Mittwoch, den 21. Oktober 1903
12. Jahrgang
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Wennern entbreit: in Gießen, abaehqlt monatlich bO Psg.» hfl HâuS gebracht 60 Pfa., durch die Post bezogen viertel. jLhrllch Mk. l.oO.
kratiSbeilage«: Oberhesfifche Familie^ vterürsfifche Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- nnb VarMÄ/sowie die Gießener Seifenblasen (wöchentlich).
DaS Blatt erscheint an «Han Werktagen nechmitagS.
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Postzeitungsliste No. 3869.
Reboftion und Exvedition: Gießen Neuenweg 38.
Ferusprechünschtnst Nr. SSL.
IuserltoxSprel -r Die einspaltige Petitzetle für Gießen wt, ganz Oberhessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Psg. soüst 16 Psg.; Reklame« die Petttzeile 30 rèsp. 40 Psg.
(Gießener UngeStatt)
Ynaöyângige Tageszeitung
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str Oberhesien und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. tetW alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießenund anderer Behörden von Oberheffav.
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6ro ssstadt-6lend.
Von einem gelegentlichen Mitarbeiter wird uns geschrieben: Dieser Tage sind die Adressenschreiber eines Berliner Adressen-Bureaus in den Ausstand getreten. Nach jahrelanger, unwürdiger Behandlung und miserabler Bezahlung haben sich diese Aermsten aufgerafft, um sich ein Streifchen Freiheit, ein wenig Menschendasein zu erkämpfen. War je ein Ausstand berechtigt, so ist es dieser. Man sollte nicht glanben, welch ein Bild hier entrollt wird! Mit 8 bis 10 Mark in der Woche müssen da gebildete Menschen bei angestrengtester Arbeit varlieb nehmen. Trotz aller Nacht- nnd Sonnlagsarbeit können sie es höchstens auf 12 Mark bringen. Angestellte, die schon fünfzehn Jahre im Hause tätig sind, haben endlich einen Verdienst von 15 Mark erreicht. Vorarbeiter, die über soundsoviel Schreiber zu befehlen haben, erhalten ganze 15,30 Mark. Hunderte von Leute haben unter solchen Umständen, ohne zu murren, jahrelang leben müssen. Bei halbstündiger Mittagpause und täglicher Nachtarbeit ist ihre Gesundheit untergraben, ihre Daseinsfreude vernichtet toorben. Man wende da nicht ein, diese Aermsten rekrutieren sich lediglich aus den untersten Schichten und seien höhere Löhne von Jugend aus nicht gewohnt. Auch darüber hat man manches erfahren, was andere Gedanken gibt. Rechtsanwälte, Aerzte, kurz, Akademiker aller Fakultäten, die in ihrem Berufe so ober so Schiffbruch erlitten, sind unter diesen Schreibern, weil sie anders kaum Beschäftigung fanden und doch nicht ver- lulngern wollten mit den Ihren. Nach Zeugnissen und Referenzen hat man in diesem Riesenbetriebe nicht viel gefragt. Schrieb einer eine leidliche Handschrift und war er mit dem Frohndienste zufrieden, den dieses Millionen- baus von seinen Angestellten verlangte, so wurde ihm der Eintritt in keiner Weise schwer gemacht. Dieser ethische Palen wurde vielen zur Falle. Diese Aermsten, die monatelang auf der Straße gelegen, ohne Verdienst, ohne Brot mib jeglicher Hoffnung bar, griffen zu, ohne lange zu erwägen, ob dieser Lohn nun ihrer Leistung würdig wäre. Ja, sie dankten denn edelmütigen Chef wohl gar, weil er ihnen die Demütigung ersparte, ihre Vergangenheit zu enthüllen und ihm zu sagen, nüe es kam, daß sie einst Schiffbruch gelitten. Aber fälschlich war es, das Feinfühligkeit ;» nennen, was nur höchste Gleichgültigkeit war. Der Streik bi cf er Aermsten denen die Sympathie aller Kreise sicher ist, hat grauenvolle Zustände enthüllt, wie sie eines Kulturstaates wirklich nicht würdig sind. Er lenkt die Autmerk- Inmfcit aufs neue auf Dinge, die in der Großstadt seiber alltäglich sind, und die man doch im Vorbeigehen kaum beachtet. Leute, die einmal entgleist sind auf der geraden Bahn des Lebens, können so leicht nicht zurückfinden, so ernst ihre Besserung auch sein mag. Und jener Einbrecher, den sie da neulich abfaßten, als er kaum aus dein Zuchthause entlassen, sich schon wieder an fremden Türen zu schaffen wachte, sprach eine furchtbare Wahrheit aus, als er auf die Frage, ob er sich denn gar nicht auf ehrliche Weise ernähren könne, die Antwort gab: „Ja, was soll ich denn in der Freiheit anfangen? Wer gibt denn einem Zuchthäusler Arbeit?"
Großstadtelend! Wie oft ist schon über dieses Thema geschrieben und gesprochen worden! Aber alljährlich aufs neue ziehen die Polypenarme neue Menschenmassen in ihren Bereich, und der Zug nach der Großstadt nimmt ungeheure Ausdehnung an. Das Glitzernde und Gleißende, das an her Oberfläche schwimmt, lockt die Massen von Naiven und Unkundigen, die nicht in dieses Lebens Tiefe zu sehen vermögen. Da nützt es nichts, wenn zeitweilig ein Lichtschimnter auch die Abgründe erhellt, und jeder Einzelne redet sich die egoistische Meinung ein, ihm könne das nicht Passieren. Wie oft ist nicht schon davor gewarnt worden, junge Mädchen aus den Heineren Städten oder den Dörfern allein in das Getriebe der Großstadt hinauszulassen. Und trotzdem vermehrt sich der Zuzug alljährlich um weitere tausende. Ist cs da ein Wunder, daß soviele auf Abwege kommen, sinken und verderben? Und die wenigen, die sich noch halbwegs an der Oberfläche halten, die armen Konfektioneusen, Verkäuferinnen, Näherinnen unb dergleichen, was erhalten sie für Löhne? 30 bis 40 Mark pro Monat ist ein gang barer Preis für weibliche Durchschnitts- „Ware". Und davon soll nun Wohnung, Kleidung und Nahrung bestritten werden!
Es wird so manches begreiflich, ivas oberflächliche Beschauer zu falschem Urteil führt. Es erscheint so manches menschlich verständlich und entschuldbar, was harte Sittenrichter mit moralischer Entrüstung bestrafen^ Seht nur hinein in diese Tiefen und klagt nicht jene an, die vom Wege der Pflicht und der Tugend wichen, sondern jene, die sie dazu treiben! Hinter diesem gleißenden Flitter der Großstadt schläft namenlofcë Elend. Wenn der Winter kommt und glückliche Menschen sich daheim um den Kamin scharen mit zufriedenem Lächeln, läuft draußen auf den Gassen Frau Sorge um und schließt in ihre knöchernen Arme so manchen, der still an den Häusern des Glücks vorüberschleicht, so manches von den jungen Dingern mit großem Federhute, die mit erzwungenem Lächeln tänzelnd durch die Straßen gehen. Ein neuer Thomas Hood täte uns not, der das „Lied vom Henld" so schauervoll echt und ergreifend durch das Land riefe, wie jener einst, der das englische Parlament durch die mächtigen Klänge seines Liedes zum Schutz
aufrief für Armut und Elend und dem nach seinem Tode dafür ein Stein errichtet wurde, auf dem die stolze Jn- schritt steht: „He sang the song of the shirt" . . . „Er sang das Lied vom Hemd!"
Einstweilen aber ist es des einzelnen Pflicht, hart an den Toren des Winters nach seinen Kräften dazu beizutragen, das Elend zu lindern. Und Pflicht der Regierung und des Parlaments ist es, weiter zu bauen an dem sozialen Werke, daS unseres Kaisers höchsten Ruhm bedeutet. Jene aber, welche so leicht den Stab brechen über Elend und Armut und das billige Wort stets leichtfertig bei der Hand haben von der „eigenen Schuld", mögen ihre Blicke tiefer senken in menschliches Schicksal und nicht da richten, wo jeder Spruch nach Alllagsrechten ein Verbrechen wäre gegen bic berechnn keit.
Das verstimmte Italien
laber all den rauschenden Festlichkeiten und Ehrungen, deren Gegenstand das italienische Königspaar in Paris war, hat man an der Tiber den politischen Schmerz über bic Absage des Zarenbesuchs in der Siebenhügelstadt nicht vergessen. Ja, in den politischen Kreisen Italiens ist die Erregung über das Nichtzustandekommen des Zarenbesuchs erheblich größer als die Befriedigung über Viktor Emanuels Empfang an der Seine, und die Folge dieser Mißstimmung ist, daß das Kabinet Zanardelli seine Stellung stark erschüttert fühlt und sich mit Rücktrittsgedonken trägt. Zwar werden diese Pläne des Kabinetts von offiziöser Seite als lediglich mit der Kränklichkeit Zanardellis zusanunenhängend bezeichnet. Aber man weiß längst, was es mit den „Gesundheitsrücksichten" rücktrittsreifer Minister auf sich hat.
Nicht ohne Interesse ist es, zu sehen, wie die Italiener nach einem Sündenbock suchen, der die Verantwortung für die Absage des Zarenbesuchs tragen soll. Keinem ernsthaften Politiker außerhalb Italiens ist es zweifelhaft, daß der Zar- seine Romreise aufgegeben hat ausschließlich wegen der Drohungen der italienischen Sozialisten, ihn mit feindseligen Kundgebungen zu empfangen. Der Tropfen, der den Becher schließlich überlaufen ließ, war die Tatsache, daß 51 Abgeordnete der italienischen äußersten Linken, darunter Dutzende intimer Freunde der Minister, ein Manifest gegen den Zaren unterschrieben haben. Das konnte und wollte ber Zar sich nicht gefallen lassen, und so erfolgte denn die Absage. Gegen diesen Zusammenhang der Sache verschließen die Italiener krampfhaft die Augen: Sie erklären die Festnagelung dieses Zusammenhanges als einen Akt des Uebelwollens Deutschlands und Englands u.nd bezichtigen beide Mächte, gegen den Zarenbesuch intriguiert zu haben. Die offiziöse römische „Tribuna" versteigt' sich sogar zu der Behauptung, Prinz Heinrich von Preußen habe den Zaren zur Aufgabe seiner 9t omreife bestimmt und fabelt weiter, Berliner und Wiener Bankiers hätten aus Aerger über die Pariser Vorgänge beträchtliche Mengen italienischer Rententitel in Paris verkaufen lassen, um so eine Kurssteigerung zu verhindern! Naive Kinderseelen, diese italienischen Politiker! Andere sehen in dem russischen Botschafter in Rom, N e l i d o w , das Karnickel, dem die Vereitelung des Zarenbesuches zuzuschreiben sei, und fordern seine Abberufung. Nun, Deutschland und Oesterreich toerben sich über dies Gebelfer törichter italienischer Lärm- macher ebensowenig kümmern, wie es dem Zaren einfallen wird, seinen Vertreter in Rom sozusagen auf Geheiß der Italiener abzurufen. Die Wogen der Erregung werden sich wohl auch bald bei den heißblütigen Italienern glätten. Ist man in Rom klug, so wird man .hie von dort aus erzeugte Abneigung des Zaren, sich vom römischen Mob beleidigen
5ii lassen, nicht noch durch Weitze Schimpfrcden gegen das Ausland verstärken.
Ein nicht übler Treppenwitz' ist übrigens die Tatsache, daß genau so, wie die italienischen Sozialisten gegen den Besuch des Zaren, ‘ ......
genossen sich gegen
so auch ihre französischen Gesinnungs- den Besuch Viktor Emanuels in Paris
- - des Prinzips wegen — erklärt haben. Nur sind die französischen Genossen ungleich höflicher und — klüger als ihre italienischen Brüder: Ihren Einspruch haben sie erst n a ch der Wiederabreise Viktor Emanuels laut werden lassen. Er besteht in einer Resolution der sozialdemokratischen Deputierten gegen den Empfang eines Herrschers, dessen Regierung das italienische Proletariat aufreibe. Interessant ist übrigens auch die zugleich mit der Verösfent- liclmng des Beschlusses erfolgte Enthüllung, daß sehr viele sozialistische Deputierte dagegen gestimmt haben, und das; Jaurds, der parlamentarische Führer der Partei, an den Festlichkeiten zu Ehren des Königs teilgenommen hat!
friedensaussiebten am Balkan?
BorisSarafow tot! Im Gegensatz zu dem ewigen Einerlei der Nachrichten vom Balkan, die nichts Rechtes besagen, hat diese Meldung eine außergewöhnliche, vielleicht eine über die nächste Zukunft der mazedonischen Bewegung entscheidende Bedeutung — wenn sie wahr ist! Man kann versucht sein, an ihrer Richtigkeit Zu zweifeln angesichts der Tatsache, daß all' die vielen früheren Meldungen vo,m Tode Sarafows sich hinterdrein regelmäßig als erfunden herausgestellt haben. Indessen wird der Hergang der Tötung des
DtÄOK!
Führers der Mazedonierrebellion
_ . . u_________________ i diesmal so genau beschrie
ben, daß man an diese neueste Nachricht einen anderen Maßstab wird legen müssen, als an die früheren.
Sarafow soll am 11. Oktober geendet haben, der Mann, der die 500 türkischen Pfund, die auf Sarafows Kopf gesetzt ivaren, sich verdient haben soll, ist ein Kutzowalache Wancchel. Sarafow hatte am 8. Oktober Monasiir verlassen. Von türkischen Truppen verfolgt, führte er sie irre unb tauchte plötzlich unvermutet am 11. in Begleitung von 15 Koust-
tatschis bei Florina auf. Wanghel, der Führer einer auf türkischer Seite stehenden Torfwache aus dem nahen eingeäscherten Dorfe Smerdesch, der davon Wind bekam, erbot sich, Boris Sarafow einen Hinterhalt zu legen, einmal um der 500 Pfund willen, und dann, weil die Gefolgschaft Sarafows zwei Brüder Wanghels ermordet hatte. Wanghel machte sich in Begleitung eines Hauptmanns und einiger Soldaten mit seinen bewaffneten Kutzowalachen auf den Weg nach dein Gebirge, wo Sarafow umherstreifte. An einem wenig betretenen Saumpfade legte er sich selbst in den Hinterhalt. Schon nach kurzer Zeit kam Sarafow allein daher. Eine Kugel in die Stirn streckte ihn nieder. Wanghel Hinkte sich auf den Getöteten und nahm seine Papiere zu sich, wurde aber durch den inzwischen herbeigeeilten Offizier verhindert, den Kopf vom Rumpf zu trennen. Der Schuß hatte auch die in der Nähe lagernden Begleiter Sarafows herbeigelockt; sie eröffneten ein lebhaftes Feuer auf die Gegner, die sich schleunigst zurückziehen mußten. Ein kurz darauf gemachter Versuch der Türken, sich der Leiche zu bemächtigen, blieb erfolglos: die Komitatschis hatten sie bereits fortgeschafft. Wanghel begab sich am nächsten Tage nach Monastir und überreichte dem Wali Hüssein Hilnii Pascha die Papiere des Getöteten. Er erklärte, er kenne Sarafow persönlich, jeder Zweifel an der Identität des Erschossenen mit Sarafow sei ausgeschlossen.
Die nächsten Tage werden wohl Gewißheit darüber bringen, ob man es auch diesmal mit einer Personenverwechselung zu tun hat. Ist Sarafow wirklich tot, so ist, wenn nicht ein völliger Niederbruch der mazedonischen Bewegung, so doch ihre Desorganisation sicher 311 erwarten.
Sonst ereignet sich am Balkan nicht sonderlich viel Neues. Neben den obligaten Scharmützeln zwischen türkischen Truppen und Mazedonierbanden ist das einzig Bemerkenswerte die Tatsache, daß die Türkei die Ausschreitungen ihrer Truppen in dem Aufstandsgebiet neuerdings, den Vorstellungen Rußlands und Oesterreichs folgenb, streng bestraft. Obenein hat sich die Pforte bereit erklärt, falls Bulgarien 5000 der eingezogenen Reservisten entlasse, auch ihrerseits die doppelte Zahl nach Hause zu schicken.
Alles in allem: Die Lage auf dem Balkan berechtigt neuerdings zu größeren Hoffnungen auf die Erhaltung des Friedens. Indessen tauchen bereits neue Schwierigkeiten auf. In einzelnen der beteiligten Staaten hat sich die innere Lage nicht unbedenklich gestaltet. Aus Bulgarien kommen Meldungen von bauernben Zusammenstößen zwischen der Bevölkerung und der Armee. Es hat auch bereits eine erste Beratung des Militärrats ftattgefunben, in der beschlossen wurde, das Heer in keinem Falle mehr in den Dienst der Polizei gegen die Opposition zu verwenden. Dabei soll es zu einem Konflikt zwischen dem Kriegsminister und seinen Kollegen gekommen sein, der zu einer Krisis führte. Es scheint gar nicht ausgeschlossen, daß sich die Dinge noch wesentlich schärfer zuspitzen werden. Dabei darf nicht vergessen toerben, daß sich alle diese Krisen mehr oder weniger gegen den Fürsten selbst richten. Aehn- lich steht's im Lande der Tschernagorzen. In der mazedonischen Hauptstadt Cettinje wurden aus Belgrad stammende Bilder konfisziert, die den F ü r st e n Nikita darstellen, wie er dem Sultan den Fuß küßt und dafür von ihm Geld empfängt; im Hintergründe sieht man Mazedonien und Altserbien in Flammen stehen. Die schon seit Fahren herrschende Unzufriedenheit mit Nikitas Regiment wird neuerdings noch verstärkt durch den Umstand, daß die tarnte dieses Jahr schlecht war und daß der Fürst das Getreide, das nach altem Brauch alljährlich geschenkweise an ihn aus Rußland kam und unter der Bevölkerung verteilt wurde, diesmal nicht verteilen konnte, weil er schon im vorigen Jahre für zehn Jahre im voraus statt Getreide sich hatte Geld geben lassen, angeblich, um das Getreide selbst zu kaufen.
Die Politik.
0* Die Konfcrcnz der deutschen Finanzniliiistcr, die jetzt in Berlin tagt, wurde vom Reichskanzler eröffnet. Sann sprach sich der Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel sehr eingehend über die jetzige Sachlage, ihre großen Nachtelle imo ferne Pläne aus. Der bayerische Finanzminister gab im wesentlichen seine Zustimmung zu erkennen, wie es beim überhaupt als so gut wie sicher gilt daß eine vollständige Erm- gung in kürzester Zeit erzielt sein wird. _ Wie von offenbar inspirierter Seite verlautet, gilt eine Besteuerung von Brer und Tabak ober gar die Einführung birefter steuern für völlig ausgeschlossen. Gerüchte solcher Art, tote lie in den letzten Tagen durch die Blätter gingen, beruhen allo aui Erfindung Dabei ist es allerdings wahrscheinlich, daß irgend eine andere Surnssteue'r bei der Reform mit berausiprinaen wird: nur derartig das Bau