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Rrrmmer 21

Mittwoch, 25. Januar 1922,

Kernsprecher 951 und 952

12. Jahr avg

Fernsprecher 951 und 952

Der Parteikampf um die Steuer

XeilnaviRe der deutschen Kardinale.

am

Noch keine Entscheidung.

der !ede

Berlin, 24. Januar. (Privattelegrasmn)

Die mter'aktiouellen Besprech»«gen, die

HalLmasi geflaggt io BerLn.

Berlin, 24. Januar. (Eigener Bericht.) Der Reichstag und die Botschaften haben gestern aus Anlaß des Todez des Papstes hMmmfi geflaggt.

Dienstag Nachmittag von BxeSLan abreisen, nm sich nach Rom zu begeben. In München trifft er mit dem Kardinal von Faulhaber und vorairssichtlich mit Kardinal Schulte- Köln zusammen, nm mit ihnen gemeinsam die Reise fortzusetzen. Anders lautenden Nachrichten ge­genüber sei darauf hingewiesen, daß Nuntius Pacelli in München nicht nach Rom reisen wird. Der Nuntius ist nicht Kardinal, nimmt also nicht an der Mahl teil. An der Wapstwahs wer­den auch sechs deutschsprcchendc Kardi- «8le teilnehmen und zwar außer den drei oben genannten noch der Erzbischofs von Wien, Kar­dinal Vfikll, und die beiden Kardinäle Frühwirth »md v. Rossum.

Haltung der DeuisHen Dolkspariel.

Berlin, 24. Januar. (Privattelegramm.) Die Reichstagssrattion der Deutschen BolkSpartei nahm gestern abend zu der Steuerfrage Stet- luug, ohne sich angesichts der noch ungeklärte« Berbältniffe endgültig zu entscheiden. Bon der Frage einer Regierungsumbildung durch Koali­tionserweiterung «och nicht die Rede.

gnierttonlnretfe: i) <Ete&etintf4e Stufträge: Die etnfoatttge Hnjrtgengelle M. 2., bte rtntoalttge SleklamezeU« M. 6. b) AuSwürUg« auftrige: Die etnIvalNg» Mnjetgenjeile SR. 1 Mt etntpattige ReNamezelle M. b. alles etnichlteblich Teutrungszulch lag imb «njetgenfteuer. ftär Anzeigen mit belonberS schwierigem Sag bunotrt Prozcnl Aufschlag. Kür bte «tcöttgteu aller durch Zernsprech-r au,gegebenen Anzeigen, (ernte für Aulnadme- beten uns Plage kann eine »ernähr nicht übernommen werden £ rüder et: Schlacht- bokftrabe lt/30. GelchLNsftelle: Kölnische Strebe 5. Lelevtzon Nummer 951 ttnb 953

Die Raffelet Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und »war abend«. Der Adonnemenisprels beträgt monatlich 10. Mark bet freier Zustellung in« Han«. Ha«, wärt« durch bte «oft berogen 10 - Marl monatlich einschltehlich Zustellung. Bestellungen werden lederztu von der Seschäftsftelle oder den läoten entgegengenommen. Druckerei. Serlaa UN» Siebattten Schlachtho,strafte 28/30. Kür unverlangt etngeiandte Beiträge kann die Redaltio» eine Verantwortung ober »ewäbr in keinem Kalle übernehmen. Ruckgahsung de« Be»ng«gelde« ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung auSgeschlofsen.

Dir Londoner Times melden: Lloyd George Wird Über Poincarecs Erklärungen, die Frist für die Rheiulandbesetzung hätte noch nicht zu zählen begonnen, eine Stellungnahme des Tfersten Rates herberkuhren. Bis dahin nimmt Lloyd George von einer amtlichen Stel­lungnahme zu den Erklärungen Poincarecs in der Deputiertenkammer Abstand. - Wie der Pa­riserTempS" meldet, find der deutschen Re­gierung am Sonnabend die Besatzungs- koften für dir Rheinlande und die Koste« für die K o m m i s s i onen mit nahezu vier Milliar­den Mark für das Vierteljahr vom 1. Oktober bis 31. Stewmfc 1921 hekmmtgegeben worden.

gestern abend beim Reichskanzler mit Vertreter« der Deutschen Bollspartei, der Demokraten, des Zentrums und der Mehreitssozialisten über das Steucrkompromitz stattsanden, bleiben ergeb­nislos. Sie werden heute fortgesetzt.

Nach Dem Tod des Iapstes.

Die Aufbahrung der Leich«.

(Eigener Bericht.)

Lugano, 24. Januar.

AuS Rom wird gemeldet: Am Sonntag «ach- mittag wurde die sterllliche Hülle des Papstes, mit den Pontifikalgcwänder« bekleidet, feierlich in den Thronsaal übergeführt. DaS Antlitz des Toten trägt den Ausdruck der Ruhr, die Zügr stnd unverändert. Zehn Nobelgarden bildeten die Ehrenwache. Die Reffen imb Verwandten des Papstes folgten der Leiche; nach ihnen kamen die Kardinale Bannutelli, Gasparri, Ranuzzi, Tarci, der Deutsche Frühwirth, Gasguet, Granito, Bit- lot, Lega, dann verschiedene Bischöfe und Chor- herren, der Fürst Aldobrandini. der Oberbefehls- ljaber der Robclgarden, Fürst Chigi. der Ko«. klavc-Marschall; den Zug schlotz wieder eine Ab­teilung Nobelgarden. Gestern vormittag wurde die Leiche nach St. Peter übergesührt, wo sie nach dem letzten Wille des Papstes zwei Tage hindurch ausgestellt werden wird.

Die fremde Besatzung.

Di« MUliardenlaste» für Deutschland.

(Eigener Drcchtbericht.)

Rotterdam, 24. Januar.

Berlin, 24. Januar. (Privattelegramm.) Der

Breslauer Kardinal Bertram wird

men. weil es zustande kommen mutz. Die Deutsche Zeitung" teilt mit: Auf jeden Fall werden die Deutschnationalen verlangen, daß Reichskanzler ihnen am Mittwoch Ri . und Antwort stehe, nachdem die Kanzlerrede heute verschoben worden ist. A!S ersten Redner haben sie den Grafen Westarp vorgeschickt. DasBerliner Tageblatt" erklärt: Wir hoffen,

torischen Rückhalt finden werden. Dazu kommt, daß diese Politik in den letzten Tagen auch ge- stützt worden ist durch die Konferenz der Mini­sterpräsidenten aller Länder, die in ihren Be­ratungen ebenfalls die Gesichtspunkte der Außen­politik in den Vordergrund gestellt haben. Man hat es in dieser Konferenz dankbar empfunden, daß die ReiWregierung über die Entwicklung der Dinge den Regierungschefs der einzelnen Länder eingehende Informationen gab, und es ist seitens der Reichsregierung zugesichert wor­den, daß es auch in Zukunft der Fäll sein soll, um in engster steter Fühlung miteinander zu bleiben. j. y.

politifcheAusfprache.

Eine Kanzler-Rede.

Die große politische Aussprache im Reichs­tage wird mit einer Rede des Reichskanzlers am Mittwoch eröffnet. Diese Rede und die De-

Wirtschastsprogramms gesetzt ist. Ris- mals trat die enge Verknüpfung all unserer in­neren D'caßuaihmen mit den Fragen der Außen- polittk so deutlich und so sinnfällig zutage, wie in diesem Augenblick. Das zu fertigende Pro­gramm mutz mit den Vorschlägen bezüglich der titnetett finanzpolitischen Reformen gleichzei­tig auch die Wirkung dieser Vorschläge auf un­sere gegenwärtige Stellungnahme nach außen hin berücksichtigen. Daraus ergibt sich, daß ei» derartiges Programm völlig unwirksam wäre, wenn nicht in ihm ganz bestimmte positive Mit­teilungen über die Art der Durchführung der einzelnen Maßnahmen und über ihr voraussicht­liches Ergebnis gegeben werden könnten. Und daraus ergibt sich also, daß in erster Linie über die neuen Steuergesetze und ihre Ge­staltung eine befriedigende und ausreichende Erklärung gegeben werden muß. Darum bildet den Kern- und Angelpunkt der ganzen gegen» wattigen innerpolitt schon und innerparlamen- tarischen Verhandlungen die Frage nach der Schaffung eines Steuer-Kompromisses.

Die Vreffe-Aru-erungen.

Berlin, 34. Januar. (Privattekegramm.) liefet die Steuerverhandlungen erklärt der Vorwärts": Einstweilen wird die Aussicht, eine Lösung zu finden, nm die niemandem willkom­mene Regierungskrise zu vermeiden, wenig günstig beurteitt. DieGermania" betont: Das Steuerkompromiß wird trotz aller unüber- winiflichen Schwierigkeiten zustande kom-

Steuer und Zwangsarüerhe.

Der Kampf der Partei««.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 24. Januar.

In der Frage des Steuerkompromiffes ist gestern im Reichstag noch keine Entscheidung gc- sallen. In der Abendfitzung beim Reichs­kanzler traten nicht die Fraktionen, sondern die Steuersachverständigen zusammen. Die sozialistische Fraktion, die den Nach­mittag über getagt hat, beharrt noch aus ihren Entschlüssen, die dahin Mhcn, daß die Fraktion die Steuervorlagen nur zugleich mit einer Zwangsanleihe bewilligen will. Das Zentrum steht auf dem Standpunkt, daß die Frage der Zwangs anleihe in etwa vier bis fünf Wochen n-u behandelt werden müffe. Auf diese beiden Forderungen hat fich die Lage zugrspitzt. Nach der Besprechung in der Reichs­kanzlei ist die sozialistische Frattion zu einer Be­ratung zusammengrtreten. Zentrum, Deutsche BolkSpartei, Unabhängige und Kommunisten hielten ebenfalls am Abend Besprechungen ab. Die deutschnattonale BolkSpartei hat bereits über die Lage beraten. Die demokratische Partei wird heute zusammentreten. Der Borstand des Reichstages hat für heute sDienstags VAI Uhr, eine Sitzung anferaumt.

batte, die sich an sic knüpfen wird, bilden den Auftatt zu einer Enttcheidung von außerordenr- licher Bedeutung. Rur noch auf wenige Tage beziffert sich die Frist, die der deutschen Re- gienma zur Vorlage eines Finanz- und Wirtschaftsprogramms gesetzt ist. Nis-

Dkr W«M am 2. Februar.

Rom. 24. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Wie verlantet, ist die Pavstwahl auf den 2. Fe­bruar festgesetzt. Am 1. Februar abends beginnt die Klausur der Kardinäle- An den Palästen der Köingin und der Königin-Mutter sind Trauerfahnen angebracht. I» ganz Rom sieh! man die Trauerflaggen hänge».

Das SchwimmbaL»

! Aus der D rincflichkeitsanfrage der fozial« : demokratischen Fraktion wurde eine Anfrage ; sämtlicher Fraktionen über den Stand der SchLviimnLad-Angelegenheit. nachdem der Stadt- verband für Leibesübungen eine Eingabe an . die Stadtverordneten - Versammlung gerichtet ; hatte, deren Inhalt sich ziemlich deckt- mit der . bekannten offenen Anklage des Kasseler : SchiwtMmvereins von 1898. Stadtv. Hau­schi ldt (Soz.) vertrat die Eingabe imd 6e- St, daß die ungeheuere Verzögerung der cgenheit lebhafte Beunruhigung in die fe- tefligteu Kreise getragen hat. Er erklärte ferner, daß die primitiven Badeverhältniffe im Vorjahr in diesem Jahre unter keinen Umständen wieder geduldet werden Wnnen. Pflicht der Stadt ist es, daß nunmehr etwas Ordentliches an der Fulda geschaffen wird, nicht etwa eine Anlage, die vier bis fünf Millionen kostet, denn bei eini- gernmßen gutem Wille« der in Betracht kom­menden Kreise wird es möglich sein, eine An­lage zu erstellen, die allen gesundheitlichen und sonstigen Anforderungen entspricht und keine Beeinträchtigung der herrliche« Landschaft an der Fulda mit sich bringt. Durch gemeinsamen Antrag haben alle Fraktio- nen beschlossen, eine gemischte Kommis­sion einzusetzen, die aus neun Mitgliedern be­steht. Den Vorsitz soll der Oberbürgermeister führen. Der Kommission ist das Recht zu geben, Sachverständige und Interessenten - Vertteter hinznzuziehe«. So bald als möglich ist eine be­friedigende Lösung zu erzielen. Rach einigen wohlwollenden AusMhrungen von Bürgermei­ster Brunner mrmentlich in finanzieller Rich- tnng sprach

Oberstadtbaurat Dr. Hopfner.

Der Leiter des Stadtbauamtes enttvickelte die schicksalreiche Geschichte der Schwimmbad-Ange- legenheir und betonte dabei, daß der vorjährige Badebettieb als Probebetrieb zu bewerten sei Entgegen dem ersten Entwurf (Preisträger im Wettbewerb war Architctt Wittrock) stellte fich die Notwendigkeit heraus, einen Bade­strand und ein Familienbad zu schaffen. Es folgten immer neue Anträge der Sportver­eine und schließlich der richtige Gedanke, den ganzen Badestrand nach einheitlichen Gesichts­punkten Mt bebauen. Ein neues Wittrocksches Projekt teilte den ganzen Tamm durch einzelne Gebäude aus. Nunmehr beschüftigte sich" der SachverstLndigen-Ausschuß damit, der die An- gelegcnheit nach den Grundsätzen des Orts­statuts gegen die Verunstaltung des Ortsbildes behandelte und aus dem ursprünglichen Pkau entstand der. nur ein bescheidenes Ver« waltunngs geb Sude zu errichten und die Häuser der Sportvereine in Gruppen zusam­menzufassen, so, daß der Blick auf die Söhre in ferner Weise beeinträchtigt wird. Die Stadt hat davon abgesehen, den Badebeirieb in eigene Regie zu übernehmen. Verhandlungen mit einem hiesigen Badehalter schweben noch Stadtverordneter Dr. Blumenfeld (De- mokratt bedauerte, daß die jetzt zu bildende Kommission nicht schon vor einem Jahre einbe- rusen worden ist. Alle Ausführungen von Ge­heimrat Dr. Höpsuer bringen nickt um die Tat­sache herum, daß der Kasseler Schwinrmverein

daß die Koalition der Mitte die vom Schicksal gegebene Notwendigkeit, stch auf ein Kompromiß zusammrnzufinden, cinhält, möglichst nockj heute.

Parteiführer beim Kanzler.

Fortdauer de« SteuersrreiteS.

(Eigene Drcchtmeldung.l

Berlin, 24. Januar.

Gestern abend empfing der Reichskanzler wie­der Dertteter der D em okraten u. der D e«t. scheu Volkspartei. In später Abend­stunde verlautet, daß auch die «euerlichrn Bespre- chungen keine Zustimmung dex Demokraten und der BolkSpartei zu dem Steuerkompromiß ge­bracht haben. Obwohl der Reichskanzler an der Zwangsanleihe als unumgänglich festhielt. wur­de diese von den beiden Parteien mit aller Ent­schiedenheit abgelekmt. Heute soll eine neue Be­sprechung zwischen den Mehrheitssezialisten und den Unabhängigen stattfinden, um eine varla- mentarische Mehrheit durch Mehrheitsso. zialisten, Zentrum Und Unabhängige für das Steuerkompromiß zu schaffen. I« diesem Falle wäre die Regierunaskoalition für die Steuervorlage tatsächlich gesprengt.

Die Verhandlungen sind zwischen den Unter­händlern des Zentrums und der Sozialdemo­kratie vorbereitet worden. Eine Milderung der feiferfcitigen. aiflänglich außerordentlich schürf auseinandergehenden Auffassungen hat insofern stattgeftinden, als die Sozialdemokratie im ge­genwärtigen Augenblick, ob ne diese Forderung nach ihrer prinzipiellen Seite aufzugeben, die Frage der Erfassung der sogenanntenSachwerte" nickt zum Austrag bringen wollen. Dafltr soll die Besitzerfassung auf eine andere Weife geschehen. Und zwar nicht Mein durch die Beseitigung be­reits in den Ausschüssen beschlossener Milderun- aen und Abstriche bei den einzelnen Besitzfteuern, wie in der Bestimmung eines wesentlich höhe­ren Prozentsatzes des Reichsnotopfers, das in Kürze zur Erhebung kommen soll. Auck noch andere wichtige Fragen spielen hier mit herein: Zunächst die Art der Wertbemeffung beim neuen Vermögenssteuergesetz.

Die Sozialdemokraten wollen den Bewer­tungsmaßstab nach dem gemeinen Wert, den die Regierungsvorlage vorsah und der in der Kom- mijsion zu Gunsten des Ertragswertes umgeändert worden ist, wieder einsühren. Die weitaus schwierigste Frage ist indessen die einer Zwangsanleihe auf Goldbasis! Da die Lösung des .Sachwerts-Problems jetzt an­gesichts der Kürze der Zeit nicht durchguführen ist, wollen die Sozialdemokraten auf diesem Wege wenigstens eine Etappe zu ihrem Ziele erreichen. Die Zwangsanleihe ist so gedacht, daß sie in ihrer Gesamtheit von den Besitzern der Sachwerte, also vor allem von der Industrie garantiert wird und daß die Uebernahme auf diese 'Sachwertbesitzer nach ihrer Leistlingsfähig- keit dur>chgesetzt wird. Das Zentrum erhob gegen diesen Vorschlag an sich keine prinzipiellen Ein­wendungen, machte aber geltend, daß seine Durchführung schon ähnlichen Schwierigkeit.'» begegnete, wie die »Sachwertt-Erfaffung an sich sie bedingen. Uefer diese Frage schweben nun zur Stunde noch die Verhandlungen. Ez scheint aber, daß tatsächlich eine Zwangsanleihe die Basis siir das kommende Kompromiß bilden wird.

Die Rede des Kanzlers wird sich all den gro­ßen gegenwärttg schwebenden innen- und außen­politischen Fragen zuwendcn müssen. Aus­gehend von der Entwicklung der Dinge in Lon­don, Paris und Cannes wird der Kanzler den Stand der Reparationsfrage bshandeln ans Grund der provisorischen Regelung der Zahlungen an Stelle der Ableistung von sünf- hundert Millionen Goldmark am 15. Januar und etwa zweihundertfünfzig Millionen Gold. mark am. Februar Im Anschluß daran wird eine Darlegung unserer gesinnten finanz­politischen Lage zu geben fein. Die Maßnah­men, die in dem der Entente zu unterbreitenden Finanz- und WirtschaftSprogrrnmn vorgeschla­gen werden stehen in enger unlösbarer Ver­bindung mit all diesen Fragen. Auf dieser Ba­sis Mrd sich dann der Kanzler den außenpo­litischen Fragen zuwenden müssen, und dabei namentlich aus die Rede PoineareeZ in der fran­zösischen Kammer näher eingehen. Bei allen Schwierigkeiten, welche unsere innerpolitiscke Lage in Verbindung mit unserer Stellung nach außen hin gegenwärtig biete, denfi jedoch int Parlament niemand daran, in diesem Augenblick auch noch eine Regierungskrise herbeizufiihren. ES ist daher anzunehmen,, daß die Polittk des Reiröskanzlers und der Reichsrogirrung bei der kommenden großen Aussprache einen parlamcn- :

KafselerKommunaleS. Die gestrige Stadtverordnetenversarumlung. Asehvott-Merkel «nd Fulda-Schwimmbad«.

(Eigener Bericht.)

Kassel, 24. Januar.

Ein Dringlichkeitsantrag, der der gestrige« Stckdtvewrdneten-Versamimlung vorlag, zog die erste Nutzanwendung aus dem Professor Dr. Minsen-Vortrag über das Aschrott-Vier- tel. Architekt Boepel (Sog.) verbreitete sich bei der Begründung deS Antrags nochmals aus­führlich über die Angelegenheit und die Forde­rungen des zeitHemäßen Städtebaues. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, mit aller Energie daran zu gehen, das tote Gelände hinter der Stadthalle endlich nutzbar zu machen. Deshalb wurde vorgeschlagen, zunächst einen Ausschuß zu bilden, der jederzeit berechtigt ist, Städte­bauer, Künstler, Architekten und Techniker hinzu­zuziehen und selbstverständlich als Berater auch Professor Dr. Jansen. Dieser Ausschuß darf nicht hinter verschlossenen Düren tagen. Er hat- sich rechtzeitig mit den verschiedenen Bürgerver- einen» Industriellen, Baugenossenschaften und Arbeiterschafl in Verbindung zu setzen, damit die interessietten Kreise nicht eines Tages vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Das würde i ur Widerspruch Hervorrufen. Bürgermeister Brunner als Vertreter des m Berlin wei­lenden Oberbürgermeisters empfahl Ueberwei- sung des Antrags an den Magistrat. Dement­sprechend wurde vorn der Sladtverordneten-Ver- santmlang beschlossen. Demnächst wird man wohl Weiteres über die Angelegenheit zu er­fahren bekommen.

Kasseler Neueste NachMm

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Dor der Neuwayi.

Rom, 24. Januar. (Eigene Draihttneldung.) Das Kolleg für die Wahl des neue« Papstes fin­det eine außerordentlich schwierige Lage vor. Einer der bekmmtesten KardinAe hat sich darüber folgendermaßen geäußert: Erstens be­fand sich Vic Politik des Papstes Benedikt bei seinem Tove in voller Entwicklung; da außer­dem diese Polittk stark persönlich ist, wo ist die Persönlichkeit, welche fie fortsetzcn soll, oder soll sie verändert werden? Der zweite schwierige Puntt ist die Zusammensetzung des Kol­legiums aus -innnddreitzig italienisckjen Kardi- uälen und dreißig ausländischen, so daß also Gleichgewicht besticht. Dritteiis ist die Scheidung der fremden Kardinöle in eine österreichisch- deutsche und eine französisch-belgische Gruppe setzt schärfer ausgeprägt, als bei dem Konflave für die Wohl Beneditts. Die Wahl eines ausländischen Papstes scheint jedoch^ so gut wie ausgeschlossen zu sein. Im Vorder gründe steht der Name Gaspari.