Nr.' 85
Zweites Blatt
Samstag den 11. April 1903.
’ 12. Jahrgang
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Lt»««e»e»t--rktH : M Gießen, aßHehsU mirKtlüB M Mg-, ia’l Haus gebracht 60 Pfg., durch bre Post dezsgep viertel» - iibrlié Mk. 1.50.
S ratiSbeilage» : Cber|efnfeiie A«»ilte«L*tt»M^ ftäzlub) CberbrfftfdBf BtUfÄdh fir t«mb»irrt4«ft, Oft- ■»• A»rte»bL», s«,Lte die (Bfe|mrr èe^e»bl»se» (»Lch ^Mch).
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leueAe Nachrichten
sHieße«er DngcStatl)
NnatSângigt Fageszertung
(Gießener §eit««g)
Oberhefseu und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzerger für Gießen und Umgebung.
Culhäit alle amtlichen Bekanntmachungtn der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
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Die Selbständigkeit deS Handwerks
(Nachdruck bei boten)
<tn nicht genugsam anzueikennender Vorzug deS Hand- v< rkS-GefitzeS vom 26. Juli 1897 'besteht darin, da ß es dm Handwerkern für die Ordnung unb Überwachung ihrer gemeinsamen Staude-angelegenheiten ein erforderliches Maß von Selbständigkeit gewährt jhat. Das Gesetz will ein selbständige-, für sich selbst sorgendes Handwerk haben, das sich durch eigene Geistes- unb Schassen-kraft aus seiner
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HB SWnJoj Einigen Lage h-rau-arbeitet. Nicht als Pflegebefohlener löü KmI anderen SlandeS oder gar deS StaateS darf deshalb
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her Handwerker in dem Gesetze selbst ein Allheilmittel gegen üDr Schäden mb Leiden seines Standes erblicken wollen, er hat vielmehr dasselbe nur als Richtschnur für sein selbständige- lSc mühen um die Hebung deS Stande- zu betrachten und daraus die Anregungen zu seiner Selbsthilfe zu schöpfen. Jc, da- Handwerk soll 'nicht nur für sich selbst sorgen und schaffen, sondern el soll sich auch gewerblich selbst beaufsichtigen unb die Befolgung der gesetzlichen und statutarischen Vorschriften seitens seiner Stande-angehÜrigen selbst überwachen
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liefe für
Mbrwk zu Paris 1900 in
Der § 139 b der G »O. überträgt zwar die Aufsicht pivohl über die Fabrikbetriebe wie auch über die Handwerk- stäSten ben Polizeibehörden bezw. besonderen von don LandeS- njieren zu ernennenden Beamten, die Bestimmungen dieses Psragraphen können aber für die Handwerker nur solange in Betracht kommen, al- sie selbst von dem ihnen im § 94c zugestandenen Rechte, ihre Werkstätten durch eigene Beouf- tratzte beaufsichtigen zu lassen, keinen au-reich^nden Gebrauch machen. Also selbst die Polizei soll in den Werkstätten der Hamdwerker nichts zu suchen haben, und ihre Obliegenheiten werden den Handwerkern selbst angetragen. DaS ist ein Maß vou Selbständigkeit wie eS der Würde deS Standes entspricht, und el kann nicht entschieden genug darauf hin- gevirkt werden, daß der Handwerker sich diese- Vorzuges bfi Gesetze- bewußt wird und mit Sorgfalt darauf achtet, daß sich nicht unberufene Hände in den Angelegenheiten de- Hamdwerk- zu schaffen machen.
igcr in KM ii k. per Stück.
lvâ IMM^ runter die berühmte ins ultra.
«gès usâ W> im. Prospekte m
über „LehrlingSzüchterei" geliefert, der den entf^ieberen Widerspruch der zuständigen Handwerkskammer zu Berlin hervorrief, da er aus wenigen vereinzelten Fällen einen allgemeinen Mißstand ableitete. AnderSwo haben sich?'.Po- lizeideamte in höherem Auftrage bei Handwerkern danach erkundigt, welche Mängel sie 'andren Innungen auSzusetzen haben u. s. w. —
Die Vertreter^derâRegierung betonen’bei’ jeder Gelegenheit deren Wohlwollen'für daS^Handwerk, aber 'auS diesem Wohlwollen gehen solche unt^r der Handjvorg-uommenen Erkundigungen^.,schwerlich hervor. Damit dergleichen Einmischungen aber jedoch nicht^zur^Gewohnheit werden, können wir den^Handwerksmetstern'nur den dringlichen Rat geben: Macht euch'"/,dieâ,Vortetle, ^die^euchlidar (Session 1897 bietet, zu' Nutzen unbXftrebt danach, dsß^ihr^euchâdie Selbstständigkeit erhaltet und auch in Bezug 'auMie gewerbliche Aufsicht Herr in eigenem Hause [unb in der eigenen Werkstatt werdet, indem ihr nichtZnur Beauftragte der Innungen und Handwerkskammern wählt, sondern auch darauf achtet, daß diese sorgfältig ihre Pflicht erfüllen, damit die Aussicht-- beworben künen Anlaß finden, selbst in eure Betrieb-verhältnisse einzugreifen. Wir sind überzeugt, daß sich die gerügten Ecnm'schung-n nicht wiederholen werden, wenn ihr euch auf eure Selbstständigkeit besinnt und den Behörden zu verstehen gebt: wir wünschen keine unberufenen Berichterstatter für unsere Angelegenheiten; zur Anhörung unserer Beschwerden, wie^zur Abhilfe von Mißständen sind nach dem Geseß zunächst unsere Handwerkskammern, da, vie aus unseren Standesgenossen zur Vertretung der Interessen deS Handwerks errichtet sind.
Handwerker! wollt Ihr die Sache des Handwerk-nicht durch eigene Schuld gefährden, so nehmt euch selbst rührig derselben an; das Gefitz, so mangelhaft e- auch noch sein mag, bietet Handhabe genug dazu. Ihr fühlt doch schließlich am besten, wo euch der Schuh drückt, euch muß die eigene Sache doch am meisten am Herzen liegen, also könnt ihr gar keinen besseren Vertreter dafür haben, al- euch selbst. Gewiß bürst und sollt ihr auch von anderer Seite manchen guten R a t anhören, aber die fehlende Tat muß euerm Willen entspringen.
Wer will haben ein ordentlich Haus, schaue selber ein und aus!
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So sind in letzter Zeit wiederholt Fälle vorgekommen, lvo Aufsichtsbehörden durch ihre Beamten selbst nach solchen Dingen forschen üeßen, die sogar außerhalb der ihnen im § l 39b^zugewiesenen Befugnisse liegen. Hierbei handelt el |i4 doch besonder- um ^Bestimmungen über die Sonntag-- iu^. die Sicherheit für Leben und Gesundheit der Arbeiter U- bergt, dagegen hat -. B. die Potsdamer Aufsicht-behörde türgtidb ohne Befugnis Erhebungen über die Zahl der in btn dortigen Handwerksbetrieben beschäftigten Lehrlinge an* ßtftedt und auf die ohne nähere Sachkenntnis gemachten , ^ictc «icjciuny ucginm um emew jm^aci uucl '4»uim*<^- An^aben ihrer Beamtin hin der Regierung etnen Bericht I pedition bei Amerikaners Greeley, dessen Lagerplatz von
Citttrarifcbts.
V Tic Schrecken der Tode- werden lebendig beim Lesen der vierten Lieferung von ^Kapitän Sverdrup- Werk
„NkUt- Land" (Verlag von F A. Brockhaus, Leipzig). Diese Lieferung beginnt mit einem Kapitel über Polar-Ex-
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Wer die 9 Ziffern in den Feldern deS Quadrates so. umstellen kann, daß die Summe in jeder,7 Reihe 15 beträgt, und mit der Lösung zugleich 40 Pfennig in Briefmarken etnsendet, erhält den Volks- prediger.'und eine der obenftehen- den PrÜDieu, wofür wir garau- ttereu, franko zugesandt Die Preisverteilung geschieht nach dem im Volksprediger genau erklärten Programm.
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I Sverdrup ausgesucht wurde, um' nach Resten jener furdit» baren' Tragödie'zu'forschens d.e der Rettung der wenigen Ueber lebenden vorherging. Erst wenn man diese Schildt rung gelesen?hat, weiß man voll zu würdigen, was für Helden jene’Männer sind, br im Dienste der Wissenschaft h'nauS- ziehen in die Welt'dkS'ewigen EiseS und der ewigen.Nacht, ebne die sichere Hoffnung zu haben, zurückkehren zu können in ',die geliebte Heimat, in den Kn iS der Familie. Wie nahe^stand Sverdrup und^dcn'Seinen oft.der Tod! Aber wenn au^J feine Expedition 2 treue Mitglieds, darunter den Arzt, verlierens mußte, glückte'cS^ihr boeb,* naebjangen Jahren, auf ihrem Schöffe „Fram" ins Vaterland zurückzukehren. Z Die/berühmteste^geographische^Gtjellschaft, die zu London, hat kürzlich Kapitän Sverdrup in Anerkennung feiner großartigen Leistungen und überraschend reichens Re. fultate, die er cheimbrachle, die zweite Königliche Medaille verliehen und auch den Kartographen^ der Exp;ditioNrSver- drupS, ^Rittmeister Js^chsen, durch den Murchison-PreiS ai>8* gezeichnet.
**^ MayerS Großes KonversationS^Lexilon. Ein Nach- schlagewerk deS allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete unb vermehrte Auslage. Mehr als 148,000 Artikel unb Verweisungen ans über 1400 Jllustrat'onStaseln (darunter etwa 190 Farbendrucktaseln unb 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 T-xtbeilagen 20 Bünde ii' Hald- leder gebunden zu je 10 Mark. (Verlag'deS Bibliographischen JnstituS in Leipzig und Wien.)
„A st i l b e bis Bismarck" lesen wir auf dem Rücken de- soeben erschienenen II. BandeS unsers „Großen Riaher". Wie nahe^beisammen auch diese beiden Wörter in der Buch- stabenfolge zu stehen scheinen, so erweisen sich doch 1824 eng gedruckte Spalten nötig, um die alphabetische Blücke zwischen ihnen zu schlagen. Vergeblich bemühen wir unS, innerhalb ^der engen Grenzen dieser Besprechung auf Einzelheiten einzugehen, die sich in solcher Fülle herandrüngen, daß wir keiner Wahl ifähig sind. Denn das ist das Wunderbare an diesem Buche, daß alles darin interessiert. In 550 Zeilen, ist Otto von BiSmarck geschildert, fein Werden unb W rken und damit auch im großen Umriß die Geschichte seiner, durch ihn gestalteten Z- it^wir finden seine literarischen Werke und die Schriften verzeichnet,', die sich mit ihnen beschäftigen, endlich auch die hauptsächlichste Bismarck selbst entstandene Literatur. Ein interessantes .Kunstblatt mir wer verschiedenen Bi-marckbildnissen ist dieser Abhandlung beigegeben.
Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, borm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei (gegr.1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen
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