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36« Nachfolgerin wurde Frau Provinzialbirektor von Gage rn, die daS Amt bi- zu ihrem Wegzug von Gießen im Jahre 1898 verwaltete, worauf eS Frau Oberamtsrichter Gebhardt übernahm. Das Amt deS Vizepräsidenten ging im Jahre 1897 von Herrn Büchner auf Herrn Oberbürgermeister Knauth über, und nach dessen Ernennung zum Finanzminister im Jahre 1900 auf Herrn Oberbürgermeister Mecum. Frau Landrichter Erdmann und Herr Krei-schulinspektor Büchner haben sich um die Hebung des neuen Instituts große Verdienste erworben; Herr Büchner stand dem Verein volle 19 Jahre, bis zu seinem im Jahre 1897 erfolgten Wegzug von Gießen, vor. Aber auch die Stadt unterstützte er, indem sie der Schule unentgeltliche Unterkunft in städtischen Gebäuden gewährte. Am 11. Juli 1878 wurden ihr zu- nächst zwei Räume im obern Stock nebst Küche und zwei Kammern im unteren Stock deS damaligen städtischen Schul- hauseS auf dem Asterweg überlassen; 1880 wird ihr der obere Stock deS Hauses mit Ausnahme eines Zimmers ein- geräumt; endlich in 1892, nach Vollendung des Neubaues der Stadtknabenschule, erhält die Schule von der Stadt das 6LulhauS auf dem Oswaldsberg zur alleinigen Benutzung Die Spar- und Leihkasse in Gießen gewährte dem Verein regelmäßig jährliche Unterstützungen zuerst von 100 Mk., später von 400 und 500 Mk., und der Staat gab in regel­mäßigen Zwischenräumen einen Beitrag von ' 500 Mark. Dos Schulgeld hat man auf sehr mäßiger Höhe gehalten, um namentlich auch nicht ärmere Gemeinden daran zu hindern, daß sie ihre Jndustrielehrerinnen auf Gemeinde- kosten in der Aliceschule ausbilden ließen. Für Unbemittelte sind regelmäßig einige Freistellen offen gehalten, auch ist die Wiche Sitte, solche zu stiften, verschiedentlich, wenn auch nicht oft, geübt worden, so von der G i e ß e n e r Loge, vom Volksbildung-verein und der Grünberger Sparkasse. Sehr rasch erweiterte die Schule ihren Wirkungskreis, indem sie auch die Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen in ihr Programm aufnahm. Der Unterrichtsplan 1889 verzeichnete 5 Kurse. Die Zahl der Lehrkräfte betrug fünf, nämlich die Domen Möser, Decker, Pfeil, Schopbach und Herr Hug. Der Besuch der Schule, der sich im ersten Jahre ihres Be­stehens auf insgesamt 85 Schülerinnen belaufen hatte, war stetig gestiegen. Die Durchschnittszahl war 155 in den Jahren 1878 bis 1885. Insgesamt hatten bis zum letzteren Mre 1083 Personen do t Unterricht genossen, von denen sich 38 zu Handarbeitslehrerinnen ausbildeten. Bis zum flahre 1888 stieg die Zahl auf 1557 und bis zum Jahre 1803 aus 2200. Jetzt beträgt die Gesamtschülerinnenzahl rund 3500. Davon haben 180 die Prüfung als Hand­arbeitslehrerinn abgelegt. Im neuen Hause auf dem Os- woldSberg war es auch möglich, den schon lange bestehenden Plan der Angliederung einer Kochschule zur Ausführung zu bringen. Im Herbst 1892 eröffnet, hat sie unter der Leitung der Lehrerin Frl. Renner und unter spezieller Aufsicht der Frau Baronin von B u s e ck sehr gute Erfolge erbest. Im Sommer des Jahres 1898 besichtigten der Aroßherzog und die Großherzogin, sowie Prinzessin Ludwig von Battenberg die Schule. Als weiterer Kursus erschien im Programm von 1902 ein Kursus im Kunstwaschen und vom Winter 1901/02 an wurde gemeinschaftlich mit dem Kaufmännischen Verein ein Handelskursus für Damen ein- genrfjtet. Im Jahre 1902 verfügte das Großherzogliche M nisterium betr. der Ausbildung der Handarbeitslehrerinnen, daß in Gemeinden von mehr als 2000 Seelen an dm öffentlichen Schulen nur solche Lehrerinnen zur Anstellung kommen dürfen, die sich einer staatlichen Prüfung unterzogen haben. Eine der drei zu errichtenden Prüfungskommissionen wurde nach Gießen verlegt, zum Vorsitzenden der Großh. KreiSschulinspektor für den Kreis Gießen und zu Mitgliedern mehrere Vorstandsmitglieder und Lehrerinnen der Aliceschule ernannt. Die erste Prüfung, der sich 11 Prüflinge mit bestem Erfolge unterzogen, fand im Frühjahr 1903 statt. Möchte es der Aliceschule vergönnt sein, auch fernerhin segensreich zu wirken in der Erziehung der Frauen zu nützlicher Tätigkeit in Familie, Schule und Leben im Sinne und Geiste ihrer hohen ersten Protektorin, der verewigten Großherzogin Alice.

** Auf Anregung des Herrn Rektor BerniuS hat sich im Grünberger Turnverein am Freitag Abend eine Männerriege gebildet, der ca. 15 Herren beigetreten sind. Geturnt wird jeden Mittwoch abends von halb 9 bis halb 10 Uhr; Vorturner ist Herr Lehrer Roth.

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Kriegserlebnisse aus dem Feldzuge 1870|7L

(3. Fortsetzung.)

Da die Franzosen am 2. September ihren Angriff nicht erneuerten, konnten die Truppen wieder zurückmarschieren. General v. Mar teufftt, der die Schlacht geleitet hatte, dankte den hessischen Truppen für die energische Unterstützung und sprach sich sehr lobend über ihre Haltung aus. An dem­selben Tage kam das II. Bataillon des Gießener Regiments nach Rosselange, wo es biS zum 3. verblieb. Hier trafen bie ersten Ersatzmannschaften des Regiments und Herr I. Homb'rger aus G'eßen mit Liebesgaben für die Soldaten ein. Am 4. September fand ein Feldgottesdienst statt, und nach dessen Beendigung teilte General v. Bantzau den Sieg bü Sedan mit. Ec fügte hinzu: „Man sagt sogar, der Kaiser sei gefangen". Am Nachmittag wurde dieses Gerücht zur Gewißheit und die Gefangennahme des Kaisers ver­kündigt. Zur Feier dieses Ereignisses spielte die Regiments- nnusik in einem Garten. Am 5. September wurde das Regiment beim Kochen des Mittagessens allarmiert. Als die Einwohner des Dorfes die Truppen ausmarschieren sahen, riefen sie ihnen höhnisch zu, der Kaiser sei nicht gefangen, Mac Mahon^werde bald erscheinen. Ein Ausfall fand an belfern Tage zwar nicht statt, doch mußte das Regiment seinen Standort wechseln und kam bei Regonville in Biwaks. Als er hier ankam, wütete ein furchtbares Gewitter. Die Soldaten konnten sich nicht hinlegen, weil auf dem Moden das Wasser in Strömen floß. Auch kein schützendes Laubdach oder Zelte^waren vorhanden. Man band Reisig- üünbel zusammen, aus die man sich niedersetzte, während darunter hin das Wasser floß. Von Regonville nach Grave-

*. Der gestrige A urflug in ba« Gebiet der pro- lemerten Anlagen für einen Luftkurort in Grünberg hatte eine große Beteiligung aufzuweisen, er mochten wohl an- nähernd 150 Herren und Damen sein, die daran teilnahmen. Ein schönes Fleckchen Erde war es, daß da unter Führung des Vorsitzenden vom^ Verkehrsverein an dem prachtvollen Herbsttage in Augenschein genommen wurde, Herr Rohleder gab die Erklärungen an den Plätzen die für das Unternehmen in Aussicht genommen sind. Die Wanderung nahm ihren Anfang an der unteren Ziegelhütte, am Stadtwald vorbei nach dem Tannenkopf' (dort soll sich daS projektierte Hotel erheben) und dann hinunter zur Dickelsmühle, oberhalb der letzteren ist die Nervenheil-Anstalt geplant; darauf wandte man sich dem Brunnental zu, um noch den von Herrn Bingmer geschaffenen Springbrunnen anzusehen. An der Brunnenpforte sprach Herr L. Moll im Namenh der Teil­nehmer Herrn Rohleder den Dank für seine Erklärungen ausser .Wanderung aus und Herrn" Bingmer die Aner- kennung für seine Anlage im oberen Brunnenteich; weiter stellte Herr Moll eine Belebung deS Teiches durch Schwäne und weiße Enten in Aussicht. Den Weg, den Herr Bingmer in der Anlage der Fontaine gezeigt, wolle man weiter verfolgen und bei der Reinigung deS unteren Brunnen­teiches im nächsten Frühjahr auch dort eine Fontäne an­legen, die etwa 45 Meter hoch springen könne. Von den abgesprengten Felssteinen am alten Friedhof soll auf Vor­schlag deS Herrn K. H. Jöckel an der Brunnenpforte eine Grotte mit Ruhebank errichtet werden. Wie wir hören, hat der Stadtvorstand dem Komitee zur Förderung der Vor­arbeiten für die projektierte Luftkurort-Anlage 100 Mark bewilligt.

** Besitzwechsel. Die Dickelsmühle im Brunnen- thal bei Grünberg ging mitsamt der „Wilden Grube" und 10 hffs. Morgen Ackerland und Wiesen für den Preis von 8000 Mk. an den Besitzer der Lotzmühle, Herrn Th. Stein, über.

** 3n das Handelsreg ist er wurde bezüglich der Firma „Meyerhoff & Goslar" zu Gießen eingetragen: Ge­schäft ist mit Firma auf Kaufmann Siegmund Herzberger dahier übergegangen.

J Ein Tarif-Schiedsgericht für die Buch­drucker in Gießen und Marburg wird demnächst ins Leben treten. Dasselbe setzt sich zusammen aus je 4 Mar­burger und Gießener Prinzipalen und der gleichen Zahl Gch'lfen, wovon abwechselnd je zwei Prinzipale und zwei G-Hllfen dieser beiden Druckstädte als Rechter und die übrigemals Ersatzmänner fungieren sollen

= Kinzenbach, 25. Okt Die hiesige Dampfziegelei hat nunmehr^unterhalb des Bahnkörpers der Strecke Lollar- Wttzlar in der Gemarkung Heuchelheim mehrere Parzellen käufl ch erworben und läßt auf denselben gegenwärtig Bohr­versuche vornehmen. Das Ergebnis derselben war ein recht günstiges, in einer Tiefe von 13 Metern wurde geeignetes Material gefunden. Die Dampfziegelei blickte bekanntlich schon in diesem Frühjahr auf ein 25jähriges Bestehen zurück und hat infolge seines mächtigen Tonlagers, das zu den mächtigsten Ablagerungen Deutschlands zählt, nunmehr eine Jahresproduktion von 4 Millionen Steinen erreicht. Sämt­liche Arbeiter finden auf dem Werk Sommer und W nter volle Beschäftigung.

X Frankenbach am DünSberg, 25. Okt. Die hiesige Gemeinde ist genötigt im nächsten Frühjahr einen neuen Fuedhof anzulegen und eine zweite Schulstelle zu errichten. Die hiesige Schule gilt schon viele Jahre als überfüllt, denn eine Schüb?rzahl von nahezu 100 Kindern ist für eine Lehrkraft zu viel.

)( Laubach, 25. Oft. Dem Amtsgerichtsgefängnis ent­sprang gestern ein Gefangener; ein Agent aus Frankfurt. Trotz eifriger Suche gelang es noch nicht des Gauners habhaft zu werden.

§ Münzenberg, 22. Okt. Bei den Arbeiten an der7im Bau befindlichen Bahnstrecke Butzbach—Lich wurden be­deutende Funde aus der Römerzeit gemacht. Die Bahnstrecke berührt bei Muschenheim und Hos-Gill das Römerkaftell Arnsburg und durchschneidet bei Dorf-Gill den von Grüningen nach Hungen führenden Pfahlgraben. Außer Schmuckgegen- ftättden, Messern und eisernen Werkzeugen wurden Gefäße, Hufeisen und Teile von Waffen gefunden.

lotte führte eine Pappelallee. Binnen einer Stunde waren von allen Pappeln die Aeste abgehauen, aus denen Hütten gebaut oder Reisigbündel hergestellt wurden. Das Biwack bei Regonville gehörte zu den unangenehmsten Erlebnissen im ganzen Feldzuge. Bei Durchstreifen der umliegenden Wälder fand man noch Leichen der am 16. August gefallenen Soldaten des Regiments. Während dieser Zeit kamen auch Transporte der bei Sedan gefangenen französischen Infanterie vorbei. Am 9. September konnte das II. Bataillon das Biwak verlassen und wurden in dem Dorfe Regonville Massenquar­tiere bezogen. Der Ort war aber so überfüllt, daß auf die 7. Kompagnie nur eine Scheune, ein Stall und ein Wohn­haus kamen. Hier gelang es, für 10 Franken ein Schaf­lämmchen zu kaufen, das bald geschlachtet und gekocht wurde. Die französische Suppe, die man daraus herstellte, war für Alle ein ungewöhnlicher Genuß. Am Abend des 9. wurde das Regiment allarmiert, weil die -Beschießung der Lager vor Metz versucht werden sollte und man dabei einen Ausfall befürchtete. Es war sehr dunkel und regnete fürchterlich, sodaß die Beschießung bald aufgegeben wurde. Der Feind hatte keinen Ausfall unternommen, und die Truppen konnten daher wieder Zurückmarschieren.

Am 11. September wurde das Regiment für den Vor­postendienst bestimmt. Vom 11.—22. bezog es in Ars an der Mosil Quartiere, und am 23. kam das II. Bataillon bei Vaux auf Vorposten. Wenn die Truppen in Ars auch nicht mehr so sehr den Unbilden der Witterung ausgesetzt waren wie bei Regonville, so kamen jetzt doch viele Typhus-Er­krankungen vor. Auch die Ruhr grassierte noch stark. Feld­webel Bruchhäuser war ebenfalls an der Ruhr erkrankt und konnte sich nur mit größten Anstrengungen nachschleppen,

X Usingen. In der Sitzung des Kreistages wurde die unentgeltliche Hergabe von Grund und Boden in Ge­meinschaft mit dem Oberlahnkreis zum Weiterbau der Bahn von Usingen nach Weilmünster und die sonstigen zu über­nehmenden Verpflichtungen genehmigt.

(:) Nidda, 22. Okt. Gestern hielt der Generalsekretär des Evangelischen Bundes Lic. Bräunlich, in Kraft- Saalbau einen Vortrag über die evangelische Bewegung in Oesterreich. Gegen 50 Beitrittserklärungen zur Bundessache und Bildung einer Ortsgruppe Nidda waren das Ergebnis der Versammlung.

(:) Lauterbach, 22. Ott. Das Scheiden des allgemein im Kreise beliebten^KreiSrateS Dr. Wallau, der am 1. No- üember in gleicher Eigenschaft nach Bensheim übersiedelt, wird sehr bedauert. Dr. Wallau hat in den 5 Jahren seines Hierseins sich um die Verbesserung und Hebung der Vieh­zucht, des Haupterwerbszweigs unsere- Kreises sehr verdient gemacht.

§ Hersseld, 25. Okt. Im hiesigen Bahnhöfe fuhr gestern Morgen infolge falscher Weichenstellung ein Güter- zug auf einen Prellbock. Der Prellbock wurde vollständig zurückgebogen, und die Maschine fuhr über ihn hinweg einige Meter in die Weichenstellerbude hinein. Verletzungen von Personen kamen nicht vor.

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Strafkammer.

Gießen, 23. Oktober 1903.

Unter der Anschuldigung der Elise Lämmer zu A l s f e l d einige Haushaltungsgegenstände demoliert zu haben, wurde der Taglöhner Johann Heinrich Schmidt von Offenbach durch das Alsfelder Schöffengericht wegen Sachbeschädigung zu einer 14tägigen Gefängnisstrafe verurteilt, wogegen er Berufung einlegte. In der heutigen Verhandlung bestreitet er die Tat und bietet Beweise zu seiner Unschuld an, wes­halb Vertagung eintritt.

Litterarisches.

Fleischers „D e u t s ches P o st - ABC" nennt sich ein neues im Verlag von Hobbing & Büchle in Stuttgart er­schienenes Handbuch für den gesamten inländischen Post-, Telegraphie- und Fernsprechverkehr, das im Gegensatze zu der fortlaufenden und daher vielfach unübersichtlichen Einrich­tung anderer Posthandbücher alle Vorschriften nach ihrem Inhalt alphabetisch d. h. in Form eines Lexikons geordnet vorführt, so daß jede Bestimmung irgend welcher Art sofort zu ermitteln ist.

Marktberichte.

V Fruchtpreise am Grünberger Frucht­markt, vom 24. Oktbr. Weizen 16,00--,—, Korn 13,32 bis —,—, Gerste 13,—, Hafer 12,50—00,00, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Kartoffeln 6,00—00,00 Mark. Alles per Doppelzentner.

Hamburger Futtermittelmarkt.

Originalbericht von G. & O. Lüders, Futtermittelgroß­handlung, Reis- und Oelkuchenmühle, Hamburg.

Die letzte Berichtswoche brachte dem Futtermittel-Geschäft keine nennenswerten Veränderungen. Die Abforderungen waren be­friedigend, doch konnten sich die Preise einstweilen noch nicht bessern. Tendenz: ruhig.

Reisfuttermehl 24—28 Proz. Fett und Protein Mk. 4.25—4.40 pr. 50 Kilo ab Hamburg, Mk. 4.35—4.50 ab Hamburg, ohne Ge­haltsgarantie Mk. 3.60—4,30 ab Hamburg. Reiskleie 2.15—3 50, Weizenkleie, grobe 4.10—4.35, Roggenkleie 4.20—4 40, Gerstekleie 4.60—5.50, Erdnußkleie (gemahlene Erdnußschalen) 1.90—2.25, Erdnußkuchen und Erdnußmehl 52—54 Prsz. 6.20—6.40, 53—58 Proz. 6.50—7.25, Baumwollsaatkuchen und Baumwollsaatmehl 52 bis 58 Proz. 6.50—6.75, 56—62 Proz. 6.80—7.10. Cocusnußkuchen und -Mehl 28—34 Proz. Fett und Protein 5.30 6.25, Palmkern­kuchen und -Mehl 22—26 Proz. 4.90—5.30, Rapskuchen und -Mehl 38-44 Proz. 4.10-4.50, Leinkuchen und -Mehl 38-42 Proz. 6.20 bis 6.60, Maisölkuchen und -Mehl 18—14 Proz. 5,75—6.00, Ge­trocknete Schlempe 33—45 Proz. 5.20--5.80, Getrocknete Treber 24—30 Proz. 4.65—5.05, Malzkeime Mk. 4 40—5.—. alles pro 50 Kilo ab Hamburg.

>»e?««tw »rt li ch: fär den politischen «nb Inseratenteil- Alb in »lei«: sch» bat Lokale, den „Berichtr-" nnd „Oeffentlichen Sprechsaal-: yr. vpper»««, Mm« hi* Verlag der Gießener Verlagsdruckerei (vorm. Wilh. Keller), Gießen.

wenn die 7. Kompagnie auf Vorposten zog. Zum Glück fand er manchmal in dem Eisenwerk bet Ars an den Feuerungsanlagen ein warmes Lager. Die Belästigung der Vorposten erfolgte durch die Franzosen am meisten am Nach­mittag. Vom Fort St. Quentin kamen manchmal riesige Granaten herüber, ohne aber erheblichen Schaden anzurichten. Aus den Feldern sah man zuweilen Frauen mit Kartoffel­ausmachen beschäftigt. Da dies aber Zumeist verkleidete französische Soldaten waren und die Festung^auch mit keinen weiteren Lebensmitteln versehen werden sollte, so befahl Prinz Friedrich Karl, der Oberbefehlshaber vor Metz, dieseIrbeiten nach Möglichkeit zu stören und stellte hierfür eine Anerken­nung in Aussicht. Eines Tages befand sich Sergeant Basel der 7. Kompagnie auf einem weit vorgeschobenen Unteroffizier­posten, der wegen der Nähe des Feindes nur Nachts abge­löst werden konnte, als sich wieder Arbeiter auf den Feldern zeigten. Durch einen wohlgezielten Schuß mit einem Chassepot- Gewehr streckte Basel einen davon nieder, während^ die anderen sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Nach einigen Tagen erhielt Basel zur Belohnung daS Eiserne Kreuz. Am 28. September verließ Generalmajor v. Wittich die 49. Brigade und an seine Stelle trat Oberst v. Winkler vom Infanterie-Regiment 84. Am 1. Oktober kam die hessische Division wieder aus dem Vorpostendienst heraus und nach dem Städtchen Gorze in Quartiere, wo sie bis bis zum 29. Oktober verblieb. Auch jetzt traten Ruhr und TyphuS^noch zahlreich auf. Die Truppen, die jetzt. R. servestellungen ein­nahmen, wurden mehrmals allarmiert, doch fand fein Ausfall statt. Dagegen wurde fleißig im Exerzieren geübt, und auch Felddienst-Uebungen wurden auf dem Schlachtfelde vom 16. August abgehalten. (Forts, folgt.)