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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Rrrrrrmer 3

12. ZahraarrK.

Mittwoch, 4. ZaVvar 1922.

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 952

Das öeuWe Problem in Cannes.

Obwohl die genannten Ministerien die Forde­rungen bewilligt haben, sieht die Regierung auf '

trabe unsere Betriebs

auch schon ausgesprochen. Mer bicr wurde ein Warnungsstgnal gegeben, da» doch zeigen sollte/

Paris wird die Gründung einer polnische französischen Bank in Oberschle. fit« bestätigt. Für sie wird ein Kapital von zweihundert Millionen Marl aufgebracht, das zur Hälfte in französischem Besitz bleibt, die an­ders Hälfte übernimmt Polen. Die Mittel hier­für werden durch französische Anleihen gegeben.

Paris, 3. Januar.

Die WiedergutmachunMormnission hat ge­stern die deutschen Einwendungen znr Kenntnis genommen und die von Deutschland eingereichten finanziellen Unterlagen geprüft. Die Wiedergutmachungs-Kommission ist durch die deutschen Enthüllungen nicht zu der Ueberzeu- gung gelangt, daß Deutschland nicht zahlen könne. Sie wird in den nächsten Tagen in Ber­lin Gegenvorschläge unterbreiten für die Leistungen der deutsche» Sach- und Goldliefe­rungen . Auf der Konferenz in Cannes solle« die französisch-englischen Gegensätze in Gegen­wart der italienischen, belgischen, japanischen und sogar amerikanischen Delegierten aufgeklärt wer­den. Der französische Standpunkt fei: Deutschland könne zahlen. Frankreich werde in Cannes einen schweren Stand haben und es wolle vor allen Dingen auf die Ratifikation des Wiesbadener Abkommens bringen.

daß mit einem Zusammenbruch des Verkehrs­wesens Lurch solche Ereignisse, wie wir sie jetzt erleben mußten, Diejenigen, die ohne Vevant- wortlichleitsbewußtsein die Interessen des eige­nen Staates und Voltes aufs Spiel setzten, mit am ersten versinken. ess»

Kritische Tage.

Der beendete Eiseubahuerstreik,

Die unnützen Kosten.

Paris, 3. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) DasJournal" berichtet: Der Botschafterrat wird zwischen dem 10. und 20. Januar die G e- samtkosten der oberschlefischen Verwal­tung und Besetzung für das verflossene Jahr feststellen sowie die Anteile, die Deutsch­land und Polen an diesen Kosten, sowie an den allgemeinen Reparationsverpflichtungen, die aus Oberschlesien fallen, zu übernehmen haben.

Tirpitz rechtfertigt sich.

Aas dem Hsuptquartier und Admiralstab (Pnvat-Trlegramrn.)

Frankreich rechnet mit Ser Zahlung.

Paris, 3. Januar. (Eigene DrahttnelLmng.) Das in Senat und Kammer am L Januar an­genommene Budget für 1922 enthält unter den Einnahmen einen Posten über eine Milliarde Franken Wiedergutmachungsbeträge von Deutschland. Der Senatspräsident wies in seinem Schlußwort ausdrücklich auf die Not­wendigkeit hin, daß Frankreich von den Alliier­ten in seinen berechtigten Forderungen nicht int Stich gelassen werden dürfe.

Sm Bezirk Essen.

Essen (Rührt, 3 Januar. (Privai-Tele- gramm.) Im Eisenbahndirektionsbezirk Essen ist eilt Teil der Mitglieder oes Drstskyeu Eise» batznerverdandes wieder zur Arbeit zurück­gekehrt. Man rechnet damit, daß im Laufe des Tages der Verband seine Mitglieder auffor- dert die Arbeit wieder voll aufzunehmen. Der Verkehr ist wieder ziemlich regelmäßig. Die v- Züge sind wieder gefahren und auch der Per- sonenzugverkehr ist. abgesehen von unbedeuten­den Stockungen, wieder hergestellt-

Aus Oberfchlesien.

Eine poluisch-franzöfischs Bank.

(Eigene Drahtmeldung.)

Warschau, 3. Januar.

Nach der nunmehr erfolgte« Rückkehr des polnischen Unterhändlers bei den polnisch-fran­zösischen Verhandlungen über Oberschlesien aus

EngUfHer Weiiunfug.

Rotterdam» 3. Januar. (Eigener Draht­bericht.) DerCourant" meldet "duS London: In London standen die Wetten für die deutscheZahlung zum 15. Januar am letz­ten Tage im Dezember wie folgt: Für den vol­len Eingang der deutschen Zahlung eins zu vier, für einest teilweisen Eingang bis zwei Drittel des Zahlungsbetrages drei zu eins und für eine Stundung durch die Alliierten eins zu drei.

Neue Dertzandlungen.

Berlin, 3. Januar. (Privattele-grarnm.) Laut Berliner Tageblatt sind die Vorbereitun­gen für die am 5. Januar beginnenden Ver­handlungen, in denen eine grundsätzliche Regelung der Sohnverhältniffe erfolgen soll, in vollem Gange. Bei diesen Verhandlungen sollen mich die Gehälter der Beamten geregelt werden.

dem Standpunkt, daß die Ausstände ein Tarif- Dieser Auffassung schlossen sich auch die sämtlichen sozialistischen Minister, die ia fast durchweg Gewerkschaftler sind rückhaltlos an. Um so auffallender ist die Rolle, die der Vorwärts' einnahm. Er hat es nicht unter- $,e Stimmung noch aufzuputschen, um sich hinter die Streikenden zu stellen, ihnen den Rüchen zu starken und damit die eigene Regn*-- rang, tn der die eigenen Genossen'sitzen, und ar ,e'?ene Bolk zu schädigen. Das geschieht aus Aattatton um ja nicht von derKonkurrenz", den Radikalen, übertroffen zu werden.

Die Desatzungslasten.

Brüssel, 3. Januar. (Eigene Drahtmel- diMA.) Auf der Konferenz von Cannes wird auch die Frage der rheinischen Besatzungs­truppen besprochen werden. Man will bean­tragen. daß die Unterhaltungskosten, die Deutschlandbezahlcn muß, auf vier­zig Millionen Goldmark festgesetzt werden. Tie Länder, die ihren Anteil an den Kosten über- schreiteu, worden den entstehenden Fehlbetrag ans ihren eigenen Kassen bezahlen müssen.

Deutschland stand um die Jahreswende wie­der vor einer ernsten Krise, die, wie schon oft, in elfter Stunde abgewendet wurde. Der Eisen­bahnerstreik ist als erledigt zu betrachten, nach­dem das Iieichsverkehrsministerium und das Finanzministerium trotz ernster Bedenken die Forderungen der Eisenbahner bewilligt haben Es ist angesichts der G e f a h r für das äffe r. t- liche Leben, die eine noch weitere Ausdeh­nung des Streits zur Folge gehabt hätte, doch notwendig, sich einmal die Frage vorzn- legen, ob die Teilstreiks nicht hätten gänzlich vermieden werden können. Rach den Aussagen maßgebender Persönlichkeiten, die zu den Füh­rern der Verbände gehören, waren diese Ausstände zu mißbilligen. Wo bleibt da die Achtung vor gewerkschaftlichen Abmachungen und die Taristreue? Beschämend sind die Vor­gänge, wie sie sich im besetzten Gebiet ereignet haben. Von dort ging ja die Streikbewegung aus. Die zu erwartende Forderung der En­tente, daß aber unter allen Ummstänben ihre Transporte sichergestellt werden müßten, haben die Streikenden ohne weiteres zu erfüllen zu gesagt! Den Gegnern des deutschen Vol­kes also liehen sie ohne Widerrede ihre Unter­stützung. andererseits aber brachten sie es kalten Herzens über sich, die Versorgung ihrer eigener. Volksgenossen zu gefährden. Aber noch mehr! sie brachten es sogar über sich, der deutschen Reichsregierung, also der eigenen Regierung, ge- geni'per damit zu drohen, daß bei einer RüyR'rstrLnng dec Forderungen die Gefahr der Militarisierung der Eisenbahnen im besetzten Gebiet durch die Ent ernte unmittelbar be­vorstehe! Und so etwas bringen Deutsche ihren eigenen Brüdern gegenüber fertig!

Am DmtWsmös Zahkrmg.

Die franzSfische Hartnäckigkeit.

(Tiaener Drohtberkcht.)

Berlin, 3. Januar.

In der am S. Januar Erscheinenden Rum- Mer desGrenzboten' veröffentlicht Großadmi­ral von Tirpitz unter dem TitelMein Ab- Wed' einen Artikel, dem insofern geschichtlche Bedeutung zukommt, als er die Kräfte beleuch­tet, die im Größen Hauptquartier gegenein­ander rangen. Tirpitz stellt zunächst fest, daß, entgegen der Behauptung Bethmanns, die Pressekontrolle bei der Marine ge­mäß den schon im Frieden erlassenen Mobil- machungsbesttmmungen nicht dem Marineamt, sondern dem Admiral st ah unterstanden ha­be. Diese Feststellung ist deshalb wichttg, weil ein Aufsatz der »Deutschen Tageszeitung", der seinerzeit den Unwillen des Kaisers erregt hat, dazu benutzt werden sollte, die unsachgemäße Handhabung der Flottenzensur seitens des Ma­rineamtes auszuveuten und damit den Rücktritt Tirpitz' zu erzwingen. Tirpitz bringt dann wei­tere Beispiele für das gegen ihn interne-te In­trigenspiel und kommt zum Schluß auf die tat­sächlichen Gründe für seinen Rücktritt zu sprechen. Seine Krankmeldung vom 8. März 1916 fei erfolgt, als der Admiralstabschef nach dem Vortrag vom 6. März nach Berlin zurück­gekehrt war mit der offt-iellen Mitteilung, daß der U-Boot-Krieg endgültig aufgegeben sei. Durch diese völlige Ausschaltung Dirpitz's von so wichtigen maritimen Entscheidungen, die eine Verletzung der Hm zustehenden Rechte bar» stellte, sei das weitere Verbleiben für ihn auf seinem Posten unmöglich gewesen.

Verwaltung und vor allem auch die Eisenbahn etatsmäßig ins Gleichgewicht zu setzen. Tun wir das nicht, tut es die Entente. Die Anzeichen dafür liegen auch schon vor. Wie eine Bomb- platzte :n die Konferenz zwischen den Vertre­tern der Reichsregierung und der Eisenbahner eine Meldung, wonach die Interalliierte K o m m i f f i o n in Koblenz die Reichsregieruna wissen ließ, daß vor einer endgültigen Beschluß- sasftmg über die Bezüge der Angestellten im Eisenbahnverkehr die Interalliierte Kommission zu hören fei! Es ist selbstverständlich, daß eine Derartige Forderung auf das entschiedenste ab» gelehnt werden muß, und die Vertreter der Eisenbahner in jener Sitzung haben das

Die Interalliierte Rheinlandkormnission hatte ftsort, als sie erkannte, daß eine Einigung nicht zustande kam, für das gesamte besetzte Gebiet das militärische Streikverbot für die Eisenbah- ner erlassen. Die Streikführer wurden in Haft Usstzt. Die Drohung der dortigen radikalen Eisenbahner sollte nun Zugeständnisse von der Regierung erpressen. Kamm man sich wundern, wenn durch solche Vorgänge gewisse und sehr ernst zu nehmende reichsfeindliche Bestiebungen tm Rheinlands nette Nahrung erhallen? In einer Zeit, in der der Koalitions- Gewerk- schafts- und Tarif-Gedanke auf die Spitze getrie­ben ist, in der Bettiebsräte existieren, sollte doch die Achtung vor Abmachungen besonders hoch entwickelt fein! So sollte man doch weniastens meinen. Aber bas scheint nicht der Fall zu' sein.

Heber die Forderungen der Eisenbahner und ihre Berechtigung kann in diesem Rahmen, der nur das Grundsätzliche der Frage behandel!, nicht cmgegangen werden. Wir Haben es wie­derholt ausgesprochen, daß die Eisenbahnarbei- ter gewiß nicht zu den bestbezahlten oder anc6 Zu gut bezahlten Gruppen der Staatsa'öetter

Schören. In diesen Kreisen r "J* Bl. , in äer Tat sehr viel Not, und über vie­les hatte sich auch in aller Ruhe reden lassen Wunen. Aber in einem Reichsbetrieb, in dem ter einfachste Arbeiter auch Verantwortlichkeit gegenüber der Gesamtheit des Vol­kes und gegenüber dem Staat hat, muß das Verantwortlubkeitsbewußlsein ganz besonders ausgeprägt sein. In diesem Augenblick stehen alle inneren Fragen unter dem Druck der außeu- polttischen Ereignisse. Just in diesem Moment sind wir gezwungen, gei ' Verwaltung und vor allei

MegelMMgcr BaHrZverketzr.

Die Arbeit ist wieder aufgertomrns«.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 3. Januar.

Die volle Wiederaufnahme des Groß- Berliner Eisenbahnverkehrs dürfte heute früh Tatsache geworden sein, nachdem gestern die Ar­beiter ohne Ausnahme an die Arbeitsstellen zu­rückgekehrt sind. Im Reiche ist gestern der Be­trieb wieder in Gang gekommen. Mit dem sahr- planmäßigen Bewirb ist aber erst mit heute zu rechnen. In einzelnen Gebietsteilen, wo der Streik mit großer Entschiedenheit durchgeführt worden war. versuchen jetzt die Kommu­nisten für die Weiterführung Propaganda zu machen. Die kommnnistischen Zeitungen bezefch- neunen das Verhandlungsergebnis als einen Verrat an den Eisenbahnern. Ein Erfolg dieser kommunistischen Agitation ist ausgeschlossen.

Die Tggzmg m Sannes.

Ankunft der Delegierte«.

(Eigene Dratztmeldung.1

Paris, 3. Januar.

Aus Cannes wird gemeldet, daß die eng­lischen Delegierten dort eingetroffen sind. B r i a n d wird heute vormittag in Cannes ein- treffen. Am 5. Januar wird die japanische Delegation, ans dreizehn Personen bestehend, und die belgische Delegation mit elf Perso- hart erwartet Marcos Hntin teilt dem Echo dr Paris" mit, daß Finanzminister Säu­mer gestern nach Cannes abgereist sei, nm an den Beratungen der interalliierten Konferenz teilzu­nehmen. Wie aus Berlin bekannt wird, ge­denkt der frühere Minister Dr. Rathenau sich heute nach Cannes zu begebe«. '

Kunft-Stelnkohle.

Sine hervorragende deutsche Erfindung. , S» unsrer- Zeit des Kohkenmangels und de- Seizftoffteuerung, SeideS durch die Uber- tnä'S-.gcn <p>piitztlieferunqcn an di« Entente entstanden, ist die Erfindung der JtuttÜ» steinlohie »onautzrrordentUch-r Bedeutung. ' Sa einer Unterredung mit dem Münchener Vertreter der TSgliSen Rundschau, I. M. Zurtnet, gab der Erfinder Auskunft.

Der Draht hat bereits in Kürze die Nach­richt verbreitet, daß dem approbierten Mün­chener Apotheker Ludwig P r ü ckn e r, Äs» sistent am medizinischen Uutersuchungsamt (Bayerische militärärztliche Akademie) die Er' findung geglückt ist, Gesteinsarten in hochwertige Kohle zu verwandeln. In einer Unterredung, die bei dem Erfinder im chemisch-medizinischen Untersuchungsamt stattfand, äußerte sich Ludwig Prückner folgendennaßen:In der Mineralogie ist es kein Geheimnis, daß wir in Unmengen zu Bergen aufgetürmt und leicht erreichbar Ge­steinsarten haben, die mehr oder minder kohlenstoffhaltig sind. Die Lösung des Problems, Kunflsteinkohle herzustellen, bestand darin, auf chemischem Wege durch entsprechende Verwandlung Gesteinsarten zuscunmenzubrina gen. sodaß der Kohlenstoffgehalt sich erhöht. Selbstverständlich sind bis zur Veröffentlichung imReichsanzeiger' die von mir benutzten Ge­steinsarten mein Erfindergeheimnis, ebenso tote der chemische Umsetzungsprozeß. Darüber will und kann ich im gegenwärtigen Stadium nicht reden. Ich will Ihnen aber dafür den Werde­gang der von mir erfundenen KunststeinkoMe näher erläutern. Die ersten Versuche liegen sechs Fahre zurück. Sie ergaben in vev vutiiars^ gewonnenen Kimststeinkühle bereits fiinzig bis sechzig vom Hundert Kohlenstoff. Unangenehme Begleiterscheinungen waren starkes Rußen und ungleichmäßiger Brand. Es gelang nach- und nach, sie $u beseitigen und den Kohlenstoffgehalt reiner zu gestalten. So ist mir die Erfindung geglückt. Die von mir benutzten

zwei Gesteinsarten werden mit dem von mir benutzten Mineral pulverisiert, durch ein Bindemittel mitein* ander vermengt, die notwendigen Chemika. l i e n der Lösung hinzusefügt, das ganze gekne. tet, dann in irgend eine Form (Brikett-, Ei-, Würfel-, Stückfoim usw.) gepreßt und dann die Masse fünfzehn bis zwanzig Mnuteu lang aus sKhzig Grad erhitzt. Nach dieser Erhitzungsdau­er wird das Produkt abgekühtt. und die Kunst- steinkohle ist versand- und gebrauchsfertig. Das' ist die ganze Prozedur. Selbstverständlich wa­ren. bevor die Erfindung von meinem Patent- anwalt dem Reichspatentamt zugeleitet wurde, eingehende Versuche vor einwandfreien Beu­gen notwendig. Unter diesen Zeugen befanden sich eine maßgebende Persönlichkeit des chemisch, medizinischen Untersuchungsamtes, ein staatlich geprüfter Chemiker sowie eine große Anzahl Wissenschaftler und Assistenten. Die erste Probe bestand darin, daß hochwertiges Anthrazit in ei­ne Retorte und meine Kunststeinkohle in eine ander« Retorte gegeben wurde. Beide Retorte« wurden erhitzt und der Inhalt vergast. Die Probe aufs Exempel ergab, daß das (S 63 der Kunststeinkohle

intensiver und länger brannte, als das des Anthrazits. Der Geruch des^aseg der Kunststeinkohke ist ähnlich dem des Leuchtgas ses aus der Steinkohle, aber ohne dem fützlicben penetranten Beigeruch., Tie Ucberreste ergaben bei der chemischen Analyse Teer und die gleichen Nebenprodukte wie bei der Steinkohle. In den, Teer der Kunflsteinkohle wurde Anilin chemisch nachgewiesen. Eine weitere Probe mußte auf die Heizkraft meines Kunstproduktes gemacht werden. Wiederum waren einwandfreie Per­sönlichkeiten, darunter die staatlich geprüfte che­mische Autorität, Beugen. Etwa neun Stück von etwa Pfundgewicht wurden genau so verheizt wie Steinkohle. Das Ergebnis war, daß das Kunstprodukt fast geruchlos verbrannte, von län­gerer Heizkraft war und das vorher kalte Btm- mer angenefim temperiert wurde. Die Kunst­steinkohle glühte intensiv und lange, ttntz die neun Pftiud ließen etwa zweihundert Gramm Asche zurück. Die Heizversuche wurden wieder­holt und jedesmal der gleich günstige Erfolg erzielt. Bei der Prüfung der Kunftsteinkohle auf ihre Heizkraft ergaben sich genau 7995 Wärmeeinheiten, das ist, da Anthrazit zwischen 70008000 Wärmeeinheiten schwankt, also die volle Heizkraft des Anthrazi/s.

Mit der Nutzbarmachung meiner Erfindung werde ich mich erst befassen, wenn der gesetz­liche Schutz durch das Reichspatent erfolgt ift Selbstverständlich sind bereits entsprechende Vorarbeiten getroffen. Die Herstellung wird sich sehr einfach gestalten. Man wird zunächst in der Nähe der Gesteinslager entsprechende Fa­briken errichten müssen, bei denen zunächst Swinguetschnraschinen notwendig sind. Diese