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12. Jahrgang
Mittwoch, 11. Januar 1922
Fernsprecher 951 und 952
Nummer 9
Fernsprecher 951 und 952
Beratung der Bedingungen in Cannes.
Zahlungsaufschub.
Der Beschluß vo« Cannes.
Man muß gestehen, Laß diese Wendung, die freundlichere Stimmung aus der Konferenz in Tannes gegenüber Deutschland, itberraschend gekommen ist. Es fett uns also ein teilweiser Zahlungsaufschub gewahrt werden, demzufolge eine Besserung der Mark erhofft wird. Zugleich ist in Aussicht genommen, etwa im Marz eine europäisch« Wirtschafts-Konferenz in Genna einzuderusen, an der auch Deutschland und Rußland teilnehmen sollen. Selbst in Cannes hat sich jetzt die Alliierten-Konferenz bereit- erklärt, eine deutsche Abordnung Bericht erstatten zu lasten. Die weiteren Miierten-Be- »atnngen betreffen die Bedingungen, unter denen der Zahlungsaufschub gewährt werden soll.
Ob dieser Stimmnngsumschwung wirklich genügend Kraft rnkfalte>i wird, Europa oder der Welt wenigstens auf dem wirtschaftlichen Gebiete Frieden, wirkliche, vernünftige Ordnung und ruhige stetige Entwicklung zu verschaffen, muß doch nach alldem, was bislang von den Alliierten bekannt ist, noch problematisch- erscheinen. Was jetzt als „Garantie-System" in Cannes von Lloyd George in Vorschlag gebracht worden ist, würde, wenn es dabei bliebe, Deutschland von der wirtschaftlichen Seite her in einen neuen, heute in seiner ganzen Wucht noch gar nicht abzuschätzendey Druck nehmen. Die fünf Garantiesorderungen Lloyd Georges betreffen einmal ein« Kontrolle der deutschen Reichs bank, sodann die Erhöhung der Post-, Telegraphen- und Eisenbahn- . .t.tijjvffeiger die Besteuerung der deutschen Köchle, damit sie zum Weltmarktpreis verkauft werde. Weiter soll Deutschland eine Einschränkung des Papiergeldumlaufs vornehmen, und endlich soll es sich verpflichten, alle durch Ausfuhr beschafften Devisen nach Deutschland zurückzuschnffen und sie ftir die Reparationszwecke zu verwenden.
Wenn man das ReparationAprogramm an- sieht, so fällt sofort die verblüffende Aehnlichieit mit den vor einiger Zeit von den englischen Industriellen erhobenen Forderungen auf. Dieses „Garantie-System"' würde die wirtschaftliche Er- drostelung Deutschlands, die Lähmung aller wirtschaftlich tätigen Kräfte, die Abschnürung der gesamten deutschen Außenhandelsbeziehungen bedeuten. Nach einer solchen Richtung würde vor allem die Forderung bezüglich der Zurückschaffung aller Ausfuhrdevisen wirken. Ganz abgesehen davon, daß der deutsche Handel und die deutsch« Industrie dadurch, daß die Sachleistungen gar nicht vergütet, sondern nach ihren Werten nur dem Repa- rationSkonto gutgeschrieben werden, kaum in den Besitz größerer Mengen Auslandsdevii'en noch kommen würden, wäre es durch diese Bestimmung dem deutschen Produzenten und dem deutschen Exporteur überhaupt unmöglich gemacht, sich mittels Auslaudsdevisen die Bedarfsartikel vom Auslände her zu beschaffen. In derseWen Richtung wirkt die Forderung der Besteuerung der deutschen Kohle bis zum Weltmarktpreis. Hier sprechen vor allem englische Interessen mit. die in der billigeren deutschen Kohle und damit in der-billigeren deutschen Produktion eine starke Konkurrenz erblicken, die auf diesem Wege ausgeschaltet werden soll. Die Folgen einer solchen Kohlenbesteuerung würden sich aber auf das gesamte Produktionssystem Deutschlands geltend macken, so zwar, daß durch die unausbleibliche gewaltige Verteuerung der Produkte der deutschen Wirtschaft die Ableistung der Revarationssckukd in Sachlicferungcn fast unmöglich würde.
Diesen Erdrosselungsprozeß vollenden würde eine noch weitergehende E r h ö h u n g der Post- Telearapben- und Eisenbabntarife. Handel und . Verkehr können die augenblicklichen Lasten kaum mehr tragen. Zum 1. Februar sind gewaltige neue Erhöhungen für die Eikenbahntarise vorgesehen. von denen mr Stunde noch nicht einmal festkteht. ob nicht über den ursprünglichen Plan hinaus diese Erhöhung vorgenommen werden n-us-,. Es wird nämlich sehr ernstlich erwogen, die augenblich a-eltenden, schon lehr roe» svntlich erhöhten Eisenbahntarife nicht um fünf* undfiebzia. sondern nm hundert Prozent und vielleichl nach mebr zu erhöben, lknd was die Forderung der Eimckränk>mq des P a p i e r- geldumkaufs angebt. so lieat es auf der Hand, daß es vollständig unmöglich wär«, eine Verringerung des Rotenbestandes gewissermaßen von heute auf moroen vorzunebmen Gewiß würden die Rotenbestände bei einem Wegfall eines Teiles der Barleistungen nicht mebr in dem Maße wie bisher vermehrt werden müssen. Aber andererseits werden die vorgesehenen gewaltigen Sachlieferungen bezahlt werden müssen, und das ist vorläufig immer noch nickst anders, als durch Paviergeld möglich. Eine Ver- ringeruna des Pafvierqeldumlouf? wird daher für längere Zeit (,ar nicht möglich sein. Was
endlich die Sortierung einer Kontrolle der Reichsbank betrifft, so kommt sie nichts anderem, als einem Eingriff in unsere in-, nere Verwaltung Keich.
Bei allen verderblichen Begleiterscheinungen bildete bislang noch der Umstand für Deutschland und seine Mrtschaft eine gewisse Stärke, daß Deutschland billiger produzieren und demgemäß in hohem Maße dem Ausland seine Waren zur Verfügung stellen konnte. Das „Garantie-System" von Cannes würde diesem Zustand ein Ende machen Das würde ungeheure Arbeitslosigkeit für Deutschland infolge Stillegung zahlloser Produktionsstütten bedeuten, und bei gleichzeitiger Erschwerung der gesamten Produktion im Jnlande durch die geforderten Tarifsteigerungen würden die deutschen WirtsckaftsÄdern verkalken müssen. Das System von Cannes in der jetzigen Form würde Deutschland wirtschaftlich ebenso lahnüegen, wie das militärisch und politisch auch schon in Versailles geschah. «ss»
Die Konferenz in LanneZ. Die Sachverständigen über dis Schuldsumme.
(Eigener ^Drohtbertchds
London, 10. Januar.
Telegrammen aus Cannes zufolge, liehen sich gestern die Finanzminister der vertretenen Staaten den Bericht der Sachverständigen über die Reparationssrage vorlegen und gelangten über verschiedene Punkte zu einer vollständigen Einigung, unter anderem auch über den Betrag, den Deutschland zu zahlen hat. Die Finanz- Minister stimmte« ferner der Verlegung des Ba- rantiekomitees nach Berlin zu. — Ter amtliche Muterberichl über die Mvntag-FrühfiNmrg ü- Tanncs stellt fest, daß über die Beding»«- gen des Moratoriums an Deutschland noch verhandelt wird. Mit einem Abschluß der Berhandlungen sei erst Ende der Woche zu rechnen. nachdem die deutschen Vertreter am Donnerstag gehört sein werden. Die belgischen Vertreter haben am Montag früh erklärt, daß sie unter allen Umständen auf ihren Zahlungsansprüchen bestehen bleiben müssen.
Minderung des Wiesbadener Adkommens.
Cannes, 10. Januar. (Eigene Dvahtmel- dung.s England hat dem Wiesbadener Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich unter solgenden Bedingungen zu gestimmt: 1. Die Endsumme der unter dieses Abkommen fallenden Leistungen von siebe« Milliarden wird gestrichen. 2. Das Abkommen erhält eine Gültigkeit vo« Urei Jahren. 3. Im ersten Jahre darf Deutschland an Frankreich Lieferungen von nicht mehr als 1250 Millionen machen, im zweiten und dritten Fahre von nicht mehr als 1500 Millionen. Frankreich erklärt fich zur Annahme dieser Bedingungen bereit
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Die deutsche Abordnung nach Cannes.
Paris, 10. Januar. (Eigene Drahtmel- bung.) Die deutsche Abordnung wurde vom Obersten Rat ausgefordcrt, sich heute von Paris nach Cannes zu begeben.
Frankreich und England. Sin militärischer Vertrag gegen Deutschland.
(Eigener Drahtbericht.i
Cannes, 10. Januar.
Der Garantievertrag zwischen Frankreich und England würde auch die R e u t r a l i s i e- rnng der Rheinprovinz bedeuten, da militärische Maßnahmen in den Rtzeinlanden als Kriegsgrund betrachtet werde« solle«. Weiterhin macht Frankreich in dem Abkommen zweifellos Zugeständnisse hinsichtlich der Einschränkung seiner Landarmee und in der U-Boot- Wafse. Wie verlautet, soll in dem Abkommen auch der territoriale Zustand Mittel- und Ost-Europas gesichert werden, wodurch der Anschluß Oesterreichs a» Deutfchland ver- hindert würde. — Bei dem gestrigen Frühstück wurde neuerdings der französifch-englifchr Garantievertrag erörtert. Es ist bezeichnend, daß die Franzosen in ihrer amtlichen Fassung statt des Wortes Bündnis (Alliance) das Wort Pact de Garantie (Sckutzvertrag) fetzen. Die Teilnahme Italiens an dem Garantievertrag kann als gesichert gellen.
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BrsGiagnahme von VrivotguIHLbeu?
Bafel, 10. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Der Baseler Anzeiger meldet aus Cannes: In den Besprechungen zwischen Briand und Lloyd George über den Garankievertraq gegen Deutschland iS auch die Frage der Beschlagnahme der deutschen Privatguthaben in der Schweiz (!), die auf vierhundert Millionen Goldmark geschätzt werden, zur Erörterung ge
langt. Hierüber wird die Konferenz die Vertreter von Deutfchland anhören.
Steuer-Beratungen.
Parteiführer beim Neichsstnauzminister.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 10. Januar.
Die Deutsche Allgemeine Zeitung teilt mit: Heute findet die für das Zustandekommen eines Steuer-Kompromifses ausschlaggebende Besprechung zwischen dem Reichsfinanzminister Dr. Hermes und den Parteiführern statt. Für heute vormlltag sind Verhandlungen mit den Koalitionsparteien und für nachmittags mit den Seiden Rechtsparteien anberanmt. Die Reichsregierung vertritt den Standpunkt, ihre Zustimmung zu den Ergebnissen der ersten Lesung des neuen Steuergesetzes versagen zu müs- jen. Die Regierung glaubt, namentlich mit der Ermäßigung der Ilmsatzsteuer von zweieinhalb ans zwei Prozent, mit den Zollermatzigun- gc« für die Einfuhr von Kafee, Tee und Kakao, sowie mit den Zollerleichterungen für Zigaretten sich keineswegs einverstanden erklären zu können. Innerhalb der Koalition gipfeln die Gegensätze zwischen Zentrum und Sozialdemokratie vornehmlich in der Erfassung der Sachwerte und der Besteuerung von Grundstücke» nach dem gcmri neu Wert oder nach dem Ertrngswcrt.
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Aurv beim Reichskanzler.
Berlin, 10. Januar. (Privattelegramm.) ToveAatt hat v— Aeichseanz» l e r' gestern abend die Parteiführer zu sich geladen, um die Steuerfrage mit ihnen erneut zu besprechen. Bei den Verhandlungen über das Sieucrkompromitz spielt die Erhebung eines weiteren Teiles des Reichsnotopsers eine wichtige Rolle. Der Prozentsatz und die wei ter en Abänderungen sind dabei noch eine offene Frage. Ter Gedanke eines Grotzblocks von der Volkspartei bis zur Sozialdemokratie ist tsm Kanzler noch nicht aufgegeben worden.
ÄettungöpapSer-Mangel.
Zustcherunge« vo« der Regierung.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 10. Januar.
Im Reichsverkehrsministerium fand am Sonnabend aus Veranlassung des Vereins großstädtischer Zeitungsverleger eine Besprechung über die Sicherung der Versorgung der Presse mit Zeitungsdruüpapier statt. An den Beratungen nahmen teil der Reichskohlenkommissar, Vertreter des Neichswirtschaftsmini- steriums, des Verbandes deutscher Druüpapier- fabriken und der Vereinigung großstädtischer Zeitungsverleger E. B. Unter dem Vorsitz des Geheimrats Weyrauch wurde in eingehender Aussprache die augenblickliche Lage der Versorgung der Zeitungen dargelegt. Der Vorsitzende gab im Auftrage des Ministers bekannt, daß vom ReichsverkehrSministerinm die Nachgeordneten Stellen angewiesen seien, 1) unter allen Umständen die nötige Zahl von Waggons zum Transport von Zeitungsdruüpapier zu stellen, 2) daß im Notfälle Zeitungsdruckpapier in Eilgüterzügen zu befördern sei, 3) daß telegraphische Voranmeldung an die Emvfangs- stationen stattfinden solle. Ferner gab der Vertreter des Reichsministers der Bereitwilligkeit Ausdruck, deu Eisenbahndirektionen zu empfehlen, int Falle der Verhängung von Sperren eine Ausnahme für Zeitungsdruüpapier zu machen.
pattettsg der Lluabhimgimn
Prorest gegen Me Bolschewisten.
(Eigener Bericht )
Leipzig, 10. Januar.
Nach einer Schilderung, die der russische Menschewist Abramowitsch von den Leiden der polnischen Gefangenen in den bolschewistischen Gefängnissen gab, faßten die deutschen Unabhängigen eine Protest- Entschließung, i« der es heißt: „Der Parteitag gedenll der zahllosen revolutionären Arbeiter, die in den Mauern der Zuchthäuser schmachten. Gegen sie wurden die härtesten Urteile gefällt, während die Konterrevolutionären frei «mher- laufen oder milde behandelt «ervcn. Zum Schluß wurde die sofortige Freilassung und Amnestie für ave polittschen Gefangenen gefordert." Danach fprach Friedrich Adler-Wien für die Ocstcrreicher. Er fchilderte die schwierige Lage Deutsch-Oesterreichs und seiner Arbeiter, die sich als ein Glied der deutsche« Arbeitermassen fühlten. Er betonte uamentlich den Gegensatz zum Bolschewismus.
DrrAchtfiunden-Tag.
Untersuchungen in anderen Länder«.
Der üt $mtfc6lanb eingrsührie Achtstundentag ist eine der hauptjachricheu Errungen, toaften der Revolution. C« ist beachtens v>ert,wrlcdeErfahr«ngen in anderenLUnder« c:U dem Arhtstunventag gentgcht worden stud. Der Sasiiabunb berichte« «ns darüber» In den Vereinigten Staaten von Nordamerika sind vor kurzem in 436 Betrieben eingehende Untersuchungen über die Wirkungen des Achtstundentages angestellt worden. Bei der überwiegenden Mehrzahl aller Betriebe, nämlich bei fast 88 Prozent, ist die Produktion zurügcgangen; bei acht Prozent der Betriebe blieb sie gleich, bei vier Prozent erhöhte sie sich. "Bei vierzig Prozent der Betriebe, die einen Pro» diütionsrückMng aufwiesen, entsprach dieser dem Grad der Arbeitszeitverkürzung, bei den übrigen sechzig Prozent war die LeifttingsMinderung zum überwiegenden Teile kleiner, zum geringeren größer als im Verhältnis zum Stundenverlust. In den seltenen Fällen, in denen die Pvo- duMon gleichzeitig mit der Arbeitszeitvertür- zung stieg, war der Erfolg in der Regel auf die Einführung neuer Arbeitsmethoden zurückzuführen. In den Industrien, in denen das Arbeitsprodukt so gut wie ausschließlich durch das Tempo der Maschinen benimmt wird, konnte die Arbeitszeitverkürzung säst nirgends ausgeglichen werden.
In Frankreich ist infolge der Verkürzung der Arbeitszeit die arbeiMägliche Leistwig der Bergarbeiter von 721 Einheiten im Jahre 1912 auf 448 im Jahre ISA zurückgegangen. Die Abnahme der Leistungen in den französischen Eisenbcchn-werkstätien wird auf fünfundzwanzig bis^»ier-.ig Present beziffert. . —
In England wird ier V- rung infolge der Verkürzung der Arbeitszeit auf rund fmususidvierzig Millionen Tonnen jährlich geschätzt. Da auch in anderen Gewerben eine ähnliche Verringerung der Leistung und in Verbindung damit überall eine Verteuerung der Produktton sestzusiellen war, erflärte kürzlich der englische Avbeitsminister im Unterhaus, daß der Achtstundentag für England nicht tauge.
In den Niederlanden hat die Verkür- zung der wöchentlichen Arbeitszeit von fünfzig auf fünfundvierzig Stunden eine Verringerung der Produktion nm mindestens fünfzehn Prozent zur Folge gehabt. Die Hoffnung, daß die verkürzte Arbeitszeit zn einer Erhöhung oder doch wenigstens zu einem Gleichbleiben der Leistung führen würde, ist nicht erfüllt worden.
In Schweden hat die durch das Achtsiun- dentaggefetz vom 17. Oktober 1919 eingesührte Verkürzung der Arbeitszeit zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft nicht geführt. Eine Vermehrung der Produktion war nur in den Betrieben zu verzeichnen, in denen die Zabl der Belegschaft erhebkich erbökst wurde. In Verbindung mit dem recht beträchtlichen Rückgang der Erzeugung stund eine oll- gemeine Steigerung der Produktionskosten.
In Norwegen haben genaue Berechnungen über die Folgen der Einführung des Acht- stmidentages in der Seeschiffahrt zu dem Er- gebnts geführt, daß die Kosten den Wert der norwegischen Handelsflotte vor dem Kriege nm ungefähr fünfzehn Prozent übersteigen würden.
Kommunistische Rüstungen.
Ihre Organisation in Post und Telegraphie.
Aus Berlin wird folgendes berichtet: Ein Seitensiittk zn der komimistiscken Posikontrolle wird drin .Lokalanzriger" aus Postbcamtenkrei' scn znaänglich gemacht Es besteht zunächst aus einem vom 15. Juli 1921 datierten Briefe an die „Werten Genossen", der folgendermaßen lau. tet: Nach Rücksprache mit dem Genossen Geschke muß ich dir mitteilen, daß es in R. G. Z. unmöglich ist. Fraktionsbildiing bei Post und Telegraphi e so wie in Berlin vorzu- nchmen. Dio dort Befindlichen sind nach Aus- fpruch des Genossen keineswegs einwandfrei. Ich würde vorscklaoen, das brigegebene, _ von mir ausgearbeitete Rundschreiben, das natürlich nickt als fix und fertig gelten toll, für den Aufbau dieser Organisation im Reick zu verwenden. Notwendig wäre darüber noch eine Aussvracke, zu der ich mich zur Vrrsüaung stelle. Mit kom- muniMschem Gruß gez Sm.
Das Rundschreiben selbst ist an die Ortsbezirke und Bezirke gerichtet und beginnt wie folgt: „Alle Mitglieder, die im Post-, und Telegraphen- und FernspreÄdienst beschäftigt sind, sind ohne Rücksicht auf die gewerkschaftliche Zuaehörigkeit zu einer Fraktion zusarnmenzn- fckließen. Dieser Zusammenschluß soll nick» nur allein dazu dienen, die noiwendiae gewerkschaftliche Arbeit zu leisten, sondern mit Hilfe dieser Fraktion müssen olle Orgesch-. Einwohnerwehren und fonftioen Elemente beob achte t wer. den, refb muß vernicht werden, deren Briefwechsel und Fernsprechverkehr zu überwachen. Es sind mit Hn,e der Tele-