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Brecht

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Nr. 68.

Zweite» Vlatt

SamStsg, den 21. Mürz 1903.

Ab»»»eme»t-pre1- : in Gießen, abgehsU monatlich 50 Pfg., tn'S HauS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierlet- jährlich Mk. 1.50.

ArattSbeilage« : Q berhetNsche Hamilieuzeituug (täglich) ^berhesfische Zeitschrift für -»»dwtrtsch.fi, Cbfb »md Barteuba», sowie die Giegeuer Tetfeublaseu (wöchentlich). DaS Blatt erscheint an alle» Werktagen nachmittags.

Gießener

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^nfcrdonfprei <h Die einspaltige Vttitzâ fur..@U&en tok-, ganz Oderdessen, die Kreise Wetzlar WPÄSmfty 10 M^^ D sonst 15 Psg.. Reklame, die PetitMe M-esp^ 40 WLm^td ng

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Redaktion und Expedition: Gieße» N«»4»N4L ^â» »tnf|itc*.ef*ief Rr. MS.

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(chietzener D«,geSk«tt)

Anaöhängi-« Tageszeitung

(Oietzener Leitung)

für Oberhefsen und die Kreise Marburg unb Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Ilniqebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Kroßh. Bürgermeisterei Stegen und anderer Behörden von Oberhessen.

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!Griden»Mod< Bericht.

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Unb wieder ist'eS Frühling geworden! Junger lachender Frühling mit grünendem Haag. Sonnenschein und lustigem Finkenschlag. Mutter Erde gefällt sich in einem neuen Ge­wände und die lieblichen Eva-töchter sind gewillt, eS ihr nachzuthun. Ab-r erst wird Frau Mode konsultiert. Ueber drS Neuste auf ihrem Gebiete schreibt unS die bekannte ? idenstoff-Fabrik-Union Adolf Grieder u. Co. in Zürich wie folgt:

Die führende Rolle in der Frühjahr-- und Sommer* Modecampagne haben K^ttendruck-Gewebe ober Chinés. Die­selben lassen eine solche Fülle herrlicher Kombinationen zu, daß sie wohl lange noch an leitender Stelle bleiben werden. Bereits sind sie auch wieder für nächsten Herbst groß dis­poniert worden.

Der neue Frühjahr-rock ist weit und fällt lose und faltig von den Hüstln finb Chinés meist aus w'ichen, schmieg­samen Geweben wie Armures, Nattés brillantes, Louisines modernes*unb damassielten Stoffen. Auf moiriertem, weißem Louisine Fond sehen wir breite AtlaSstreifen und zwischen diesen ein feines, künstlerisches Liauen-Dessin, welches für zeremonielle Gesellschafts Toiletten wunderbar wirkt. Neben Streifen-Neuheiten wie in Chinés rayés broderie, Chinés rayés cannelés^finb jetzt Carreaux, wie wir eS in unserem Herbstberichte voraussagten, sehr en vogue. Von der Mode bksonderS bevorzugt sind große Punkte und KugUn-Dessint. regelmäßig und in buntem Gemische und auch darin werden in Chinés wunderbare Effekte wie Louisine Chinée Globe erzielt, welche für Diner-Roben und Blousen-Kleider prächtig Berweydung finden. Für letztere hat man auch in neuen Schßtten auf Nattés-Fond reizende neue Zusammenstellungen gebracht. Neu sind auch Eecosais mit Chinés.

Waschseiden in neuen Dessin- besitzen immer noch Zug­kraft. Ganz aparte Muster bringt man in bedruckten Fou­lard- und Pongés und verdienen die Impressions plastiques besonder- hervorgehoben zu werden.

Man hat auf dem Gebiete der Stoff-Druckerei außer­ordentliche Fortschritte gemacht und giebt eS Foulards, die

in Glanz und Pracht mit den reichsten Damasten wetteifern. Praktisch und kleidsam sind immer bedruckte Pongés-Fou- lards, die in ungeheurer Auswahl schon in billigen Preis­lagen von 95 CtS. gebracht werden. Auch in Foulards möchten wir auf die Kugel-DessinS Hinweisen. Außerordent- liche Erfolge erzielen auch Kettstich-Geweben wie Louisine rayée broderie, Louisine le rayéancée rc.

In schwarzen Stoffen sind neben Armures-® weben besonders Damaste verlangt und werden darin gemusterte, globe-artige Kugel-DessinS gebracht, die im Kleide originell und hochelegant auSsehen. Zu weißen Brautseiden sind S Nattés brillantes und ähnliche Gewebe, die den Stempel der Neuheit tragen.

Beliebte Farbtöne sind Sandfarben wie Ecru, Lynx und Champagne oder Reseda-Grün, Amande, Sarc^lle. Günstig ist die Heurige Made, weil sie. wie au- den Proben ersicht­lich, welche die Firma gerne jedem kostenloL zustellt, für jeden Geschmack und für jede Börse etwa- bringt.

von

Hus dem Gerkbtsfaal.

Ttrafkammersitzung.

Gießen, den 20. März 1903.

ES wird über die Berufung des Ausläufers Hugo M.

Frankfurt a. M. verhandelt. M. welcher wegen Be-

trug unter Anklage gestellt war, wurde vom Schöffengericht Bad Nauheim freigesprochen. Seinem Antrag, die Kosten seines Anwalts auf die Staatskasse zu übernehmen, wurde, da Angeklagter sehr redegewandt ist und mangels Beweis freigesprochen werden mußte, nicht entsprochen. Die Kammer vertritt dieselbe Ansicht wie das Untergericht und weist die Berufung toftenfädig zurück. — Knecht Friedrich Karl G von Nieder-Florstadt ist geständig seinem Arbeitgeber und einem seiner Mitarbeiter je eine Hose entwendet zu haben. DaS Urteil lautet auf 4 Monate Gefängnis unter Aufrech­nung von 14 Tag^n erlittener Untersuchungshaft. — Friedr. W von Neufang gesteht ebenfalls zu, daß er in Nieder- Florstadt, wo er bettelte, eine Hose im Werte von 3 Mk.

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entwendet hat. Mit Rücksicht auf die Borsträfen taSÄRm J

geklagten, erkennt da- Gericht auf 4 Monate Gefängnis wegen Diebstahls und Bettelns auf 7 Tage Haft. Die Haftstrafe wird durch die erlittene Untersuchungshaft alS verbüßt erachtet Karl B von Ober-Schmllken verfolgt namens seines Sohnes Gustav gegen ein Erkenntnis des Feldgerichts Nidda, das ihn wegen Uebertretung in 2. Mk. Geldstrafe nahm, Berufung DaS Gericht stellt hnite fest, daß erst nach Ablauf von 3 Monaten nach geschehener.^ ' die erste richterliche Handlung vorgenommen wwkdßl die Sache verjährt sei, weshalb von weiterer Bewa-<u2

abgesehen und daS Verfahren eingestellt wird, Die Fi sirafsache gegen Eckhard E. von At-seld wir^b^hiffS wem Beweiserhebungen vertagt. — Zum Schluffe stifth ' rufung de- Fabrikdirektor- Harden von Irei5«6^taff w^

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sich gegen ein ihn wegen Uebertretung zu wy «au ^nu- strafe verurteilende- Erkenntnis richtet, stattgsgehm und An^ geklagter von Strafe freigesp^ochen

Ellterarikhes. Ä«

„M ensch enaffen und Affenmensch«^ läufel"^ der vielversprechende Titel deS 7. Abschnittes bet grätige- - legten Geschichte der Entstehung und Entwickelung deS Men- ^^ schengeschlechteS von Professor Dr. Hermann Klaatsch, die, wie schon öster hier erwähnt, den zweiten Hauvtabschnjtt h der neuen Publikation „Weltall und Menschhè.^rau-ge- /' geben von Hans Kraemer, (Deutsche- VerlagshE Bong ä 4o., Berlin) bildet. Im Zusammenhang mit Heft ’

27 begonnenen Abschnitt „Die niederen Affen uh019re ver­wandtschaftlichen Beziehungen zum Menschen", wird bie geift* volle Erörterung und teilweise schroffe Ablehnung-de^ftüherell Hypvthesen von dem engen Verwandtschaftsverhältnis zwischen Mensch und Affe in allen Kreism mit Genugtuung ausge­nommen werden, die nicht mehr auf dem unhaltb«ren, übri­gen- selbst niemals eingenommenen Standpunkt stchen, daß der Mensch lediglich eine Fortentwickelung und höhere AuS- bildunq der Affen darstelle.

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IB^P wegen Geschäfts-U ebergabe ^dF

von heute ab bis zum /. Mai d. J.

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Dasselbe gilt auch während dieser Zeit für Anfertigung nach Maas.

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