahl früherer Offiziere deS Re­giments Vogel von Fmlckenstcin wegen angebli­cher Teilnahme an einer Regimcntsfeier zu schweren Gefängnis- und hoben Geld­strafen verurteilt worden. Nunmehr sind sämtliche zwanzig Verurteilten aus Grund eines Gesuches am 25. Januar begnadigt worden.

Nach Außen und Innen.

Stresemaun über die RerchSpolitik. (Privattelegramm)__

Berlin, 20. Februar.

Abgeordneter Dr. Strescmann sprach gestern in Treptow bei Berlin auf dem Parteitag deS Wahlkreises Teltow-Beskow über die Reichs- politik. Die Außenpolitik werde beherrscht durch die bevorstehende Konferenz von Ge- iina. Er warnte auch davor, daß man sich in Deutschland allzu große Hoffnungen darauf ma­che, denn die Politik der Entente werde nach tote vor vom Imperialismus be­stimmt. Tatsächlich geändert habe sich bisher nur die englische und die amerikanische Politik ru der von Deutschland verlangten Kriegsent­

schädigung. Wir müßten «ns hüten, jetzt etwa anstelle des unmöglichen Londoner Zahlungs­planes einen zweiten zu suchen, der sich nach kur- zer Zeit auch wieder als unerfüllbar erweisen würde. Uebergehend zu den Fragen der inneren Politik kritisierte Dr. Strescmann stark das Ver­halten der Regierung zum Eisenbah­ner st r e i k. dadurch, daß sie mit den Reichsgc- werffchastcn verhandelte, habe sie die Staats­autorität geschädigt. Der im Reichstag von der Deutschen Volkspartei gestellte Mißtrauens-An­trag wollte keineswegs auf eine Beseitigung Dr. Wirths hinarüciten. Er bezog sich zunächst nicht auf die Gesamtpolitik. Rach den Verhandlun­gen hierüber sehe ryan ein, daß man mit der Deutschen Bolkspartei rechnen timte.

Ein Friedensfreund.

Leider nur schöne Worte.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 20. Februar.

DieLiga für Menschenrechte" gab am Sonn­abend zu Ehren von Anatole France, dem dies­jährigen Nobelpreisträger, ein Festmahl. Aus die Begrüßungsansprache antwortete der Gefei­erte mit einer Rede, in der er sich gegen den Krieg wendete und an das französische Volk eine Mahnung zum Frieden rich­tete. Durch Gewalt werde man nichts erreichen. Bis jetzt habe Frankreich nichts mit dem Frie- den anzufangen gewußt. Gewiß müsse eS Ent­schädigung verlangen und erhalten, aber eS dürfe sich nicht um einen gefährlichen Zwang einer einzelnen Nation handeln, von welcher Summen gefordert werden, die nicht aufgebracht \ WstuSK.Ich ruft," so schloß Anatole France,den Franzosen zu: Haßt nicht, son­dern sucht zu vergessen. Das Elend, daS wir noch nicht an uns spüren, umgibt uns bereits von allen Seiten, nähert sich und bedroht uns. Um sein Vordringen abzuwehren, gibt es nur ein Mittel, einen wirklichen Frieden. Nicht nur den, der in hochklingenden Verträgen auf totem Papier steht, sondern den Frieden, der in den Herzen lebt und Europa wieder auf­bauen kann. Wenn wir die erste Ratio» der Welt sein wollen, dann feien wir das durch Vernunft, durch unsere Einficht und durch unser Verständ­nis für das, was möglich ist und was gut ist."

Sin Betrugs-Arozeß.

Er« Kommissar des Rote« Kreuzes.

(Eigeiler Bericht.)

> Essen, 20. Februar.

Im Prozeß gegen den ehemaligen Kommissar des- Roten Kreuzes Mudra vor dem hiesigen Schwurgericht, der sich' in seiner Eigenschaft große Betrügereien zuschulden kommen ließ, wurde auch der Abteilungsleiter des Zen­tralkomitees vom Roten Kreuz in Berlin, Frei­herr Wolfram von Rotenhaar vernommen. Er sagte über die Anstellung Mudras aus, daß der preußische Minister deS Innern ihn eines Tages angerissen und ihm mitgeteilt habe, daß der Gc- neralstabSoffizier am Brückenkopf Köln sich mit der Uebcrführung der belgischen Flüchtlinge in das Innere Deutschlands befasse. Der Minister habe ihm auch aifagt. daß bei dem Generalstabs- offizicr ein gewisser Mudra bereits angcstellt sei. Dieser legte dem Minister nahe, Mudra in der Eigenschaft als Koumiissar deS Roten Kreuzes mit dieser Angelegenheit zu betraue», was auch geschah. Bald darauf berichtete der Eeneral- stabsvMier, daß Mudra bei den Belgier» nicht fut beleumundet und ungeeignet für diesen Posten sei. Aber in einem zweiten Schreiben habe stch der Generalstabsoffizier wieder in gün­stigem Sinne über Mudra geäußert. Bon den Vorstrascn des Mndra habe v. Rotenhaar erst anläßlich der Verhaftung Kenntnis erhalten.

Oesterreichs Zmanzplane.

Ein Kredit vos England.

(Eigene Drahtmeldung.Z

Wien, 20. Februar.

Ter Kontrolleur dcS österreichischen Schatz- Ministeriums erLärte in einer Rede, daß der Bundeskanzler in einer StaatsratSfitzuug mit­geteilt hat. England habe Oesterreich einen Kredit gewährt. Die Regierung werde alsbald einen Plan über die Verwendung des Kredits aufstellen und diefen Plan den einzelnen Parteien des Nationalrates vorlegen. Ter Bun­deskanzler erklärte in einer Unterredung, daß die Vorkricgöschüldcn und die Kriegsschulden bereits abgestoßen seien (?) und daß der Notenumlauf bis heute ein Durchhalten ermöglicht habe. Not­wendig sei jetzt eine StabMficrung der Wäh- inngs-Berhältniffr in Oesterreich. In der näch­sten Zeit soll die Ausfuhr der österreichischen Krone nach dem Ausland gestattet werden. Da­durch werde der Wert der Jnlandskrone mit dem Wert der Auslandskrone ausgeglichen.

Fulda und Werra.

Der AuSda« der Wafferkrastaulage«.

Die Plane gum AuSban der fltefiteerte i« Gebiet der Werra und Fulda werde» jetzi wieder in den Vordergrund aeriick«. Ä«S den» nachstehenden Dertcht stad die «nge. Heuer geftiegeueu Kosten zu ersehe»», Insgesamt vierhundert Millionen Mark hat einschließlich der neuesten Nachfordernng die preußische Staatsregierung für den Ausbau der Wasserkräfte in den Gebieten der Werra, Fulda, also im oberen Quellgebiete der We­ser angesetzt, ein Beweis, wie tatkräftig sie dazu übergeht, die Naturkräfte in unserer kohlemarm Krbenen Zeit zu nützen und der Gesamtwirt­riesiger Gebiete durch Erschließung neuer Kräfte zu helfen. Der in diesen Tagen vom preußischen Staatsministerium an den Landtag gekommeneEntwurf eines Gesetzes betreffend Bereitstellung weiterer Mttel für den durch Gesetz vom 9. Juni 1913 angeordneten Ausbau von Wasserkräften im oberen Ouellgebiet bet Weser" ist, nachdem er vorher dem Staatsrat Vorgelegen hatte, beretts dem Hauptausschuß des Landtags überwiesen worden. Ein wesent­licher Puntt der Vorlage ist der, datz in ihr di« geplanten Fuldakrastwerft

ganz von allen übrigen Plänen getrennt werden. Für sie war im Juli in einem Gesetzentwurf die Summe von 311 Millionen angefordert wor­den. Hier heißt es aber: Bereits tnt Laufe des Rechnungsjahres stellte sich heraus, daß mit dem Bau des Kraftwerks an der Fulda nicht zu rechnen sein würde. Weitere Mittel für den AuÄban dieser Wasserkraft sind daher ftt die­ser Gesetzesvorlage nicht mehr vorgesehen. Es werden vielmehr die Mittel hierfür in einet neuen Vorlage über den Ausbau der Ful- da-Wasserkräste erscheinen. Der vorliegende Gesetzentwurf fordert die Ermächtigung, sicher den durch die Gesetze vom 9. Juni 1913 und 7. Juli 1920 bereitgestelttsn Mitteln von 10 500 0«) Mark und 30500000 Mark, gleich 41000 000 Mark zur Deckung der Mehrkosten weitere 55 205000 Mark, die nach den vom zu­ständigen Minister aufzustellenden Plänen zu verwenden sind. Die Stacttsregierimg wird er­mächtigt, zur Deckung

eine Anleihe aisszunehme«,

die mit 1,9 Prozent zu tilgen ist unter Hinzu­rechnung bei durch die Tilgung ersparten Zin­sen (5 Prozent). Dem Entwurf ist eine zu- sammcnsaflende Begründung bcigegeben, in der cs heißt: Infolge der gewaltigen Preisstei­gerungen, die durch die Kriegsverhältnisse hervorgerufem wurden und im letzten Jahre in unerwarteter Weise angehalten haben, sind die .durch Gesetz vom 9. Juni 1913 und vom 7. Juli 1920 zur Verfügung gestellten Mittel restlos aufgebraucht, sodaß die Fertigstellung bei ge­planten Anlagen damit nicht möglich war. Selbst die für die Fitlda bestimmten Mittel sind mit aufgebraucht worden. Wie oben bereits festgestellt, sind in dieser Vorlage die geplanten Fuldakraftanlagen völlig unberücksichtigt gelassen, weil für sie eine Sondervorlage kommen soll. Die Neuberechnung der Herstellungskosten nach dem Preisstand vom Januar 1921 hat einen Geldbedarf von 96205300 Mark ergeben. In diesen Kosten ist der Bedarf für das weiter erforderliche Umspannwerk Büre« in Höhe von 5494000 und für die Befchaffimg mr'b den Ginbau neuer Umspanner im oberen Ouellgebiet der Weser in Höhe von 2636000 Mark mit ein­begriffen. Die Kosten für Büren tragen der Staat und der Zweckverband Büren-Bri­lon je zur Hälfte. Für den Ausbau des Kraftwerks au der

Edertalsperre z« Hemfurth

ist die Beschaffung und der Einbau zweier wei­terer Turbo-Gencratoren in Aussicht genommen. Diese sind erforderlich, damit das Werk in oer Lage ist, nach Ausbau des Kraftwerks am Letzten Heller", etwa 5 Kilometer oberhalb Han n.-M ü n d e n s, die Spitzeulesstung für die Stromlieferung zu übernehmen. Der Ausbau dieser 5. und 6. Turbine mit Schaltanlagen ist von Anfang an beabsichtigt gewesen und dir baulichen Anlagen hierfür ftnb vorgesehen. Irr gleicher Weise ist auch der weitere Ban von A r- b eitei« und Beamtenwohnungen unbedingt erforderlich geworden. Die im Ko­stenanschläge Lufgeführten Mehrkosten sino durch die ungeheure Steigerung aller Baustoffe und der Arbeitslöhne bedingt. Der größte Mehrbe­darf an Geldmitteln ist für das im Bau be­findliche

Kraftwerk an der SSeirc

beim Letzten Heller bei Hanu.-«8en dr- forderlich, dessen Gesamtkosten einschließlich der maschinellen und elektrischen Einrichtung mit 34 460 000 Lstark ermittelt ftnb. Neu ausge­nommen ist ein Betrag von -L5LV0 Mark für folgenden Fall: Mit der Stadt Kassel soll ein neuer V ertrag abgeschloffen werden, nach