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N«MMer 35.
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Freitag, 10. Februar 1922.
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12. Zahrgaug.
Langsame Wiederaufnahme des Verkehrs.
Ende des Streiks.
Eansfauie Wisoerau.nähme ser Arbeit.
Die Verhandlungen in Berlin zwischen der Reichsreg-lerung und den Vertretern cer Verbände haben endlich zu dem Ergebnis geführt, daß die StreitMrer sich bereit erklärten, den Ausstand, den sie frevelhasterweise amgestiftet hatten, zu beenden. Auf wessen Seite ist nun der Erfolg? Gesiegt hat Wohl kerne der beiden Parteien, weder die Ausitänaigen noch die Regierung. Es ist den Streikenden vom Finanzmi- mster mitgeteilt worden, daß die Gehälter der unteren Gruppen neu geregelt werden sollen. Das ist aber in Wirtlichkeit kern Streikerjolg, denn es waren ja schon vorher darüber Verhandlungen im Gange, und sisrer wäre eine Neuregelung auch ohne Streik vorge- nommen worden. Wir haben schon damals erklärt, daß wir eine Aufbesserung der unteren Gehaltsilassen für notwendig halten, weil diese Sätze nicht mit der Teuerung Schritt gehalten haben. Ueder Gruppe VI waren die Meinungen verschieden; selbst sozialdemokratische Blätter schreiben, daß diese Gruppe nicht hätte in den Streik zu treten brauchen, denn es gebe nicht nur bei Len Beamten, sondern auch unter den privaten Arbeitriehmern schlechter gestellte Lohnklassen. Die gleiche Ansicht vertreten die Verbände und Gewerkschaften, die sich von der Reichsgewerkschaft der Eisenbahner losgesagt haben. Tie Verhandlungen über diese wirtschaftliche Frage sollen nun fortgesetzt werden.
Don besonderer Bedeutung ist der politische Gesichtspunkt. Es muß leider festgestellt werden, oaß die Regierung politisch einen Schlag erlitten hat. Der Streikverbot- Erlaß des Reichspräsidenten und Verkehrsministers blieb ohne Wirkung. Selbst die Drohung mit Strafe und Disziplinar-Verfahren hatte die Ausständigen nicht veranlaßt, zum Dienst zurückzukehren. Sie wüßten, daß Bestrafung oder Entlassung in dem angedrohten Umfange nicht dnrchzuführen waren. Die Reichsregierung aber sieht sich jetzt genötigt, ihre Maßnahmen einzuschränken und nur noch die Führer des Streiks zur Rechenschaft zu ziehen. Wird die Regierung darin fest bleiben? Man vergegenwärtige sich doch einmal, mit welchen Jntrigueu der Streikbeschluß in Berlin am 31. Januar zustande gebracht wurde. Die kommunistischen Treiber Menne, Scharfschwerdt und Thieme arbeiteten mit allen Mitteln auf den Beschluß des erweiterten Vorstandes hin, der nur fünf Stimmen Mehrheit, zwanzig gegen fünfzehn, aufwies. Nun hat sich herausgestellt, daß diese Treiber schon in eigener Anmaßung drei Tage vorher (!), am 28. Januar, Boten in alle Tireltionsbezirke entsandt hatten mit einem versiegelten Schreiben folgenden Inhalts: ,Jn der Nacht zum 2. Februar, 12 Uhr, ist der Betrieb stillzulegen, gez. Menne, Thiemes Deshalb drängten diese Leute zum Streikbeschluß, überlisteten den erweiterten Vorstand der Reichsgewerkschast, handelten gegen den Willen der anderen Gewerkschaften und Beamtenverbände und schädigten das deutsche Volk um viele Milliarden Mark, abgesehen davon, daß sie über zahlreiche Menschen großes Unglück gebracht haben. Bezeichnend ist auch, saß die Streikanweisnng noch befahl: „Auch Milchzüge, Viehzüge und Lebensmittelzüge sind nicht zu befördern. Sie bleiben stehen, wo sie flehendi Tas kommt einer Hungerblockade gleich! Diese Willkür weniger Hetzer muß natürlich beseitigt werden. Tas deutsche Voll, das schon von außen her entsetzlich mißhandelt wird, darf nicht wieder solchen inneren Erschütterungen ausgesetzt sein!
Wie der nunmehr beendete Ausstand in Berliner Regrerungskreisen bewachtet wird, geht aus einer Auslassung hervor, die uns von vort geschrieben wird. Darin heißt es unter anderem: Wenn auch die wirtschaftliche Notlage der unteren und mittleren Gruppen der Beamtenschaft nicht zu bestreiten ist so bedeutet das Vorgehen der Streikenden den Anspruch einer einzelnen Gruppe von Beamten, der Gesamtb-it ihren Willen aufzuzwingen. Der Streik mußte naturgemäß vom ersten Anfang an auf den entschiedenen Widerstand nicht nur der Regierung, sondern auch der überwältigenden Mehrheit der öffentlichen Meinung stoßen. Von Anfang an fand er die auNnückliche Mißbilligung der obersten gewerkschaftlichen Vertretungen der Arbeiter, Angestellten und Beamten Deutschlands; insbesondere erklärte der Deutsche Beamtcn- bund, zu dessen Unterorganisation die Reichs- gewerlschast selbst zählt, daß er den Streif ver- urteile.
Schwierigkeiten bereitete bei den Verhandlungen die Frage der Tisziplinieri ng der Schuldigen. Der Standpunkt der Regierung gegenüber dieser Frage war ebenso, wie gegenüber dem Streit überhaupt, vorgezeichnet durch die Lebeusinteressen des Reiches.
Wie der Reichskanzler zuletzt noch einmal ausführte, ist das Kernproblem unseres Staates der Wiederaufbau unserer Wirtschaft, das Vertrauen der Welt zur deutschen Ordnung und Lcistungsfächigkett, also in erster Linie die Wahrung der Autorität des Staates. Nicht um leere Formen hat es sich gehandelt, sondern um die wichtigste Grundlage des Staates. Deshalb hat die Regierung, wie aus jenen Kreisen betont wurde, nicht mit den Stteikenden selbst verhandelt. Die Hinzuziehung der Reichs- gewerkschast zu den Verhandlungen ist vorgestern erst erfolgt, als die Reicksgewerkschaft sich der Erkenntnis nicht länger verschloß, daß der Streik abgebrochen werden müsse. Es ist nicht die Absicht der Regierung, eine Verfolgung der Mitläufer einzuleiten, aber die st a a t l i ch e Autorität muß sie für die Zukunft energisch wahren. Jetzt, da der gesamte Eisenbahnbetrieb wieder aufgenommen Wird, stellt sich auch heraus, daß innerhalb des Betriebes großer Schaden entstanden ist. Infolge des starken Frostes ist da und dort das Wasser in den L»ko- motivkesseln geftoren, wodurch ungeheure Kesselschäden verursacht wurden. Auf den Rangier- bahnhöfen sind Weichen verschneit und festge- ffemnit Es wird noch tcgelanger Nebenarbeit bedürfen, bevor der Verkehr wieder in normalem Zustande ist. K. F. Dr.
Nach dem Streik.
Die Spitzensrganisattonen beim Kanzler.
(Eigene Drahimeldung.)
Berlin, 9. Februar.
Der Reichskanzler hat für Sonnabend die Spitzenorganisationen zu Bera- hingen über die Urberteuerungszuschüsse, die Grundgehälter und die Arüettszeitgesetze eingeladen. — Rach einer Berliner Pressemeldung sollte für heute früh eine neuerliche Besprechung zwischen Beauftragten der Reichsgewerkschaft und der Regierung stattfinden über Ausfüh- rungSöestimmungen des Abkommens, das zwischen der Reichsgewerkschast und der Regierung getroffen worden sei. ES wird erklärt, daß derartige Besprechungen nicht stattfanden und auch nicht stattfinden werden, da von einem Abkom men oder einem Vertrage nichts bekannt ist, dessen Ausführungsbestimmungen beraten würden.
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Kommunistische Wühlarbeit.
Berlin, 9. Februar. (Telegraphische Meldung.) In Berlin versuchten die Kommunisten, die Bevöllerung in Verwirrung zu bringen. Sie verteilten Flugblätter, die bekannt gaben, daß die Regierung gestürzt und der Generalstreik proklamiert sei. Weiter wurden fragwürdige Zeitungen feilgcSotcn, in denen gesagt wurde, daß die Gefängnisse gestürmt und der Massenmörder Großmann befreit worden fei. Alle diese Gerüchte entbehren natürlich je- der Grundlage. Eine Reihe der Verbreiter foldjer Gerüchte wurde festgenommen.
Besserung des Verkehrs.
Erst in einigen Sagen voller Betrieb.
(Privat-Tclegramm.)
Berlin, 9. Februar.
Die Wiederaufnahme des Eisen-ahn- verkehrs int Reiche geht in normalen Bahnen vor sich. Im Eisenbahndirektionsbezirk Berlin werden von heute ab bereits wieder sechzig Prozent der fahrplanmäßigen Züge verkehren. In Groß-Berlin sind bis Mittwoch achtzig Prozent der streikenden Lokomotivführer und Eiseir- bahnangesteMen wieder zum Dienst erschienen. — Der gesamte fahrplanmäßige Verkehr im Reiche nnrd frühestens Mitte nächster Woche im Gange sein. — Aus dem Bezirk Hannover wird berichtet: Die Lage der Eisenbahn hat sich durch die Rückkehr der Streikenden gebessert. Verhandlungen mit dem Rest der Streikenden sind abgclehnt worden. Es werden, selbst wenn die Mehrzahl der Streikenden zurückkehrt, noch mehrere Tage vergehen, bevor ein voller Betrieb der Eisenbahn wieder aufgenommen werden kann. Zunächst werden vorwiegend Kohlen- und Güterzüge gefahren.
9 • ♦
Kohlenzstoe teerten auf Beförderung.
Dortmund, 9. Februar. (Privattelegramm.) 3m Ruhrrevier harren fast neunhundert K o h l en z ü g e ihrer Beförderung. Im Lanke des gestrigen Tages sind bereits verschiedene siüge in östlicher Rirhtuna abgcgangen, auch mehrere 3^90 in das besetzte Gebiet.
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MiMarden-Dertuste.
Berlin, 9 Februar. (Privattekegramm.) Im Reichsverkehrsministerium wird der Ausfall,
ser der Bahn infolge des Streiks entstanden ist, auf mindestens vier Milliarden Mark geschätzt. Hunderte von Millionen Mark Schaden sind durch das Einfrieren von Lokomotiv- kesseln in diesen Tagen entstanden.
Am das etreilfoer&ot
Die Richtlinien der Reichsregierung.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 9. Februar.
Die Regierung tritt heute zu einer Beratung über die Aufhebung der Verordnung deS Reichspräsidenten anläßlich des Streiks zusammen. Eine völlige Aushebung der Gültigkeit dieser Verordnung kann, wie ver. lautet, erst dann erfolgen. wenn der normale Betrieb bei der Eisenbahn wieder hergestellt ist. Für die Richtlinien, die bei der Haltung gegenüber den Streikführern und anderen Persönlichkeiten angenommen werden sollen, die sich besonders am Streik beteiligt haben, wird das Kabinett den Grundsätzen folgen, die Reichsverkehrsminister Groener am Dienstag geäußert hat. Dessen Leitsätze sollen von der Regierung übernommen worden fein. Der Reichskanzler wird im Reichstag in diesem Sinne eine Erklärung in der heutigen Sitzung abgeben.
Sin Wunsch 6er Sozialdemokraten.
Beritt-, 9. Februar. (Privattelegramm.) Die sozialdemokratische ReichstagSfraMon beschäftigte sich gestern mit der durch den Eisenbahnerstreik geschaffenen Lage. Dabei wurde die rasche Ausi Hebung der Verordnung des Reichspräsidenten als dringend erwünscht bezeichnet.
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Maßregelungen.
Berlin ,9. Februar. (Privattekegramm.) Tie ersten Maßregelungen anläßlich des Eisenbahnerstreiks find gestern erfolgt. Am Güter- bahnhof Spandau wurde vier Beamten das Betreten der Dienstgebäude auf Anordnung der Cfsenbahndirekt-on untersagt. Am Berschiebe- üahnhof Rummelsburg wurden Drei Beamte nach Hause geschickt, weil sie zu Sabotageakten während des jetzt beendigten Streiks aufgefordert hatten
Der Berliner Ausstand.
Streikberndigung der Grmrindearbeiter. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 9. Februar.
Gestern abend gaben die Streikenden und ihre Obleute den Beschluß bekannt, den S t r e i k der Gemeindearbeiter abzubrcche» und die Arbeit sofort wieder aufzunehme«. Der Magistrat wird sich heute mittag in außerordenüi- cher Sitzung mit den erfolgten Maßnahmen beschäftigen. — Die Streikleitung und die Spitzenorganisation der städtischen Arbeiterschaft ver, langte gestern nachmittag vom Oberbürgermeister eine Erklärung, daß auch bei Streikenden, die erst morgen wieder zur Arbeit erscheinen, von ei» ner Kündigung oder Entlassung abgesehen werde. Der Oberbürgermeister lehnte eine solche Erklärung ab. Der Magistrat misse dabei bleiben, daß die Arbeit, wie er angeordnet habe, am Dienstag wieder ausgenommen werden soll, te. Die Wiedereinsteklnng könne nur bei solchen Kräften erfolgen, deren Platz in der Zwischenzeit nicht besetzt ist ob. die unbedingt erforderlich find.
England und Frankreich.
Dereindarung über Kleinasien.
(Eigene Drahrmeldung.)
Paris, 9. Februar.
Pariser Blätter glauben, daß die englisch- französischen Meinungsverschiedenheiten in der Orientfrage größtenteils aus dem Wege geräumt seien. Dem Vernehmen nach ist das Einvernehmen auf folgender Basis zustandegc- kommen: 1. Sicherheit für die Christen in Kleinasien. 2 Smyrna wird unter türkischer Oberherrschaft selbständig werden. 3. Grenzberichtigung in Thrazien. 4. Einvernehmen über Zwangsmaßnahmen, falls Türken oder Griechen das Abkommen verletzen sollten. Man denkt in diesem Falle an eine Blockade der kleinasiatischen Küste. 5. Das von Franklin Bouillon mit Mustapha Kemal beschlossene Abkommen tritt in Wirksamkeit, nachdem es Abänderungen erfahren hat.
Klrchen-Narlament.
Die verfassunggebende Kirchenversammlung.
»es gestrige letzte Tag 6es Aussprache in der ver' sassunagebendeaSirchenvrrsammluag tnltaffel gad der ersten Phase eine» wirkungsvollen Abjchlutz
Die Aussprache Wer die künftige Verfassung der Evangelischen Kirche in Hessen drehte sich um die Kirchengerichtsbarkeit. Den Ausführungen des Senatspräsidenten Dr. Heldmann war zu entnehmen, daß es sich darum handelte, den kirchlichen Krelsvorstünden eine Gerichtsbarkeit zu geben und als Berufungsinstanz ein Kirchengericht, das berufen ist, zu entscheiden über die Berufung über Urteile des Kirchenkreisvorstandes, über Einwendungen ge- ,gen Klrckenältestenwahlen, Verlust des Wahlrechts und Entlassung von Kirchenältesten aus dem Amte, über Berufungen von Diözesen, Disziplinarverfahren gegen Geistliche und Kirchenbeamte. gegen Entscheidungen des Konsistoriums usw. Mr den Landesoberpfarrer gibt es nur ein Gericht und das muß dieses Oberlandeskirchengericht sein, dem weiterhin unterstehen Berufungen von Kirchengemrinüen gegen die Zwangsetatisierungen des Konsistoriums. Der Antrag der Religionslehrer wurde nicht besprochen, und zwar auf Anregung des Antragstellers Lyzeal- lehrers Hassenpflug, weil die Versammlung ihn noch nicht in Händen hatte und weil zu Anfang der Versammlung der Antrag gehrefit worden war, einen Ausschuß zu bilden, der diese wichttge und schwierige Frage behandeln und bann der Vollversammlung darüber Bericht erstatten sollte. Da dieser Ausschuß nicht zustande gekommen war, beantragte Lehrer Hassenpflug, von einer Behandlung des jetzt vorliegenden Antrags abzusehen und ihn eventuell einem besonderen
Ausschuß für Religionsunterricht
oder aber dem Versa ssungSausschuß zu Werwes, sen, der daun zur Behandlung einen besonderen Unterausschuß einsehen möchte. Letzteres wurde ohne Besprechung angenommen. Damit war die erste Lesung der Verfassung am Ende und S«- perintendent D. Klingender wies in seiner Schlußansprache darauf hin, wie in diesen Verhandlungen immer und überall das Bestreben kund geworden wäre, sich durch einmütige und eifrige Mitarbeit dafür einzusetzen, daß die zu schaffende Verfassung so gestaltet würde, daß sie dem Heil unserer Landeskirche dienen könnte. Der Redner hob hie wichtigsten Punkte noch einmal bevor u. wies dabei attf das Ergebnis der Aussprache hin. das u. a. besieht in der Ermöglichung der Schaffung einer einheitlichen Kirche und der Einführung der Urwahlen für die künftige Gesamtsynode. Ein Scklußgebet gab der Tagung den feierlichen Ausklang. Es Most ficb ein« kurze Sitzung des tags zuvor gewählten
Verfassungs-Ausschusses
an, in der Superintendent D. Klingender zum Vorsitzenden und Superintendent D. SB i f • femann zu seinem Stellvertreter gewählt wurden. Wetter wurde beschlossen, in der Woche nach Ostern zur Aufnahme der zugewiesenen Ar. beit in Kassel zusammenzntreten. Den Mitglie- dcrn des Verfassungsausschusses soll nach Möglichkeit mitgeteilt werden, wie die Verfassungen anderer Kirchenbezirke bis jetzt aestaltet sind, besonders die der altpreußischen Provinzen. Deren Beratungen sollen noch vor Ostern abgeschlossen werden. Hat dieser Ausschuß seine Tä, ugkeit beendet, so ffolgt feie zweite Lesung und sodann die gutachtliche Anhörung der 6. Gesamt- ftmode. Dann erst kann feie endgültige Festsetzung der Verfassuna in feer letzten Vollversamm- iung der Kirchenversammlung vor sich gehen. Das wird vor dem Herbst nicht erfolgen können. Die Versammlung, die immer mehr Zuhörer aus die Tribünen gelockt hatte, ging somit zu End» Der Ausschuß hat jetzt das Wort ... -m-
Oesterreichs Ende.
Tie letzte Hoffnung auf Kredit.
Die letzten Demonstrationen in Wien haben mit einem Schlage den hohen Ernst offenbart, mit feem feie gegenwärtige wirtschaftliche und politische Lage Oesterreichs bewachtet werden muß. Der Sanierungsplan des Finanz- Ministers Dr. Gürtler ist in sich zusammen- gebrochen. Nichts hat mebr geholfen, und selbst feie Aus rhlung des siebenfachen Januargehalts an die Beamten und städttschen Arbeiter Hai keine Entspannung der Lage herbrlführen können. Die Krone setzt ihren katastrophalen Lauf nach unten fort, die tschechische Krone ist auf fast zwei- hundert gestiegen, der Dollar auf zehntausend, das englische Pfund auf fast 44 000. Eine Autorität scheint cs in dem Staate nicht mehr zu geben, da selbst die Angehörigen der Reichswehr sich au den Larmszenen vor dem Parlament beteiligten und fleißig mitschrien.
Man darf sich aber dennoch nicht verhehlen, daß das kleine Deutsch-Oesterreich gerade in