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An die Wähler­in Stadt und Land

äVa^i Ehe wir am 16. Juni als deutsche Männer an die Wahlurne treten, müssen wir zuerst noch einen Rückblick in die Vergangenheit werfen Mönch ch"^md uns genau überlegen, in welcher Weise wir unser Wahlrecht zum Wohle des Vaterlandes und insbesondere der Allgemeinheit huszuüben haben. Bei diesem Rückblick haben wir uns aber eine Ansicht des seitherigen Abgeordneten Köhler-Langsdorf, eines Agrariers in den grellsten Far-

^^S^Weit, in's Gedächtnis zurückzurufen, nämlich das von Köhler-Langsdorf im „Gießener Anzeiger" Nr. 233 vom 4. Oktober 1901 abgedruckte Schreiben, welches

-^f, -^ seinen Abscheu gegen alle Menschen, die keine Bauern — nach Köhler's Rezept — sind öffentlich in beleidigender Form èèifaHfo^ Mbl. In diesem Schreiben entwickelte Köhler folgende Grundsätze seines Glaubensbekenntnisses: „Der Bauer darf sich niemals auf andere verlassen,

Berlin H,°

^^ Sunt

1. nicht auf die Beamten, denn sie sind da, wo von oben der Wind her weht u. s. w.;

2. nicht auf die evangelischen Pastoren, denn teils huldigen sie der widerlichsten aller bis jetzt bekannt gewordenen Parteien, teils u. s w.;

3. nicht auf die Gelehrten, ganz besonders nicht auf die Prosessoren, denn die meisten von ihnen sind übergeschnappt n. s. W.;

oft

Vierten aus X i^nemonn, Menst ' Mmcchmklch

4. nicht auf die Industriellen, denn sie sind zu egoistisch;

5. nicht auf die^Handwerker. denn sie sind zu sehr aeiftia beschränkt u. s. w. ;

6. endlich nicht auf die Kaufleute, denn sie sind fast alle unsere hestigsten Feinde.

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So stehen wir Bauern denn einer Welt voll bewusster Feinde, verhetzter Dummköpfe, übergeschnappter

Professoren, gewissenloser Egoisten und Streber gegenüber u. s. ^."

ianmann.

Werten aus h

Wähler! Kann mqn einen solchen Menschen ernst nehmen? Ist es nicht die beispiellose

!" , o. lleberhebnng, wenn ein solcher Mann sich anmaßt, die Gesammtheit eines Wahlkreises" vertreten lur Die

;u wollen? Ist es nicht Pfticht eines Jeden, der den hier herunter gerissenen Bernfsständen ange-

QUt m hört, durch die Abgabe des Stimmzettels für den Kandidaten

o W '. Wep

nach Pfingsten.) it zur hl. Beicht- Refie, vor und n heil. Kommunion . Messe. ,

Predigt. I

nit Segen.

Herrn Aommevzienvat Heyligenstae-t

gegen diese Unverschämtheit zu protestieren ?

Darum, Wähler aus' Stadt und Land, tretet ein für die Wahl desjenigen Kandidaten, der unseren Wahlkreis würdig ohne Jedes Vorurteil, ohno jegliche Selbstsucht vertreten wird.

I Wählt alle Mann für Mann

■ Herrn Xommerrienrat jteyligenstaeöt rta Biele Wähler aus den von Köhler deleidigle« Berufe r wagen, tAdH^^H*

ihr noch w -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------1___

<^n der „Erwiderung“, die „mehrere Arbeiter (?) und Handwerker" Ausflug nach fieucbelbeim 1) ttt der gestrigen Nummer der „G. N. N." veröffentlicht haben, wird

gesagt, daß die Handwerker Herrn Köhler nicht wählen könnten, wegen

ne.

«^,âN Behandlung, die dieser dem Handwerkerstand wiederholt habe zu Teil mdin lassen. Cs scheint, daß Herr Köhler mit sei ^er Aeußerung âjZer gewisse Handwerker nicht ganz Unrecht hatte. Denn man ^^Aucht ja nur an die Behandlung zu denken, die den Gießener Hand- verksmeistern von den sog. „liberalen" Herrn gelegentlich der etzten Stadtverordnetenwahlen zu Teil geworden ist. Zuerst ver­brach man den Handwerkern mehrere Stadtverordnete-Mandate und ann schob man die betr. Handwerksmeister einfach zu Gunsten von Sroßinduftriellen und Advokaten bei Seite. Haben das die Kießener Handwerksmeister schon vergessen?

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