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Nr. 63.

Zweites Blatt

Montag, den 16. März 1903.

12. Jahrgang

^ütt)

Abo»»eme»tSprc1s : in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in'S HauS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vienel- jährlich Mk. 1.60.

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Gießener

JuierltouSprei sr Die einspaltige Petitzeilc für Gießen tob ganz Cbcrbeücn, die Kreise Weklar und Marburg 10 Pfg ^ sonst 15 Pfg - -ickl-me» die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

BofkzeitungSliste No. 3269.

Redaktion unb Expedition: Gießen Neuenweg 88.

HerMsprecha«schI«k Nr. Ä68.

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Deueste WaHriHlen

(Gießener Hngevkatt)

Hlnaböängige Tageszeitung

(Gießener Peilung)

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für Oberhefsen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

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Lenz,

»ttmtifltr, 2”Me 89.

preussischer Landtag.

baue der Abgeordneten.

41. Giy nag. Eigeuer Bericht

— Schuldotation. —

Tic Interpellation öetr anderweitige Regelung der Zuschüsse zu den Volksschulen wurde .von dem Abg.

in Paris, erst OkiilI)arD öffrete ihnt Die Pforten der Großen Eper. Heute ist Reyer Mitglteo des Instituts, Großoffi ;ier der Ehrenlegion n. s. w.

trafen Kanitz begründet, der Die yeungcn l . meinden für überaus drückend erhärt

jten Der Kultus

minister £ t u D t erkennt die Richtigkeit dieser Beschwerde an, glaubt aber, nichts dagegen tun zu können. Frhr. D Zedlitz, der Führer der Freikonservativen, faßt nun­mehr das Ergebnis der Beratung in den Antrag zu jammen, von der Regierung ein Bolksschulgeseh tu ver­langen, das Die Ungleichheiten in den Lehrerbcsoldun gen beseitigt. Ter Antrag wird unverändert ange nommen: dann wurde ein zweiter Antrag Zedlitz eingc- brad)U die Regierung um Vorlegung eines Gesetzent wurss betr. Regelung der Schulpflicht zu ersuchen. Die Beratung kam nicht mehr zu Ende.

^sion und Aussich! ölsniarckstraße 17.

»wie für Nepara- > ein tüchtiger aenschlofier Angebote mit [ ZeugniSab- ^Jnan/p rillen en unter IW b. »L Arsche Mf W\\

Fr. Wi^, »wigsüafie 55,1. :S Mädchen, welche ern hat,zum l.Apii! Zildelmstr. 3, Part.

;terlehrli«g je Bezahlung gesucht

Adol, Noll, er und Dckorateus^ li»g sucht elfer allein, ^ndenvlch __ ehrting gesucht d, Sabnbolllr. 38. [rüber Dr.Ploch'schen el Nordanlage ist styl ^zulnNcrsetzkngcckncl Näheres bei Stadl­er. —.

hof und Gesellschaft.

*** Ter Kaiser fulxr am Freitag morgen nad) dem Grunewald zur Pürsche, nahm im Javd'chloß Gruncwale das Frühstück ein und lehrte zu Pferde nach Berlin zurück. Nachmittags um 4 Uhr wohnte der Monarch einer musi­kalischen Unterhaltung beim Grafen Hochberg bei lind folgte abends einer Einladung des Reichskan lers Grafen Don Bülow zum Tiner.

Wie verlautet, wird Fürst Albert von Monaco mit einer Pacht „Alice" nach Kiel kommen und dort mit )cm Kaiser Zusammentreffen. Ter Kaiser würde wahr- chcinlich eine Einladung nach Monaco annehmen.

Ter deutsche K r o n p r i n z benutzt seinen Aus enthalt in Kairo zu eingehendem Studium Der alten ägyptischen Denkmäler und Kulturstätten. U. a. besucht er die berühmten Tempel in Luxor und Karnak. Tic Besserung im Befinden des Prinzen Eitel Friedrich hält an.

♦** Tie Großhcrzogin-Witlve Ana stasia von Meckle nb u r g - S ch N' e r i ll ist aus Cannes mit einer Hofdame und einem Kammerherrn in Paris eingetroffen. Wie immer, wenn die Großherzogin dort weilt, hält sie strengstens an ihrem Inkognito fest. Sie besucht täglich bekannte Restaurants, insbesondere Henry und Paillard, und geht viel ins Theater. Ihr Besuch von Paris scheint das beste Mittel, die über sie kursierenden Gerüchte zu b:- mentieren.

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Kunst und Ali Nen schaff.

Ä Ter Streitwagen des Pharao. Ter englische Lgypivloge Howard Harter, Inspektor Der oberegyptischen Denkmäler, hat das Grab eines der Pharaonen der 18. Dynastie, Thothmes IV., aufgefunden. Die Mumie dieses Königs befindet sich im Museum Von Kairo, im Grabe 'nies späteren Königs, in welches sie später die Priester gebracht hatten. Tas Grab besteht aus einer Gallcrie, .in deren unterstem Ende ein prachtvoller Granitsarko- phag zu sehen ist. In diesem sind Stellen aus dem - Bilche Dev Toten" eingegraben. An jeder Seite bei Batterie befinden sich kleinere Kammern, deren Boden mit einbalsamierten Lendenstücken von Rindern unb Scha fen, die man dem König als Epfer dargebrachr hatte bedeckt ist. Ueberdies war der Boden mit Vasen, Tischen, Kurfspießeil, Lebenssymbolen und anderen Gegenständen bedeckt, die schon in alter Zeit zerbrochen worden sind. Der wertvollste Fund aber ist der Streitwagen des Kö­nigs, in welchem er sich nach Theben zu begeben pflegte. Es ist zwar nur der Körper des Wagens erhalten, aber dieser ist vollkommen unversehrt. Tas Holzgestell ist mit Papiermache aus Papyrus beb cdt und dieses wie­der mit Bildern, welche Szenen aus Schlachten dar- stellen, die Pharao in Syrien geschlagen hat Tie Fi

Hus dem Gcrichtsfaal.

§ Ein Pfarrer als Giftmischer. Vor Dem Klagen- furter Schwurgericht hat fiat der Kaplan Thomas Masck wegen versuchten Giftmardes gegen feinen Amtsbruder, acn Kaplan Strnod, zu verantworten. Masck soll dem Strnod Gift in den Wein geschüttet haben, den dieser beim Meßopfer trinken mußte. Strnod brach am Altar nach dem Genuß des Weines bewußtlos zusammen und war lange )d)iuer traut. Rach der Anklage kann nur Masck Der Täter gewesen sein, da er allein ins Allerbeiligste g? langen konnte.

§ Tas Urteil tut Prozeß Exner, das in später Rächt- stunde gefüllt wurde, lautete auf 2i/2 Jahr Gefängnis und 20000 Mark Geldstrafe, eventl. noch ein Jahr Gesang ins, unter Anrechnung von 15 Monaten Untersuchungs Haft, wegen Verschleierung und versuchten Betruges. Da gegen wurde Exner von Der Anklage des betrügerischen Bankerotts freigesprochen. Tic Kosten des Verfahrens we gen betrügerischen Banker tts und die Hälfte der Kosten des Revisionsverfahrens werden der Staatskasse, die an deren Kosten dem Angeklagten auferlegt.

5 Der Mörder von der „Loreley" wird nun doch, ent* gegen dem anfänglichen Beschluß des Gerichtshofes, zur Beobachtting seines Geisteszustandes einer Irrenanstalt übermiefen werden. Das (bricht beschloß nachträglich, ei nem erneuten Anträge der Verteidigung stattzugeben und außerdeni den prafhfd^n Arzt Dr. Schmitz aus Wein­garten als Zeugen zu vernehmen.

§ Zum Tode verurteilter Gattcnmördcr. Der des Mordes an seiner Frau angeklagte Fabrikarbeiter Paul Lippke zu Berlin wurde von den Geschworenen zum Tode verurteilt. Ter Angeklagte nahm das Urteil mit großer Ruhe entgegen. Seine hochbetagte Mutter, Die ihu nad) eiugeholter Geueymigung des Präsideuten uoch ein* mal zu sprechen wünschte, ivehrte er mit einer Hand­bewegung ab.

§ Im Prozeß Exner wies der Verteidiger Darauf hin, daß Exner die Vertuschung mit der Trebergesell- schaft als ein glänzendes Geschäft für die Leipziger Bank ansehcn mußte. Der Aufsichtsrat habe dann ja auch alle Geschäfte mit der Trebergesellschaft gutgehcißen. Gleich­wohl sei keines seiner Mitglieder wegen betrügerischen Bankerotts angeklagt worden. Es würde eine Uugerech tigkeit sein, alle Schuld auf Exner allein zu mälzen, ihn zum Sündenbock zn machen und bem ZnchtHanse zu überliefern.

8 Die Bestie im Menschen. Das 18 jährige Dienst­mädchen Berta Mudjta zu Brünn, das angeklagt war, das 6jährige Töchterchen ihrer Dienstherrschaft erwürgt und an deren siebenjährigem Knaben einen Mordversuch begangen zu habe«, wurde nach zweitägiger Verha^id hing freigefprodjen. Tie Geschworeue« bejahte« einstim mig alle S<huldfragen, aber auch die Zusatzfrageu auf Sinnesverwirrung. Die Freigesprochene blieb, als ihr der Vorsitzende ihre Freilassung verkündete, vollständig apa thisch. Sie sollte sofort entlassen werden, da sie aber ob dachlvs ist, bat der Verteidiger, sie noch eine Nacht im Ge fängnissc zu behalten. Das Mädchen nickte mit bem Kopse und wurde abgeführl. — Es ist nicht zu verstehen, wie ein solches gemeingefährliches Geschöpf ohne jede Vor- sichtsnraßregel« wieder auf die Menschheit losgelassen wer den konnte.

guren sind mit größter Kunst ausgearbeitet, jede tail auf das feinste herausgebracht.

Notizen. Tie Haut und das Gerippe eines

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jenes von Harry Johnston in den Wäldern des Kongo staates entdeckten „neuen" Säugetieres, das in der letzten Zeit wiederholt beschrieben worden ist, hat der Hönig von Italien bem Zoologischen Museum der Universität Rom geschenkt. Rach einer Angabe soll der König die bei den Raritäten, für welche das British Museum 80 00« Mark geboten habe, für schlueres Geld in Brüssel erworben haben, nach einer anderen Quelle aber sollen sic ihm vom Könige der Belgier geschenkt ivorden sein.

— Eine starke Geduldpr.-be hat die Oper Sigurd deS französischen Komponisten Ernst Neuer bestehen müssen. Vor 21 Jahren vollendet wurde das Werk von allen Direktoren, die seit 20 Jahren die Pariser Große Oper Leiteten, abaelehnt. Erst jetzt hielt Sigurd seinen Einzug

J^ab und fern.

) Gcwerbcatademitcr als Duellanten. Acht Schüler bei Friedberger Gewerbeakademie wurden wegen Schläger­und Säbelmensuren zu Feftuugsstrafeu verurteilt. Ter Vorsitzende sprach den jungen Seuteu, die, wie der Name acr Anstalt, Die sie besuchen, sagt, sich zu allerhand bürgerlichen (bewerben ausbilden sollen, seine Mißbil­ligung aus, daß sie sich beifommen lassen, studcutische Sitten nachahme« zu wollen. In Karlsruhe hat der Senat der technischen Hochschule infolge der beiden letzte« unglücklichen Pistolendnelle, denen zwei Hochschüler zum Epfer fielen, beschlossen, künftig jeden Studenten für immer von Der Hochschule zu verweisen, der sich an Der Vorbereitung oder dem Austrag eines Pistoten- ouells beteiligt.

[2 Giro» geht nicht ins .Kloster — so erklärte er selbst einem Jnterwiewer in Brüssel. Tann muß cs wohl wahr fein und außerdem hat es ja auch niemanb glauben wollen. Er hält noch immer an Der Hoffnung fest, mit der Prin Zessin Luise vereint in Amerika sein Glück zu suchen und märtet angeblich zur Ausführung dieses Planes nur Deren Niederkunft ab. Tic Prinzessin scheint einerseits nach einem Brief, den sie an eine Tam. des österreichischen Hochadels gefebrieben hat, sich nur nach Ruhe zu sehnen und sich in her Wiedervereinigung mit ihrer Mutter unb in der

Hoffnung auf Wiedersehen mit ihren Kindern recht glück ich zu fühlen. Sie ivirb aber, wie schon berichtet, and rer cits von ihrein Bruder Leopold Wölfling nach der von ^iron angestrebten Seite hin beeinflußt. Wer weiß also, wozu sie sich entschließen wird?

) Tic Schwester des Mbcbivc. Ter ägyptische Prin' Djemil Tussun fen bet an Die Wiener Zeitungen eine Be richtigilng, worin geleugnet wird, daß seine frühere Ge inahlin, die Prinzessin deutet Hanem, Aegypten verlassen habe, um eine neue Ehe cinzugehen. Wahr sei nur, Dar der Prinz und Die Prinzessin sich im gegenseitigen Einver stündnis haben scheiden lassen. Tie Prinzessin befinde sich in ihrem Palais in Kair -. Trotzdem erhält sich in Wien in vollem Umfange das Gerücht, daß Die Prinzessin in kognito dort weile und sich mit einem österreichischen Grafen verheiraten wolle.

- - Tic .Mugcl im lebenden Herzen. Aus Der chiru 'Uinik in Leipzig wird über einen saunt glaublichen voll berichtet von einem jungen Mann, Der sich ins öerz mit einem Revolver einen Schuß beigebracht hatte. Nachdem anfangs sehr schwere Erscheinungen ausgetreten, iber kein Bluterguß in den Herzbeutel ober Bru st raum lachweisbar gewesen, erholte sich der Patient nach zwölf Stunden und blieb drei Wochen wohl Dann trat plötz ich unregelmäßiger Puls auf; Die Röntgen Untersuchung •rgab, daß die Kugel bei den Herzkontraktionen offenbar rei wie ein Ball heruingeschleudert wurde Nach sechs Monaten schwanden die Beschwerden, der Puls besserte 'ich, es waren nur noch ganz geringe, Der Bewegung )es Herzmuskels entsprechende Beivegungen der Ku et mit Röutgeustrahltu zu sehen, so daß man annehmen durfte, )aß die Kugel jetzt eingeheilt unb die Gefahr vorüber ist.

•; Ter Herzog als Mechaniker. Um nicht mehr ganz von seinem „Chauffeur" abhängig zu fein, beschloß der betrog von Manchester, der schon vor fünf oder sechs Fahren von sich reden machte, als er plötzlich unter Die Theaterdircktoreu ging, Die technische Konstruktion des Automobils an Der Quelle zu studier m. Angetan mit einem blauen Arbeiterkittel, suchte er vor einigen Wochen in ?iner bekannten französischen Automobil fabrik Arbeit als Mechaniker unb wurde mit einem Stundenlohn von 70 Centimes an gestellt. Balo daraus besuchte aber ein eng­lischer Lord die Fabrik unb erkannte zu seiner Ueber- caschung in dem schlichten Arbeiter sofort den Herzog. Ter letztere konnte nun natürlich nicht länger bleiben swarum nicht?), aber er hatte in vier Wochen genug ge lernt, um sich in Automobilangelegenheiten nicht mehr von schlauen „Chauffeurs" ober Mechanikern ein X für rin 11 vormachen zu lassen.

Die Uebcrfüttung des ärztlichen Berufs.

)—( Im Gegensatz zu den Philologen und protestan­tischen (^eiftlid)en, deren Zahl beständig abnimmt, finbet ein stetig steigender Andrang zu dem medizinischen Stu­dium statt, sodaß man mit Fug und Recht von einer UeberfüHiing des ärztlichen Berufes sprechen kann. Tie Zahl der Aerzte in Preußen verboppette sich seit dem ^ahre 1876 und betrug im Jahre 1902 29 133 (3,4 Pro­zent mehr als 1901). Inc Teutschen Reich kam 1 Arzt auf 2000 Einwohner, in einzelnen größeren Städten 1 Arzt sogar auf nur 621 Einwohner, und auch auf dem Lande ioar alles reichlich mit Aerzten versorgt. Am auffälligsten gibt sich die Zunahme in den großen Städten kund, ein Gang durch die Straßen Berlins und ein Blick aus die zahlreich angebrachte« Schilder lehrt deutlich genug, wie enorm sich die praktizicreuden Jünger Aestulaps vermehrt haben. Selbst bis in die entlegensten Str asten der Vorstädte entsandte die Aerzteflut ihre Ausläufer. Was diese Ueberflutung des Heilberufs hervorgebracht hat, kaun nicht zweifelhaft sein. Neben den Ehren und Erfolgen, die dem ernsten, wissenschaftlichen Streben auf dem sich immer weiter ausdehnenden Fetd-e der oeillunde wirken, ist es die Aussicht, verhältnismäßig 'chuell zu einer Unabhängigen und angesehenen Stel­ling im bürgerlichen Leben zu gelangen, sind es jeben* alls auch die glänzenen Einnahmen eines gewissen Pro­zentsatzes der Aerzte, welche mächtig loden. Tie Ent- ämdjung bleibt dann meist nicht aus. Ter übermäßige Zudrang zu dem ärztlichen Berufe bat naturgemäß eine 'tarke Hcrabdrückuug des Einkommens für einen großen Teil seiner Angehörigen zur Folge gehabt. Zahlreiche heilkunstbeflissene, zumal in den großen Städten, füh- :en seit Jahr und Tag einen schwere« Kampf ums Ta* ein und manch verschwiegen Kämmerlein sieht das stille ?eib eines strebsamen, aber Patienten suchenden jungen Mediziners. Ter ungeheure Wettbewerb im Aerzte beruf hat aber auch eine gewaltige Ausbreitung des Spezialistentums bewirkt. In Berlin war 1902 jeder vierte Arzt Spe­zialist, in den übrigen Städten jeder dritte, unb es gibt 'aum drei Städte über 26 000 Einwohner, in Denen nicht venigstens Augen- oder Lhrcnärzte Praxis betreiben. Tie Zahl der Zahnärzte hat sich seit 1870 vervierfacht; sie betrug im Jahre 1902 1800. Ob der relativ geringe Aufwand an Zeit und Geld, den das Studium der . Zahnheillundc erheischt, diese kolossale Zunahme herb.ü- zesührt hat, oder ob die Ausübung der zahnäztlichen Praxis besonders einträglich ist, wir wissen es nicht.