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Nr. 44.

Zweies Matt.

Samstag, den 21. Februar 1903.

12. Iabgauy.

AH,««e«e«t-preks : ta Gieß tu, aL-eh-U monatlich 50 Pfg., in'- HauS gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel- jL-rlich Mt. 1.50.

Gratisbeilage« : Oberhesfische Aawilie»zett««g (täglich) CberNeffH^e Zeitschrift fAr La«dWirtschaft, Obst »»d Garte«ba«, sowie die •Utteet Eeifemblase« (wöchentlich).

DaS Blatt erscheint an alle« Werktagen nachmittag-.

Gießener

SefsrtteeStrei 0t Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi. ganz Oberhessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pg sonst 15 Pfg.,- Reklame« die PetitzeUe 30 resp. 40 Pfg

Postzeitungsliste No. âv.

Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28.

Ser«sprecha«schlRß Nr. MS.

Meuche Machrichlen

(Otegeaer W*gelf<ft) MnaShängige Jageszettung (Oiekener Ieit««g)

für Overhefsm und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalauzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Lokales.

Gedenktafel für den 22. und 2.3. Februar.

2*2. Februar: 1455. Johann Reuchlin *. — 1512 Amerigo Vespucci in Sevi la t. 1732. George Wa shing ton *. — 1788. Arthur Schipcnhaucr in Danzig — 1805. Robert Reinick *. 1817. Ottilie Wildermuth, Jugeildschrifrstcllerin, *. — 1848. Beginn der Februar­revolution in Paris.

23. Februar. 1685. Komponist Händel in Halle

1763. Stanislaus Leszcynski, König von Polen t. — 1834. Der Afrikareisende Rachtigal *. 1855. Der Mathematiker Gauß f. — 1863. Der Maler Franz Stuck *. — 1879. Generalfeldmarschall v. Roon f.

** Lichtschützer in den Eisenbahnwage t 3. Klasse sollen jetzt angebracht werden. Alls Anordnung des Mi­nisters der öffentlichen Arbeiten erhalten die neuen und die bereits in Bestellung gegebenen Personenwagen in den Abteilen dritter Klaffe Wnvbe l ei ul) f :111ß^ mit Duntelstellhähnen und Lichtfchühern alis blauem Woll­stoff. Eine Ausnahme machen die Wagen für den Boi ortverkehr. Auch die vorhandenen vierachsigen Abteil »vagen werden mit Lichtschützern aus Wollstoff aus. gerüstet, soweit dies noch «licht geschehen ist. Endlich sollen auch die Abteile dritter Klaffe der vorhandenen Dreiadrigen Wagen mit Lichtschützern einfachster Aus­führung ausgestattet werden.

** Ein neues Giitcrabscrtigungsver fahren, durch welches eine bedeutende Arbeitsersparnis erzielt wird, st jetzt im kgl. preußischen Eise:«bahn-Direktionsbezirt Stettin in Hebung. Danach geschieht die Abfertigung Der Güter auf Grund einer Eisenbahngntcrkarte, die bei Eilgutsendungen rot umrändert ist. Es werden hierbei besondere Eisenbahnlnarken verwendet im Werte von fünf, zehn, zwanzig und sechzig Pfennig, sowie zwei, fünf und zehn Mark, die sich wie bei der Post sowohl Durch den aufgedruckten Wert als auch durch verschiedene Farben unterscheiden. Tie Güterkarte wird anstatt des bisherigen Frachtbriefes vom Versender ausgefüllt unb ausgeliefert ; bei Frankatur werden am Schalter Marken in dem Werte des Frachtbetrages gekauft und auf die Rückseite der Eisenbayngüterkarte aufgeklebt, während bei Ueberweisung die Marken auf der Empfangsstation in Der durchlöcherten Stelle abgetrennt und nach Einsetzung xr zu zahlenden Summe abgeschickt werden. Gegen Rück- zabe des quittierten Avises wird die Eisenb-ahngüterkarte mit dem zugehörigen Gute ausgeliefert. Bis jetzt »vird Diese# Verfahren erprobt von Stettin nach Berlin, sowie von Greifswald unb Stralsund nach Berlin, Stettiner Lahnhof und nach Stettin. Wie verlautet, bewährt sich oas Verfahren und cs soll zum 1. April d. Js. im gesamten preußischen Staatseisenbahnbercich eingeführt werden.

Vcrmiscbtes.

|::| sPrin; Heinrich von Preußen und der -lmeri- fancr.J Tie Leutseligkeit des Prinzen Heinrich wurde während seines Besuches in Amerika von allen dortigen Blättern, auch denen der deutschfeindlichen „gelben" Presse, rühmend anerkannt. Prinz Heinrich hat aber auch jetzt wieder den Amerikanern einen Beweis geliefert, daß er sich der damals geschlossenen Bekanntschaften noch immer in freundschaftlicher Weise erinnere. Kurz nach seiner Rückkehr aus Berlin erfuhr der Prinz, daß in Kiel ein Newyorker Privatmann Armour sich auf­halte, der auf der Fahrt nach Amerika sein Reisegefährte an Bord des Lloyddampfers „Kronprinz Wilhelm" ge­wesen war, und mit dem er sich öfter unterhalten hatte. Ta sich gestern der Tag der Abfahrt des Prinzen nach Amerika zum ersten Male jährte, sandte dieser dem Amerikaner eine Einladung zum Mittagessen. Nach be­endetem Mahle führte der Prinz seinen Reisegefährten im kaiserlichen Jachtklub ein und stellte ihn den Klub­mitgliedern vor. Prinz Adalbert von Preußen, der Sohn des Kaisers, begleitete den prinzlichen Oheim und den Amerikaner ins Klubgebäude. Herr Armour ist ein New Yorker Millionär, nicht der bekannte amerikanische Groß­industrielle gleichen Namens.

□ fTer Retter seines Kaisers.! In Wien soll ein Ehrengrab für den Wiener Bürger Josef Ettenreich gestiftet werden anläßlich der fünfzigsten Wiederkehr des Tages, an bem dieser den Kaiser Franz Josef aus Mö.derhand er­rettete. Am 18. Februar 1853 promenierte der Monarch auf der Bastei. In der Nähe des Kärtnertores stürzte ein junger Mann auf ihn zu und führte einen wuchtigen Messerstoß gegen den Nacken des Kaisers. Tiefer aber, durch den Schrei einer Frau, die die Waffe blitzen sah, aufmerffam gemacht, wendete den Kopf ein wenig zur Seite, sodaß die Klinge an der Krawattenschnalle ab­prallte. Noch einmal holte der Mörder aus, aber ein herbeigeeilter Mann - Josef Ettenreich - und der A - jutmit des Kaisers, Maximilian Graf O'Donell fielen dem Ruchlosen in den Arm und bändigte«« ihn. Die Wunde war nicht so unbedeutend, als man im ersten Moment annahm. Der Kaiser konnte sich mo' 1 noch u Fuß in das naheliegende Palais Albrecht beg hen, bald aber stellte sich heftiges Wundfieber ein unb der Zustand gab $ii Besorgnissen Anlaß. Man kann sich denken, welche Aufregung in Wien herrschte, als die Nachricht von dem Attentat die Stadt durcheilte. Altes strömte auf bi? Straßen und zur B«irg. Erst am Abend, als ein of zielles Bulletin erschien und meldete, daß keine ernste Gefahr zu fürchten sei, löste sich die feß/eef a't? Spannung und eine spontane allgemeine Jl u Hna ion ga' Kund' von der Anteilnahme und Freude der Veröl erung. Der Ta'ne Ettenreich schwebte auf allen Lippen und sogar sein Bild erschien transparent in einzelnen erleuchteten Fenstern. Ettenreich wurde später in den Adelsstand erhoben.

Mur^co 'allerlei. Bon einer ge nügen.n ppmeagen Uebertragung menschlicher Haut wird aus Reichenbach i. V. gemeldet. Tie 20jährige Anna Spitzner hatte bei einem Brande säubere Brandwunden da von getragen. Brandwunden bedeckten ausgedehnte Stellen des Kör­pers und man gab die Aermste schon auf, als ihre 15jährige Schwester sich entschloß, große Stücke der x?aut aus den Oberschenkel schneiden unb auf die ver­letzten Stellen legen zu lassen. Auf diese Weise hat man )ie ältere Schwester am Leben erhalten, doch ist ihre Retterin jetzt selbst krank.

— Die höchste Redaktion der Welt ist in Amerika, in Newyork, im fünfzehnten bis achtzehnten Stockwerk des Hotels der amerikanischen Zeitung „North American". In den unteren Etagen sind die Typographen Ateliers, während die obersten Stackwerke Direktion, Veirvaltnng und Redaktion beherbergen. So können die Redakteure in ihren mit allen Bequemlichkeiten eingerichteten Bu- ceaus hoch über dem Lärm der Straße ungestört ar­beiten.

Das Beste aus den Witzblättern. Ein Zeitfratz. Flinchen (der soeben vom Vater Sch äge belouttnen): ..Mama, ich finde deinen Ma^iu gräßlich?"

Vom Pferdehandel. „Mit dein Pferd hi tu Sie mich schön angeschmiert! . . . Da^ hinkt ,a auf einem Fuß!" „Wie heißt?! Und de drei gesuno'n Füß' rechnen Se nix?"

Unter Studenten. , Ein leichisinnigerMensch, dieser Spund! Vorgestern ist der „Er'te" g.uvesen, aber wie ich ihn heute hab' anpllmpen wollen, da hat er schon leinen Pfetzinig mehr gehabt!"

— Schöne Aussicht. „Johann ist mein Mann schon von seiner Autourobilfahrt zurück?" „Nein, gnä­dige Frau — aber drei Polizisten haben schon gefragt nach ihm!" (Fl. Bl.)

— S ch u ft e r i n u g e n H u m o r. Meiste«: , Hier, August, scheute ich dir $n deinem Geburtstag einen Taler." - Schnsterlehrling „Meister, ich glaube, Sie bekommen daraufhin eine Nobel-Prämie."

— Seinetwegen. Hausherr: „Unsere Köchin hat wieder eine wirklich vorzügliche Vratengaus eingelauft." — Hausfrau: „Ja, die tauft eben nur „miti ärtaugliche" Gänse ein."

— Rücksichtsvoll. Der alte Gauner i n seinem Sohne): „. . . Unb laß dir nie erwischen, die armen Richter sind ohnehin mit Arbeit mehr a's überbürdet."

— Benützte Gelegenheit. „Bl ächten Sie nicht auch etwas zur Unterhaltung meiner Ki te beitragen, Herr Assessor?" — „O gewiß, Herr Koniive ienraB Ich bin bereit, mich als Verlobten Ihrer jüngsten F äulein Tochter proklamieren zu lassen."

— Kleine Bosheit. Sf()hjiegermut er: „Ich höre, du hättest dir einen Hund au geschaht, mi? ist er denn?" — Schwiegersohn: „Auch sehr scha.f!" (Megg. H. Bl.)

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Verdingung.

Zum 11. März Vf. Js. sollen für die Proviuziai' Gieâren uftalt zu Gleh-n die

Fleisch- uns W <rstwareu sowie die Bietnalics, Backwaren, Milch, Se'fe und Soda pp

für die Zeit vom 1 April 1903 bis 31. März 1904 ; Kartoffeln unb Gemüse für die Zeit vom 1 April bis 10. September 1903 vergeben werden. Die Bedingungen können im Regierungsgebäude Zimmer Nr. 3 gegen eine Schreibgebühr von 1 Mark in Empfang genommen werden, woselbst Offerten mit der Aufschrift: Lieferung an Fleisch- und Wurstwaren — ober Bictuallen,Kartoffeln und Gemüse bezw. Backwaren PP. — für dieProvinzial- Siechenanstalt versehen, bis zum 6. März 1903 einzu - reichen sind.

Der Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberh sscu.

Dr. Breidert.

Schönheitspflege.

Erbitte sofort unter Nachnahme an untenstehende Adrefie 3 Stück Aok-Seife (einfache Packung) und 1 Glas Aok-Kräutertabletten.

Ihre Aok-Douche erhielt ich f. Zt. und finde ich die ganze Methode so vorzüglich, daß ich nicht umhin kau», Ihnen «einen Dank auszusprechen. Achtungsvoll

z. Zt. Bad Enls, 29. Mai 02. (gez.) M. K., Hof-Schcmspielertn.

Fortwährend laufen derartige und meistens noch weit glänzendere Anerkennungen von den ersten Künstlerinnen und vornehmen Damen ' über die Zufriedenheit mit den Erfolgen der Schönheitspflege nach der Aok-Methode ein.

Wem daran gelegen ist, eine verblüffend schnell und einfach wirkende Methode kennen zu lernen, welche daS Gesicht von Unreinig­keiten, Pickeln. Mtesiern, unnatürlicher Röte, Finnen, Sommersprossen, Knötchen in der Haut, Eiterpusteln, Nasenröte, Wimmerln und allen Flecken im Gesicht reinitzt und der Haut eine wunderschöne, liebliche, frische Farbe verleiht, ferner Runzeln beseitigt oder mildert, lasse sich die hochinteressanten Mitteilungen über die Aok-Methode kommen, welche bie Firma Wilh. Anhalt G. m. b. H., Oftseebad Kolberg, an jedermann vollständig gratis und franfo versendet. Für jedes lunae Mädchen, für jede Frau von arößtem Interesse. Niemand scheue bte klein« Mühe, eine Postkatte deshalb zu schreiben. Man lernt soffen fr ei überaus reelle, wertvolle, nützliche Winke, höchst schätzenswerte Auskünfte über Teintpflege und alle Gebiete der Schönheitspflege kennen, daß man für diesen Hinweis dankbar sein wird.

Die Aok-Methode zeigt den Weg zu einer rationellen, wirksamen und dabei unter allen Umständen gesmücheitsdienliche Schönheitspflege, bis außer der eigenartigen Aok« Seife (Krüuter-Sahnen-Seft'e) wenig Hilfsniittel braucht.

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