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t r^ Hsfz«q für König dbuetB.] Vie ewfltfcfa 9te* Westbahn hat einen neuen königlichen Hofzug in Dienst gestekkt.^T'er Zug besteht aus sieben Wagen, »äinlich den beiden Salonwagen für den König und die Königin, sowie die Prinzessin Viktoria, drei weiteren Salonwagen für das Gefolge und zwei Gepäckwagen und hat eine Gesamtlänge von rund 125 Metern, wovon auf jeben Salonwagen 21 Meter entfallen. Der äußere Anstrich ist in Weiß mit chololadefarbiger Eiufafstrng gehalten. Tie meinen Flächen sind mit dem königlichen Wappen und mit Srdens- bildern geschmückt. Die beiden königlichen Wagen bean sprachen besonderes Interesse wegen ihrer äußerst reichen und geschmackvollen Ausstattung, sowie wegen der Voll- tommcnOeit ihrer Beleuchtung--, Hei^unas- und Lüftungs- Vorrichtungen, die durchweg elektrisch sind. Der Wagen des Königs enthält außer beni Wohn und Arlnitsraum einen Nauchsalon, ferner einen Schlafraum, der bei Tagessahrten gleichfalls in einen Wohnraum umgeivandelt werden kann, und einen Ankleideraum. Ter Wagen der Königin ist ähnlich ausgestattet. Die Erzeugung der Elektrizität erfolgt gesondert für die Beleuchtung und Lüfturrß kirrer- feité n nd für Koch- und 5)erzzwecke andererseits. Jeder Wagen ist mit zwei Dynamomaschinen ausgerüstet, die von den Achten betrieben werden.
lMenschen als Poftpackete.s Der erste Zeichner des „Daily Graphit" und ein Berichterstatter desselben Blattes kamen jüngst auf einen (Gedanken, der nur durch die hundstagsmäßige Hitze dieses sogenannten Winters erklärt und entschuldigt werden kann. Sie ließen sich „der Wissen' schaft wegen" von eiueni Punkte Londons zum anderen durch einen Eilboten als Postpakete befördern, wofür sie neun Pence Porto zu zahlen hatten. Nach dem englischen 'Postgesetz kann sich jeder Mensch das Vergnügen machen, sich oder einen Neben ruen schen als Paket verschicken zu lassen. In einem Paragraphen dieses Gesetzes wird nämlich über die Verschickung von „Tieren, Flüssigkeiten und Personen" folgendes gesagt „Lebende Tiere können für die Beförderung durch Eilboten angenommen werden, wenn sie in geeigneten Behältnissen eingesperrt sind. Flüssigkeiten sönnen auch in Glas flaschen verschickt lverden. Personen werden, gegen Zahlung der vorschriftsmäßigen Taxe durch einen Eilboten nach der angegebenen Adresse befördert." Man kann also in England ebensogut ein Nilpferd durch die Post verschicken, wie einen Erbonkel oder einen Schwiegermutter. Man muß aber schon Eng Länder oder sonst nicht ganz gesund sein, um einen Men scheu durch die 'Post zu versenden.
) lWeiße Reger, j Man sonnte früher oft das Wort hören: „Selten wie eine weiße Amsel." Eine weiße Amsel ist aber garnicht so selten, wie man denkt, und es gibt in Paris und in London Vogelhändler, die eine ganze Sammlung weißer Amseln besitzen. Es handelt sich eben um Albinos unter den Amseln. Und wie es rveiße Amseln gibt, so gibt es auch weiße Neger, die trotz ihrer meinen Haut Neger bleiben und die charakteristischen Merkmale der Negerrasse aufweisen. Es sind reine Neger, bei w?I chen nicht etwa «assenMischung vorliegt oder der überwiegend«' Einfluß weißer Vorfahren. Dr. Farabee hat, mir er in einer englischen Zeitschrift erzählt, gelegentlich einer Forschungsreise in Amerika mehrere weiße Neger gesehen. So fand er einmal vor einer Hütte spielende Negerkinder, die mit Albinismus belastet waren. Er erkundigte sich nach ihrem Ursprung und erfuhr, daß ihr Großvater ein «Uhnj gewesen war Der Mann hatte eine normale Negerin geheiratet, die ihm drei normale ^vöhne schenkte. Die drei Söhne verheirateten sich später, und zwei von ihnen hatten normale Kinder. Der dritte, der zweimal verheiratet war, hatte 15 Käuder; vier davon »vareu Albinos, eines von der ersten Frau (mit fünf normalen» und drei von der zweiten Frau (mit sechs normalen). Der AlbiniSmu« hatte hier aber eure ganze Generation übersprungen
U Eine ungleiche Che. Große Sensation ist unter der Plutokratie von Newyork durch die Verheiratung von Mrs. Hendrickson, einer der reichsten Frauen Brooklyns, mit Patrick Mac Hugh, einem irischen Kutscher, erregt worden. Die Braut besitzt mehr als eineinhalb Millionen Dollars, ihre Tochter ist mit einem Prediger zu Brooklyn verheiratet. Der Bräutigam ist ein Witwer mit sechs Kindern, der vor seiner Heirat bei einem Mietkutscher angesteM war und seine jetzige Frau öfter auszufahren hatte. Die Tochter ist entrüstet und er klärt, ihre Mutter müsse geistig erkrankt sein. Als die Braut ihre Verehelichung bekannt machte, erklärte sic, ihr Gatte sei weder gebildet noch von feinen Manieren, aber sie werde ihn erziehen. Sie ist 58 Jahre alt, Mac Hugh zwei Jahre jünger.
Bunte Chronik. Der unter dem Namen „Der bei gische Kneißl" berüchtigte Räuber Lauffs, welcher jüngst noch einen Einbruch in ein rheinisches Dynamitlager ver übte und mehrere Kilogramm Dynamit raubte, ist nunmehr in der Nähe von Wipperfürth feftgenommen und in das Wipperfürther Gefängnis eingeliefert worden.
— Die Frühjahrsparade des Gardekorps auf dem Tem pelhofer Felde fällt diesmal aus; dafür soll am 29. Mai auf dem Döberitzer Platz vor dem Kaiser ein Gefechtsexer zieren der Garde stattfinden, woran sich ein 'Parademarsch schließen wird.
In Salzwedel erschoß ein Hansdiener seine frühere Geliebte, die sich kürzlich mit einem anderen Manne ver heiratet hatte. Darauf tötete sich der Mörder durch einen weiteren Schuß.
— Dem Schleppdampfer „Titan" ist es gelungen, Lebensmittel nach der seit zwei Wochen durch Unwetter vom Fest- lande abgeschnittenen französischen Insel Sein zu bringen.
Lokales.
Lebenssafts für den N. und V Mârz.
8. März. 1152. Friedrich Barbarossa zu Aachen gefrönt 1787. Der Mediziner N. F. von Gräfe
1823. Der österreichisch-ungarische Staatsmann Graf . Andrassy *. 1838. Der Bühnendichter Adolf L'Arronge in Hamburg ♦. 18*11. Ter Dichter Tiedge t. 1858. \ Leoncavallv in Neapel * 1897. Der Dichter Emil Rit- ter8fauis T. 1901. Freiherr von Stumm Halbèrg t.
9. M ärz. 1451. Amerigo Vespucci in Florenz *. - 1661. Mazarin i 1697. Tie Schauspielerin Karoline Neuber * 1749. Mirabean * 1814. Blüchers Sieg über Napoleon I. bei Laon. 1888. Tod Kaiser Vil Helms I. 1902. Der Dichter Hermann Allmers f.
** Privattelegramm Bei der heute vormittag erfolgten 4. Ziehung der letzten (Haupr)-Klasse der H e s s i s ch - Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen:
50 000 Mk. auf: 9 10 5 (Büdingen). 40 000 Mk. auf: 49 321 (Darmstadt) 10 000 Mk. auf: 855 (Mamz) 9 345 (Langen), 30 306 (Jena), je 5000 Mk. auf 28 654, 29 653, 48 219, 51 169, 7 864. (Ohne Gewahr.)
♦** Wie aus einer Bekanntmachung Großh. Bürgermeisterei heroorgeht, wurden von den aufgeforderten sechs bissigen Architekten sieben Entwürfe zu den Haupt- und Hof- sasiaden des im Plock'schen Garten an der Nordanlage zu errichtenden neuen Schulbaues eingereicht und wurde den Architekten Stein und Meyer für ihre Arbeit der ausgesetzte Preis zuerkannt. — Wir erfahren noch weiter, daß bie mit der prämiirten Arbeit in engerer Wahl stehenden Fassaden- Zeichnungen auch von der Firma Stein und Meyer herrühren. Die Pläne sind noch morgen und übermorgen in den in der Bekanntmachung angegebenen Stunde im Sitzungssaal der Stadtverordneten ausgestellt.
Schwurgericht. Gestern verurteilte das Schwurgericht den bisher unbescholtenen Landwirt und Kirchenrechner Johann Konrad O. von Trais a. Lda. wegen Amtsunterschlagung zu 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung dec erlittenen Untersuchungshaft. Der Ange- klagte, dessen Frau 1898 verstorben und ihn mit 6 Kindern zurückließ, ist seitdem in wirtschaftlicher Beziehung zurückgekommen und seit dieser Zeit aus der von ihm verwalteten Kirchenkasse so nach und nach im Ganzen 1827,08 Mk. unterschlagen, er hat aber, als man den Fehlbetrag entdeckte, denselben gedeckt.
** sStadttheaterZ Sonntag Abend gelangt infolge Erkrankung der Fräulein Sieg an Stelle der angekündigten Posse „Flotte Weiber" „Der Trompeter von Sätfingen" zur Aufführung.
=■ Infolge eines Antrags bei Vertreters der Handelskammer Gießen im Bezirks-Eisenbahnrat Frankfurt a. M. wird vom 10. d. MtS. ab die Platzkartengebühr zwischen Gießen und WormS auf 1 Mark für die 1. und 2. Wagenklaffe herabgesetzt.
" Die Centrale für Spiritus- Verwertung hat vom Kaiser den von ihm für die Ausstellung für SpirituSverwertung gestifteten Ehrenpreis für die Verdienste um die Ausstellung und für die Förderung deS Spiritusverbrauchs zu technischen Zwecken zuerkannt
** Don der Hessischen LandeS-Hypotheken- b a n k sind im Laufe des Monats Februar bewilligt worden: Kommunal-Darlehen .... 1016000 Mk. Hypothekar-Darlehen an Private 525 520 „ Insgesamt 1 541 520 Mk.
** Laß sie betteln geh'n, wenn sie hungrig sind. Ein Bild vom Veteranen-Elend giebt folgendes Inserat im „Westhavelländischen Kreisblatt": Eine öffentliche Bitte! Ein 68 jähriger Veteran, welcher die Feldzüge 1864, 1866 und 1870—71 im Infanterie-Regiment Nr. 24 mitgemacht hat, der Arbeiter Ferdinand Heinsdorff, Mitglied des Landwehr- Vereins zu Rathenow, ist durch eine schwere Krankheit in die größte Not geraten. Heinèdorff ist seit Oktober 1900 ununterbrochen krank und arbeitsunfähig. Im Januar 1901 mußte er sich in Berlin einer schweren Darmoperation unterziehen, die so glücklich verlief, daß die Exkremente noch heute auf künstlichem Wege durch eine O ffnung in dec rechten Bauchgegend abgeführt werden müssen. Seiner fleißigen Frau und den halberwachsenen Kir dern ist durch Die beständige Hilfeleistung, deren der Kranke bedarf, jede Gelegenheit zum Nebenverdienst genommen, so daß die Familie vollständig auf die Almosen wohlthätiger Menschen angewiesen ist. Die bisher von Freunden, Verwandten und Kameraden geleisteten Unterstützungen reichen bei der immer größer werdenden Not längst nicht mehr aus. Und dieser Veteran, der in drei Kriegen fürs Vaterland gesümpft hat, bezieht jetzt in seinem 68 L benSjahre eine wöchentliche 3n= validenpension von nur 2,63 Mark! Wir bitten daher alle midthätigen Menschen, diesen Unglücklichen zu unterstützen, damit er am Abend seines Lebens wenigstens vor der äußersten Not bewahrt bleibt. Beiträge nimmt Herr Pastor Fritz Löwe zu Rathenow, Kirchenplatz 11, entgegen. Dr. Böhrig. Dr. Dumstrey. Pastor Löwe. Eine erschütternde Anklage erhebt dieser Aufruf.
Bus stellen und Naedbargebieten
jBlutthatZ Von Allertshausen bei Staufsen- berg erfahren wir, daß dort vorgestern eine Blutthat zwischen zwei Brüdern verglommen, die dem einen Bruder daS Leben gekostet hat. Wir erfahren weiter, daß die Staatsbehörde auf heute Nachmittag die Leichenschau angeordnet.
** Groß-Eichen. Die hiesige Mo Iferei, welche der Molkereigenossenschaft Rieder-Ohmen gehörte, haben 85 hiesige Bürger für 17000 Mk. angekauft. Durch diesen Ankauf besitzt nun unsere Gemeinde zwei ihr gehörige Molkereien..
V Ermenrod. Konrad Köhler H. ist nunmehr als Bürgermeister unserer Gemeinde bestätigt.
V Zeilbach. Johann Heinrich Steuernagel wurde als Gemeinde-Feldschütz eidlich verpflichtet.
Wetzlar. Heinrich Opp e rt s h ä u s e r ist als Feldgeschworener und Wiesenvorstandsmitglied für diese Gemeinde eidlich verpflichtet worden.
*** Am letzten Dienstag und Mittwoch tagten in Frankfurt der Vorstand und die Sektionsvorstände der Hessen - Nassauischen BaugewerksberufSge- nossen schaft und eine gleiche Anzahl Arbeiter desselben Berufes, um über die aufgestellten Statuten betr. Unfallver- hütungSvorschriften zu beraten. Bon Seiten der Arbeitgeber wurden alle Wünsche der Arbeitnehmer zugestanden. Die Statuten werden nun einer Genehmigung vorgelegt. Die Baukontrolle, welche anschließend zur Diskussion kam, soll noch schärfer als bisher duich Beamte auSgeübt werden; man wünscht hierfür die Anstellung mehrerer älterer Tech- viker, welche in Handwerks fächern bewandert sind. Arbeiter
in diese Stellen zu berufen, wurde nicht für gut befunden. Die Versammlung verlief im Ganzen sehr solidarisch.
[Qur ReichStagswahlbewegungZ Nächsten Sonntag findet im „Nassauer Hof" zu Frankfurt a. M. eine Vertrauensmännerversammlung der Frei- sinnigen Partei im Großherzogtum Hessen statt. — Die Deutsch-soziale Reformpartei (Wahlkreis Gießen-Nidda) hat ebenfalls nächsten Sonntag Bcrtrauensmännerver' sammlung. Dieselbe findet Nachmittags im "Löwen' hier Neuenweg statt.
+ Höchst a M, 6. März. Die 1935 Mitglieder zählende Kaiser Wilhelm- und Augusta-Stislung der hiesigen Farbwerke Meister, Lucius und Brüning zahlte im Jahre 1902 an 63 Invaliden, 133 Wittwen, 151 Waisen und 19 Doppelwaisen 38 262 Mk. aus. Die Einnahmen betrugen an Zinsen 79 986 Mk., an Zuwendungen seitens der Firma 31 956 Mk. Das Vermögen betrug em 31 Dezember 1902 Mk. 1 632 980.
□ Wiesbaden, 6. März. Eine gute Heirat machte eine aus Wercheim a. M. gebürtige Krankenschwester. Sie pflegte mit Treue und Aufopferung einen hiesigen Privatier, der an Kehlkopsskrebs litt. Gewissermaßen aus Dankbarkeit heiratete der Kranke seine Pflegerin, und als er 6 Wochen nach der Hochzeit starb, vermachte er vorher seiner jungen Frau sein ganzes Vermögen im Betrage von einem halben Milli« önchen und einer funkelnagelneuen Villa in Offenbach. Und da sage noch einer, nicht heiraten sei besser, denn heiraten'
+ Aus Rheinhessen, 6. März. Es scheint, als ob unsere Bauern doch wieder an den Rüb nbau herangehen wollten, trotzdem die Zuckerfabriken sich bcharrlich weigern, über den von ihnen festgesetzten Preis von 85 Pfg. pro Zentner herauszugehen. In Eich wurden bereits 200 Morgen verakkordiert.
4- Aus Franken, 6 März. Der Brand in Stadt« steinach, dem die dortige Kirche zum Opf r fiel, wild fitzt auf Brandstiftung zurückgeführt. In dem Anwesen des Müllers Joseph Tittel, der „zufällig" mit seiner Frau im Walde war, wurde, als in demselben daS Feuer auskam, ein dumpfer, explosionsähnlicher Knall vernommen.
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fasslicher Landtag.
Darmstadt, 6. März.
Die Sitzung beginnt nach 9 Uhr. Justizminister Dittmar, Finanzminister Gnauth und bie Ministerialräte Dr. Best, Puckel und Lorbacher sind anwesend. Die Beratung des Budgets wird fortgesetzt. Zur Beratung steht Hauptabteilung IX : „Ministerium der Justiz". In der Generaldebatte bespricht der Abg. Dr. Schmitt bie Ausbildung der jungen Juristen und deren Bei Wendung im Staatsdienst. Er wünscht, daß die Acceßzeit der jungen Leute nicht zum Schreiben und sonstigen untergeordneten Arbeiten verwendet werden möchte. Die Accessisten sollten zum selbständigen Arbeiten, insbesondere zur Erstattung von Referaten und Urteilsausfert'gungen verwendet werden. Eine weitere Ausdehnung deè Studiums auf der Universität, wie eS geplant sei, hält Redner für unnöt-g Ein Prax S sei mehr wert als viele Jahre Studium. Bei einem Spaziergang im Felde sei es ihm passiert, daß ein junger Jurist Kartoffeln und Salat nicht unterscheiden konnte. (H-ilerkeit.) Für die Anlegung tur Grundbücher in den Städten Maiuz, Darmstadt, Worms, Offenbach und Gießen wünscht er be^ sondere Amtsrichter bestellt, um zu gleicher Zeit mit btm Lande fertig zu werden. Die Höhe der Strofrechtsanklag-n sei in keinem Staate so hoch wie in Hessen. Justum'mster Dittmar stellt fest, daß in anderen Staaten, zum Be spiel in Bayern, Preußen und Sachsen daS Studium und der Vorbereitungsdienst für bie juristische Karriere sieben Jahre erfordere. In Baden seien es sechseinhalb Jahre. H ssen sei seither in dieser Zeit zurückgeblieben und daher feien Erwägungen auf Erweiterung des Studium- erfolgt. Die ju- risttsche Erziehung liege nicht in dem Studium her Gesetze-- künde, fonoern in der Stärkung der Urteilskraft des J uristen. Der Mensch, der sich dem juristischen Studium widmen wolle, müsse einen genügenden Fond von Kenntnissen haben Sei das nicht der Fall, so könne er auch nicht helfen. Die Verwendung der Accessisten zur Ausfertigung von Pcotckallen, von Zeugenaussagen und Urteile gefchehe in ihrem eigenen Sntertffe und auch bie Verwendung berftlben bei den Kreisämtern geschehe zu gleichem Zw.cke. Was die Vermehrung der Straftaten in Hessen betreff', so seien die Staatsanwaltschaften verpflichte, alles ihnen übeigebene Material zu prüfen und wenn nötig, einzuschreiten. Abg Heidenreich wünscht, daß bei gerichtlichen Zustellungen eine andere Form wie die seitherige gewählt und die Schristsiücke so geschützt werden möchten, daß sie Dritten nicht zugänglich sind. Justizminister Dittmar sagt Adhülse nach dieser R chlung zu, Schritte seien bereits eingeleitet. Abg. v. Brentano tritt für die Beschränkung der Gericktèserien und eine damit verbundene Erweiterung bei juristischen Studiums ein. Abg. GutsleiIch hält eine Verlängerung de- akademischen Studium- für Juristen für bedenklich. Abg. Ulrich glaubt, daß Hessen mit dem Gesetzentwurf wegen Entschädigung unschuldig Verhafteter dem Reich gegenüber eine eigentümliche Stellung eingenommen habe. Erfreulich sei, daß die Regierung ihre eigenen Wege gegangen sei Redner fragt noch an, warum nicht ein Anwalt gegen einen anderen als Kläger 1 auftritt. Abg. Haas - Darmstadt bespricht daS Verbot der Anlegung von Mündelgeldern bei landwirtschaftlichen Genossenschaften und wünscht ferner die Verwendung der Assessoren bei Bankrn, Kreditgenossenschaften und städtischen Verwaltungen. Hieraus wird der Titel in allen Teilen genehmigt. »,„ _..!___ .im__________________■ .. ■■JiLL.'U _____—W—-—-EM Ltaudesamt-Rachrichteu ver Ltavc Gießen
Aufgebote.
Am 27. Febr. Dr. Augu^ Schub^rq, o. ". Professor in Heidelberg mit Ida Hofmann dahi r. 28. Philipp Geißler, Kutscher dahier mit Anna Roth hicrfelbft. H mricv Philipp Pfeiffer, Sergeant in Darmstadt mit Anua Elisabeth
Äm 27. Batt alt, Kau Zahre alt, Ä Jahre alt, Ic 62 W 8 Mann gri Monate alt, dahier.
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