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Nr. 230

Donnerstag, den 1 Oktober 1903

12. Jahrgang.

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-be««eme«ts-ret-: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., In'S Hâus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mk. 1.50.

Gratisbeilage« : Oberhesfische Familie«^ vbrrhèsfische Zeitschrift für La«dwirtfchast, Obst- und Sartenban, sowie die Gietze«er Geife«blase« (wöchentlich). DaS Blatt erscheint an alle« Werktagen nachmitagS.

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J«srrtio»Sprei S» Die einspalttge Pctitzeile für Siefeen tote ganz Ob er Hessen, die Kreffe Wetzlnr und Marburg 10 Pfp. wüst 15 Pfg.Reklawe« die Pètttzeile 30 rèsv- 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3869.

Redaktion und Expedition: Gi.eßen Neuenweg 28. FerRsvrechâ«sÄl«st Nr. 80.

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(Gießener Hagevtatt)

Unabhängige Tageszeitung

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für Overhefsen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung, rât alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffm.

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Streitbare frâueti.

Man hat der Frauenbewegung bei uns zu Lande in fast allen politischen Kreisen mit einem gewissen Wohl­wollen gegenübergestanden. Das hatte seinen Grund vor allen Dingen in dem gemäßigten Programm, das die Mhrerinnen der deutschen Frauensache als das allein offizielle bezeichneten. Auswüchse gibt es überall im Leben. Darum nahm man auch die Ganz-EmanziPierteN, die gleich ihren ausländischen Geschlechtsgenossinnen nach einer Beteiligung ân Parlament und Gesetzgebung tiefem zunächst nicht ernst Man legte ihre Schuld der Sache nicht zur Last und be- ilüstete diese an sich als eine billige und gerechte.

Da kam der Zolltarifkampf, und man machte zum ersten Mal seine Erfahrungen. Die leitenden D.amen der Bewegung crgrifieü Partei Und âgitierteü dÜrch Zirkulars und.RHen itiif das Schärfste. Man ließ zwar auf den Briefköpfen die MetteAllgemeiner Dentscher granenberein" fort, wirkte ücr durch die Namen der Unterzeichnerinnen in genau dem gleichen Sinne. Alle warnenden Stimmen verhallten klanglos. Man wollte und wollte sich nicht davon überzeugen lassen, ^o^ die Politik nicht nur den Charakter verderbe, sondern Llich der weiteren Wirksnnckeit tm Sinlie der ethischen Forde- Mlaeli bet FraUenbelM'gUNg erheblich schaden müßte.

Seitdem hat die Sache Fortschritte getnachl; wie nach km ersten politischen Betätigjtngsversnche vorauszusehen Onr: nach bet verkehrtesten Seite. Diese Tage haben das 'Dieter deutlich gezeigt. IN Köln tagte nämlich der All- ; (.enteil ie deutsche Frauentag uNd in Hamburg resp. Altona Iw Verband fortschrittlicher Frauenvereine. Versuchte NM im allgemeinen iii der Stadt des rheinischen ?ebal den guten Ton der alten Schule wahren Nab Themata allgemeineren Und diskutierbaren Jn- üfaljs ml behandeln, so ging man in der Stadt der Fleeten ggtel^ kräftig aufs Ganze. Begütigte Ulan sich in Köln da- lH, der flugen Frau von Forster zitzuhöreu, weuN sie mit Äiörem Organe über dieErziehting des Hauses für das stiziale.Leben" sprach, oder die Geschäftsiiichtigkèit von Frl. ' Ure Salomon zu bewuNderih die das Theum grauem Uwe" fachwissenschaftlich abhandelte und natürlich im Sinne cjiirei beträchtlichen und anch vollanf berechtigten Mehrforde- ixikj schl.'ß, ließ man sich in Köln von der sehr nervösen Ojtmi Breslauer aus Leipzig ihre Erfahrungen in der Rechts- sflMstelle für Franen erzählen, und ertrug man sogar, nur i'iiiter ganz leisen Einwänden der trefflichen Helene Lange, ihre höchst einseitigen Beschlverden über die Unhöflichkeit der Eichte an sich und die der Unterbeaiuten im besonderen, so verlangte und erhielt man in Hamburg eine nahr- hliifiere Kost. 'Da war zunächst der berühmte Vortrag von bliustava Heyntann über die ProstNutlousfrage. Der Ham btiilgrr Senat, deut offenbar nichts Gutes schrvante, hatte die GWMtng dieser Angelegenheit auf Hamburger Boden >uii5 mir zu leicht begreiflichen Gründen verboten- So stierten denn die ünentwegteit Frauènrechtleriimen Nach ? iii bla, wo die preußische Behörde fertiger Skrupel hatte. GZ lohnte sich wirklich kaum. Ein Blatt vor den Mund ge- Winnen hat die Same zwar nicht; sie redete im Gegenteil hi her schönsten Fraktur; aber ivas sie zu sagen hatte, war fo'ljDii recht alt, und das bischen Neile war meistens ober- stWlch und immer absurd. Sogar Herr Dr. Blaschko aus £Mn, ein Koalitionsschlväriner von schönster Reinkultur, n^t anderer Meinung als Frl. Heymann, und lieh seiner lÄMt-zcugung männliche Töne.

Um Hauptgegenstand der Hamburger Tagesorduung hie Diskussion über die M u t t c r s ch a f t s v e r - f 'iibe r u n g. Seit Laura Mar Holms beherzigenswertem 9'lßhiwcum über das Recht, Mutter zu werden, haben sich b^c Damen der Frauenbewegung nämlicf) doch entschlossen, Liebe und Mutterschaft unter die zeitgemäßen Gegen- (HM1 mit aufzunehmen. Also erhob denn Frl. Else Lüders eher Reihe von Forderungen. Sie verlallgte besondere Säbimaßregeln für die Schlvangeren und Wöchnerinnen, dMstalt zwar, daß durch Reichsgewerbeorduuug den Wöchue- äim die Arbeit mindestens 8 Wochen nach der Entbindung und in gefährlicheren Industrien auch schon eine gewisse Zeit b. 'L der Entbindung untersagt werde. Für den Ausfall au 2 bin aber müßte bei Wöchnerinnen, deren Einkommen resp. Äwlicncinfo unter 3000 M. beträgt, eine staatliche Mritierschaftsversicherung eintreten, deren Organisation den d-riüMn Landesversicherungsa-nstalten anzugliedern wäre, ti iih bereu Kosten die Gesamtheit der Staatsbürger in Ge­st Meiner Proportionellen Prämienzahlung zu tragen hätte.

& ist zweifellos richtig, daß ein erhöhter Schutz für amAe Wöchnerinnen geschaffen werden muß. Gerade unter den ir-tcitig bemittelten herrscht großer Kinderreichtum, und Not und Swncr halten da dauernde Rast. Es muß unbedingt dafür qCkrgt werden, daß diese beklagenswerten Aèütter ihre schwere 3 Ut int ter erleichterten Lebensbedingungen durchmachell. Aber

jjoTberungen des Frl. Lüders gehen denn doch zu weit. Ü röfie ist noch eine von den Gemäßigtesten. Der Verstand licht Einem einfach still, wenn man erst hört, was die AMm. dazu sagen. Frl. Dr. jur. Anita Augspurg, die Söllernierte von Weimar, beispielsweise. Sie verlangt ilicht mich unb nicht weniger als eine glatte staatliche Versorgung âr Mütter sechs Monate vor unb ein Jahr nach der Ge- »Kl be§ Kindes. Weil wir 250 Millionen für den China-

Feldzug ausgegeben haben und Preußen allein beweiben Betrag für Polen, glaubt sie daraus schließen zu dürfen, daß es kaum eine finanzielle Belastung gebe, die wir nicht tragen konnten. Ein Gemüt ist dieses streitbare Fräulein! Sie wünscht geradezu die Prämiierung der Mutterschaft, ein Verlangen, das Zola verzweifelt ähnlich sieht, der in Fécondité auf denselben Tick hinausspielt. Selbst der Düsseldorfer Arbeitersekretär Erkelenz, wahrhaftig im Fordern kein Schwächling, war entsetzt über solche Pläne.

Man sieht, worauf es am Ende hinausläuft. Die treff­liche Grundidee der Frauenbewegung wird durch exaltierte Damen bedauerlicherweise mehr und mehr verwischt, und die Agitation für unreife, halb oder ganz politische Utopien diskreditiert auch den an sich gewiß guten Kern der Sache. Man sollte das bedenken, ehe es zu spät ist und die ganze Bewegung auf schiefer Bahn unaufhaltsam abwärts rollt.

Der Zar in ]4ürzsteg.

f Wien, 30. September.

Heute um 7 Uhr abends hat der Zar ist den idyllischen obersteirischen Flecken Mürzsteg seinen Einzug gehalten und hat mit seinem kaiserlichen Gastfreund und Jagdgenossen iN dem am Ufer der rauschenden und schäumenden Mürz belegenen schuiliÄn Schlößchen Wohnung genommen, um in Berg und Wald dem fröhlichen Maidwerk obzuliegen. Der Herrschet' aller Reußen hat Wien biennal mir ganz flüchtig berührt. Boni Westbahnhof, wo er um 10^ Uhr vor- nuttags mit großem Gesolge, darunter der Minister des AeNßèrw Graf Lambsdorff, eingetroffen war, fuhr er mit Kaiser Franz Josef direkt nach Schloß Schönbrunn, wo eine Galatafel stattfand, und schon um 2 Uhr folgte die Weiter­reise nach dem steirischen Jagdrevier.

Trotz bet Kürze des Besuchs war Wien in nicht geringer Aufregung. Dafür sorgte Vor allem schon das gewaltige Trüppeuanfgebot, das im Doppelspalier die Straßeuflncht bis Schönbrunü Umsäumte. Im ganzen waren 27 Bataillone, 10 Eskadrons, 2 reitende und 12 fahrende Batterieett aus geiückt. Die Absperrung wnröä biel strenger durchgeführt als bei bet jüngsten Anwesenheit Kaiser Wilhelms. Gar viele aus der MeNgd sind. wohl enttäuscht, ohne dellt Zaren gesehen zu haben, nach Hanstz gegangen. Trotzdem jubelte alle Welt im tausendstimmigen Chorus miß als die beiden Kaiser, die sich auf dem Bahnhof herzlich mit Handschlag unb Kuß begrüßt hatten, die Truppeureihen durchfuhren, vom Donner der Geschütze, die am Schmelzer Friedhof postiert waren, begleitet. Der Zar trug die Uniform seiner österreichischen Ulanen, der Kaiser Franz Joses die seines Rexholmregiments. Am Ende der Schönbrunner Allee, bei der Gloriette, wurde ein donnernder Salut von 24 Schüssen der dort postierten Batterie gegeben und der glanzende Zug biegt in den Schloßhof ein. Oben in den prächtigen Sälen warten die Erzherzoginnen, um dem Zaren die Honneurs zu erweisen. Nach dem Galafrühstück fahren die Monarchen, begleitet bom Erzherzog Franz Ferdinand und den beider­seitigen Ministern des Aeußeru, Graf Goluchowski unb Graf Lambsdorff, direkt von Station Schönbrunn ab.

In Mürzsteg hatten es sich die Bewohner des Tales, in dem Franz Josef seit langer Zeit alljährlich einige Tage dem Waidwerk zu widmen Pflegt, nicht nehmen lassen, ihren Kaiser und seinen Gast anfs herzlichste zu begrüßen. Triumphpforten waren zwischen der Jubilänmskirche und der Ortsschnle und ebenso vor dem HotelZnr Veitsch" er­richtet, wo die Minister ihr Absteigequartier nahmen. Mit den beiden Kaisern zusammen wohnt Erzherzog Franz Fer­dinand im Jagdschlößchen, dessen grünumsponnene Veranden zu traulicher Einkehr laden, wie auch die dem Eingangstore vorgesetzte, in alter tiroler Manier gekerbte kleine hölzerne Halle mit den typischen zwei Ruhebänken. Das Innere <t sehr einfach möbliert und ausgestattet. Fast sämt­liche Gegenstände, Tische, Betten, Stühle, sind aus Wachholderholz hergestellt. In den Gängen und längs der einfachen, in das erste Stockwerk führenden Stiege sind Jagdtrophäen und Lierstücke angebracht. Ausgezeichnete Stiche, dann mehrere Aquarelle zeigen Partieen aus den verschiedenen ausgedehnten Jagdgebieten des Kaisers im Salzkammergut. In den für den Zaren bestimmten Appartements wurden nur wenige Neuanschaffungen ge- madjt; die betreffenden Zimmer wurden neu tapeziert und mit bieten Teppichen versehen, sonst behielten sie aber jene vornehm wirkende Einfachheit, die alle Räume des Mürz- steger Jagdschlosses besitzen. Die Jagden beginnen morgen früh. An den beiden ersten Tagen wird auf Gemsen, am dritten auf Hirsche gepürscht.

Daß dem anscheinend nur freundschaftlichen Besuch des Zaren and) eine gewisse politische Bedeutung innewohnt, beweist allein schon der Umstand, daß ihn sein Minister des Aeußern begleitet, der im traulichen GasthausZur Veitsch" beim Glase Wein mit seinem österreichischen Kollegen seine An­sichten über die Balkanfrage in der ungezwungensten Weise auAanschen kann und wird. Die hauptstädtischen Blätter begrüßen den Zaren als Wahrer des Friedens und sprechen die Hoffnung aus, daß er gemeinsam mit Kaiser Franz Josef eine Lösung der mazedonischen Frage herbeiführen werde.

Wie uns aus Nürnberg mitgeteilt wird, nahm der Zar bei seiner Durchreise nach Wien aus bem Bahnhöfe bie Vorstellung der Offiziere und Beamten seines Chevau­leger Regiments entgegen unb verlieh dem Kommandeur, sowie mehreren Offizieren Ordensauszeichnungen.

Die Politik.

Wie es heißt, sollen die englisch-deutschen Hnndklvvcr- tragsverhandlnngen vollständig ins Stocken geraten sein, angeblich wegen der Unsicherheit der politischen Verhält­nisse in England.

^ Ein Freund von langfristigen Handelsverträgen ist der badische Staatsminister v. Vraner, der in Mannheim erklärt haben soll, daß er es im Interesse unseres wirtschaftlichen und politischen Lebens für wünschenswert halte, daß die nächsten Handelsverträge auf einen Zeitraum vou etwa 20 Jahren abgeschlossen werden würden.

=t= In bem soeben erschienenen Heft von The Independent Review veröffentlicht Theodor Mommsen einen Artikel in deutscher und in englischer Sprache, der unter bem Titel Ein Deutscher an die Engländer" den angeblichen Eng­länderhaß der Deutschen auf seinen Ursprung, d. h. also den Burenkrieg, zurückführt und der vollständigen Aus­söhnung der beiden Völker das Wort rebet die näher ver­wandt seien unb sich in jeder Beziehung innig verbunden fühlten.

OC In einer sozialdemokratischen Versammlung in Berlin hielt der Abg. Heine seine Privatabrechnung mit Bebel, den erMajestät Bebel" nannte und äußerst heftig angriff. Er stellte sein Mandat seinen Wählern zur Verfügung und er­reichte damit ein allerdings stark umstrittenes Vertrauens­votum.

oL An allen Enden zeigt sich wieder einmal das Gespenst des Massenstreiks. Zwar haben die oberitalienischen Eisen­bahner, die den ganzen Verkehr brach legen wollten, im letzten Moment angesichts der festen Haltung der Eisen­bahnverwaltungen vorläufig von einem Generalstreik ab­gesehen. Aber in Budapest streiken hunderte von Kutschern und haben sich bereits zu groben Ausschreitungen gegen die Polizei hinreißen lassen, so daß sie mit blutigen Köpfen nach Hause geschickt werden mußten . In Berlin streiken die Omnibusfahrer, und der Mob vergreift sich bereits an Hab und Gut der Gesellschaften. In Fünfkirchen sind 1400 Maurer und Asphaltarbeiter ausständig. Gerade jetzt, wo der Winter naht, ist der Streik ein gefährliches Mittel im Lohnkampf.

0 Eine neuerliche Begegnung König Carol von Rumä- «ien mit Kaiser Franz Josef, und zwar auf der Rückreise des ersteren nach Bukarest, wird signalisiert. Unmittelbar nach dem Zarenbesuche würde diese Entrevue eine erhebliche Bedeutung haben.

CI Kriegführen kostet auch heute noch Geld. Der Sultan von Marokko sucht eine neue englisch-französische Anleihe von 25 Millionen Franks aufzunehmen. Als Aequivalent offe­riert er Zugeständnisse für Bahnbauten.

's Die Blättermeldung von der Absicht des Papstes, dem­nächst die Klöster Monte Cassin o und C av a bei Tirr eni persönlich zu besuchen und damit mit der Tra­dition der vatikanischen Gefangenschaft zu brechen, wird von der ..Voce della Verita" dementiert.

Ein Gesetzentwurf, den die Regierung von Reujeeland vorgelegt hat, soll Deutschland und Amerika durch Aus­schluß ihres Schiffsverkehrs von den Küsten Neuseelands dafür bestrafen, daß sie angeblich den Neuseeländer Handel zwischen Neuseeland und Honolulu, Samoa und den Phi­lippinen ruinieren. Diese Behauptung ist völlig ans der Luft gegriffen.

S Die Bekanntmachung der neuen Ministerernennungen in England dürfte kaum vor nächster Woche erfolgen. In­zwischen heißt es, daß Balfour, der mit Mllner eine 2%- stündige Konferenz hatte, diesem ein neues Mmrsterporte- feuille angeboten habe.

C^ Die neueren Meldungen zur Balkanfrage tragen fast ausschließlich diplomatischen Charakter. Da heißt es zu° nächst, daß Rußland gegenwärtig in Konstantinopel energisch zu einem Vertrag dränge, wodurch die Durchfahrt durch dre Dardanellen freigcgcben werde. Dann wird die Nach­richt kolportiert, daß der serbische Geschäftsträger bei der Pforte dagegen protestiert habe, daß als serbisches Mrtgueo in der mazedonischen Kommission ein Grieche ernannt ler. Ob die plötzliche Berufung des berliner türki­schen Botschafters Tewfik Pascha zum Sultan besondere Be­deutung hat, wird sich erst zeigen müssen. Aus Bulgarien kommt die ^Nachricht von einer höchst bemerfem?merten Aeuße­rung, die der Premierminister Petrolo der mazedonischen Deputation gegenüber getan hvl^n Nllü daß nämlich im Regierungsprogramme an erster Stelle die Interessen BitF gariens, sodann erst diejenigen Mazedoniens standen. Seltsamerweise belästigen M "i England besonders die kirchlichen Kreise in geradezu aushetzender Weise nut der Türkei die der Tyrannei, der Raubgier unb Mißwirtschaft beschuldigt wird. An der Spitze dieser Hetze stehen der Erz­bischof von Caiiterbury und der BischolPon Worcester.