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M. 292 Erstes Blatt

Samstag, Ven 12. Dezember *903

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gi riern txWrtU : in Eichen, sb«L»lt monatlich d0 Ps-., El N«» gäscht W Pfg., durch die Pöst be-ogo« bierrel- jährlich Mk. 1.50.

I ItiMcMeUage«: Oberhesstsche Familir«rett««a (täglich) 1 Lbrtzësstsche Zeitschrift für La«dwirtsch«st, Dbst- v«tz 1 ial«6w*, sowiedie •ttfcewer Seife« bl«se« (wSchen-üL).

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12. Häbnmng.

A«ierit»»S«rei», D» nn^sttfee Prtt«eUe fit Metze« »v •eng Oberhesse«, die Kreise WchLr und Mâr, 14 Pf«, sâ 16 Ps-.: Nekl^Mt« die Pettt^le 30 resv. 40 Pf«.

ftr Orerhefien und die Kreise Marburg und Wetzlsr; LokalSkzeiger für Gieße« und «m-ehMA. GtzWÜt eie amtliche» Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden wi Obeeheße».

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Quittungen.

^Politische Wochenschau.^

D^r in dieser Woche eröffnete Reichstag hat bereits am Mitlln Tage der Etatberatung einen „großen Tag" zu lverzeichnen gehabt. Bebel hatte seine übliche Prograinnrrede igehal! en und der ^Reihe nach von oben bis unten alle Jnsti- tutior en unseres Staatswesens, alle Zwischenfälle im öffeub Men Leben dieses Jahres mit der Lauge seines Spottes über= flossen. Eine Antwort 'des Reichskanzlers war also zu er- lmrtcvr und folgte benn auch auf dem Fuße. Hatte Graf -Wow einen besonders guten Tag oder war es die Materie, iiie it n reizte, nach langen Monaten unpolitischer Zwischen- kpause endlich einmal die Quittung ausstellen zu können über -die Wahlen am 16. Juni — kurz, diese Rede des Kanzlers 'M din oratorisches Meisterwerk und eine politische Leistung. Lb er nun Bebel als Manöverbummler ironisierte, ob er die Mele von den „räudigen Schafen" in die Welt warf, die es mich Hinter den Sozialdemokraten gäbe, immer war er auf der Höhe überlegenen Hunrors, dem auch warnender Ernst nicht fern lag. Bebels Sucht, zu verallgeineinern, und die Woiwsche Kritik dieses Gebarens führte von selbst über ben Fächer Fall zu dem Worte, daß kein Heer der Welt auf Ancu Lorbeeren ausruhen solle, und bau der satirischen Heinbemerfung, daß ja nicht einmal die Sozialdemokratie Mz »ohne Sünde zu sein scheine. Recht ergötzlich waren die ^Hergänge auf dein Gebiete der auswärtigen Politik, in kneii wiederum die Figur Bebels als politisches enfaut tmilbh' behandelt wurde. „Wenn es einen Punkt in der 'M gibt, wo wir nichts zu tun haben, so ist es die Mand- Murt i. Will Herr Bebel für die Mongolen als neuer Peter am Amiens einen neuen Kreuzzug unternehmen, so lasse ich Jim Mein Vorgehen." Sehr scharf sprach sich der Kanzler iiibcriibic züncklole Art der Kritik gegen Rußland aus, wie sic Mi c>ci« Sozialdcniokraten geübt werde, um dann wieder aufs MW Gebier überjufpriugen und sozialdemokratische Phan- llmür^ien und Utopien auf das Maß nackter Wirklichkeit jMÄzüführen. „Wenn ich, wie Herr Bebel wünscht, ein Rillurand sein wollte, so würben mir von niemand mehr Knüppel swifeb 'n die Beine geworfen werden, als von Ihnen, ^m* Bebel." Und der Kanzler ließ sich über den Dresdener :MHtaq aus und den Traum von einer Republik, mit welcher Jein; uodf gar nichts getan sei. Auch in Republiken Worbt M Wasser gekocht, und es sei ein großer Irrtum, an ein !Mi s Univer saliernm zu glauben, das alle menschliche heilen könnte. So folgt ein Apercu bem anderen Tc/'üeschichte der römischen Weltherrschaft muß dazu dienen IV’iüu.^ beleuchten, die unbedacht von Bebels Lippen Niem. Und jedesmal hatte der Kanzler die Lacher am Men' Seite: wenn er versichert, daß dieses hohe Haus ganz 'Hers aussehe, wie der Senat zur Zeit des Titius; ober wenn sä m eint, daß Herrn Bebel seine Etatrede unter (Saügula icht schlecht bekommen wäre; wenn er Kautskys Broschüre :m ider „sozialen Revolution" einen „grünen Bädeker für M’eife nach Utopien" nennt und die Republik Bebels als bk llmibHf Platos bezeichnet, die nur möglich wäre mit Engeln 1 iiii> «Engelsföhnen („. . . bilden Sie sich beim ein, ein solcher Igel zu sein, Herr Bebel? Sie sind ein netter Engel!..."); Itr Denn er ironisch fragt, wen denn Herr Bebel als Minister ^Auswärtigen ins Auge gefaßt habe, ein Akademiker werde nach dem Dresdener Parteitage wohl kaum sein. Jedes 5M das der Kanzler da gesprochen, hat ins Schwarze ge *’n. Es sollte eine Quittung sein auf Herausforderungen :kc Art und besonders auf jene schwere, welche das Resultat

, kr Reiä'stagswableu in sich schloß.

Aehnlich wie Graf Bülow im Norden hielt Graf Craits- !jdn im bäuerischen Neichsrate seine Abrechnung mit denen, j& itamal^ seinen Sturz herbeigeführt. Aus seinen Worten "hfl tiefe Bitterkeit, und es lag wohl besondere Absicht in der klonten Bemerkung, daß er seine Meinung niemals vor ! feigen werbe. Herzerquickend berührte die Frische, mit MeAr der ehemalige bayerische Ministerpräsident auf die ; jutem Beziehungen zum Reich und zu Preußen hinwies, & «er gepflegt habe und bon denen man niemals lassen Me. Wenn aber auch im bäuerischen Reichsrat der Ton dic ibn ’it' macht, w kann doch nicht verschwiegen werden, daß ina.) Crailsheims Worte eine Nebenstimmung hindurchklang dem Adresse ziemlich deutlich war. Auch hier also gab einer Jie Quittung über Erhaltenes; aber es war offenbar, daß imte*c der Note die gebräuchliche Phrase fehlte: „Dankend inipliana.cn/'

Auch die österreichisch-ungarischen Staatsmänner ße ivitem sich vor, den abstrus tioniftischon Parteien ihrer Parla merr.te die Quittung zu überreichen. In Wiener politischen deiüsen spricht man bereits mit apodiktischer Gewißheit von einen nahe bevorstehenden Auflösung des österreichischen Ab Dndnelenhauses und in Ungarn springt der neue Herr mit der starken Faust, Graf Tisza, mit den widerspenstigen Messutbianern recht unsanft um

LWie im Innern der habsburgischen Monarchie, so zeig! sich auch nach außen dieser tatkräftige Zug. Im Verein nit 1 bem russischen Gesandten bat der österreichische in Konstan- Ipwel dem Sultan die Quittung auf sein ewiges Hin ziehen Hoer mazedonischen Reform frag-' überreicht. „Sofort," hier : Marin, „fängst du mi dem Reformwerk an, sonst nehmen rir: die Sache in eigene Hand und dir die Zügel der Regie

rang in Mazedonien ab.’" Dieser deutlichen Sprache gegen- iiberjenfte der Sultan schleunigst ein.

Seinem Beispiel scheinen die Japaner in ihrem Streit mit Rußland nicht folgen zu wollen. Sie scheinen entschlossen zu sein, ihre Rechnung für Korea und die Rcandschurei mit dem Zarenreiche durch Waffengewalt 311111 Ausgleich zu bringen und den russischen Uebergriffen eine blutige Quit­tung zu erteilen. Die Mehrheit der Volksvertretung ist mit beut friedlichen Inhalt der Tronrede durchaus nicht einoer Handen und es wird auch in Tokio aller Wahrscheinlichkeit nach dazu kommen, daß die Regierung, um ihrer augen­blicklichen Notlage zu steuern, auf das gegen sie gerichtete Votum des Hauses die Quittung präsentieren wird. Im geheimen sympathisiert sie allerdings völlig mit der Volks Vertretung. Sie hak nach Wallung ton er Meldungen bereits vor einigen Wochen die Anfrage an die Regierung der Ver­einigten floaten gerichtet, ob diese ihr im Falle eines Krieges materielle Unterstützung gemähren wurde. Die Regierung in Washington hat aber geantwortet, sie sei nicht in der Lage, Japan zu helfen. Ohne Unterstützung non außen her aber fühlt sich Japan doch im Moment noch zu schwach, um mit dem mächtigen russischen Bären altzubinden. Aber di>. günstige Zeit wird lammen und die alte Rechnung quittiert werden.

Deutscher Reichstag

(5. Sitzung.)

CB. Berlin, 11. Dezember.

Mit altem Brauch wird auch im neuen Reichstag nicht ge brachen. Bei der Etatberatung treten die Parteien in der Debatte nach ihrer Stärke auf. Heute ist die viertstärkste Partei, die nationalliberale, an der Reihe. In ihrem Auf trage spricht Abg. Dr. Sattler. Wie Vorgestern der Zentrumsredner, so beginnt auch er mit den Worten der Teilnahnie für den erkrankten Kaiser und tuender sich als dann der

Finanz-Re form-Vv rlage

zu. Er bezeichnet es als erfreulich, daß fortan die Ueberschüsse eines Jahres nicht mehr in die laufenden Einnahmen des zweitfolgenden Jahres eingestellt, sondern zur Schulden­tilgung verwendet werden sollen. Das fei jedenfalls ein richtigeres Verfahren, als das gegenwärtige. Für sehr iwt- wendig hielten seine Freunde eine energische selbständige Organisation der Reichs-Fimm Verwaltung.

Auf die allgemeine Politik übergehend, bemerkt Redner, daß auch seine Freunde die M i ß st ä n d e i m Heere beklagen, wie sie durch die Gerichtsverhandlungen publik geworden seien. Wenn, wie es scheine, bei den Unter­offizieren Ueberanspannung als Ursache der vielen Miß­handlungen Untergebener vorliege, so frage er, was die Heeresverwaltung zu tun gedenke, um diese Mißstände ab-

zuhelfen?

Im Gegensatze zu Schädler halten er und seine

Freunde die O ft in a r k e n - Z u I a g e n

für etwas sehr

Nötiges. Es sei nötig, den großpolnischen Bestrebungen

entschieden entgegen, zutretèn.

2 Ibe ^iclüing nehme et

zu den welfischen Bestrebungen. tUnruhe.) Ja, davon sollten Sie doch überzeugt sein, ein preußischer König gibt, was et im Kampfe errungen, nicht wieder heraus. «Erneute ihr ruhe.) Sie sollten sich doch sagen, daß Sie ein selbständiges Königreich Hannover nicht gutwillig wiedererlangen können, sondern daß jeder Versuch dazu blutigen Kampf entfesseln muß. 3um Schluß wandte sich Redner in scharfer Weiß gegen die Sozialdeinokratie. Die äußerste Linie unterbrach ihn von Zeit zu Zeit durch lebhaftes Murren. Allein langt hielten sich beide Teile nicht auf. Denn man wußte: dic „Sensation des Tages" sollte erst kommen.

er Kriegsminister über Forbach u.

a.

lind die Sensation kann Unmittelbar nach dem Abg Sattler betrat der preußische Kriegsminister v. Eine m die Rednertribüne. Man hörte ihm die innere Bewegung an: Der äußerst gewandte Redner sprach langsam, stockend, als wäge er jedes Wort, ehe er es wage. Herr v. Einern beginnt mit dem Ausdruck des Bedauerns, sich gleich bei seinem ersten Auftreten als Minister mit solchen Dingen be­schäftigen zu müssen, wie sie in Foxbach geschehen seien. Man fragt sich, wie solche Dinge übecbaupt möglich werden sonn ton! Er gebe zu, daß es vielleicht ein Fehler sei, eine so kleine Gruppe von Offizieren so ganz abgesondert von einer großen Garnison zu lassen. Wäre dort ein Kommandeur gewesen, der feine Stellung ausgefüllt hätte, wären solche Dinge nicht vorgekommen. Der Kommandeur hat dort nicht hingepaßt. Der Mann mar ein Schwächling, der ruhig 311 sah, wie die Dinge sich entm-t eiten. Auch die Offiziers fraßen, die sich dort in Forbach vergangen haben, darf man nicht vor gleichen mit all den anderen Offiziersdamen im Heere. Ich erinnere mich noch sehr wohl der Zeit, wo mit jüngeren Offiziere von den Damen der älteren Kameraden gelerm haben. Sie waren uns wie die Mütter zu Hause. (Beiian rechts.) Der Minister geht dann auf die M i ß h a n d - langen ein und legt ziffernmäßig dar, daß sie in den letzte,, Jabren abgenommen hätten. Und zwar seien 68 Prozent dieser Mißhandlungen durch Meldungen bekannt geworden, und nur 32 Prozent auf anderem Wege. Das beweist, daf- das Beschwerderecht gut funktioniere Wo so brutale Miß Handlungen norfamem wie im Falle Breidenbach, da sei

kein Zweifel, dad der Vorgesetzte der .Hauptmann, her Der Ueberwtidmng nie seine Schuldigkeit getan habe. Auch der Kaiser habe über solche Vorkommnisse seine ernste Mißbilli­gung ausgesprochen. Daß einmal ein Unteroffizier sich zu einem Stoß oder Schlag verleitet sehe, sei begreiflich. Aber eine Statistik der Schläge, die es auf Werkstätten, in Fabri­ken gebe, würde zeigen, daß das Heer in dieser Hinsicht noch glänzend dastehe. (Unruhe bei den Soz. Dem.) Es sei auch nicht so ganz falsch, wenn von einer Seite entschuldigend gesagt sei, es gebe Soldaten, die den Vorgesetzten absichtlich reizten. (Lachen links.) Für die Anträge, die Abg. Schäd ler angekündigt, um nach Möglichkeit dem Mißstande bei Mißhandlungen vorzubeugen, sei er jedenfalls dankbar. Aber er könne überall da, wo Kritik geübt werde, nur bitten, dic Kritik an der Armee nicht überhand nehmen zu lassen, da mit man Hießt die Freude am Soldatenlebe töte. Auch sollt man nicht dem Offizier die Autorität nehmen! E^ könne doch leicht eine Zeit kommen, wo sich wieder Geschrei erhebe nach bem „preußischen Leutnant".

Der Abg. Bebel fragte wegen des Q u i n g u e n 11 a t s an. Ich halte das Gefüge des Heeres für so fest, daß wir mit einem neuen Quinauennat sehr gut noch ein Jahr warten können. Einstweilen ist das R?ilitär Versorgungs-Gesetz das Dringendere, weil es die moralische Kraft der Armee stör Fer wird. Aber allerdings meine ich, daß grundsätzlich an einer längeren vertragsmäßigen Frist, also einem Quinquennat. festzuhalten ist. (Beifall rechts.)

Abg. Richter über den Etat.

Obwohl er nach den bedeutsamen Ausführungen bes Kriegsministers das Wort erhielt, erzwang sich Abg. Richter die Ausinerksamkeit des Hauses. Nicht allein die Abgeord netensitze, sondern auch die Bnndesratstische blieben voll be setzt, als Richter die Tribüne bestieg. Denn ob man sich zu feinen Partei au schauungen bekennt oder nicht — Richter ist in der Tat der beste Etatredner des Hauses. Und daruni hören alle aufmerksam zu: der Reichskanzler, der Reiche schatzsekretär und alle anwesenden Minister und Bundesräte. Redner beginnt mit her Erklärung, daß, wie der Kriegs minister, auch er den Fall Forbach nicht für typisch halte. Jedoch müsse er die Abschließung des Osfi'iersstandes als un heilvoll bezeichnen. Die Abschließung des Offiziers von der bürgerlichen Welt wirkt um so schlimmer, als sie ohnehin die Kreise so sehr verengern, aus der Sie die Offiziere rekru Heren! Uns empört da hauptsächlich, daß sie Qualifizierte ausschließen lediglich wegen des Berufes ihrer Eltern, ober auch nur wegen der politischen Gesinnung der Eltern! - Nun zu dem neun Schatzsekretär, der so plötzlich gekommen ist, wie sein Vorgänger aus Amerika kam und wieder verschwunden ist: die Herren sind wie die Lilien auf dem Felde. Wenn ein Wind weht, sind sie dahin und man findet ihre Spur nicht mehr. (Heiterkeit.) Der neue Herr Schatzsekretär zeigt sich uns als Miquel redivivus, er will uns das Recht zur Bewilligung ungedeckter Matrikularbeiträgc nehmen. Herr Miquel im Himmel müßte seine Freude daran haben. Reiter feit.) Ist denn unser konstitutionelles Geldbewilligungsrechl wirklich „nur" eine Kleinigkeit? Redner geht dann auf die Geschichte der Clausula Frankenstein ein und kann nicht zu geben, daß die Unklarheit und Dunkelheiten des Etats durch diese lex Stengel abgeschwächt würden. Im Gegenteil: nur noch gesteigert! Richter geht dann den Etat im einzelnen durch, den er als den Vorboten neuer Steuern bezeichnet. Er spricht sich darum gegen den Etat aus.

Reichsschatzsekretär v. Stengel sucht die Ausführungen Richters zu widerlegn. Wie die Rede des Abgeordneten, so bewegt sich auch die Erwiderung des Ministers auf rein finanz-technischem Gebiete. Sie findet darum wenig auf merksame Zuhörer. Abg. v. K a r d 0 r f f befürwortete so­fortige Kündigung der Handelsverträge, namentlich der außereuropäischen, und tritt für eine Wehrsteuer ein. Dann vertagt sich das Haus auf morgen mittag 1 Uhr.

Die Politik.

= Der Reichskanzler Graf Bülow wird am Sonntag eine Ardeiterdep«tation empfangen, die von dem — nichtsozial­demokratischen — deutschen Arbeiterkongreß zu Frank­furt a. M. gewählt ist und dem Kanzler die auf das Koali­tionsrecht, die Anerkennung der Berufsvereine und die Ar­beitskammern bezüglichen Erklärungen des Kongresses über reichen soll.

& Zwei Tage hintereinander hat es in der Kamm.'r der bayerische« Reichsräte Sensationen gegeben. Am ersten Tage stand, wie schon mitgeteilt, der bisherige Ministerpräsi­dent v. Crailsheim auf. um seinem Nachfolger, dem Frhrn. v. Podewils, gute Ratschläge über die Politik Bayerns tm Bundesrat, insbesondere gegenüber Preußen, Zugeben. Sein Rat klang wie eine Warnung und wurde auch so auf gefall. So tam es denn, daß am Freitag der jetzige Ministerpräsident zu einer Erwiderung gegen feinen Vorgänger das Wort nahm. Er verwahrte sich entschieden dagegen, daß feine Politik etwa darauf ausginge, Preußen im Bundesrat zu majorisieren. Das liege ihm ebenso fern, wie es seinem Vorgänger fern gelegen habe. Er schloß: „Wir werden in freundschaftlichem Zusammengehen mit der Präsidialmacht und den übrigen Bundesstaaten unter unserem blauweißen Banner treu zur nationalen Fahne st eben/' Diese