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Montag, den 9. November 1903
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tahn*eme*WteW: K Gießen, abgeh^lt monatlich dO-Pfg-, tm'I öäuS crebracht 60 Pfg., durch die Post beißen vierteljährlich Mk. 1.50.
«ßNiti'Sbeilage»: Oberhesfische Famittenzeitnva (täglich) vrdttbesfische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Elerts* ban, sotvie die Gießener Seifenblasen (wSchenNich). LaS Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags.
sHt-Heuer Uagevsatl)
Flnakyängige Tageszeitung
12. Jahrgang«
I«iertio«Sprei St Tie einspaltige Petitzeile für Gießen wü ganz Oberhefsen, die Kreise Wetzlar und NarkMrg 10 Pfg. sollst 15 Pfg.- Reklame, die Petitzeile 30 r^sv. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3869.
Rebaftion und Erveditton: Gi.eßen Neuenweg 98. FerMstzrechanschlnst Nr. 869.
(chiebener 3eitu«O
für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. E»tkttt alle amtliche« Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden voh Oberheff«.
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Cbeater - Sklavinnen.
<§. Tine wichtige Frage der öffentlichen Sittlichkeit wird neorbirigâ zugleich von zwei Seiten angeschnitten. Auf der s^n, silbischen Generalsynode wurden unsere Theater geradezu aDgbie Märkte bezeichnet, auf denen man weibliches Fleisch nöle Sage billig oder teuer kaufen könnte. Und es wurde eWSchrei der Entrüstung laut, der hoffentlich bei den Be- häirdeii, die es angeht, seinen Widerhall findet. Fast zur selben Gsihiiibe besprach man auf der Generalversammlung des Dresdener Hoftheaterverbandes der deutschen Bühnen- goenofien ^^^a^t gleiche Themata und forderte einstimmig und ?rrergifd), daß die Lieferung der Damenkostüme von Seite der ^eateiiireftoren zu erfolgen habe.
Dieser letztere $untt bildet gewissermaßen den Pol, um biw sich die ganze Frage der Sittlichkeit bei den Theatern bucht. Er ist von eminenter Wichtigkeit, und es war daher eün grcßes Verdienst des Vurgtheaterdirektors, Dr. Paul Sâlkiukher, daß gerade dieser erfahrene Theatermann die ^rnge zuerst anschnitt. In seiner Flugschrift „Der Frauen- bimf im Theater" beleuchtet Schlenther die schwere Schä- b'oigniig, welche die Kunst im allgemeinen und speziell die SeitlMeit der Schauspielerinnen durch den maßlosen Toi- ANmuixus erfahren, der gegenwärtig auf den Bühnen ent- feitet virb. Schlenther liefert zunächst eine treffende Cha- r^Reriitik jener Theaterprinzessinnen, die durch die Pracht iL»w Toiletten die Damenwelt blenden und die Kunst nur a>Z Mittel zu schamlosen Zwecken betrachten. Zwei Millio- wMohne können die Toiletten solcher Prinzessinnen nicht böltieii.. Natürlich wirkt das auf die braven, aber starken ^□feiitr in gewaltiger Weise ernüchternd, und es gehört KNi ebn mächtiger Kunstdrang dazu, wenn sich solch armes iZMöpschen mit seinem selbstgenähten Kleidchen unter die rnrigctcifesten Schleppenträgerinnen der jeunesse dorée tragt und die spitzigen Bemerkungen mit anhört, die der £w Direktor oder gar seine Frau Gemahlin über die Dürf- ti!g!eit ihrer Toilette mad)t.
„Die Hauptschuld an diesen unwürdigen Zuständen," er- Hat Dr. Schlenther, „tragen aber die Theaterdirektoren, Die mit Ausnahme der Hofbühne für die äußere Ausstattung dWSchauspieleriinleu nicht einen Pfennig übrig haben, die uâi Künstlerinnen cii.cn Sold zahlen, der kaum für die Wlsle der notwendigsten Toiletten und Kostüme ausreicht. GH setzen damit bei den Damen andere Erwerbsquellen Mote, als ihnen ihre künstlerische Arbeit erschließt. Als râ neulich einer dieser Tempelwächter fragte, ob nicht Mimlein Soundso wieder gar zrr^ kläglich angezogen war, gi(16 id} zur Antwort, ich sei kein Schneider, wisse aber, daß di« Daune keinen Liebhaber wünsche. Der Mann begriff d ^ nicht. . . . Die Lage der kleineren Mitglieder, zuinal bograuen, ist vielleicht in den großen Städten, wie Berlin l'M Wien, am schlimmsten. Um die moralische Vernrteil- uing h-ervorzurufen, bedürfte es nur der genauen Bekannt- i inâmg der Gagen aller Mitglieder. Aber die gerechte (Ären bang gegen eine Gage, die nur bem 9t amen nach eM solche ist (25, ja 20 Mark die Woche) wird dem an- sMKgen Mädchen vom Direktor mit der unverfrorenen Ve- 1 ii.erfi Ing beantwortet: „Wozu brauchen Sie Gage? Sie f ind ja ein hübsches Mädchen!" Hat das Kpädchen keine Hilfe ciw Hause, so bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich zii tiMnfeiu Tut sie das nicht, beleidigt sie das ästhetische
(8jiihl des Direktors durch ihre ärmliche Garderobe, so enl- D er sie und sie findet im Winter bei laufender Spiel- |cii kein Eugagemeul."
L?ie ist solchem Ucbelftar.br abzuh elfen? Es ist noch gar tat io lange her, da hat füg in Berlin ein Verein gebil-
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)et b’cm hervorragend? Da neu der besten H^sellschaftskreise mid einige berüßmte Bühnenkünstlerinnen angehörten, und terben Zweck hatte, mittellosen Schauspielerinnen Toiletten j mitist zur Verfügung zu stellen. Da die Sache wie Almosen- ;Mining aussah, war die ganze Institution verfehlt und 'j^inMifchen schon selig entschlafen. Das einzig wirksame 'Mittel wäre der Entschluß der Direktoren, so wie er in
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lieben gefordert wurde. Da der Deutsche Bühnenverein, dem ausschließlich Theaterdirektoren angehören, selbst die tiyipieHe Wichtigkeit der Frage schon anerkannt hat, und |te im einer am 20. November tagenden Gen'ralversamin- >Mg zum (Segcnftmibe einer verpflichtenden Beschlußfassung Wchen wird, scheint die Dresdener Aktion also besonders jieitgemäB-
Wer einigermaßen in Theatersachen bewandert ist, wer besonders die großstädtischen Theaterverhältnisse kennt, weiß, tag Haul Schlenther kein Wort zuviel gesagt hat und weiß mch, daß die schwere sittliche Schuld in den meisten Fällen inen Direktoren zur Last fällt. Wir haben beispielsweise im Merlin Theater gehabt und haben noch solche, wo die Larsttellerinnen erster Partien entweder gar keine Gage er- Mteiii oder doch nur eine sehr geringe. Ja, man kann noch feitet gehen: es gibt sogar Fälle, wo die Direktoren noch ediuas dazu erhalten, wenn sie nur überhaupt den betreffen- d-en Webedamen Gelegenheit geben, ihre Reize vor der Öffentlichkeit zu entfalten. Daß solche Zustände der öffent- Mem Moral geradezu ins Gesicht schlagen, ist gar keine Frogie. Die Angelegenheit ist aber eine so brennende, daß Hite Interesse des gesamten Publikums beansprucht. Nur Lin allgemeiner Appell an den Bühnenverein fann_ba nützen. Moen wir, daß der 20. November in diesem wicktiasten
Punkte wenigstens eine Erleichterung jenes Loses herbeiführt, das augenblicklich noch hart auf den armen Therzer- sklavinnen ruht, die heutzutage nicht nur ihre Kunst, sondern ihr ganzes Selbst zu bieten gezwungen sind, wenn anders sie Karriere machen wollen. Und welches von den armen Dingern wollte das nicht?
Der Aufstand in Deutsch-Südwestafriha.
Eine amtliche Meldung über das angebliche Gemetzel in Warmbad, die etwas wesentlich neues besagte, liegt leider noch nicht vor. Trotz dieses Fehlens amtlicher Berichte kann man erfreulicherweise schon jetzt mit Sicherheit annehmen, daß die ersten britischen Meldungen über die Vorgänge weit übertrieben waren.
Die britische Presse beginnt sich bereits selbst zu dementieren. Nach den letzten britischen Nachrichten sollen in Warmbad nur 15 Deutsche getötet sein, allerdings können sich die Londoner Blätter nicht enthalten, hiuzuzu'fügeu, diese Zahl „könne" sich durch Morde in der Umgebung Warm- bads noch vergrößern. Auch von der Nieder metze. lung der deutschen Besatzung von Keet - manshoop ist nicht mehr die Rede: es wird nur noch gesagt, diese Garnison, die aus 60 Weißen mit 2 Berggeschützen und einem Maximgeschütz bestehe, sei von den Vondelzwerts „angegriffen" worden. Da der Stamm der Bondelzwerts nur 500 waffenfähige Männer zählt, wäre an eine Vernichtung dieser mit 3 Geschützen versehenen Truppe nicht zu denken, selbst wenn sie nur 60 Mann stark wäre. In Wirklichkeit aber besteht die Keetmanshooper Besatzung aus 3 Offizieren, 15 Unteroffizieren und 75 weißen Soldaten. Dazu kommen noch 15 sabrme Soldaten und etwa 40 bis 50 Reservemänner aus der Umgegenb. Diese können sich nicht nur einer Rotte von 500, sondern auch einer dreimal so starken Hottentottenhorde mit Leichtigkeit erwehren.
So wenig glaubwürdig danach die Meldungeiz der britischen Presse über die Vorgänge in Warmbad sind, ebenso unglaubwürdig erscheint die Darstellung, die sie neuerdings von den Ursachen des Aufstandes imb der Ermordung des Leutnants Jobst gibt. Angeblich auf Grund der Aussage eines nach Kapstadt aus Damaraland entflohenen Missionars berichten die englischen Blätter, die
Ursache des Aufstandes sei folgende: Das deutsche Gouvernement habe allen Eingeborenen befohlen, ihre Waffen zeitweilig abzuliefern, damit diese registriert würden. Das hätten die Bondelzwerts verweigert. Daraufhin sei Leutnant Jobst mit einigen Mann nach Warmbad abgegangen, uni mit den Bondelzwerts zu verhandeln. Es sei dabei zu heftigem Streit gekommen, und der Häuptling der Bondelzwarts sei schließlich gegen den Leutnant frech geworden. Nun habe Jobst ihn mit seinem Revolver e r s ch o s s e n. Das sei das Signal zu dem Angriff der Bondelzwerts auf die Deutschen gewesen, bei dem Jobst und zwei Deutsche ums Leben kamen. Die übrigen Mitglieder der Jobstschen Truppe hätten nach der Station Warmbad entkommen können.
Wir vermuten, daß die amtsidje Darstellung der Sache anders aussehen wird. Die Regierung wird voraussichtlich einen Teil der o st a f r i k a n i s ch e n S ch u tz t r u p p e nach Südwestafrika schicken: die Truppe kann dort in 20 Tagen ankommen und mit den dann ebenfalls eintreffenden 300 Mann, die der Gouverneur abgefanbt hat, den Hottentotten einen Denkzettel geben, der ihnen wohl die Lust zur Wiederholung solcher Freveltaten vergehen lassen wird.
Die Politik.
Ci Aus offizieller russischer Quelle wird festgestellt, daß die Verhandlungen über den deutsch-russischen Handelsvertrag in Berlin Ende November stattfinden und einen Monat dauern werden. Die veterinäre Konferenz wird schon früher beginnen.
o7) Weil sich unter ihren Mitgliedern zahlreiche Sozialdemokraten befänden, wurden die Kriegcrvercine zu Schwarzwaldau und Rothenkirch aus dem preußischen Landes- kriegerverbande ausgeschlossen. Nach dm Bestimmungen des Statutes ist ein anderes Vorgehen des Vorstaudes gar nicht möglich: Betätigung sozialdemokratischer Gesinnung führt satzungsgemäß zum Ausschluß.
►P Daß der Trierer Schulstreit noch immer im stillen seine Kreise zieht, erhellt aus der Tatsache, daß die dreitägigen Ver Handlungen betreffs Angliederung einer Uebungsschule au das paritätische Lehrerinnenseminar erfolglos waren.
# Man schreibt uns: In Königsberg hat man in diesen Tagen ein Verfahren wegen Gcheimbündelei gegen einen Sozialdemokraten eingeleitet, der Mengen von in Zürich ge druckten Schriften nihilistischen Inhalts zur Weiterbeförde rung nad) Rußland bei sich liegen hatte. Jetzt hat man die Nachforschungen auch nach Meinel ausgedehnt und^HauS- suchungen gehalten bei einem sozialdemokratischen Führer, dein Uhrmacher Klein, und zwei anderen Sozialdemokraten. Das Ergebnis soll überraschend gewesen sein : insofern man nämlich ganze Stöße revolutionärer Schriften und nihi- liMcker Vamvblete gefunden bat, die vom nibili'tischen
Agitationskomitee in Zürich hergestellt waren. Außerdem soll eine ausgedehnte Korrespondenz mit russischen Untertanen beschlagnahmt worden sein. — Sollte die Polizei ihre Nachforschungen ausdehnen, so würde sie in Ostpreußen hart nach der russischen Grenze zu gar manche kleine Druckerei aufstöbern, die alljährlich Massen von in Rußland verbotenen Schriften fabriziert und geschickt hinüberpascht. Meist sind diese Schriften nach unseren Begriffen wirklich harinloser Natur. Vielleicht entwickelt sich auch diese Affäre nach der weniger ernsthaften Seite.
W Im bayerischen Abgevrdnctcnhause kam der Kriegsminister Frhr. v. Asch auf die Soldatenmißhandlungen zu sprechen und erklärte, daß sie sich, wenigstens in Bayern, nicht vermehrt hätten: es sei aber auch leider keine Abnahnie zu konstatieren. Alle seine Anstellungen und Bestrebungen, sie einzuschränken, seien nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. (Zurufe: Hört! hört!) Er werde aber mit aller Kraft dahin wirken, Mißhandlungen hintanzuhalten. Bemerkenswert war im Verlaufe der weiteren Ausführungen auch das Urteil des Ministers über die viel bemängelten Reiterattacken. Im künftigen Kriege würden, sagte er, besonders zu Anfang große STabaHerieförper aufeinanderstoßen, und man müsse daher die Kavallerie darauf vorbereiten. Im übrigen weist der Minister den Vorwurf des Lurus in der bayerischen Armee zilrück und schließt, das ^anb könne stolz auf fein Offizierkorps sein. Was die Klage betreffe, daß die Gräber der deutschen Soldaten in Frankreich in schlechtem Zustande seien, während sowohl die deutschen hnc französischen ^oO datengräber auf deutschem Boden aufs würdigste unterhalten würden, so sei sie nicht neu. Auf Anfrage bei dem deutschen Geschäftsträger, habe sich aber herausgestellt, daß sie unbegründet sei. Jedenfalls widme die Arnweverwaltung dieser Sache eingehende Aufmerksamkeit unb werde dafür sorgen, daß die Ruhestätten der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Krieger sich in würdigem Zustande befänden.
=1= Ausgewiesene Finlander, die während des Darmstädter Aufenthaltes des Znren^ den Versuch machten, eine Audienz zu erhalten und eine Schrift zu überreichen, erfuhren insofern einen Refus, als nur ihre Schrift in Empfang genommen, die nachgesuchte Audienz aber verweigert hmrbe. Wer kann sich auch dem Glauben hingeben, daß der Friedenszar sein Ohr jenen „Rebellen" zuneigt, die seine hochweise Regierung mit allen Mitteln auszu rotten beschlossen hat!
00 Zum Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses ist nun doch, allerdings unter Stimmenthaltung fast der ganzen Opposition rmd der Apponyi-Gruppe, Geheimrat P e r c z e l gewählt worden. Perczel gilt wie Tisza als ein sogenannter „starker Mann". Wer leben wird, wird sehen.
cf Die mittelamcrikanische Revolution ist so gut wie beendet. Auf dem Präfekturgebäude in C 0 l 0 n ist die Flagge der Republik Panama offiziell gehißt worden. An der Bahnstrecke von Colon nach Panama stehen norbamerifa- nische Truppen: der Isthmus ist also für Kolumbien verloren. Ja, es hat sogar den Anschein, als ob sich auch noch weitere Teile des Landes absplittern und zur neuen Republik übergehen würden: so die Provinz Kauka beispielsweise und noch andere Gebiete, deren Interessen man in Bogota vernachlässigt hat. Das Verhalten der Union ist höchst eindeutig. Sie hat die Führer der Aufständischen als De facto* Regierung anerkannt, weil „anscheinend das Volk die Sezession einstimmig beschlossen" habe. Staatssekretär Hay gibt sich die größte Mühe, dieses Vorgehen des Präsidenten Roosevelt, das „Evening Post" ein „schamloses" nennt und das auch die mexikanische Presse als ein „Denkmal nordamerikanischer Perfidie" bezeichnet, so gut es geht, mit den beliebten „Pflichten" zu rechtfertigen. Zur weiteren „Begründung" ihrer Auffassung hat die Union dem Admiral Coghlan Oberbefehl erteilt und neun Kriegsschiffe nach dem Isthmus gesandt.
T Von der neuerlichen Entente zwischen Japan und China liest man jetzt auch in der englischen Presse, die sich bislang sehr skeptisch dagegen verhielt. Danach habe Japan der chinesischen Regierung die Zusicherimg gegeben, Japan würde nie in ein Kompromiß mit Rußland willigen, das irgend eine Abschwächung der chinesischen Autorität über die Mandschurei involvierte. Es müsse aber China warnen, daß die Sache anders läge, wenn sich China selbst den russischen Forderungen fügte. Was wohl das arme China machen soll! Jetzt erklärt der russische Statthalter Alexejew, daß ^r auf zehn Jahre zwischen China und den Vereinigten Staaten geschlossene Vertrag direkt die russischen Interessen berühre. Die Mandschurei sei vorläufig nicht frei, fondern von Rußland okkupiert, das dort so lange bleiben werde, bis es leine Rechte entgültig gesichert wisse. Diese Absätze des Vertrages Dürften also nicht ratifiziert werden. Nebenbei gesagt erstrecken sie sich auch auf die Oeffnung Mukdens, das Rußland eben erst besetzt hat. Was soll also China machen, um den Wünschen aller gerecht zu werden? Dre Regierung in Peking ist wirklich nicht zu beneiden.
bof und Gesellschaft.
Kronprinz Wilhelm hat das Protektorat des Schlesischen Vereins zur Unterstützung von Landwirtschafts- oeamten (Sitz Breslau) übernommen. Der gena ) te, lediglich zum Wohle der Landwirckschaftsbeamten Schcepens ge-