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Mittwoch, 8. Februar 1922.

Kaffelsr Neueste NschschLeK

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Neues aus Raffe!.

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c r v e r e i n s fand bei überfülltem Saale! MM ter inten Wei!

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Sonntag 2

Vorstel­lungen

4 a. 7*/= Uhr

weiiergehenden Postsendungen an den Gncpunr tcn der Züge Anschluß itnb Weiterbeförderung erhalten, ist nicht bekannt. Ter Eingang von Postsachen in Kassel beschränkt sich nach wie Vor auf die Sendungen aus den bcnaAmrten Gebie­ten. Von weiterher gelangen Briete nur aanz vereinzelt und unregelmäßig bierber. Es sind außerdem Postkraftwagenlinien zwischen Bebra und Hünfeld sowie Hünfeld über Fulda nach Hanau in Tätigkeit getreten, die in Hünfeld An­schluß nach Erfurt und in Hanau Anschluß nach Frankfurt haben. Tiefe Krastwagenverbindun. gen vermiteln den Postverkehr Kassels mit den südlichen Teilen des Regierungsbezirks so'.vie Anschlüsse nach Berlin und Frankfurt. Personen werden,, soweit möglich, mitbefördcrt. Wegen

Herstellung einer Krastwagenverbindüng zwi schen Marburg über Gießen nach Frankfurt schweben noch die Verhandlungen

Phynoroi

A wirke. Schutz geg. gnnps, Erkältung, Küsten, Katarrh, Riisusnatismus usw. PhynOFOl wirkt rasch Eäsesd ans die im Bürte sich bi!d??iLen Erkälturlgsprsdukte, bringt dies« zrrr Qütfföfung und Ansscheidunz und beugt daher SrÜltLnsSkrcmr« beiten wirksam vor. Äberzeugcn Sie sich von der Zuverläsfi5?eit! )n allrn ttpotheken und Drogerien erbÄLrch.

Tie Postbefördrung,

Am Sonntag ist je ein E lenüahnzug in der Richtung nach Marbura. Bebra, Köttingen, Halle, Volkmarsen abgegangen und zur Posrbe- förderuna benutzt worden. Von gestern ab sind auf sämtlichen von Kastel abgebenden Strecken Züge abgelasten worden, sodaß Gelegenheit zur Absendung von Postsachen nach allen Ricktun-

LMM SiMkivM L°«L

Ktkchen-Vgrlament.

BerfastunggeLendc Kirchcn-Versammlnng.

Rach dem Abschluß der großen Aussprache über eine Vereinigung der drei Kircheu.gemein- schaften in Hessen begann, wie schon berichtet, die Aussprache über Gemeinde,. Pfarramt uns Presbvterium. Dabei widersprach Superinten­dent Landau der Wahl des Pfarrers durch die ganze Gemeinde. Ter Pfarrer müsse viel­mehr von der Kirchenbehörde bestellt werden, je­doch im Einvernehmen mir der Gemeindever­tretung. Lokomotivführer Geck betonte die Wichtigkeit des evangelischen Pfarrhauses, das ein Segen, aber auch ein Fluch sein könne. Der Pfarrer müsse finanziell unabhängig sein. Auf­gabe der Kirchenversammlung sei es, die Stel­lung des Pfarrers zu sichern, aber auch sein Hand- in Handarbeiten mit der Gemeinde zu gewährleisten. Lebhaftes Bravo und Hände- llatsü'en wurde dem Redner zuteil. Auch Pfar­rer Stein halt die Mitwirkung von Laien im Gottesdienst für wünschens­wert. Tann svrach sich Senatspräsident D. He l d- maii.it für die Aufhebung oes Bor­schlagsrechts des Patrons bei der Pfarrstellenbesetzung aus. Ein Vorschlag von Pfarrer Martin betraf die gelegentiicke Worrderkündigung durch Religionslehrer und betonte, daß die evangelische Kirche eine Volks­kirche, nicht Staatskirche sein müsse, die frei von aller Parteipolitik ist. Der Redner fand starken Beifall. Schließlich bat Metropolitan Schäfer die Kommission, in der Aufhebung der Patro- natsrechlc vorsichtig zu sein. Allgemeine Zu­stimmung fand Lehrer Walther, als er dafür eintrat, eine solche Kirche zu schaffen, daß auch die großen M-affsn wieder in die Kirche kom- men.- dazu müßten wtr die Wahre Vclkskirche haben unter Mitwirkung der Laien. Die Montags-Sitzung beschäftigte sich unter anderem mit der Geschäftsordnung für den Perfassurtgs- ausfchuß und mit der Frage der Beibehaltung der Klassen. Am heutigen Dienstag gab es die Tortsetzung und vor allem eine Erörterung über eine i

Verkleinerung der Diözesen?

Gleich zu Beginn standen sich zwei Ansichten scharf gegcnüocr. Superintendent D. Wijse- m a n n lehnte unter Heiterkeit in der Versamm­lung eine gestern empfohlene Amtsbezeichnung ab mit den Worten:Bewahren Sie uns vor einem Prop ft' Schon jetzt macht die Aus­sprache oen Superintendent in weiten Streifen Schwierigkeiten. Vielfach werden einige '$«&> suchen angehängt. Lei Propst konnte es ge­schehen, dat; em Buchstabe wcggelassen wird! Die Frage ist ernstlich zu prüfen, ob Superintendent und Metropolitan noch nebeneinander bestehen sollen urro ebenso die Klassen und Diözesen. Rach Ansicht des Redners müssen die Klassen, wie sie jetzt sind, ausgehohcn werden. Tie Metro­politanen sollten anfhören zu bestehen. Es geht nicht anders. Der Vorschlag des Redners geht dahin, die Superiniendenturcu iu verkleinern und mit den staatlichen Streifen zusammen fallen zu lassen Früher deckten sie sich mit den Aem- tern, die aber 1821 in die heutigen Kreise um» gewandelt wurden. Jetzt sind die Kreise ge­läufig und angenehm geworden. Die Bezirke sind jetzt zu groß und der Suvetürkendent muß so viel bureaukratische Arbeit leisten, daß er sich nicht genügend der geistlichen Tätigkeit widmen kann. Mit der Revolution ist bekanntlich der heutige Dureaukratismus nicht f/ngegangen, im Gegenteil, er bat sich immer mehr entwickelt. Die Landbewohner haben viel in der Kreisstadt zu tun, dort müssen sic auch den Superinten­denten finden. So aber hat der Bewohner des Kreises Wolfhagen nach Hofgeismar zu gehen. Aehnlich liegen die Dinge auch wo anders. In den Diözesan-Shnolden. so war gestern gesagt worden, holt mau sich oft nur kalte Füße, aber es Hai auch fchon warme Herzen und manche Anregung gegeben, nur müssen mehr örtliche Dinge erörtert werden, die den Leuten vor der Tür liegen, und nicht kedialich vonoben voc- gefchriebene Gegenstände. Weiter ergibt sich der Fall, daß der Pfarrer in Hombressen ultramon- stm ist, das beißt zwifchen feinem Amtssitz und seiner Klasse liegt der gewaltige Reinhardswald! Anderer Ansicht war Suverintendent Landau Rach dem Vorschlag Wissemann müßte feine Diözese geteilt werden in eine solche von Mar­burg und Kirchhain. In letzterer gibt es viele versprengte Gemeinden in vorwiegend katholi­schen Gegenden Bei der jetzigen Einteilung ist seine Diözese viel freier als bei einer verklei­nerten. Ei tritt mit warmen Worten für die Beibehaltung der Metropolitanen ein. Oberhes­sische Abgeordnete stehen aus dem gleichen Standpunkt und fordern: Laßt uns die seit Jahrhunderten geschlossene Diözese! Die Tagung dauert noch an!

Nr. 33. 12. Jahrgang.

Berliner Börse.

Berlin, 7. Februar. «Prkvattelegramm.s Die GeschÄftsstitte hält noch an. Trotzdem liegen von der Spekulation Aufträge vor, die eine Festigung herbeiführten. Am Devisenmarkt ist der Stand unverändert. Der Dollar wurde mit 203 bis 205 gehandelt.

lArbetts-Sinstxkuklg.

Leipzig, 7 Hebrnar (Privattelegramm.) Die Arbeiter des Fern-Kraftwerks. das einen Teil der Rcichshaupistadt mit elektrischer Kraft verficht, haben die Stromversorgung zum groß ten Teil eingestellt.

Die Eisenindustrie.

Paris, 7 Februar. (Eigene Trahtmeldung) Bei den Besprechungen deralliierten" E'srn- industriellen zwecks einer Regelung deS Aus­fuhrgeschäftes herrschte in der Notwendig, feit des Zieles völlige licbereiHftimmitng. Schwierigkeiten ergaben sich hinsichtlich der Mit­tel und Wege. Die Engländer erklärten ihre Geneigtheit, die deutsche Eisenindustrie sofort zu einer Verständigung znzulafsen, wahrend von französischer und belgischer Seite sich Widerstände hiergegen erhoben.

Die Lage in Münden.

Unser Mündener Mitarbeiter beritt!et: Bon den Folgen des Streiks an der Bahn beginnt man allerorten etwas zu merken. Am Fre-ran sehlten an verschiedenen Stellen die nötigen Barmittel zur Lohnzahlung, die erst später durch ein Jnterimsposiauto aus Göttingen herange­bracht wurden. Leider bat der starke Schneefall den Verkehr dieser Auslülfö-Postautos zwischen Göttingen-Münden-Käflel feit vorgestern unmög­lich gemacht.

Var­ia nehmste Z Klein- " kunst-

BÜHNE Mittel­deutschlands

sechzehn Lehrlinge »ugewiesen. Ende Januars gen besteht. Wie weit die Züge geben und ob bie standen im Genüsse der Erwerbslvsen-Unlerstüt--""""^'""'^''".. s,«..

5ung 278 Personen, darunter 259 erwachseoc

Männliche und achtzehn Jugendliche.

Ein diplomatischer ÄMifchensall.

London. 7 Februar. (Eigener Dratztbericht.) Steurer meldet ans Konstantinolwl, daß die Vor. Bereitungen zur Abhaltung eines Requiems für Papst Benedikt dcn Fünfzehnten zu ei­nem diplomatischen Zwischenfall Anlaß gaben. Der französische Lberkommiffar hatte sich mit der Vorbereitung dieses Trauergottesdiep- stes befaßt und sich dabei aus das Frankreich zu- stehende Recht des Schutzes der Angehörigen der römisch-katholischen Kirche in der Levante beru­fen. Tie Oberkommissare Englands und I t a l ie n s erklärten aber, daß dieses Recht mit der Konferenz von San Remo erloschen fei. Folgerichtig blieben sie mit den militärischen Vertretern von der Trauerfeier fern.

Tritt Lloyd George zurück?

Paris,?. Februar. (Eigene Trahtmeldung) Der Londoner Berichterstatter derTimes" spricht von der Möglichkeit des Rücktritts Lloyd Georges. Dem Premierminister fei von einfluß­reiche» Persönlichkeiten zu diesem Schritt geraten worden. Seine Entscheidung ist noch nicht erfolgt

statt. Der Vorsitzende gab zunächst $toei Einga-1 den bekannt, die der RciÄsverband der Ruhe- franbsl'canten und Hinterbliebenen am 12. Ja­nuar an da§ Reichs- und Preuß. Fmanzmini- sterium gerichtet hat. Tarin ist gebeten wordea, möglichst umgebend veranlassen zu wollen, daß die Ruhestaudsbeamten und Hinterbliebenen in den Besitz der ihnen nach dem Gesetz vom 21. November 1921 znsiehenden Bezüge gelangen. Sodann nahm der Verein Stellung zu dem Ent­wurf eines Pensionskiirzungsgeketzes. Man: war der Ansicht, daß Einkommen vom Verdienst bis 5000 M an der Pension nicht gekürzt werden dürften. Mit Bezug aus d-e cingetoetcne neue Teuerung wurde gleicher Orts- und Teuerungs- Zuschlag mit den noch im Amt stehenden Herren gefordert. Zum Schluß wurden noch zwei Bitt- aesuche an den Reichsverband und Beamtenbund befchlosseu, worin gebeten werden soll, nochmals die Eingaben vom 12. Januar an die Finanz­ministerien zu wiederholen, weil immer noch keine AnsführungsbesümmunHen zu dem Gesetz vom 21. November 1921 erlassen seien.

Der Kasseler Sieber herein e. V. hielt dieser Tage seine ordentliche Hauptversammlung im Vereinslokal ab. Aus dem Jahresbericht er­gibt sich, daß der Verein eine erfreuliche Auf- wärtsHewegung durchmacht. Die Nenanfngh- men im letzten Vereinsjahr betrugen 114, der heutige Gesamtbestand 361 Mitglieder, hiervon sind 179 aktive Sänger. Der Verein trat im letz­ten Jahre in vier eigenen Konzerten an die Oeffentlichkeit. davon in Kassel drei und in Det­mold eine. Zwei auswärtige Brudervereine - den Detmolder MännerKor e V. und den Män- nergesanaverion Einigkeit c. P., Bochum konnte der Liederverein in Kassel Gastfreundschaft ge­währen. Von geselligen Veranstaltungen ist be­sonders die nachträgliche Feier des fünfzigjähri- geu Stiftungsfestes und eine Sängerfahrt nach dem Teutoburger Walde und in die Weserberge zu erwähnen. Die VorstauLSwotzl hatte folgen­des Ergebnis: i. Vorsitzender Vennessunassekre- uär Carl Heyn. 2. Vorsitzender StadtoberiekretLr Heinrich Burhenue. 1. Schriftführer: Kaufmann Franz Rohrberg, 2. Schriftführer Stadtassistem Rudolf Dietrichs: 1. Kassenführer Oberposffekre- tär Friedrich Mennineimaun. 2. Kaffenführer Generalagent Christian Gewicke; 1. Singwart: Kaufmann. Carl Löwe. 2. Singwart Dekorateur Carl Oehle. Musikalischer Leiter ist Gesanglehrer Julius Hesse.

LokÄrrachrMKm vom Tom.

Rentenempfänger und Einkommensteuer. Nach dem Gesetz zur Abänderung des Einkom­mensteuergesetzes vom 20. 12 1921 und nach der Berechnung des Herrn Reichsministers der Fi­nanzen vom 22. 12 1921 zur Abänderung der Durchführungsbestimmungcn sind die Bezüge aus der Angestellten-, Unfall-, Invaliden- und Hiutcrbliebenenversichenmg nicht mehr als Ar­beitslohn im Sinne des Einkommensteuergeset- zes anzusehen, daher kommt ein Steuerabzug durch die Landssversicherungsawstalt bei der­artigen Zahlungen nicht mehr in Frage. Die Einsendung der Steuerbücher durch die Renten­empfänger erübrigt sich daher.

4- Bestandene Gerichts-Referendar-Prüfung. Bei- d-ern hiesigen Oberlandesaerichi hat eine Prüfung von ReLtskandidattn dieser Tage toiebenmt stattgefunoen. Es bestanden dabei die Herren Schilling, Serbe und Fischer von hier und wurden demgemäß zu Gerichts-Referenda­ren int Bezirk des ObeclandeSgerichts Kassel er- nannt

4- Der 75. Geburtstag. Tie weiteren Kreisen bekannte langjährige Garderobefrau der Mur- hardschen Bibliothek, Frau Wilhelmine G a n - des, die auch heute noch ihres Amtes waltet, begeht am heutigen Dienstag ihren 75. Ge­burtstag.

Die Schupo, das Mädchen für alles! Ein junger Mann benachrichtigte gestern die Schupo, daß er ein hilfloses junges -Mädchen auf der Straße angetroffen habe. Irr der Tat lag da ein zweinndzwanzigjahiiges stellungs» und wohnungsloses Mädchen, das unmittelbar vor­der Niederkunst stand. Ne Schupobeamten nah­men sich des heiklen Falles an, riefen das Sani­tätsauto der Feuerwehr herbei und sorgten da­für, daß der kleine Erdenbürger statt auf tu-r Straße in der städtischen Entbindungsanstalt das Weltenlicht erblickte. Es war aber aller­höchste Zett.

4- Eine Granate in der Fulda. Der Wasser- staud der Fulda rst durch Oefsnen der Schleusen stark gefallen. Drei Schüler fanden nun gestcru in einem frei gelegten Teile des Fuldahettes eine Granats itub taten das einzige Richtige, was sie tun konnten: Sie lieferten das Geschoß auf der Wache B der Schupo ab.

Selbstmord im Gefängnis. Im hiesigen Landzerichtsgesängnis schnitt ein Unterfuchungs- gefangener aus Berlin, der mit einem Trans­port hier in Kassel liegen geblieben war, nachts lein Hemd in Streifen, drehte daraus einen Strick und erhängte sich am Fensterkreuz seiner Zelle.

Allerlei vom Tage. Ein felffamer Fund wurde gestern in der Parkstraße gemacht: Es war ein blutiges Paket. Ein Manu brachte es der Schupo. Tort wurde es geöffnet. Der In­halt bestand in dem Kops und den Beinen eines braunen Dobermannhundes. Der Rumps fehlte. Möglicherweise ist er bei den jetzigen teuren Zeiten in eine Bratpfanne gewandert. Ge­stern abend gegen 7 Uhr kam es in der Zeu g- hausstraße zwischen Verwandten zu einer Schlägerei, die bedenkliche Formen annahm. Erst dem Einschreiten der Schupo gelang, es, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Aus der Fuldabrücke wurde gestern abend gegen 9 Uhr ein Mann tobsüchtig. Nur mit Mühe konnte er überwältigt und in die Marinebahre der benachbarten Saniiätswache eingeschnürt werden. Dann erfolgte die Uebersühruug nach dem Renthof-Rcvier.

- Wie wird das Wetter? Das amtliche Wet­tertelegramm sm Mittwoch besagt: Fort­dauer des heiteren Frostwetters!

Veranstaltungen am Mittwoch. Staats- theatei: .,La Traviata, 74 Uhr. Resi -- d.? f.Z - pere11entheate 'r:Die Czardas- furstin, 75<i Uhr. Neues Theater:Her­mann. was hast Du gemacht?, 7% Uhr. Winzer st üben: U. a. Lene Reumann. Hassia-Lichtspiele:Maeiste.

Die SLreMage.

Zerstörungsvcrsuche an den Bahnanlagen. (Ciüeuer Trahtbericht.,

Frankfurt a. M.. 7. Februar.

Die Lag: im Eiscnbahnersireft wird ver­schlechtert durch die sinnlosen Sabotageaktc, über die aus dem Reiche wieder eine Anzahl Meldungen rvrliegen. Gestern wurde in Frank­furt n. M. versucht, sie Bahnanlagen zu zer­stören. Die Technische Rothilse wurde aus dem Mainkraftwerk gewaltsam vertrieben. Auf den Geleifen angebrachte Sprengkörper wurden zur Explosion gebracht. Es wird gemeldet, daß eine Besetzung der Frankfurter Bahnanlagen durch die Franzosen erfolgen soll Heute abend wird sich die hier zurzeit tagende General-Ver­sammlung des sozialdemokratischen Truisäzen Eisenbahncrverbatrdes mit dem Thema beschäfti­gen:Abbruch oder Fortsetzung des Streiks". Eine Abstimmung wird sich auschließen.

Rückkehr zur Tirveii.

Berlin, 7 Februar. (PrivattelegramrM Die Meldungen aus dem Reiche lassen erkennen, daß die Neigung zur W i c d e r a u f n a h m e der Arbeit wächst. In P a de r b o r n sind sech. zig Lokomotivführer zum Dienst znrückgeSehrt, in Soest besteh», Neigung zur Wiederaufnahme des Dienstes In B a ry r n haben die Lokomotiv­führer deS Deutschen Eifenbahnerverbandes in einer neuen Abstimmung mit überwältigender Mehrheit den Streik adgelehiit. Dreiundreißig bäurische Lokomotivführer würben entlassen. In 9Jtcgscburg sind fünfzehnhundert Werk- fiähenarbcitcr ausgefperrt und rund fünf- tausend Arbeiter durch den Streik beschäfti» guugslos geworden. In Oldenburg haben sich die Lokomotivheizer geschloffen zum Dienst gemeldet nrrd in Essen wurde von sämtlichen Eisenbahnerverbänden die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit vroftamicrt.

Berlin Hoss! auf Besserling.

Berlin, 7. Februar. (Privattelegramm) In Berlin sieht man die Lage vorläufig hoff» n u n g s v o k l an. ES herrscht die Arffchauurlg vor, daß der 'Ausruf der Oiewerkschasten, der zttr Wieoeraufuahme der Arbeit auffordert, so­wie das U l t i m a t u m des Eisenbalmdirek- tions-Präsidenten, wie des DiagiftratS. ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Anffo mehr, als sich auch die Berliner Hochbahn und die Kraftdrofchscnführer bei der Urabstimmung ge­gen den Streik ausgesprochen haben. Heute nachmittag finden in Berlin sechs co»t der Streik­leitung cinbernfene große öffentlick)e Versamm- lungrn statt, in denen zu der gegenwärtigen Lage Stellung genommen werden soll

4.12 Uhr nachmittags 1

WaldkavpelKüüelz Zug Nr. 365 Kassel 10. 52 Uhr norm. iCB^e Gewähr!)

Nach einem Aushang der Eisenbahndirettion Verkehren bis auf Weiteres folgende Kige mit PersoneubeförLcrung zwischen:

KasselKirchditmoldWffhelrnshöhe: Tz. 5C2 Kassel abl.22 Uhr nachm.; Tz. 516 Kassel ab 3.2g Uhr nachm.

WilhelmshöheKirchDittnoldKassel: Tz. 511 Kassel an 2.02 Uhr nchm.: Tz. 403 Kassel an 3,45 Uhr nachm. Ferner ein Triebtoagenzugpaar im Plane der Personenzüge 266/624 staffel ab 7.20 Uhr abends, Kassel an 7.45 Uhr abends.

KasselBeör»: Zug Rr. 625 Kassel ab 8.15 Uhr beim., Nr. 615 Kassel ab 4.40 Uhr nachm.

BebraKassel: Zug Rr. 620 Kassel an 2.52 Uhr nachm.; Nr. 652 Kassel an 11.58 Uhr ahüs.

KasselMarburg: Zug Nr. 774 Kassel ab 5.47 Uhr barm.; Ar. 778 Kassel ab 4.30 Uhr nachmittags.

MarburgKassel: Zug Nr. 777 Kassel an 12.44 Uhr nachm; Nr. 793 Kassel atf 7.07 Uhr nachmittags.

KasselBestwig: Zug Nr. 614 Kassel ab 5.02 Uhr vorm.; Sir. 458 Kassel ab 4.40 Uhr nachm.

BestwigKassel: Zug Nr. 613 Kassel an 2.18 Uhr nachm.; Zug Nr. 617 Kassel an 11.58 Uhr abends.

KasselElze: Zug Nr. 775 Kassel ab 8.45 Uhr vorm.. 9er. 787 Kassel ab 4.19 Uhr nachm.

ElzeKassel: Zug Nr. 782 Kassel an 7.22 Uh vorm.: Nr. 778 Kassel an 2.30 Uhr nachm.

Ka ffelNordhausen: Zicg Nr. 575 Kassel ab 10.49 Uhr vorm.; Nr. 577 Kassel ab 4.40 Uhr i nachmittags.

NnrdhmisenKassel: Zua Nr. 578 Kassel an 1.50 Urr nachts; Nr. 580 Kassel an 8.07 Uhr vrm.

KasselWaldlaprel: Zug Nr. 238 Kassel ab

Täglich 7 Uhr KONZERT (warm« Küche)

8 Uhr 10 Künstler von Rang :

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Der Streik in Kassel.

Roch immer unveränderte Lage.

Wer in den letzten vierundzwanzig Stunden ttrf dem Bahnhof gewesen ist, findet ein Bild cor, das dem an den letzten Tag-n nur unmerk­lich verändert gleicht. Noch immer die Toten­stille. Hiev und da sieht man Beamte, Rothel­fer oder Schupo, sonst ein paar Leute, die Aus­kunft wünschen über abfahrende Rotzüge. Tie Hauptfrage ist immer, ob irgendwo ein An­schluß besteht, um größere strecken zurücklegen zu können.

Vor dem Bahnhof finden sich dann und wann einige Gruppen beisammen, aus beiten heraus die unglaublich unsaMichen Sachver- iiLudigenäußerungen zu vernehmen sind und Nachrichten werden weitergegeben, die gera­dezu unverantwortlich sind. Natürlich werden Streikgründe, Schuldftage und Streikausisichten lebhaft erörtert. Manche bissige Bemerkung fällt, aber auch manche beruhigende. Die Lager sind fcharf geteilt. Jedenfalls ist die Lage un­verändert.

Wie wir hören, nimmt die Zahl der Dienst- willtgcn zu. Nachdem d:e größten Schneelstn- derttisse überwunden sind, beginnt der R o i - verkehr festere Formen anzunehmen. Mit Pünktlichkeit kann naturgemäß nicht gerechnet werden. Erfreulich ist, daß im Gegensatz zu an­deren Streikgebieten hier in Kassel und in der Umgebung keinerlei Zwischenfälle vorgekommen sind, die polizeiliches Einschreiten erfordert hät­ten. Gerüchte über Perhüstungen bestimmter Perfünklchkeiten. die gestern umliefen, entbehren jeder Grundlage. Ruhe und Geduld sind der nun einmal geschaffenen Lage gegenüber unenr- behrlichi

haus ersten Ranges Bür^rtiohe Preise

Sehenswert

Jeden Mitlivsch um! Sonnabend 4-Uhr-Teo (Eintritt frei)

Ter Einsatz der Technischen Noihilse geht in alter Stärk: weiter. Nur einige kleinere Grup­pen sind zurückgezogen worden, bte an verschnei­ten Stellest eingesetzt worden waren, um Geleise und Weichen zu reinigen itttb betriebsfähig zu geaalten. Zum Teil ist die Nothilfe auch aus- wärrs eingesetzt worden, so kn Marburg. Wider­stand hat sie nirgends gesunden, dagegen ist dec Zugang sehr stark. Zahlreiche geeignete Leute melden sich zum Hilfsdienst, die in ruhigen Zei­ten, wie uns erklärt wurde, eine gewisse Zurück­haltung an ben Tag legten.

Der Nvtfahrplan.

Heutige Lage

Heute mittag war die Lage die, daß eine Iang= same Älffwärtsbewegung des Notdienstes seitzu- stellen ist. Dabei bleibt cs aber. Im Vergleich zur allgemeinen Lage sind die Verhältnisse in Kaffe! noch günstige. Dieser und jener Beamte komm! wieder. Allerdings . . . was bis jetzt er­schienen ist, stellt nur einen aaur kleinen Bruch­teil der Streikenden dar. Das trifft namentlich auf die Sokomvrivfiihrcr zu. Es haben sich auf d:e gestrigen Ausrufe bin schon Pensionierte'unp auch einige Frauen gemeldet.

Dksserung des Äerkehrs.

Amtlich wird uns heute mittag nemelbet: Durch Heranziehung von Arbeitswilligen ist es gekungow, den Güterverkehr in stärkerem Umfange durchzuführen, insbesondere die Be- foroervng von Lebensrnitteln und sich» J e n. Der Dienst auf den großen Rangierbahi'.- ho;en konnte gleichfalls ausgedehnt werden, so daß die bisher abgestellten Frachten bald c6gc» fahren fein werde!,. 2Te Kohkenversorgüng der Industrie wird im Benehmen mit den notteiden- den Werken nach Möglichkeit durchgeführt. Der Personenverkehr ist weiter avsgebaut, so daß jetzt auf jeder Strecke mehrere Ziige in jeder Richtung verkehren und der Anschluß aus die lievergangsstatlonen in die Rach-bar-Direk- tionsöezirke tunlichst gewahrt wird.

Die Technische Nothilfe.