fr 236.
Donnerstag, den 8. Oktober 1903
’M
Ov
V. es
ty
2
L
L)
's
E
5
»v
3
$ a> ft
D:
OH
» 0
re"
ft
5
ft 5
(R ft
3
O 3
2 en ft
ft \
<ye
Di
3 Qi
Ns
P D;
»2:
«bonnement-prei-r in Gießen, abgehslt monatlich 50,Pfg., ta’« Hâus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel- tährlich Mk. 1.50.
Gratisbeilage« r Oberhesfische Famitte«reit»«g ttäglich) vberhèsstsche Zeitschrift für La«dtvirtschaft, Obst- n«d 8 «te«ban, sowie die Gietzener Teise«blase« (wöchentlich). Das Blatt erscheint an eilet Werktagen nachmitags.
ießener
______________ 12. Jahrgang
J«sertio«Sprei St Die einspaltige Petitzeile für Gießen ttrtjt ganz Obcrhessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sollst 15 TO.;' Reklame« die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3969.
Redaktion und Expedition: Gi.eßen Neuenweg 28.
Ferusprecha«schl«st Rr, 363.
Neueste Machrichten
ty ?
5 o
6
(chietzener Gagevtatt)
HlnaVstängige Tageszeitung
(Lietzener Seit««-)
5
L
für Overhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Sokalanzeiger für Gießen und Umgebung. EvthSlt alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffea.
k®O 3
33;
% 0:2 ^ö'Q ^3 ft = 5
3 n $?i'~ 2.
*0 — ™ o 3- ft 2. ft
ft W ft " M . &^^ro 3 p o <y ft ^or- Ü *^ 2 S n ft S
ft er ^ o Z'ft^
ft _ 5 H 2 75# ft J® {° re o
h^lw3
° ft’
W p W r . 2 3 ß ^ - P w p 3 .
3 yS'
<ySg
- " P
2 < rt
^o c/O
es 2
P
s^S^r-
k AM-
i a o • o
5?«^'
^KÄ « AA
9 ^-ev »-! ro I*
V 2s?Ä
P
Das Geschlecht der Handschrift
Haben die Handschriften ein Geschlecht? Schreibt der Mann wie die Frau oder kann man die Handschrift einer Frau von der eines Mannes unterscheiden? Die zünftigen Graphologen sagen energisch: „Ja! Man kann sie unterschei- den!" Alfred Binet, der Leiter des psycho-physiologischen Laboratoriums an der Sarbonne, hat untersuchen wollen, ob die Behauptungen der Graphologen sich beweisen lassen.
Er hat, wie er mitteilt, zunächst alle Schriftproben entfernt, die bei der Untersuchung, ob eine bestimmte Handschrift von einem Manne oder von einer Frau herrührt, als Wegweiser hätten dienen können. Ganze Briefe oder auch nur Bruchstücke aus Briefen konnten also nicht in Betracht kommen, sondern nur Adressen. Auch hierbei ging Binet mit der größten Vorsicht zu Werke. Briefkouverts mit vor- gebnuften Aufschriften, mit bestimmten Siegeln und Parfüms, wurden nicht zugelassen, da sie leicht auf Geschlecht und Charakter des Briefschreibenden hätten schließen lassen kömren. Kurz, es wurde alles so gewissenhaft, wie nur irgend möglich vorbereitet.
Es wurden zuerst den professionellen Graphologen und dann solchen Leuten, die von den Geheimnissen der Graphologie keine Ahnung haben, 180 Adressen (8 bis 20 Worte enthielt jede Adresse) zur Prüfung vorgelegt. Es muß zunächst bemerkt werden, daß, da die Wahl nur zwischen zwei Lösungen stand, durch bloßer: Zufall 50 Prozent genaue und richtige Angaben gemacht werden konnten. Um also von einem „Geschlecht der Handschrift" sprechen zu können, mußte man bedeutend mehr richtige Antworten erzielen. Siner der bekanntesten Graphologen stellte unter 46 „Diagnosen" 41 richtige, also 89 Prozent. Eine Diagnose war don Binet für falsch erklärt worden; der Graphologe erklärte jedoch entschieden, daß sie richtig sei und er hatte recht: Binet hatte sich täuschen lassen. Ein anderer Graphologe gab 75 Prozent richtige Antworten. Aber auch von den Leuten, die von der Graphologie als Wissenschaft nichts verstehen, trafen viele in vielen Fällen das Richtige; die richtigen Antworten betrugen hier 65 bis 73 Prozent. Am sichersten urteilten Sense, die viel mit Handschriften zu tun hoben, vor allem Lehrer unb Lehrerinnen. Die zahlreichen richtigen Antworten lassen sich nicht mehr als „Zufall" bezeichnen.
Man wird also wohl zugeben müssen, daß es ein Gerecht der Handschrift gibt. Zwischen der Männer- und der Frauenschrift gibt es aber Abarten, bei welchen die als Unterscheidungsmerkmale dienenden Schriftzeichen sich so ab= schwächen, daß sie schließlich ganz verschwinden und selbst die klügsten Graphologe zu Irrtümern verleite. So wurde eine Handschrift von 15 Graphologen —> und unter ihnen befand sich der berühmteste Graphologe Frankreichs — für die Schrift einer Frau erklärt, und nur einer bezeichnete sie als die Handschrift eines Mannes. Die Adresse war in der Tat von einem allen, robusten, ungebildeten Klitscher geschrieben! Die Handschrift aller Scutc ist überhaupt geeignet, ben Graphologen Fallen zu stellen. Ob die „Methode" der Graphologen sicherer ist, als das bloße Ahnen der Unbefangenen, muß dahingestellt bleiben. Betrug doch der Unterschied zwischen ben richtigen Antworten der (Graphologen und der Unbefangenen nur 2 Prozerrt (75 Prozent und 73 Prozent)!
Alas gebt in Qngarn vor?
Drohende Botschaft kommt aus Ungarn. Das Gespenst der Revolution steht mahnenb vor den Toren. Gleichzeitig regt es sich imVolk, für das die Kommunalbehörden Partei nehmen, und in einem großen Teil des Militärs. Die Fragen, um die es sich handelt, sind altbekannt. Die Nrt, wie man sie erörtert, wird immer fanatischer. Schon gibt es Zusammenrottungen, Fenster werden eingeworsen
köpfige Menschenmenge vor das Stadthaus, um die Herausgabe des Kranzes zu fordern. Tatsächlich gab der Vize-Stadthauptmann den Kranz heraus, weil das Vorgehen der Soldaten ein unberechtigtes gewesen wäre. Und abends befestigte die Menge den Kranz am Denkmal. Darauf zog sie — es waren wohl nahezu 15 000 Personen — vor die Wohnung des Honvedoberleutnants Horvasch, der den Kranz entfernt hatte, bestürmte sie und warf sämtliche Fenster ein. Eine Compagnie Honved mußte die Demonstranten erst auseinandertreiben. Am Nachmittag zogen zwei Kompagnien des 46. Infanterieregiments unter Hauptmann Dominik vor das Kossuth-Denkmal und entfernten trotz des Protestes der Polizisten, welche die Säbel zogen, den Kranz abermals. Aus dem Marsch in die Kaserne warf die Menge die Soldateil mit Steinen, so daß diese zweimal einen Bajonettangrif machen mußten. Die Stadt beschloß, eine Deputation zum Kommandanten zu senden und die Rückgabe des Kranzes zu fordern. An den Honvedminister wurde ein Telegramm ab- gefandt, in dem Verstärkungen gefordert wurden. Als dies bekannt wurde, stürmte die Menge nach dem Bahnhof. Eine schnell requirierte HonvedmannschaU wurde nur durch Einspruch des Stadthauptmanns davon zurückgehalten, zu feuern. Berittene Polizei zerstreute schließlich die dichten Menschen- mapen. Eine Version will jetzt wissen, daß der Unheilskranz nicht von Soldaten niedergelegt wurde, sondern von bürgerlichen Aufruhrschürern.
Strasrenexzcsse mißvergnügter Soldaten.
Auch aus einer Menge anderer Orte kommen bedrohliche Nachrichten. So verübten in Ja roslau drei drittjährige Husaren arge Straßenerzesse. Sie hieben mit ihren Säbeln um sich, als sie festgenommen werden sollten, und ergriffen dann die Flucht. Dabei erhielten sie von etwa fünfzig Kameradeik, die in Hemdsärmeln herbeieilten, Sukkurs. Einer Patrouille, welche die Exzedenten verfolgte, gelang es nicht, sie einzufangen. In Prag veranstalteten siebzig Rekruten große Ausschreitungen. Als die Polizei einschreiten wollte, ergriff die Menge die Partei der Soldaten. Schließlich mußte die Wache bom Säbel Gebrauch machen, wobei es zu revolutionären Kundgebungen des Volkes kam. Rufe wie: „Schlagt die Wache tot!" wurden laut und zahlreiche Verhaftungen mußten vorgenommen werden. In L e u t s ch a u demonstrierten junge Beamte zu Gunsten der zurückbehaltenen drittjährigen Soldaten. Gendarmerie mußte einschreiten. In Arad schließlich gab ein ansehnlicher Teil der städtischen Beamten seiner Gesinnung Ausdruck, indem er auf die Gehaltsquittung den Vermerk schrieb: „Wir protestieren dagegen, daß uns die staatlichen Steuern in Abzug gebracht werden." Daraufhin verweigerte der städtische Oberbuchhalter die Liquidierung der Quittungen. Der Bürgermeister, bei dem sich die Beamten beschwerten, entschied, daß die städtischen Beamten das Recht hätten, derzeit die Steuern zu verweigern. Auch ein Zeichen, wie sehr selbst unter den städtischen Behörden der Geist der Auflehnung Plytz ergriffen hat.
ohne zu bedenken, wie großer Schaden ihm daraus entspringen könnte, ist natürlich dahin. Meistens endet die Sache absolut zu Ungunsten der Ausständigen. Brotlosigkeit und bitteres Elend ist dann immer die Folge.
Und es sind nicht nur die Chancen, die meistens bei Streiks auf Seiten der Unternehmer sind, es ist vielfach auch das Recht. Mit dem schönen Schlagwort der Beteiligung der Arbeiter am Reingewinn ist gar nichts getan. Daß die Arbeiter dann auch billigerweise mit am Risiko tragen müßten und an etwaigen Verlusten, davon erwähnen die „ehrlichen Makler" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sicherlich nichts. Glaubt man im Ernst, die Arbeitgeber lassen cs aus purer Wollust bis zum Streik kommen? Ihr Schaden ist selbst im Falle des Sieges Pekuniär sicher der größere. In ihrem Interesse liegt es also, wenn nur irgend möglich, die billigen Forderungen ihrer Arbeiterschaft zu erfüllen. Wenn sie es trotzdem nicht tun, dann können sie es eben wirklich nicht. Wer anderes lehrt, verbreitet bedauerlichen Irrtum. Zahlen trügen selten, und sie haben fast immer bestätigt, daß die Dinge so liegen und nicht anders. Staun man es aber unter solchen Umständen den Unternehmern verübeln, daß sie so schnell wie möglich Ersatz schaffen für die Streikenden:? Jeder Tag des Stillstandes bringt ihnen neue Verluste. Das ganze Unternehmen kann in Frage gestellt werden, wenn der Ausstand sich in die Länge zieht. Es ist also einfach Notwehr, wenn sie sich zu helfen suchen, so gut sie können. Und sollen sie dann, wenn die Streikenden zu Vernunft gekommen, die Armen wieder aus der Arbeit jagen, die ihnen ihre Kräfte zur Verfügung stellten, als Not am Mann war, — nur um denen, die ihnen den Stuhl vor die Türe gesetzt, wieder ein warmes Nest zu bieten? Sind diese Arbeitswilligen wirklich die Schurken, als welche sie ausgegeben werden, weil sie hungerte und fror, und sie die Gelegenheit ergriffen, sich und die Ihren von trostloser Not zu erretten? Wer hat ein menschliches Empfinden und will den ersten Stein aufheben? . . . Streik ist ein zweischneidig Schwert. Uni) bei jeglichem Dinge, das man tut, erwäge man reiflich das Ende.
2. 6
0
-Ace
-ZN
K c
5
^^?2 LZZ-
es
unb Revolten verübt. Man schreckt nicht mehr zurück vor ben blinkenden Bajonetten der Soldaten. Man stürmt in ungeheuren Haufen gegen die Kasernen, und nur entschlossene . Gewalt hält noch mühsam die Ordnung aufrecht.
Zu der immer ernster werdenden Lage geht uns die foL grabe Schilderung unseres G-Mitarbeiters zu: Was jetzt werden soll, ist die brennende Frage. S z e l l, der vielleicht imstande wäre, seine Volksgenossen noch vom Aeußersten zurückzuhalten, weigert sich beharrlich, in solchen Zeitläuften das Ministerpräsidium wieder anzunehmen. K h u e n ist so verhaßt, daß sein abermaliges Verbleiben im Amte ein schwerer taktischer Fehler wäre. Ob Julius Andras s y aber der Mann ist, einer Situation gegenüberzutreten, wie ließ augenblicklich vorhanden ist, scheint mehr als zweifelhaft.
Der Kranz am Kossuth-Denkmal.
Am bedenklichsten sieht es in S z e g e d i n aus. Dort ihatten Soldaten am Sockel des Kossuth-Denkmals einen mächtigen Kranz niedergelegt, der die Aufschrift trug: „Die zurück- öehalteneu Soldaten deinem heiligen Andenken." Als eine Militärabteilung erschien, um diesen Kranz zu entfernen, protestierten die Schrnzleute dagegen. Trotzdem brachten die Solbaten ben Kranz aufs Stadthaus zum Vize-Stadthaupt- inmui. Als das bekannt geworden war, zog eine vieltausend
Gin zweischneidig Schwert.
Man schreibt uns: Als Caesar in Gallien stand, kam es mehrmals vor, daß seine Soldaten damit drohten, ihm den Gehorsam zu verweigern und den Dienst aufzusagen. Er wandte sich in solchen Fällen an seine erprobte zehnte Legion, die ihn denn auch immer wieder aus der Patsche riß. Das Bild des Streiks, wie es moberner nicht sein kann. Erst die Bewilligung ihrer Forderungen, ober die eiserne Duseins- notwendigkeit trieb damals die Abtrünnigen zu ihrer Pflichl zurück. Die Soldaten der Elite-Legion aber glichen den Arbeitswilligen, welche man heute die Streikbrecher nennt. Ben Akiba hat recht: es ist alles schon dagewesen.
Ohne dringende Not und in denkbar ungeeignetster Zeil sind die Kutscher der Berliner Omnibus-Gesellschaft in den Ausstand getreten. Sie überreichten ein ganzes Bukett von Forderungen, deren Erfüllung nicht in den Kräften bei Unternehmung lag, die selbst gerade keine glänzenden Geschäfte macht. Jeder Einsichtige mußte den Ausgang im voraus sehen. Und es ist genau so gekommen, wie es zn erwarten war: Massen von Arbeitswilligen sind ein- gesprungen und in wenig Tagen loar der Streik beendet. Es war für die Gesellschaft ein geradezu spielender Sieg.
Natürlich ist die größte Mehrheit der ausständigen Kutscher nun brotlos geworden. Grollend stehen sie am Wege, und ihre darbenden Familien klagen sie finster an. Unbeteiligte Agitatoren waren fdpilb an dem Streik. Wel cher von ihnen springt nun helfend bei, seine Tat wieder gut zu machen? Es ist immer das gleiche, wenig erquickliche Bild: ob im Ruhrrevier die Bergleute streiken ober in Ham- bnrg die Dockarbeiter, in Budapest die Straßenbahn-Angestellten ober in Mailand die Eisenbahner. Die Lehre, die allerwärts am Ende herauskommt, wird zu wenig beachtet, furnier ist es das ehrliche Streben, das fanatischem Werbedrange zum Opfer fällt.
Ri anomal sind die Forderungen, deren Nichtbewilligung schließlich zum Streik führt, durchaus berechtigte. Auch bann ist der Ausstand ein zweischneidiges Schwert. Im besten Falle wird eine Einigung erzielt, und die Arbeit bald wieder ausgenommen. Aber das Vertrauen des Arbeitgebers zu den Arbeitern, die willkürlich ihm den Dienst aufgesagt,
Die Politik.
cf Mit der Feuersicherheit der Warenhäuser ist es im allgemeinen nicht so bestellt, wie es im Interesse des Publikums zu wünschen wäre. Es ist erklärlich, daß auch unsere Volksvertretungen anfangen, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Bayern voran. Die Kammer der Abgeordneten berät nämlich heute (Donnerstag) eine Interpellation betr. die Feuersicherheit in Warenhäusern, die wissen will, inwieweit die Regierung nach dieser Richtung hin Vorsorge getroffen habe.
4< Der Besuch des Königs Leopold der Belgier in Wien trägt vor allen Dingen politischen Charakter. Der König braucht diplomatische Unterstützung in der Kongosrage gegen England und will sich deshalb sowohl an Kaiser Franz Josef, wie auch an ben Teutschen Kaiser wenden. Er mirb also dieser Tage vermutlich auch nach Berlin kommen.
"F Der russische Bär will nun durchaus auch Korea in seine Gewalt bekommen, und 'geht auf sein Ziel los, ohne Rücksicht auf die Proteste der mehr ober minder beteiligten Regierungen. So ist in London das anscheinend begründete Gerücht verbreitet, die Russen hätten in Aengampho Forts errichtet und mit Geschützen versehen, obgleich die koreanische Regierung bei ihrer Weigerung beharrt, ihnen Land zu verpachten. — Im Zusammenhang mit dieser Tatsache steht wohl die Meldung aus Aokohama, wonach eine japanische Flotte mit mehreren Regimentern verschiedener Waffengattungen an Bord an der Küste von Korea auf der Höhe von Fusau liege. Will Japan dem bedrängten Korea zu Hilfe kommen?
■& Eine mit stürmischem Jubel aufgenommene Rede hielt Chamberlain in Glasgow. Er vertrat seine volkswirtschaftlichen Ideen in alter Weise und nahm Balfour in Schutz, der wärmste Anerkennung verdiene. Er verteidigte den Schutzzoll auf Nahrungsmittel mit Kraft und Wärme. Die Aeußerungen der englischen Presse sind so auseinandergehend wie möglich. Aus allen aber spricht die hohe Achtung vor dem staatsmännischem. Genie Chamberlains. ' .
A Der Ausstand in Lille dauert fort und die Exzesse haben sich bereits bis zu Gewalttätigkeiten gesteigert. In Lille selbst wurde eine Anzahl Häuser demoliert und mehrere Barrikaden aufgeführt, die von der Gendarmerie wieder zerstört werden mußten. In den Bäcker- und Fleischerläden, Wirtschaften und sonstigen Geschäften erzwangen die Ruhestörer die Herausgabe von Lebensmittclii. An mehreren Orten mußten Dragoner und Gendarmen gegen bie Menge vorgehen und Fabriken und Geschäftshäuser beschützen. Eine Kapelle wurde geplündert, Telegraphenlinren zerstört. Der sozialistische Bürgermeister von Lille, DeputierterDe- lory, weigerte sich, die Truppen in den Hausern der Gemeinde unterzubringen. Es ist noch nicht zu übersetzen, welche Dimensionen diese Ausschreitunger: nehmen werden.
& Wie es scheint, sind Rußland und Oesterreich-Ungarn fest entschlossen, ihrer Balkannvte Respekt zu verschaffen. Sie protestierten energisch bei der Pforte gegen die Einsetzung einer mazedonischen Kommission unter Hilmi Pascha unb