Nr. 38.
Zweites Blatt.
SamStag, den 14. Februar
12. Jahrgang. 1903
ih^
«gSJ
»s;
ALom»ewe»tSpret» : in Gießen, abge-olt monatlich 60 Pfg., in'S Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierttl- jährlich Btt. 1.50.
Dratt-beilage« : Cbetheff Hdje Fa»tlte»zeitu»g (râglich) cberhcsstsche Zettschttst für ^aadwittschatt, Cbß und G«ttr«ba», sowie die eUfcmer Tetse«Hl»se» (wöchentlich). Das Blatt erscheint <m ein Werktagen nachmittags. Neue
ellt 7 M iu.
'Wa«,.
AaferrioaSprei »x Die einspaltige Petitzeile für Gießen wic ganz Oberbeffen, die Kreise De-lar und Marburg 10 Pfg sonst 15 Mg.,- Reklame, die PeützeUe 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste 91». 886t.
Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernfprecha«schl»ß Nr. 368.
(Hießever T»gevr«tt)
Hlnaöhängige Hageszeitung
(Hietzener Bettung)
für Oberhefsen und die Preise Marburg und Wetzlar; Lotalanzeiger für Gießen und Umgebung
Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Giesen und anderer Behörden von Oberhessen.
n
' Gutsbesitzer ^^rtveimar. ' i
thust. a ^M
^ Küche, an ein., zuverln.
^ildanlageZ,
ist noch bt oi vom 1 Apri 1 verm. Nähere, ^e 32, IL Min en.
r. Hennings, Seltersm. 14.
Hus der Räcbsbaupt stadt.
Wandelbiloer von Spectator.
(Nachdruck verboten/-
Mit ist btffen seit i gehabte Wöhmnig n e Asterweß 29II fr èr ja vanriktu.
bmoohmfc, L-i- : ^^\ an iMys Math yi anm.
nte* Zimmer
ie Pension
Kirchvlas a
mödl Ziminer Löbersirahe 13,3.
imummhnW >r, Neustadt, ntbu •germftr. Kreuder en.
)osmanns1rahe 14 enhauS, 5 Ziaiam n ruhige Leute pc später lu vermiete»
ul Eichwa»».
e 1, Eck' Rmvanla» nandergehende fM ■ Zimmer sur 1 am r 1. Marz zu w ^Qntborftr^ lo^ )n Doinanemt . mR Stock per tu verm.
irchevpl^h ^L
n Wetn* La»t» ”" m wtm- HoimmostrE 1£ rstrâsvk M MU § ! nebst 8^*1 Sr jte’
Heulen und Zähneklappern herrscht in den Familien Väter fluchen, Mütter schmollen, Töcyter zittern um dir erwarteten Wonnen verschiedener Ballnächte; den Söhnen wrrd um ihr stark mit Hypotheken belastetes Taschengeld banae. Das ist das traurige Echo, das in den Einzelwirt schäften unserer Residenzstadt die Kommunalwirtschaft her- vorruft. Der Magistrat hat nämlich eine Erhöhung der Gemeindesteuern in Aussicht genommen, um das ins Schwanken gekommene Gleichgewicht des Budgets wieder herzustellen. Man darf dabei nicht glauben, daß diese Erhöhung eine so erhebliche sein soll. Es handelt sich viel mehr nur um eine Steigerung von 100 Prozent auf 108 Prozent. Aber wer zahlt denn überhaupt Steuern gern? Das menschliche Wesen soll noch gefunden werden, das eine leidenschaftliche Zuneigung zu dem Steuererheber — in seiner amtlichen Eigenschaft wenigstens — fühlt. Wie manb hat beim Steuerzahlen das erhebende Bewußtsein, das jeder haben müßte, der für das Allgemeinwohl etwas Großes tut. Und besonders in einer Zeit, da eine gewissen- bafte Finanzverwaltung keinem Mitbürger durch „Unterschätzung" zu nahe treten will, ist man oei der geringsten Erhöhung der Abgaben nervös und doppelt empfindlich.
In der Oeffentlichkeit ist freilich von dieser seelischen Depression nichts zu spüren. So herrschte beispielsweise aus bem Alpenball absolut keine trübe Stimmung, ob- wohl dort viele Leute waren, bei denen die vom Magistrat beabsichtigte Höherschätzung durchaus nicht unerhebliche Summen darstellt. Aber es ist der Vorzug des Alpensestes vor fast allen sonstigen Bällen der Saison, day es als Sorgenlöser eine unfehlbare Wirkung ausübt. Kein«! Veranstaltung sonst läßt die Berliner „Gesellschaft" so fidel und gemütlich erscheinen, als der Ball des Alvenvereins Für manchen ist es vielleicht der einzige Abend im Jahr, an dem er aus seiner steifleinenen Haut fährt,indem ei mit dem feschen Kraxlerkostüm etwas von der Naturfrische der Gebirgler anzieht. „Auf den Bergen", die in das Kroll- Theater mit großer Kunst und noch größeren Kosten hinein gezaubert werden, „ist die Freiheit" von allem konventio nellem Zwange. Die Krollsche Beraluft bringt es mit sich, dâß man sich duzt und — busselt und — was die
onsttgen fallen der Saison, unfehlbare Wirkung ausübt.
Keine
Hauptsache ist — busseln läßt. Auf der Alm, da gibt's ka Sünd'! Mancher Bergluftikus würde sich damit begnügen, wenn er in den wirklichen Bergen während der ganzen Sommerserien nur die Hälfte so reizender Deandle und darum um so reizenderer Busseln sande. Auch für alle sonstigen Gebirasvergnügungen ist gesorgt; selbst das jetzt so beliebte Abstürzen wird auf einem Rutschbrett mit einem Eifer und einem Vergnügen geübt, als diene es als Vorübung für den nächsten Sommer.
Die prachtvolle „von Herrschaften abgelegte" Dekoration wird in den nächsten Tagen nach diesem"Balle von einigen großen Vereinen benützt, die dann ebensolche Feste zu ermäßigten Preisen, aber sicherlich mit nicht ermäßigtem Vergnügen veranstalten, während der Besuch des eigentlichen Alpenvereinöballes fast eine kleine Tiroler Reise kostet. So folgt auf den großen Alpen ball jedesmal eine ganze Alpcnfcstwochc.
Wir sind jetzt überhaupt in der Zeit der „Wochen". Neben der Alpenwoche kann man eine landwirtschaftliche Woche konstatieren. Wie alljährlich um diese Zeit kamen auch in diesem Jahre zahlreiche Mitglieder des Bundes der Landwirte zur Generalversammlung, die eine Kraft- probe der Landwirtschaft inmitten der Industrie- und Handelsmetropole Berlin darstellt. Von dem politischen Gegensatz ist bei bcin Verkehr zwischen Gästen und Gastgebern allerdings nicht viel zu merken. Der Berliner Aufenthalt bietet den Herren, wenn sie die Sorgen beé Berufes von sich geschüttelt haben, eine angenehme s20r wcchselung. Sie sind vergnügt und machen die Inhaber von Theatern, Restaurants und Hotels nicht minder ver
§W Ei AWnb-rg«
gnügt
Auch von einer Kurpfuscherwoche kann man infolge des vielleicht nicht ganz zusälliaen Zusammentreffens de. Erstaufführung des l'Arrongeschen Volksstückes „.Sanatorium Liebenberg" mit dem Prozeß gegen Nardenkötter und Genossen sprechen. Das jüngste Opus des alten l'Arronge, das ja literarisch sicherlich nicht einwandfrei ist, bricht eine kräftige Lanze für die Wissenschaft gegen das im aufgeklärten Berlin besonders überhand nehmend«: Kttrpfuscherwefen. Es bietet einen Kommentar zu dem llnwesen, das jene Leute treiben, die aus abgerissenen Hosenknöpfen Diagnosen stellen und nur einem einzigen Menschen zu helfen verstehen, sich selbst nämlich. Wie sich ja auch Nardenkötter rm Prozeß noch zu helfen wußte, indem er die für seine Verhältnisse sehr geringe Kaution im Stich ließ und in ein bessseres Jenseits der Grenze 'ntfloh, um dort oder von dort aus vielleicht das einträgliche Geschäft fortzuführen. Er wird, wie er hier sein „Fortkommen" fand, es auch anderswo finden. Denn „der hat die Macht, an den die Menge glaubt", und bic bekannten Leute, die immer noch nicht alle werderc, glauben
teX 45 r'9 bekannten Leute, die immer noch nicht ane weroen * nb i^^^ ebsL ss des LeLEMchwindel btefa. ÄLâlMc^
Vermischtes.
:[]: sGraf „Bloß-Bumke".f Der kürzlich verstorbene Generalleutnant v. Bumke ist der Held einer hübscher Anekdote. Bumte, der auf seine bürgerliche Herkunft mir Recht so große Stücke hielt, sollte, als" er noch nicht geadelt war, auf einem Hosballe einer Prinzessin vorgestellt werden. Der diensttuende Hofmarschall führte diese Vorstellung aus, indem er ihn, als märe das selbstverständlich, Oberst v. Bumke nannte. Der Oberst verbesserte den Hofmarschall sofort mit den Worten: „Bloß Bumke" worauf dieser schnell gefaßt und ohne eine Miene zc verziehen, die Vorstellung mit den Worten: „Gras Bloß. Bumke" siegreich beendete.
[©testend) beleuchtete Cylinderhütes sind die neueste Reklame in München. Abends, wenn nach Schluß bei Vorstellung im Hoftheater die Zuschauermenge aus dem Hause strömt, bewegen sich zwei Herren durch den Men schenschwarm, an deren Cylindern in feuriger Schrift abwechselnd die Namen vielann^ncierter Haar- und Mund- wasser erscheinen.
) sHandwerker-A-elj Manche deutschen und österreichischen Handwcrlerfamilien vermögen ihren Stammbaum durch Jahrhunderte hindurch zu verfolgen: das Gc werbe vererbt sich in den Familien stets vom Vater auf den ältesten Sohn. Im Alter von 79 Jahren starb dieser Tage in Braunau der letzte Vorstand der aufgelösten, einst so starken Braunauer Tuchmocherzunft Anton Tschau der. Er gehörte einem Geschlechte an, in dem das Tuch- machergewerbe schon durch sechs Jahrhunderte betrieben wird, da die Archive der Stadt und bet Tuchmacherzunft Braunau bereits im 14. Jahrhundert den Namen Sfdjaiibei unter denjenigen Personen anführen, die sich um das Gewerbe der Tuchmacher in Braunau große Verdienste erworben haben.
= sTie Kohlengewinnung der todt.] Das statistische Amt zu Washington gibt an, im Jahre 1901 seien 86c Millionen Tonnen Kohlen gewonnen worden, welche sich also verteilen: Vereinigte Staaten 293, England 243, Deutschland 168 Millionen. Diese drei Länder begreifen also 81 Prozent der gesamten Gewinnung. Darauf folgen: Oesterreich-Ungarn 43, Frankreich 35, Belgien 2c Millionen Tonnen. Diese drei Länder begreifen also nui 13 Prozent der gesamten Gewinnung. Auf den Kopf der Bevölkerung werden Kohlen verbraucht: England 3,89 Nordamerika 3, Belgien 2,95, Deutschland 1,72, Frankreich 1,15, Oesterreich-Ungarn 0,40 Tonnen. Belgier übertrifft Deutschland und Frankreich und führt Kohler ein. Die Ziffer für Oesterreich ist nicht richtig: da bei Kaiserstaat 43 Millionen Einwohner jälP, mü sen über eine Tonne auf den Kopf kommen, da auch Kohlen ein- gesührt werden.
(t) fDas wandelnde elektrische HauS.j Eine der eigen- artigsten Reklamen ist in letzter Zeit in der Umgebunc von Chicago durch eine Elektrizitätsgesellschast einge richtet worden. Ein kleines auseinandernehmbares Land Hans im Stil einer Sennhütte, das in seinem Innern vier elegante Zimmer enthält, wird der Reihe nach an verschiedenen Orten aufgebaut, und die Bewohner des umgebender Landes erhalten eine besondere Einladung, diese „elektrische Hütte" zu besuchen, die während einer Woche vor 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends geöffnet bleibt Mar tritt ein, wird vom Angestellten der Gesellschaft empfangen und in den Räumen umheraesührt. Es sind dort a(k möglichen reuar igen Verwendungen der Elektrizität zu sehen: Ventilatoren, Lampen nach neuen Modellen, vervollkommnete Fernsprecher, eine Batterie für eine elektrische Küche — alles in Tätigkeit. Nachdem man sich die Einrichtung angesehen hat, soll man mit der Ueberzeugung fortgeyen, daß es durchaus notwendig ist, für alles und jedes Elektrizität zu verwenden und bei besagter Gesellschaft auf Stromlieferung zu abonnieren. Nach cinei
schaft aus Stromlieferuna zu abonnieren. Woche wird das Haus wieder abgebrochen i
abgebrochen und nach einem
anderen Ort geschafft.
£ lernte MilliardLre.fi Ter amerikanische Eisenbahn- und Schiffahrtstönig, I. Pierpont Morgan, stellte sich dieser Tage im Steuerdepartemant ein, um gegen bis ihm für sein persönliches Eigentum auferlegte Steuer zu protestieren und die Einschätzung — er wurde in diesem Jahre mit 600 000 Dollars eingeschätzt — zu „korrigieren". Dem Steuerkommissär gegenüber ton- stawerte Herr Morgan, daß er keine A tien, Bonds, Hypotheken usw. besitze,^ lvelche st'uerpflichlig seien. Auf bic Frage, ob er denn nicht außer diesen Seluri äten noch Vermögen besitze, das steuerbar sei, entaegnete Herr Mor aan: „Jawohl aber die Schulden, die darauf haften, sind größer als der Wert des Vermögens. Ich borge ein gut Stücf Geld, in der Tat Millionen, und jener Teil meine? Besitzes der als persönliches Eigentum betrachtet wird ist lange nicht so groß, als er in Ihren Büchern erscheint/ Tes weiteren sagte Herr Morgan, daß er gesetzlich nicht Gehalten werden könne, Steuern auf persönliches Eigentum zu zahlen. Er wolle nicht als Drückeberger betraf ter werden, sondern sei gern bereit, seinen Anteil zu bezahlen, aber was zu viel ser, sei eben zu Vieh ^ern per- Göttliches Centum fix lâL 2â auf MQ000 ^lte^
eingefd)äbt worden, und damit sei er auch zufrieden, aber
— er möchte nid)t vereidigt werden Und die Herren Korn- missäre taten ihm den Gefallen. George W. banberbiU roar aus 100 000 Dollars eingeschätzl worden; er gab an, daß er überhaupt nicht steuerpflichtig sei, weil er in Lakewood wohne, aber er sei willens, Steuern von - 50 000 Dollars zu zahlen. Letztes Jahr bezahlte er nur Steuern von 10 000 Dollars. Der Millionär Drexel, besser Einschätzung 100 000 Dollars betrug, schwor ab, weil er Einwohner von Newport fei, Mub braucht nun nichts zu zahlen.
: [Tae verschwundene Hündcheu.j Folgendes ergötzliche Geschichtchen berichten Pariser Blätter. Die Reut nerin Amelie Hougret, ein ältliches Fräulein, hatte ein reizendes ^ünbdKn namens Kiki, das sie zärtlich liebte Eines Tages wurde Kiki an die Leine genommen und Frl Hougret schleuderte mit ihm nach der Place Elichy, w. sie die schönsten Hüte in den Sâufensteru bewunderte Diesen Augenblick benützten ein paar Taugenichtse, um Kiki zu entführen. Sie schnitten die Leine durch, bam den einen Knochen baran und suchten mit Kiki das Weite, ohne daß es Fräulein Hougret merkte. Plötzlich er. jdokterte jedoch die Leine ein heftiger Ruck. Eine großc oäuische Dogge hatte den Knochen bemerkt und hinab- geschluckt und zerrte nun, da er angebunden war, an bei Leine. Mit einem Schrei des Entsetzens uub den Worten „Mein Gott! Er hat meinen fliti verschlungen!" fiel Fräu- lein Hougret in diesem Augenblick in Ohnmacht. Ein da nebenstehender Offizier fing die Dame in seinen Armen auf und man brachte die Rentnerin in die nächste Apo lheke. Aber ein. Schutzmann hatte den ganzen Vorgang beobachtet iinb die Räuber Kiki's verfolgt und dingfest gemacht. Nach einigen Stunden gelangte Fräulein §oii- gret wieder in den Besitz ihres Lieblings. Beinahe wär. sie nochmals in Ohnmacht gefallen, wenn auch diesmal nor Freude.
) lChinesischc Mricgetattit]. Eine wunderliche Geschichte über den Eifer des chinesischen Emirate Li- Chou, dem die Aufgabe zuteil geworden ist, den Kan- tonflllß von Piraten zu säubern, luirb dem „Daily Expreß' aus Hongkong mitgeteilt. Als bic Regierung den Admiral ermahnte, die Räuber besser im Auge zu behalten, verfiel er auf eine höchst merkwürdige Jd/e Er schaffte für etma 1000 Pfd. Sterl, photographische Apparate an und läßt nun seine tapferen Leute in allen möglichen martialischen Haltungen photographieren. Diese Photographien werden am Fluß entlang unter die Bevölkerung verteilt und sollen auf die Räuber einschüchternd wirken.
sDcr modernisierte Rubens. j Der amerikanischt Millionär Ierkes hätte jüngst, bei seiner Rückkehr von Frankreich nach Ancerika, von einem amüsanten Irr- him der amerikanischen Zollverwaltung Nutzen ziehen können, wenn er geschwiegen hätte. Perkes hatt: einen Rubens mitgebracht, den er in Paris gekauft und teuer bezahlt hatte. Er suchte seinen Einkauf, der ihn mit Freude und mit Stolz erfüllte, nicht zu verheimlichen und hatte bei der Zollabfertigung in Newyork den nicht ganz unbekannten Namen des Malers seines Bildes rich- tig angegeben. Aber die amerikanischen Zollb eamken scheinen in Kunstsachen nicht sehr beschlagen zu sein, denn sie hielten Rubens für einen modernen französischen Maler. Unter diesen Umständen brauchte der glückliche Besitzer des Rubens nicht viel Eingangszoll zu zahlen. Das Unglück war, daß er sich seines Abenteuers allzu laut rühmte; die Sache wurde ruchbar und eines Tages forderte die Zollverwaltung von Herrn Perkes die ^Nachzahlung der „vergessenen" Zollgebühren. Vielleicht hatten die Zollbeamten gar nicht so unrecht mit ihrer Wert- schätzung des Bildes — warum soll man den Warnen eines toten Künstlers teurer bezahlen lassen als dm eines lebenden?
§ [Tic GedantenwageJ Ein Gelehrter (natürlich eii Amerikaner!) namens Anders^, Direktor eines Gymnasiums, hat, wie er behauptet, das Mittet gefunben die menschlichen Gedanken zu wiegen. Auf bie Spur seiner Entdeckung will er durch die allgemein bânnt- Tattache gebracht worden sein, daß die Eindrücke und Empfindungen des Gehirns Blutzuflüsse und Verände- cungev des Gravitäts-Zentrums hervorbringen, die n nach der Natur der erhaltenen Eindrücke sehr verschieden sind. Herr Anderson hat dieses Faktuni vor allem an den Schülern (arme Schüler' seines Gymnanumè konstatiert. Er hat sehr bedeutende Unterschiede f’stgo stellt in den physiologischen Erscheinungen, bie sich bei ihnen zeigten, wenn sie auf die von dem Lehrer gestellteil Fragen antworten mußten; bie Art und Stärk dieser physiologischen Erscheinungen war vollständig abhängig von der Art der Fragen. Die Feststellung des Ge- vichts der einzelnen Gedanken soll mittels eines Instruments erfolgen, daß, nach der Behauptung des Er. finders, mit bemerkenswerter Genauigkeit bk Qualität des bei jeher Anstrengung des Gehirns verdrängten Blutes registrieren soll. Vielleicht erfindet jetzt >ein an- -erer Amerikaner das Mittel, die Worte zu. wLgrn.