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5^- ~ 3m Wahlkreise Hagen-Scheckelen werden die Nationalliberalen voraussichtlich gleich beim ersten Wahlgang für den Freisinnigen Eugen Richter stimmen. Das Zentrum hat den Abg. Fu sang el aufgestellt.
~ *** ?CL Bundesrat stimmt in seiner gestrigen j jott^ung dem Ausschußantragc zu der Vorlage betreffend den Gesetzentwurf über weitere Abänderungen des KrankenversicherungSgeseS zu.
** Das häßlichste Wort. Unsere schönen Leserinnen und verehrten Leser wissen, daß wir sie nicht gern mit Wortklaubereien behelligen. Heute müssen wir jedoch mal eine kleine Ausnahme machen. Den Grund hierfür wird Bild vielleicht der eine oder andere Leser innig nachempfinden können. In einem benachbarten Otte war nämlich ein Kaufmann auf die geniale Idee verfallen, allen denjenigen Kunden, die während der MonatS Januar bei ihm Waren kauften, je einen Berechtigungsschein zur Teilnahme an der Lösung einer Preisfrage einzuhändigen. Der Preis bestand in einer Nähmaschine. Die Preisfrage lautete: „Welches ist das häßlichste Wort?" Der Veranstalter dieser Preiskonkurrenz hatte zur Bedingung gemacht, daß die Lösungen nur in gereimter Form gehalten fern dürften. Der tiefempfundene Knittelvers, dem der Preis zuerkannt wurde lautete:
Verwünscht hab ich daS kleine Wort, DaS mich verfolgt an j dem Ort. Zweisilbig saqt'S doch Alles, DaS kleine Wörtchen — DalleS
(C, wie wahr! D. R)
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Hus Hessen und llacdbargebieten.
" Allendorf a. Va^n, 19. Febr. Selbstmord Heute Morgen fand die Frau des Eisenbahnarbeiters K Wagner denselben in der Scheune erhängt. Dec aus dem Leben Geschiedene hat ein Alter von 50 Jahren und ist Vater von mehreren Kindern. DaS Motiv zu dieser That ist zur Zeit unbekannt. Es fällt auf, da der Tote als ein fleißiger und rechtschaffener Mann bekannt war.
V Nieder-Ohmen, 18. Febr Nachdem die hiesigen drei Schulsäle schon seit einer R ihe von Jahren nicht mehr genügen, soll demnächst zu einem entsprechenden SchulhauS Neubqu geschritten werden. Dieser Neubau wird neben den drei Schulsälen auch eine RatSstube enthalten u. s. w. Die Platzfrage ist noch nicht erledigt.
V Friedberg, 18. Febr. Gestern nachmittag 21 /z Uhr wurde unser neuer Bürgermeister Stahl in Anwesenheit deß KreitratS und her Stadtverordneten vereidigt und in sein Amt eingewiesen. — Im benachbarten Ockstadt wurde Montag nachmittag der 23 Jahre alte Ewald in einer Sandtaute, in der er zum erstenmale arbeitete, verschüttet und sofort getötet
*/ Frankfurt a. M., 19. Febr. Eine Versammlung von Grossisten und Fabrikanten der Konfektion-- und verwandter Branchen dahier beschloß, vorerst einmal im Jahre (Endè November) 3 Tage lang EngroS-Verkaus-tage zu veranstalten.
** Das Landeskomitee der hessischen Eentcums- partei hat in einer vorgestern inDarmstadt abgehalicnen Sitzung beschlossen, bei der bevorstehenden Reichs- tagSwahl in allen 9 Wahlkreisen des Großherzogtums eigne Kandidaten aufzustellen. Die Stellungnahme bei den Stichwahlen soll nach dec Hauptwahl vom Landeskomitee bestimmt werden. Zu Mitgliedern des Vorstandes wurden einstimmig Reichstagöabgeord-- neter Dr. Scbmitt, die Landtagsabgeordneten v. Bren- tgno und Molthan sowie Kommerzienrat Haffner wieder- gewählt.
" Erbach i. O., 17. Febr. Hier ist man mit der Gründung einer Genossenschaft zwecks Errichtung von Wohnhäusern für Minderbemittelte beschäftigt Demnächst soll eine größere Versammlung einberufen werden und in der Angelegenheit Beschluß fassen.
%* Maiuz, 10. Febr. Die Stadtverordneten beschlossen in nichtöffentlicher Sitzung die Umwandlung des 4prozentigen städtischen AnlehenS lit. M. in ein 3^2 prozentiges Anlehen mit Wirkung vom 1. Juni ab
D Kassel, 19. Febr. Der Provinziallandtag für Hessen-Nassau beschloß mit großer Mehrheit die Einführung deS obligatorischen Fortbildungsschulunterrichts auf dem Lande. An demselben haben alle aus dec Volksschule entlassenen männlichen Personen unter 18 Jahren teilzunehmen, die keine JnnungS- oder andere Fortbildungs- oder Fachschule besuchen. Die Arbeit- ; geber sind verpflichtet, ihren Arbeitern unter 18 Jahren die erforderlichen Falls von der Behörde festzusetzenden Zeit für den Schulbesuch zu gewähren. Ferner beschloß der Landtag eine baldige gesetzliche Regelung der Fürsorge für Arbeitsuchende, sei es für das ganze Staats-
gebiet, sei et sie einzelne Provinzen, für dringend erforderlich zu erklären. Jedoch sei eine solche nur tm Falle erheb iche finanzielle Veteilupg des StaateS an den Kosten durchführbar.
*** Notellburg a. d. F., 19. Febr. Der Naturmensch Kurzrock auS Altmorschen, ein Konkurrent „gestas-NagelS," ' hat in einer Höhle am Weinberg bei Altmorschen Winter- ' quartier bezogen
.* AuS der Nhöll, 17. Febr. In den letzten Tagen gab eS tüchtige Schneefälle. Auf dem Kreuzberg liegt der Schnee 7 Zentimeter hoch.
Hus dem Gericbisfaal.
Schöffengericht
Gießen, 17. Febr 1903.
Der Dachdeckergeselle Hermann M. aus Gießen hat sich wegen Körperverl'tzang und Sachbeschädigung zu Der* antworten. Das Urteil lautet auf Geldstrasen von 15 Mk. und 10 Mk. ES wird Vorgefühl der Zwang-zögling Ludwig G. von Allendorf a. Lva. Die Anklage legt ibm Sachbeschädigung zur Last, begangen dadurch, daß er in dem Polizeihaftlokal zu Gießen eine blauer durchbrach und entwich. Urteil: 3 Wochen Gefängnis, wobei eine am 10. d. MtS erkannte 2 wöchenll. Gefängnisstrafe eingezogen wurde. — Sodann nehmen auf der Anklagtbank Platz der Geometergehilfe Wilhelm St. sowie der Maurerlehrling Ludwig G. von Stauffenberg. Beide sind vorbestraft und heute wegen Beleidigung angeklogt. Sie hatten einen Mann, dem vor einiger Zeit die Scheuer abgebrannt war, in Beziehung auf diesen Brand beleidigt, ihn von Lollar bis Kirchberg verfolgt, verhöhnt und in Angst getrieben. Der Vertr. der Staatsanwaltschaft beantragt, in Anbetracht der Rohheit der Tat gegen jeden Angeklagten 4 Monate Gefängnis. Da- Gericht erkennt gegen St. 2 Monate und gegen G. 6 Wochen Gefängnis und spricht dem Schmied Schwalb die Befugnis zu, das Urteil auf Kosten der Angeklagten zu veröffentlichen — AuS der Untersuchungshaft wird vorgeführt der Schneider Otto B. von Berlin. Er hat sich wegen Diebstahls und Betteln- zu verantworten und erhält 4 Monate Gefängnis und 2 Wochen Haft. Sodann kommt die Strafsache gegen Freiherrlichen Oberförster Karl N. von Londorf wegen Jagdvergehens zur Verhandlung. Die Urteil-verkündigung wird ausgesetzt. — Den Schluß bildeten Privatklagen wegen Beleidigung.
Kirchliche Nachrichten.
Tvaugrlislht Hemeillde.
In der Stadttirche.
Estomihi. Sonntag, den 22. Februar
Gottesdienst.
Vormittags 9.30 Uhr: Professor D. Drews.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkerche für die Matthäus gemeinde. Pfarrer Scheunemann.
Abend- 7.30 Uhr: Geistliche Musikaufführung des Kirchengesangvereins
Mittwoch den 24. Februar, abends 6 Uhr I.PassionS- andacht. Pfarrer Schlosser.
In der Johanneskirche.
Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler.
Montag, den 23 Febr., abends 8 Uhr Bibelstunde im Kvnsi' mandensaal der Johanneskirche. 1. Iohannesbries, Kap. 5, deS Glaubens Kraft und Frucht.
Pfarrer Dr. Naumann.
Hatholische Gemeinde.
Samstag, den 21. Februar.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur Heil. Beicht.
Sonntag, den 22. Februar. Quinquagesima.
Vormittags von 6.30 Uhr an : Gelegenheit zur hl. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste Heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der Heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe.
„ um 9.30 Uhr: Hochamt mit Verlesung des
FastenbirtenbriefeS.
Nachmittags um 2.30 Uhr: Christenlehre ; daraus Andacht für die Abgestorbenen.
Wethodisirngeme'mde, Asterweg 16.
Sonntag, den 22. Februar, Nachmittags 4.30 Uhr Predigt.
Mittwoch, den 25. Februar, abends 8 Uhr. Bibelstunde.
Hilfsprediger Schneck.
neuem naebriebten.
" Marienburg, 19. Febc. Die Nogat hat heute bei Poyer-Niederkampe den Damm durchbrochen und die umliegende Gegend unter Wasser gesetzt; viele Häuser sind überschwemmt. Bei Marienburg ist die Nogat in Folge deS Dammbruchs etwas gefallen.
Brutkasten der Redaktion.
Es war vorauSzufehen, daß die Redakliou bei „®. A.", sobald man mit gebührender Deutlichkeit sie zur Rede stellen würde, den ungewöhnlichen Mut haben würde, ihren versteckten Angriff einfach abzuleugnen.
! Wozu wären auch solche journalistischen Kniffe da, wenn man nicht auf diese Weise billige Gelegenheit fände, sich als verfolgte Unschuld hinzuftellen und mit der Miene des Biedermanns neue Taktlosigkeiten zu begehen? Der Herr Ehcfredaktcur des „$. A." möge sich einmal der Mühe unterziehen, sich zu erkundigen, ob irgend ein aufmerksamer und kritischer Leser seines Blattes, der die Vorgänge der letzten Monate noch in frischer Erinnerung bewahrt hat, den in Frage stehenden Passus anders ausgefaßt hat als wir. Glaubt er wirklich, daß sich viele Leute finden, die so harmlos und leichtgläubig sind, daß sie unter den „überflüssigen und unnötigen Alarm rufen Unberufener", die im Parlamente und in der Oeffentlichkeit eine Aufregung herbcigcsührt haben, nichts Anderes als gelegent- liche Stammtischgespräche von Bierbankphilistern erblickt haben? Wem will er weiß machen, daß das sogenannte „angesehenste Provinzialblatt" gegen solche harmlose Kannegießeceien mit einem politischen Leitartikel zu Felde ziehen müsse, unb wer glaubt ihm, daß der hessische HerrFinauzminister gegen solche Aeußerungen, die ihm wahrscheinlich niemals zu Ohren gekommen sind, in der Zweiten Kammer hä"'. AMfirctcn müssen? Nachträgliche Ableugnungsversuche o^ $lrt sind ja leider in unserer Presse nichts Seltenes, rmd' dec angegriffene Teil ist ihnen gegenüber stets wehrlos. Den vorliegenden Fall haben wir im Ucbcigen nur um deswillen registriert, weil er einen neuen Beitrag zu einem anscheinend unerschöpflichen, aber höchst charakteristischen Kapitel unserer Preßverhältnisse bildet. In unserer Beurteilung des Falles sind alle Wohlgesinnten einig. Darüber besteht nicht der geringste Zweifel.
Holzverkäufe
und
Hotzversteigerungen.
Oberförsterei Storvdorf. Im Saale der Schnägel- berger'jchen Wirtschaft zu Vadenrod kommen am Mittwoch den 25. und Donerstag tun 26 d. Mts. jedesmal von DoimiitngS 9 Uhr ab, verschiedenes Brenn-, Bau- unb Nutzholz zur Versteigerung. DaS Stammholz ist ohne Rinde gemessen, aber mit Ausnahme des Fichtenstammholzes nicht entrindet. DaS Holz lagert in den Distrikten Lenzenberg, Lenzenrück, EulerSbach, Birkenschlag, Lappenwald, Grohmirsen, Steinrück, Stockstrauch unb Kugelberg der Forstwartei Vadenrod. Nähere Auskunft erteilt der Forftwart Spamer zu Vadenrod.
Rordret. Am Dienstag den 24. und Mittwoch den 25. Febr. von vormitagS 9 Uhr ab in den nahe gelegenen Waldungen. Erster Tag: Nutzholz und Nadel-Brennholz. Zweiter Tag: Alles übrige Brennholz. Zusammenkunft beim Schloß Nordeck. Bei ungünstiger Witterung findet der Verkauf in der Stelzenbach'schen Wirtschaft zu Nordeck statt.
Ober-Ofleiden Die Gemeinde Ober^Osteiden giebt 322 Kiefern-Stämme — 39Ve Fstm. Inhalt, zu Grubenholz geeignet, in Submission ab. Postfreie Angebote sind bis zum 20. d. Mts vormittag« 10 Uhr an die Bürgermeisterei einzureichen
Oberförfterei Lich. Montag, den 23. Febr. Zusammenkunft l/« 10 Uhr am Kolnhäuserkopf. — Dienstag, den 24. Febr. im Distrikt Graudorn.
Oberförster« Homberg. Mittwoch, den 25 Febr von vormittags 9*^ Uhr an aus verschiedenen Distrikten der Forftwartei Homberg. Zusammenkunft im Distrikt Beuerberg auf der Kreuzung des Kohlborn- und deS Nieder-Gemündener WegeS.
Neuhinzuteerende Abonnenten erhalten unsere Zeitung bis Ende dieses Monats gratis.
Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei (gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin .^ lein, Gießen.
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Geschäfts-Eröfsnung.
Mit dem heutigen Tage eröffne in hiesiger Stadl ein (Geschäft unter der Firma
Giessener Dampf-Färberei und chem. Reinigungs-Anstalt
Reinhold Thomas.
Alle nur gütigst übergebenen Auftrage werben mit größter Sorgfalt behandelt und in Kürzester Zeit wie neu chemisch gereinigt oder in allen Farben auf- oder umgefärbt.
Ich bitte die ge hrten Herrschaften von Gießen und Umgegend um gütige Unterstützung meines Unternehmens , r _
Hochachtungsvoll
Reinhold Thomas.
Ann ahme loka le: LLulftratze 5, Löwengaffe 20.
FärbeueiundKontor: Steinftrahe, neben der Restauration „Zum Anker"
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gießen, den 19. Februar 1903
Danksagung.
Aür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, welche uns beim Begräbnis unserer lieben, unvergeßlichen Gattin, Mutter, Großmutter und Schwiegermutter
Frau Dorothea Einhänfer
geb. Todt
in so reichem Maße zu Teil geworden sind, insbesondere dem Herrn Pfarrer Euler für die trostreiche Grabrede, den evangelischen Schwestern für die liebevolle P siege während der Krankheit, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen innigsten Dank