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7 ' Die Politik.

* Im Anschluß an die Gerüchte über geheime Konferenzen bon nationalen Männern aus allen Parteien und Berufen, die erst in Halle getagt hätten und nun in Berlin fortgesetzt werden sollten und einen Zusammenschluß von Patriotischen Männern aller Volksschichten zwecks Einleitung eines natio­nalen Gesundttngsprozesses zur Ursache haben sollten, wird uns von unserem ^-Mitarbeiter geschrieben: Es handelt sich da offenbar um jene Bestrebungen, die der be­kannte Dr. Friedrich Lange vor etwa zwei Jahren mit seinem Reichswahlverein-Projekt eingeleitet hat, und von denen wir hören, daß sie in der Zwischenzeit gute Fortschritte gemacht haben. Diese Beniübungen, die erst von ernsten Politikern vielfach bespöttelt wurden, finb in aller Stille und mit zäher Ausdauer fortgesetzt worden. Als durch die letzte Wahl die Richtigkeit der Voraussagen bestätigt wurde, wuchs die praktische Bedeutung ganz beträchtlich, unb die Bewegung gewann mehr und mehr Boden. Heute scheinen wir also nun kurz vor der offiziellen Etablierung dieser Partei der Par­teien zu stehen.

+ Man spricht in politischen Kreisen jetzt vielfach von den Aussichten einer Kandidatur Bebels für den preußischen Landtag, und zwar im Wahlkreise Linden. Da Bebel in Dresden jede Landtagskandidatur abgelehnt hat, dürfte er wohl saunt in Frage kommen. Aber auch die sozialdemo- kratische Aussicht als solche ist für Linden recht wenig ver­heißend. 1898 erhielt der fraktionslose Mattfelbt 170, bei Sozialdemokrat Rauch 93 Stimmen. Bei der 99er Ersatz­wahl siegte der Nationalliberale Lichtenberger mit 167 gegen Rauch, der auch diesmal 93 Stimmen hatte. Diesmal kandi­diert der nationalliberale Gemeindevorsteher Voß, und es ist eigentlich nicht ersichtlich, worauf man die große Sieges- gewißheit stützt, die in sozialdemokratischen Kreisen für diesen Wahlkreis vorhanden sein soll.

£1 Die Fortsetzung der Etatdebatte im bayerischen Land tage brachte eine zweistündige Rede des liberalen Abgeord­neten Casselmann, in der dieser noch einmal den Sturz des Grafen Crailsheim vom Standpunkt seiner Partei aus be­leuchtete und dem Centrum an bem Abgänge dieses ver­dienten Staatsmannes die Schuld gab.

cf Die Vermittlungsmission zwischen der Regierung und den Parteien in Ungarn, die der Finanzminister Lukacs über nommen hatte, ist nach den neuesten Meldungen vollständig gescheitert, da das Neunerkomitee beschlossen hat, auf sei nem Standpunkte zu beharren, die vom Kaiser gewünschten Abänderungen des Militärprogramms mit bin als zurück gewiesen zu betrachten sind.

G Gestern nachmittag waren in den politischen Zentren Kriegsgerüchte verbreitet. Ein ßonboner Depeschenbureau verzeichnete ein in H o n o l u l u zirkulierendes Gerücht, wo­nach das japanische Konsulat eine chiffrierte Depesche erhalten habe, daß zwischen Japan und Rußland Krieg erklärt sei.

Dieses Gerücht war gestern, wie wir erfahren, auch aus der Pariser Börse verbreitet; am Schluß der Börse hieß es jedoch mit aller Bestimmtheit, Japan habe keine kriege­rische, sondern im Gegenteil eine friedliche N o t e in der Koreafrage publiziert.

& Der Streik in Armentidres dauert in alter Stärke fort. Der Sozialistenführer Iaur è s, der, wie es hieß, eine Be­ruhigungsansprache halten wollte, verstand das dahin, daß er die Arbeiter zum Zusammenschlusse gegenüber den Arbeit Gebern ermutigte und ihnen die Unterstützung ihrer An­sprüche durch die sozialistischen Deputierten zusicherte. Die Ausständigen haben daraufhin beschlossen, ihre Sache bis zum äußersten fortzuführen und gegen die Entsendung von Truppen Einspruch erhoben. Danach scheint in diesem Streik gebiet an ein Ende noch nicht zu denkeu zu sein.

A Die armenische Bewegung erreichte einen Höhepunkt. Der armenische Erzbischof hat wegen der gewaltsamen Be­schlagnahme des armenischen Kirchenvermögens feierlich über den Z a r e n und dessen Regierung den Fluch ausgesprochen. Das Zarenpaar soll darüber in größte Bestürzung geraten und Plehwes Stellung soll er­schüttert sein. Plehwe hatte bekanntlich diese Zwaugsmaß nahmen eingeleitet.

^ Es scheint nun doch so, als ob Bulgarien, durch aller Hand diffizile innere Umstände gedrängt, entschlossen sei, mit der Abrüstung Ernst zu machen. Der bulgarische Ageut in Konstantinopel gab im Yildiz Kiosk die bindende Erklärung ab, daß Bulgarien eine weitere Reserveklasse (5000 Mann) demobilisieren werde, so daß also nur noch eine unter Waffen ist. Daraufhin ordnete der Sultan die Entlassung der türkischen Jlawetruppen an.

* Entgegen sehr beruhigenden Nachrichten der letzten Lage wird jetzt berichtet, daß der Bergarbeiter-Ausstand in Bilbao eine bedenkliche Wendung annehme. 25 000 Mann

Kriegserlcbniffe aus dem Feldzuge 1870|71.

(2. Fortsetzung.)

Feldwebel Bruchhäuser wollte Wagner den Leibriemen ab­nehmen, aber das Schloß war durch ein Granatstück verbogen, sodaß er den Riemen mit dem Säbel durchschneiden mußte. Nur mit Mühe konnte er Wagner den Waffenrock auSziehen, da die Hände nur noch an einzelnen Fasern an den Armen hingen. Kurz darauf kamen Krankenträger und trugen den Schwerverwundeten aus der Schlacht. Während Bruchhäus r bei Wagner beschäftigt war, schlug dicht daneben eine Gra­nate in die Erde, glücklicherweise ohne zu Platzen.

Laufe der Schlacht wurde auch der Kompagniechef, tnant Kißner schwer verwundet, woran er später m Deutschland gestorben ist. Der Abend machte dem hart­näckigen Kampfe ein Ende. Die hessische Division hatte an diesem Tage nur wenig Terrain gewinnen können, da sie lm Centrum stand, aber schwere Verluste gehabt. Nachdem die Franzosen im Süden bei Gravelotte und im Norden bei St. Pr.vat und St. Mane « Chèn-è zuruckgeschlagen waren, mußten sie auch auf ihrem Centrum zurückgehen. Die Verluste der 7. Kompagnie betrugen an diesem Tage an Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften 63 Mann.

In der Nacht auf den 19. August biwakirten die Truppen auf dem Schlachtfelde. Am nächsten Morgen kam General v. Wittich zu dem Regimente und sagte: „Soldaten, wo hier ein Mann liegt, liegen drüben (bei den Franzosen) ganze Sektionen", und es war auch so. Als man am 19. August

sollen danach ausständig sein. Da die Lage angesichts der Haltung bedrohlich ist, auch schon verschiedene Brand­stiftungen und Gewalttaten verübt wurden, hat man dringend Truppen-Verstärkungen verlangt. Aus der Chamade ist also wieder eine Fanfare geworden.

Üecr und flotte.

Der Präsident des Reichsmilitärgerichts, General der Infanterie Freiherr v. Gemmingen, ist gestorben. — Der kommandierende General des 9. Armeekorps, v. Massow, ist mit der Wahrung der Geschäfte des Präsidiums beauf­tragt.

Die beiden Schulschiffe „Stosch" und „Stein", die nach Ostamerika bestimmt sind, haben die Fahrt durch den Atlan­tischen Ozean beendet und sind in Brasilien und an der Orinokomündung eingetroffen.

f)of und Gesellschaft

Beim Kaiser paar waren zur gestrigen Abend- tafel Reichskanzler Graf v. Bülow, Staatssekretär Freiherr V. (Stengel, die zu Besprechungen in Finanzfragen in Berlin anwesenden Vertreter der Bundesstaaten und die Herren des Bureaus der Generalsynode geladen.

*** Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, das Z a r e n p a a r , das Prinzenpaar An­dreas von Griechenland und der Großherzog von Hessen be­suchten im Automobil die Burg Rheinstein.

Pfab und fern.

iE Die Eröffnung der Posener Akademie ist aus den 4. November festgesetzt worden. Außer dem Kultusminister Dr. Stndt werden auch Reichskanzler Graf Bülow und Finanzminister v. Rheinbaben daran teilnehmen.

= Streik der Bauarbeiter in Barcelona. Die Straßen der Stadt Barcelona können z. Zt. nicht beleuchtet werden, da die Arbeiter der Gasanstalt in Ausstand getreten sind. Der Gouverneur hat einen Verein der Bauarbeiter vor Gericht gestellt. Mehrere Ausständige sind verhaftet wor­den. Viele Kausläden, Theater und Werkstätten sind ge­schlossen. Patrouillen durchziehen die Stadt. Militär­ingenieure hatten Gas hergestellt, doch ließen die Aus­ständigen das Gas entweichen, indem sie die Hähne der La- temen öffneten.

0 Hohe Schadenersatzklagen gegen den „Kaiser der Sa- hara" sind von zweien der Matrosen angestrengt worden, die Lebaudy auf seiner Jacht „Frasquita" nach den Kana­rischen Inseln mitgenommen und an der afrikanischen Küste ausgesetzt hatte. Der eine verlangt 80 000, der andere so­gar 100 000 Francs Entschädigung für die Leidc , die sie dort durchzumachen hatten. Ein dritter der fünf Schick­salsgefährten, der Oberbootsmann Le Picard, ist inzwischen im Hospital zu Havre gestorben, wo er nie aus einem hitzigen mit Wahnvorstellungen verknüpften Fieber herauskam."

cf Brnndkntastrvphen. Bei einem Brande in Ehrenfeld bei Köln kamen vier Personen ums Leben. Es sind die 28jährige Frau eines Monteurs, deren Kind sowie zwei Kinder einer anderen Familie. Eine ^rau und ein Kind erlitten Brandwunden und mußten in ein Krankenhaus ge­bracht werden. Der Brand brach im Erdgeschoß, wo der Fußboden geölt war, aus und verbreitete sich mit großer Schnelligkeit nach den oberen Räumlichkeiten. — In dem französischen Dorfe Kervignac bei Lorient tarnen bei einem Brande die Fran eines Landwirtes und ihre sechs Kinder in den flammen um. Ein Teil des Bauernhofes wurde üngeäschert.

CÜ Verhaftete Bankdirektoren. Die beiden früheren Direk­toren der Kreditbank Scherrebeck, Pastor Jakobsen nnd Be sitz er Lassen in Scherrebeck, sind verhaftet nnd in Unter suchungshaft abgeführt worden. Die genaue Prüfung ver­schiedener Gründungen der genannten hat derartige Ver­dachtsmomente zu Tage gefördert, daß zur Verhaftung ge­schritten werden mußte.

§ Die bekannten „Hunnenbriefe" beschäftigten die Hallenser Strafkammer, die gegen den sozialdemokratischeu Reichstagsabgeordneten Kunert wegen Beleidigung der deutschen Chinakrieger verhandelte. In der früheren Ver- banbtnng am 11. September erbot sich Kunert, seine Be­hauptungen zu beweisen, nnd beantragte dazu die Ladung von 39 Zeugen. In der jetzigen Verhandlung waren zehn Zeugen erschienen. Das Gericht beschloß, die Verhandlung zu vertagen und vom Kriegsministerium die Akten einzu­fordern, die sich auf die Fälle beziehen, die zur Bestrafung deutscher Soldaten in China geführt haben.

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in die verlassene französische Stellung kam, lagen bort massen» haste tote Franzosen. Die vielen Verluste aus Seiten bt8 Feindes waren hauptsächlich der Wirkung des deutschen Ge- schützsiuerS zu verdanken. In der französischen Stellung war die Erde geradezu von den deutschen Granaten gepflügt, und man sah tote Franzosen noch im Anschlag liegen, die von Granaten durchbort waren. Die Verwundungen auf deutscher Seite rührten zu einem erheblichen Teile von dem Feuer der französischen Mitrailleusen her. In dem verlassenen Lager der Franzosen fanden unsere Soldaten große Mengen von Zelten, Teppichen und Lebensmittel. 7 Tage später wurde das Lager von deutschen Truppen abgesperrt. Während des 19. August beerdigte das Regiment seine Toten. Die 7. Kompagnie errichtete auf dem Grabe deS Musketiers Schott ein Kreuz aus feinem zerschossenen Gewehre.

Am Abend bezogen die Truppen wiederum BiwakS auf dem Schlachtfelde. In der Nacht entstand plötzlich ein blinder Allarm. Man hörte Pferdegetrappel und Soldaten und befürchtete eine Ueberrumpelung. Es waren jedoch Teile der Armee deS Kronprinzen, die nach Chalons an der Marne abmarschierten. Noch lange hörte man daS Singen der vorbeiziehenden Truppen.

Am 20. August marschierte das Regiment nach St. Marie au Chenes. Hier lagen noch überall die Leichen der ge­fallenen Garden. Von jeder Kompagnie wurde eine Abteil­ung zu der traurigen Arbeit bestimmt, die Toten zu beerdigen. In der Nähe der Dorfes wurden BiwakS bezogen. Am 23. August marschierte daS Regiment wieder nördlich bis in die Gegend von PierrevillierS, wo es Biwak bezog. Hier gab er große Mirabellenanlagen, und da die Soldaten viel- |

* Eine fürstliche Abenteurerin. Aus Kapstadt konunt die Nachricht, daß dort eine Prinzessin Radziwill aus dem i Besserungshaus entlassen worden ist, wo sie eine längere Gefängnisstrafe wegen Wechselfälfchung abgebüßt hat. Sie wurde von der Zelle an Borb des Postdampfers befördert und reiste noch denselben Nachmittag nach Enropa ab, $er Verstorbene Cecil Rhodes, mit bem die abenteuerliche Dame ■ zuerst Beziehungen gehabt und auf dessen Namen sie auch die Wechsel gefälscht hatte, hatte seinerzeit ihre Verfolgung beantragt.

(& Ein furchtbares Orkan hat die Hafenstadt Mazatlan an i der mexikanischen Stillen-Weltmeer-Küste heimgesucht. der Stadt selbst kamen 16 Personen ums Leben, viele er­litten Verletzungen. Der britische Schoner „Klara" wurde im Sturm schiffbrüchig, wobei der Kapitän und 14 Mann der Besatzung ertranken.

Bunte Chronik. Bei einem Elfenbahnzusammenstoß auf der Strecke Leeds-Liverpool sand ein Reisender den Tod fünfzehn Personen erlitten Verletzungen.

— Der bekannte Lustspieldichter Gustav v. Moser ist in Görlitz lebensgefährlich erkrankt.

— Bei den Versuchsfahrten der elektrischen Schnellbahn Marienfelde-Zossen wurde gestern eine Geschwindigkeit von 210 Kilometern in der Stunde erreicht.

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Gießen, 24. Oktober 1903.

* . Der Großherzog hat am 17. Oktober d. J.zdeui Pfarrer Berthold Schwabe zu R ö d g<n die evangelische Pfarrstelle an derMarkusgemcinde zu G.i e ß.e n übertragen.

* * Der Finanzausschuß der zweiten Kammer tritt am Dienstag, den 27. Oktober zu einer längeren Be­ratung zusammen.

* , Die L a n d e s s y n o d ^besprach gestern in geheimer Sitzung die JnterpellationMer Syn. Weber u. Gen. be­treffend die Zustände am Predigerseminar in Friedberg.

** Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde fand am Montag im „Hotel Großherzog von Hessen" in Gießen statt. Der Vorsitzende Prof. Dr. W. Sievers berichtete über bat Winterprogramm. Die Gesellschaft hatte insgesamt 337 Mitglieder, sie vereinnahmte 1250 Mk. und verausgabte 1000 Mk. Der Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt, Dr. Günther neu in denselben berufen und Pros. Dr. Biermann zum zweiten Vorsitzenden ernannt.

* * Die Promenadenmusik findet morgen um 12 Uhr in den Gießener Süd-Anlagen mit folgendem Programm statt: 1. Ouvert. „Die schöne Galathe" von Suppe. 2. Abendlied von Schumann. 3. Valse bleue von Margit Jntroduction a. Traviaha von Verdi.

** Stadttheater Gießen. Da für die morgige unbedingt letzte Aufführung des „blinden Passagier" auch von auswärts zahlreiche Anmeldungen vorliegen, so werden Interessenten gut tun sich zeitig Plätze zu sichern. — Zu der um halb 4 Uhr beginnenden Kinderkommödie „DaS tapfere Schneiderlein" wird die Musik von der Kapelle der 116er gestellt.

% Die Gemäl de-Ausstellung in der früheren Hirschapotheke in Gießen erfreut sich regen Besuches bei kunstverständigen Publikums. Neben eigenen gediegenen Gemälden des Carl Leib sen. selbst, findet man Meister wie Rousart, Zermatti, Paulus, Gautier, Pspuschek rc. re., meist

fach das unreife Obst genossen, so brach unter den Mann­schaften bald die Ruhr aus. Bei und in Pirrevillier- blieb das Regiment bis Ende August. Am 28. fand ein Feld- gotteSdienst statt, wobei daS Abendmahl gereicht wurde.

Am 31. August versuchten die Franzosen auf dem rechten Moselufer im Norden von Metz einen Ausfall. Um diesen abzuweisen, wurde auch die hessische Division von dem linken Moselufer herangezogen. Den Franzosen gelang eS, am 31. I Noisseville und einige andere Dörfer den Deutschen abzu­nehmen und sie zurückzudrängen, doch wurden sie am folgen­den Tage aus diesen Stellungen wieder vertrieben. Die hessische Artillerie beteiligte sich dabei hervorragend an dem großen Artilleriekampf und bald staub das Dorf Noisseville in Flammen. Noisseville selbst wurde dann von dem Gießener Regiment besetzt. Auf beiden Seiten war mit großer Er- - ; bitterurig gekämpft worden. Noisseville war ganz angefüllt ! mit toten Franzosen und Deutschen. Sogar auf der,.Kirch- Hofsmauer lagen gefallene Franzosen und Deutsche in großer Zahl neb n- und übereinander In den Gärten sah man viele verwundete Turkos liegen, die sehr grimmige Gesichter } schnitten, als unsere Soldaten vorbeikamen. Unsere Soldaten fanden am Abend einen französischen Kapitän der Garde, ' dem der Schädel abgeschossm war und der aber immer noch lebte. Man versuchte ihm Wein und Wasser einzuflößen, was er jedoch mit ablehnenden Handbewegungen abzuweisen schien. Stabsarzt Dr. Wöchel untersuchte ihn, fand aber, daß eine Rettung hier nicht mehr möglich sei. Am folgen* Morgen lebte der Kapitän immer noch.

(Fortsetzung folgt)

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