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feuchtung der Grubenwände angeordnet worden. £? wur­den auch Versuche gemacht, die Arbeiter selbst an der Grubenaufsicht zu beteiligen. Bei der Beratung des Ge­setzentwurfs über die Vorbildung zum höheren Verwal­tungsdienst kam es zu einem heftigen Renkontre zwischen Minister v. Hammerstein und dem nationallibera'.en Abg. Dr. v. Friedberg, der entgegen den Wünschen des Ministers den Regierungspräsidenten die Anstellungsbefugnis der Referendare nehmen will. Dr. v. Friedberg b.fürch­tet, daß durch die Regierungspräsidenten der Adel und das Korpsstudententum bevorzugt werden würde. Ein Be­schwerderecht des Referendars gegen etwaige Ablehnung, wie es der Abg. v. Savigny (Zentrum) vorschlägt, hall? er für aussichtslos. Minister v. Hammer st ein leugnet ganz entschieden jede Bevorzugung des Adels, trot.d.ni er sich freue, wenn adelige Referendare sich meldeten, da sie die Gewähr bieten, treue Dien r des Vaterlandes zu sein. Doch stelle er über alles die Aristokratie des Geistes. Ebenso verteidigt er die von dem Vorredner ang.'griff.nen Korps, die erziehlich auf ihre Angehörigen wirkten. Nach weiterem kurzen Hin und Her wird das Gesetz nach den Beschlüssen zweiter Lesung unverändert angenommen.

JNab und fern.

)—( MäHigkeitsbestrebuugen in unserer Marine. Nachdem bereits vor einigen Monaten an Bord des Linien­schiffes „Mettin" eine alkoholfreie Kantine (die erste bei oer deutschen Marine) eingerichtet worden ist, soll dem­nächst auch im Seemannshause zu Kiel eine besondere Abteilung für alkoholfreie Getränke ins Leben gerufen, auch die Gründung einer Guttempler-Loge in Erwähnung gezogen werden . Prinz Heinrich von Preußen, welcher dieser Bewegung lebhaftes Interesse zuwendet, hat sich letzthin eingehenden Vortrag über die Angelegenheit hal­ten lassen.

)( Prinzessin Luise von Toskana hat aus Dresden einen Arzt, eine Hebamme und eine Wärterin gesandt bekommen. Am 28. April trifft ein königlicher Beam­ter, dem die Funktion eines Standesbeamten übertragen ist, in Lindau ein, der bei der Geburt für das Haus­archiv des königlichen Hauses das Zeugnis ausstellen muß, da das bayrische Ministerium des Innern auf eine Anfrage von beteiligter Seite entschieden habe, der Standesbeamte von Aeschach bei Lindau, wohin die Villa Toskana gehört, sei zur Beurkundung der Geburt des zu erwartenden Kindes nicht zuständig. Dieses wird nach drei Wochen aus königliche Anordnung nach Dres­den gebracht werden. Nach der Entbindung wird auch die Aussöhnung mit dem Großherzog von Toskana er­folgen. Giron hat keinerlei Annäherung mehr versucht.

□ Fähnrich Hüssener, der den einjährig-freiwilligen Kanonier Hartmann in Essen erstochen hat, hatte, wie ge­meldet, einen Antrag auf Haftentlassung gestellt. Dieser ist, wie es nicht anders zu erwarten war, durch den Ge­richtsherrn der ersten Marineinspektion abgelehnt worden. Die Bewachung Hüsseners im Stalionsgefängnis ist eine sehr strenge. Bei seiner Vorführung schreitet stets ein in der Gerichtsschreiberei tätiger Maat dem Verhafteten vorauf, während zwei Infanteristen mit gezogenem Seiten- gelvehr ihm folgen.

(?) Ein kgl. Förster als Wilddieb. Auf der Feldmari des hinter dem Neuen Palais bei Potsdam belegenen Dorfes Eiche wurde der Leibjäger des Erbprinzen Wil­helm von Hohenzollern beim silbern abgefaßt. Schon längere Zeit hatte man bemerkt, daß dort unberechtigt ge­jagt wurde. Die Jagdberechtigung auf dem dortigen Ter­rain steht dem Kaiser zu, und der Wildstand wird deshalb dort besonders geschont. Daß es aber der Angestellte eines Prinzen und noch dazu ein Förster war, der die Wilddiebe­reien vollsührte, ahnte man nicht.

) Eine Münchener Skandalaffaire. In München bil- den höchst überraschende Entdeckungen, die die nähere Un­tersuchung des Verschwindens des Rittmeisters Baron v. Horn ergeben haben, das Tagesgespräch. Baron Horn hatte sich angeblich in Meran erschossen, wenigstens hatte er Abschiedsbriefe hinterlassen, die den Entschluß zum Selbstmord ankündeten. Der Baron verschwand auch spur­los aus Meran und man nahm um so eher an, daß er sich das Leben genommen, da er schwerer sittlicher Ver­fehlungen beschuldigt war. Jetzt ist man aber dahinter gekommen, daß Horn eine raffinierte Komödie aufgeführt hat . Er ist sicherlich noch am Leben, denn er flüchtet.' aus Meran, nachdem er sich durch Abnehmen des Bartes und Färben des Haares ein anderes Aussehen gegeben hatte. Horn hat auf mehrere seiner Münchener Kamera­den gefälschte Wechsel in hohem Betrage ausgestellt.

U Das Selbstbegräbnis des Sclbftmövdcr'S. Zu Ober- berkowitz an der böhmischen Grenze wurde der Knecht Johann Haberditzl in einem 180 Meter langen und einen Meter tiefen Graben erschossen aufgefunden. Haberditzl hatte sich das Grab selbst geschaufelt und sich dann mittelst seines Wildererstutzens erschossen. Er hatte das Gral derart geschaufelt, daß durch die Wirkung des Schusses und des Sturzes das überhängende Erdreich ihn völlie bedecken sollte, so daß er spurlos verschwunden wäre. Er wurde jedoch nur teilweise verschüttet.

(!) Unbegründete RtlentatSgerüchte. Auf den König von Dänemark sollten aus einem Spaziergangs, den er mi seinen beiden Töchtern, der Kaiserin-Witwe von Rußland und der Königin Alexandra von England in Kopenhagen machte, von einem Soldaten ein Attentat verübt sein Die Meldung klang so unglaublich, daß es angebracht er­schien, erst nähere Nachricht abzuwarten. Diese ist denn auch gekommen und hat das „Attentat" in harmloser Weise aufgeklärt. Ein betrunkener Soldat, der die Herr­schaften nicht kannte, hat sie angerempelt und mit groben Reden belästigt. Das ist alles. Der Betrunkene 'wurde sofort zur Wache sistiert.

$ Ein hartgesottener Mörder war der erst 21jührigc Anton SchöueN, der juic aus Wien gemeldet wird, durch den Strang hingerichtet wurde. SchöneN hatte die 81 Jahre alte Tabaktrafikantin Jüllich ermordet. Schönet! wies jeden geistlichen Zuspruch zurück und leugnen l r- zum letzten Augenblick seine haarklein bewiesene Schuld. Als letzte Bitte verlangte er Bücher mit obszönen Bildern und „weibliche Gesellschaft" in der Nacht vor seinem Tode Kurz bevor er hilmerichtet wurde, empfing er seine G' liebte, der er die Sorge für sein Kind empfahl.

> Eine seltsame Sparbüchse. Ein ehemaliger französi­scher Soldat namens Lseuyer, der im deutsch-französischen Kriege einen Schuß in den Schenkel erhalten hatte, fühlte

vor einigen Tagen an der vernarbten Wunde einen selt­samen Schmerz. Man nahm eine Operation vor und fand in dem Schenkel an den Knochen gedrückt ein zu- sammengebogenes 10 Centimes-Stück, das von der Kugel ourch das Portemonnaie hindurch in das Bein getrie­ben und dort 33 Jahre, ohne bemerkt zu werden, ver- alreben war.

G Sizilianisches Räuberunwcs n. Bei Santa Christina aus Sizilien wurde der von Piano bei Greci nach Pal^rm^ gelsende Postwagen von vier Str<enräubern überfallen Nachdem sie die Reisenden gezwungen hatten, sich zu Bo­den zu werfen — mit oem Gesicht nach unten — plünderten sie eine Frau Maria Saitta, die 23 000 Lire H sich hatte, vollständig aii?, worauf sie die Flucht ergriffen Di- Räuber üssen natürlich g wn t haben, daß Frau Saitta so viel C- ib mit sich führte, denn sie ließen von Anfang an di- an^rn Reisenden in Ruhe und widmeten sich nur Dieser Dame.

y Feuerschutz uno Panzer. In zahlreichen praktischen Städten, in welchen Pflichtfeuerwehre:: eingerichtet sind, bestehen Polizeiverordnungen, nach welchen unter ande­rem für das Fehlen der Feuerwehrleute ohne vorher an­zubringende Entschuldigung bei den öffentlich einberufe­nen Uebungen Strafen angedroht werden. Ein von sol­cher Strafe getroffener Feuerwehrpflichtiger hat nun durch alle Instanzen Berufung eingelegt und vom Kammer­gericht ein freisprechendes Urteil erstritten. Hierbei wurde der Rechtssatz aufgestellt, daß die Errichtung von Pflichtfeuernoehren nur durch vom Bezirksausschuß ge­nehmigtes Ortsstatut, nicht aber auf Grund einer Polizei­verordnung erfolgen könne. Diese sei daher rechtsun- aültia.

8 Einen diebischen Geist lernte der reiche Kaufmann Nathan Zamarowski aus Warschau in Paris kennen. Ein junger Mann, mit dem er in einem Konzert in angeregte Unterhaltung geriet, lud ihn zu einer spiritistischen Sitzung ein . In der angegebenen Wohnung fand Z. zwei junge Damen, von denen die eine ein außerordentlich berühmtes Medium sein sollte. Um die Verbindung mit den Geistern herzustellen, löschte man das Licht aus, und Z. konnte sich mit dem Geiste seines Vaters unterhalten. Gegen Mitter­nacht ging er sehr zufrieden nach Hause und verabredete sich mit seinem neuen Freunde für den nächsten Tag. Als er aber im Hotel angel >mmen war, merkte er zu seinem Schreck, daß sein Portefeuille mit 15 000 Fr. in Banknoten verschwunden war. Er eilte sofort zurück, aber sein Freund und das berühmte Medium waren nicht mehr dort und sind auch bis jetzt nicht zu finden gewesen. Die Polizei, der er sein Mißgeschick meldete, gab ihm nur schwachen Trost und riet ihm, in Zukunft im Verkehr mit Geistern sehr vorsichtig zu sein.

Bunte Chronik. In Posen wurden sechs Mitglieder einer Fälscherbande festgenommen, welche Fünf- und Zwei­markstücke in Silber, hauptsächlich aber Kupons der 3^2- prozentigen Preußischen Staatsanleihe in größerem Um­fange angefertigt hat. Die Verbindungen der Bande er­strecken sich bis nach Amerika.

— Ein großes Feuer kam in den Dachräumen der Garde- Füsilier-Kaserne in Berlin aus. Die Bekleidungskammer mit den sämtlichen darin aufgespeicherten neuen Unifor­men des dritten Bataillons wurde ein Raub der Flammen.

— Im Hundekupee fuhr ein russischer Arbeiter von der russischen Grenze nach Berlin. Bei der Reinigung des Zuaes im Bahnhof Grunewald wurde der blinde Passagier entdeckt und darauf wegen Fahrgeldhinterziehung nach dem Amtsgerichtsgefängnis zu Charlottenburg gebracht.

— Bei Reinigung eines Brunnens fanden in Lippach (Württemberg) vier Arbeiter den Tod durch Ersticken.

— Die Oder und Ohle führen gewaltige Wassermengen mit sich, welche die zwischen ihnen gelegenen Niede­rungen bei Breslau überfluten. Der Chausseewärter Lzok ist in dem stark angeschwollenen Murowerbache er- trunfen.

— In Staßfurt versuchte die Frau des Fleischermei­sters Schuricht sich und ihre beiden kleinen Kinder durch Gas zu töten. Als dies mißlang, stürzte sie sich aus Dem Fenster in den Mühlgraben und ertrank.

Hus dem Gerichts saal.

§ Eine dreifache Gattcnmörder.in wird sich in der im Juni er. stattfindenden Schwurgerichtsperiode am Land­gericht in Allenstein zu verantworten haben. Es handelt sich um die Wirtsfrau Przygodda aus Röblau bei Witten­berg, welche beschuldigt wird, ihre drei Ehemänner ver­giftet zu haben. Die Angeschuldigte wurde vor etwa sechs Wochen zur Beobachtung ihres Geisteszustandes der Irren- anstalt fortan überwiesen, von wo sie jetzt wieder dem Justizgefängnis in Allenstein zugeführt worden ist. Wie verlautet, soll die irrenärztliche Beobachtung keine An­haltspunkte für eine geistige Störung ergeben haben.

§ Teure OH-OH Rufe. Ein eigenartiger Zwischenfall ereignete sich dieser Tage bei der Strafkammer in Essen a. Ruhr. Gelegentlich einer Prozeßverhandlung gegen den früheren Bäckermeister Schilling aus Witten, welcher der Beleidigung des Polizeikommissars Fettköter, sowie dreier Wittener Polizeisergeanten beschuldigt war. Als während der Beweisaufnahme der Kommissar Fettköter Veranlas­sung nahm, einer seine persönlichen Verhältnisse betreffen­den Bemerkung entgegenzutreten, stieß der als Zeuge an­wesende Polizeiinspektor Gassinger aus Witten einen „Oh- oh-Ruf" aus. Der Staatsanwalt brachte hierauf wegen ungebührlichen Verhaltens vor Gericht, zuinal seitens eines Beamten, gegen den Zeugen eine Geldstrafe von zehr: Mark in Antrag. Das Gericht erkannte jedoch auf fünfzig Mark und behielt sich die weitere Verfolgung des Zwischen­falles vor.

Kleine Gerichts-Chronik. Das Marinekriegsgericht zu Kiel verurteilte den Matrosen Koth wegen zahlreicher Einbrüche, Raubanfälle und Fahnenflucht zu acht Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus der Marine.

— Das Hanauer Schwurgericht verurteilte den Bankier Leopold Lilienfeld wegen Unterschlagung, Depotvergehen und Untreue zu vier Jahren Gefängnis.

— Die Untersuchung in der Berliner Kuppeleiaffäre, in deren Verlauf, wie erinnerlich, der Landmesser Steldt in Hast genommen wurde, nimmt immer größere Dimen­sionen an. Zur Zeit schweben Ermittelungsverfahren ge­gen sieben Herren, die verdächtig erscheinen, mit Schub­mädchen in den Häusern von Kupplerinnen strafbaren Umgang gepflogen zu haben.

Siessmr Cagesneuigkeittn.

\ Der Zweiten Kammer ging folgende Anfr^, des Abgeordneten Köhler-Langsdorf zu. Ueber Art Geschichte, Zahl, Vergebungsweise und Bedingungen der btt Studierenden an der Universität Gießen juftänbige* Stipendien herrscht nicht allein im Publikum, sondern selbst auch in den Kreisen der Studierenden und sogar inneihrl^ der Lehr- und Verw^ltungskörper der Universität nicht minbc: eine weitgehende Unsicherheit in Kenntnis dieser Dinge, di? geeignet erscheint, einer Anzahl Eingeweihter zu unberech tigtem Vorteil zu dienen. Um diesem Mißstand nachdrücklft entgegenzuwirken, frage ich an, ob Großh. Regierung ej für zweckmäßig hält und gewillt sei, 1 alsbald eine ein­gehende und umfassende Untersuchung über Art, Geschichli Zahl, Vergebungsweise und Bedingungen der den Studü- renden an der Universität Gießen zuständigen öffentlich und privaten Stipendien und etwaige anderen Wohlfahtt^ Einrichtungen einzuleiten und durchzuführen? 2. das Ei. gebnis dieser Untersuchung, als besondere Abhandlung h Buchdruck vervielfältigt und in Hestform gebracht, den baru: nachsuchenden Studierenden und beteiligten Interessenten Den nun an fortlaufend, kostenlos mitzuteilen?

* * Der erst kürzlich als außerordentlicher Professor für Kunstgeschichte nach Halle berufene, bisherige Direktor bei deutschen Buchgewerbemuseums in Läpzig und Privatdozeir an der dortigen Universität, Dr. phil. Rudolf Kautzsch wird den an ihn ergangenen Rufe als ordentlicher Proskss?i desselben Faches an die technische Hochschule in Darm- st a d t zum nächsten Wintersemister folgen.

* * Meisterprüfungen. Wie wir erfahren, ist nunmeb- die M e i st erro ll e für die Provinz Oberhessen aus­gestellt und damit eine übersichtliche Festlegung der Prüfung^ arbeiten pp. derjenigen Handwerksmeister gesichert, welche gemäß § 133 der Gewerbeordnung ihre Meisterprüfung 6-. standen haben. Durch diese Meisterrolle, welche vom Vor­sitzenden — Baumeister Traber — der Meisterprüfungè- kommission für Oberhessen wie auch von der Hwd- wcrkskammerin Darmstadt geführt wird, ist den Bebördea und Privaten Gelegenheit gegeben, sich nach erwünschte Beziehungen Aulschluß zu holen, zum Seg-n deS Handwerk; s'lbst, wie der Allgemeinheit.

— Die Kompagniebesichtigungen beim 116. Inf -Regt, finden nächsten Donnerstag statt. Soweit und bekannt, wird der kommandierende General Exc. von Lind­quist denselben beiwohnen.

* * Die am letzten Samstag über das Verschwinden bt8 Direktors der Holzindustrie Mücke, Bamberger, g^ brachte Angabe: er habe 7000 Mark unterschlagen, wo« hauptsächlich der Grund der Kündigung gewesen sei, tnm nach uns von beteiligter Seite gewordener Mitteilung nicht zu. — Der Betrieb des Werkes erleidet durch den Weggang Bambergers keinerlei Unterbrechung oder Störung.

* ** Gehört die Lebensversicherung zur Konkursmasse? Das Reichsgericht bat entschieden, daß die Konkursmasse kein Recht auf die Versicherungspoliir hat, oder, w nn der Versicherungsnehmer gestorben und der Konkurs über seinen Nachlaß eröffnet worden ist. Dies Urteil, dem sich wohl die Gerichte in der Hauptsache an« schließen werden, ist von umso größerer Bedeutung als bis­her namhafte Juristen gegenteilige Meinung vertreten.

* * Um die Linienführung der Bahn Wetz, l ar—Butzbach streiten sich zur Zeit drei große Gruppen. Die erste Gruppe will die Bahn über Volpertshausen, bie zweite über Niederw tz, die dritte über Burgsolms geführt v issen. Die Wünsche, so heißt er in einem Eing'sandt im „Wrtzlarer Anzeiger", von zwei Grupp,n müssen un­erfüllt bleiben, denn nur eine von den drei Linien kann ge­baut werden. Wäre es nicht recht zweckmäßig, wenn bi-p zwei Gruppen von dem Projekt Butzbach—Wetzlar ablasfen und mit aller Kraft daS zweite schwebende Projekt Usingen —Wetzlar fördern würden. — Die Eisenbahnfrage Usingen —Wetzlar ist nämlich eben wieder actuell angesichts ver großen Umbauten, die in Gießen vorgenommen werden sollen. Das Geld für die Route Usingen—Wetzlar liegt, wenn ver­hindert wird, daß es in Gießen zur Verausgabung gelangt, sozusagen — parat.,

W.A. JnsertionSkosten für die Eröffn ung der Weltausstellung. Unmittelbar vor Beginn du Weltausstellung in St. LouiS 1904 beabsichtigt die AuSstel« lungsleitung in großartigem Stile zu inserieren, nnb zwo: sollen für die wenigen Tage vor der Eröffnung nicht wenige als z w e i Millionen Mark für die Inserate, weide die Eröffnung des großen Unternehmens ankündigen, ver­wendet werden. Es werden Inserate in allen Tageszeckunger, in den belletristischen Wochen- und Monatsblättern erscheinec, und die Leitung dieser Jnseratenkampagne, sowie die Vei' teilung der Inserate auf die Zeitungen wird von einen hervorragenden Fachmann der m Amerika so hochwichtige! Jnseratenbranche besorgt werden.

W.A. Weitere Kuriositäten sind von bf Weltausstel^ung in St. Louis 1 904 zu Melder Das bekannte Smithsonianinstitut wird einen Riesenkâfi. mit lebenden Vögeln ausstellen, in welchem mit geringe' Ausnahmen alle Vogelarten der ganzen Welt lebend vorgt' führt werden. Dieser Riesenkäfig ist 200 Fuß lang uni hat die Form eines Hauses. Im Innern des Käfigs bc finden sich Wasserbehälter, Bäume, Strauchwerk, -spring brunnen. Der Käfig ist durchquert von Gängen, welche el dem Besucher ermöglichen, an alle Vogelfamilicn heranw kommen, um ihr Leben und Treiben zu beobachten. Dr Franz Baker, Superintend<nt des National - Zoologische' Gartens, hat die Einrichtu g und Überwachung duser Vogel sammlung übernommen. Als Kuriosität ist eS auch wot zu betrachten, daß die Frauen der Stadt Kolumbus in Kc naba an die Auèstcllungsleitung in St. Lou s da- Triuch gerichtet hab n, die Türkei zu der Weltausstel­lung nicht zuzulassen. Nich Ansicht dieser Damer ist^die Türkei ein Feind der Christenheit und der gesamter