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russische Grenze überschreiten, wurde aber gefaxt. t zweite Raubmörder samt über die Gr nze entkommen ‘ein.

% sEine verzwickte Ordensgeschi h Z Ter er.osgreiche französische Dramatiker Pierre Wolff sollte, wre im „Ma- tin" erzählt wird, schon wiederholt durch das Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet werden. Bei jedem Erdens regen wurde sein Name genannt, seine Freunde wünschten ihm schon vorher Glück und Segen zu der schönen Kuopf- lochzierde — wenn aber dann der „Staatsanzeiger" er­schien, war Pierre Wolff wieder nicht unter den Dekorier­ten. Einer seiner Freunde, der im Nebenamte Abgeord neter war, faßte sich eines Tages ein Herz und fraßte den Unterrichtsminlster: „Warum, in aller Welt! haben Sie Pierre Wolff nicht dekoriert^ - „Warum ich Wolfs nicht dekoriert habe?" erwiderte dieser. .O! ich möchte schon... aber, sehen Sie, es giebt Tinge, die. . Es giebt Polizeiberichte..." Man muß nämlich wissen, daß kein Ëhrenkreuz verliehen wird, ohne daß man durch die Po­lizei bei dem Pförtner, bei dem Schneider und bei der Milchfrau des Ordenskandidaten nachforschen läßt, ob die Nachbarschaft nicht von irgend einer bösen Tat des. Herrn Soundso Kenntnis hat. Der würdige Polizeimann, der die Taten und Worte des Dramatikers Pierre Wolff zu überwachen hatte, hatte nun etwas sehr schlimmes be­richtet: „Besagter Pierre Wolff soll im Cafè Terminus in einer einzigen Nacht 18 000 Frcs. im Poker verloren haben." Wie kann man einem Herrn der Poker spielt und noch dazu verliert, das Kreuz geben!.. .Ja, wenn er noch gewonnen hätte, dann vielleicht... Nun geschah es aber, daß ein anderer Polizeimann eine fürchterliche Entdeckung machte: der Wolff, der Poker spielt und sein Geld verliert, ist gar nicht der Dramotiker Wolff, sondern ein Namensvetter, der noch nicht das kleinste Drama auf dem Gewissen hat. Man hofft also stark, daß Pierre Wolff diesmal beglückt werden und das langersehnte Kreuzchen erhalten wird.

j) sAmerikanische Reporter-Fantasie.j Schaudervotl, höchst schaudervoll ist fotgeude Geschichte, die ein New Yorker Blatt erzählt. Der Kapitän Clarkoon und der In genieur Metrolins f iten sich schlagen Metrostns hat'e die Wahl der Waffen unb wählte Dynamit, einfach Dyna mit. Zur bestimmten Stunde trafen sich die grimmigen Feinde, jeder mit fünf Tyuamitpatronen bewaffnet, auf dem Schlachtfelde. Die Zeugen und der Doktor kletterten auf die höchsten Bäume und das Duell begann. Die beiben ersten Patronen blieben wirkungslos, aber die Detonation der dritten war entsetzlich, grauenhaft. Die Zeugen kletter­ten rasch von ihren Beobachtiingsposten herunter unb der Doktor brach in der Eile ein Bein. Die Zeugen fanden den Kapitän Clarkson zu Brei zerschmettert. Der Ingenieur Metrokins war spurlos verschwunden, von seinem Erden dasein gab nur noch ein zerrissener Stiefel Kunde. Die Zeugen erklärten darauf feierlich, daß der Ehre Genüge getan fei.

Kurzes Allerlei. Am 1. April b. I. tritt der Kom­mandeur Jantzen der Lotsenstation zu Warnemünde in den Ruhestand. Er hat sich um das Rettungswesen zur See große Verdienste erworben. Er hat im Lause der Jahre mehr als hundert Personen einem sicheren Unter­gänge entrissen. Der nunmehr 75 jährige .H(lo rettete noch vor zwei Jahren eine ganze in Seenot befindliche Schisfs- mannschaft.

- Reiche Katholiken in Neapel haben dem Papst einen kunstvoll gearbeiteten Topas ,311m Geschenk gemacht. Der Stein wiegt 1 Kilogramm unb 734 Gramm und weist das Bild des Erlösers auf, der das heilige Abendmahl ver­teilt. Tas Geschenk kostet 320 000 Mark.

Vermischtes.

1 lEin eigcu^rtigeS Fachbtatt^ scheint das in München je^t neu erscheinende Wochenjournal „Die Kellnerin" zu fern, d-as die Interessen b?3 gesamten .Kellnerinnenstan­des vertreten will. Den berechtigte Bestrebungen, den Gefahren und Schäden des .Kellnerinnenberufes entge- genzuwirken, wird aber ein schlechter Dienst erwiesen durch Annoncen wie folgende: „Jenes Servierfräulein, welches vergangenen Samstag Abend 6 Uhr am Bahu- Hofsplatz eiliaü die Trambahn verließ nnb im Ge-

Dr. Rumseys Patient.

Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade.

Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner.

•0] (Nachdruck HdKtnt)

Er öffnete.

^Etz thut mir leib, daß ich Dich nochmals stören nnt^, aber Du mußt sofort mit mir kommen. Wer, meinst Du, ist soeben «raekommen?"

„Ich habe keine Ahnung", stammelte er verwirrt.

„An alter Freund von Dir und mir, Dr. Rumsey."

„Rismsey ^ ah!" versetzte Audrey, erschreckt auffahrend. „Das ist ein Verbündeter, der nubebingt auf Deiner Seite stehen wird!"

-Ans meiner Seite?" fragte bie Baronin erstaunt, bie nicht betriff, was er meinte.

kann mich jetzt nicht deutlicher erklären. Ich möchte Rllmtev wrcchen, A<aagie. Ihn kann ich etwas fragen, was im nicht fragen kann — bitte ihn, er möchte gleich ui mir kommen/

„Er wird sofort kommen", gab sie zurück. „Ach, ick bin so frob^daß er hier ist."

^te lief fdinefl in das Hans zurück, unb traf den Arzt in der großen Halle.

„Ich grawlierc Ihnen von flaniern Herzen, meine liebe, Wdbtflt Frau .begrüßte Dr. Rumtev ne. ibr schnell entgegen- flebenb. »Ibr Brief enthielt so erfreuliche Nachncbten, daß ich nickn umhin konnte, schnell einmal nach Grohhofen zu fahren Md mir meinen sonderbaren Valienten änlichen. Ich nenne ^bren beirrn Geniahl noch immer meinen Patienten. M eS örtlich wahr, daß er vollständig gesuild ist?"

Margarete blickte ihn mit ihren großen Augen ernst an.

- .. -Dor einer halben Stunde noch würde ich Ihre Frage rm- bedingt lofort mu „ta" beantworte! haben", verletzte sie zögernd, „aber jetzt — sie stockte. â^-â^Ä^?.^ alten beänglttgenden Svmptome wieder Sezetgt? fragte der Arzt.

nicht gerade. Vielleicht war die Aufregung, welche Mnu!^^ Ä.^^Ä^ "Ä^^ #°0- S"viel für Robe.ts Nerven. Her? D^r^ Augenblick mit nur in die Bibliothek treten,

orange verschwand, wird von dem ihr gegenüber ge­sessenen Studenten, der ihr das Taschentuch aufhob, dringend um ein Lebenszeichen gebeten unbrr:Süßes Schnürchen, Verlag der Kellnerin, Maistr. 16." Solchen Annoncen — es sind deren gleich in der ersten Num­mer vier an der Zahl — hat dieses „Fachorgan" eine eigene Rubrik „Seufzer-Ecke" gewidmet, die mit der Ab­bildung eines kosenden Liebespärchen geziert ist?

>I< IAnekdoten von Viktor Emanuel dem Zweiten.^ Anläßlich der 25. Wiederkehr des Todestages Victor Emanuels II. erzählen die italienischen Blätter zahlreiche Anetdoien von dem ,Rö Gutantuomo". Zwei der besten leien hier wiedergegeben. Der König pflegte zur Illu­strierung des Mutterwitzes der Mailänder folgendes nette Eeschichtchen zu erzählen: Ich wohnte im Jahre 1861 in Mailand einer Parade bei. Tichl vor mir stand ein Re- giment, das fast ausschließlich aus lombardischen, vor allem aus Mailänder Soldaten bestand. Zwei Soldaten knüpften nun, ohne sich zu rühren und während sie mich fest ansahen, ein Gespräch an, das ich, ovwoht es ganz leise geführt wurde, Wort für Wort hören konnte — Sie wissen ja, ich höre sehr gut. „Sieh nur," sagte der eine der beiden Soldaten im schönsten Mailänder Dia­lekt zu seinem Nebenmanne, „sieh nur, wie unser König dick und fett wird.'" „Kunststück!" erwiderte der andere, „wie soll der nicht dick und fett werden?! Ein Mensch, der jeden Tag eine Provinz einnimmt." — Noch lustiger ist folgende Anekdore: In nnb um Neapel ist es Sitte in jedem $auie, daß man einem Besucher, der irgend etwas im Hause bewundert, den Gegenstand mit den Wor­ten anbietet: „Er gehört dir'" oder „Nimm es hin!" Natürlich ist das weiter nichts als eine Höflichkeits­phrase und es wird keinem Menschen cinfalten, den an­gebotenen Gegenstand wirklich zu nehmen. Eines Ta­ges jagte Victor Emanuel in der Nähe von Neapel und hielt zur Mittagszeit Rast in einem Bauernhause. Wäh­rend er sein Frühstück verzehrte, wurde der König von zwei hübschen Kindern aus angemessener Entfernung schell bewundert. Der König rief die Kinder zu sich heran, streichelte ihnen den Kopf und sagte zu dem Bauern: „Sind das deine Kinder?" — „Sie gehören dir, Majestät," erwiderte dieser unverzüglich. — „Um Gotteswillen," er­widerte darauf der König, inbem er lachend abwehrte, „ich erinnere mich nicht, schon jemals hier gewesen zu sein!"

£ sDer erste Schritt zum ewigen Friedens Die Aera der Abrüstungen in Europa beginnt: der Fürst von Mo­naco hat beschlossen, seine ganze Armee am 1. I li 1904 aufzulösen ober genauer dem Poli cikvrps einzuverUiben. Das Kriegsheer von Monaco umfaßt zwei Korps: das der Ehrengarde unter dem Befehle des Obersten Grafen de Christen, ehemaligen Obersten ^r Pariser Garde répu- blicaine, besteht aus 75 Mann, einem Hauptmann unb zwei Leutnants. Das Korps b. r „Carabiniers", g'r i lf ls 75 Mann stark, steht..unter dem Befehl eines Majors. Tuzu fommen noch ^Äe Löschmannschaft, bestehend aus fünfzig Mann, und das militärische Gefolge des Landes­herrn, zu dem auch noch der Befehlshaber der fürstlichen Jacht, ein englischer Fregattenkapitän, der einzige Ans- läuder, gehört. Tie Armee von Monaco wurde bisher in Kricgszeiten dem französischen Heere einverleibt, das nach der Auflösung des fürstlichen Heeres zusehen mag, wie es diesen Ausfall wird decken können.

|::I sDie Presse in Aegypten.j In einer Statistik der arabischen Zeitschrift „Al Machrig" wirb feftgeüell:, daß Aegypten gegenwärtig 120 Zeitungen und Zeitschriften besitzt. 87 davon sind arabisch geschrieben, die andern fran­zösisch ober englisch. Unter den arabischen haben 3 1 einen politischen ober fommer^ieilcu Charakter, 2 sind humo­ristische Blätter, 17 sind im Dialekt geschrieben, 10 sind religiösen Inhalts, 7 behandeln juridische, 5 medizinische, 2 landwirtschaftliche Fragen; außerdem gibt es ein — feministisches Blatt und ein Freimaurer-Organ. Tie eng* lischen und französischen Blätter sind fast alle politisch.

— Der Frauenmörder Pi dal, der bekanntlich vor nicht langer Zeit in Nizza wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt worden war, ist jetzt zu lebenslänglicher Zucht­hausstrafe begnadigt worben.

— Ein Boot mit 19 Hochzeitsgästen, die den Sebufluß bei Mehedia in Marokko befuhren, wurde von der Strömung ergriffen und kenterte. Sämtliche 19 Insassen sind er* trunken.

Sie öffnete die Thür und trat ein. Doktor Rumsey folgte ihr.

„Ich schrieb Ihnen von unterwegs/ fuhr Margarete fort, »daß meines Mannes Gesundheit von Tag zu Tag erfreuliche Fortschritte machte. Er pena§ allmählich an Körper und Geist. Heute morgen noch dünkte er mich der körperlich Gesundesten und geistig Tüchtigsten einer. Sie wissen, Herr Doktor, in den fünf Jahren, da die düsteren Wolken seinen Geist umschatteten, hatte er weder Lust zum Lesen noch überhaupt zu einer Be-

»img iraenb welcher Art. Jetzt interessiert er sich lebhaft es, er hat sich als Kandidat für Großhofen aufstelleu lassen unb ist heute als solcher ins Parlament gewählt worden.

„Das klingt alles recht verheißungsvoll, meine gnädige Frau", entgegnete der Arzt, „aber ich glaube, aus Ihren ernsten Mienen m schließen, daß eine geheime Sorge Sie bebrütst."

„Ja, Herr Doktor, dem ist leider so. Sein Weseu gefällt mir heute abend garnicht. Den ganzen Tag war er in Geschäften abwesend. Statt nun nach feiner Rückkehr wie gewöhnlich zu uns 311 kommen und mit uns zu essen, schloß er sich im Bureau ein. Dort weilt er ietzt uoch. Er arbeitet nicht, er grübelt nur über etwas nach und lagt, er müsse erst ein moralisches Problem lösen, unb bevor er das nicht erreicht, will er das Bureau nicht verlassen."

„Er übertreibt es, wie mir scheint", warf der Arzt ein.

„Tas ist auch meine Ansicht, Herr Doktor. Ich sagte ihm soeben, daß Sie angekomnlen seien; er bat mich, Sie sogleich zu ihm zu schiefen. Wollen Sie gehen?"

„Aber mit Vergnügen."

„Sie müßten eigentlich erst eine Kleinigkeit essen/

„Rem, danke, jetzt nicht, gnädige Frau."

, Die Baronin geleitete Dr. Bunsen auf einem Seitenwege m das Winsckafisgebände. Die Thür zum Bureauzimmer war diesmal nur leicht angeiehnt. Margarete trat ein, der Arzt folgte ihr.

>Nun, lieber Freund", begrüßte der letztere in seiner jovialen Weise den Baron, „ick freue mich von ganzem Herzen, Sie wieder auf Ihrem alten Platze zu finden. Der Brief Ihrer Frau Gemahlin enthielt so erfreuliche Nackrichten, daß ich der Ber- fnchung, Sie wiederzusehen, nicht widerstehen konnte."

„Ich fühle mich wohl unb munter", entgegnete Audrey. „Bitte, nehmen Sie Platz, lieber Doktor. Maggie, bist Du böse, m«u ich Dich bitte, uns ein Weilchen allein m lassenF

Professoren und Politik.

uÄ% bringt bie »Täglich Rardschau in ihrem Mvrgenblait Dom 8. Januar folgenden A^kel, der auch für Gießen von Jnteresfe sein dürfte. Die „Tagl. ^""^Aus^unftrn Parsamknten sied die Pioiesioren so gilt wie veischwanden. Ein paar giebt er ja lhm ^fi^tage, ein paar auch hier und da in den Landtagen. Aber dann sind eè lumeift Männer, die ihre Bedeutung mcht gerade als Hochschullehrer errangen; die wissenscha^ichen «lerne leasen unseren Parlamenten nicht mehr. Manche pflegen dar für einen wünschenswerten Zustand zu halten « bat sich sogar, dem ..mulier taceat in ecclesur oergt tibar, eine «rt allgemeine Meinung gebildet, die den $« <fforen in öffentlichen und staatlichen Ringen am liebsten überhaupt den Mund verbieten möchte. Die allemal, sobald den e,neu ober anderen von ihnen die Lust ^^^ndett, zu Fragen, d jedermann ausr tiefste bewegen, vom «tandpunl se ner wissenschaftlichen Eikenntnir und der ernsten Arbe t .meS ganzen Lebens ein Wort zu sprechen, d,e „Pr°s-si°ren' Weièheit" mitleidig beiseite schiebt oder sie mit dem Lächeln unendlicher Ueberlegenheit der Verachtung von Gevotter Schneider und Handschuhmacher preiègiebt. ,

EL ist nickt ganz leickt zu sagen, wle d.ese Meinung sich bildete. Ihre ersten Ansänge mögen sich vl^lleicht noch aus den Zeiten von Rank.L „historisch-poliillcher Zeckschrist herschreiben, der von seiner kühlen weltenfernen Hohe bte heißblütigeren liberalen Kollegen als nicht recht ernst zu nehmende Theoretiker abzufert gen pflegte. Dann brach alS das Werk der Franksurter Nationalversammlung scheiterte und den Dahlmann unb Arndt mißlang, war in j^nen Zeit- lausten wohl auch den Blut- und Eisenmäanern (heute würde man sagen: dem „starten Mann") nicht gelungen wäre, die Entrüstung der Enttäuschten über die dtvsessoren los. Und als dem Hoffen von Generationen dann endlich seine stolze Erfüllung ward, da verblaßte — ein ganz i atürlicher Vorgang — vor dem Glanz der Gegenwart daS erfolglose Mühen der Vergangenheit und immer nachdrück­licher begann sich jene Meinung sestzusetzen, die der Vater ehrliches Ringen gering zu werden geneigt wär. Von einem Extrem glitten wir allmählich in das andere hinüber. Einst hatte unser öffentliches Leben an dem Uebermaß der Leute von gelehrter Bildung gelitten und dadurch einen stark doktrinären Zug erhalten; jetzt gerieten wir in Gesahr, die sogenannten „Männer der Praxis" zu überschätzen und näherten unS langsam, aber sicher den Gefilden, da über Banausen brr Klopffechter gebeut. Für jedes törichte Stücklein, das sich in der beispiellosen Erregung der Kon- fliktszeit (bie zeitweilig doch selbst treuen Männern wie Treitschke das Urteil getrübt hat) die V rchow ober Mommsen geleistet, bewahrte man ein allzu gutes Gedächtnis; von dem Großkn aber, was in einem halben Jahrhundert deutscher Geschichte Professoren durch ihre Lehre und mehr noch durch ihr Vorbild und Leben an einem staatlosen und doch mit allen Fasern nach einem wirklichen Staat verlangenden Ge­schlecht gethan, schwand unS jede Erinnerung.

Und sie haben Großes gethan an unserm Volk die deutschen Professoren, und eS steigt mir jedesmals wie heiße Scham ins Gesicht, wenn ich in den Blättern den billigen Witzeleien über „Professoren-Weisheit" und „Professoren­politik" begegne, die jeder Bruder Bauer zu verachten das hehre Staatsbürgerrecht habe. War es nicht ein deutscher Pcoftssor, J. G. Fichte, der noch unter bem Wirbel der französischen Trommeln den Plan entwickelte, den -Röntg von Preußen als einen „Zwingherrn zur Deutschheit" an bie Spitze des g famtm Vaterlandes zu stellen; nicht ein anderer Professor — E M. Arndt, dec mit seinen zünden- den und doch so weihevoll herzstärkenden Liedern unsere Helden in den Freiheilskampf geleitete? Und als bann zum Lohn für so viel Erhebung und Begeisterung unen^rch trübe Jahre über unser Volk' hingingen: wer hielt den Glauben an die Zukunft bet Nation ausrecht? Wer ver­körperte den Zerklüfteten unb Voneinandergerissenen daS deutsche Gewissen? Wer wehrte in Hessen, Hannover und

„Nicht im geringsten, Robert", versetzte sie lächelnd. „Ich vertraue Dr. Rumscy voll und ganz, er wird Dich schon zur Vernunft und 311m Aufgeben Deiner Grübeleien bringen'"

„Sie weiß nicht, was sie spricht", dachte ihr Gatte kummer­voll bei sich. Er geleitete sie bis an die Tbnr und verschloß diese hinter ihr.

„Es ist eine seltsame Fügung, Herr Doktor", begann er, al- er mit Dr. Linusen allein war, „daß Sie gerade in dieser Stunde mich aufsucken. Sie waren mit mir in den furchtbarsten Stunden meines Lebens, als mein Körper und mein Geist Schiffbruch erlitten — Sie fommen jetzt, wo mein moralisches Gefühl ent­weder Schiffbruch leidet oder — den Sieg davonträgt."

„Ihr moralisches Gefühl Schiffbruch leidet ober den Sieg davontragt?" wiederholte der Arzt mit fragendem Blick. „Wie soll ich das verstehen?"

„Ach, lieber Doktor, „ich bin der unglücklichste Mensch mir der Welt, ich trage ein schreckliches Geheimnis mit mir herum."

„Ah -"

„Ja, ein schreckliches (Geheimnis. Wird dieses offenbar, so bricht meiner armen Maggie das Herz, nnb das alte, stolze Ge­schlecht der Andreus fällt summmen — von mir, dem letzten seines Stammes, garnicht zu sprechen."

„Wollen Sie mir Ihr Vertrauen schenken, Andren?" fragte Dr. Rumsey nach einer Pause in ernstem Tone.

„Ich kann nicht! Ich kann aus Dem einfachen Grunde nicht, weil Ihnen - wenn ich Ihnen alles erzählt — als Ehren­mann garnicht? anderes übrig bleibt, als den sofortigen Zu- sammeubruck herbeizurühren."

„Sind Sie auch sicher, daß Sie nicht abermals unter dem Einfluß einer Hallucination stehe, iF

„Rein, Doktor, nein'. Wollte Gott, dem wäre so!" stöhnte der Baron.

„Sie sehen allerdings gesund aus, gesund in jeder Hinsicht", versetzte Dr. Rumsey, nachdem er seinen Patienten auf das schärfste beobachtet hatte. „Wie vorteilhaft Sie sich verändert haben! Wenn ich damals nicht mit eigenen Augen gelegen hätte, in welchem elenden Zustand Ste sich berauben, ick würde eine solche — solche Wiedergeburt möchte ich sagen — wirklich nicht für möglich halten. Sie sehen frisch und jung aus, sind voller und breiter geworden, und was für Muskeln Sie haben! Wunderbar — fmfâéb wunderbar!"

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nur zum Segni flem Professoren und Pol viel zu früh der Wiss ^weiten E'jenache^ V politif dies Ve'hältni!

„Nicht bin reffen der be| gewohnt und dazu ungen als Gliedei sind wir bem Ji hohem Masce au4g eine Unft^bartät i wir doch den Anspr hei't der sogena Verwirrung zur ist nichts and Durchdenken v bärtiger einze

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