Einzelbild herunterladen
 

Ts?,

M. 237.

Freitag, den 9. Oktober 1903.

Pö

KD

kby»«eme«tSprei-: in Gießen, abgehslt monatlich 50 Pfg., Inf6 Hâus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mk. 1.50.

»rattSbeilage«: OherheMche Famittenzeit««g (täglich) Lberhèsfifche Zeitschrift für Landtvirtschaft, Obst- und kartenbaü, sowie die Vieße«er Eeifrnblüse« (wöchentlich).

DaS Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags.

__________ 12, Jahrgang.

Insertionöprei S: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wu ganz Oberhessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sollst 15 Pfg.; Reklame« die Petttzeile 30 rèsv. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3869.

Redaktion und Expedition: Gt.eßen Neuenweg 28.

Flrusprechs«schlnh Nr. SSL.

rote

O' 3

ZK rote 3 0® gl

N

K

W te

Lü-r

3^2.

&H 3 s

S^g

2 2 *

^5 3

H - ft C’“ o ro o 3

LNZZ-rZ ssg°§\ ^ZZK

*1Ä

m3 ö^.afc

K^-sM

3 JI«»» ) ft ?®3^ ! 8 tr &ro

y2- E 5

®3

As™ 2t© _ 355 re ö 5SL

26 5 3

' p 5 gsgo ^gS*&3 ^S^Z-

* R?gg@l S’StaSS S^Si ® wo

3 >

5 3 2© 6

2.£ £

2^*

?KF

5? § äs

3

3 LAS 5

® O^ 5 5

Ö

C*

3 " ” 5 "5 RsÄ-?s

TZAS ^

SS

srsg

^ c/2

hi

2 ^ ft " p ZSZ fh fr ^:

O z -

"t

SA

AS

ft

SA

PA

(Lietzener Tagebkalt)

Nnaöyängige Tageszeitung (Gießener ?ei1««M

für Obertzesfm und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lökalauzerger für Metzen und Umgebung. GvthLlt alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffea.

*’^CTQ^«*»^*<niiiTmtfiw«?«£rerii-wnrr^~ »inr rriT^Tnrn ij—rni -ibii i m

Die Docbzeit der Battenbergerin.

A Darmstadt, 8. Oktober.

Das junge Fürstenpaar, dessen junge Ehe gestern in der Schloßkirche nach evangelischem und in der russischen Ka­pelle aus der Mathildenhöhe nach griechisch-katholischem Ritus geweiht wurde, ist in sein Flitterwochennest, dem lieb­lich gelegenen Schlößchen Heiligenberg bei Jugenheim an der Bergstraße abgereist. Die Festesstimmung aber, in der Darmstadt während dieser Tage schwebte, hält noch vor, denn ein großer Teil der Fürstlichkeiten, die den Ehrentag der jungen Battenbergerin verschönern halsen, allen voran das Zorenpaar, weilen noch in unseren Mauern. Gestern nahm die ganze Bürgerschaft an der Feier warmen Anteil, trotz- dem diese ursprünglich nur den Charakter einer fürstlichen Familienfeier tragen sollte. Die Geschäfte schlossen schon mittags, und in dichten Reihen drängten sich Einheimische liild Fremde, die Don allen Seiten herbeigeeilt waren, stundenlang vor dem Beginn des Hochzeitszuges in den Straßen, um die Fürstlichkeiten zum Residenzschloß fahren zu sehen.

Dort hatten in den inneren Hof, über den sich kurz nach halb 4 Uhr der Hochzeitszug vom Fahnenfaalc zur Schloßkirche bewegte, nur etwa 300 Personen Einlaß ge­funden. Prinz Heinrich von Preußen führte die Krön- urinzetsin von Griechenland, der Kronprinz von Griechen­land die Großfürstin Sergius von Rußland, der Groß- herzog Ernst Ludwig die Kaiserin von Rußland, der Kaiser von Rußland die Königin von England. Zwischen seinen Eltern, bem König und der Königin von Griechenland, schritt der Bräutigam Prinz Andreas. Prinz und Prinzessin Lud- v'ig von Battenberg geleiteten ihre Tochter, die Braut Prin- zesun Alice. Die Braut trug ein mit kostbaren Spitzen be- scutes schlichtes Crèpe de elrine-Kleid, die Zarin eine fremc= icibene Toilette. Konsistorialrat Petersen, der seiner Zeit die Kronprinzessin von Griechenland aus Deutschland in ihre neue Heimat geleitet hatte, hielt die Predigt über den Text „Friede sei mit euch". Dann versammelten sich die Fürstlichkeiten wieder im Schloß, um bald darauf zur grie­chischen Kapelle zu fahren, in der die Trauung nach grie- chischem Ritus wiederholt wurde.

Uebrigens darf man aus den Absverrungsmaßregeln, die bei der Hochzeit so streng durchgeführt wurden, nichl etwa auf Attentatsfurcht seitens des Zaren schließen, wie es vielfach geschieht. Die fürstlichen Herrschaften wollten eben nur möglichst unter sich bleiben, was ihnen niemand verdenken kann. Sonst verkehrt der Zar recht ungezwungen in Darmstadt. Er fährt im langsamen Tempo durch die Straßen, schlendert gemächlich, seine Zigarre rauchend, über die Promenade und trägt ein heiteres, frisches Wesen zur Schau. Das Zarenpaar Wirb voraussichtlich noch bis zum 23. d. Mts. hier Meißen.

WAMWi II lll^^lfMMlygMBdp«■KI»W^lm^W» ll-lljWBB<JJ^gK^

n enderweise aber waren die meisten Verwundeten auf Seiten der Polizei.

Und Krone und Regierung, wenn man von einer unga rischen Regierung gegenwärtig überhaupt sprechen kann? Sie übertrugen das Prinzip österreichischer „Staatskunst" auf Ungarn, das Prinzip des „Fortwurschtelns". Szells Audienz beim greifen Kaiser galt, wie sich jetzt herausstellt, nicht etwa der Berufung dieses Staatsmannes zur Bildung des Kabinetts. Szell legte dem Monarchen lediglich seine Ansicht über die Lage dar. Kaiser Franz Josef stellte ihm das Ansinnen, die Regierung zu bilden, überhaupt nicht, da Szell schon vorher erklärt hatte, als Ministerpräsident sei e r gegenwärtig unmöglich. Der Kaiser ist, wie es heißt, ent­schlossen, die Magyaren sich austoben zu lassen, er hofft, daß sie schließlich des Spektakels selbst müde werden. Leider scheint das eine optimistische Auffassung, die durch die Tat- sachen über kurz oder lang ad absurdum geführt werden wird.

Ungarn im Hufrubr.

Die Vorgänge in S z e g e d i n erscheinen nach bett näheren Berichten, die inzwischen vorliegen, noch erheblich bedenklicher, als nach den ersten Meldungen. Die Szege- diner Garnison hat, wie sich nachträglich herausgestellt hat, unter der Hand mit der aufrührerischen Menge gemeinsame Sache gemacht und den militärischen Vorgesetzten nur schein­bar Gehorsam geleistet. Unser S-Mitarbeiter schreibt uns:

Wie schon gemeldet, wurde gegen die Menge das 46. In­fanterieregiment aufgeboten, das schließlich mit der Schuß­waffe ein schreiten mußte. Schon nach der Salve, die die Soldaten auf die Menge abgeben mußten, fiel es auf, daß außerordentlich wenig Verletzungen vorgekommen waren. Jetzt bat sich die Ursache dieser Erscheinung herausgestellt: Die Truppen, meistens geborene Szeged iner, schossen größten­teils in die Luft oder in die Erde, was bei der herrschenden Dunkelheit zunächst bon den Offizieren nicht bemerkt wurde. Gegen die Unbotmäßigen einzuschreiten, hat man bisher mcht gewagt. . _....

In anderen Orten ist es zu neuen Fallen offener M euterei der drittjährigen Mannschaften gekommen, ^n Baja, um einen besonders markanten Fall herauszugreifen, forderte die drittjährige Mannschaft des dortigen Hcuwed- Husarenregiments vor dem Ausrücken zur Felddienstübung unter großem Lärm ihre Bcmrlaubnng.^ Infolgedessen wurde über das ganze Regiment Kasernenarrest verhängt. Die Tore der Kaserne wurden geschlossen. Kein Fremder darf das Ge­bäude betreten. Auch die Offiziere blieben den ganzen Tag in der Kaserne und zeigten sich nicht in der Stadt.

Solche Vorgänge sind selbstverständlich nicht danach an­getan, die aufsässige Bevölkerung einzuschüchtern, im Gegen­teil, die Menge geht immer ungestümer imb stürmischer vor. In Szegedin verbreitete sich zugleich mit der Kunde von bem Verhallen des 46. Regiments die Nachricht, ein Teil her Temesvarer Garnison sei nach Szegedin beordert, um den Aufruhr rücksichtslos niederzullingein Daraufhin strömte eine riesige Menschenmenge zum Bahnhof und besetzte ihn, um das Temesvarer Militär, wo nötig mit Gewalt, fernzuhalten. Als der Jug ohne Mannschaft einfuhr, wollte die Menge nicht weichen, so daß die Polizei eingreifen mußte, um sie zu zer­streuen. Dabei kam es zu zahlreichen Verletzungen, bezeich-

friedensausficbten auf dem Balkan.

Vom Balkan kommen vereinzelt friedliche Klänge. Nach wie vor ist die Türkei bemüht, ihren guten Willen zu zeigen; nicht zum wenigsten Vorschlägen gegenüber, die das Sofioter Kabinett unterbreitet. Beruht das Gerücht auf Wahrheit, nach dem B u l g a r i e n der Pforte vorgeschlagen haben soll, beiderseitig an der Grenze die T r u ppen auf eine gewisse Distanz z u r ü ckzuziehen . und sich er­boten haben soll, immer je ein Bataillon für je zwei demobilisierte türkische Bataillone zu demobilisieren - so ist wohl anzunehmen, daß die Türkei darauf eingehen wird.

Etwas seltsam Hingt die Künde von einem Manifest, daß die Zentralleitung des m azedo nischen K o m i - tees vorbereiten soll. Darin soll angeblich erklärt werden, daß das Komitee in Erwartung, daß die Pforte die Unter brüdung der bulgarischen Mazedonier und die Aus­schreitungen gegen dieselbe ein ft eilen werde, beschlossen habe, die Bandenbewegung und Dynamit^tten- tate bis zuuc Frühjahr zu sistieren, um abzuwarten, ob die Reformmaßregeln durchgesührt werden. Das ist denn doch mehr als zweifelhaft, zinnal im Augenblicke der Banden- k a m p f wieder in vollster Blüte steht. Der Aufstand im Rasloger Gebiet hat zwar ein sehr unglückliches Ende genom- men, und die Anführer der Bewegung strömen nach Bul­garien zurück. Dafür aber tobt im Sandschak Nowibazar der Kaurpf noch in aller Heftigkeit, und auch an anderen Orten ist vom Einkehren des Friedens absolut nichts zu spüren. .

Wie es übrigens mit der Ableugnung des Sofioter Ka­binetts steht, daß keine Freischaren im Fürstentum gebildet würden, erhält eine seltsame Illustration durch Mitteilungen englischer Blätter, in denen eine ganze Anzahl bulgarischer ReservcoMiere, die an der Spitze der Banden stehen, mit Zainen genannt werden. Die bestimmte Kunde, daß bul­garische Geistliche in Mazedonien von Ort zu Ort zhchen und die bulgarische Bevölkerilng zum Kampfe aufrufen, gibt zudem noch merkwürdige Gedanken über die wirkliche Art der ehrlichen bulgarischen Friedensliebe und über den Stand der Dinge überhaupt. Die Insurgenten, das heißt also: jene Leute, die noch ranbenb unö Plündernd in den Bergen umherziehen, sind bestens organisiert. Sie haben ausgezeichnete Manlicher- und Mausergewehre und scheinen ganze Depots von Dtznamitbomben mit sich zu führen. Das marodierende Leben, das sie im Augenblicke führen, gefällt ihnen ganz gut, unb die Unterstützung der verängstigten oder gegen die Türken aufgehetzten Bevölkerung gewährt ihnen' Annelnulichkeiten, die sie sonst vielleicht niemals ge­kannt haben. Was sollen sie also an Frieden denken? 200 lange da unten nicht mit eisernen Besen gefegt wird, ist an einen Umschwung der Dinge absolut nicht zu denken. Daran können alle friedlichen Versicherungen in Konstan­tinopel und Sofia wenig ändern.

. . Die Politik.

cT Ein Gesetzentwurf betreffend die Entschädiguug unschul­dig verhafteter Personen, der ja bekanntlich schon geraume Zeit diskutiert wird, ist jetzt von der hessischen Regierung dem Bundesrat zugegangen. Voraussichtlich wird der Bun­desrat in allernächster Zeit zu der Vorlage Stellung nehmen. Im Reichstag ist die Angelegenheit bekanntlich schon früher immer als äußerst dringend bezeichnet worden.

o?j In der bayerischen Kammer der Abgeordneten külldigte Minister F r h r. v. Feilitzsch an, daß in den nächsten Tagen neue bau- und feuerpolizeiliche Anordnungen er­scheinen würden, um eine möglichst große Feuersicherheit der Warenhäuser und anderer großer Geschäftshäuser zu er- möglichen.

^ Der Ausstand im Sitter Gebiete nimmt bedrohlichen Charakter an. Zwar ist es in Lille selbst nicht zur Proklamie­rung des Generalausstandes gefommen, weil man sich nicht einig darüber ist, ob mit den Webern auch die Spinner in den Ausstand treten sollen. Dafür aber ist man in Armen- tiäres entschlossen, alles aufzubieten, um den Gesamtausstand du rchzusetzen. Auch die Färber in St. Etienne stehen direkt

Fi»» jp 11 r MW j 11 j ^ismLB!Jwg»gwu<uiji wmi u j mu z^na&aM^iSKM'asKaifn twim, mwap vor dem Streik. Demonstrationen aller Slrt gehen Hand in Hand mit Gewalttätigkeiteil gegen Arbeitswillige, die durch die Uebermacht gezwungen werden, sich dem Ausstande an­zuschließen. Der Präfekt von Lille ruft nach militärischer Hilfe in größerem Maßstabe. Acht Schwadronen, achtein­halb Bataillone und zweihundert Gendarmen glaubt er zu brauchen. Danach läßt sich ungefähr beurteilen, wie die Dinge stehen.

1* Die gesamte Presse Englands beschäftigt sich noch an­dauernd mit Chamberlains Glasgower Rede, in der er zum ersten Male das definitive Programm des altbritischen Zoll­vereins entwickelte. Wie stark das Interesse an Chainber- lains Aktion ist, bewies auch die Tatsache, daß sich Iiahezu 60 000 Personen um die 5000 verfügbaren Plätze im St. An­dreassaale in Glasgow beworben hatten. Die Plätze wurden mit enormem Agio gehandelt. Ein Gerücht spricht davon, Kaiser Wilhelm habe sich einen wörtlichen stenographischen Bericht der Rede schicken lassen. Bei der hohen internatio- nalen Bedeutung der Frage wäre das gar nicht so wunderbar.

E Mit einer geradezu bewunderswerten Kaltblütigkeit schreitet Rußland in Ostasien vor. Der japanischen Regierung wurde eine russische Note überreicht, in der es in der Haupt­sache heißt, die Räumung der Mandschurei durch Rußland sei eine Angelegenheit, die nur Rußland und China angehe und in die sich einzumischen Japan kein Recht habe. Das heißt jedenfalls deutlich gesprochen. Hub es euwehrt kaum minber der Klarheit, wenn dann meiter in der Note ganz unverblümte Vorschläge gemacht werden über eine Teilung Koreas zwischen Rußland und Japan. Das japanische Kabinett lehnte zunächst nach langer Beratung Rußlands Vorschläge ab. Tie Stimmung in Japan ist natürlich äußerst erregt, und das Eintreten einer Krisis ist sehr wahrscheinlich. Trotzdem ist kaum anzunehmen, daß Japan sich den russischen Expansionen gewaltsam entgegenstelleu wird. Auch in 8)oko- Hama kennt man den englischen Bundesgenossen nachgerade genau genug, um zu wissen, daß im Ernstfälle auf ihn kein Verlaß ist.

A Die russische Bureaukratie ist außerordentlich entrüstet über den wachsenden Einfluß eines neuen Günstlings des Zaren, des Staatssekretärs Besobrasow, eines Mannes, der vor kurzem zur höchsten Verwunderung aller Beteiligten vom Stadtrat a. D. plötzlich zunr Staatssekretär des Zaren ernannt wurde. Den gewaltigen Vorinarsch Rußlands im Osten von Asien, der gegen Wittes und Lambsdorffs Willen inszeniert wurde, führt man auf Besobrasows Initiative zuriick. Besobrasow soll zum Leiter eines neu zu schaffenden allgemeinen Departements im Ministerium des Innern er­nannt werden.

□ König Peter hat die serbische Skupschtina mit einer Thronrede eröffnet, die einiges Aufsehen erregen dürfte. Durch die ganze Rede geht ein kriegerischer Unter- t 0 n. Zunächst enthält sie einen Passus, der eine Vervoll­kommnung der Streitkräfte Serbiens als notwendig hinstellt, kriegerischer noch klingt der Satz, in dem der König er­klärt: Wenn Serbien angesichts der Ereignisse in 8er Tür­kei eine neutrale Haltung bewahrt habe, so sei dies ledig­lich deshalb der Fall, weil Serbien hoffe, daß der Sultan sein möglichstes tue, damit die Zustände in den betreffenden Gegenden sich bessern. Daß Serbien gar nicht in der Lage war und auch in absehbarer Zeit nicht in die Lage kommen wird, selbständig und ohne Rücksicht auf Oesterreich und Htußland auf dem Balkan eine Rolle zu spielen, hat der König offenbar vergessen. Sonst enthält die Thronrede nur allgemeine Redensarten ohne besonderen Hintergrund. Uebrigens erlahmt das Interesse an der Thrcurrede bereits sichtlich; man hat einen besseren Gegenstand, sich zu unter­haltenDie neuerdings beginnende Verteilung des Nach­lasses König Alexanders unter seine Gläubiger. Es handelt sich um mehrere hundertausend Kronen Schulden bei öster­reichischen Modefirmen. Dazu tritt noch eine Gläubigerin aus der Pumpepoche des braven Milan: die russische Wolga­kamabank, die seinerzeit Milan sanieren half und hierfür eine Hypothek von ungefähr 2% Millionen Francs auf die Krongüter der Obrenovitsch erhielt. Wahrscheinlich wird diese Bank als Hauptgläubigerin alles an sich reißen, und die österreichischen Gläubiger des Königs Alexander werden leer ausgehen. Denn — und das ist das Pikanteste an der Sache — das Privatvermögen Alexanders, das bei einer Wiener Bank auf den Naiven der Königin Draga deponiert war, ist dort nicht mehr vorhanden; angeblich hat es ein naher Verwandter Dragas abgehoben. So werden denn die einzigen wirklich Leidtragenden um Alexander und Draga die österreichischen Gläubiger des Königspaares sein.

Dos und Gesellschaft.

«^ Das Kaiserpaar weilt 3. St zusammen mit dem Prinzen Adalbert auf Schlob Hubertusstock Der Kaiser und Prinz Adalbert liegen in den weiten Waldungen täglich dem edlen Waidwerk ob.

*** Der Kr 0 nprinz ist aus Bad Kreuth, wo er auf Einladung des Herzogs Karl Theodor mit dem Pnnzen Eitel Friedrich zusammen zur Jagd werlt, gestern abgereift und über München nach Potsdam zurückgekehrt. Anl Sonntag, ben 11. b. M., wird der Kronprinz in Vertretung des Kaisers der feierlichen Enthüllung des Denkmals Friedrichs des Großen in Rheinsberg beiwohnen.