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ist die Einstellung von Lokomotivführern unmöglich. Der Vorortverkehr wird mittels Straßenbahnwagen und ande­ren Fahrzeugen aufrechterhalten. Die Lokomotivschuppen werden von den Aufständischen umlagert, um Arbeits­willige fernzuhalten. Die wenigen in Betrieb befindlichen Züge werden von Leuten geführt, die nicht erfahren genug sind, um die Maschinen vorschriftsmäßig zu be­dienen. Dabei ist die Stadt zu ihrer Ernährung auf die Zufuhr vom Hinterlande angewiesen. Die Beunruhi­gung der Bürgerschaft ist groß.

Kurze politische Nachrichten.

* Auch der Zar wird uach dem Beispiel Kaiser Wil­helms bei seinem Besuche in Italien das Kloster Monte Cassino besuchen.

* Als Nachfolger des Erbprinzen von Sachsen-Meinin­gen wird neben dem kommandierenden Divisionsgeneral­leutnant v. Woyrsch auch der Kommandeur der 26. Di­vision, Generalleutnant Herzog Albrecht von Württemberg genannt.

* Wegen studentischer Schlägereien mußte die Wiener Technische Hochschule und neuerdings auch die Wiener Uni­versität geschlossen werden.

Piab und fern.

□ Der Kaiser und die deutschen Flottenvereine. Der Hauptverband der deutschen Flottenvereine im Aus­land, der gelegentlich seiner diesjährigen Mitgliederver­sammlung ein Huldigungstelegramm an Kaiser Wilhelm nach Rom gerichtet hatte, erhielt jetzt zu Händen seines Vorsitzenden Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg folgen­des kaiserliche Antworttelegramm: „Indem ich Eurer Ho­heit und dem Hauptverband Meinen kaiserlichen Dank für den Huldigungsgruß hiermit ausspreche, wünsche ich gleich­zeitig der Tätigkeit der deutschen Flottenvereine, welchen ich Mein lebhaftes Interesse zuwende, weiteren erfolgrei­chen Fortgang; je fester die über die Erde verbreiteten Vereine in sich zusammenhalten, je mehr sie die Liebe zum Vaterlande fördern helfen, um so besser wird den Zwecken des Verbandes gedient sein."

(?) Große Überschwemmungen in Schlesien. Schwere Wolkenbrüche haben in zahlreichen Gegenden im schlesi­schen Gebirge große Überschwemmungen zur Folge ge­habt. Die wütende Neiße, der Bober, die Katzbach sind weithin über ihre Ufer getreten. Die Stadt Hirschberg und viele Dörfer stehen zum großen Teil unter Wasser. In Hirschberg mußten ganze Stadtteile geräumt werden. In­folge von Unterwaschung der Bahndämme mußte der Eisenbahnverkehr streckenweise eingestellt werden.

)—( Eine Hochzeit mit Hindernissen fand kürzlich in Lauck bei Pr. Holland statt. Die am Nachmittag geplante Trauung konnte erst in der Nacht vollzogen werden, weil ein Aufgebot aus Hannover noch nicht eingesandt war. Telegraphisch wurde die Absendung des Schriftstückes bean­tragt. Tränenden Auges fuhren die Hochzeitsleute heim. Während der Abwesenheit wartete der Telegraphenbeamte lange über seine Dienstzeit hinaus auf das Telegramm, seine Schwester löste ihn „mitfühlend" ab. Endlich um 11 Uhr nachts konnte die Trauung in der hell erleuchteten Kirche vollzogen werden.

)( Aus der Straße adoptiert. Unter seltsamen Um­ständen erfolgte in Wien auf offener Straße und am hellen Tage die Adoption eines Kinoes. Am Sockel des Guten­bergmonuments am Lugeck saß ein Bettelweib mit drei klei­nen Kindern, einem Säugling, einem Knaben von etwa vier und einem Mädchen von etwa zwei und ein halb Jahren. Eine elegante, schwarz gekleidete Dame, die eben vorüberging, blieb einige Minuten, in den Anblick der Kinder versunken, stehen, ging dann zu einem Dienstmann an der nächsten Straßenecke und forderte ihn auf, die arme, am Sockel des Monuments sitzende Frau zu fragen, ob sie das kleine blondlockige Mädchen nicht wegscheuken würde. Das Weib sann eine Weile nach imb winkte dann stumm mit dem Kopfe ein Ja. Der Dienstmann über­brachte seiner Auftraggeberin die Antwort, empfing sei­nen Lohn und bing seines Weges, denn für ihn hatte da­mit die Sache jedes weitere Interesse verloren. Die ele- gaute, in tiefster Trauer gekleidete Dame trat nun auf die arme Frau zu, wechselte einige Worte mit ihr, reichte ihr dann einige Geldnoten, nahm das kleine blondlockige Mäd­chen bei der Hand, strich ihm liebkosend über das Köpf­chen und ging dann mit ihm in ein nahes Konfektions­geschäft. Als sie nach einer Weile den Laden verließ, hatte sie an der Hand ein herziges, blondes, blauäugiges Mäd­chen, elegant gekleidet; sie bestieg dann einen Fiaker und fuhr, sich allen weiteren Nachforschungen entziehend, da­von. Das Bettelkind in den neuen Kleidern warf noch einen Blick gegen das Gutenbergdenkmal am Lugeck — denn dort saß noch immer die Mutter mit den beiden anderen Kindern.

Bunte Chronik. Das neugeborene Kind Luisens von Toskana soll sich noch immer in einem besorgniserre­genden Zustand befinden. Es ist sehr schwächlich und nimmt nur sehr wenig Nahrung zu sich. Wegen des schwächlichen Zustandes des Kindes müßte die Taufe noch am Tage der Geburt stattfinden.

— Reichskanzler Graf v. Bülow ließ durch den Fürsten Radolin dem Prof. Brouardel seinen Dank für die Kund­gebung des- Bureaus zur Bekämpfung der Tuberkulose aussprechen.

— In Pilsen erschoß aus Eifersucht der Feldjäger Franz Heß seine Frau und darauf seine 11jährige Toch­ter; Heß stellte sich später selbst der Polizei.

— Eine gefährliche Einbrecherbande wurde in Buda­pest verhaftet. Die Verbrecher-Kompagnie, die im letz­ten Jahre nicht weniger als 15 Kassenschränke erbrochen und beraubt hatte, bestand aus fünf Personen, nämlich zwei Mechanikern, einem Schlosser, sowie dessen Bruder und Schwägerin.

— Als die spanische Infantin Isabella von einem Spa­zierritte zurückkehrte, wurde sie beim Absteigen von dem Pferde durch einen Hufschlag an der Lippe verwundet. Die Wunde mußte genäht werden.

— Aus Newyork wird englischen Blättern gemeldet, daß das Schloß, das Kaiserin Elisabeth von Oesterreich auf Korfu hut bauen lassen, verkauft werden soll. Die ursprünglichen Kosten des Schlosses haben 10 000 000 Mk. betragen, aber jetzt wird nur ein Preis Don 2 000 000 Mark gefordert.

Giessener Cages ueuigKeiten.

Gießen, den 10. Mai 1903.

* 4 Privattelegram. Bei der heute Vormittag erfolgten 2. Ziehung der 1. Klasse der H e s s i s ch - T h ü - ringischen Staatslotterie uurden folgende Gewinne ge­zogn:

40 000 Prämen und 3 000 G.'w nue, 81145 in die Kollektion Ritter-Laubach und Fürth im Odenwald, 20000 Mack. 8544, nach Gotha 10 000 M^rk 51381 nach Felden- tergm und Kirnberg, 5000 Mk. 57929 nach Oldenburg.

* * Zur Reichstagswahlbewegung. Das Wahkomitee der Zentrumspartei für den Wahlkreis Darmstadt-Groß- Gerau stellte einstimmig Herrn Rechtsanwalt Dr. Schmitt aus Mainz als Reichstagstandidaten des Zentrums auf.

Erne in Weinheim stattgehabte Vertrauensmänner­sammlung hat Freiherrn von Rodenstein aus Bensheim als Kandidaten der Zentrumèparter für den 6. hessischen Reichs- tagswahlkreis, Bensheim-Erbach, aufgestellt.

Wahlkreis Marburg-Kirchhain-Frankenberg. Der Anti­semit Oskar Zimmermann wird aufs Neue als antisemitischer Kandidat für den Wahlkreis genannt, vorausgesetzt, daß Böckel seine Zustimmung giebt.

Der gemeinsame Centralwahlausschuß des konservativen und nationalliberalen Vereins Hanau giebt bekannt, daß zu den Versammlungen, an den verschiedenen Orten des Reichs­lagswahlbezirkes alle Wähler der bürgerlichen Parteien Zu­tritt haben, die Sozialdemokraten dagegen für die Folge aus­geschlossen sein sollen mit Ausnahme einer am 19. Mai dahier stattfindenden öffentlichen Wählerversammlung, wozu 'hnen der Zutritt gestattet wird. Die Maßregel wird damit begründet, daß die Sozialdemokraten in der Diskussion sofort das Wort an sich rissen und so eine Aussprache des Kandi­daten Dr. Lukas mit seinen Wählern vereitelten.

* * Wo wählt derjenige, der nach dem 25. Mai oer* zieht? Mit bem 25. Mai ist nämlich die Reklamationsfrist gegenüber der Wählerliste abgelaufen. Den Zweifel über den Wahlort hat die Wahlprüfungskommission dahin enffchieden:

„Wechselt ein Wähler nach der Aufstellung der Wählerlisten den Wohnort, so bleibt er in dem Ort, in dessen Wahlbezirk er eingetragen ist, bis zur Stichwahl wahlberechtigt."

Wer also beispielsweise am 1. Juni von Grünberg nach Gießen verzieht bleibt in Grünberg wahlberechtigt. Will er in Gießen wahlberechtigt werden, so muß er spätestens am 25. Mai in Gießen seinen Wohnsitz nehmen und Fürsorge treffen, daß er bis spätestens am 25. Mai in die Gießener Wählerliste eingetragen wird.

* ** Eine recht unangenehme Erinnerung erweckt dem Stadtrechner von Grünberg die kommende Reichstagswahl. Genau vor 5 Jahren, am 16. Juni 1898 abends befand sich Stadtrechner Schäfer im Wahllokal, um seine Stimme abzu­geben, währenddem hatten Langfinger seine Wohnung, in der auch sein Bureau sich befindet, „besichtigt" und 3000 Mk. mitgenommen. Bis heute ist der Diebstahl noch nicht auf­geklärt.

V Der erschienene Wahlaufruf her national- liberalen Partei ist zu lang, daß wir ihn wiedergeben könnten, außerdem führt er nichts Neues an über die Auf­gaben der Männer, die in den Reichstag geschickt werden sollen. Zur Hauptfrage des Tages, dem Zolltarif sagt der Aufruf:

„Er gibt der Reichsregierung das nötige Rüstzeug zum Abschluß neuer, uns günstiger, langfristiger Han­delsverträge, durch welche zugleich ein besserer Schutz der Laudwirtschaft gewährleistet wird. Ohne solche Handels­verträge könne Handel und Gewerbe ihre Aufgabe für das Volk nicht erfüllen. An ihnen ist deshalb auch die Land­wirtschaft auf das Höchste interessiert. Denn nicht im Gegensatz zu einander, sondern im Zusammenarbeiten mit einander haben die verschiedenen Produktionszwerge unseres Volkes ihr Heil zu erblicken. Dre Verabschiedung von Handelsverträgen bildet daher in den nächsten Jahren eine der Hauptaufgaben der deutschen Politik u n d G e s e tz g e b u n g."

Getreue Hilfe wird des weiteren zugesagt dem Hand­werker, dem kleinen Kaufmann, den mittleren und unteren Beamten, den Privatbeamten, den Militär-Invaliden, den Arbeitern nebst deren W ttwen und Waisen u. s. w. Ein starker Ton wird gelegt auf die Erhaltung der Wehrkraft des Reiches, als der Grundlage des Friedens, und auf die Bekämpfung aller antinationalen Bestrebungen. Zu den Auf­gaben des nächsten Reichstages, an welchen die National­liberalen mitarbeiten werden, rechnet der Aufruf auch „Pflege und Weiterbildung unserer frei­heitlichen Einrichtungen und Kulturerrungen­schaften, Aufrechterhaltung des bestehenden Reichstagswahlrechtes und der Koalitions­freiheit." Man kann mit all diesem wohl einverstanden sein.

V Zu der morgen den 12. Mai lP/i Uhr in der großen Aula statt finbenben Liebigfeier ist folgendes Programm aufgestellt: 1. Krönungsmarsch aus der Oper „Die Folkunger" von Kretschmer, 2. Laudate pueri Frauen­chor von Mendelson Bartholdy, 3. Festrede von Herrn Ge- Heimen Hofrat Prof. Naumann, 4. „Ehre Lob und Preis sei dir" aus dem Oratorium „Die vier Jahreszeiten" von Haydn, 5. Marsch aus dem Oratorium „Herakles" von Händel.

* ** Gießen, 9. Mai. Die Gewerke - Versammlung der Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke, welche am Sams­tag im Hotel Gcoßherzog von Hessen hierselbst tagte, war von 41 Personen welche 86 Gewerken mit 513 Kuxen ver­treten, besucht. Der Vorsitzende des Grubenvorstandes Rechts­anwalt Grünewald erstattete den Geschäftsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr und wies dabei auf die vorliegende Bllanz pro 1902. Die Angelegenheit mit dem Bankhause Oppenheim-Köln ist bis auf 75000 Mark geordnet, für welche ebenfalls Deckung bereit liegt. Die Befürchtung,

daß durch den verstärkten Betrieb in den Gruben, die Ren­tabilität des Unternehmens mit der Zeit gefährdet würde, ist nach der sachverständigen Erklärung des Werkleiters Direktor Dr. Esch ausgeschlossen, um aber darüber auch vvn • anderer Seite Gewißheit zu erhalten, wird Vergassest Schulte-Düsseldorf durch den Grubenvorstand veranlag, noch ein weiteres sachverständiges Urteil abzugeben. Nachdem Bücherrevisor Cohen-Aachen über die Prüfung und Richtig, der Bücher und des Rechnungsabschlusses berichtet, wird de« Vorstand von der Versammlung einstimmig Entlastung er­teilt. Direktor Dr. Esch berichtet darauf über den Betrick u. A. das Folgende: Es sind bisher 110000 Tonnen Erz für 1903 verkauft von denen bis April 42 858 Tonnen ch. geliefert wurden. Die erzielten Preise sind im Allgemeiner als befriedigend zu verzeichnen. Wenn die Conjunktur in der Industrie so weiter anhält, was zu erwarten ist, [ei der weitere Absatz von 20000 Tonnen Erze in diesem Jahre sicher zu erwarten. Während der Betriebs-Ueberschuß in der ersten 3 Monaten des laufenden Jahres rund 100000 Mk. betrage belaufe sich der Ueberschuß pro April allein ans rund 45 000 Mark, so daß wenn das Geschäft so andaure was nach den Aussichten zu ern arten ist, ein Jahreè-Ueber- schuß von mindestens 400 000 Mark zu erwarten stehe. Der Werksdirektor erklärt, daß die Betriebseinrichtungen bei einem Versand von 120—130 000 Tonnen pro Jahr an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angekommen feien, er rechtfertigt die Notwendigkeit des in Aussicht genommenen direkten Eisen­bahn-Anschlusses nach dem Gailschen Thonwerk hin und des . elektrischen Betriebes und weißt nach daß dadurch die Be­triebsunkosten nicht erhöht werden, obschon damit die Leistungs­fähigkeit des Werkes bedeutend vermehrt und verbessert wird. Der Gruben-Vorstand schlägt vor die Gewerken wollen be­schließen, daß die noch im Besitz der Gewerkschaft blfindliche 401 Stück Kuxe zum Preise von 22 000 Mark pro Kuxe einer in der Bildung begriffenen Gesellschaft m. b. H. über­lassen w.rden gegen Zahlung von 1200 000 Mark zur Be« Zahlung der Schuld an Fermie damit der Gewerkschaft der von Fermie vertraglich zugebilligte Nachlaß von 300 000 Mk. auf die Schuld, zu Gute kommt. Ein verbleibender Rest ber Summe soll für die geplanten Betrübsverbesserungen Verwendung finden. Rechtsanwalt Wassermayer-Bonn spricht gegen diesen Antrag, er beantragt über diesen Vorschlag vorerst nicht zu beschließen und den Versuch zu machen, gegen Hinterlegung der 401 Kuxen den Betrag für Fermie bei einer Bank zu leihen. Die überwiegende Mehrheit der Ge« werken erhebt den Antrag des Vorstandes jedoch zum Be­schluß. Tie Finanzierung der neuen Gesellschaft, welche je­doch nur aus Gewerken der Gießener Braunsteinbergwerken bestehen soll falls deren Beteiligung zur Ausbringung des nötigen Kapitals genügt, ist bereits gesichert. An Stelle des ausgeschiedenen Grubenvorstands - Mitgliedes Laudrat Schmidt-Düsseldorf wird einstimmig A. I. Crehbaum-Bonn gewählt.

* * Tas Sommerfest, welches gestern vom Wohltätig- keitsverein „Contentia" aus der Schönen Aussicht ver­anstaltet wurde, erfreute sich trotz des kritischen Wetters eines starken Besuches. Bei Spiel und Tanz nahm dcè Fest in jeder Hinsicht einen fröhlichen Verlauf, daS erst in später Abendstunde sein Ende fand.

* * Wie wir von bekannter Seite hören, übernimmt Herr Gastwirt Carle den Frankfurter Hof Gießen sowie die Wirt­schaft früher Dorseld in Wieseck und beabsichtigt ein Bier- Depot der Rheinischen Bierbrauerei in Mainz in hiesiger Stadt zu errichten.

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Bus Reffen und Nachbargrbieten.

/ Klein-Linden. Schulverhältnisse. Nachdem in letzten Jahren stets nur etwa 40 Kinder bei Beginn des Schul­jahres in die Volksschule ausgenommen wurden, sind diesmal am 20. April 62 zur Aufnahme ersch enen. Die 4. Klasse unserer Volksschule zählt nun 104 Schüler, eine Zahl welche nach dem Gesetz nicht in einer Klasse unterzubringen ist. Eine Teilung in zwei Klassen ist darum schon geschehen, aber werden die Kinder beider Klassen in diesem Schuljahre noch von einem Lehrer unterrichtet werden.

g. Klein-Linden. [Silberne Hochzeit.^ Gestern, Sonntag, feierte der hiesige Bürger Philipp Lenz, Küfer- meister und Kriegsinvalide dahier im Kreise seiner nächsten Angehörigen und einigen Anverwandten seinen 25jährigen Ehebund. Obgleich nicht viele Einladungen ergangen waren, fanden sich doch eine nicht geringe Zahl Gratulanten ein. Möge dem Jubelpaar noch einmal so viel Erdenjahre im besten Wohlsein beschieden sein!

V Launsbach, 11. Mai. Trotz des unfreundlichen Wetters hielt der Launsbacher Turnverein gestern seine Fahnenweihe ab. Zu dem Feste waren fast sämtliche mit Einladungen bedachte Vereine erschienen. Außer den aus­wärtigen Tu rnvereinkn beteiligten sich aus dem Ort noch bei Krieger- und Gesangverein sowie viele Freunde und Gönner der Turnsache. Nachdem um 3 Uhr die auswärtigen Ver- ■ eine vom Bahnhöfe abgeholt wurden, nahmen dieselben Aus' stellunq zu einem Festzuge, welchem, unter den Klängen bei Musi kapelle, die neue Fahne von Festjungfrauen vorang?' tragen wurde. Dem Festzuge folgte die Weihe, welch im Garten der Gastwirtschaft Erlenwein stattfand. Dkl Vorstand des Launsbacher Turnvereins begrüßte im Namen des Vereins die Erschienenen und hieß sie alle herzlich will­kommen, dankte sogleich allen denen, die zu dem Gelingen des Festes beigetragen haben und brachte ein dreifaches Hocj auf den Verein aus. Nach dieser Begrüßung überreicht eine Ehrenjungfrau dem Verein die Fahne. Hierauf ergriff der 1. Gauturnwart des Gaues Hessen, Herr Wkll daS Wort. Er sprach in kurzen Worten über die deutsche Turn- sache und beschloß seine Ansprache mit einem dreifachen Hoch an dieselbe, welches begeisterten Wiederhall fand. Gerälk' und Stabübungen erfolgten nach dem und brachten denMe- weis, daß Launsbach einen regen Anteil nimmt an der Btt- Breitung unseres Turnens. Den Schluß des Festes bildete ein munteres Tänzchen.

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