gewiesenen Liebhadern einiger Dieser Mädchen in Brand gesteckt worden. Die ganze Geschichte erweist sich nun als eine fette Zeitungsente. Der russische Justizminister hat, als et die Nachricht gelesen, sofort bei der Staatsanwaltschaft des Don-Gebietes Erkundigungen einziehen lassen, aber weder dort noch bei den Verwaltungsbehörden war etwas von bet entsetzlichen Brandkatastrophe bekannt. Gegen das Blatt, daß die Schreckensnachricht zuerst verbreitete, soll Anklage erhoben werden. . . ,
^ lGlücklichcr Fund.« In Höchst (Mam) erschien bei einem Bahnwärter eine junge Dame mit der Bitte, die Strecke in der Richtung nach Frankfurt absuchen zu^dürfen Sie habe am Abend vorher, als sie wahrend der Bahnfahrt arm dem Fenster sah, ihre — Zähne verloren. Der Bahnwärter konnte dem Wunsche der Dame zwar nicht willfahrten, über- nahm aber selbst die nötigen Nachforschungen und hatte anet) das „Glück", die „Perlengarnitur" zu finden.
G Mn SchwabcnstückchenZ In einem Hotel eines Württembergischen Städtchens hart an der bayerischen Grenze logierten dieser Tage zwei Münchener Herren, .cacht^ rieten mehrere Holzbalken des Zimmerbodens Zufolge emev nahegelegenen Kamins ins Glühen.' Die Ziininerbewohn alarmierten sofort Polizei und Feuerwehr, wo rauf ein 4s - lizist und ein Feuerwehrmann in Zwil erschienen und sich die Sache ansahen. Der Polizist erklärte trocken, nachdem er sah, daß die Balken „erst" glimmten: „Dov mussat ihr selba macha, da krieget ihr koin Hydranta," während der Feuerwehrmann meinte: „D' Fuirwehr kemmet erseht, wenn d Flammn rausschlaga!" Nun gingen die Gaste mit den ^otelangestellten an die Arbeit Mid entfernten die ginn- menben Balken, was nach mehrstündiger Arbeit and) gelang.
^ sDer vergrabene Schatz der „Tit°Vits"Z Die Dom doner Wochenschrift „Tit-Bits" hat ein vortreffliches Mittel gefunden, das Interesse und die Neugier ihrer Leser auch im Hochsommer zu erregen. Das Blatt veröffentlicht seit einiger Zeit einen Schauerroman von einem Mörder, der nach begangenem Verbrechen London verlassen muß und durch besondere Umstände gezwungen ist, das Geld, das er feinem Oyfer geraubt hat — 10 000 Mark —> irgendwo in der Nähe von London (in einem Umkreise von 60 Kilometer) zu ber« graben. Nun entsteht die Frage: Wo ist das Geld versteckt? Die Leser der „Tit-Bits" brauchen es imr zu suchen, beim . der Verlag des Blattes hat wirklich die 10 000 Mark versteckt, und wer sie findet, darf sie behalten. Natürlich werden in dem Romane dunkle Andeutungen über das Versteck gemacht, damit der geehrte Leser unb die schöne Leserin wenigstens einen Fingerzeig haben l Der Mörder hat ein Papier verloren, das „ziemlich genaue" Angaben über den vergrabenen Schatz enthält; es ist das klassische ZettÄchen derartiger Romane: „40 Meter nordnordwestlich vom Grenzstein, 37 Meter entfernt von der Stelle, wo sich der Schatten, den die Tetegraphenstange um 9 Uhr morgens wirft, mit dem Schatten des ersten Kirschbaumes rechts kreuzt." Nach diesen Angaben ist das Gsld denn auch wirklich in der Nähe von Hitchin gefunden worden und zwar von einem Ingenieur namens Samuel Hubbard. Kurz nach ihm kam auch ein zweiter kluger Leser der „Tit-Bits" dem vergrabenen Schatz auf die Spur, fand ate nur das leere Loch und schimpfte natürlich weidlich.
»i* l„Es zogen drei Bursche wohl über des Rhein..."I Die Thüringer Waldgemeinde Gabübach leistet sich bekanntlich den Luxus, einen GNneindepoeten anzustellen, ein Amt, das nur an Dichter von Rang und Xanten verliehen wird. So war Scheffel bis zu seinem Tode der Gemeindepoet von Gabelbach, Rudolf Baumbach wurde sein Nachfolger. Aber auch von unbekannten Poeten wird die Gemeinde Gabelbach gelegentlich mit poetischen Sendungen bedacht. So ging ihr dieser Tage von einem Touristen folgendes Gedicht zu:
Gaskoks.
Gegenwärtige Preise:
Für den Zentner ab Verkaufsstelle:
Stück-Koks ...............1,10 Mk.
Kuß-Koks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Größe Ar. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbar st e
Sorte............. 1,25 Mk.
Größe Ar. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit .........1,25 Mk.
In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks ...........1,05 Mk. Dußkoks Nr. 1 1,20 Mk. Außkoks Ar. 2........1,20 Mk.
Kei Entnahme von mindestens 200 Zentnern:
Stückkoks ...........1,00 Mk.
Außkoks Ar. 1 1,15 Mk
Außkoks Ar. 2 1,15 Mk.
Für Koksabnehrner, welche zwei und mehr Doppel, w a g g o n s beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner.
Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet.
NB. Sofern das Verbringen der Koks — bis zu 6 Zentnern — auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung.
Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Gentner Koks statt; dagegen bleibt bei folgenden diesigen Firmen der Kleinverkauf unserer Gaskoks
. ,a , von 1 bis 5 Zentner
eingerichtet, nämlrch bei den Herren:
Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 «"^^â^ul-r, Steinstraße 11.
Joh. Fischer, Alrcestraße 19,
H Hof, Bahnhofstraße 34
Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151
Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, '
Emil Lotz, Kirchenplatz 9,
Emil Pistor Nachfolger, Marktstcaße 10 Georg Schäfer, Licherstraße 2, B '
August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13.
. . Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gas knf«
"m".S™ ™l w« ...
gütung von 4 Pfennig für den Zentner.
Gießen, den 31. Dezember 1902.
Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.
„Es zogen drei Burschen wohl twer den Rhelu,
Bei einer Frau Wirtin da kehrten sie ein."
„Frâu Wirtin, bringt’â kalten Aufschnitt herein,
Wo ist denn ©milie, Ihr Töchterlein??
Mein Ausschnitt ist kalt und scharf der Senf,
Emilie studiert Medizin jetzt in Genf!"
„Frau Wirtin, den Mosel und Rheinwein uns bring’.
Wo ist denn die Alma, das schmusige Ding?"
„Mein Mosel ist süffig, gar süß ist der Most,
Die Alma telephoniert bei der Post!"
Da fragten die Burschen, sehr traurig gesinnt:
»Wo ist denn das Aenucheu, das drittälteste Kind?"
„Das Aenucheu amtiert als Buchhalterin,
Ist Typewriter-Mainsell auf der Schrei! maschiu'!"
Da schimpften die Burschen. Nicht sein war es grab’,
Pud traten in Stücke den Bierautomat.
Sie fluchten auf solch ein unwirtlich Dach
Und sprachen: Nun geh'n mer nach Gabel buch!
Da bringt Marie das Bier noch mit Si'aß,
Da bringt uns die Rosa die Wurst und den Kas«
Und sagt ihr zur Fanny, sie solle studieren,
Bauz, bauz, da würde ein Unglück passieren.
An Poesie ist die Welt jetzt so leer!
„Auf Gabelbach nur geht eS ehrlich noch her!"
G [©ine Eisenbahnfahrt ans Milliarden.! In Detltschland Werder: die eingezogenen und weillos geworbenen Banknoten verbrannt. In den Vereinigten Staaten aber, wo man ja in allen Dingen sehr praktisch ist, findet das unbrauchbar gewordene Papiergeld, wie „The Paper Mill" berichtet, eine eigenartige Verwertung: man läßt es einstampfen und macht Ecsenbahnräder daraus! Das Schatzamt in Washington vernichtet jährlich bnrd)fd)nittlid) für 50 bis 100 Millionen Dollars Papiergeld, und die eingestampfte Papiernmsse wird infolge ihrer trefflichen Eigenschaften von den Papierräder- Fabrikanten sehr gesucht und mit etwa 16 Mark pro 100 Kilogramm bezahlt. Die Zahl der Banknoten, die man zur Herstellung eines Rades braucht, ist natürlich nicht klein, und für poetische Gemüter hat ein solches Eisenbahnrad große Aehnlichkeit mit dem berühmten Glücksrade der Göttin Fortuna. Für die armen Banknoten aber ist diese Verwandlung in Papiermache ein tiefer Fall nach stolzer Größe. Es wird nicht gesagt, ob die amerikanischen Reisenden eine besondere Genugtuung empfinden, wenn sie erfahren, daß sie auf Rädern dahinrollen, die einst ein Milliardärvermögen darstellten.
Das Neueste aus den Mitrdkattern.
Theater-Notiz. Hellte gastiert an unserer Bühne Frau, lein Laura in dem Lustspiel: „Eine Tasse Thee". Das Frau- lein wird in diesem Srück die Titelrolle geben.
Er kennt sich aus. Wirt: „.. Hör' auf, sag' ich dir, mit deinem Friedenstiften — sonst kommt noch a Rauferei ^mtSr
Vergeßlich. „Sie kommen mir so bekannt vor! Ich muß Sie schon einmal irgendwo gesehen haben!" — „Ja, unter Ihrem Automobil — da haben S' mich letzten Sonntag überfahren!"
Angeuehme Mitgift. Menageriebesitzer (-um Freier seiner Tochter): „Bares Geld, junger Mann, kann ich meiner Tochter leider nicht mitgeben, aber auf ein paar Stachelschweine, einen Aasgeier und einen Riesensalamander soll es mir nicht ankommen!" (Fl. Bl.)
Hus dem Gericbtssaal
Ji Ein „Hexenprozesi", der einen wahrhaft mittelalterlichen Eindruck machte, gelangte dieser Tage vor bem Gericht in Verona zur Verhandlung. Eine gewisse Veneranda Siboni hatte mit ihreir Töchtern Angelina linb Maria und mit ihrem ^ohne Luiai das Dienstmädchen Annunciata Zanarossi ent-
Städtische Pflichtfeiierwehr.
Donnerstag, 27. August, abends S1^ Uhr im Turmhaus am Brand
Uebung der 1., 2., 3. und 4. Rotte.
Gießen, am 22. August 1903.
Der Branddirektor: Traber.
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Die Verm eter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk. einschließlich 0.20 Mk-, von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. einschließlich 0.50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1.00 Mk.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1.00 Mk- zu hinterlegen.
Selbstverschuldete Schwäche der Männer, Pollut. sämtl. Ge- schlechtskrankh. behänd, sicher nach 30jähriger prüft. Erfahrung. Montys, Hamburg, Seilerstr. 27. Auswärtige brieflich.
INF Wer Stelle sucht, Verl, die Deutsche Vakanzenpost1 Eßlingen.
führt und eine Nacht lang in der grausamsten Weise mrß- handelt, weil das Mädchen den ältesten Sohn der Veneranda, der sich jetzt im Irrenhause befindet, durch einen Zaubert rank verhext haben sollte. Die Zangrossi wurde von der Siboni und ihren Kindern sogar mit bem Tode bedroht, wenn sie den verhexten Jüngling nicht an5 bem Hexenbann befreite. Das Gericht zeigte für diese Hexengeschichte nur geringes Verständnis imb verurteilte die Siboni mit ihren Kindern zu je zehn Monaten Gefängnis.
Kunst und ÄHsrenscbaft.
OG. Eine merkwürdige Uhr. Die Uhrenfirma Beyer in Zürich hat gegenwärtig eine nierkwürdige Uhr als Neuheit auf bem Gebiete der schweizerischen Uhrenindilstrie ausgestellt. Sie hat die Forni einer Kugel und bewegt sich unbemerkbar langsam von selbst auf einer schiefen Ebene von etwa 30 Grad Neigung von oben nach unten, ohne ins Rollen 511 kommen. In 24 Stunden vollendet die Kugel ihre Laufbahn von etwa 40 Cmtr. Länge, um dann ihr Tagewerk wieder von vorn zu beginnen; zu diesem Zwecke legt man die Kugel einfach wieder auf ihren alten Platz. Diese Arbeit ersetzt das Aufziehen der Uhr, die keine Federn besitzt und sich lediglich bnrdi die eigene Schwere bewegt. Das interessanteste dabei ist, daß die Zahl zwölf stets oben bleibt. Die Konstruktion der Uhr ist ein Geheimnis; das Kunstwerk zeichnet sich durch tadellose Präzision aus und ist besonders für geodätische Arbeiten sehr wertvoll.
XY. Im Automobil über den Polarkreis. Mr. Charles Glidden aus Boston, dessen Absicht, im Automobil möglichst weit nach dem Nordpol vorzudringen, wir seinerzeit meldeten, hat den Nordpolarkreis bei Haparanda überschritten. Mr. Glidden hat bisher 3600 englische Meilen zurückgelegt. Er war am 24. Juli von Hull nnb am 3. August von Stockholm abgefahren.
LD. Eine Revolution in der Bildhauerkunst soll nach ben „Daily News" bevorstehen. Nach beut englischen Blatte ist von einem Italiener eine Maschine erfunden worben, die jede Art Skulpturen mit erstaunlicher Feinheit und Genauigkeit reproduziert. Die Maschine wird durch hydrarllischen Druck in Bewegung gesetzt. Sie kann gleichzeitig zwei genaue Reproduktionen irgend eines Bildwerkes geben. Die Maschine wird von einem italienischen Arbeiter bedient und führt in einigen Stunden Arbeiten aus, die vorher zwei Monate erfordern. Die Arbeit des Künstlers selbst bleibt natürlich von dieser Erfindung unberührt: sie wird aber das Ergebnis haben, daß genaue Wiedergaben der großen Meisterwerke auch Leuten in den bescheidensten Verhältnissen zu^ gänglich sein werden. — Die Nachricht klingt etwas stark hochsommerlich.
RD. Friedrich Dieterici ß. Der bekannte Orientalist Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Friedrich Dieterici, der älteste Dozent der Berliner Universität, der durch 57 Jahre der philosophischen Fakultät angehört hat, ist gestorben.
RG. Eis neuentdeckter lyrischer Tenor. Am Konservatorium zu Duisburg studiert augenblicklich ein Chausseewärter, ber sich zum lyrischen Teuor .ausbildet. Direktor Gelling, Leiter des Stadttheaters in Essen, war von verschiedenen Seiten auf den Mann aufmerksam gemacht worden, dessen weiche, lyrische Stimme schon längere Zeit in Kreisen, wo er seine einfachen Lieder vortrug, Aufstchen erregte. .Herr Gelling überzeugte sich persörllich, daß der Chausseewärter ein Vennögen in der Kehle habe, und beredete ihn, sich seiner Führung auf dem Wege zu den weltbedeutenden Brettern anzuvertrauen, auf denen er voraussichtlich schon in Jahres- frist ein Nachfolger Wachtels und Bötels werden dürfte.
Bringe meine im vorigen Jahre neuerbaute
Restauration JÄarburgerstr. 27 deren Räume ich noch kürzlich durch sehensweite beforatioe Wandmalereien ausstatten ließ, in empfeb'ende Erinnerung.
Zum Ausschank gelangen die anerkannt guten Biere der Brauerei I h r i ng, Lich, sowie rcingehaltene Weine erster Firmen.
Hochachtungsvoll
Emil Kalbfleisch, Gießen
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