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«Wer hat dich, du schöner Wald" als eine wahre Er- tosung nach all dem überfeinerten komplizierten Kunst, genuß betrachtet haben. „Ich will Ihnen wieder auf ben rechten Weg helfen, meine Herren," schloß der Monarch, „indem ich eine billige und gute Volkslieder- sammlung veranstalten lasse. Wenn Sie die studiert tzaberr, wollen wir uns wiedertreffen, und Sie werden dann geigen, welch ein reicher Schatz von Poesie in den einsachew, aber tief zu Herzen gehenden deutschen Bâtverstn steckt!"

Die Zeit, bis die Jury ihren Wahrspruch verkündet, Währt lange. Da endlich Fanfarenstöße! Wie ein Lauf- feuer durchfliegt es die dichten Reihen: Der Berliner Lehrergesang verein hat den Preis errungen. Allgemei­ner Jubel! Zum Lob der deutschen Sänger sei's ge­sagt, baft den Besiegten des blassen Neides bohrendes Gefühl die Festesfreude nicht störte. Man gönnte den wackeren Lehrern den wohlverdienten Erfolg und leerte manchen vollen Schoppen auf ihr Wohl und das der üaMKm MM Frankfurt.

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Hus dem GericbtssaaL

§ Vergiftung ohne Gift. Vom Reichsgericht wurde die Revision eines Lübecker Dienstmädchens verworfen, das wegen versuchter Beibringung von Gift vom Lübecker Land­gericht zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, trotzdem die von ihr verwendete Substanz in Wirklichkeit kein Gift war. Die Angeklagte war bei dem Zollassisten- ten H. in Lübeck in Stellung und sollte am 1. November vorigen Jahres den Dienst verlassen. Am 19. Oktober hatte ihr Frau H. wegen zu späten Aufstehens eine Nügc erteilt und ihr das Ausgehen untersagt. Um sich zu rä­chen, beschloß die Angeklagte, dem 2 Jahre alten Kinde der Dienstherrschaft Schaden an der Gesundheit zuzufü- gen. In der Küche stand gerade ein Teller Suppe, welche die Mutter für das Kind gekocht hatte. Die Angeklagte bröckelte den Kopf eines Zündholzes in die Suppe, in dem Glauben, es sei Phosphor. Das Kind bekam jedoch diese Suppe nicht zu essen, da Frau H. die fremden Bestand­teile rechtzeitig entdeckte. Festgestellt ist, daß die Zünd- masse kein Phosphor enthielt, sondern nur chlorsaures Kali, welches in einer so geringen Menge dem Kinde keinen Schaden hätte bringen können. Das Gericht hat aber die Angeklagte doch verurteilt, weil sie die Msicht hatte, dem Kinde Phosphor, also Gift, beizubringen. Das Reichsgericht hat damit von neuem die Theorie des Ver­suchs mit untauglichen Mitteln in die Rechtspraxis ein­geführt. i

§ Die gesetzliche Definition des Leiermanncs. Ist der Leiermann ein Kaufmann? Können bei Zivrlpro- zessen, die er mit wirklichen Kaufleuten hat, die Handels­gesetze zur Anwendung gelangen? Mit diesen wichtigen Fragen hatte sich jüngst das Brüsseler Handelsgericht zu beschäftigen anläßlich einer Streitsache zwischen einem Lei- ermanne und einem Vermieter von Musikinstrumenten. Die Richter erkannten nach reiflicher Ueberlegung, daß bei Leiermann kein Kaufmann sei; er sei vielmehr „halb Künstler und halb Bettler". Das „halb Künstler" macht sich besonders gut, und die Leiermänner der ganzen Welt kön­nen jetzt stolz sein auf ihren hehren Beruf.

Pfad und fern.

)—( Ein Opfer her ärztlichen Wifsenschaf ist der Dr. med. Milan Sachs aus Zagreb in Oester reich geworden, der ein Berliner Institut für Jnfektions krankheiten und Pestforschungen betrieb. Er hatte das Un­glück, sich bei bakteriologischen Arbeiten an der oberer Handfläche zu ritzen, beachtete die kleine Verwundung abei Nicht, bis sich plötzlich bei ihm die Anzeichen der schreck­lichen Seuche einstellten. Er mußte das städt. Krankenhaus In Charlottenburg aufsuchen und starb dort nach kurzer 8 eit. Gegen eine Verbreitung der Pest sind alle erforder­lichen Maßnahmen getroffen worden, so daß jede An- steckungsgesahr ausgeschlossen erscheint.

(") Treibeis in der Ostsee. Aus Finnland kommend, Schiffe begegnen im Bottnischen Busen und im nördli. chen Teil der Ostsee schwimmendem Eis. Vor einigen Ta­gen wurde der norwegische Handelsdampfer „Altair" durck eine Eisscholle beschädigt, so daß er in den russischer Hafen zurückkehrte, aus dem er ausgelaufen war. Auch aus dem Ladogasee erschweren noch Eismassen den Ver­kehr. Furchtsamen Gemütern könnte dabei wieder die neu- iche Prophezeiuneg eines norwegischen Gelehrten gespen tisch vor die Augen traten, der eine neue Eisperiode fm Rorbeuropa in Aussicht stellt.

)( Russische Maßregeln gegen die Cholera. In Er­wartung des Ausbruches einer Choleraepidemie hat der Rektor der Universität Tomsk die Studenten der medizi­nischen Fakultät aufgefordert, gegen bestimmte Zahlun­gen im Kampfe gegen die Epidemie tätig zu sein. In Chabarowsk, Nikolajewsk und in anderen Orten trifft man umfassende Vorbereitungen, um gegen den un­heimlichen Gast gerüstet zu sein.

/ Drahtlose Telegraphie zwischen Island und Europa. Die Marconische Telegraphenkompagnie in London teilt mit, daß sie mit Kopenhagener Finanzleuten einen Kon­trakt abgeschlossen hat, um eine drahtlose Telegraphen-- oerbindung zwischen Island und dem europäischen Konti­nent einzurichten. Die Kompagnie erhält für diese Linie von der dänischen Regierung eine hohe Subvention.

X Die elementaren Katastrophen in Amerika. Die furchtbaren Waldbrände und die Ueberschwemmun- gen in Amerika dauern noch immer an. Jeden Tag treffen in Newyork neue Trauerbotschaften von nieder- gebrannten Farmen und Dörfern ein. Newyork selbst ist in einen übelriechenden, beißenden Rauch gehüllt, der nach Ansicht medizinischer Autoritäten dem Ge­sundheitszustand der Bewohner schweren Schaden zu- rügen wird. Wie erinnerlich, hatte dieser Rauch einen Unfall des deutschen Dampfers „Deutschland" verur­sacht, der infolge der undurchsichtigen Luft im Gad- ney-Kanal aus dem Fahrwasser und auf Land geriet. Doch wurde er nach etwa 24 Stunden wieder flott. Die Fahrgäste verbrachten die Nacht auf dem Schiffe in bester Stimmung. Die Schiffskapelle spielte flotte Weisen, und die Reisenden stimmten dazu lustige Lie­der an. In Newyork wird infolge der anhaltenden Trockenheit das Trinkwasser knapp. Ueberall wird in den Kirchen um Regen gebetet.

Was in Newyork zu wenig, das ist in St. Louis M viel. Der Mississippi bat an drei Stellen nördlich

von Quluch, int Staate Illinois, den Damm durch­brochen und überschwemmt weite Strecken Landes. 200 Ra misten gelang es, sich auf Schiffe zu retten. Man erwartet, daß der Mississippi am Sonntag seinen höch­sten Waiwrstand erreichen wird. Augenblicklich hat das Wasser die Werften und Eisenbahnen von St. Louis überschn.wmmt und die Straßen, die an den Fluß an- freu^n, erreicht. Etwas unterhalb der Stadt ist der Rhin i Mecken breit. In Kansas City fällt das Was­ser fön elf. Die Regierung hat Lebensmittel und Zelte dorthin geschickt und gleichzeitig Kavallerie zur Un- hjriWtnng der Polizei beordert. Ingenieure erklären, daß fämtUdte Eisenbahnen und Brücken in der Nähe von Kansas Eich neu gebaut werden müßten. Die Kosten des Kubans werden zwischen 1 bis 2 Millionen Dol­lars betragen.

( Attentate gegen Radfahrer und Automobilisten in Belgien. Einen überaus erbitterten Kampf gegen die Radfahrer und Automobilisten führen die belgischen Bauern, seitdem die Radler und die Autler immer mehr vom Schnelligkeitswahnsinn gepackt wurden und jedes lebende Wesen, das ihren Weg kreuzt, überrcr- deln und überauteln. Dieser Tage veranstaltete ein Brüsseler Radler-Verein eine Wettfahrt von Brüssel nach Lüttich. Es hatten sich 90 Fahrer eingefunden, um den belgischen 100 Kilometer-Rekord zu „drücken". Sie ka­men aber nicht sehr weit, denn dicht hinter Brüssel plante auf der Landstraße ein „Pneu" nach dem an­deren mit lautem Knall, weil die Bauern die Straße mit gut versteckten Nägeln förmlich besät hatten. Meh­rere Radler erlitten beim Sturz von ihren Rädern nicht unbedeutende Verletzungen. An demselben Tage hatte zwischen Namur und Dinant eine Automobilistengesell­schaft einen schweren Kampf zu bestehen. Die Autler wurden von den Bauern mit Steinwürfen und mit Re­volverschüssen empfangen; einige wurden verwundet. Die Bauern behaupten, daß die Automobilisten nicht nur Tiere und Menschen ins Jenseits befördern, sondern, was fast noch schlimmer sei, auch die Villen an der Landstraße unvermietbax machen, da es keinem Men­schen einfallen werde, eine Villa zu mieten, die man wegen des durch die „Kraftwagen" verursachten Stau­bes und Benzingeruchs kaum bewohnen könne.

() Das tragische Schicksal eines Arztes ruft in Oester­reich lebhafte Teilnahme hervor. Ein Bäckergeselle in Strebersdorf wurde plötzlich wahnsinnig. Man rief den praktischen Arzt Dr. Leopold Nekowitsch zur Hilfe. Als der Irre des Arztes ansichtig wurde, ergriff er einen schweren Hammer und versetzte damit dem Arzt einen so furchtbaren ^ieb auf den Kopf, daß der Arzt lebens­gefährlich verletzt zusammenstürzte. In sterbendem Zu­stand brachte man den unglücklichen Arzt in seine Woh­nung.

f O Ein folgenschweres Attentat auf einen Offizier wurde in der Nähe des Truppenübungsplatzes Biedrusko (Provinz Posen) verübt. Der Hauptmann Maschke vom 87. Infanterieregiment aus Krotoschin fuhr mit anderen Offizieren in einer Kutsche auf der Chaussee nach Goslin, als plötzlich ein Soldat mit blankem Seitengewehr an die Kutsche dicht herantrat und dem Hauptmann, der aus dem hinteren Sitz saß, einen Schlag mit der scharfen Seite des Säbels gegen das Gesicht versetzte. Der Haupt­mann erhielt eine recht gefährliche längliche Wunde an der Stirn und sank blutüberströmt auf die Wagenpolster. Er liegt im Posener Garnisonlazarett schwer darnieder. Der Täter soll ein Kanonier vom 56. Feldartillerieregiment sein.

$ Die ungeheuren Waldbrände in den Vereinigten Staaten, die seit einigen Tagen an verschiedenen Orten wüten, nehmen nach den neuesten Berichten noch immer weiter an Ausdehnung zu. Namentlich in Kansas sind die Verluste sehr schwer. Die kanadische Pacificbahrt hat den Verkehr auf einem Teil ihrer Strecken einstellen rmis- sen, da die Brücken von den Flammen zerstört sind. Die Jnterkolonialbahn hat den Zugverkehr zwischen Quebec und Montreal ebenfalls aufgeben müssen. Ueber Neueng­land sowie die Staaten Newyork und Newjersey ziehen beständig Wolken von Aschenstaub. Die kleine Stadt Mu- squash in Neu-Braunschweig wurde durch einen Waldbrand zerstört. 200 Personen sind obdachlos. Zur Bekämpfung des Feuers ist Hilfe nach dort entsandt worden. Mit den Waldbränden hängt dem Anschein nach auch der Unfall eines deutschen Ozeandampfers zusammen. Der Dampfer der Hamburg-Amerikalinie „Deutschland" ist infolge dich­ten Nebels im Gedney-Channel auf Grund geraten. Man erwartet jedoch, daß der Dampfer mit der nächsten Flut­zeit wieder flott wird. Der Nebel soll nichts anderes als Rauch von den Waldbränden sein.

Brmte Chronik. Die Hamburger Kriminalpolizei glaubt einer internationalen Bankdiebesbande auf der Spur zu sein. Ein in der dortigen Filiale der Dres­dener Bank beim Wechsel eines gestohlenen Papiers ver­hafteter angeblicher Franzose Beaumont soll deren Haupt sein.

— Bei Gelegenheit der Anwesenheit des amerikanischen Geschwaders im Kieler Hafen wird die deutsche Marine den amerikanischen^ Mannschaften ein Gartenfest geben. Au­ßerdem wird für die Mannschaften im Erholungspark der kaiserlichen Werft eine Theatervorstellung stattfinden.

— Im Dorf Eaton bei Bromberg sind 30 Besitzungen aiedergebrannt. Das Feuer brach in einem Wirtshause aus und verbreitete sich infolge des starken Windes innerhalb einer Stunde über das ganze Dorf. Der an- gerichtete Schaden ist bedeutend.

— Zum Kampf gegen die Schwindsucht hat ein Mitglied der fürstlichen Familie Hohenlohe der portugiesischen' Re­gierung eine Summe von 400,000 Mark zum Gescheut angeboten, unter der Bedingung, daß sie auf Madeira zwei Hospitäler für ausländische Schwindsuchtskranke er­richtet.

Vermischtes.

(?) ^Bismarcks Schlagfertigkeit^ wird durch eine neue Anekdote treffend beleuchtet, die Heinrich v. Paschinger soeben veröffentlicht. Eine Dame van kleiner Statur hatte bei zwei aufeinanderfolgenden Hamburger Diners die Ehre, neben dem Fürsten zu sitzen. Als der Alt­reichskanzler seiner Freude über die ihm äußerst sym­pathische Tischnachbarin Ausdruck gab, meinte dieselbe scherzend: „Sie denken sich wohl „Toujours perdrix", worauf bet Fürst schlagfertig erwiderte: „Aber Sie wis­sen doch, meine Gnädigste, daß die feinsten Rebhühner die besten iind/<

** SchuMrsäumttiS bei Schulfesten. In et^ SchuMrsäumnisstrafsache, bei der es sich um die säumung eines Schulfestes handelte, hat der Stroi,/, trat des Kammergerrchts die gegen das freisprechende I teil eingelegte Revision zurückgewiesen, weil nach k betreffenden Regierungsverordnung die Versäumung Schulunterrichtes mit Strafe bedroht sei, ein Sch/ fest aber nicht zu dem Schulunterrichte gerechnet tverZ den könne. Der Strafsenat des Kammergerichts hat bam angeführt, daß diese Entscheidung nicht im WiderspM stände mit dem Urteil des Kammergerichts vom 28 Mm 1892, denn die dort in Rebe stehende Verordnung be­drohe nicht Versäumnis des Schulunterrichtes, puben allgemein die Versäumung der Schule mit Strafe. weit die Verordnungen über den Schulbesuch nur bi Versäumung des Schulunterrichtes und nicht allgemâ diejenige der Schule mit Strafe bedrohen, werden bh selben daher entsprechend abzuändern sein.

::: sDas verkannte Postskriptum.j Eine amüsante W zeigen-Geschichte, die in Deutschland ungetrübte feitet keit erwecken dürfte, wird uns aus Paris berichtet Die Verwaltung eines deutschen Badeortes hatte meh reren französischen Blättern eine Anzeige übersandt, in welcher die Vorzüge des Bades gar herrlich geschilder, wurde. Der Anzeige war eine Liste der besten Hotch des Badeortes beigefügt, und in einem Begleitschreiben der anzeigenden Badeverwaltung hieß es: „Diese Hotei Adressen müssen unbedingt in' gleicher Reihenfolge gb druckt werden, wie Vorlage, andernfalls wird Anzeigi nicht bezahlt." Dieses „Postskriptum" hielten alle BA ter für einen wesentlichen Bestandteil der Anzeige, uni am nächsten Morgen konnte man es allüberall gebrudf sehen. Die Herren von der Badeverwaltung mögen nich schlecht geschimpft haben, als sie ihr Elaborat so verun­staltet sahen; in den Redaktionen der großen Prrisci Zeitungen soll man aber jetzt mit dem Plane umgehen, sich eigens für die deutschen Anzeigen einen deutschen Mitarbeiter „zuzulegen", um sich nicht vor ganz Eur.ip zu blamieren.

() fJockey-A-erglaubcn.j Einer der Hauptbewerber um den Preis des letzten großen Hindernisrennens in Au­teuil, das dem indischen Prinzen The Kour Sahib u| Patialä gehörende Rennpferd „Record Reign II", stand seit seiner Ankunft in Frankreich unter dem besondere,! Schutze eines Zauberers, der das Tier nicht einmal bei Nacht verließ; er legte ihm unter seltsamen Beschwö­rungsformeln Amulette um den Hals, wusch es mil Parfum und gab ihm Zaubertränke ein. Außerdem hüb er ihm vor seiner Abreise aus Indien von Fakiren, iw Namen Wischnu's und Brahma's, den Sieg prophezei lassen. Natürlich wurde das Pferd von allen Fetischistru und Fatalisten auf der Rennbahn stark gewettet, a^eu ti machte durch einen Sturz alle Zauderet zuschanden, unb Wischnu und Brahma hatten sich gründlich blamiert Daß fast jeder Jockey, besonders aber der für Hindernis- rennen engagierte, abergläubisch ist, weiß man längst Der berühmte Fred Archer steckte jedes Mal, wem er zu Pferde stieg, ein Stück Steinkohle in die Tasche! dasselbe tat auch Hart. Boon, der im vorigen Iahn in Auteuil sein Leben lassen mußte, hielt während des Rittes einen weißen Kieselstein im Munde. Eollier trägt ein blaues Bändchen als Armband. So hat jeder Jockey seinen besonderen Aberglauben und seinen besondem Talismari, und wenn es auch nichts nützt, so schadet doch auch nicht!

t* IJn welcher Zeit russische Dörfer niederbrennen, ist durch eine vom russischen Minister des Innern ver­anlaßte Statistik der Brände, die das Land in den letz­ten dreißig Jahren heimsuchten, annähernd fest gesteift worden. Die Bauernhöfe in den Semstwo-Gouvernemeiits brauchen im allgemeinen durchschnittlich 82 Jahre Jahrs, um auszubrennen. Am häufigsten brennen nieder die Gouvernements Pensa (in 30 Jahren), Tambow (in 42), Nishny-Nowgvrod (in 47), Rjasan und Ssaratow (in 4b Jahren). Die nördlichen Gouvernements sind nicht feuergefährlich. Das Gouvernement Chersson aber viel­mehr die Bauernhöfe in diesem Gouvernement, Brennen erst im Laufe von 445 Jahren nieder, während in den Gouvernements Taurien, Jekaterinoßlaw und Bessaw bien die Höfe gar erst in 450 bezw. 470 bezw. 661 Jahren ein Raub der Flammen werden. Von den nörd­lichen Gouvernements sind Wologda (in 239 Jahre/ and Olonez (in 320 Jahren) die feuersichersten.

Das Beste aus den Witzblättern. De u t l i che s Zei­chen. „Sagen Sie, Kellner, hatte der Fremde es be- merkt, daß ich mich eben auf seinen Hut gesetzt?" - „Natürlich hat er's gemerkt — er hat sich ja den Ihri­gen genommen."

— Der ange h e u d e D r a m a t i k e r. Studiosus (zum Leibfuchs): „Du, ich habe eine sehr gute Idee für ein Drama! Im ersten Akt sitzen alle im Wirtshaus. Plötz­lich ruft der Held meines Dramas aus: „Kellner, zahlen!' Sofort fällt der Vorhang — der erste Akt ist zu Enöe^ Run denk' dir mal die riesige Spannung des Publikums^ wird er im folgenden Akt zahlen aber nicht?"

— Zeitgemäß. „Ich möchte wirklich wissen, Anm wie du es machst, daß du deinen Lohn immer p pünkt­lich erhältst!" — „Sehr einfach! Ich bewillige jeder Herr schaft fünf Prozent Skonto für pünktliche Barzahlung.'

— Der Ueberbettler. „Bitt' schön um eine Heim Unterstützung — ich habe neun Kinder!" — „Können öie denn nichts verdienen?" — „I wo, die studieren ji!' (Fl. Bl.)

— Boshafte Variante. Förster: „Allem, was bei Maier gesagt, muß ich zustimmen." — Herr: „Gelt, Hui Förster, das war Ihnen ganz aus der Seele gelogen!'

— Aha! Kunde: „Mein Freund hat aber sofort her llusgefunden, daß der Wein mit Wasser vermischt war."- Wirt: „Da ist er wohl großer Weinkenner?" — Kunt^ „Nein, aber großer — Wasserfeind!"

— Ein guter Bekannter. Hausherr (ärgerliche „Warum haben Sie den Hund nicht festgehalten, Anne ben Gerichtsvollzieher, der eben hier war, hätte er bei­nahe ins Bein gebissen!" — Dienstmädchen: „Na, man sollte meinen, den Gerichtsvollzieher müßte der bad; bald kennen, Herr Doktor."

— Verblümt. Wirt (zum Fremden): „Nein, Schlech tes kann man dem Huberbauer nicht nachsagen, nat daß 's einmal bei ihm gebrannt hat!" (Megg. H. Bl,