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Zaren und anderer Herrscher, Nippes, prächtige Waffen, orientalische Kuriositäten sich angefunden haben und über fit 'ogar ein sorgfältiges Inventar ausgenommen morben ist )as der Königin Natalie, als angeblich einziger Erbberech igten, übermittelt worden ist. Die Juwelen, Andenken unk ^imftgegcnftänbe lassen sich, das kann ein jeder in jeder Zeitung täglich lesen, schwer „verschärfen", aber bar Geck 'acht. Und sollte auch, wie es den Anschein hat, Könign Natalie auf die Erbschaft verzichten und die Glärrbiger Alexanders aus einem etwaigen Verkauf der Wertsachei i. s. w. völlig befriedigt werden, die häßliche Frage Wirt Darum doch nicht aus der Welt geschafft: Wo ist Alexanders Zarvermögen geblieben? Die serbische Negierung wird 31 hrer Beantwortung, abgesehen von den moralischen Gründen 'chließlich schon durch den Umstand ^zwn.mwn werden, das rach einem in Belgrad mit BesnmMHâ aufr^^nden Ge- mcht ein Testament des Kmngcpaan-s m/ genauer An gabt )er vorhandenen Barmittel in den Händen sicherer Per onen liegt, die zur gegebenen Zeit schon damck Hervortretei Derben.

bin Steuerwink für Chamberlain.

der „Daily Mail" findet sich eine scheinbar harmlos kleine Plauderei mit einer tiefpolitischen Pointe, die den be kannten Zollabsichten Joe Chamberlains zur Folie bienei soll. Der findige Journalist führt seinen Lesern die Emrich tung eines englischen Salons im Bilde vor, eines geschmack voll eingerichteten Salons, der nur den einzigen Fehler hat daß, wie man nachher vernimmt, kein Stück in und an ihn von englischen Händen erzeugt ist. Die Dame des Hauses aber weiß nichts davon. Sie begreift nicht, daß die Leut, jetzt den ausländischen Einfuhrtarifen und dergl. so viel Wich tigkeit beilegen. Sie erklärt, „niemals die schrecklichen bil ligen Sachen zu kaufen, die man nach England herüberschicke und stets die einheimische Industrie zu unterstützen". Dc klärt sie aber unser Journalist über ihren großen Irrtum gan- gehörig auf.

„Wo haben Sie jene große Photogravure Nelsons Tot gekauft?" fragte ich, so erzählt er dem Leser. Sie sah, das sie meine Anklage widerlegen konnte und antwortete trium phierend: „In dem hübschen Geschäft in der P.-Street. Dac Bild war so billig." Ich stand auf und betrachtete es genau In einer Ecke stand in kleinem Druck »Printed in Ger nmu^«. Ich lenkte ihre Aufmerksamkeit darauf, was ihi nicht gefiel. „Aber jedenfalls habe ich es hier rahmen lassen? Ich sah wieder hin, es war ein deutscher Goldrahmen. „Wii bezahlen Deutschland jährlich 4 000 000 Mark für diese Orna mente, obgleich ich glaube, daß sie die aus »englischen Eichen Holz« am vorteilhaftesten für die Ausfuhr finden." Sie er gab sich und sank auf einen hübschen kleinen Stuhl aus öster­reichischem gebogenen Holz. „Das wußte ich nicht." „Natür- lich wußten Sie das nicht," sagte ich tröstend. „Uebrigens bin ich ebenso schlecht. Ich habe neulich ein Inventar meines Hauses ausgenommen und ...." „Es ist sehr hübsch ein gerichtet." „Die Fabrikanten würden das gern hören; es sind lauter Ausländer." Sie runzelte die Stirn und klopftt mit einem kleinen, in der Schweiz geschnitzten Papiermessei ruf den Tisch. „Alle?" Mit Ausnahme einer alten, von nm selbst geschnitzten Konsole ist, glaube ich, alles, von der Tür iiatte mit dem Wort Salve bis zu der Patentschornsteinkappe die meinen amerikanischen Ösen vom Rauchen kuriert hat in einem fremden Lande entworfen, erfunden, gewebt oder geformt. Bei meiner Untersuchung fand ich, daß jedes Stüö Porzellan oder Steingut in meinem Hause außerhalb fabri­ziert wurde."

Und nun kommt eine gepfefferte Aufstellung von den Un­summen, die das arme reiche England den fremden industriel ten Freibeutern alljährlich in den Schoß werfen müsse. Dei ganze Zolltarif wird durchgehechelt und bei jeder Position wo es irgend angeht, neben der Gesamtsumme, die das Aus­land schluckt, bedeutungsvoll hinzugesetzt- Davon zahlten wii an Deutschland allein so und so viel. Denn Deutschlands Industrie ist dem Verfasser vor allem ein Dorn im Auge Und die Ziffern tanzen gespenstisch mit ihren vielen Nuller vor dem Angesicht der britischen Steuerzahler und bereiter Joe den Weg, den er gehen will und wird. Vor der über­wältigenden Wucht seiner Statistik — so hofft der hilfreiche gollplauderer — werden sich die Augen des britischen Volkes schließen wie die seiner schönen Zuhörerin, als „die belgische Uhr" elf schlug und er leise Abschied nahm, indem er bas amerikanische Schloß an der Haustür aus norwegischem Hol? zurückzog, sie leise mit dem deutschen Griff schloß und durch rin in den Vereinigten Staaten gegossenes eisernes Tor stritt

Die Hebrenlefe.

■ — Eine nachträgliche Wahlbetrachtung. —

CB. Wenn demnächst der Schnitter auf dem Felde draußen das Korn auf den Boden legt, dann zieht hinter ihm her bit riesige Schar der Aehrenleser, die auf den abgeernteten Dtoppelfeldern den kargen Bedarf für den schmalen Haus­halt zusammensucht. Dieser Schar ist ein Teil der deutschen Publizistik vergleichbar, die sich augenblicklich nach beendetem Wahlkampf mit der Frage befaßt, was geschehen soll, um ün anderes Wahlbild herbeizuführen. Die konservative Presse tritt immer unverhüllter mit dem Vorschlag hervor, da^ gleiche Wahlrecht aufzuheben. Insbesondere eine Stimme m der „Kreuzzeitung", gezeichnet A. v. W. — Vorunter sich jedenfalls der konservative"Kandidat im zweiten Serlmer Wahlkreise Prof. Adolf von Wenckstern verb.rgt — Jagt über ^lrteckslofigkeit des deutschen Volkes und nemt schlreßnch, das gleiche Wahlrecht passe höchstens für — Schöppenstedt. Der Verfasser deutet auch an, daß das kom- nende j^rlament wohl nicht von langer Dauer sein werde, )enn höchst wahrscheinlich müsse man mit einer Auflösung

. ®/0/ ka~’rf>en ist onyoenigücn wahrscheinlich, denn rate bereits früher betont, ist hie Regierungsmehrheit un verändert geblieben und wurde sich auch durch eine Neu «ahl kaum wesentlich anbe ■ gestalten. Außerdem aber ist ^zuverlässig sicher, daß der Kaiser für eine Aeudcruna de- Mrttf.1^ SU haben ist. Wenn der Verfasser jener «.rtlkels selcht betont, fraß eine Aenderung „ohne Konvul- Itonen nicht zu erreichen sei, so plädiert er gegen sich selbst

Er hier Konvulsionen nennt, ist eine abgeschwächw -öegeiajnung für innere Unruhen und blutigen Zwist. Wec mochte em derartiges Unglück für unsere Nation in einer garenden Zeck, in der siw die Völker auf eine neue Macht Verteilung rüsten, wohl wünsM?

. anderer Teil der Aehrenleser spricht sich dafür aus, daß auch insofern em möglichst getreues Wahlbild gewähr­leistet werden solle, als die Parteien der Rechten den Auf-

rehrungsprozetz, der sich dank der Energie $er W^bemoruu tischen Partei an dem Freisinn vollzieht, iiW burd) ~ abb nnterstüvnngen freisinniger Kandidaten anshalten sollten - - ein Vorschlag, der von den entschiedensten Gegnern bei Sozialdemokratie niemals befolgt werden wird, während die mdifserenteren 9Nitglieder red) t v stoben bei Parteien heilte schon mit verschränkten Armen diesom Schausviel zilsehen.

Während fonacb aus der rechten Seite die Neigung vor­herrscht. mit mechanischen Mitteln, wie Aenderung des Wahlrechts und Hinaufsetzung der Altersgrenze, ihre^Jnter- esien sicher zn stellen, wollen die Freisinnigen den schwer punkt aus den Ausbau einer Organisation legen. Ein Teil empfiehlt Zujaninwuschluß der liberalen Parteien durch eine Art interfraftionenen Agitati 0 nsausschusses, also eine Reorganisation von oben, ein anderer Teil, wie das „Verl. Tagebl.", empfiehlt die Gründung von Bürgervereinen, also eine Reorganisation von unten. Vèau scheint also doch er sannt 311 haben, daß die Sozialdemokratie ihre blcnbenben Erfolge zum großen Teile auch ihrer Organisation und Werbearbeit verbaust. Eine wichtige Folge dieser vortrefs lichen Organisation ist die starke Wahlbeteiligung der Sozial demokratie. In dieser Hinsicht ist sie ein Vorbild für alle übrigen Parteien, in deren Reihen die Olleichgiltigkeit viel fach zu Hause ist. Aber diese Gleichgiltigkeit ist geradezu ein Frevel an dem Staatswesen, einmal, weil sie das Zustande- konunen eines absolut richtigen Wahlbildes hemmt, sodann, meil die ganze Last der konstitutionellen Pflichten auf wenigen Sdmltcrn ruht. Die Ausübung der Wahl ist als Recht ge­nährt, um bei dem einzelnen Staatsbürger als Pflicht in Erscheinung zu treten. Nur dann hat das gleiche Wahlrecht Dinen wirklich informierenden Charakter, wenn auch davon An allgemeiner Gebrauch gemacht wird. Wir haben das freieste Wahlrecht auf der ganzen Welt und die vollkommenste Forin der Wahlsicherung, und dennoch eine so geringe Be teiligung! Da die allgemeine Ausübung des Wahlrechts rin notwendiges öfentliches Interesse ist, so wäre dessen Um­wandlung in eine Wahlpflicht zu empfehlen. In der Schweiz werden Wahlversäumnisse mit Geldstrafen be­legt; das sollte auch hier eingeführt werden, und hartnäckigen Wahlbürgern, die absolut nicht zur Front zu bringen sind, sollte für eine Zeitlang das aktive und passive Wahlrecht aberkannt werden. In einer Zeit, in der durch die Wahl­pflicht eine starke Beteiligung herbeigeführt würde, wäre der Verlust dieses bürgerlichen Wahlrechts ganz gewiß eine harte Strafe, zumal der Verfehmte hierdurch mit den strafrechtlich aus der Ehrenklasse der Staatsbürger hinausgefallenen Ele­menten auf eine Stufe käme. Das wäre unseres Erachtens )ie beste Wahlrechtsreform.

Nab und fern.

A Den Abschluß des deutschen Bundes, Hießens zu Han nover bildet ein großes Bankett, dessen Präsidium die siegen­den Schützen führen. Ein Bèitzklang kam in die bisher sc harmonisch verlaufenen Festlichkeiten dadurch, daß ein Leip ziger Schütze verhaftet wurde, weil er versucht hatte, bu Scheibenanzeiger zu bestechen, um für sich bessere Schuß- resultate zu erlangen.

0% Ehrung der Deutschen Schiffsbautechnischen Gesellschafi in Schweden. Die Mitglieder der Deutschen Schiffsbautech- aischen Gesellschaft trafen auf ihrer Fest fahrt an Bord bes ,Seydlitz" und deS „Feldmarschall" in Stockholm ein. Beidc Dampfer waren reich mit Flaggen geschmückt. Bei der (£iib fahrt in den Hafen spielten die Schiffskapellen die schwedischc Nationalhymne. (Sine große Menschenmenge hatte sich aus der^ Uferstraße versammelt. Bei der Landung wurden die Gäste von dem Personal des deutschen Konsulats und einem Empfangsausschuß empfangen. Alle Fahrzeuge im Hafen tragen Flaggengala. Die Zeitungen bieten in Leitartikeln )en Gästen ein herzliches Willkommen.

cf Die Hochwassergefahr in Schlesien ist noch weiter in Steigen begriffen. Im Bezirk Ratibor sind erhebliche Ver­kehrsstörungen ^durch Unterwaschung der Bahndämme zu be­klagen. Das Hochwasser der Glatzer Neisse hat verschiedene Menschenopfer gefordert. — In Oesterreich sind ebenfalls verschiedene LaudeSteile schweren Ueberschlvemmungen aus­gesetzt, und in Rumänien haben infolge großer Wolkenbrüche eine ganze Anzahl von D^enschen in den empörten Flüsser ihr Leben lassen müssen.

0 Der flüchtige Hochstapler Manolesco, dessen Entweichung aus der Irrenanstalt Herzberge wir meldeten, wird von der Behörden bisher noch immer erfolglos gesucht. Man befürch­tet, daß Manolesco, trotzdem er Anstaltskleidung trug, als er entwischte, doch ins Ausland entkommen sei. Er hat eine reiche Freundin, die ihn wahrscheinlich unterstützt haben wird. Deren Name ist aber der Berliner Polizei nicht bekannt. Manolesco hat, um zu entfommen, seinen Wächter auf das Kloset zu locken gewußt und dort hinterrücks mit einem Taschentuch halb erwürgt.

A Der Prügel-Hauslehrer Dippold, unter dessen unmensch- ' licher Pädagogik der ihm unverkraute Sohn des Direktors Koch von der Deutschen Bank in Berlin sein Leben aushoucheu mußte, ist der Bayreuther Irrenanstalt zur Beobachtung seines Geisteszustandes überwiesen worden. Im übrigen ist die Voruntersuchung in der sensationellen Affäre noch nicht 311m Abschluß gelangt. Die Anklage dürste wegen des Verbrechens der Körperverletzung mit Todeserfolge erhoben werden, so daß fid der Angeschuldigte in der nächsten Schwurgerichts­periode vor dem Landgericht Bayreuth zu verantworten haben :oirb. Seine nunmehr angeordnete Beobachtung in der Irren­anstalt hat übrigens nur den Zweck, einen im modernen Straf­prozeß bei außergewöhnlichen Fällen stets zu gewärtigenden Einwand schon jetzt auf seinen Bestand prüfen zu lassen, damii die Hauptverhandlung einen ungestörten Verlauf nimmt

0 Ein grauenvolles Verbrechen beging der Mühlenbesitze^ Bladuski in Zonnostje an der schlesisch-russischen Grenze. Er tötete durch Beilhiebe seine Frau, seine drei Kinder unk einen Arbeiter. Dann legte er Feuer an die Mühle unk erbäi'gte sich.

Bunte Chronik. In Kassel trafen unter Führung dès Oberleutnants von Tettenborn die nach Deutschland gesandter 8 chinesischen Militärschüler ein.

— In Hannover wurde dem Fleischermeister Fischer burd einen Schüler sein einziges Auge ausgeschossen. Das anderc hatte F. vor längerer Zeit auf gleiche Weise verloren.

- In Passau wurden beim Einsturz eines Gebäudes ein Mann getötet, drei schwer und zwei leicht verletzt. Von den schwer Verletzten konnten zwei erst nach langer mühseliger Arbeit unter den Trümmern hervorgeholt werden.

In Petersburg wurde eine griechische Bettlerbande ver­haftet, die Kinder in abscheulicher Weise verstünunelte, um das öffentliche Mitleid zu erregen.

SSSÖK+SSSKSe

Achtung!

Allcn meinen Verehrl. Inserenten, Abonnenten und Geschäftsfreunden hiermit zur gest Kenntnis, daß seit Samstag, den 11. Juli d. I , der bisher für mich tätig gewesene Annoncen-Acquisiteur, Herr Wilhelm Koch zu meinem Geschäft resp, meinen Zeitungen in keiner Beziehung mehr steht, da der Genannte sich große Unehrlichkeiten nnd Schwindeleien hat zu Schulden komme« lassen.

Hochachtungsvoll

Albin Klein,

Inhaber der Gießener Verlagsdruckerei

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Lokales.

Gieß en, den 13. Juli 1903.

** Oberbürgermeister Mecum-Gießen hat gestern seine Ferien angetreten.

II Nach einer Erklärung deS Königs. Preußischen KriegS- ministeriumS vom 22. Juni d. IS. gehören die Großh. Hessischen Oberrealschulen zu denjenigen Lehran­stalten, deren Reifezeugnisse als vollgiltiger Nachweis des erforderlichen Bildungsgrades für den Offizierberuf ange­sehen werden. Die Primanerzeugnisse dieser Anstalten be­rechtigen zur Ablegung der Fähnrichsprüfung.

* Julius Römheld, der eifrige Förderer des Gewerbewesens, Ehrenmitglied des Landesgewerbe-Vereins, feierte am 11. Juli in geistiger und körperlicher Frische in Mainz seinen 80. Geburtstag.

** Hauptlehrerprüfungen. Die diesjährige Prüfung der Hauptlehrer ist vom Großh. Ministerium, Ab­teilung für Schulangelegenheiten, auf Dienstag, den 1.S«P- tember festgesetzt worden.

* Die 59. Jahresversammlung deS hessischen Hwuptvereins der Gustav Adolf-Stiftung wurde am 7. und 8. Juli in dem schön gelegenen Städtchen Herb­stein gefeiert, dessen evangelische Bewohner die Festgäste überaus freundlich aufnahmen und ihre Festfreude durch Er­richtung einer schönen Ehrenpforte und Schmückung ihrer Häuser mit duftendem Tannengrün bezeugten; auch katholische E nwohner hatten an ihren Häusern Kränze und Guirlanden anglbracht.

Fernsprechverkehr. Der Sprechverkehr zwischen Gießen und Basel ist vom 10. Juli ab zugelassen worden. Gesprächsgebühr 2,50 Mk.

** Vom Manöver. Für die Manöver der 21. Division sind u. a. folgende Dispositionen getroffen: Die Divisionsmannöver der 21. Division finden vom 15. bis 19. September zwischen Limburg und Marienberg statt, während zu gleicher Zeit die 25. Division zwischen Wetter und Wetzlar ihre Urbungen abhält. Den Beschluß der Herbstmanöver bilden die Korpsmanöver, welche vom 21. bis 23. September in der Gegend zwischen Limburg und Mengerskirchen abge­halten werden. Am 23 September, dem letzten Tage, manöveriert das gesamte Korps gegen einen markierten Feind. Für die Korpsmanöver wird ein Halb-Bataillon schwerer Feldhaubitzen gebildet, deren Formierung am 21. September in Limburg stattfindet. Am 23. September (dem letzten Manövertage) werden die sämtlichen Truppen aus der Gegend von Limburg in die Standorte befördert, so daß die Ankunft dort noch am Abend erfolgen kann.

* Vrand. Kurz nach 3 Uhr entstand gestern auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise dicht am Eingang der Chaussee des Schlffenberger Waldes einer kleiner Brand. Das Feuer wurde jedoch bald wieder von den Vorbeigehenden gelöscht.

-z Ihr 2. Stiftungsfest stierte am vergangenen Samstag in den Räumen des „Felsenkellers" die „Gesell­schaft Ch a tt ia"- Gießen. Zahlreiche Gäste hatten sich ewgefunden, um den Darbictungen des Vereins zu lauschen. Eingeleitet durch mehrere Musikstücke, folgte der flott ge­spielte Einakter „Zweimal verheiratet", der ungeteilten Beifall der Zuhörer erntete. Sodann hielt der Vorsitzende, Herr Leun, die Begrüßungsansprache, in der er namentlich den Damen huldigte, die den Verein tinen prächtigen Pokal stifteten. Nachdem noch verschiedene Zither-Solies vorgetragen wurden, trat der Tanz in seine Rechte, der alle noch in fröhlichster Stimmung bis zum frühen Morgen zusammen- hielt.

-z Der evangelische Arbeiterverein veran­staltete am gestrigen Sonntage auf Textors Terrasse ein Kinder- und Familienfest, das sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Ein aus etwa 120 Kinder bestehender Chor, sowie ein exakt vorgeführter Kinderreigen trugen noch zur Erhöhung des Festes bei. Man kann sagen, daß das Fest in allen Teilen einen befriedigenden Verlaus nahm.

** V Mit teldeutsches Fleischergehilfen- Bundesfest verbunden mit dem 15jährigen Stil- deS Schlachtervereins Brüderschaft Gießen. Im Sonnenglanz als Bundesfest, vollzog sich gestern das Mctzgerfest. Eine D putation mit einer Kapelle empfing in den Morgenstunden bis zum Mittag immer wieder neue Schaaren auswärtiger Vereine, die mit klingendem Spiel in die Stadt geführt wurden. Mittags stellten sich die Vereine am Brandplatz zum Festzug auf, der sich durch

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