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Nr. 286

Zweites Blatt

Samstag, den 5. Dezember 1903

12. Jahrgang.

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Da- Blatt erscheint * eine Warfiage» nachwitaa«

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Neueste Nachrichten

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Pi Obtthefie« mit die Kreise Marburg und Wetzlar; Sokalauzetger für Siesten und Umzedunt tsibitt ele amtliches Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden Ma Oberheffa»

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Kinderscbutz.

^. Unter den sozialpolitischen Problemen, mit denen fid tkr iebt begonnene Reichstag ebenso wie sein Vorgänger lvird beschäftigen müssen, nimmt die Frage des Künder Whoes eine hervorragende Stelle ein. Seit bem Beginne dar uneigennützigen und tapferen Bewegung in Volksschul- l^rarfreifen unter Führung des Rixdorfer Lehrers Agahd hat iiid) ja schon manches geändert. Veranlaßt durch bic Ergebnisse der statistischen Feststellungen der Lehrer über den Umfang und die Gefahren der gewerblichen Kinder arbei:t, hat der Staat zunächst durch die Berufs- und Ge >verl'»czählung von 1 *95 und dann durch eine besondere ßimnietc von 1898 die Grundlagen für das Gesetz geschaffen. ^NgDischen aber hat sich herausgestellt, daß die Arbeiter [diutigcfefegebung von 1891 die Fabrikarbeit von Kindern pH verhindert hat, aber nidit geeignet war, alles auf ein mal usis dem Wege zu räumen. Heute noch werden Hundert laufnibc von Kindern, teils gezwungen von verkommenen Kliern, teils durch harte Lebensnot veranlaßt, in Hein: vorbei t und auf offener Straße, im Theater, im Bäckerei betriebe oder beim Milchhandel, beim Zeitungsans tragen u. s. w. gewerblich beschäftigt. Welche gesundheil liehe und sittliche Gefahren durch solche Beschäftigung in den Berullfen Erwachsener und zusammen mit diesen für du Kinber entstehen, braucht wohl nicht erst besonders klar- gelezzt?zu werden. Es darf ja nicht verkannt werden, daß die Rechte besonders minderbemittelter Eltern auf die Ar icits: fräst ihrer Künder nur zu begründet sind; andererseits ettvä.chst aber gerade auf so schwer zu präzisierenden Gebieten dem Staate eine RAtverantwortlichkeit, der er nur durch ernsthafte Ueberwachung gerecht werden kann. Mißbrauch und Ausbeutung der Kinderkraft muß unter allen Um 'langen verhindert werden. Daher scheinen die Forderungen die bas Kinderschutzgesetz stellt, nur durchaus gerechtfertigt, ^miner und immer wieder muß bie Öffentlichkeit auf ömvid von Tatsachenmaterial von der Notwendigkeit eines âüichen Kinderschuhes, überzeugt werden. Die bestehen Mi gesetzlichen Vefiimmungen aber müssen der Bevölkerung i'iirdl) fortgesetzte eindringliche Belehrung bekannt und ver frqtn gemacht werden. Es darf nicht die alleinige Sache der AhVrden bleiben, über die Ausführung der gesetzlichen Be wmmg,en nach dieser Richtung hin zu wachcu. Vielmehr muß es sich jeder einzelne zur Pflicht machen, an seinem Ä dazu nach Kräften beizutragen, daß Uebertretungen iMfrs Gesetzes unniöglich gemacht werden. Man empfiehlt ja;auch öffentliche Anlagen und Rettungsringe dem Schutze H Publikums, — sollten die Einher unseres

Mkes uns nicht doch vielleicht noch wichtiger sein? Ein besonderes Kapitel beansprucht die Kinderarbeit auf dem Lande. Auch hier erscheinen Reformen angebracht Ä sich natürlich im Rahmen des Rechtes und der Villig- kit halten müßten; denn es erhellt von selbst, daß es auf ; Mn Lande auch eine Menge Beschäftigungen gibt, ^i e in ; M Tat den Kindern nicht nur nicht schaden, sondern ihnen im Gegenteil geradezu körperliche Vorteile bringen. Es hiefje das Kind mit dem Bade ausschütten, wollte man hier ichMonennläßig vorgehen und alles über einen Kamm liieren. Aber diese Einzelbetrachtungen können nichts am Mfamtbilbc ändern und dieses Gesamtbild bedarf noch man- Mv Ergänzung und vieler Vertiefung. Unsere gesetzgebende ! Körperschaft wird sich den aus fachmänuischeu Kreisen kam j »den Bedenken ebenso wenig verschließen können, wie tat Aenderungs- uird Verno H fommn 1 ntgso0rf cblä gen, welche i lic Pädagogen der sozialreformerischen Schule zur Sache zkirnachl haben.

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ß.O. Lillis

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Kunst und Wissen schaff.

O'R Eint internationale wissenschaftliche Ballonfahrt findet teilte (Donnerstag, den 3. Dezember) statt. Es steigen laichen , bemannte und unbemannte Ballons auf in: Scot- laiiD, Crinan, Trappes, Jtteville, Ehalais, Mendon, Gua- Majara, Rom, Zürich, Straßburg, Friedrichshafen, Bar- men, Hamburg, Berlin, Wien, Petersburg, Kasan, Blue

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Hilll U. S. A. u. f. w. Der Finder eines jeden unbemann- ien Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem Valllon beigegebenen Instruktion gemäß den Ballon und , die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Arreste sofort telegraphisch Nachricht sendet. Auf eine vor- - Artige Behandlung der Instrumente u. f. w. wird besonders ' üufmtcrlfam gcmadit.

13D Preissteigerung des Radiums. Das neue Wunder- mcftdll Radiiliir ist bekanntlich sehr teuer und in letzter Zeit ! hat sich infolge eines österreichischen Verbotes, die Joachims- ! Mer Uraniumoryde, woraus das Radium gewonnen wird, 1 ;u, exportieren, her Preis zu einer fabelhaften Höhe empor- «raubt? Der letzte Londoner Marktpreis für ein Zwölftel ' das - Apotheker graus beträgt 10 Pfund Sterling, was einem ; fraise von 1 238 400 Pfund oder 24 768 000 Mark für ein Kilogramm gleichkommt. Die Nachfrage in den letzten raggerr zu medizinischen Zwecken, speziell bei Krebskranken, : isl • außerorbenilich groß.

Hus dem Gerichts saal.

§ Der Lensatiousprvzeß Adelsward-Warrcn beschäftigt V 3t. das Pariser Zuchtpolizeigericht unter allerdings nicht )ii strengem Ausschlusse der Oeffentlichkeit. Aus bem Ver höre und den Zeugenaussagen ging hervor, daß die Beschul digungen gegen die Angeklagten, den verworfensten und uüdernalürlichsten Leidenschaften gefröhnt zu haben, zwar voll berechtigt sind, daß aber bezüglich der sogenannten „Messes noires" ungeheuere Uebertreibungen unterliefen. AdelSward, zweifellos ein intelligenter Mensch, legte ein volles Schuldbekenntnis ab, stellte aber in Abrede, jimge Leute verführt zu haben. Alle, die an den Orgien in feinem Hause teilgeuommen hätten, seien längst eingeweiht gewesen. Er wußte sich sehr geschickt als Opfer einer verfehlten Er­ziehung aufzuspielen mit) man muß ein gegeben, daß seine Darstellung nicht ganz unwahrscheinlich klingt. Einen viel schlechteren Eindruck macht der Mitangeklagte de Warren, der verlumpte Sprößling einer alten, verarmten Adels­familie, der von dem reichen Adelsward materielle Vorteile gehabt zu haben scheint, was Adelsward allerdings recht fein­fühlig in Abrede stellt. Aber auch de Warren zeigt sich keines- mögt zynisch, sondern sehr beschämt und niedergeschlagen. Schließlich machten die Zeugen, Bediente, Hausmeister u. s. w., die an den Türen gehorcht, durch Ritzen und Fenster in die Rimmer hineingeseheri, geschwätzt, verleumdet und übertrieben haben, kaum einen vorteilhaftererl Eindruck als die Angeklagten; die sogenannten Opfer sind entschieden ver­dächtig und treten sehr schamlos auf. Man darf sich deshalb wohl nur auf eine sehr leichte Verurteilung der Angeklagten gefaßt machen.

Vermischtes.

□ lDie WunderrnützcZ Eine merkwürdige Geschichte be richtet ein englisches Blatt aus Petersburg. Ein deutscher Organist, der von Orenburg, zum Besuch von Verwandten gekommen war, taufte sich in Petersburg eme englische Mütze. Als er am Abend des ersten Tages nach der Besichtigung einiger Sehenswürdigkeiten nach Hause zurückkehrte, war er nicht wenig erstaunt, in den Taschen seines Ueberziehcrs zwei Portemonnaies- zu finden, von denen das eine über 10 Pfd. Sterl, enthielt. Am nächsten Tage fuhr er in seiner Besichtigung der Stadt fort, und sein Staunen wuchs, denn er fand sich wieder im Besitz mehrerer Geldbörsen. Als sich diese Geschichte auch am dritten Tage wiederholte, wurde ihm die Sache so unMimlich, daß «■ auf das Polizeibureau ging und dort Meldung machte. Der Polizeivorsteher befragte den Mann miss genaueste nach dem Ursprung seiner Kleider und nach den von ihm besuchten Lokalitäten. Als er hörte, daß die Mütze, die durch ihre in Petersburg ungewöhnliche Gestalt auffiel, in Petersburg selbst gekauft sei, ging bem Beamten ein Licht auf. Er schickte den Deutschen mit einem Detektiv zu dem betreffenden Hutladen, und der Hutmacher erklärte, daß ihm vor einiger Zeit ein großes Stück eng­lischen Tuches gebracht worden sei mit dem Auftrage, genau nach Vorschrift 15 solcher Kappen anzufertigen. Von diesem Tuche sei ihm ein kleiner Rest geblieben, den er zur Anferti gnng einer sechzehnten Kappe benutzt habe. Was es mit diesen Kappen für eine Bewandnis habe, wisse er nicht. Die Polizei wußte es jedoch. Von Detektivs beobachtet, mußte der Deutsche seine Besuche in öffentlichen Petersburger Lokalen fort setzen, und nach kurzer Zeit hatte man mehr als ein Dutzend Taschendiebe abgefaßt, die ihren Raub dem Träger der Wundermütze zusteckten. Man kam dahinter, daß es sich um eine ganze Anzahl von Taschendieben handelte, die unter sich ausgemacht hatten, Vertrauensmänner mit solchen Mützen als „Depots" für ihren Raub zu benutzen. Die Polizei war über diese Entdeckung, sowie über diese in Petersburg Ver­wunderung erregende Ehrlicksteit des Deutschen so erfreut daß sie dem Mützenträger ein beträchtliches Geldgeschenk aushändigte.

S kEine Negerin als Bankiers Eine Sparbank für Neger wurde kürzlich in Richmond (Virginien) eröffnet, die eine Negerin zum Vorsteher hat. Die Bank steht unter dem Schutz des Negerordens von St. Lrckas; Mitglieder dieses Ordens aus Newyork, Newjersey, Pennsylvanien, Maryland und anderen Staaten außerhalb Virginiens erschienen, um Depositen zu machen. Die Gesamtzahl der Depositen am ersten Tage betrug 300 000 Mark.

E ! Ein reicher Zuchthäuslers In dem Gefängnis von Dannemora befindet sich, wie j?in Newyorker Blatt mit teilt, ein zu lebenslänglich_t Strafe verurteilter Mörder namens Stephani. Stephani hat die Erlaubnis, die Börsen- berickte zu studieren, und er ist verschiedenen Brokers in der Wallstreet sehr bekannt. Man sagt, daß er so gut zu ihefulicren versiehe, daß er mit den 5000 Pfund Sterling, die ihm seine sterbende Mutter hinrerließ, bereits ein großes Ver ilögen geschaffen habe. Von diesem Vermögen hat er selbst zwar keinen großen Genuß, denn er darf keinen Pfen­nig davon verwenden, um seine Gefängniskost, o>?- .eine Gefängnishaft bamit erträglicher zu gestalten.

12er geborgte Leuchtturm! Ein eigentümliches Vor kommuis wird aus Auckland in Neuseeland berichtet. Ta^ englische Kriegsschiff „Sparrow" hatte SchieUibmiaen ab

gehalten und gab am Abend desselben Tages dem eng­lischen Konsul, einigen Tonga-Häuptlingen und anderen Notabilitäten ein Fest an Bord. Das Schiff war dazu auf der Negierungswerft von Nukualofa vor Anker gegangen. Als die Gäste sich im Tanze drehten, versagte plötzlich das elektrische Licht und an feine Stelle trat die Dunkelheit einer vollständig sternloien Nacht. Da kam ein englischer Zoll­beamter auf die Idee, von dem benachbarten Leuchtturm die Laterne herbeiholen zu lassen, bei deren Licht weiter- getanzt wurde, bis das elektrische Licht wieder seinen Dienst verrichtete. Merkwürdigerweise schien feinem der Versam Hielten der Gedanke gekommen zu sein, daß die Entfernung eines Lichtes aus einem Leuchtturm für die Schiffahrt mit der größten Gefahr verknüpft ist. Der König von Tonga butte jedoch soviel Einsicht, und die Tatsache, daß man die Laterne eines Leuchtturms borgte, um damit einen Ball an Bord zu erleuchten, regte den König so auf, daß er nicht nur den betreffenden Zollbeamten, einen Engländer, der zu seinen Hauptratgebern gehörte, sondern auch alle bie jenigen aus seinem Dienste entließ, die sich über die gute Idee gefreut hatten.

<^ k Dichtung und Wirklichkeit.) Im Theater von Monza passierte kürzlich ein eigenartiger Vorfall. Der dritte Akt Des „Rigoletto" ging zu Ende, und einer der Sänger, Gio­vanni Scatton, der den Herzog von Monteron darstellte, trat, nachdem er Rigoletto üerhud)t und den Herzog von Mantua beleidigt hatte, hinter die Kulissen zurück, um, wie es das Stück vorschreibt, den Wachen ausgeliefert zu werben, — als er sich plötzlich einem Wächter der öffentlichen Sicher­heit gegenüber sah, der, mit einem Haftbefehl versehen, ge­kommen war, um ihn wirklich zu verhaften und ins Gefäng­nis zu führen. Scatton, der abends auf der Bühne tätig war, unterhielt am Tage einen Iuwelenhandel und war wegen betrügerischen Bankerbtis angeklagt.

0 !.Das Frauen-Gasthaus.I Ein drolliger Versuch wurde in Nenwork gemacht : Ein Gasthaus, „Martha Washington" genannt, sollte nur für Frauen und nur durch Frauen ge- füfi: f werden; von ©tiijc zu otufe aber mußten die werb- lia- n Angestellten entlassen werden, weil sie mit der Arbeit nicht zufrieden waren und anderen Frauen nicht gehorchen wollten.

9t I2ic Patti als vorsichtige Geschäftsfrau. I Aus New­port wird berichtet: Adelina Patti war von Weber unb Fields engagiert worden, in einem Konzert im „West End Theatre" für 20 000 Mark zu fingen. Eine Stunde vor dem Konzert erfuhr sie, daß nur 12 000 Mark im Hause wären. Darauf weigerte sie sich zu singen, bevor sie im voraus den vollen Betrag erhalten hatte. Infolge dessen mußten Weber und Fields die 8000 Mark aufzutreiben suchen, und nunmehr fang Mme. Patti vier Lieder. Man schätzt, daß diese vier Lieder Weber und Fields, wenn man alle Ausgaben zusammenrechnet, 18 000 Mark in zwei Stun­den ober 800 Mark in der Minute kosteten.

Wie man schenken soll. Die frohe Zeit des Weihnachts- festes rückt heran. Schon jetzt beginnen die Vorbereitungen in den Familien. Das Schenken mit seiner Freude, aber auch mit seinen Schattenseiten drängt sich in den Vordergrund unseres Lebens. Nicht mehr so rein und ideal hat sich der sinnreiche Gebrauch, anderen und dadurch sich selbst dur-n das Geben eine herzliche Freude zu machen, in der Gesellschaft erhalten. Es wird zwar viel in unseren Tagen gegeben; es werden immer neue Gelegenheiten zum Schenken und ,311m Beschenktwerden ersonnen, aber das beste, das Herz, fehlt recht häufig bei diesen Gaben; daher kommt es wohl and}, daß dein Geber und dem Empfänger das Schenken so oft, statt eine wirkliche Freude eine rechte Last ist. „Wenn ich nur wüßte, was ich dein geben soll; ich muß doch seine Gabe wettmachen," das ist so ein beliebter Stoßseufzer, in welchem sich die gemütliche Schenkart unserer Tage deutlich genug ausspricht. Das Beglücken beim Schenke:: ist meist ganz Nebensache, man genügt einer lästigen Pflicht, ober man läßt sich gerne oder ungerne in einen Tauschhandel ein, bei dem man sich vielleicht re.it, ein gutes Geschäft machen zu sönnen, ober bei dem man pedantisch die Gleichwertigkeit der Gegenstände zu wahren sich bestrebt, um sich ja nicht durch ein Zuviel zu schädigen aber ein Zuwenig eine unan genehme Blöße zu geben. Das ist keine schöne Art des Schenkens, und es wäre geradezu ein Anrecht, wenn die junge Generation auch schon zu solchen Berechnungen beim Schenken erzogen würde. Takt und warmes Gefühl für den anderen gehört in allen Fällen zu dem Schenken, welches Geber und Empfänger glücklich macht und bei welchem der ©inm in welchem die Gabe gereicht wird, über ihre Aufnahme ent­scheidet. Wer aus dem ^.rzer schenkt, der wird mit seiner Gabe gewiß auch zum andern Herzen bringen. _____

c? Selbstmord eines Geistlichen am Altar. Die Kirche des schweizer Ortes Emmishoien war die Szene eines trau­rigen Dramas: Der evangelische Pfarrer Stahel tötete sich am Altar durch zwei Revolverschüsse. Es war ans Licht gekommen, daß Stahel, der an der Universität Rostock studiert und das Examen bestauben hat, seine Immatrikulation aus Grund eines gefälschten Abgangszeugnisses des Hemeler Gymnasiums bewirkt hatte. Stahel war aus diesem Grunde seines Amtes enthoben worden.