00 Von englischer Aeite wird das Vesteheil eines englisch' französischen Schiedögerichtsvertrages entschieden in Abrede gestellt. Es handle sich dabei nur um ein Äomnien, infolge dessen Differenzen juridischer Art, besonders solche über die Auslegung schon bestehender Verträge, geschlichtet werden sollen.
□ Besondere Vorsicht läßt der Fürst von Montenegro in der letzten Zeit walten. Er will auch den leisesten Anschein vermeiden, als ob er Einfluß auf die große, internationale Politik nehme. Darum verschiebt er feinen für Ende Oktober geplanten Besuch in Rom auf nach Weihnachten, damit die Wettermacher keine Veranlassung haben, sein Allfälliges Zusammentreffen mit dem Zaren politisch auszuschlachten. Zweck dieses römischen Besuches ist, wie immer bei dein guten Nikita, eine Anleihe; diesmal zur Sanierung der Staats- finunzen. Zugleich will der Fürst Mittel finden, um Montenegro im Post-, Telegraphen- und Bankwesen von Oesterreich unabhängig machen zu können. — Vielleicht durfte die zarte Rücksichtnahme des Fürsten der Schwarzen Berge auf den römischen Zarenbesuch überhaupt hinfällig werden. Wenigstens verbreitet ein Wiener Blatt mit Bestimmtheit, daß der Besuch des Zaren in Rom überhaupt aufgegeben worden wäre.
25 Die Fusion der bethen radikalen Parteien in Serbien ist so gut wie vollständig. Es herrscht für den Augenblick vollste Einhelligkeit. Sobald die Adresse votiert ist, wird sich die Skupschtina auf etwa zwei Wochen vertagen, um dem Kabinette die Möglichkeit für die Zusammenstellung der wichtigsten Gesetze zu geben. Die Thronrede hat im Lande sehr befriedigt, besonders der Passus über die intimen freundschaftlichen Beziehungen Serbiens zu den verwandten Balkanstaaten. Man erblickt darin das Projekt eines ebentueÖen Einverständnisses zwischen Serbien, Bulgarien und Montenegro. Wie die Dinge nun einmal liegen, ist dafür natürlich viel Sympathie vorhanden. , Das Interesse an dem Rischer Berschwörnngsprozeß ist offenbar so gut wie erloschen. Auch die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils durch den Appellationshof des Belgrader Kriegsgerichts — mit ganz geringen Strafverschärfungen in vier Fällen — wird in keiner Weise mehr diskutiert.
Beer und flotte.
Aenderung der Felddienstordnuug. Ster erste und zweite Absatz der Ziffer 343 der Felddienstordnung sind dahin geändert worden, daß der schweren Artillerie des Feldheeres in der Marscheinteilung der Platz am Ende der Infanterie des Gros angewiesen wird; erst wenn der Angriff auf befestigte Stellungen in bestimmter Aussicht steht, ist sie so weit nach vorne in die Marfchfolonne einzugliedern, daß ihr rechtzeitiger Eintritt in das Gefecht gewährleistet ist. Zur Hilfeleistung bei schwierigen Wegestrecken wird jedem Mörser-Bataillon in der Regel ein Bataillon Infanterie zugeteilt, welches auch zur Aushülfe bei der Herstellung von Geschützdeckungen zu verwenden ist.
Der Kaiserpreis im Schiffsartillerieschießen ist für das Jahr 1903 dem Linienschiff „Wittelsbach" für hervorragende Leistungen verliehen worden.
Eine Abänderung der Reichskriegsslagge hat der Kaiser bestimmt. Die Streifen des' schwarzen Mittelkreuzes in der Flagge enthalten andere Abmessungen nach dem vom Kaiser vorgelegten Muster.
Reue Uniformabzeichen für das Marine-Ingenieur nnterpersonal sind bestimmt worden. Die Marine-Inge- nieuranwärter tragen die Uniform der Maschinistenanwär- ter, aber an Stelle des Winkels der Einjährig-Freiwilligen ein Zahnrad; haben sie Obermatrosenrang, so tritt der für diese vorgeschriebene Winkel hinzu.
Bof und Gesellschaft.
*** Zum Aufenthalt des Kaiserpaares auf Schloß Hubertusstock wird gemeldet: Der Kaiser erlegte am ersten Jagdtage auf der Frühpürsche im Forstrevier Schorfhaide einen kapitalen Zweiundzwanzigender. Die Kaiserin unternahm im Laufe des Vormittags in Begleitung des Prinzen Adalbert einen Spaziergang nach dem am Werbellinsee gelegenen Forsthause Spring. Nachmittags war dem kaiserlichen Jagdherrn wiederum das Glück günstig; es wurden zwei stattliche Zwölfender, ein prächtiger Vierzehnender und ein ungerader Sechzehnender zur Strecke gebracht. Abeudt- fand vor dem Schlosse bei Magnesiumbeleuchtung die Besichtigung der Jagdbeute durch die hohen Herrschaften statt. Sodann wurde durch Hornsignale der.Schluß des erfolgreichen Jagdtages verkündigt.
*** Der frühere deutsche Botschafter in Wien, F ü r si z u Eulenburg-Hertefeld, der gelegentlich seines jüngsten Aufenthaltes in Rominten nicht unbedenklich er krankte, ist in dem ihm vom Kaiser zur Verfügung gestellten Reserve-Salonwagen auf seiner Besitzung Liebenberg in der Mark eingetroffen. Wie verlautet, ist der Fürst von einem akuten Gichtanfall heimgesucht worden, der ihn vorläufig verhindert, der Einladung des Kaiserpaares nach Hubertusstock Folge zu geben.
Königin Wilhelmina von Holland, die seit einiger Zeit mit ihrem Gemahl, dem Prinzen Heinrich der Niederlande, am Großherzoglich Mecklenburgischen Hofe ans Besuch weilt, wird vor ihrer Rückkehr nach dem Haag einen Abstecher nach Wandsbek unternehmen, um das dort garni- sonierende Husarenregiment, dessen Chef sie ist, auf dem Exerzierplätze einer Besichtigung zu unterziehen.
f^rd und fern.
W Enthüllung bes Posener Bismarckdcnkmals. Das Bronzestandbild, das die Stadt Posen deni eisernen Kanzler errichtet hat, wurde gestern feierlich eingeweiht. Am Vorabend fand zu Ehren der anwesenden Mitglieder der Familie Bisniarck, Fürst und Fürstin Herbert und Gräfin Wilhelm Bismarck, ein Festessen statt, an dem etwa 100 Personen teilnahmeu. Dre einzige noch lebende Schwester des Alt-Reichskanzlers, Frau von Arnim-Kröchlendorff, hatte wegen ihres Hohen Alters imb aus Gesundheitsrücksichten ihre persönliche Teilnahme an der Feier dankend ablehnen müssen. Der feierlichen Denkmalsweihe wohnten die Minister Freiherr v. Rheinbaben imb Freiherr von Hammerstein an. Das Denkmal besteht in einer von Professor Eberlein Berlin geschaffenen, auf einem aus schwe- discheti polierten Granit sich erhebenden Bronzefigur, die Bismarck in ürassierumjprm darstellt.
^ Die frühere sächsische Kronprinzessin soll, im Widerspruch mit der Brüsseler Meldung, die von einem baldigen
Besuch bei ihren Kindern in Dresden ipmch, den ganzen Winter auf Schloß Romeo in Südfrankreich verbringen. Der Gesundheitszustand der Heinen Prinzessin erfordere das Verbleiben in bem milden Klima.
” Ter Pommernbankdirektar Schultz scheint sich nun doch „verkrümelt" zu haben. Wie erinnerlich, wurde der gegen ihn und seinen Mitdirektor Diomeid eröffnete Prozeß abgebrochen, um neues Material herbeizuschaffen, und die Angeklagten vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen. Nun hatten die Direktoren Budde und Tanzen bon der Deutschen Hypothekenaktienbank, der Nachfolgerin der verkrachten Pommernbank, an Schnitz eine rechtskräftige Forde- rung bon 20 OOO Mark und ließen am 17. b. M. pfänden. Die Pfändung fiel aber fruchtlos aus, und jetzt fordert das Amtsgericht auf Antrag der beiden Direktoren den Kommen bienrat Schultz, gegenwärtig „unbekannten Aufenthalts", öffentlich auf, am 11. November, vormittags 10 Uhr, vor dem königlichen Amtsgericht zu Charlottenburg zu erscheinen, um den Offenbarungseid zu leisten. Demnach hat es fast den Anschein, als ob Schnitz nichts mehr von sich hören lassen wird. , Er war seiner Frau nach England gefolgt, die sich dorthin vor dem Offenbarungseid geflüchtet hatte
>$< lEin eigentümliches Gesuchs ist an die junge holländische Königin gerichtet worden. Ein Beamter hatte nacheinander drei grauen. Die zweite brachte ihm einen unehelichen Sohn mit in die Ehe, den er adoptierte. In der Ehe mit der dritten Frau bekam er eine Tochter. Der Sohn wurde Matrose und verliebte sich in die Tochter. Er nahm seinen Abschied als Matrose und will das Mädchen heiraten. Aber der Standesbeamte läßt dies nicht zu imb hält die beiden für Geschwister. In seiner Diot wandte sich jetzt der junge Matrose an Königin Wilhelmina, deren Entscheidung nun abzuwarten ist.
0 Bluttat eines Irrsinnigen. In der Leipziger Vorstadi Eutritzsch erschoß der Zeichner Seifert seine Mutter unè Schwester und entleibte sich dann selbst durch einen wohl- gebleiten Schuß, nachdem er einen herbeieilenden Nachbarn gefehlt hatte. Seifert war früher wegen eines Nervenleidens in einer Irrenanstalt gewesen, von dort aber als geheilt nach Hause entlassen worden. Jetzt kam der Irrsinn plötzlich wieder bei ihm zum Ausbruch.
cf Ucberschwemmnngcn in England und Amerika. Gewaltige Stürme imb Regengüsse richteten im nördlichen England großen Schaden an, namentlich in den Pflanzungen. Es regnete 33 Stunden lang unaufhörlich. Ganze Strecken Landes sinb überschwemmt, die Eisenbahnverbindungen sind nach vielen Richtungen unterbrochen. Der Tyne hat eine solche Ausdehnung angenommen, daß der Verkehr auf dem Flusse eingestellt werden mußte. Der Bahndamm am Tyne-Dock steht unter Wasser; die Züge von Newcastle fahren nicht mehr. Hunderte von Morgen nordöstlich von Norkshire sind überflutet, ebenso die niedrig gelegenen Gegenden um Middlesborough. Auch der Esk- fluß trat über seine Ufer, mehrere Brücken wurden fortgeschwemmt. Im südlichen Teile der Grafschaft Durham nicht in allen Steinbrüchen die Arbeit; auch die Ernte hat stark gelitten. In: Hafen von Seaham wurden ernste Beschädigungen angerichtet, die neuen Docks sind vollständig zerstört. Auch in North Allerton sind arge Verwüstungen verursacht worden und in Saltburn hat die Heranstiir- mende Flut die steinerne Brücke bernichtet. —■ Auch Amerika wurde von starken Wolkenbrüchen heimgesucht. In N e w y o r k hielt der Regen wie in England über 30 Stunden unaufhörlich an. Der Eisenbahnverkehr war streckenweise gänzlich unterbrochen. Keller und Abzugs- kanäle sind überschwemmt. Zugleich mit Wolkenbrüchen herrschte an der virginischen K ü st e ein furchtbarer Sturm, der die Schiffahrt unmöglich macht und wahrscheinlich viele Opfer gefordert hat.
Bunte Chronik. In Frankfurt a. M. wurde auf dem Hauptpostamt ein Paket mit, einer verwesten Kindesleiche beschlagnahmt. Das Kind ist anscheinend ermordet worden. Als der Tat verdächtig wurde ein junges Ehepaar in Wiesbaden verhaftet.
— Der Militärinvalide Oskar Eiserbeck in Brandenburg a. H. wurde verhaftet, weil er während einer mehrtägigen Abwesenheit seiner Frau sein einen Monat altes Töchterchen verhungern ließ.
Der Landwirt.
^. Vorsicht und Sorgfalt bei der Obsternte zu üben, ist eine Mahnung, die nicht oft genug wiederholt werden kann. Die Obsternte wird vielfach als eine Nebenarbeit angesehen, wobei es hauptsächlich darum sich handelt, möglichst schnell fertig zu sein. Dabei werden alsdann die Bäume zum Danke dafür, daß sie uns ihre köstlichen Früchte darreichen, in der ärgsten Weise mißhandelt. Das Fruchtholz wird zu Haufen herunter geschlagen und dadurch die nächstjährige Ernte erheblich vermindert, ja mitunter ganz in Frage gestellt, da der Baum im nächsten Jahre den größten Teil seiner Nährstoffe zur Verheilung der ihm bugefügten Wunden verwenden muß. Die Wundstellen Werben auch gerne von der Blattlaus und anderen Schädlingen befallen, Krebs, Schorf, Harzoder Gunnuislnß und ähnliche Krankheiten stellen sich ein und richten den Baum zugrunde. Das Schnttelobst lasse man ordentlich reif werden, dann sind Baumbeschädignngen leicht zu vermeiden. Weit bom Stamme abstehende Aeste, von denen das Pflückobst nicht ohne Gefahr mit der Hand geerntet werden kann, schüttele man mit Hilfe eines Hakens ober bediene sich eines Obstpflückers, niemals aber schlage man das Obst herunter. Den Händlern, welche Obst anf den Bäumen gekauft haben, sehe man beim Abernten ja recht schar! auf die Finger, wenn man seine Bäume vor dem Ruin schützen und auch in Zukunft Früchte von ihnen ernten will.
gp Eine Ehrenrettung ber Regenwürmer ist neuerdings von Professor Wollny unternommen worden, nachdem schon vor etwa 20 Jahren von Dr. E. Budde derselbe Berfnclj gemacht worden war. Wollny stellte fest, daß in Wurm reichem Boden nicht nur eine größere Erzeugung von Kohlensäure, sondern auch eine stärkere Ablagerung löslicher Stickstoffverbindungen stattfindet. Dazu kommt noch, daß die Regenwürmer durch die Anlage ihrer Röhren, bic oft 1 bis 2 Meter tief in die Erde gehen, den Boben auflockern und zerkrümeln. Wie Wollny nachwies, wird dadurch das Volumen des Bodens um annähernd ein Drittel seines Wertes vermehrt und so der zersetzenden Luft besserer Zutritt gewährt. Dieser llmftanb ist um so wichtiger, als die Regenwürmer hauptsächlich in feuchtem Boden hausen und dort nicht wenig zur Regelung des Wassergehalts beitragen. Aus dem Gesagten geht hervor, bah Gärtner und Landmann in dem braven Regenwunn eher einen Freund als einen Feind erblicken sollten.
Eolcaks.
Gießen, 12. Oktober 1903.
(:) Wie wir hören, wird nächsten Sonntag in Darnstädt eine Sitzung des Landesausschusses der nationalliberal<„ Partei im Großherzogtum Hessen stattfinden.
/ Die Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstch wird ebenso wie im Vorjahre in diesem Winter wiederum Kurse für Handwerksmeister und ältere Gesellen in Darmstadt zu veranstalten beabsichtigen, und zwar für Schuhmacher, Schneider, Schreiner, Sattler sher- stellung von Kumten), Weißbinder, Maler und Lackierer im Holz- und Marmormalen nach der Natur, Schriftenmaler in Buchführung und Genossenschaftswesen. Die Kuch nehmen alsbald nach Neujahr 1904 ihren Anfang. Das Unterrichtsgeld ist für jeden Kurs auf 5 Mk. festgesetzt.
+ Morgen istRudolf Virchow 's 82. Geburtstag. Freunde und Verehrer des entschlafenen hochverdienten Chirurgen und Politikers erlassen mit dem Tage wiederum einen Aufruf mit der Bitte um Beiträge zu einem Denkmal des dahingeschiedenen Meisters. Der Plan ist Rudolf Virchow an öffentlicher Straße Berlins, nahe der Stätte seiner ruhmreichen wissenschaftlichen Wirksamkeit, ein Standbild zu errichten. Beiträge nehmen entgegen Herr Geh. Kommerzin-. rat E. von Mendelssohn-Bartholdy unter der Adresse: Bau!« haus Mendelssohn & Cie., Berlin W., Iägerstr. 49/50, ferner die Buchhandlungen A. Asher & Co., Berlin W, Unter den Linden 13, A. Hirschwald, Berlin NW., Unter den Linden 68, und Georg Reimer, Berlin W, Lützowstr 107/108, sowie der Kustos des Langenbeck-Hauses, Herr Metzer, Berlin N., Ziegelstr. 10/11.
|| Die diesjährige Schlußübung der Freiwillig Gail'schen Feuerwehr zu Gießen — dar sei dem Bericht gleich vorn anqesetzt — ist sehr gut verlaufen. Das Corps hatte sich vollzählig gegen ^3 Uhr am Spritzenhaus versammelt und rückte punkt 3 Uhr nach Oswald's Garten, wo die verschiedenen Marschexerzitien und Marschformationen vorgenommen wurden. Erschienen waren nebst dem Chef des Corps, Herr Kommerzienrat Gail, Hm Provinzialdirektor Dr. B r e i d e r t, Herr RegierungSrat Dr. Wagner, Herr Branddirektor Trabe r'und Herr Oberstleutnant Naumann von Mainz. Unter dem ruhigen und doch bestimmten Kommando des Hauptmann Lindèw st r u t h zeigte sich das Corps in seiner, man könnte sagen, militärischen Disziplin und feinem Drille. Die einzelnen Bewegungen erst ohne, dann mit den Geräten ließen bezitg« lich der Haltung der Mannschaften nichts zu wünschen übrig. Nachdem rückte das Corps in die Nähe des Brandplatzes, wo inzwischen die Herren der Regierung mit dem Chef bei Corps und dem Branddirektor angekommen waren. Hauptmann Linden st ruth nahm hier vom Herrn Traber folgende Brand-Idee entgegen: Windrichtuna N. N. O. - Das Treppenhaus im Turmhause am Brand steht in Flammen. Die Familie Riebel befindet sich teilweise in dèr Wohnung und teilweise im Ausstellungsräume, und mutz gerettet werden. Das Feuer ist tunlichst auf den Herd zu beschränken. Auf das Signal „Alarm" kam daS Corps auS den angrenzenden Straßen herangestürmt. Innerhalb weniger Minuten war auch diese Aufgabe zur besten Zufriedenheit dcrVor- gesetzten gelöst. Ruhige Besonnenheit und Sachkenntnis war dem einzelnen Mann eigen, so daß die Bürgerschaft von Gießen die Beruhigung bei Feuersqefahr hinnehmen kann, das Gail'sche Corps ist jederzeit bei der Hand. Nach beendeter Uebung versammelte sich die ganze Mannschaft tut Lokale des zweiten Hauptmanns, des Gastwirts Sauer zu einem recht gemütlichen kameradschaftlichen Dämmerschopper. Aus dem Munde des Herrn Provinzialdirektors, seines Chefs, des Herrn Commerzienrat Gail, des Herrn Branddirektors Traber und des Herrn Oberstleutnant Naumann wurde den gesamten Corps insbesondere seinem Hauptman und den Obmännern das Lob des Tages in ungeschminkter Weise zu teil. Besonders sei die volle Zufriedenheit des Herrn Commerzienrat Gail hervorgehoben, der im vergangenen Jahr Veranlassung nehmen musste, zu tadeln. Recht schöne Cbor- gesänge, mehrere komische Vorträge wirkten zur Hebung ber ungezwungenen Fidelität mit, so daß beim Auseinandergeheii die Worte des Herrn Regierungsrat Dr. Wagner: „Aus Wiedersehen nächsten Samstag zum 48. Stiftungsfeste" helle; und vergnügtes Echo fand.
*♦* Nationaller GesangS-Wettstreit 1904 in Gießen. Zu dem vom Maschinenbauer-Gesang-Vere in für Pfingsten im kommenden Jahre ausgeschriebenen Gesangs-Wettstreit sind die umfassenden Vorarbeiten bereits in Angriff genommen. Zahlreiche Gesangvereine besonders aus dem benachbarten ehemaligen Kurhesseir und Hessen-Nassau haben heute schon ihre Teilnahme an her Veranstaltung fest zugesagi, aber auch einflußreiche Kreise nuferer Bürgerschaft haben den Veranstaltern des ersten derartigen Festes in unserer Stadt ihre tatkräftige Unterstützum für die Sache in Aussicht gestellt. Wir erfahren u. A., daß sich bereits ein Komitee gebildet hat, um einen von den ge^ samten Bürgern der Feststadt gestifteten Ehrenpreis aufzubringen. Man hofft, daß sich an dem Wettstreit mindestens 2500 Sänger beteiligen werden.
X Auf dem neuen, am Mittelweg in der Nähe bei Philosophenwaldes gelegenen Schliesplatz des Ve/reinS „H u n d e s p o r t" für Gießen und Umgegend fand gestern in Anwesenheit zahlreicher Sportleute und Jäger das erste öffentliche Preisschliefen des überaus rührigen Vereins statt. Die Meldung und die Beteiligung an dem einzelnen Schliefen war so zahlreich, daß diese um 7 Uhr abends abgebrochen werden mußte, um heute Vormittag beginnend, tagsüber erst beendet zu werden. Die gestern bereits zum Austrag gekommenen Schliefen hatten folgendes Resultat: Dachshunde sämtlich auf Fuchs. 1. Jugendschliefen: Seppel (Bes. Fritz Juna-Gießen) 1. und Ehrenpreis. Grethel- Offenbach (Bes. Wilh. Vetter^Offenbach a. M.) 2. und Ehrenpreis. Nanny (Bes. Ferd. Schmidt-Gießen) 3. Preis. 2. Neulingsschliefen: Waldmann (Bes. Vizefeldwebel Reitz- Gießen) und Waldmann v. Wetzstein (Bes. Ferd. Schmidt-
W ) 2. M
ÄÄ
rfS
liiern, ^M üben Au. vH yiim
- Maits a Mdck. ' die PreiSlB erfind # W
: noch aus PlU (^liefen Kar
A Stä mit der Lahn 123365 Pech ! höchste Tempo «bei einem Be 14 Schenck
\ Der Verein @ sein 16- Jah in der Johan in der Klein!
Stadt! morgige M gewiesen, die, vorbereitet un Kl. §eHbet( Conradi) sich Preise sind d Gallerie 20
* * 2 hatte 1ür s Terrasse der wie auch au Mitglieder i später Ader nach Hause.
-Au infame! zahlreicher'! seinen W Ste$egtfn, Der umstrit eifrigen $rei freier ber % Bahnen da riesigen K fröhliche § hoben die sprechen au engagieren, der Gesundb ungen des i
H% unter I toirb uns 1 stattsiudend verein verlies.
rannte A IN [eil ( “® Jenni nimmt an, “Ne ift ,. 0$e R meld wMi
Urteil“ . =& ÜLWerj