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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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N«mwer 2.

Dienstag, Z. Januar 1922

12. §a^?Lang

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 952

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Festsetzung des Eisenbahnee-Lohntmss

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Deutschlands Brot.

Der Plan der Landwirtschaft.

An dem von der LanÄwirtschast geplanten tzroßzügigen Atzbeitsprograrmn, das mit der so­genannte Lkrcditaktion in Verbindung steht, wird ununterbrochen weitergearbeitet. Der Zweck ist, die St e i ge r u n g der landwirtschaftlichen In- landserzeuguna vorzubereiten mit dem Ziel, Deutschland in der Deckung des wichtigsten LeüensmittelbedarfS vorn Auslände unabhängig zu machen. In dieser Aufgabe liegt der Schlüssel für unsere wirtschaftliche Zukunft. Staat und Volk, Stadt und Land, Uternehmer und Arbei­ter haben an ihrer Lösung das gleiche Inter­esse. Abseits aller Partei- und Macht­fragen der inneren Politik mutz dieses Ziel erreicht werden, soll Deutschland nicht dem Ver- nichtungswillen unserer Feinde erliegen, die den vollen Erfolg des Weltkrieges erst dann verbürgt sehen, wenn das Deutschtum durch dauernde Verminderung seiner Volksza'hl geschwächt wird Die Bedeutung der landwirtschaftlichen Erzeu­gung ist dem deutschen Volke in den Kriegsjah- ren von den Gegnern zum Bewußtsein gebracht worden. Die deutsche Handelsbilanz vor dem Kriege war passiv, doch wurde das Passiv-Saldo durch die Einnahmen im weiteren Rahmen der ZahlungsbilMz ausgeglichen. Von der Einfuhr im Jahre 1913 im Werte von nahezu elf Gvld- milliarden entfielen fünstlndzwanzig Prozent auf Rcchrungs- und Genußmittel, weitere zwei Prozent auf lebende Tiere. Dem stand nur eine geringe Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse gegenüber. In den letzten Jahren vor dem . ME waren rund siebzehn Prozent der Bevöl- funf^vhr»tesir. t;r '3cuä«b des EiaäHüustzsöevurW -ätf die Einfuhr angewiesen.

Fetzt liegen die Verhältnisse viel ungünstiger. Die Handelsbilanz 1920 hatte ein Passiv- Saldo von rund Kveieinhalb Goldmilliarden, die Zahlungsbilanz von rund vier Goldmilliar­den. Die Kosten der Nahrungsmitteleinfuhr er­reichten die Höhr des Passiv-Saldos der Han­delsbilanz und betrugen rund ein Drittel der Gesamteinfuhr. Nach den bisher veröffentlichten Zahlen für 1921 ist der Anteil der Nah» rungsmittel an der Einfuhr in weite­rem Steigen begriffen; im Durchschnitt der Mo­nate Juli-August betrug er dreiundvierzig! Pro­zent. Nennenswerte Ausfuhr von AgrarvrMck- ten findet nicht mehr statt. Mr sehen hier Sie Auswirkung der Folgen von Krieg und Frie- denSverttag: Raubbau am Boden infolae Absperrung vom Weltmarkt (Futter- und Düngemittel), Rückgang der Arbeitsleistung in­folge Einrückung der männlichen Bevölkerung und mangelhafter Ernährung der menschlichen mtd tierischen Arbeitskräfte, Verringerung der Produkttonsmittel durch die Zwangswirtschaft, Losreißung von Ueberschußgebieren und an­deres mehr.

Deutschland stirbt wirtschaftlich ab, wenn es nicht gelingt, das Defizit in Handels» und Zah­lungsbilanz auszugleichen. Nur ausgiebige Produftionssteigerung kann zu diesem Ziele füh ren. Die Regierung war 1919 und 1920 von der Sorge um die Beschaffung der Mittel zur Deckung des Nahrungsmittelbedarfs in Anspruch genommen. Mit der Annahme des Londoner Ultimatums trat die Notwendigkeit der Devisenbeschaffung hinzu. Merk­würdigerweise versuchte sich die Regierung zu­erst Mer Sie Möglichkeit der Verteilung der Lasten in Form von Papiermark auf die Bevöl­kerung klar zu werden und bogab sich erst dann auf di» Suche nach einer Anleihe. Selbst wenn dies erfolgreich ist und im Zusammenhänge da­mit Stundung oder Verminderung der Reva- rattonsverpflichtungen erreicht wird, so ist damit erst die Möglichkeit $itm Mederausbmr ge­geben. Im Augenblick scheinen Sie Aussichten in dieser Richtung nicht allzu günstig. Auch die Kreditaktion der Industrie soll und kann nur Hilfe für ein Jahr schaffen. Ihr demselben Augenblick, wo die ReiMregierung die Zah­lungsunfähigkeit erklärte, trat Sie Landwirt­schaft auf bett Plan. Am 15. Dezember beschloß der Reichsausschnß der deutschen Landwirtschaft, die Vertretung aller namhaften lanSwirffchaft- lichen Organisationen, das Hilfswerk der deut­schen Landwirtschaft. Es steckt sich zum Ziele, die Erzeugung ans eigener Kraft im Rahmen Ser Selbstverwaltung derart zu stei- gern, daß Deutschland in den wichtigsten NaS- rungSmittekn vom Auslände unabhängig und damit auch der Ausgleich in der Han- delSbilanz angebahnt wird.

Der Weg «t diesem Ziele ist schwer imd opferreich. In den Beratungen und Unter­suchungen der kandwirtsckMRchen Führer find ht rastloser Kleinarbeit der letzten Jaffre und Monate Sie Schwierigkeiten abgewogen. Der zur Durchführung des Programms erforder­lich- Kapitalbedarf wird ungeheuer fein. Nahezu achtzig Prozent der landwirffchafttichez Nutzfläche ist Bauernland, das tum großen Test noch nicht nach den neuesten Errungenschaften von Wissenschaft und Technik ausgenutzt wird.

WmtderlehrtStigjkett, Vermehrung der Beispiels- Wirtschaften, Düngungsveriuche, Saatgutbera­tung und -beschaftung haben hier einzusetzen. Dazu kommt Sie Beschaffung hochwertiger Düngemittel, für die insgesamt zwanzig Milliar- ben aufzuwenden sein werden. Das wird nicht ohne KrsSitbereitstellun« möglich fein, zumal bei dem hohen Risiko Vorsorge für den Fall einer Mißernte zu treffen ist. Das Risiko wird bei einer allgemeinen durchgreifenden Produktions- stcigerung noch erhöht, wo das Angebot ver­mehrt und dadurch die Preise gedrückt werden.

Alle Aufwendungen will Sie Landwirt­schaft in Anbetracht der Finanzlage des Staa­tes aus eigener Kraft machen. Dies setzt voraus, daß der Staat und die anderen Berufsstände das nötige Verständnis für die Notwendigkeit deS HilfswerkS in der Praxis beweisen. Eine Streite Unterstützung durch den Staat kommt nur für die Vorarbeiten Ser Kultivierung von Moor- und Oedländereien, Flutzregulierun- gen, Vorflutdeschaffung, Barackenbauten und dergleichen in Frage, während Meliorationen im Rahmen der Betriebe zu Lasten der Land- wirtschast fallen sollen. Die Landwirtschaft hat sich mit deut Beschluß Se5 Hilfswerks die Auf­gabe gestellt, an vorderster Stele für Sie deutsche Zukunft zu kämpfen. Es handelt sich um ein Gesamtinteresse des deutschen Volkes, dem alle dienen müssen, die guten Willens sind. F. A.

Ist der Streik zu Ende?

Verständigung in de« Verhandlungen.

Kassel, 2. Januar, Gewerkschaft venffchc

und Staatsbediensteter wird uns berichtet: Die Verhandlungen der GwßorganisÄionen im ReichsverkehrSministerium haben am Samstag ihren Abschluss gefunden und es wurde dort eine Verständigung erzielt. FL-r die Arbeiter wird das Mamten-OrtsNassenverzeichnis mit Rückwirkung vorn 1. Ottober 1921 einge­führt. Die bestehenden UeberteucrungS. Zuschüsse wurden um eine Mark Sie Stund« rückwirkend «b 1. Ottober 1981 erhöht. Ver, Handlungen über Ausdehnung der Ueberteue- rungszuschüsse finden sofort patt. Die Auszah­lung der Verbesserungen hat sofort zu erfolgen. Am fünften Januar finden weitere Ver­handlungen über Erhühungen der Ein­kommen für Beamte und Arbeiter statt. Durch diese Vereinbarung hat der Streik in den verschiedenen Gebieten sein Ende erreicht. Die Streiktage werden nicht bezahlt. (Die Einzel- heilen der Taris-Vereinbarung siehe 8. Seite.)

Roch keine Gewißheit.

Man wartet den heutigen Montag av.

lPrivat-Telegramm.)

Berlin, 2. Januar.

Es ist im Augenblick noch nicht möglich, einen Ueberblick darüber zu gewinnen, ob und inwieweit die zwischen dem Reichsverkehrsmini sterium und den Spissenorganisattonen der Eisenbahn getroffenen Vereinbarungen wirksam geworden sind. Der Neujahrsfeiertag war in­sofern von ungünstigem Einfluß, Äs diese Ver­einbarungen nicht sofort zur allgemeinen Kennt­nis der Streikenden kamen. Wenn Allerdings auch Wohl keine Verschärfung des Konflitts ein­treten dürste, so ist doch nicht damit zu rechnen, daß sofort eine wesentliche Besserung des Ver­kehrs erzielt werden tonn. Man mutz Wetter be­rücksichtigen, daß sich die Streikenden auf eine längere Dauer des Streiks eingerichtet hatten. Erst im Laufe des heutigen Montag dürfte sich ed praftische Bedeittung des am Sonnabend er- zielten Abkommens zeigen.

Die Sage im Reiche.

Der Verkehr am gestrige« Nrujahrstag«. lPrivat-Telcgramm.)

Berlin, 2. Januar.

Hebet Sie Sage im Reiche liegen keine Nach­richten vom NeujahtStage vor, auf Grund deren man sagen könnte, daß der Streik der Eisen­bahnarbeiter sich wesentlich verschärft hätte. Auch in der Zusammensetzung der Ausständigen HM sich nichts geändert. Die Beamtenschaft so­wie die in den christlichen Gewerkschaf­ten organisierten Arbeiter haben gestern über­all ihren Dienst versehen. Allerdings traten die Wirkungen des Streiks besonders in den direkt davon betroffenen Teilen unliebfam hervor. Fast überall wurde der Fernverkehr aufrecht erhalttn. während der Güterverkehr meist still lag. Auß Breslau wird berichtet, daß einzelne Stationen

der Provinz Schlesien ebenfalls in den Streik getreten find, so unter anderem Königsfeld und Dittersbach. Infolgedessen mußte eine Reihe von Zügen ausfallen, doch wird der Berirhr not­dürftig aufrecht erhalten.

Unregelmäßiger Verkehr.

Die Störungen im Bezirk Berlin.

lPrwat-Telegramm.)

Berlin, 2. Januar.

Da die Arbeit von bett Streikenden am gestri­gen Sonntag noch nicht wieder aufgenommen worden ist, sich die Berkehrslage im Eisen- bahndirettionsbezirk weiter verschlechtert. Der Personenfernverkehr konnte zwar im großen und ganzen planmäßig durchgeführt werden. Ausge­fallen sind lediMch einige Züge der Strecke Ber- Un-Köln, dagegen konnte der Stadt- und Ring­bahn-Verkehr nur sehr unregelmäßig durchge­führt werden. Der Ringbahnvcrkehr wurde to- gar gegen sieben Uhr abends völlig eingestellt. Bei der Stadtbahn verkehrten stünÄich nur drei Züge in jeder Richtung. Der Vorortverkehr auf der Wannseebahn nach Groß-Lichterfelde und nach Zossen wurde einigermaßen regelmäßig geführt. Der Vorortverkehr auf den Nordstrecken wurde durch Fernzüge bedient. Der Güterverkehr ruhte bis auf die Eilzüge, die Kartoffeln, Vieh und Lebensmittel brachten. Da im Laufe des Montag die Arbeit wieder ausgenommen werden soll, zwar eine allgemeine Besserung der Be­triebslage zu ertt> arten, aber doch mwtzir iWtoJ mit erheblichen Störungen zu rechne«.

Kegen öle Vereinbarung.

Berlin, 2. Januar. (PrivattslegrÄMN.) Die Verschlechterung des Eisenbahnverkehrs im Reiche am gestrige« Neujahrstage hat zu einer Berschärftmg der Sage und zu weiteren Be- triebseinstellungen geführt. In dem Direttionsbezirk Berlin falle« etwa dreißig Pro­zent aller Sokalzüge aus. In den meisten Be- triebsversammlungen ber Eisenbahner in Berlin ist gestern daS A b k o m m e n mit der Regierung verworfen wordrn. Dennoch erwarten dis Crganifatione«, daß heute die Mehrzahl der Eisenbahner zum Dienst erscheinen wird und daß eine Wiederaufnahme der Arbeit im Laufe des heutigen Tages erfolgt. Der Verkehr an den Berliner Fernbahnhösen blieb auch gestern plan­mäßig, nur einige Züge nach Köln konnten we­gen Richteintresfens der Gegenzüge nicht fahren.

Wiederaufnahme des Betriebs.

Köln, 2 Januar. (Privattelegramm.) Sei­tens der Eisenvahndirettion in Köln wird mit­geteilt, daß inzwischen durch Verhandlungen zwischen den Beriragsparteien des Reichslohn­tarifs eine Einigung erzielt ist und die Wie­deraufnahme des Betriebs aller Wahrschettt- Uchkeit nach am Montag z« e r w a r t e n sek.

Die Entente greift ein.

Besatzungskommondv über die Eisenbahner.

(Privat-Telegrarnm.)

Köln, 2. Januar.

Wie die Eisenvahndirettion mittrilt, ist von der interalliierten Rheinland-Kommiffion der Befehl ejngetrosfen, daß das gesamte Per- s o n a l der Eisenbahnbircttionen Köln und <K- berfeld tmrch die Befatzungsbehörden herbei- geholt wird. Der gesamte Personen- und Güterverkehr sei sofort in vollem Umfange wie­der aufzunehmen. Das Personal wird der inter­alliierten FÄdeisenbahnkommisston, Unterabtei­lung Köln, unterstellt. Im Pariser Mini- sterium für öffentliche Arbeiten sanden Be­sprechungen mit dem General Weygand statt. Der Minister für öffentliche Arbeiten lud die ReparÄionskommrsfion ein, sich mit der deut­schen Kommission. Vie sich augenblicklich in Paris befindet, in Verbindung zu setze«, damit alle Kohle«tra«sporte, die für die Repa- rlttionskommisfion bestimmt find, als Transporte von besonderer Dringlichkeit gelten.

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SranzSfifchr Absichten.

Paris, 2. Januar. (Eigene DrcchtmeÄwng.) Wegen des Streiks im Kölner und Elberfelder Gebiet hatte der französische Minister der öffent- lichen Arbeiten, Se Troeaner, beim Kriegsmini­ster beanttagt, zur Sicherung ber linksrheinischen Kohlentransporte (Saar- und Ruhr­gebiet) die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die dortige« Eisenbahnen zu requirieren.

ist.

Kommunale Steuern.

Die Finauznot der Gemeinde«.

Dor durch die neoe Rrichsste«er-S-s«tzgebuug eingetretene Zustand, das-, dir ©emeiitben mit itirett Siuncätnen nicht auslomtnen, ver­anlagt zrt neuen SicrterplSnett. Darüber wird und folgender Artikel geschrieben t Während früher Reich, Länder und Gemeinden jedes für sich ihre scharf umriffenen und gegen­einander auskömmlichen Steuergebiete belassen, hat nach der neuen Reichsverfassimg das Reich diK Steuer-Souveränität erhalten. Ländern und Gemeinden wird nur das zugewiesen, was übrig bleibt. Unter diesem Zustand leiden besonders schwer die Gemeinden, da sie von den Ländern abhängig sind, die ihrerseits wieder vom Staat nicht einmal das steuerliche Eristenz- Minimum für ihren eigenen Bedarf erhalten. Aus diesem Grunde haben die Gemeinden, um ihren Verpflichtungen nachkommen zu können, Sie ihnen verbliebenen Steuermöglichkeiten, in der Hauptsache die Ertrags . Steuern 'n den letzten ALonaten und Jahren in einer früher nicht geahnten Weife ausgebaut. Die von diese« Steuern Betroffenen sind umso schlechter gestellt, als sie auf Sie Ausgabenwirtschaft einen genü­genden Einfluß nicht besitzen; es ergibt sich da­her sie Tatsache, daß die einen Steuern bezah­len, wahrend die andern die Ausgaben beschlie­ßen. Dieser Zustand ist auf Sie Dauer natür­lich unhaltbar. Vor allem ist eine baldige und

endgültig«

Regelung des kommunalen Abgaberechtc» zu fordern. Ferner ist umgehende Auszahlung der'An teile dir Luttver tmu den Reichssteuern notwendig. Zurzeit weiss keine Gemeinde, wie hoch die aus sie entfallen­den Summen eigentlich sind: eine geordnete Fi- nanzwiitschaft ist für sie deshalb eini Dmg der Unmöglichkeit. Weiter ist erforderlich, daß d.e Steuerträger einen erhöhten Einfluss auf die Ausgabenwirtschast der Gemeinden be­kommen, damit eine ordnungsmäßige Verwen­dung bei eingegangenen Beträge gewährleistet ist. In den Berliner Ministerien be­schäftigt man sich mit diesen Fragen nun estdlch auch eingehender. Gutem Vernehmen nach wer­de« dort Mizeirfolgende Gedaukenöan« g e vertreten: Da die Gewerbesteuerpflichttgen einen zu geringen Teil bei Bevölkerung bar tei­len, als baß sie ble erforderlichen Bettage aller« aufbringe« könnten, muß es den Gemeinden ge. stattet fei«, Zuschläge zur Rcichseinkommensteurr z« erheben, alfo zu einer Steuer, bte _

alle Bevölkerungskreife gleichmäßig trifft Diese Steuer würbe auch automatisch ein« zu große Bewillissilngssreubigkeit dämpfen. Bei den Gewerbesteuern muß bte staatliche Gew.rbe, steuer soweit modernisiert werden, baß die groß« Mebr,ahl der Gemeinden keine b-ionderen Ge- weibesieucrordnungen mehr notig hat, sondern mit Zuschlägen zur Staats gewerde­st euer auZ kamen tonn. Zu diesem Zweck mrd geplant, die Gewerbesteuerklassen m Fortfall kommen zu lassen; die Steuer sE toll zur Lülite Ertragssteuer, zur anderen Halste Lohn- summensteuer werden. Eine Steigerung nach der Höhe des Ertrages wirb abgelehnt, zugelaf- sen höchstens eine Steigerung nach der Rentabi­lität Ebenso ist verboten eine Steigerung ber Lohnsurmnenfieuer, erlaubt dagegen eine rfm- grenze für kleinste Gewerbetreibende. Endlich ist beabsichtigt, Groß-Betrieben bte Berechtigung zu gdben. auf Antrag aus dem Besteuerutrasrecht ber Gemeiuben ausWscheiben, um durch eine höhere Instanz (Regierungsvräsident ober Pro- vinz) veranlagt zu werben. Davon wirb erwar­te; daß bte großen Steuerpflichtigen und die Gemeinden von selber dazu kommen, dura» Steuerverträge ihre gegenseitige Wispruchnahme zu regeln. Ob die hier vorgeschlagenen Maß- auch nur im Entterntesten. ans^chen werden, um die Gsmemdeftnauzen in Ordnung zu bringen, ist billig zu bezweifeln. Die Hm-vt fache ist und bleibt, daß Ausgaben nur daun bewilligt werde« dürfen, wenn ihnen ent- spreSicub- Einnahmen gegerdtoer liehest^ Ede mit nicht *u diesem Grundsatz zurückkommen, sind alle anderen Anstrengungen umsonst.

GesOäSigteMift-rnbbeussche

Vorprüfung von Entschädigungsanträgen.

Der Ret^ ~ .eiger veröffentlicht eine Äeä kanntmack er die Borpniftmg von AntrL- p»n bf Hanbe Geschädigten durch die

Interesse.Vertretungen. Die Vorprüfung der Anträge Auslaadsdeutscher ist dem Bund der Auslanbsdeuffchen E. B. Berlin. Klostersttaße 75, überttaaen. Als AuslanoSSeutsche gelten Äle G ef chäS igten, die bis End« Kusi 1914 ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt autzerhrlb ber damaligen Grenzen des Teut- Rchen Reiches gehabt oder nach dem 1. August 1914 dorthin verlegt Habs«.

Bei Sem die Dienstausskcht über die eutschei-

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