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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

£te Kasseler Neuelien Siachrichten erschetnen wöchenUtch sechsmal und xwar abend«. Der LdannenientSxreiS betragt monaMch 10. Mark bei tretet Zustellung inS Haus. Aus- wärt« durch die Poft bezogen 10. Mark monatlich einschlteblich Zustellung. Bestellungen werden -ebera-Ot von »er EeschäftLstelle oder »en Boten entgegengenommen. Druckerei, Verla» und Redaktion Echlachthofstraße 28/30. chür unverlangt eingesandl« Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem stalle übernehmen. Rückzahlung de« BezngSgelde« ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

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Hesflsche Abendzeitung

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Nummer 32.

Fernsprecher 951 und 952

Dienstag, 7. Februar 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahr ang.

Die Gtreiklage ist noch unverändert.

K. F. Dr.

ziehen,

Der Ausstand

Einsetzung der Rotsiilse.

Verhandlungen in Berlin

Berlin, 6. Februar. (Privattelegramm.) Die zuständige« Behörden haben im Lairfe des gestrigen Vormittags den Einsatz der Techni­schen Rothilfe angcordnet. Nachmittags drei Uhr erfolgte Alarm. Bald darauf wurden die verschiedenen Wasserwerke besetzt. Nach kurzer Zeit waren die Wasserwerke wieder in Gang gebracht. Acht Zehntel der Bevölkerung von Berlin konnten infolge dieser Maßnahme noch am Nachmittag wieder Wasser erhalten.

Die Hoch- und tlntergrundbadn.

Berlin, tz. Februar. (Privat - Telegramm.) Das Personal der Hoch- und Untergrundbahn hält sich vollkommen von der Streikbewegung fern. Bis jetzt ist es gelungen, diese Berkehrs­anfialten in Berlin aufrecht zu erhalten. Aller­dings ist für heute eine Versammlung der Funk­tionäre bei diesen Betrieben einberufen worden. Auch die Omnibuösührer vnd KrastdrosckfkenfAh.

Berlin. 6 Februar. (PrivaittÄegramm.) Die ter werden sich im Laufe des heutigen Montag Reichsgewerkschaft hat noch gestern abend zu der mit der allgemeinen Streiklage befassen.

Kommisssons-Derdandillngen.

Berlin, 6. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Der Oberbürgermeister hatte vorgestern eine außerordentliche Magistratssitzung einberufen, deren Einberufung allerdings durch die vollkom­mene Lahmlegung des Verkehrs Schwierigkeiten bereitet wurde. Das Thema der Verhandlun­gen bildete der Streik der stödtischen Ar­tz e i t e r und Angestellten. Ueber den Be­griff der Rotstandsarbeit herrschten, trotz lebhaf­ter Auseinandersetzungen, Meinungsverschie­denheiten. Diese wurden einer Kommission übergeben, die aus Mitgliedern des Magistrats und der Streikenden gebildet wurde. Die Kom­mission hat ihre Arbeit sofort ausgenommen. Sie soll am heutigen Montag mittags 12 Uhr dem Magistrat Mitteilung von dem Ergeb­nis ihrer Beratungen mache».

Beratungen des Kabinetts nnd der Parteien. (PrivatzTelegramm.z

Berlin, 6. Februar.

In der Reichskanzlei fand gestern unter dem Vorsitz des Reichskanzlers eine Bespie« chnng mit den Mitgliedern des Kabinetts und den führenden Persönlichkeiten der Par­teien statt. Den Gegenstand bildete die durch den Streik in Berlin und in dem Reiche ge­schaffene Lage. ES wurde festaestellt. daß mit dem Eisenbahnnotverkehr nach einem vom Verkehrs­minister dargelegten Plan begonnen ist. Zur Lage in Berlin, wo die städtischen Ar­beiter streiken, wurde davon Kenntnis genom-

Anberaumung der heutigen Berhandlun- gen mit der Regierung Stellung genommen u. das Verhandlungsmandat der Reichspostgew rk- schaft übertragen. Bon anderen Gewerkschaften wird gegen diese Mandats-Uebertraaung Protest erhoben, weil die Postgewerkschaft nicht befugt sei.

*

Verschärfung in Hannover?

Hannover, 6. Februar. (Privattelegramm.) Nach Mitteilungen der Eisenbahndirektion Han­nover vom 5. Februar hat sich die Streiklage im Direktionsbezirk wesentlich verschärft da- ourch. daß das Stationspersonal nun­mehr in den Streik eingetreten ist. Der Be­trieb wird nur noch notdürftig auftecht erhalten. Vorübergehend wurden die Arbeitswillige« durch Streikende belästigt. Anf fast allen Strecken sind Rotzüge eingelegt worden. Am Sonntag fuhren hundertacht Züge durch Hannover, dar­unter ackt Mffck^üoe und mehrere Kohlen-üge, vierundneunzig gemischte Züge für Ardeiter- u. LebenSmittelverkehr. Zwischen Köw und Berlin verkehrten drei D-Züge. In verschiedenen Städten des EisenbabndlrektionsbezirkS wurde gestern hannoversche Schutzpolizei zum Schutz der Arbeitswilligen eingesetzt.

BerUn in Gefahr.

Schlimme Folgen durch den Kohlenmangel.

. lVrivattelesramm >

Berlin, 6. Februar.

Grofie Gefahr droht Berlin durch den M a n- gel cm Kohlen. Die Berliner Bäckereien und Brotfabriken haben dem Magistrat am Sonntag mitgeteilt daß infolge des Eisenbah­ner- unb städtischen Streiks die Verhältnisse der­artig sind, daß die Berliner Bäckereien u. Brot- fabriken in kurzer Zeit nicht mehr in der Lage fein werden, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Bon dieser Lage ist euch der Streikleitung der städtischen Arbeiter Mitteilung gemacht worden. Man hat ihnen die volle Verantwortung für die F o l g e n auferlegt, die sich auS der jetzi­gen Lage ergeben können. Auch im Schlacht- und Vieh Hof steht man der Entwicklung der Dinge mit großer Sorge entgegen. Die Direk­tion verhandelt mit den Streikenden, um sie zu bewegen, auch die Arbeit in den Schlächtereien als Rotftanvsarbeit anzusehen. Die Wafferver. sorgung der Krankenhäuser und Berforgungs- häuser ist bis auf weiteres sichergestellt.

haben, einige Züge auf den nahen Strecken zu fahren, gebührt der wärmste Dank und die größte Hochachtung, denn ihre schwierige Auf­gabe wurde durch das Schneewetter noch mehr erschwert. Aber die Maßnahmen für das Reich kommen zu langsam und in zu geringem Um­fang. Es fehlt eine großzügige Or­ganisation. Man fragt vergebens, ob es nicht möglich war, innerhalb fünf Tagen auf den Hauptstrecken Zugverbindnngrn im Fernverkehr herzustellen. Aus diesem Mangel einer großen Hilfsorganisation wird hoffentlich das Reichs­verkehrsministerium eine Lehre filr die Zukunft

der Regierung in Betrieb genommen worden find. In den Elektrizitäts - Werken wurde die Technische Nothilfe eingesetzt, nachdem die Streikleitung erklärt hatte, daß sie nicht in der Lage fei, die Notversorgung auch nur im ge­ringsten Umfange durchzuführen. Des Ferneren wurde festgestellt, daß da« Zusammentreffen der beiden Streiks gerade für die Bevölkerung von Berlin die größten Schwierigkeiten bereitet, und daß nach wie vor die Dinge nach dem Gesickfis- punft der polittfchen Situation nach innen und außen beurteilt werden müssen. Man war sich einig, daß der Standpunkt der Regierung gegenüber dem Streik unverändett fei. Die Re­gierung werde weiter in innigster Zusammen­arbeit mit den Parteien und den Spitzen­organisationen bleiben. Die B e r h a n d- lungen über die Besoldungs-Reform zwischen der Regierung und den Spitzenverbänden wer­den heute vormittag ihren Fortgang nehmen.

Krise auch in sadbeutschland.

Karlsruhe, 6. Februar (Eigene Draht­meldung.) Auch in Baden hat der Eisenbah­nerstreik begonnen. Die Einstellung des gesam­ten Zugverkehrs wurde am Nachmittag dadurch veranlaßt, daß das Lokomotiv-Personal in den Streik trat Die Weichensteller Mosten sich an. Das übrige Personal verhielt sich ruhig. Die Eisenbahndirettion Karlsruhe kündigt die Einlegung von Rotzügrn an. AuS Stuttgart wird gemeld't: In der Bespre- chuug des württembergischen Staats­präsidenten mit den Lokomotivführern erklärten diese, wenn es der Reicksregierung nicht bald gelingen sollte, in Verhandlungen mit der Reichsgewerkschaft zu kommen, würde auch die von den süddeutschen Lokomottvführern geübte Znrückhalmng nicht gewahtt werden können.

Traurige Verkehrslage.

Dis Zustände in Berlin sind verschlechtert. (Privat-Telegramm.!

Berlin, 6. Februar.

Die Verkehrslage ist trübseliger als in den ersten Tagen. Der Optimismus des Reichs- verketzrsministers ist bislang durch nichts begrün­det. Außer einigen Personenzügen bis nach Brandenburg oder im Osten bis nach Frankfurt an der Oder ist der Personenverkehr bis auf ge - ringe R o t z Ü g e eingestellt. Auch der Stadt- und Vorortverkehr ruht vollkommen. Alle Güterbahnhöfe liegen volllommen verödet da. Tie Speicher der Eisenbahnen sind geschlossen. Es wird nicht ein- und nicht ausgeladen, von geringen Ausnahmen abge­sehen, die aber in Anbetracht des sonst so großen Verkehrs kaum inS Gewicht fallen. Unter dem Druck dieses Notstandes haben die Berliner Spe­diteure einen Automobil-Dienst nach Hannover, Magdeburg, Leipzig usw. eingerichtet

Immer noch Streik.

Die Lage im Reiche.

Heute ruht der Eisenbahnverkehr seit fünf Tagen. Für den DirektionSbezirk Kassel ist be­merkenswert, daß der Borstand der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Boamtenbundes eine Vermirtlungsaktion eingeleitet hat, um entstandene Schürfen ad zuschwächen. Das ist sehr zu begrüßen, denn es muß alles getan werden, lun den Ausstand zu beenden, und je mehr es auf friedliche Weise geschehen kann, desto besser. Wir wissen, daß in Kassel zum Beispiel zahl­reiche Ausständige gewillt sind, die Arbeit wie­der aufzunehmen. aber sie dürfen nicht, weil sie dieGewerkschaftsdisziplin" wahren müssen. Nun überlege man sich einmal, was das heißt. Der erweiterte Vorstand der Reichsgewerkschaft in Berlin hat mit zwanzig Stimmen gegen fünfzehn, also mit noch nicht Zweidrittelmehr­heit den Streik beschlossen, unter Ue&ertrc« tung der Satzungen, ohne Urabstimmung, entgegen den Beschlüssen der anderen Ver­bände, gegen die Gewerkschaften und gegen die politischen Parteien. Aber die ver Reicds- gewerkschast angehörenden Mitglieder müssen gehorchen. Die Befolgung einer Berliner Tor­heit nennt man Gewerkschaftsdisziplin. Jetzt bauen der Streik bereits fünf Tage, eine ge­nügend lange Zeit, um sich klar zu machen, wel­cher Schaden bamit angerichtet wird. Denken die Führer denn nicht daran, welche Verant­wortung sie damit auf sich genommen haben?

Vor einiger Zeit, als die Frage der Ent­staatlichung der Eisenbahn er orten wurde !,atz es große Erregung unter den Beamten, weil tc glaubten daß ihnen mit einer Vervnvat- lichnng schließlich dir Beamten-Privilegien ge­nommen werden könnten. Dagegen wehrten sie sich ganz energisch und mit vollem Recht!, obwohl ja. genau genommen, eine Republik keine Privilegien kennt. In der Republik sollen alle Staatsbürger gleich fein. D'._ °* tKcha, Ti-r* r* U'-' *3-<*52*^-=' wvtS** Wenn die Vorrechte der Beamten bestehen ge­blieben sind, fr erfordert diese besondere Lei­stling des Staates naturgemäß eine befondere Gegenleistung. Diese soll darin vesteheti, daß der Beamte sich als Glied der Staatsautorität fühlt und unbedingt zum Staate hält. Unser Staat ist, nach moderner Auslegung, das gesamte Volk. D ie Interessen des Staates schützen, heißt also die Interessen der All-gemeinben schützen. Und dieser Schutz sollte durch die Be­amtenschaft gewährleistet werden. Wenn nun die Beamtenschaft sich dieselbe Freiheit der Dienst­verweigerung zuspricht, wie sie der nicht-beam­tete Angestellte und Arbeiter in Anspruch nimmt, so ist damit dem Staat die Stütze genom­men. Es ist also mit dem Streik eine Lage geschaffen, als ob die Eisenbahn schon Privat­bahn wäre. (Nebenbei sei bemertt, daß in Eng. land, Frankreich, Amerika die Eisenbahn in Pri- vathänden ist) Wenn wir srüher lasen, daß in den westlichen Ländern der Verkehr durch einen Eisenbahuerstreik gestört wurde, dann waren wir Deutschen stolz daraus, daß bei uns durch die Staatsbahn eine in sich gefestigte staatliche Ord­nung herrschte. Dir meinen, daß die staatliche Ordnung unter allen Umständen wiederkommen müßte.

Der Anlaß und Verlauf des Ausstandes ha­ben gezeigt, daß die Streikenden oder jedenfalls ihre Führer keine Rücksicht auf die Ge­samtheit des Volkes nehmen. Es ist not­wendig, Wer einige Folgen zu berichten, die durch den Ausstand verursacht worden find. In Kassel »arten zahlreiche Menschen, die aus ge­schäftlichen oder dringenden familiären Gründen hierher gereist find und nun hier gegen ihren Willen f e st s i tz e n, was bei Vielen mit hohen Unkosten verknüpft ist. Andere, die nach Kas­sel wollen, können nicht herein. Frauen, Kinder und Verwandte warten vergebens. Ihre jam­mernden Fragen, wann wieder Zügr fahren, können nicht beantwortet werden Ein Trans­port mit lungenkranken Mädchen, die in ein Sanatorium geschickt werden sollten, liegt unterwegs und kann nicht weiter Ein Vieh- transport sieht auswärts auf einem verlasse­nen Bahnhof, niemand kümmert sich um die Tiere, von denen schon einlae eingegangen sind Fabriken müssen infolge Kohlenmangels schon schließen. Das sind nur Keine Aus­schnitte aus beit Beobachtungen, bie uns mitge­teilt warben. So gibt es im Reiche viele tau- 'enb Fälle. Und welcher Schad m entsteht der Geschäftswelt!! Die Verluste im Reiche gehen in die Milliarden!!

Bei dieser Gelegenheit ist noch eine andere Frage zu erörtern: Wo sind die Maßnah­men der Regierung geblieben? Am ersten Stretktage kam von Berlin die amtliche Be­ruhigung, es seien alle Maßnahmen getrosfen, um den lebenswichtigen Verkehr aufrecht zu er­halten. Aber es geschab nur sehr wenig. Die Technische Rorlnlfe wurde nur zögernd einge­setzt. Den Ausheliern, bie es zustande gebracht

Volk in Rot!

Die Kundgebung für Leibesübungen.

Wie im ganzes 9Utoe fand am gestrigen Sonntag auch inKaffel unter derLofung^DolS in Slot!- eine WerveBeraastaltuas für Tarnen, Sport, Spiel and Wander« statt

Der Festsaal des Stadtparks ist der Schau­platz der Kasseler Kundgebung. Hier treffen sich Regierungspräsident Springvrum, Oberregie­rungsrat Tr. Lahmeyer für das Oberpräsioium, Stadtschulrat Bobritz, Turninspetkor Buchenau, Psstrat Wenning für die Qberpostdirektion, Vertreter des Heeres und der Schupo, der ver­schiedensten Turn- und Sportvereinigungen und der weiteren interessierten Bevölkerungskreise. Der erste Vorsitzende des Kasseler Stadtverban- des Kr Leibesübungen, Rechtsanwalt Dr. Müller, stellt in seiner Begrüßungsansprache als erste Forderung dieses Tages auf: Leibes­übungen müssen Gemeingut des gesamten Vol­les werden! Erst 6 v. H. der Bevölkerung sind in Turn, und Sportvereinen aller Richtungen zusammengeschlossen und nur 2 v. H. können sich aus Mangel an Sportplätzen turnerisch unb sportlich betätigen. Planmäßige Mitarbeit bei Behörden ist dringend erforderlich. Oberstudien- rat Dr. Becker spricht hierauf über ,V o l k i n R o t. Er greift tief in die deutsche Geschichte zum ersten Zusanimenbruch des deutschen Reichs nach stolzer Blüte. Mehr als zwei Jabrhun- derte dauerte es, bis sich das Volk nach dem Dreißigjährigen Kriege wieder groß gehungert hatte. Das ist eine ernste Mahnung an alle, dir glauben, in wenigen Jahren könnten wir wie­der auf der Höhe sein. Nach dem Rückschlag von 1896 arbeiteten wir uns wieder empor bi- zum jetzigen tiefsten Fall in unserer leidenvollen Geschichte. Können wir unS noch ein drittes Mal erheben? Die Geschichte gibt heilsame, wenn auch schmerzliche Lehren, baß wir nicht an Wunber, sondern an uns selbst glauben müs« sen, daß wir uns auf, unsere Arbeit verlassen unb dem

Ernst der Lage

fest ins Auge schauen. An unserem Volke nagen neben dem Verlust von zwei Mllionen Gefalle­nen uitö der Opfer der Hungerblockade Tuber­kulose und englische Krankheit. DaS alte Heer, eine erstklassige ErziehungSschule, wurde uns ge­nanten, das Volk ist in Parteien zerklüftet. Da gilt, was Vater Jaün in ähnlicher verzweifelter Lage schrieb:Noch sind wir nicht verloreit noch sind wir zu retten, aber nur durch uns selbst. Wir brauchen keine ftetnben Geburts­helfer bei unserer Webergeburt unb wir brau­chen keine fremden Arzeneien." Heute brauchen wir Menschen mit gesundem Körper und gesun­dem Herz und bie schafft uns bie Pflege bet Leibesübungen. Sie sind in erster Linie Wil­lensschule, bie Männer schafft mit allen Fähig­keiten. körperlich unb geistig, für Führer- Persönlichkeiten, die Verantwortungs­gefühl ihr eigen nennen, unb neben ber Ein- unb Unterordnung im großen Ganzen hohe soziale Werte schaffen. Darum: Schafft unserer Jugend, was sie braucht, um Körper und Wllen zu stählen und ihr arbeitet an Euch, für Euch und für das gesamte Vaterland, daß es wieder stolz, frei, stark und glücklich werde! Studien­rat Riemann-Hofgeismar entroflt hier, aus ein großes Programm für Leibesübungen unb ihre Förderung. Als Jbeal stellt er auf: Die Periode des Meberaufbaus bat restlose tüchtige Arbeit a>ls Voraussetzung. Mese Kraft« anstrengung kann nur geleistet werben von einem körperlich und geistig gesunden Volke. Soll eine harmonische Ausbildung von Körper und Geist erfolgen, so müssen, bie Leibes­übungen zur deutschen VolkSsitt« werden! Lebendigen Sinn kür Leibesübungen muß der Jugend schon durch

die beutfdjc Schule bcigebracht werden unb die dort dafür begei­sterte Jugend wirb später von selbst Turn- und Sportvereinen beitreten. Letztere stehen im Mittelpuntte ber körperlichen Ertüchtigung und Gesundhaltung des Volkes und leisten bamit größte nationale Arbeit am Volke, wenn Reich, Staat unb Gcmeinben weitgehenbste Unter- stützuna leihen. Ihre Mitarbeit ist bei unserem wchrpflichtlos gemachten Volke Gewiffenspflicht, bannt Männer erzogen werben, bie stark sind, gesund unb biszipliniert, mit Selbstgefühl, Selbfrbewutzffein auf Grunb wirklich Vorhände- ner Werte, Selbstvertrauen, Pflichtgefühl! Wei­ter fordert ber Rebner die tägliche Turn­stunde in allen TurnMassen, Tum- und 2cibe8- prstfungen, Tum- und Sportvflicht aller Schul­entlassenen knS zum A Lehensfabre, Turnen, Sport. Spiel und Wandern bei den Fortbil- dungsschÄen. Vermehrung der Spielplätze und bessere Ausbildung ber Lehrerschaft in ben Lei­besübungen. Die Kunst be8 Wanderns ist jit lehren. Auf den Tum- und Sportplätzen lernt die Jugend Geistesgegenwart. Entschlossenheit, Achtung vor dem Gegner, Ritterlichkeit im