besonnen, und das schon konfisp»ite Amtsblatt erschien nachträglich doch mit der Ernennung. Infolgedessen haben Oberst Popovitsch, der erste Adjntant des Königs, ferner die Oberstleutnants Laza revit sch und Misitsch, alle drei Führer der Verschwörung gegen König Alexander, ihre Abschiedsgesuche cingereicht. Nun, an diesen Herren hat des Serben königs Majestät nicht sonderlich viel verloren. Aber sic können ihm freilich noch recht unbequem werden. Uebri gens sind die Kinder des Königs in Belgrad mit groBei Begeisterung ausgenommen worden.
Kurze politische Nachrichten.
* Die französische Regierung hat beschlossen, das Lösegeld für die von Marokkanern gefangenen fünf Mann der Besatzung der Lebaudhschcn Jacht von Herrn Lebaudy I., „Kaiser der Sahara", einzutreiben.
* Unter der Bevölkerung von Tibet herrscht nach chine- sichen Berichten große Erregung über einen angeblich zwischen dem Dalai Lama und Rußland abgeschlossenen Geheimvertrag.
* In Konstantinopel wurden der Vizeadmiral Benjil und der Kontreadmiral Abdi, die die Sultansjacht befeh ligten, nach Arabien verbannt, weil sie zwei Kanonen stehlen wollten.
* In Griechenland macht sich neuerdings eine Bewegung zu Gunsten einer türkisch-griechischen Allianz geltend. In der Türkei steht man dem Plane kühl bis ans Herz hinein gegenüber.
* In den italienischen Gefängnissen ist neuerdings du Zwangsjacke abgeschafst worden.
bof und Gesellschaft
*** Anläßlich der Kaiserparade bei Leipzig am 5. September er. werden sich, wie uns gemeldet wird im Gefolge des Kaisers befinden: der Graf von Turin, sowie der Generalinspekteur der italienischen Armee, Rogier ferner etwa 40 hohe Offiziere und die militärischen Attache der Botschaften von Oesterreich, Rußland, Frankreich, England, Amerika, Italien, Dänemark, Schweden, Spanien. Holland, der Türkei und Japan. Von fremden Fürftlichkei ten wird u. a. auch der Kronprinz Friedrich von Dänemari erwartet.
*** Der König von Rumänien machte als Gasi des Kaisers Franz Josef mit diesem von Ischl aus einen Ausflug nach Aussee und Grundlsee. Zu Ehren des Königs fand eine Festvorstellung im Theater zu Ischl statt. Die Königin von Rumänien ist direkt von Wien aus nach Segens- haus bei Neuwied gereist und dort von den Behörden be- zrützt worden.
ptachhlänge zur papst-Krönung.
Wie nachträglich bekannt wird, haben an der Krönungsfeier des Papstes in der Peterskirche über 50 000 Person ei teilgenommen. Die vorgekommenen Unglücksfälle haben fiel im großen und ganzen als unbedeutend herausgestellt Abends waren die Fassaden und die Türme der römischer Kirchen festlich beleuchtet. Die päpstliche Garde beging dm Krönungsfest im Hofe des Belvedere mit Feuerwerk uni Konzert. r
In vatikanischen Kreisen hat die entgegenkommende Hal tung der italienischen Regierung hinsichtlich einer von Re publikanern, Sozialisten und Freidenkern für die Zeit bei Krönung geplanten Demonstration am Denkmal Gwrdam Brunos sehr sympathisch berührt. In weiser Fürsorge Hatter die Behörden, da es klar war, daß diese Demonstration nu zur Belästigung der Klerikalen ins Werk gesetzt Werder sollte, derartig starke Arrfgebote von Schutzleuten und Kara binieri auf dem Campo dei Fiori, wo das Giordano Brrino Denkmal steht, und ebenso am Cavour-Denkmal Postiert daß jede Möglichkeit zu Zusammenrottungen ausgeschlossen ^Gegenstand lebhafter und äußerst anerkennender Be sprechungen bildet auch in den denl neuen Papst nahestehen den Zirkeln das Kommunique der „Norddeutschen Allgemei neu Zeitung", das sich mit der Krönung des Papstes be schäftigt. Nach der Konstatierung des Berliner hnlbamt lichen Organs, „daß die Persönlichkeit des neuen Pontiser eine Bürgschaft für Erwiderung der vertrauensvollen Gesinnungen bildet, mit denen die deutschen Katholiken fid ihrem höchsten Bischof zuwenden, und daß die Wahl $iuS die leitenden deutschen Kreise mit Befriedigung erfüllt hat", glaubt man an künftige recht ersprießliche Beziehungen zwischen der Kurie und dem deutschen Reich. Trotzdem aber versichert man, wird Pius X. auch mit Frankreich sich auf guten Fuß zu stellen suchen, was ihm allerdings durch bü dort herrschenden antikirchlichen Strömungen ziemlich er- schwert werden wird. Auf die Verkündung eines politischer Programms seitens des neuen Papstes selbst mirb man den Vernehmen nach allerdings noch weiter warten müssen. Wü mitgeteilt wird, ist das für Donnerstag in Aussicht genommene öffentliche Konsistorium, in dem man eine politische Rede des Papstes erwartete, auf den 20. b. Mts. verschoben worden.
*
Pius X. an den König von Sachsen.
Auf ein Gratnlationstelegramm des Königs von Sachsen an den Papst ist von Pius X. die folgende, in französische! Sprache abgesagte Drahtantwort auf Schloß Pillnitz bei Dresden eingegangen: „Wir empfangen mit Genugtuung Euerer Majestät Glückwünsche und senden Euerer Majestät sowie Ihrer Familie und Ihren katholischen Untertanen den apostolischen Segen."
Oie Gntfübrung aus dem Serail
^- Berlin, 10. August.
Dw Frieda Srttel, die jüngst aus dem Magdalenenstift bei
Eichen ist bars ebenso sehr als Repräsentantin einer ^wissen Großstadtpflanze gelten, wie z. B. die im Stern- vergprozeß berühmt gewordene Ehlert, ebenfalls Insassin der &?« Besserungsanstalt. Vielleicht haben beide dieselbe wenn auch nicht, der Geist jenes Ortes macht Es ist ein geradezu tragisches Ver- Li/bifnen s a ^ Anstalten, die der Besserung der Mensch- zur Brutstätte weiterer Verderbnis wer- bU me durch menschliche Schwachheit gefallenen Per- QU^ ^nen. inneren Trieb, aus einer Charakter- veranlagung auf die Balm des Lasters getriebenen Per^
Tonen zusanunengebrachi merben. Die nach der Charakterver-- aulagung schlechten Personen aber haben die brutaleren Instinkte und die physische Ueberlegenheit und, wenn sie m dem Magdalenenstift zu Teil am, auch kaum mehr gute Sitten verderben können, (o wandeln sie doch die Natur in den Personen ihrer Umgebung um. Tenn nicht alle der Strafge walt verfallenen Personen find mm Natur schlecht. Eine Stnnde des Leichtsinns, ober vielleicht auch gehäuftes und getürmtes Unglück hat sie aus der geraden Bahn hinansge- schleudert und in das „Totenhaus", wie Dostojewski die Ge- fängnisse nennt gebracht. Wenn sie dann dort mit solchen Elementen zusammenkommen, die vermöge ihrer Charakter und Geniütsveranlagung zu einer verbrecherischen Lebens führung förmlich vorherbestimmt sind, dann wird sehr leicht aus dem Gelegeuheitsverbrecher und dem gestrauchelten Menschen ein bewußter Feind der menschlichen Gesettschaftsan- schauung und Sittengesetze.
Ein sonst unbekannter Schriftsteller hat das Problem des zielbewußten Verbrechertums in einer packenden Episode geschildert. In einem Berliner Restaurant trifft ein Mann in sorgfältig gebügeltem schwarzen Gehrock und weißem Chemisett, im Knopfloch sein Ordensbändchen, am Tische mit einem behäbigen Manne zusammen, in dem er nach kurzem einen ehemaligen Schulkameraden erkennt, ben er im Laufe vieler, vieler Jahre völlig aus dem Auge verloren hat. Beide unterhalten sich Don der Jugend und der Mann im Gehrock zählt die Auszeichnungen und Titel auf, zu denen er sich im Laufe einer langen, mühevollen, aber pflichtfesten Subaltern- beamtentätigfeit hinaufgedieut hat. „Hub Du." fragt er, „wie hast Du inzwischen die Jahre verlebt?" „Die Jahre?" so fragt jener zurück. „Die Hälfte jener Seit in Gefängnissen, die andere Hälfte in der Freiheit als Verbrecher, als der ich neben Dir sitze." Und als jener wegzuriicken beginnt, über- schüttet er ihn mit Spott und Hohn, meil er sich frei glaube und ein Sklave seines Amtes, seiner Vorgesetzten und seiner Vourteile sei, während der Verbrecher im Kriegszustände mit der Gesellschaftsordnung lebend, seine eigne Ehre habe, persönlich mutiger, selbstbewußter und feiner sei als die übrige Menschheit. Die gesittete Welt findet solche Anschauungen nicht bloß lächerlich, sondern auch pervers und doch deutet für die Außenwelt alles darauf hin, daß auch die Verbrecher ihre eigne Ehre haben. Die Spitznamen der hervorragenden Mitglieder dieser Zunft und die Autorität, die sie im Kreise der Ihrigen genießen, zeugen dafür, daß jene Welt, die mit der Gesellschaft im Kriege lebt, ihre eignen Anschauungen hat, und wer diese einmal in sich aufnahm, ist verloren für einen geordneten Lebensweg.
Leider aber sind gerade die Gefängnisse und auch die Besserungsanstalten die Pslegestätteu solcher Anschauungen. Vielfach wird aus einem Gestrauchelten nach der Strafverbüßung erst ein verbrecherischer Lun« mit einem verrohten Sinn und einem verhärteten He nzeu. Wie ist dem abzuhelfen? Die größten Autoritäten, der Strafrechtspflege zerbrechen sich den Kopf darüber. Einzelhaft verbittert, Gesamthaft bringt die Ueberlegenheit der verbrecherischen Weltanschauung. Zv.nschen beiden die richtige Mitte zu finden, ist sehr schwer. Zumeist ist man der Ansicht, daß vor der Einlieferung in Gefängnisse und Besserungsanstalten bei Lehrern, Lehr- und Dienstherren und bei örtlichen Behörden Erkundigungen über die Charakterveranlagung der Insassen eingezogen werden sollten und dann in einer gemilderten Einzelhaft der Charakter Übermacht werden sollte, um dann eine systematische Scheidung ähnlich gearteter Elemente vorzilnehnwn Ebenso uiüßte eine gute Führung mit Auszeichnungen und Vergünstigungen gelohnt werden, um Ehrgefühl und Strebsamkeit, die leicht in diesen Anstalten erlöschen und meist nach der Strafhaft nur in oben erwähnter negativer Weise Anerkennung finden, zu envecken und auszubilden. In den Besserungsanstalten für gefallene Mädchen aber müßte vor allen Dingen der Sinn für die Häuslichkeit großgezogen werden. Daß die geringe Anzahl von Schtvestern nicht für eine individuelle Erziehung ausreicht, liegt auf der Hand. Diese aber ist unbedingt nötig, einmal, um die Elemente bei Zeiten von einander zu trennen, sodann aber auch, um die für eine häusliche Tätigkeit gewonnenen Mädchen allmählich auf die Freiheit vorzubereiten. Diejenigen Häftlinge, bei denen sich der ehrliche Willen zur Besserung zeigt, sollten unter Fortbestand des jederzeitigen Einberufungsrechtes in Familien, bei denen auf Zucht und Ordnung gesehen wird, untergebracht werden und auch das Recht erhalten dürfen, mit Genehmigung der Landespolizeibehörde den Dienst zu wechseln. Mit ünem Worte systematische Milderung der Disziplin als Belohnung für gute Führung und ernstliche Besserung und bedingter Strafaufschub sind die besten Hilfsmittel für eine innere Umwandlung der gefallenen Elemente zum Guten.
ptab und fern.
W Der erste Abstinententag ist zur Zeit in Berlin zusammengetreten. Jin Mittelpilnkte der Verhandlungen standen die Vorträge des Psychiaters Dr. August Forel über „Alkohol und Seelenleben" und des Eisenbahndirektors de Terra aus Stolp i. P. über „Alkohol und Verkehrswesen". De Terra hat die Antialkoholbewegung unter den Beamten der Eisenbahn in die Wege geleitet. An den Sitzungen beteiligen sich Deutschland Großloge II, die Berliner Jugendlogen, der Alkohol-Gegnerbund, der Deutsche Verein abstinenter Kaufleute, der Deutsche Bereit: enthaltsamer Eisenbahner, der Verein der Leiter von Trinkerheilstätten, der Verein abstinenter Pastoren, der Deutsche Verein abstinenter Studenten, der Deutsche Bund abstinenter Frauen, der Deutsche Verein abstinenter Lehrer unb die Berliner Gesellschaft abstinenter Kaufleute. Der Vorsitzende konnte der Berfammlung die mit Freude aufgenommene Mittellung machen, daß bie Antialkoholbewegung auch unter deren bisherigen schärfsten Gegnern, ben Gastwirten, Terrain gewinnt. Die Kölner Wirtsinnung beschloß, sich der Bewegung gegen den Mißbrauch des Alkohols anzuschließen. Ein Antrag auf allgemeine Einführung alkoholfreier Getränke, der aus Beranlaüung des Regierungsrates Quenfel eingebracht worden war, wurde indes verworfen, da die allgemeine Bewegung gegen den Alkohol undurchführbar und geeignet fei, viele Existenzen in der Landwirtschaft in Brau- und Brennereien zu ruinieren.
cf Heftige Stürme herrschen zur Zeit in der Nord- und Ostsee. Die Schiffahrt rnußte streckenweise gänzlich eingestellt werden. Mehrere Schiffe strandeten, so bei Aalborg ein unbekanntes Fahrzeug, dessen vier Mann starke Besatzung ertrank. Nur der^kleine Sohn des Kapitäns konnte gerettet werden.
S3 Schwere Explosion auf einem Werftdampfer. In Kiel hat sich an Borb des Werttdamvfers ..Bussard" ein
schwerer Unglücksfall zugetragen. Als der Dampfer in das Baubassin der Werft zurückkehrte, platzte ein^Daiupfrohr. Der Maschinist Rollmann wurde durch die Explosion getötet, der Heizer Meier durch den auSftrömcnben Damps schwer verbrüht.
^ Vom Blitz erschlagen. Während eines schweren Ge- witters schlug der Blitz in eine Wirtschaft des pfälzischen Ortes Kleinottweiler, in welcher aus Anlaß der Kirchweihe Tanzmusik stattfand. Vier Personen wurden sofort getötet, eine Person schwer und mehrere leicht verletzt. — Auch in Stuttgart richtete ein Gewitter großen Schaden an. Aus dem Schloßplatz und in den Anlagen sind zahlreiche alte Bäume durch einen Wirbelwind vernichtet. Das Dach des königlichen Wintergartens ist durch umstürzeude Bäume beschädigt worden. Ein Forstamtsassistent wurde in der Nähe des Waisenhauses zu Boden geschlagen und am Kopf verletzt.
^ Opfer des Segelsports. Bei einer Segelfahrt zwischen Wassersleben und Bad Kollund in Schleswig, ertranken infolge Kenterns des Bootes drei junge Leute. Borüberfahrenbc Dampfer fanden das kielobentreibende Boot. Die Leichen der Ertrunkenen sind noch nicht aufgefunden. — Im Anschluß hieran sei ein schweres Unglück gemeldet, das sich im Hasen von Brightlingsea ereignete. Als ^prt um Mitternacht neun Mann, die zur Besatzung der amerikanischen Dainpf- jacht „Lorena" gehörten, sich in einem kleinen Fährboote, welches von einem Fähruiann und einem Arbeiter gerudert wurde, an Borb zurückbegeben wollten, füllte sich das Boot mit Wasser unb sank. Der Fährmann und ein Matrose wurden gerettet, die übrigen neun Personen sind ertrunken.
S3 Erdbeben. In Lissabon herrscht infolge mehrerer heftiger Erderschütteruugen eine große Panik. Verluste an Menschenleben sind bisher nicht gemeldet worden, doch sind mehrere Baulichkeiten zerstört.
□ Einem abscheulichen Schwindel, der die Vertrauensseligkeit armer Schwindsüchtiger in gemeiner Weise ausbeutete, ist man in Amerika auf die Spur gekommen. Ein von smei angeblichen Doktoren Koch geleitetes Unternehmen vertrieb zum inonatlichen Kurpreife von ungefähr 10 Dollars „Kochsches Juhallationsfluidium ober Tuberkulin". Die Patienten waren in dem Glauben befangen, es mit dem Tuberkulin des deutschen Professors ^od) zu tun zu haben. Das sogenannte Tuberkulin bestand aus rotgefärbtem Petro- kum / vermischt mit Zimmtöl oder Thymianeucalypten. Den Schwindlern wird leider strafrechtlich nicht beizukommen sein.
A Ein furchtbares Unglück bei einem Wettspiel wird aus Philadelphia gemeldet. Während eines Ballspiels brach eine in dem Baseball-Park errichtete Tribüne, die mit einer gro ben Zuschauermenge besetzt war, zusammen, wodurch viel Personen getötet und 150 verletzt wurden. An bem Aufkommen von 12 der Verletzten wird gezweifelt.
V Sckwdenfeucr. Im Dorfe Mönchhagen bei Rostock kamen bei dem Brande einer Kate eine Frau und drei Personen ums Leben. Zwei andere Personen wurden schwer verletzt. — In bem Welrbade Trouville wurde durch ein großes Feuer, das im Speisesaal des prächtigen Kasinos auskam, der ganze mittlere Teil des Gebäudes in Asche gelegt.
Bunte Chronik. In Worms trat der internationale Anthropologenkongreß zusaminen . Der Großherzog ■ von Hessen ist zu den Verhandlungen dort eingetroffen.
— Bei Nieder-Schöu Hausen ertranken bei einer Kahnfahrt zwei junge Mädchen und einer ihrer beiben Begleiter. Iw Uebermut hatten die jungen Leute zwischen zlvei burd seile verbundenen, in schneller Fahrt begriffenen Schlepp kähne burchrubem wollen, wobei ihr Boot umgeworfeii wurde.
— In Straßburg ermordete der jüngste Sohn des Spiel- ware:, fabrikanten Hernsheim im Streit seinen Bruder durch einen RcvolverWrß und warf sich dann unter einen Eisenbahnzug, der ihn zermalmte.
- Bei Stettin kamen Turner, die einen Ausflug gemachl hatten, mit Bauern in Streit. Ein Turner wurde dabei er stocken, viele andere durch Messerstiche und Steinwürfe schwer verletzt.
— Der amerikanische Millionär Gould und seine Frau wurden auf einer Automobilfahrt aus dem Wagen geschleudert unb schwer horfp^t.
Die deutsche Turnerschaft, die vorigen Monat in so großartiger Weise ihr X Deutsche- Turnfest in Nürnberg abgehalten hat^stst^nach dem Bericht ihres Geschäftsführers, Prof. Dr. Hugo Rühl-Stettin, im velflosf^nen Jahre wieder um ein Bedeutendes, gewachsen. Sie zählt nunmehr 7229 ^Vereine gegen 6915 im Jahre 1901. Das bedeutet einen Zuwachs um 314 Vereine. S e verteilen sich aus 6104 Orte (5807 im Vorjahr) mit 36,243,672 Einwohnern Die Gesamtzahl der Bereirsan- gehörigen beträgt 728,044, ohne die Frauen und Kinder. Gegen die 692,765 im Vorjahre gezählten bedeutet das eine Zurahme von 35,279 Vereinsangehörigen. Der größte der 18 Kreise ist der Kreis Sachsen mit 124,485 Mitgliedern. Dann folgen der Mittelrheinkreis mit 70,459 Mitgliedern, Baycrn m t 61,795, Thüringen mit 55,349, Oesterreich mit 55,198 und so weiter. An den Turnübungen nahmen 356,129, d. h. 18,697 mehr als im Vorjahr teil, 'm Kreis Sachsen 95,649, Kreis Thüringen 42,521, Mittelrheinkreis 37,041, Bayern 33,377 u. s. w. Die Anzahl derzTurner in den größten Städten ist im Verhältnis^zu der .Einwohnerzahl sehr unterschiedlich.
1. Berlin
mit 1,800,000
Einw. hat
7538
Turner
2. Wien
„ 1,662,269
ff fr
1976
3. Hamburg
„ 725,000
ff ff
5976
ff
4. München
„ 499,942
ff ft
6291
ff
5. Dresden
„ 493,650
5244
ff
6 Leipzig
„ 473,000
9911
ff
7. Breslau
„ 440,000
2179
ff
8. Köln a. R.
„ 390,000
1445
9. Frankfurt a. M.
„ 320,000
ff H
4249
ff
10. Nürnberg
„ 261,081
ff ff
5398
ff
11. Hannover
„ 235,649
1698
ff
12. Magdeburg
„ 228,000
ff ff
1558
ff
13. Düsseldorf
„ 220,OCO
ff ff
1075
ff
14. Stettin
„ 215,000
ff ff
1394
ff
15. Chemnitz
„ 212,000
ff ff
2639
ff