Kasseler Neueste Nachrichten
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Nummer 38. Fernsprecher 951 und 952 Dienstag, 14. Februar 1922. Fernsprecher 951 und 952 12. Jahrgang.
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Krise in der Reichöregierung.
Zuerst Selbsthilfe.
Deutschland «nd die Wett.
Von
Professor Oppermann.
Es gibt auf der Erde keinen Staat, der so schwer zu regieren ist, wie gegenwärtig das Deutsche Reich. Selbst Rußland nicht, weil dessen politisches und Wirtschaftliches System weniger kompliziert als das unsrige ist. Deutschland stecht vor der ungeheueren Ausgabe, als sichtlich verarmte Nation bedeutend mehr Geld und feste Werte wie irgendein anderer Staat aufzubringen und diese obendrein ohne Gegenleistung fremden Völkern zu überlassen; zugleich muß es im Innern mit wachsenden Schwierigkeiten kämchfen, die bei längerer Dauer zur end- E" ' ,en Katastrophe führen. Solche zwischen ung oder Hoffnungslsostgkeit, zwischen oder Nichtsein schwebende Lage stellt an Regierung und Volk beispiellos hohe Ansorde- rungen. Dieser unerträgliche Mißstand erfordert zunächst Vernunft und Einigkeit, nämlich eine Volks- und Arbeits-Gemeinschaft. Aber die Tatsachen lehren, daß wir nicht an eine derartige Selbsthilfe denken, sondern vornehmlich mit der Hilfe anderer Staaten rechnen. Tas ist seit 1918 Deutschlands verhängnisvollster Fehler! Wann lernen wir endlich die wahre Haltung der Welt begreifen? Und wann werden wir unser Denken und Handeln nach solcher Erkenntnis einrichten? Die Ereignisse sind und bleiben wichtiger als Pläne oder Hofsnun; gen; sie zeigen, daß die übrigen Staaten in erster Linie auf ihr eigenes WM bedacht sind und ihre eigenen Sorgen berücksichtigen, dagegen nichts unternommen haben, um unsere geradezu jammervolle Lage zu bessern. Selbst Deutschlands Wille, die uns aufgezwungenen harten Bedingungen zu erfüllen, ändert nichts an dem Verhalten unserer Gegner, diese Bedingungen intimer unerträglicher zu gestalten und durch neue unerfüllbare Forderimgen zu vermehren.
Trotzdem entstanden und entstehen neue Hoffnungen; die letzte war Cannes, die nächste heißt Genua. Diese Hoffnungen sind zum mindesten übertrieben, weil für eine wirksame Erleichterung die Vorbedingungen fehlen. England, das die wirtschaftlichen Nachteile des Versailler Vertrages am eigenen Leibe spürt, und lediglich deshalb gewisse Aenderungen beabsichtigt, steht dem französisch-belgischen Standpunkt gegenüber, auf den es — abermals eigener Vorteile wegen — Rücksicht nehmen muß. Aber selbst wenn Deutschland einige Zugesttindnisse erhalten sollte, bleibt seine Lage so ganz trostlos, bis eine großzügige Selbsthilfe einfetzt. Diese Selbsthilfe ist die Vorbedingung für unsere Gesundung! Leider rechnen weiteste VoWskreise mit dem umgekehrten Verhältnis: erst Erleichterungen von außen, danach Besserung der inneren Lage. Das klingt ja sehr schön und ist auch nicht schlecht gemeint, aber es läßt den weiten Blick vermissen, der auf Grund aller seit 1918 eingetre- tonen Tatsachen mit erschreckender Deutlichkeit den Beweis liefert, daß die Welt anders denkt und bandelt, als es Deutschland ge- nehm ist. Diesen Nachteil hat sich Deutschland in mancher Hinsicht selbst zuzuschreiben, weil es angesichts seiner inneren Zerrissenheit seinen berechtigten Forderungen nicht im entferntesten den Nachdruck verleihen kann, wie eine entschlossen vorgehende Volksgemeinschaft, Je gefestigter eine Nation dastehl, umso mehr Beachtung findet sie und umso mehr kann sie erreichen. Ein VoK aber, das dem eigenen Vaterlande fortgesetzt innerpolittsche und wirtschaftliche Schwierigkeiten bereitet, das jahrelang nur auf Hilfe von außen hofft, dagegen sich selbst beschimpft und bekämpft, befin- det sich auf absteigender Linie und darf sich nicht wundern, wenn seine Uneinigkeit und Torheit von anderen Völkern ausgenußt wird! Denn auf solche Art hat es, nachdem Macht und Reichtum verloren gingen, auch Vertrauen und Ansehen eingebüßt.
Daraus entsteht die Forderung, endlich eine Regierung auf breitester Grundlage zu schaffen, in der die klügsten Köpfe, unbeeinflußt von Wünschen und Zielen vereinzelter Gruppen, für eine Besserung der inneren Lage wirken. Mittel und Wege gibt es genug; sie sind erreichbar, wenn alle einem Wiederaufbau dienenden Kräfte zusammengefaßt und richtig aus- gewertet werden. In dieser Forderung konzentrieren sich alle Gedanken, die den Begriff «Deutschland und die Sielt" umfassen! Tenn einem einigen, gesunde Verhältnisse erstrebenden Volke vermag keine Macht der Erde auf die Dauer unerträgliche, jegliche Freiheit unterbin- dende Fesseln anzulegen. Es gewinnt vielmehr an Ansehen, dem das Verständnis für seine Lage und das Vertrauen in seine Zukunft folgen werden. Ansehen , Verständnis und Vertrauen — dieser Dreiklang ist es. den wir dringender benötigen, als die Rur-Hoffnung c.uf — Andere. Diese Wahrheit mögen sich vor allem die Pbraisendrescber und jene Kreise aesagt
sein lassen, die von einer Enttäuschung in die andere taumeln, die Zeit und Kräfte im unsinnigen Kampf gegen eigene Volksgenossen vergeuden oder durch rein egoistische Forderungen un- ler Elend vergrößern. Darum sind auch alle Ex- penmente, die angetan sind, uns von den Zusammenhängen nnt der Weltwirtschaft abzuschneiden, verwerflich. Mr die Gestaltung unseres Wirtschaftslebens dürfen nicht Schlagworte oder Patteigrundfätze maßgebend sein, sondern nur die Interessen der Allgemeinheit. Wir spielen im Rate der Völker nur eine untergeordnete Rolle, wir verfügen weder über militärische, noch wirtschaftliche Macht und sind lediglich auf die Mittel des Schwachen angewiesen; daher kann eine Besserung nur von innen heraus aus einer Konsolidierung unserer innerpofitischen und wirtschaftspolitischen Verhältnisse enfftchen. Handeln wir endlich nach diesem Grundsatz; dann wird auch der Begriff „Deutschland uns die Welt" für uns günstig werden.
Das Regterungsproblem.
Am die erweiterte Grundlage.
lV rivat-T ele gramm.s
Berlin, 13. Februar.
Aus der Sitzung des interfraktionellen Ausschusses ist noch mitzuteilen, daß die Erörterung über die Möglichkeit der großen Regierungs- k o a l i t i o n endgültig bis nach der Erledigung des Steuerkompromisses vertagt worden ist. Obwohl die Mehrheitssozialdemokraten ihre» früheren Vorschlag, die Erfassung der Sachwerte, haben fallen lassen, wollen stc jetzt die Heranziehung der Sa ch w e r t e n n r für den Fall haben, daß die Z w a n g s a n le i h e nicht genügend Mittel herbeibringe. Andernfalls aber wollen sie wieder darauf zurückkommen.
* tim das Vertrauensvotum.
Berlin, 13. Februar. (Privattelegramm.) Die durch die Erklänmg des Reichskanzlers in der Sonnabend-Sitzung des Reichstages geschaffene Lage hat im Laufe des Sonntags keine Aen- deruna erfahren. Zwar stwden noch vorgestern und gestern unverbindliche Besprechungen zwischen einigen Parlamentariern statt, doch sollen die offiziellen Beratungen über das Vertrauensvotum erst im Lause des heutigen Tages beginnen. (Siehe Reichstagsbericht,, zweite Seite.)
Verkehrs-Swnmgen.
Immer noch Schwierigkeiten im Reiche.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 18. Februar.
Die Schwierigkeiten im Eisenbahnverkehr sind noch nicht behoben worden. Aus Sachsen und Thüringen wird gemeldet, daß aus einzelnen Bahnhöfen die Beamten passiven Widerstand ausüben. Auf einigen Berliner Güter- bahnhöfen weigerten sich gestern etwa dreißig Eisenbahner, Güter weiterzubefördern, die während fccS Eisenbahnerstreiks von Arbeitswilligen angenommen worden waren. Auch der Ausfall der beschädigte» Lokomotiven behindert noch den Verkehr. Am ReichsoerkchrSministerium glaubt man, daß unter den obwaltenden Verhältnissen die vollständige Durchführung eines geregelten fahrplanmäßigen Zugverkehrs im Reiche nicht vor einer Woche möglich fein wird.
Hanöel mit Amerika.
Besuch einer amerikanischen Abordnung.
(Privat-Telegramm.)
Frankfurt a. M., 13. Febr.
Aus Amerika wird die Ankunft einer A 6 - Ordnung, bestehend aus den Kongreßmitglie. dcrn Rothenburg, Britten und Pururl in Deuffchland angekündigt, die fC» eine freund, schaftljche Handelspolitik zwischen Amerika und Deuffchland eintritt. Die Ankunft dieser Kongreßmitglieder steht unmittelbar bevor. Es wird eine Reise durch ganz Deutschland unternommen mit Unterstützung der dieSsei- ligen Handelskammern. DaS Ziel der Reise ist in höherer Weise von wirtschafts politischer Be. oeuttmg. Es geht nicht nur um die Anknüpfung von geschäftlichen Beziehungen, sondern auch darum, der Abordnung in ivrer Eigenschaft als Mitglieder des Kongresses, einen Eindruck davon Ni geben, wie l e i st u n g S f ä h i g die d e u t s ch e Industrie ist, aber auch, welche Sorgen
und Schwierigkeiten sie durchzumachen hat. lieber ihre Eindrücke sollen die amerikanischen Gäste dann dem amerikanischen Volke nach ihrer Rückkehr eingehend Mitteilung machen.
Sinter dem fremden Dmck.
Die militärische Aeberwachmrg.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 13. Februar.
Wie neuerdings verlautet, wird die alliierte UeberwachungSkommission noch nicht abgebaut. Der militärischen Ueberwachungskom- Mission des Generals Rollet wurden weiterhin fünsundzivanzig Offiziere zugeteilt. Unter der Vermehrung der Kommission desinden sich dreizehn Franzosen und elf Belgier. — Der „Temps" meldet, daß die neue E n t w a f s - nungSnote an Deutschland am Heuffgen Montag von Paris abgesandt wird. Die Note weist auf die ernsten Folgen hin, falls Deutschland die militärische Formation der Sicherheitspolizei nicht schnellstens im Sinne oer von General Rollet mitgeteilten Forderungen bis Ende März aufheben wird.
* e s
Deutsche Sachleistungen.
Paris, 13. Februar. (Eigene Drahimelduug.l Am Sonnabend ist eine Delegation der Repara- ffonskornmission unter dem Voffitz des Belgiers Bcmelmans nach Berlin ab gereift, um sich mit !Ä gthenau in Verbindung zu setzen. Die Delegation will über die Sachleistungen, die Deutschland über das Wiesbadener Abkommen hinaus leisten soll, mehr Regelmäßigkeit erreichen.
Folgen ves Stsendahnerstreiks.
Genf, 13. Februar. (Eigene Drwhtmeldung.f Der „Matin" berichtet, daß Deutschland eine dreiwöchige Frist gestellt worden ist für die Rack- l i e f e r u n g der während des Eisenbahnerstreits ausgebliebenen 510090 Tonnen Kohlen.
Der Streit um Genua.
Zst England gegen eine Verschiebung?
(Eigene Drahttneldnng.)
Paris, 13. Februar.
Stach einem Hävas-Telegramm aus London tvar gestern noch nicht vorauszusehen, wann die britische Regierung das französische Memorandum über die Konferenz von Genua zu beantworten gedentt und welcher Art die Antwort sein wird. Man erhält indessen den Eindruck, daß die Antwort erst nach verhältnismäßig langer Zeit erfolgen wird, und daß Lloyd George und die Kabinetts-Mehrheit, die für die Konferenz von Genua ist, grundsätzlich keine Aus- fchiebung bewilligen werden. In der Mitteilung von Lloyd George wird vor allem der Standpunkt vertreten, daß bei den Bemühungen, das Gleichgewicht der allgemeinen wirtschaftlichen Lage wieder herzustellen, keine Zeit zu verlieren sei und daß infolgedessen der für die Eröffnung der Konferenz vorgesehene Zeitpunkt eingehalten werden müsse, wenn nicht Italien selbst den Anffchnb verlangt.
Eine Vorkonferenz.
Paris, 13. Februar. (Eigene Drahtmel- tung.) Die englische Regierung hat vorgeschla- aen, eine interalliierte Sachverständigen- Konferenz nach London einzuberufen, um die in Genua zu behandelnden Fragen vorzn arbeiten. Laitt „Temps" betrachtet die französische Regierung Paris als geeigneten Borkonferenzott.
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Auch Lettland und Estland.
Danzig, 13. Februar. (Eigene Drahtmel- düng.) An der Konferenz von Genua wird als Vertreter Lettlands Ministerpräsident Me- mrowiez und als Vertreter von Estland Finanzminister Westdal teilnehmen.
Lohn-Schwierigkeiten.
Aus der industriellen Arbeiterfchast.
(Privattelegramm 1
Berlin, 13. Februar.
Die Zentrallritung der Großberliner Betriebsräte hat in der gestrigen Sitzung sich einstimmig für eine gemeinsame Teuerungsaktion der Berliner industriellen Ar- beiterfrlyfft ausgesprochen. Die neuen Mindestforderungen wurden auf fünfundsiebzig Prozent für 1. März festgesetzt. Die Betriebsräte wollen unverzüglich Betriebsversammlungen einberufen, um die neuen Forderungen an die Werkleitungen zu fonuulieren. — Aus Lübeck wird berichtet: Der Streik auf dem Hochofenwerk ist beendet worden, nachdem sich bei einer erneuten Abstimmung 617 Stimmen für nnd 640 Stimmen gegen die Fortsetzung des Streiks auSfprachen.
lleberfeemdung.
Die Verkäufe an Ausländer.
ES tst schon viel darüber geklagt worden, Mist »e.hlrciche Ausländer nicht unr die deutsch-» Waren, sonder» auch iSrnndsrücke und Aktie« kaufen una damit das deutsche DollSvermöge« fchmälcrn-2u:Na<hstehendenlva«hr-Dr.N.Mumm Mitglied veS Reichstag«, neu- BuSführuugen
In Berlin - Schöneberg sind vom 1. Oktober 1918 bis zum 31. März 1921 fünfhunderp- fünfundreißig Haus grundstücke verlaust worden, darunter nicht weniger wie 172 an Ausländer, und zwar sind 134 an natürliche Personen und 38 an Gffellschasten »mit beschränkter Haftung übergegangen. So berichtet der Di- reltor des Schöneberger Statistischen Amtes, .(Seit Tr. Kucziusli im Vierteljahrsheft der „Deutschen Städte". In München sind von den dort vorhandenen rund fimszehntauseud Hauser in den letzten Jahren tausend vis zweitausend atz Ausländer verkauft worden. So erklärte der bs- lannte Hausbesitzerfichrer Humar in der dorff- aen „Sozialisternngskiormnission". Diese Angaben beleuchten blitzartig die unendliche uns srohendr Gefahr der U e b« r f r em d u n g. Und wie erst steht es im gesamten besetzten Gebiete aus! Die gleiche Gefahr der Uedersrenrdung droht bei allen Aktiengesellschaften. Man spricht von sehr großen Unternehmungen, die bereits in den Händen des Auslandes sind. Vom größten Teil der Margarineindustrie steht seit langem fest, daß das ausländische Geld in ihr herrscht. Und diese Uebersremdung geht als Folge der Geldentwertung ständig weiter.
. Das Wort lleberfi^mduu.g" war vor wv".ia Jahren noch säst unbekannt. Man mußte sich in die Verhältnisse Südamerikas verttesen, um zu erkennen, wie schwer eine unterwertrge Valuta auf dem Lande lastet. Ganz Amerika ist in die Zinsknechtschaft der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Die „Bereinigten Staaten" herrschen Mer den ganzen Weltteil nicht durch Waffen, sondern durch Die Kraft der Zinsknechtschaft. UeberaL sind die besten Un- ternehmungen, das beste Land in ihrem Besitz. Und dadurch beherrschen sie die Länder. In gleicher Weise herrscht Großbritannien über Portugal. Wie es bei uns in der Reichshaupt, st a d t sicht, darüber hört man täglich neue Einzelnachrichten. Der „Goethepark" ist überfremdet. Ein großer Teil des Kurfüvstendamrus soll bereits in den Händen des Auslandes fein. Für Sachsen wird bereits eine Gesamtziffer, und zwar in der Zeitschrift des sächsischen Statistischen Landesamtes veröffentlicht. Es werden dort 589 Fälle von HypothekenbLsteWungen im Betrage von 37,8 Millionen Mark und 373 Fälle von Grundbesitzübergana mit einem Betrage von 59,8 Millionen Mark allein für das Jahr 1920 nach- gewiesen, die lediglich Ausländer betreffen.
Wie es 1921 gegangen ist, wie es 1922 weiter gehen wird, kann man sich denken. Und dabei sind alle die Fülle, in denen sich der Ausländer eines deutschen Strohmannes bedient, gar nicht berücksichtigt, weil die Staffsiik sie nicht ersassen kann. Man sieht, es bedarf nicht der alten römi. scheu Sklaverei Die moderne FinanAviffenschast kennt ganz andere Formen, ein Votz in die Sklaverei zu bringen. Enger unb enger zieht sich das finanzielle Netzwerk unserer Gegner zusammen, und imsere Feinde sind geschästig, uns einzulul- Icn und uns Mer den furchtbaren Ernst bmweg- Zutäuschen. Hiergegen unser deuffches Volk Zu wappnen an der Seele ist ein» ernste Ausgabe nicht nur der Parteien, sondern aller derer, die ein freies deutsches Vaterland Mr Kinder und Enkel wollen.
Ausstellungs-Briefmarken.
Für die Deuffche Gewerbeschau.
Man schreibt uns aus München: Für die Deutsche Gewerbeschau München 1922 hat der Reichspostnrinister die Ausgabe von Sonder- briefmarken genehmigt, die an allen deutschen Postämtern verkauft werden sollen. Deuffchland erhält dadurch seine ersten Ausstellungs- bttestnarken. Zur Erlangung von Entwürfen für diese Marken hat die Leitung der Deutschen Gewerbeschau sechs deuffche Künstler, die sich als Marken-Graphiker bereits einen Ruf erworben haben, zu einem engeren Wettbewerb eingeladen. Das aus acht Herren, darunter finff Künstlern, bestehende Preisgericht hat aus den Einsendungen Entwürfe von Professor Ehmcke-München und den Kunstmalern Franz Paul Glaß-München und Siegmund von Weech- München ausgewühlt, die dem Reichspostmini- ster zur Ausführung vorgeschlagen werden sollen. , t „
Professor Ehmcke, der die infolge der Ereignisse nicht zur Ausführung gelangten bayrischen Friedensbriefmarken gezeichnet hat, hat zwei Arbeiten eingereichi. Der Entwurf für die höheren Werte zeigt im Querrechteck den Reichsadler und das Münchner Kind! in Spitzschildern, die von Bändern umschlungen sind. Der Entwurf für die niederen Werre bringt nur das Much»-' Kindl. Franz Paul Glaß, von dem