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leugnet lebhaft, auf die Initialen der Brüder Crawford lau­tende Postlagernde Briefe abgeholt zu haben. Doch erkennen ihn drei Postbeamte wieder. Hierauf werden wieder einige Geldgeber vernommen, die den Humberts gegen Wucher- zinsen Millionen liehen. Einer von ihnen sagte unter großer Heiterkeit, daß er noch immer Vertrauen zu den Humberts habe.

Moderne Indianer«

Sie stirbt immer weiter aus, die alte Jndianerromantik, die je nach Einband, Druck und Bilderausstattung und dew Stande der väterlichen Kasse in Zweigroschenheften oder Fünfmark-Prachtausgaben das Entzücken unserer Kuabenwel! bildet. Jndianerterritorien gibt es wohl in ziemlicher Aus­dehnung, meilenweit kann man das Gebiet der Chero- kesen, der Creeks u. s. w. durchqueren, nach Indianern, wie sie in unserer Phantasie leben, wird man sich vergebens umsehen, geradeso wie nach den wogenden Prairien, auj denen sie einst den zottigen Büffel jagten. Statt der welli­gen Grasflächen wiegen sich im Winde Weizen-, Mais- und Baumwollenfelder, man sieht fruchtprangende Obstgärten und Weinberge, unabsehbare Prairien mit weidenden Pferde-, Vieh- und Schafherden, herrliche Laub- und Nadelwälder, Oel- und Gasbrunnen, Kohlen- und Asphaltgruben, blü­hende Städte und Städtchen und Fabriken. Und die In­dianer? Hören wir die launige Schilderung eines amerb kanischen Journalisten, der vor kurzem sich längere Zeit in Jndianerterritorium aufhielt und dies im bequemen Wagen durchstreifte.

Holla, Kutscher! Wir sind doch im Jndianerterrito­rium?"Nes, Sir!"Wo sind denn die Indianer?" Ich bin einer!"Aber Sie sind ja so weiß wie ich!" Gewiß, Sir! Und doch war mein Urgroßvater mütter­licherseits ein Vollblut-Cherokese!"Und Sie lesen, schrei­ben, rechnen?"Cum laude, Sir! Studierte auf unse­rem Seminar bei Talequah!"Sind Sie auch ein Christ?" Selbstredend, Sir!"Auch Eigentümer?"Habe meinAllotment" an ein Bleichgesicht (ha, ha, ha!) ver­pachtet!"Und Sie waschen sich, kleiden sich, rasieren und frisieren sich?"Das letztere besorgt mein Barbier, Sir!"Sind wohl auch verheiratet?"Ahem!! Noch nicht ganz, Sir! Meine zukünftige Squaw (ha ha. ha!) studiert in Philadelphia."Sie Schalk, Sie."Ha, ha, ha, ha!"Lachen Sie nicht! Sie sind vielleicht eine Ausnahme von der Regel, aber"No, Sir! Unsere Ausnahmen sind die sogenanntenHill Billies", die weni­gen, konservativen eigentlichen Rothäute. Diese wohnen ver­einzelt in den abgelegenenBarranras" (Schluchten) der Berge und saulenzen bei ihren Schweinen. Aber auch ihre Nachkommen zivilisieren sich und kehren nicht mehr in die Berge zurück. Im öffentlichen Verkehr im Territorium wer­den Sie kaum einen einzigenwilden Krieger" mehr am treffen! Sie werden alle Farbenschattierungen unter uns finden, von kupferrot bis weiß, aber wilde Indianer gehören der Vergangenheit an!"

Indianische Namen kommen nur noch vereinzelt vor. Die am meisten gebildete und modernisierte Nation ist der Cherokesen. Das Schulwesen steht fast auf gleicher Stufe mit dem der Union. Der Mehrzahl nach sind die In­dianer Landwirte und Viehzüchter, in den Städten aber auch Handwerker aller Professionen. Geistige Getränke dür­fen im Territorium weder fabriziert noch in besonderen Trinkhallen verkauft werden. Wer seine Kehle anfeit^ will, der muß Wasser trinken oder sich in der Apotheke für teures Geld ein wenigMedizin" verschaffen. Die persön­liche Sicherheit der Fremden wie des Einwohners ist nicht gefährdeter als anderswo in der Union. Die meisten Des­perados gehören zu den eingewanderten Weißen. Das Fa milienleben der Indianer ist ein völlig zivilisiertes. Die Block­häuser sind im Innern mit allen Bequemlichkeiten der Neu­zeit ausgestattet und können das auch sein, denn die meisten Indianer sind wohlhabende Leute. Die Erziehung der Kin­der ist völlig modern, mit allen Vorzügen und Fehlern einer modernen Erziehung. Putzsucht und Verschwendung sind, wo sie sich eingenistet haben, geradezu augenfällig. Die modernenSquaws" tragen die feinsten Toiletten mit Schick und vollendeter Grazie. Ueberhaupt diese modernen In­dianerinnen! Man hat keine Ahnung davon, wozu sich diese Enkelinnen derroten Teufel" herausgemustert haben! Klavier-, Mandolinenspielen, singen, Verse machen, Romane lesen, Romane schreiben (!), malen und zeichnen, Golf und Polo spielen, tanzen und flirten, ganz wie die Kaukasierin- nen. Und trotz aller übertriebenen Verfeinerung sollen diese modernenSquaws" sehr tüchtige Hausfrauen sein.

Nab und fern.

EJ Der Bruder des verstorbenen Burenobersten Schiel, der ^^bn^irektor Max Schiel, der sich zur Zeit in Salzburg aufhalt, mußte der Beisetzung seines Bruders in Reichen- yall aus einem zwingenden Grunde fernbleiben. Er hat sich durch unerlaubte Auswanderung der Wehrpflicht in Preußen entzogen und darf seitdem Deutschland nicht be­treten. Max Schiel richtete nun von Salzburg aus an das preußische Kriegsministerium die telegraphische Bitte, ihm zu den Bersetzungsfeierlichkeiten für einige Stunden das Be­treten deutschen Bodens zu gestatten. Da bis zu der Bei­setzung eine Antwort hierauf nicht erfolgte, so mußte er der Trauerfeier wohl oder übel fernbleiben.

Eisenbahnttnfälle. Auf dem Bahnhöfe in Leinhausen ^6leiste ein Güterzug, der auf ein totes Geleise fuhr. Die âichrne fuhr gegen den Prellbock und wühlte sich tief in ein. Die sechs nächstfolgenden Wagen wurden x Breniser ist ums Leben gekommen; auch Würben getötet. Ein Personenzug der öfter reichischen Nordbahn fuhr bei Napagedl auf einen Güterzug + r âisende wurden leicht verletzt, mehrere Wagen entgleisten.

cf Bienen auf der Diebesjagd. Unangenehme Erfahrun­gen mußten Einbrecher machen die nächtlicherweile in der ^evon Charlottenburg erfolgreiche Geflügeldiebstähle ausgefuhrt hatten und schließlich auf den Gedanken kamen m einem Garten Bienenstände auszurauben. Die Bienen sielen über die nächtlichen Störenfriede her und sie zur Flucht. Diese erfolgte so eilig, daß die Spitzbuben mußten*"^" ^1 öes gestohlenen Geflügels im Stich lassen

^ ®ra«fn»«e Strafen in amerikanischen Gefängnissen.

-.^o^^^kanischen Union herrscht große Erregung, weil

Hangars des Staates Georgia ein junges weißes Mädchen, Manne de Crist, dreißig Peitschenhiebe erhalten

hat, nur weil sie der Frau des Gefängniswärter heftig geantwortet hat. Bei dieser Gelegenheit wurde offiziell kon­statiert, daß im ganzen Süden der Union die Gefangenen roh und grausam bestraft zu werden pflegen. Der Direktor des Gefängnisses, in dem sich Mamie de Crist befindet, hat sofort seinen Posten niedergelegt und ist geflüchtet, da. er fürchtete, gelyncht zu werden. Petitionen an den Präsi­denten sind allenthalben ergangen, Maßregeln zur Vermei­dung solcher Grausamkeiten zu treffen.

A Der furchtbare Orkan in Westindien, über dessen ver­heerende Wirkungen auf Martinique schon berichtet wurde, bat auch auf Jamaica grossen Schaden angerichtet. Die Bananenernte ist so gut wie vernichtet. Meilenweit sind die Pflanzungen zerstört und Millionen Dollars von Wert ver­nichtet.

4« Trauerfeier für die Opfer der Pariser Stadtbahn- katastrophe. Auf Kosten der Stadt Paris wurden die 25 Opfer des furchtbarer: Unglücks auf der Untergrundbahn­station Menilmcmtant, die nicht von ihren Familien rekla­miert worden waren, feierlich zu Grabe geleitet. In dem Hofe der Kaserne de la Cite fand eine große Trauerveran- staltung statt, bei der Ministerpräsident Combes eine Rede hielt. Der Verwaltungsrat der Stadtbahn hat 10 000 Francs für die bedürftigsten unter den durch das Unglück betroffenen Familien ausgeworfen. Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten hat aus Anlaß des Un- flücks auf der Pariser Stadtbahn eine sofortige genaue Un­tersuchung der Einrichtungen der Berliner Hoch- und Unter- zrundbahn daraufhin angeordnet, ob und welche Maßregeln erforderlich erscheinen, um Unfällen solcher Art vorzubeugen.

Bunte Chronik. Im Konzerthaus zu Hamburg finde! mm 15.17. August die Generalversammlung des Ver­bandes deutscher Kriegsveteranen statt.

In das Schweidnitzer Gefängnis wurde der Rechts mwalt Jahr .ms Zobten eingeliefert, der der Unterschlagung )on 20 000 Mk. amtlicher Gelder beschuldigt wird.

Der Verband deutscher evangelischer Pfarrervereine -alt vom 18. bis 20. August in Koburg seine diesjährige !lbgeordnetenversammlung ab, zu welcher zirka 200 Dele- fierte erwartet werden.

Der Dampfer des Oesterreichischen LloydPoseidon" ist beim Kap Karmel an der syrischen Küste untergegangen. Passagiere unb Besatzung wurden gerettet.

Vermischtes.

^ ^Kurpfuscherei und Reuteneutziehung.^ Auf ganz eigen­artige Weise hat sich ein Fabrikarbeiter um seine Inva­lidenrente gebracht, die ihm wegen eines schweren Magen- leidens zuerkannt worden war. Da ihm ärztliche Behand­lung keine Linderung verschaffen konnte, wandte er sich an einenWunderdoktor", der indessen auch nichts ausrichtete. Trotzdem unterschrieb er diesem, da ihm die fturfoften zum Teil erlassen ivorben waren, ein Reklameattest, worin er zugab,daß er nach kaum achttägiger Behandlung wieder völlig hergestellt worden sei". Diese unüberlegte Gefälligkeit kam zur Kenntnis der zuständigen Versicherungsanstalt und diese verfügte daraufhin kurzer Hand, daß die Invaliden­rente in Zukunft in Fortfall zu kommen habe, da der Empfänger ja nach eigener öffentlicher Bekundung jetzt wie­der völlig gesund sei.

o% tDrollige Ehrenerklärung.! In einem Berliner Blatt stand dieser Tage folgendeEhrenerklärung", mit der sich die junge Dame, der sie gilt, wohl kaum zufrieden gefühlt haben wird. Sie lautete:Nehme hiermit die Beleidigung gegen Fräulein K. .., Elisabethkirchstraße, zurück, erkläre sie für ein anständiges Fräulein. Bedaurediese Worte sehr. C. D."

0 l Lakonische Kritik.! In Würzburg bildet das Tages­gespräch ein lustiger Streich, den man sich mit dem hoch, nohlweisen Magistrat erlaubt hat. Seit drei Jahren wirk )ort schon an einer Kanalisationsaulage gebaut, die schor )ft den Unmut und den Spott der Bürgerschaft herausge 'ordert hat, denn das ungenügenbe Funktionieren der An­lage steht im umgekehrten Verhältnis zu den genügend hohen Kosten, die sie schon verursacht hat. Dieser Unmut hat ich nun sehr Verblümt geäußert. An der Arbeitsstelle steht sine Tafel mit der Aufschrift:

Gesperrt

Der Magi st rat.

Ein llnzufriedener machte durch Zettel mit der gleichen Schrift Zusätze, so daß nun die Aufschrift der Tafel lautete:

Ein-

Gesperrt gehört Der Magistrat.

* l Ganz seine Meinung.! Die Gattin des bisherigen ungarischen Ministerpräsidenten Graf Khuen-Hedervary mußte trotz ihres Bittens auf Wunsch ihres Mannes von der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses, in der das gesamte Kabinett feine Entlassung gab, fernbleiben. Graf Khuen mußte ihr jedoch zusagen, daß er sie sofort, nachdem der Akt der Anmeldung der erfolgten Demission sich vollzogen hat, hiervon auf telephonischem Wege verständigen werde. Dies geschah denn auch, und als die Gräfin die Nachricht ent gegengenommen hatte, rief sie freudig bewegt aus:Gott sei dank, daß nun auch dies zu Ende ist!" Als man dem Ministerpräsidenten die Antwort seiner Gemahlin repro­duzierte, nahm er sie mit vergnügtem Lächeln entgegen und sagte leise:Ganz meine Meinung."

=4= kGletscher-Ncgcr.! Vor einigen Tagen war eine Dame mit einer größeren Gesellschaft auf einer Gletscher­partie im Wallis begriffen, als sie plötzlich merkwürdige Ge­stalten auf sich zukommen sah. Sie waren wie Touristen gekleidet, aber sie hatten kohlrabenschnrarze Gesichter. Neger auf einem Gletscher? fragten sich alle erstaunt. Die Sache klärte sich am Abend im Hotel auf. Dort konnte man die Neger" wiederftnden, wie sie eifrig bemüht waren, sich wieder in Europäer umzuwandeln. Sie wuschen und rieben auf ihren schwarzen Gesichern herum, und mit großer Mühe gelang es ihnen, die schwarze Kruste zu entfernen. Es waren Pariser Touristen, die sich die Gesichter mit Ruß beschmiert hatten, da es das beste Mittel sei, die Haut vor den Sonnen­strahlen zu schützen. Hoffentlich findet das Beispiel Nach­ahmung, schon um der wunderbaren Farbenwirkung willen, die die Neger in der Schneeregion hervorbringen.

Heiteres. Vorsichtig. Tapezierer (zu seinem Lehr­buben) :Du, Franzl, paß guat auf, daß nirgends das See- gras bei dem neuen Sofa herausschaut. Dös gehört nämlich in a vegetarisches Speisehaus."

Iaso!Du hast Deine Verlobung mit dem Assessor von Kracht aufgehoben, liebe Elsa?"Jawohl zum Ehemann mag er wohl taugen, aber zum Bräutigam taugt er nicht ..."

Auch etwas. Junger Ehemann:Karmst Du denn mein Leibgericht noch immer nicht zubereiten, Maus?" Frau:Nein, das hat mich die Köchin noch nicht gelehrt aber dasjenige ihres Soldaten kann ich bereits kochen!"

Ihre Auffassung. Minna:Nun, wie geht es Dir in Deinem neuen Posten, wie ist Deine Herrschaft?" Gusti:Ach, das ist eine knauserige Bagage! Im Winter gehen sie nach Italien, um Kohlen zu sparen, und im Som­mer ans Meer, damit sie das Baden nichts kostet."

Derhohle K lang.Denke Dir das Pech, gestern abend war ich doch zu meinen zukünftigen Schwiegereltern geladen; beim Eintritt in den Salon kommt mir der Diener entgegen, und ich stoße mit dem Kopfe vor dessen hochge- haltenes Präsentierbrett."Na, hoffentlich hat es weiter keiner gehört!?" (Megg. H. Bl.)

Richtige Wahl. Zwei Mädchen liebten einen Mann und wünschten ihn zu heiraten. Beide gefielen ihm. Er bestellte sie zu einem Rendezvous an verschiedenen Orten der Stadt, hielt aber dasselbe nicht ein. Am nächsten Tage fragte er das eine Mädchen:Was dachtest Du Dir, als ich nichi kam?"Daß Du mir untreu geworden bist", er­widerte sie. Dieselbe Frage stellte er dann dem andern Mädchen.Ich war besorgt, Du könntest unter einen Wagen geraten oder plötzlich erkrankt sein", antwortete sie. Diese heiratete er.

Aus demAufsatz einer h ö h e r e n T o ch t e r. Die gehetzte Gemse sprang von Klippe zu Klippe. Endlich konnte sie nicht mehr weiter. Vor ihr gähnte der Abgrund und hinter ihr der Verfolger." (Jugend.)

Kunst und Wissensebafr.

FC Seltene Bücher. Eine der kostbarsten Büchersamm- langen, die Natsschulbibliothek in Zwickau, ist jetzt fertig geordnet; sie enthält mehr als 20 000 Bände, darunter bie seltensten Bücher, z. B. eine Bibel vom Jahre 1490, ein 1480 zu Bamberg erschienenes Rechenbuch, handschriftliche und gedruckte Musikalien aus der Reformationszeit, ein Exemplar der beiden ältesten Ausgaben protestantischer Ge­sangbücher, Schriftsttnke von Luther, Melanchthon und meh­reren Reformatoren, mehrere Bände mit handschriftlichen Dichtungen von Hans Sachs. Der Begründer dieser Bi­bliothek war der Stadtschreiber Stephan Roth, ein Freund Luthers, der im Jahre 1546 seine Sammlung von 6000 Büchern und Manuskripten der Stadt vermachte.

RL. Ein Wrkingerschiff ist bei Tönsberg in NoNvegen teilweise ausgegraben worden. Es ist ebenso groß und alt wie das weltberühmte Gokstadschiff, das von der Uni­versität Christiania aufbewahrt wird. Da die Jahreszeit jetzt ungünstig ist, wurde die Ausgrabung des Schiffes einst- weilen eingestellt; sie soll im Frühling wieder ausgenom­men werden. Das schon ausgegrabene Achterteil des Schiffes wird wieder sorgfältig zugedeckt werden.

SM. Ans der Suche nach Nordenskiöld. Die Abfahrt der französischen Südpolexpedition unter Leitung von Dr. Char­cot wird übermorgen von Havre aus stattfinden. Die Expe­dition hat zunächst die Aufgabe, die schwedische Südpolexpe­dition unter Nordenskiöld anfzusuchen, die, wie man an nimmt, in den Gewässern des.Grahamlandes fc'stgehalten wird. Der Weg dorthin wird über drei Stationen gehen: Madeira, Buenos-Ayres und Punta-Arenas. Im letzten Hafen sollen Kohlen und ein zerlegbares HauS für die lleberwinterung an Bord genommen werden. Wenn Norden­skiöld gefunden werden sollte, wird die Fahrt in das Eismeer angetreteiu

LG, Jules Verne erblindet. Aus Annens wird berichtet, daß Jules Verne, der Verfasser so vieler phantastischer Ro­mane und Novellen, fast vollständig erblindet ist. ' Er soll sich einer Staroperation unterziehen, aber er will davon nichts hören.Mit 75 Jahren", sagt er, ^unterzieht man sich einer so schweren Operation nicht ohne Gefahr für das Leben." Trotz seines Leidens hat der Dichter den Mut nicht verloren; ein Beweis dafür ist, daß er gegenwärtig an seinem hundertsten Roman arbeitet.

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Lokales.

Gießen, 14. August

* Der Großherzog gedenkt sich am Freitag vormittag zur Eröffnung der gelegentlich des 21. Deutschen Weinbau« kongresseS veranstalteten Ausstellung nach Main^ zu begeben.

* * Der Großherzog hat am 12. August d. I dem Pfarrer Karl Scheunemann zu Gießen die zweite evangelische Pfarrstelle zu Babenhausen, Dekanat Groß-Umstadt, übertragen.

+ 5Die zweite Staatsprüfung im Justiz- und V er waltu ng S fach für das Jahr 1903 nimmt Montag, den 12. Oktober 1903, vormittags 9 Uhr, in Darm­stadt ihren Anfang. Gesuche um Zulassung zur Prüfung sind bis spätestens den 1. Oktober d. I. bei den zuständigen Stellen einzureichen.

. © Versetzt wurde der zum Statt mSkassenrendanten ernannte GüterexpeditionSvorsteher Lenz-Wetzlar in dieser Eigenschaft nach Gießen.

Der psychiatrischen Klinik zu Gießen wurde zwecks Untersuchung seines Geisteszustandes der wegen Unter­schlagung in Mainz verhaftete ehemalige VolkSbanktasswrer Hermann zugeführt.

t V 8u r Pensionierung der Kanzleirat Wilhelm Demuth. Vor einigen Wochen machte der Oberbürgermeister Mecum der Stadtverordneten-Versammlung folgende Mitteilung: Meine Herren! Sie werden mit großem Bedauern vernehmen, daß unser Demuth um seine Pen­sionierung bei mir eingekommen ist. Ich habe dem Senior unserer städtischen Beamten vorgestellt, daß wir alle uns an den Gedanken gewöhnt haben, ihn in der städtischen Ver­waltung so lange wirken zu sehen, bis ihn dereinst ein Höherer von seinem Posten abrufen würde, ich habe ihm weiter gesagt, daß er fich ja schonen könne und daß man

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