BMI $ÄB§ AeHSttAs* H«fth««vs<L gv«â^ Me ÄaSerrn lâchte Hell auf Über diese drastische Antwort. Auch die Wohlfahrtseinrichtungen wurden front Rat [er paar eingehend besichtigt.
* Die Verhandlungen in der V e n e z u e l a f r a g e haben, wie ans Washington gemeldet wird, zu einem -efrieoigenden Ergebnis geführt, sodaß die Unterzeichnung der Protokolle Sonnabend oder Sonntag zu er- narten ist. Die deutschen Forderungen werden von England und Italien als durchaus billig angesehen.
Dem Reichstage wird noch ein Nachtragsetat wegen -er venezolanischen Expedition zugehen. Tie Höhe des Etats wird erst nach der Aufhebung der Blockade ’rmittelt werden.
* Kronprinz Friedrich August von Sachsen ist )on seinem Knöchelbruch so weit geheilt, daß er seit •imgen Tagen wieder in der Reitbahn reitet.
* Der Großherzog von Oldenburg ist in Stutt- laut zum Besuche des Königs von Württemberg einge- rossen.
* In Karlsruhe ist der Staatsminister a. D. Wilhelm No kk nach längerem Leiden gestorben.
♦ Die Wahl des konservativen Reichstagsabgeordneten , O lden burg-Januschau (Elbing-Marienburg) ist von Nr Wahlprüfungskommission für ungiftig erklärt worden.
♦ Infolge schwerer Ertränkung der Erzherzogin Elisabeth ist Königin Maria Christine von Spanien mit Nr Infantin Maria Teresa nach Wien gereist.
* Den Meldungen über türkische Rüstungen sowie über eine Mobilisierung wird von Konstantinopel aus widersprochen. Damit ist freilich ganz und gar nicht gesagt, daß sie nicht doch Tatsache wären. — In der mazedonischen Ortschaft Tikwesch wurde vor einigen Tagen ein Kind eines Türken tot aufgefunden. Der Verdacht amrde auf die christlichen Einwohner des Dorfes gelenkt, infolge dessen richteten die Türken unter diesen ein furchtbares Gemetzel an. Dreißig Christen sollen getötet sein.
Preussischer Landtag.
Raub der Hbgeordneten.
20 Sitzung. Eigener Bericht
— Prozeß Rardenkötter und Justizbeschwerden. —
Eine Sensation des Tages kam bei der zweiten Be- ratung des Justizetats zur Sprache: der große Kur- Pfuscherprozeß Rardenkötter und die Entweichung be^ tzauptangeklagten. Der nationalliberale Abg. Dr. E ck e l - gab seiner Vertvunderung Ausdruck, daß dieser Kurpfuscher gegen die kleine Kaution von 15 000 Mark auf freien ^uf gesetzt wurde.
Justizminister Dr. Schönstedt erwiderte, er sucht stets den Schern zu vermeiden, als ob er auf Gerichtsbeschlüsse Einfluß ausübe. Er wisse nicht, welche Gründ« der der Kautionsfestsetzung für Rardenkötter maßgebend gewesen seien. An dem Fall trage mit Schuld dre unglaubliche Torheit des großen Publikums. Der Minister ging dann auf die Klagen über ungerechtfertigte Verhaftungen ein. Die neuesten Fälle, erklärte er, würden in der Presse übertrieben. Andererseits bestreite er nicht, daß bei der Behandlung der Untersuchungs- und Strafgefau- genen den bestehenden Vorschriften nicht immer entsprochen werde. Er erinnerte an die von ihm und dem Minister des Innern erlassene Verfügung über die Fesselung der Gefangenen. Außerdem habe er alle Bestimmungen über die Behandlung der Untersuchungsgefangenen zusammen, stellen und den Gefängnisbeamten überall mitteilen lassen
In der weiteren Debatte wurde die Errichtung neuer Amtsgerichte in Westdeutschland gefordert, eine Anregung, die der Minister wohlwollend zu behandeln versprach. Auf eine Bemerkung des Abg. Schmitz (Ztr) der die Wiedereinbringuna der vorjährigen Vorlage über das juristische 7 Semester-Studium empfahl, erwiderte Minister Schönstedt, die Vorlage sei bisher nicht wieder eingebracht worden, weil die Frage noch nicht geklärt sei. Ein Redner wandte sich gegen die Errichtung eines neuen Oberlandesgerichts in Düsseldorf und bemerkte u. a. : Hoffentlich sei der Justizminister ein Feind dieses Projekts und lasse sich nicht durch die Düsseldorfer Ehren- jungfrauen verführen. (Große Heiterkeit.)
Justizminister Sch ö n st e d t entgegnete, er nehme eine ganz objektive Stellung zu dieser Frage ein. Der.antisemitische Abg. Werner kritisierte das hohe Strafmaß gegen den Redakteur und Verleger der „Staats bürgcr-Zeitung" und bemängelte das Verhalten der Staatsanwaltschaft. Justizminister Schönstedt erklärte auf diesen Prozeß hier nicht eingehen zu wollen. Dann trat Vertagung ein.
JHab und fern.
)—( Zur Dresdener Ehescheidung teilt der in diese, Fra^e gut unterrichtete „Fränkische Kurier" mit, daß bü völlige Scheidung auf direkten Antrag des Kronprinzen Friedrich August selbst erfolgt ist. Das Blatt weist zugleich auf die Möglichkeit hin, daß der im kräftigen Mannesalter stehende Erbe der Krone Sachsens die Gewissensfrage als guter Katholik durch den Ehegerichts. Hof im Vatikan entscheiden lassen wird, um den Kindern eine Mutter, dem Lande eine spätere Königin zu geben. Entgegen den bisherigen Nachrichten soll die Prinzessin Luise bei der Mitteilung der Scheidung in Wein- Kämpfe verfallen sein. Daß der Papst direkt oder in- direkt einen Einfluß auf die Prinzessin zwecks deren Ueber» siedelung nach La Metairie ausgeübt habe, erklärt das Blatt für unwahr. Die Prinzessin sei allerdings in einem Zustande tiefer seelischer Depression, man dürft ihr aber nicht an dichten, daß sie geistig gestört sei. Selbstmordversuche habe die Prinzessin nie gemacht. Ihrer Reue würde kein rechter Glaube geschenkt, vor allem hielte Kaiser Franz Josef daran fest, daß sie sich nicht dauernd von Givon trennen wolle. Er habe deshalb bei Verwendung der Großherzogin von Toskana für ihre Tochter kein Gehör gegeben. Dich wolle diese sich nochmals darum bemühen, daß ihre Tochter wenigstens ihre Kinder ab und zu sehen dürfe. Ani toskanischen Hofe sei man durch die Fassung des Urteils peinlich berührt. — Giron, der wieder in Brüssel weilt, will eine Massen- klage , gegen alle Blätter anstrengen, welche ihn als Erpresser und Verführer schildern. Er wolle sich gänzlich von der Prinzessin trennen, sobald dieser ein sie be>
^ sM« deutsch-fvauziMscheS !$a&cät>etÄB$$iWi.| Im Pariser Ambigu-Theater wird gegenwärtig etn Aühr^ stück angeführt, das „Die letzten Patronen" betitelt ist Es behcmdelt eine oft erzählte, in vielen Bildern und Gedichten verherrlichte Episode aus dem deursch-franzö- fischen Kriege. Der damalige französische Oberst Lambert verteidigte sich in einem Pächrerhäuschen bei Ba- leistet mit einem Häuflein Soldaten tapfer gegen die instürmenden Bayern unser dem Hauptmann Lisfig- nolo, und die kleine Schar streckte nicht früher die Waft fen, als bis die letzten Patronen verschossen waren und fast alle Verteidiger des Pächterhauses als Tote oder Schwerverwundete den Kampfplatz bedeckten. Hauptmann Lissignolo drückte den überlebenden Franzosen ob dieser heldenmütigen Verteidigung einer unhaltbaren Position seine höchste Bewunderung aus und ließ sich z„ dem lebensgefährlich verwundeten Kommandanten Lambert führen, dem er tieferschüttert die Hand reichte Jetzt gibt nun das im „Ambigu" ausgeführte Stück einem französischen Blatte Veranlassung, eine Art Fortsetzung der „Episode von Bazeilles" zu erzählen: Einigt Jahre nach 1870 machte ein Offizier vom Regiment des Obersten Lambert eine Studienreise nach Deutschland, auf welcher er auch München berühren sollte. „Erkundigen Sie sich doch nach Lissignolo," sagte ihm Oberst Lambert, der inzwischen gesund geworden war, beim Abschied, „und bringen Sie mich ihm in Erinnerung/' In München besuchte der Offizier Herrn Lissignolo, der dort als Major a. D. lebte, und entledigte sich der Auftrages, den ihm Lambert gegeben. Kaum hatte Lissignolo den Ramen Lambert gehört, als er von seinem Sitze aufsprang und ausrief: „Lambert! Lambert ist nicht tot! Und wir trauern um ihn." Dann rief er seine Frau und seine Tochter und sagte, ohne sie vorher von dem Gegenstände der Unterhaltung in Kenntnis gesetzt zu haben, mit vor Rührung zitternder Stimme: „Wir hatten uns getäuscht! Er ist nicht tot." Und die beiden Frauen weinten, unb der französische Offizier fühlte wie auch ihm ein Tränlein ins Auge stieg. Es gibt doch noch gute, liebe Menschen!
= lEine russische Straßenbahnscene. s Aus Jaroßlaw wird russischen Blättern folgendes Geschichtchen berichtet: Einen Wagen der Jaroßlawschen elektrischen Straßenbahn besteigt eine verabschiedete „Exzellenz". Sie nimmt einen Platz in der ersten Klasse des Wagens ein und blickt von hier aus mit großem Mißvergnügen auf das in demselben Wagen befindliche sehr gemischte Publikum, das in der zweiten Klasse sitzt. Der Wagen setzt sich endlich nach langem Warten in Bewegung, rollt aber fast im Schneckengang dahin, womit die Exzellenz, wie man es an ihrem Gesichtsausdruck wohl wahrnehmen kann, durchaus nicht zufrieden ist. Mit Ungeduld schaut die Exzellenz durch die Fenster des Wagens uno ruft endlich mit gebieterischer Komma«dostimme: „Anhalten!" Man vernimmt den scharfen Ton einer Glocke, der Wagen vermindert die Schnelligkeit seiner Fahrt uno hält endlich vollständig an. Die Exzellenz steigt hieraus gravitätisch aus dem Wagen und wendet sich zum Kondukteur mit folgendem Befehl: „Sieben Minute» auf mich warten!" Der Kondukteur erlaubt sich sehr bescheiden zu bemerken: „Exzellenz, es ist uns streng verboten, unterwegs auf irgend einen Passagier zu warten." — „Still geschwiegen!" brüllt die Exzellenz. „Hast du nicht gehört, was ich dir besohlen habe? Es ist dir grsagt worden, daß du warten sollst, und du hast zu warten!" Hieraus musterte die Exzellenz mit drohendem Blicke den ganz zerschmettert dastehenden Kondukteur, wendet sich ab und geht in ein Haus hinein. Der Kondukteur aber kraut sich den Kopf und wartet geduldig, bis es der Exzellenz gefällig ist, zurückzukommen und die Erlaubnis zur Fortsetzung der Fahrt zu geben. Das übrige Publikum murrte natürlich darüber, aber nur ganz leise und verstohlen.
— In Paris verwundete der Graf Contades Merz auf offener Straße mit einem Revolverschuß den Verführer seiner Frau, seinen Hausarzt Dr. Bauchet, während dieser mit der Gräfin von einem Stelldichein kam. Die Verletzung Bouchets ist nicht lebensgefährlich.
— Wie aus Krakau gemeldet wird, explodierte beim Bau eines Tunnels in der Nähe von Chvow eine Dynamitpatrone zur unrichtigen Zeit, uni> mehrere Personen wurden aetötet. andere verletzt.
Kurzes Allerlei. Eine alte Bäuerin, welche kürzucy auf der Bregenzerwaldbahn nach Bregenz fuhr, bemerkte, daß sich in dem betreffenden Zuge viel mehr Fremde als Vorarlberger befanden. Ties ärgerte sie und bei der nächsten Haltestelle sagte sie zu einigen Fremden: „Jetzt macht, daß Ihr hinauskommt, die Bahn gehört uns Vorarlbergern!"
— Ein bejahrter Mann ist kein alter Mann. Der ein» undneunzigjährige Moses Hönig in der ungarischen Stadt Tisova, welcher den 48er Freiheitskampf als Honved-Fcld- webel mitmachte, hat sich mit einer sechzigjährigen Frau (Fräulein?) vermählt. Das „junge Paar" zählt zusammen anderthalb Jahrhunderte.
DaS Beste aus den Witzblättern. Moderne Ehe. Herr: „Ihr Mann tut mir immer leid — er geht in so ärmlicher Garderobe und traut sich kaum ein Glas Bier zu trinken." — Frau Doktor: „Ja, er nruß erst meine Schulden aus der Studentenzeit bezahlen!"
— Kostspieliger Ehrgeiz. „Schon dreiviertel Jahr schulden Sie mir die Miete — Sie müssen jetzt aus- zichen!" — „Was glauben Sie denn, ich ziehe aus, ohne bezahlt zu haben?! Niemals!!"
— Billiger Vorschlag. „Kaufen kann ich dir keinen neuen Theatermantel, liebe Rosa, aber ich will dir suggerieren lassen, ich hätt' dir einen gekauft." (Fl. Bl.)
— Tas Ziel. Dichterling (der auf einer Auktion einen großen Krug Tinte erstanden hat, für sich): „Na, wenn ich den leer gedichtet habe, werde ich wohl unsterblich sein."
— Frechheit. Räuber (zum Ueber fal(enen): „Ihre einzige Banknote, die ich Ihnen abgenommen habe, scheint mir noch nicht einmal echt zu sein — schließlich komme ich Ihretwegen noch mit der Polizei in Konflikt."
— E i n nobler Chef. Chef: „Heute können die Herren einmal um sechs Uhr fortgehen, weil mein Namenstag ist." — Buchhalter: „Tas wird schwer gehen, Herr Kommerzienrat, es ist nämlich schon acht llhr."
— Entschuldigung. „Sie sind Automobilist, Herr Baron? Haben Sie auch schon Menschen überfahren?" — „Nur zwei, Grrädigste, ich bin noch Anfänger." (M. H. Bl.)
IseMlebek Landtag.
Darmstadt, 13. Febr.
Die Zweite Kammer nahm vorgestern ihre Bcratuugei wieder auf. Der erste Pkäsident Geh. Reg.-Nat Haas er öffnete die Sitzung um 10 Uhr 40 Min. Für giftig er klärt werden die Wahlen der Abgg. Reinhart, Reh, Schön berget, Möllinger, Pennrich, Dr. Gutsteisch, Braun, Lang Seelinger, Joutz und Schmalbach. Die übrigen Wahlprüs ungen werden von der Tagesordnung abgefttzt. Eine An zahl zur vorläufigen Beratung stehender Gegenstände ©iri zumeist den zuständigen Auèschüffen überwiesen.
Hierauf wird in die Beratung des Hauptvoranschlagi der StaatS-Einnahmen und -Ausgaben für 1903/04 einge treten mit einer Generaldebatte, in der zunächst Finanz minister Gnauth das Wort ergreift. Derselbe giebt ein Erläuterung der allgemeinen Finanzlage, die zwar nicht allzu günstig sei, aber auch keinen Anlaß zu Kleinmut biete.
Hierauf giebt Abg. Möllinger einige Erläuterung'» zum^Bericht des FinanzausschuffeS. Abg. Molthan legt die'Stellungnahme seiner Freunde zur allgemeinen finanziellen Lage dar. StaatSminister Rothe erwidert auf einige seiner! Ausführungen, worauf Abg. Ulrich Vertagung auf Freitag! früh 9 Uhr beantragt; daS HauS stimmt dem zu, vorher sollen die Anträge der Abgg. HaaS und Reinhart auf Wah! von SonderauSschüffen für die Wohlrechtsvorlage und die Aenderung der landständischen Geschäftsordnung zur Beratung gelangen.
Darmstadt, 13. Februar.
Präsident HaaS eröffnete die Sitzung. DaS !H«ut beschloß dem Antrag HaaS-Darmstadt und Gen., der die! Wahl eines SonderauSschuffrS zur Vorberatung der Regierungsvorlage, die L a n d st ä n d e betr., verlangt, zuzu- stimmen, sowie den Antrag HaaS und 44 Genossen, bett, die Revision der landständischen Geschäftsordnung ebenfalls einem Sonderausschuß z» überweisen. Die Wahl der Ausschußmitglieder soll später stattfinden.
ES erfolgte nachdem die Generaldebatte über den Etat. Abg. Ulrich bemerkt dazu, daß unsere Finanzlage eine uw- günstige sei. Es bleibe ein Defizit von über zwei Mill. Mk. zu decken, eine außerordentlich hohe Summe, für die eai fast sämtliche Reserven heranziehen müffe. Die vom Finanz- minister im vorigen Jahre ausgesprochene Hoffnung, daß wir bie beschlossene Erhöhung der Vermögenssteuer Don 55 Pfg auf 75 Psg. bald wieder würden fallen . lasten können, sei einfach unerfüllbar. So stehen wir denn vor der Frage: WaS nun ? Und da antwortete er kurz: Erhöhung der Vermögenssteuer, stärkere Prozession derselben und der Einkommensteuer bei den großen Einkommen, vielleicht auch eine weitere Ausdehnung unserer Erbschaftssteuer. Auf die Nebenbahnen kommend, sagte Ulrich: Wenn jemand behauptet habe, daß man einen Nebenbahnsport in Hessen treibe, so müsse er das entschieden zurückweisen. Der Ban von Nebenbahnen sei eine höchst wichtige Kulturarbeit.
Finanzminister Gnauth widerlegt in längeren AuS. führungen die vorgebrachten Beschwerden.
Eine längere GeschäftsordnungSdebatte entspinnt sich über einen Antrag deS Abg. Dr. Gut fleisch, in Zukunft den Samstag regelmäßig von Kammersitzungen frei zu halten, wie den Montag. Dann habe jeder Abgeordnete 3 aufeinanderfolgende Tage für die Erfüllung seines bürgerlichen Berufes frei. Präsidtnt HaaS weist bim gegenüber auf das Recht deS Präsidenten hin, die Zeit für die Sitz« ungen nach seinem Ermessen zu bestimmen. Abg. Reinhart erklärt sich nur dann mit dem Antrag einverstanden, wenn wenigstens noch allwöchentlich eine NachmittagSsitzung obgkhalten würde. Abgg. Dr. Heitkenreich und Cramer sind für, Abg. Erk ist gegen den Antrag. Staatsminister Rothe erklärt auf Gefragen M Präsidenten, daß die Regierung nicht gegen die Freilaffung des SamStagS sei. Der Antrag Gutfleisch wird schließlich mit großer Mehrheit angenommen, ebenso der Antrag wöchentlich je eine Nachmittagssitzung abzuhalten. Hierauf Fort- ■ seimig der Generaldebatte deS Etats. Finanzminister! Gnauth bemerkt, er würde sich freuen, einmal in der StaatS- i kaffe mit glänzenden Überschüssen rechnen zu können. ®r | wolle aber die Mitglieder deS Hauses heute nicht auSeiu-i ander gehen lassen, ohne ihnen noch einen Beweis für daS Vertrauen in bie Zukunft zu geben. Dieser Beweis sei out einem anderen Lager als den bisher hier berührten, nämlich von der Börse. Er habe gestern eine neue hessische (Staatsanleihe zu drei Prozent im Nominalwert von 25 Vs Millionen Mark zum Abschluß gebracht und zwar' ,u 90,93
Sitzung der Stadtverordneten.
W. Gießen. 12. Februar. (Schluß.)
Die Firma Jäger u. Rumpf, welcher mit Genehmigung der Versammlung freihändig die Weiterführung deS Siel- ' baueS entlang der Lahn übertragen worden ist, beantragt ihr die normierten
10.000 Mark Kautiou welche sie eigentlich für die gute Ausführung der Arbeit zu stellen hat, in Rücksicht darauf zu erlassen, weil die Firma der Stadt erstens bereit- eine Sicherheit von 15000 Mk geleistet hat und durch die verträgliche Einbehaltung von 10°/6 für den Wert der fertig g«stellten Arbeiten die Stadt weitere 7500 Mk. Sicherheit in^ Händen hat und weil weiter durch diese lOVo die Stadt nach Fertigstellung der zuerst ^urch Submission übernommenen Arbeiten durch Säger u. Rumpf der Stadt weitere 7500 Mk zufließen also im Ganzen 30000 Mk Sicherhett für die Stadt vorhanden sein^^wird. Tiefbauawt^zund Bau-Deputation schlagen vor, der Firma zur Z>ät die Kautionsstellung zu erfassen, nach Fertigstellung der ^übernommenen Arbeiten aber außer den »schon gestellten 15000 Mk Kaution von Jäger u. Rumps durch den 10°/o Abzug gebildeten Guthaben weitere 8500 Mk. als Kaution zurückzubehalten, | womit die Versammlung sich.einverstanden erttärt. — Zur Teilung des Zeichensaales der Stadtknabenschule, um darin
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