fers in Mainz in Aussicht genommen. An- vrefem Tage füibct, wie wir erfahren, auf dem großen Sande daselbst in Gegenwart des Großherzogs von Reffen eine Truppenschau statt, welcher auch der Kaiser, von Wiesbaden kommend, beizriwohnen gedenkt.
*** Der deutsche Kronprin z unb Prinz Eitel-Friedrich haben ihre Fahrt nach Berlin in Lugano unterbrochen, um dort photographische Aufnahmen 511 machen. Prinz Eitel-Friedrich wird voraussichtlich am 19. b. Mts. wieder in Bonn eintreffen zu Fortsetzung seiner Universitätsstudien. Das bevorstehende Pfingßf st wirb der Prinz im Kreise der kaiserlichen Familie verleben.
Hus dem 6ci icbtssaal.
§ Freiherr V. Löw wegen Meineides wrnrteilt. Der frühere Leutnant im 5. preußischen Ulanen Regiment Freiherr Erwin von unb zu Steinfurt, genannt Löw, wurde von dem Schwurgericht zu Düsseldorf wegen wissentlichen Meineides zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Tie bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm belassen. Wie erinnerlich, hatte V. Löw unter seinem Eide in Abrede gestellt, mit der Frau des Ingenieurs Eck zu Düsseldorf in unerlaubtem Verkehr gestanden zu haben. Als dem Staatsanwalt Beweise vom Gegenteil geliefert wurden, vergiftete sich Frau Eck, die gleichfalls falsch geschworen hatte, während Löw wegen Meineids verhaftet wurde.
§ Die Tragikomödie der Verschollenen. Ein eigenartiges Stückchen vom juristischen Zopf wird in der „Deutschen Juristenzeitung" als „interessanter Fall" erzählt. Eine verschollene Frau war im Aufgebots-Verfahren für tot erklärt worden. Als die Verschollene wiederkehrte und das Ausschlußurteil durch Klage anfocht, weil sie noch am Leben und ihre Identität außer Zweifel sei, wies das Gericht die Klägerin ab, da die Frist zur Anstellung der Anfechtungsklage verstrichen war! Die Frau wollte natürlich wieder unter die Lebenden ausgenommen werden und verfocht ihre Sache bis zur letzten Instanz. Beinahe hätte sie sich bei ihrem Tode beruhigen müssen, denn jenen sachlichen Grund wollte das Reichsgericht auch nicht gelten lassen. Zum Glück fand sich ein formeller Grund: die Präklusivfrist zur Meldung der Verschollenen war nämlich irrtümlich auf „Donnerstag, den 12. März 1901," anstatt auf „Dienstag, den 12. März 1901", anberaumt worden, also auf einen garnicht vorhandenen Tag. Darin fand man einen Formmangel, den das Gesetz als Anfechtungsgrund zulasse. Und wenn dieser Formmangel nun nicht vorhanden war, so hätte die lebende Frau weiter für tot gegolten, geopfert dem Götzen Formalismus mit seinem ellenlangen Chine- senktet ., 7 >' , j
piab und fern.
U Die Einweihung des Wilhelmshavener Seemanns Hauses fand gestern unter reger Anteilnahme der Bevölkerung statt. Besondere Weihe erhielt die Festlichkeit durch die Anwesenheit des Prinzen Heinrich von Preußen, der an Bord S. M. S. „Alice Roosevelt" um 1 Uhr mittags in Wilhelmshaven eintraf. Am Abend wohnte der Prinz einem Festmahl im Marine-Offizierkasino bei. Heute morgen erfolgte seine Abreise von Wilhelmshaven, um wieder zu dem von ihm befehligten 1. Geschwader zu stoßen.
□ Das angebliche Glückwunschtelegramm des Kronprinzen von Sachsen an seine frühere Gemahlin, Prinzessin Luise von Toskana, soll nach Erkundigungen der Dresdener Nachrichten an zuständiger Stelle nicht existieren. Der Kronprinz habe nur ein Antworttelegramm an die Großherzogin von Toskana gesandt, die ihn gebeten habe, den Tauftermin festzusetzen. Nur dies habe er in seinem Telegramm getan, von einem Glückwunsch sei nicht die Rede gewesen.
(?) Agnes Sorma läßt sich scheiden — diese Nachrichl geht uns jetzt als völlig sicher aus Berlin zu, nachdem schon hier und da in letzter Zeit Gerüchte auftauchten, daß das Eheband zwischen der berühmten Künstlerin und ihrem Gemahl, dem italienischen Conte Mito di Menotti, stark gelockert sei. Zugleich wird gemeldet, daß FrauSorma nach erfolgter Trennung ihrer Ehe eine neue mit dem bekannten ersten Liebhaber des Berliner Theaters, Harry Walden, einzugehen gedenkt, der in der Rolle des Prinzen Heinz in Wilhelm Meyer-Försters „Altheidelberg" den „Schwarm" sämtlicher Berliner höheren Töchter bildet. Frau Sormas Alter steht nicht fest, doch besteht zwischen ihr und dem „jugendlichen" Liebhaber Walden sicher ein großer Altersunterschied. Der hindert aber weniger als der Umstand, daß auch Walden vorläufig noch stark verheiratet ist, doch soll auch er bereits seine Scheidung beantragt haben.
::: Der unverbesserliche Premierminister. Zum 3. Mal ist der englische Premierminister Balfour jetzt vom Londoner Polizeigericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden wegen unerlaubt schnellen Fahrens mit dem Motor. Zum letzten Mal beging er dieses Verbrechen auf seiner Ferienreise nach Clouds in der Nähe von Salisbury, wo er die Osterfeiertagc zu verbringen gedachte. Dringende Regierungsgeschäfte waren es also nicht, die ihn zu einer Geschwindigkeit veranlaßten, die den Polizisten vor Gericht zu der Erklärung Hinriß: „Die Maschine flog mit einer furchtbaren Geschwindigkeit durch die Luft." Mr. Balfour hat für diese- Lustfahrt, bei der er — nebenbei bemerkt — eine Geschwindigkeit von 33 Meilen in der Stunde erreichte, eine empfindliche Geldstrafe bezahlen müssen. Merkwürdig ist, daß, gegen die sonstigen gesetzlichen Gepflogenheiten, die Strafen bei Wiederholung des Vergehens ab- statt âugenjmmcn haben.
)—( O welche Luft, ein Präsident zu sein! Mit welchen Unannehmlichkeiten ein amerikanischer Präsident auf Reisen zu rechnen hat, das mußte Präsident Roosevelt erkennen. Der Präsident, machte auf seinem Wege von St. Louis nach Kalifornien in der Nacht in der kleinen Stadt Gallup, Neumexiko, Halt. Er war sehr müde und begab sich sofort zu Bett, in der leider verfehlten Hoffnung, daß seine Anwesenheit im Orte unbemerkt geblieben sei. Gallup ist einer der wildesten Grenzorte des Westens, und die Cowboys des Distriktes sind Roosevelt besonders freundlich gesinnt, da er sich mehr als einmal diesen rauhen Gesellen gegenüber als Freund erwiesen hat. Diese Freundschaft sollte aber dem müden Präsiden
ten verhängnisvoll werden. Sobald bekannt wurde, daß er im Hotel sei, versammelten sich die Cowboys vor dem Hause und gaben zunächst aus Gewehren und Pistolen ein Freudenfeuer ab. Dabei brüllten sie fürchterlich. Der im Bett liegende ^räfibent hörte zwar die freundliche Einladung: „Komm heraus, Teddy, wenn du auch im Nachthemd bist, wir müssen dich sehen" — er leistete ihr aber keine Folge. Selbst andere Versicherungen seiner Verehrer wie z. B., daß er sich in Gallup befände, und daß Gallup ihn zu sehen wünsche, vermochten den ermüdeten Teddy nicht zu rühren. Nach langem Tumult zogen die Cowboys, ihrem Groll über das Verhalten ihres Freundes unverhüllten Ausdruck gebend, wieder ab.
(:) Eine Zählung der Eisenbahn-Reisenden in sämtlicher: Schnellzügen der preußischen Staatsbahnen findet in der Woche vom 11. bis 17. d. M. statt. Es handelt sich hierbei um statistische Zwecke und um feskzu- stellen, in welchem Umfange Rückfahrkarten zu Schnellzügen benutzt werden. Diese Fahrkarten werden im Zuge mit einem besonderen Stempel versehen, der den Buchstaben „S" trägt.
(") Mord in der Irrenanstalt. Ein grausiges Verbrechen ist in der bei Allenstein in Ostpr. gelegenen Irrenanstalt Kortau verübt worden. Dem dort beschäftig- ten Krankenwärter Suborff lag die Aufsicht über mehrere Geisteskranke ob, unter denen sich auch der seit längerer Zeit bettlägerige Scherenschleifer Junggellich aus Allenstein befand. Dieser verließ in der Nacht heimlich sein Lager, überfiel den Wärter und erschlug ihn mittelst eines abgerissenen Bettbrettes. Hierauf nahm der Mörder die schlüssel des Erschlagenen an sich und ergriff unter Mitnahme des Geldes und der Kleider seines Opfers die Flucht; sein Verbleib konnte bis jetzt nicht ermittelt werden. Der Flüchtige ist mehrfach vorbestraft; während der Verbüßung der letzten Strafe spielte er mit Erfolg den „wilden Mann", so daß er der Irrenanstalt überwiesen werden mußte. Der unglückliche Wärter hinterläßt eine Witwe und mehrere unmündige Kinder. Vor acht Jahren ereignete sich übrigens in derselben Anstalt ein ähnlicher Vorfall; damals erstach ein Geisteskranker seinen Wärter.
() [Ser böse „Schlußsatz"^ In einer westpreußischev Stadt erhob sich am Schluß der Stadtveroroneten- sitzung — so verriet die „Nogatztg." — ein älterer jovialer Herr und sprach: „Ich hätte wohl den Wunsch, daß die Presse, die uns immer in dankenswerter Weise ihre liebenswürdige Aufmerksamkeit schenkte, künftig den Schlußsatz wegläßt." Der Vorsitzende verstand diesen Antrag nicht sogleich, und nun erklärte der Interpellant — übrigens unter großem Beifall — seinen Wunsch dahin : „Ich meine das nämlich so: Unsere Versammlung ist z. B. um 9 Uhr zu Ende. Und da das verhältnismäßig zu früh ist, geht man noch ein Glas Bier trinken. Es werden auch manchmal zwei Glas ; ein Paar Herren Herren spielen Skat und man kiebitzt ein Viertelstündchen, und so kommt man sachte gegen 1 Uhr nach Hause. Am anderen Tage sitzt man, nichts böses ahnend, da und liest die Zeitnng, und da hält einem dann die teure Gattin den Versammlungsbericht vor die Nase, wo in der letzten Zeile steht: „Schluß der Sitzung 9 Uhr." „Und du bist erst um 1 Uhr aus der Versammlung nach Hause gekommen?" Natürlich gibt es dann eine unangenehme Auseinandersetzung. Was liegt der Presse daran, „Schluß 8 Uhr" zu schreiben. — Der Antrag fand die allgemeinste Unterstützung, unb der Vorsitzende übermittelte ihn unter vieler Heiterkeit den anwesenden Vertretern der Presse, die gern versprachen, den ominösen Schlußsatz künftig wegzulassen.
(:) [Ser Gesundheitszustand König Alfonsos Dou Spaniens Der bekannte Wiener Professor Lorenz, dessen Gelenkoperationen während seiner Amerikareise fj großes Aufsehen erregte, hatte gelegentlich seiner An- Wesenheit auf dem Madrider medizinischen Kongreß die Ehre, von König Alfonso empfangen zu werden, und damit Gelegenheit, sich von der gänzlichen Haltlosigkeit verschiedener, in der letzten Zeit über den Gesundheitszu- stand des jungen Königs verbreiteter ungünstiger Gerüchte persönlich zu überzeugen. Bein: Empfange des Professors beim König war auch die Königin-Mutter anwesend. Professor Lorenz war von der kräftigen körperlichen Entwickelung des jungen Monarchen auf das a genehmste überrascht. Das Gespräch wurde deutsch geführt, und der Wiener Professor konnte nicht umhin, auszurufen: „Welch gesundes Aussehen! Wie wunderbar ist das Muskelsystem beschaffen und entwickelt. Wie viel Gesundheit und Körperkräfte verrät es!" — „Kräfte?A meinte der König, „jetzt sollen Sie sehen." Und seine neben ihn: sitzende Mutter sanft in die Arme fassend, hob er sie wie ein Kind empor, ohne daß das gewohnte liebenswürdige Lächeln von seinen Lippen verschwand. Dann trug er die geliebte Last dreimal durch das Zim- mer, ohne das geringste Zeichen von Anstrengung und Ermüdung. „Seine Stärke ist bewundernswert," bemerkte Dr. Lorenz, zur Königin-Mutter gewendet. „Sie verrät eine vollkommene Gesundheit. Aber wenn er starl ist, so ist er zugleich auch bezaubernd sympathisch."
Bunte Chronik. Eine Spielaffaire erregt in der Buda, Pester Gesellschaft großes Aufsehen. Bei einer Baccaratpartie im Nationalkasino gewann Bela von Justh in wenigen Stunden 400,000 Kronen; den größten Teil dieser Summe verlor Graf Michael Karolyi.
— Der Schnellzug Wirballen—Petersburg ist entgleist; vier Personen wurden leicht verletzt.
— Auf dem Braunkohlenbergwerk ,Karoline" bei Muskau sind ein Steiger und »ein Häuer durch Schwemmsand tötlich verunglückt. Der Steiger ist herausgezogen worden, die Bergungsversuche für den Häuer sind noch im Gange. Gefahr für die Grube ist ausgeschlossen.
— In Menione fand zwischen dem algerischen Deputierten und früheren Bürgermeister von Algier, Max Regis, und einem deutschen Offizier ein Duell statt, das damit endete, daß der Offizier eine Wunde am Arm erhielt. Der Grund des Duells war eine Rede, die Max Regis in Rom gehalten und über welche der Offizier seine Mißbilligung geäußert hatte.
— Auf der Kanadischen Pacificbahn ereignete sich unweit von Winnipeg ein Zusammenstoß, bei dem Wagen eines Arbeiterzuges in Brand gerieten. Zwölf Arbeiter kamen in den Flammen ums Leben, acht wurden schwer verletzt, . . .
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Giessener Cagesneuigkeiten
Gießen, den 9. Mai 1903.
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten, außerdem liegt ihr bei Nr. 6 der Seifenblase, eine Extrabeilage von Julius Werner aus Nmmünster und für die auswärtigen Abonnenten ein illustriertes Prospekt der Kinderwagenfabrik Kilbinger zu Gießen.
V Der Kaiser hält am 10. Juni zu Mainz auf dem Großen Sande eine Truppenschau ab.
V Kreisrat Dr. Wallau-Lauterbach lernte die ihm angetragene Reichstagskandidatur für den 3. Ober- hess.schen WahlkreisMèfeld-Lauterbach-Schotten entgiltig ab
V Der Wohlliitukeitsverein „Contentia" veranstaltet morgen von 3 Uh' ab sein erstes Sommerfest auf der „Schönen Aussicht" (Tierpark) Zur Belustigung für Jung und Alt ist dort reichlich Sorge getragen. Außer verschiedenen auf dem Festplatz aufgestellten Schaubuden, Würfel- buden u. s. w., pnbtt Abends große bengalische Beleuchtung des ganzen Parkes statt. Auch wird ein Riesenlustballon aussteigen, aus dem sich Herr Lattemann mittels Fallschirms herablassen wird. Nur schönes Wetter, dann wird auch der Zweck des Festes erreicht werden.
* ** Dieser Tage brachten einige Herren im bunten Rock in der Moltkestraße wohnenden Damen früh Morgens gegm 2 Uhr ein Ständchen. Durch zwei herbeieilende Schutzleute wurden die Herren in dem „lieblichen" Gesänge der anscheinend ihren Liebchen gelten sollte, gestört. Die Schutzleute die dem Gesang einige Zeit mit zuhörten, gingen dann plötzlich auf die Herren zu, baten um die Namen der Herren, wobei allerdings noch verschiedene unangenehme Worte laut wurden.
* * Grab-Geläute. Mit der neuen Friedhossordnung resp, mit der bevorstehenden Eröffnung des Friedhofes am Rodberg werden wir in Gießen wieder ein Grab-Geläute haben, wie man dies anderswo auch kennt und welches un* zweifelhaft die Feierlichkeit einer Beerdigung erhöht. Welche Umstände es waren, daß man seit ca. 40 Jahre das Toten- glöcklein in unserer Stadt nicht mehr verlauten ließ, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Tatsache aber ist, daß der Kirchenvorstand nach der Vollendung der Johanniskirche sich damit trug vom Turme derselben aus das Grabgeläute wieder eiozuführen. Es sprachen jedoch mancherlei gewichtige Gründe gegen die Ausführung ^des Gedankens und so unterblieb die Wiederbelebung der sehr schönen Sitte welche nunmehr die politische Gemeinde nnserer Stadt wieder einführt. Uebri- genS kennt man in Gießen auch nicht die arme Sünderglocke bei der Vollstreckung der Todesstrafe, wie wir Gelegenheit hatten bei den beiden Hinrichtungen in den letzten Jahren zu beobachten.
Hus dessen und Haedbargebtetrn.
Grünberg. Seit einiger Zeit bemerkten Taubenbesitzer den Verlust einiger ihrer Lieblinge, konnten aber niemals auf die Spur des oder der Täter kommen. Am Sonntag ist es nun einigen Interessenten, welche eifrige Beobachtungen angestellt haben, gelungen, einen schießlustigen jungen Mann zu erwischen als er gerade in seinem Hof mit einem Flobert schoß. Derselbe wurde z 'r Anzeige gebracht.
* * Qneckborn. Im Laufe dieses Jahres wird das in unserer Gemarkung liegende Wasserwerk der Stadt Gießen eine bedeutende Erweiterung erfahren. Ein Anbau an das Maschinenhaus und die Aufstellung einer weiteren Maschine ist geplant. Auch ist das Graben eines weiteren Brunnenschachtes beabsichtigt. Der Mehrbedarf der Stadt Gießen ist durch die vollendeten, bezw. geplanten staatlichen Neubauten bedingt, wie Siechenhaus, Irrenanstalt, neue Kliniken, Veterinär-Anstalt rc.
Z- Erbach i O., Die Hoffnung, daß Geh. Regierungsrat Haas als alleiniger bürgerlicher Kandidat bei der Reichstagswahl dem sozialdemokratischen Kandidaten gegenüberstehen würde, wird sich nicht erfüllen, da das Centrum einen eigenen Kandidaten aufzustellen beabsichtigt.
V Mainz, 8 Mai. Der ehemalige Kassikrec der Mainzer Volksbank Herrmann gestand ein, wo er die roch fehlenden 20 000 Mk. versteckt hat.
Schlachthans Gießen.
Ochsenfleisch 45 Psg. gesalzenes Ochsenfleisch 35 Psg. heute und Montag.
’ Marltvericht
Bei dem am 5. und 6 Mai zu Gießen stattgefundenen Märkte waren aufgetrieben 1709 Rindvieh 1677 Schweine, der nächste Markt findet am 19. und 20. Mai statt am letzteren Tage auch Krämermackt.
Gieheo, 9. Mai Auf dem heutigen WocbenmarN kosteten Butter p r Pfd. 1.00—1.10 Mt. Hühnereier 6 Pfg., 2 St. 11 Pfg., EnteneierSt. 6 -7 Pfg., Käse per St. 5—8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per LNer 32 Pfg Tauben per Paar Mk. 0.75—1.00, Hühner per Stück Mk. 130—2 40, Hahnen, per, Stück Mk. 110-2.30, Enten per Stück 2.00—2.40, Gänse p. Psd. 54—60 Pfg , Ochsenfleisch per Pfd. 66—76 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 60—66 Pfg. Schweinefleisch per Pf) 66-76 Psg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfq., Kalbfleisch per Pfd. 68—74 Pfg-, Hammelfleisch per Pfd. 52—72 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 7.50—8.00 Mk., Zwiebeln per Zt. Mk. 7.00—8 00, Milch per Liter 18 Pfg.
Grünberg. 9. Mai. (Fruchtmarkt.) Weizen 16,25, Kmn 14.00 bis 00 00, Gerste 15,00 bis 00.00, Hafer 14.00 bis 15 00 , Erbsen 00.00-00.00, Sinsen 00.00 bis 00.00, Kartoffeln 4.75—4.00. Alles per 100 Kilo.
Frankfurter Heu- und Strohmarkt vom 8. Mai. Heu per Zentner Mk. 3.60—3.10, Stroh per Zentner Mk. 2.45-200.
Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, borm. Wüh. Keller'sche Buchdruckerei (gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.