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Nr 262 Zweites Blatt

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Samstag, den 7, November 1903

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Iv^rtio«Sprei»» Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbesien, die Kreise Wetzlar und RarKurg 10 Pfp. soüst 15 Pfg.: Reklamen die P'etitzeile 30 resv. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 396V.

Redaktion und Ervedition: Gießen Neuenweg 98. Fernerechanschlvst Nr. 30.

»HjtwemewWrtW: in Gießen, abgegelt monatlich 50 Pfg., W HiuS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mk. 1.50.

MMSbetlage«: Hberhesstsche Famittenreit»«« (täglich) VSÜnh<sstsche Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst und Hß aicsba«, sowie die Gießener Seifenblase« (wöchentlich). Da« Blatt erscheint an eile* Werktagen nachmitagS.

(Lietzener Uagevkatl)

Unabhängige Tageszeitung

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für Oberheffen und die Kraft Marburg und Wetzlar; Lokalauzeiger für Gietze» und Umgebung. E.MU aßt amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer BehSrden een Oberhaff«.

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Kunst und (Hissen sebaft.

^. Schwere erdmagnetische Störungen wurden zu gleicher Zeit im Rheinland, in einem großen Teile Oester- nÄ in ganz Frankreich, in Großbritannien und Nord- anmerifa beobachtet. Die telegraphischen Verbindungen moren streckenweise gänzlich unterbrochen. Zugleich mit den »«dmo^netischen Strömungen wurde ein Nordlickst beob- aHtet. Der Astronom Sir Norman Lockyer sagt, die jetzige nügnetifdje Störung sei vor zehn Jahren vorhergesagt wor- Ö’n und werde in den nächsten zwölf Jahren beständig be- 1 aerst werden, da die Zahl der Sonnenflecke sich sehr schnell rnebre. 1870 und 1881 habe es ähnliche Störungen ge= Geben.

MP Die Viviscktionsfrage in Oesterreich hat zu einem Jammenden Protest des Rektors der Wiener Universität an dien niederösterreichischen Landtag geführt. Der Rektor 6e= j™el, daß der Landtag das geeignete Forum sei, über MIissenschaftliche Fragen zu Gericht zu sitzen. Er verzichte fernerhin darauf, an den Landtag das Wort zu richten, bis in Oesterreich die Universitäten und ihre Interessen wieder ilie Würdigung fänden, deren sie sich in allen Kulturländern urfreuc'n.

XP. Tie Marskanäle. Herr Millochaur, Astronom am Observatorium von Meudon, hat mittels des mässigen ! Teleskops dieses Instituts die Marskanäle studiert und be- jwfet daß diese sogenannten Kanäle nur unterbrochene, ^Mktierte Linien sind. Sind es geometrische Zeichen? Sind .^atmosphärische Erscheinungen? Sind es endlich die leuch- enbeiu Krater gradliniger Bergketten? Der Astronom kommt ja feinem Schluß, aber er bedauert, daß man die Planeten iridjt genug betrachte.

£0 Die Gefährlichkeit des Radiums. Wie vorsichtig man bei der Benutzung des Wundermetalls Radium sein muß, zeigt die Erfahrung, die ein Petersburger Arzt mit dem neuen Element machte. Doktor Tusepp hatte mit Radium experimentiert und nachher das kleine Kästchen mit dein Öetall etwa sechs Stunden lang in der Westentasche getragen. Einige Tage darauf zeigte sich an der entsprechenden Stelle dck Körpers ein eigentümlicher, in der Mitte weiß ge- [ürbter Fleck von der Größe eines 25-Kopekenstücks; das Haut- Weln' starb nach und nach ab und erschien, wie mit leichtem Mehl staub bedeckt. Bald entstand eine Wunde von 1 Ceuti- Mier Länge, die so -'mpfindlich war, daß Kokain-Kom- Pckssen angewendet wurden. Die Wunde will nicht verheilen, obgleich schon mehr als drei Monate seit ihrer Entstehung Milossen sind.

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Der Landwirt.

^. Wie soll Stoppclklee in den Winter kommen? Es ist Besannt daß der Stoppelklee im Herbst bei warmer Witte­rung rwch recht stark sich entwickeln kann. In den meisten Rillen wird derselbe dann durch Auftrieb von Vieh abge- leidet. An von den Wirtschaftsgebäuden weiter entfernten Krten, oder auch bei stark abschüssiger Lerrainbeschaffenheil ji'tdas aber nicht immer möglich. Man soll dann aber diesen üppigen Aufwuchs nicht stehen und in den Winter kommen lassen. Ein solches Verfahren hat ben großen Nachteil, Satz der Klee fault und daß die Mäuse sich in großen Mengen :in solchen Schlägen einfinden. Unter allen Umständen ist é besser, den Klee abzumähen, doch muß das so früh ge= stehen, daß vor bem starken Frost noch ein so starker Aus .Mag erfolgen kann, der den Boden bedeckt. Kahl dürfen die Kleefelder nicht in den Winter fommen, da sonst die Gefahr des Auswiuterns besteht und auch die Bestockung im nächsten Frühjahre empfindlich leidet.

N. Deutschoskafrikonische Erntecrträgniffe. Bereits Doi einiger Zeit war die Rede davon, daß in Mrogoro das Mania (Negerkorn, ein hirsenartiges Gewächs) außerordenh ich gut stehe, und daß besonders die Aehren sehr reich an Körnern seien. Nunmehr hat jemand von jeder der beiden Aamasorten die Körner je einer Aehre, die also einem ein zigen Korn entsprossen find, genau gezählt und ihr Gewicht skstgestellt. Dabei ergab sich, daß bei der einen Sorte (Ka- wtshi) die Aehre 8733 Körner enthielt, die 211Gramm mögen. Eine Aehre der zweiten Sorte (Jbere) hatte 6558 Korner, die 226 Gramm wogen. Das bedeutet also 6* bis WOOfältigc Frucht.

Vermischtes.

^ Kollege König.) Vom Aufenthalte des Kaiserpaares hi Stettin anläßlich des Stapellaufes des Linienschiffes Preußen" wird ein hübscher Zug von der persönlichen Liebenswürdigkeit des Kaisers gemeldet. Der Stettiner -Restaurateur Appmann hatte beim jüngsten Königsschießen des „Schützenvereins der Bürger" den besten Schuß für den Kaiser abgegeben, worauf sich der Kaiser bereit erklärte, die ihnr von dem Verein angetrageue Würde eines Schützen Hönigs unter Verleihung der üblichen Medaille anzunehmen Nei der Ankunft des Kaiserpaares in Stettin hatte nun ben genannte Verein mit seiner Fahne vor dem Empfangs- gelbäude Aufstellung genommen, um dem Kaiser wegen der ihm widerfahrenen Epre Dank und Huldigung darzub ringen.

An der Spitze des Zuges stand der Nesrauraleur Appmann. Der Kaiser ließ sich Appmann.vorstellen und reichte ihm die Hand, intern er leutselig hinzu fügte: „Guten Morgen, Kol­lege! Das haben Sie gut gemacht!"

H< lVom Oberleutnant zum Kunstschlosser.1 Der frühere Oberleutnant Rüger, dessen Ziichthausstrafe^ wie kürzlich gemeldet, durch einen Gnadenakt des Kaisers in Gefängnis- Strafe umgewandelt wurde, ist zur Verbüßung des Restes dieser Strafe aus dem Zuchthause Esisheim in das Bezirks- gefängnis zu Straßburg i. Els. übergeführt worden. Rüger hat in der vorgenannten Strafanstalt die Kunstschlosserei er-- lernt und bei dieser Gelegenheit Arbeiten geliefert, die nahezu als Erfindung auf diesem Gebiete gelten können. Diese Ar­beiten, sowie seine vorzügliche Führung während der Haft sollen die Begnadigung veranlaßt haben.

d i Millionärin und Bahnwärters In Verona fand eine Aufsehen erregende Eheschließung statt. Vor drei Jahren starb dort der Stadtrat Giacomo Cölo und hinterließ seiner einzigen Tochter ein Vermögen von zwei Millionen. Die Tochter, die jetzt 35 Jahre alt ist. führte nach bem Tode des Vaters ein bescheidenes Leben. Ihr früheres Dienstmädchen eine gewisse Peretti, hat einen 25 Jahre alten Bruder, der früher Arbeiter in den Eiswerken von Verona und zuletzt Bahnwärter war. Er besuchte oft seine Schwester, und bei dieser Gelegenheit entspann sich zwischen ihm und der Mil­lionärin ein Liebesverhältnis, das jetzt mit der Heirat endigte. Die Hochzeit wurde mit größern Pomp gefeiert.

+ kDie tapfere Alice Roosevelt.) Aus dem Munde Aber­gläubischer kann man oft die Redensart hören: „Dreimal Brautjungfer, niemals Braut." Für Fräulein Alice Roose­velt, die Tochter des Präsidenten der Vereinigten Staaten, hat die Redensart offenbar nichts Abschreckendes, denn sie nahm dieser Tage in Washington die Einladung an, bei der Vermählung ihrer Freundin Fräulein Lilia Mc. Cauley mit Herrn Wolcott Tuckerman als Brautjungfer zu fungie­ren. Zwei anderen Freundinnen erlvies sie diesen Liebes dienst bereits. Fräulein Alice Roosevelt scheint nicht aber gläubisch zu sein.

£3 SDer kürzeste Weg.I In das Bureau eines reichen, nur mit einer einzigen Tochter gesegneten Amerikaners fam kürzlich ein hoffnungsvoller junger Mann, der ihn folgender maßen anredete: „Mein Herr, Sie lieben doch Kürze und Aufrichtigkeit?" — „Allerdings." — „Ich wünsche Ihre Tochter zu heiraten." — Diese Kürze imb Aufrichtigkeit kam dem Alten etwas zu überraschend, aber er faßte sich schnell und antwortete: „Ihr Unternehmungsgeist gefällt mir. Aber find Sie denn sicher, daß meine Tochter Sie will? Wenn ein anderer nicht einen noch kürzeren Weg eingeschlagen hat. dann habe ich nichts einzuwenden." Der junge Mann ver­suchte sein Glück, aber ohne Erfolg, denn wenige Tage nach dieser Unterredung kam ein anderer junger Mann in das Bureau des alten Uankee, um ihn mit der Nachricht zu über­raschen: „Ich habe soeben Ihre Tochter geheiratet." Er hatte den allerdings kürzesten Weg gewählt.

^ Der frühere Direktor der Treber-Gesellschaft, Adols Schmidt, hat ein Gnadengesuch an den Kaiser gerichtet, worin er um Umwandlung der gegen ihn erkannten Zuchthaus­strafe in entsprechende Gefängnisstrafe bittet. Kommerzien­rat Schmidt befindet sich nach Ivie vor im Kasseler Unter­suchungsgefängnis. Seine Ueberführung in eine Straf­anstalt wird vermutlich erst von der kaiserlichen Entschließung abhängen.

□ Ein entschwundenen Prinz. Der Prinz Robert de Vroglie ist seit einiger Zeit aus Paris verschwunden, und soll sich nach einer bei der Wiener Polizeidirektion einge­gangenen Nachricht anscheinend nach der österreichischen Hauptstadt gewandt haben. Infolge dessen hat die Wiener Polizei umfangreiche Nachforschungen nach dem Verschwuu denen angestellt, doch sind diese völlig resultatlos verlaufen. Prinz Robert de Broglie, der angeblich wegen einer „Privat­affaire" geflüchtet sein soll, steht gegenwärtig im 22. Lebens­jahre.

# kKönigliche Reliquien.I In London gibt es eine Tröd­lerin, deren Spezialität der Handel mit alten Sachen ist, die einst Königinnen und Kaiserinnen gehörten; das Ge­schäft scheint sehr gewinnbringend zu sein, denn die Preise sind sehr hoch. Letzthin erst zahlte eine Amerikanerin für ein Paar Strümpfe 100 Mark, für ein Paar Handschuhe 60 Mark, für einen Unterrock 1600 Mark, für ein Korsett 200 Mark. Die beste Kundin der Trödlerin ist eine, alte Dome, die eine ganze Miedersammlung besitzt: ein Mieder der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, ein Mieder der, Kö­nigin Wilhelmine von Holland, zwei Mieder der Kaiserin von Rußland u. s. w.

£< 8 Ein rührendes Beispiel von Tierfreundschaft) wird Don einem Schweizer Fachblatt mitgeteilt. In einem Pfarr­hause des bernifchen Mittellandes wurde kürzlich die Haus­katze, deren Dasein überflüssig war, zum Tode verurteilt. Die mit der Vollziehung betrauten Knaben hüllten das Tier in einen Sack und warfen es in die Aare. Der Haus­hund sah dem Vorgang betrübten Herzens zu. Bald darauf stellten sich Hund und Katze, in trautem Verein, beide pudelnaß, wieder im Pfarrhaus ein. Der erstere, ein Spitz, hatte den schwimmenden Sack aus dem Wasser geholt und aufgebissen, und der Katze so Freiheit und Leben zugleich

geschenkt. Es versteht sich von selbst, daß die Katze hieraus begnadigt wurde.

£ LX^csttcrfdjWärmcrJ Von der soeben erfolgten Eröff­nung des neuen ßonboner Gaiety-Theaters wissen die cng- lischen Zeitungen allerlei Interessantes zu erzählen. Der erste Zuschauer, ein Herr Green, der sich rühmt, seit fünf­zig Jahren keine Londoner Erstaufführung versäumt 311 haben, traf genau um 5 Uhr morgens vor der Tür des neuen Theaters ein, um nur ja nicht den Beginn der Vor­stellung zu verpasseil. Um 8 Uhr erhielt er Gesellschaft: drei Damen fainen, nahmen auf Feldstühlen Platz und packten eine ungeheure Menge Proviant aus, als wenn sie sich für eine längere Belagerung vorbereiteten. Um 11 Uhr

warteten bereits etma zwanzig Personen auf die um 6

Uhr

stattfindende Kasseneröffnung, und in den nächsten zwei Stunden wuchs trotz Regen und Sturni die Zahl der Theaterschwärmer zu einer gewaltigen Lawiice an.

+ lEm Wahl-Damenkrieg. I Es wurde bereits über das energische Auftreten der Frau Lyttelton, der Gattin des englischen Ministers der Kolonien, berichtet: Als tapfere Genossin ihres Mannes hielt sie an Stelle ihres an der Gelbsucht erkrankten Gatten in ben öffentlichen Versamm­lungen fulminante Wahlreden. Herr Lyttelton ist denn auch, wie man weiß, als Sieger aus dem Kampf hervor­gegangen. Der politische Gegner des Herrn Lyttelton hatte übrigens die Gefahr einer solchen Intervention so rasch er­sannt, daß, auf seine Veranlassung, die liberale Partei gegen die einzige Frau Lyttelton ein ganzes Frauen-Batailloic mobil machte. Es zogen zuni Kampfe aus: Frau Berridge, die Gattin des Kandidaten der Opposition, ihre Schwester, dann die Gräfin v. Warwick, ferner Miß Mac Laren Ram­say, Sekretärin des liberalen Frauenbundes, und Frau A. Marjoribanks, Vizepräsidentin dieses Bundes, schließ­lich sogar eine Sängerin, Miß Oliver, die in den öffent­lichen Versammlungen das Lob des Freihandels sang, wo­bei zu bemerken ist, daß „singen" hier im buchstäblichen Sinne des Wortes genommen werden muß! Aber es nützte alles nichts: Frau Lyttelton war mächtiger, und gegen die Stimmen, die sie für ihren Gatten sammelte, konnte auch die schöne Stimme der Miß Oliver nicht auf- konunen!

□ Die Eröffnung der Posener Akademie fand im Lichthoj des Friedrich Wilhelm-Museums statt. Zur Feier toaren eingetroffen der Kultusminister Dr. Studt, Wirkl. Geh. Ober- Regierungsrat Conrad, als Vertreter des Reichskanzlers, die Rektoren der Universitäten Berlin und Breslau, Freiherr 0. Richthofen und Rosanes, sowie der Oberpräsident von Schlesien, Graf v. Zedlitz-Trützschler. Anwesend waren ferner der Oberpräsidcnit von Posen, v. Waldow, sowie sämtliche Spitzen der Zivil-, Militär- und Kommunalbehörden und Vertreter der evangelischen und katholischen Geistlichkeit. Die Festrede des Rektors der Akademie Kühne knüpfte daran an, daß Herder und Kant aus dem Osten hervorgegangen sind, und wies nach, daß gerade Herder die universelle Wissenschaft nicht aus der deutschen Vorliebe für das Fremde, sondern aus bem Geiste vorurteilsfreier, gerechter deutscher Wissenschaft­lichkeit heraus gepflegt habe. Die Aufgabe der Akademie solle sein, im Sinne Herders deutsche Wissenschaft zu fördern und zu pflegen, und es solle diese Akademie eine Schule für das Leben sein. Die Akademie wolle jebem ernsten Mann, der aus seiner Berufstätigkeit heraus nach Vervollkommnung seines Wissens strebe, Gelegenheit dazu geben. Standes­unterschiede könne es dabei nicht geben. Aufgabe der Aka­demie müsse es sein, im Sinne der großen preußischen Unter­richtspolitik zu wirken und das vaterländische Bew:lßtsein zu erhalten.

CJ Der Dessauer Kammersänger Kienlechner, der nach einem Attentat auf den herzoglichen Hofkapellmeister Mikorey verhaftet wurde, wurde jetzt nach Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 10 000 Mark einstweilen aus der Untersuchungs­haft entlassen. Gleichzeitig wurde Kienlechner für die Folge der Aufenthalt im herzoglichen Hoftheater und in dessen Nebenräumen bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen streng untersagt. Das gerichtliche Verfahren gegen ihn nimmt seinen Fortgang. Die Untersuchungshaft wurde übrigens gegen K. um deswillen verhängt, weil er in Bozen (Oester­reich) geboren ist und, da er die deutsche Staatsangehörig­keit nicht besitzt, als Ausländer gilt. Gegen Ausländer be­darf nach der Strafprozeßordnung, sobald wegen Flucht­verdachts Haftbefehl erlassen ist, dieser keine besondere Be­gründung. Ein Fluchtverdacht wurde aber bei K. als vor­liegend erachtet.

1" Aufruhr im Jndianertcrritorium. Aus Newcastle im amerikanischen Staat Wyoming kommt die Nachricht von einem blutigen Scharmützel, das ein Trupp Sicherâeitv- sheriffs mit 75 Indianern aus Süddekota hatte, die die ^agd^ gesetze übertraten. Ein Sheriff, ein Unterbeamter und sech^ Indianer wurden getötet. Es mürbe bann eine g 3 Sheriffsabteilung gebildet, welche â^n Indianer tötete un zwölf gefangen nahm. Man wird den Rothauten eme gell ist Sympathie nicht versagen formen. Es ist begreiflich, da; sic sich schwer daran gewöhnen können, dort wo ihre Vater noch den Biiffel und den Hirsch jagten, je^t gewissermaßen al- Gefangene des amerikanischen Staates hinter dem Ofen hocken zu müssen.