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Nr. 204,

Dienstag, den 1. September 1903

12. Jahrgang

Ahonnemevtspret-: in Gießen, abgeholt monatlich bO Pfg., ßi's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viettel- jährlich Mk. 1.60.

ßr-tiSbeilage«: Oberhesfische Familienzeit««g (täglich) oberhesfische Zeitschrift für Lasdwirtschaft, Obst- und larteeban, sowie die Gießener Geifenblase« (wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags.

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Postzeitungsliste No. 3269.

Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28.

Fernsprechanschlust Nr. 368.

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für Overheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzelger für Gießen und Umgebung. Evthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessea.

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Deutsche Kaltblütigkeit

Eine Sedanerinnerung.

Der 2. September ist und bleibt ein derrkwürdiger Tag für jeden Deutschen. Wenn auch seit längerer Zeit schon I die große Wafsentat, durch die beispiellos in der Ge- i schichte ein gewaltiges französisches Heer mit bem Kaiser an der Spitze vor den siegreichen Heeren Deutschlmids die I Waffen strecken mußte, nicht mehr offiziell gefeiert wird im Herzen jedes Patrioten wird sein Andenken unver- : gänzlich wachbleiben. Und so lenkt sich auch heute wieder : unser Blick zu jener glänzenden Epoche des deutschen Eini­gungswerkes zurück mit heißem Dank für die Braven, die : mit ihrem teuren Blut das herrliche Gebäude unzerbrech­lich kitten halfen. Und überall finden am Sedantage die Veteranen aus jener glorreichen Zeit sich zusammen!, um dem : Andenken der Kameraden ein stilles Glas zu weihen und Er- j mnerimgen auszutauschen und aufzufrischen. Unter diesen ; lerdieat die folgende, wenig bekannte Episode von der Waffen- i itreäung einen hervorragenden Platz.

Der fommanbierenbe Ingenieur-General der III. Armee, [ Generalleutnant Schulz, hatte vom Kronprinzen den Auf­trag erhalten, die Waffenübergabe in der Festung zu leiten. 1 Derselbe brach denn auch auf, in Begleitung von einem In­tendanten und fünf Offizieren. Durch das nach Donch^ry führende Tor die Festung betretend, traf die kleine Truppe I überall achtungsvolle Aufnahme. T'wtz der entsetzlichen Un­ordnung bemühten sich die französischen Soldaten, überall ! Spalier zu bilden. Im ganzen war von Niedergeschlagen- } heit wenig zu entdecken; eher machte sich frivole Lustigkeit z bemerkbar. Nur in den Nebengassen ober auf Höfen sah man hier und da Offiziere mit ühcremanbergefcljlagenen Armen und gesenktem Haupte in düsterem Schweigen lehnen, denen : man den Schmerz um ihres Vaterlandes Untergang ansah.

Völlig ungehindert gelangte so die deutsche Truppe bis li auf den Präfekturplatz, wo ein tolles Durcheinander herrschte. Hier aber änderte sich die Szene. Ein Haufe betrunkener Turkos erhob beim Anblick der preußischen Uniformen ein - Ivüstes Tigergeheul und stürzte mit geschwungenen Natagans auf die Gruppe los. Schon griff Major V. Mutius (von der Garde du Korps, Ordonnanzoffizier des Kronprinzen) an den Degen als ein strenger Wink des Generals seine Hand wieder sinken ließ.

Ruhe! Oder wir sind verloren!" Und sich gelassen^zu : dem neben ihm Gehenden^ wendend, dem ec zu raunte:Ver- nügt Gesicht machen!" begann General Schulz eine humo­ristische Anekdote zu erzählen. Ein bcmmlanger Araber zielte direkt nach ihm der kaltblütige Westsole zuckte mit keiner Wimper und tat, als sähe er es gar nicht. Und so schritt der dicke gemütliche Herr mit feinem Gefolge mitten durch die fallchenden braunen Kerle hindurch!

Die anwesenden feindlichen Offiziere mücb.gten voll­kommen diese heroische SelbstbsMrschung. Da^ Ganze war Das Werk weniger Minuten gewesen. Gewiß wären die französischen Offiziere, vielleicht ar ich mancher Gemeine, zur Hilfe herbeigestürzt, falls durch Degenziehe?: der Preußen -das unvermeidliche Massakre von jenen Bestien vollzogen wäre sich wohl bewußt, daß die ganze Armee furchtbar 'dafür hätte biißen müssen. Aber was hätte die Hilfe ge- mitzt, da sie doch zu spät fam und s-mchUss in jebem Falle »blieb! Denn vor dem siegreichen Feinde hatte der gemeine

Tücher erhalten. Non ihnen gehörten 2u Fahnen uns eine Standarte dem 4., 21 Fahnen dem 11. und zwei Standarten dem 7. Armeekorps an. An der Weihe und der Zeremonie der Nagelung beteiligten sich außer dem Kaiserpaar mit dem Kronprinzen und Prinz Eitel Friedrich noch drei deutsche Bundesfürsten: der Großherzog von Sachsen-Weimar, der chgendliche Herzog Don Sachsen-Koburg und der Fürst von Waldeck und Pyrmont.

Es waren ehrwürdige, vom Sturm der Schlachten arg zerzauste Banner, die dort nach langen ehrenvollen Jahren nieder erneuert wurden. Das älteste vcm ihnen war die Standarte des Kürassierregiments v. Seydlitz (Magdeburg zisches) Nr. 7. ^ie stammt noch aus der Regierungszeit Friedrich Wilhelms 1., und zwar aus dem Jahre 1722. Die Standarte ist eine der von dem Schlesischen Klirassier- cegiment im Jahre 1806 in Glatz niedergelegten Standarten, und zwar die Leibstandarte, welche dem Regiment, damals Kürassieren Nr. 4, am 3. November 1815 zu Rouen feier­lich übergeben wurde. Sie hat in dem Siebenjährigen Kriege die Schlachten bei Prag und Kolin, bei Breslau, Meuthen, Hochkirch, Torgau und Freiberg und in den schle iischen Kriegen vorher die Schlachten bei Ehotusitz, Hohen niedberg und Soor mitgemacht, ferner die Feldzüge vor 177879 und 1794, die Schlacht bei Preußisch-Eylau, iw ^ahre 1866 die Schlacht bei Königgrätz, 187071 dic Schlachten bei Vionville-Mars-la-Tour, bei Gravelotte St. Privat, bei Le Mans, eine Anzahl von Ge­fechten und die Einschließung von Paris. Aw

30. August 1887 zerbrach die Stange und wurde einer durch greifenden Ausbesserung unterworfen. Die erhaltenen Teilt )es Tuches (die beiden Mittelschilder von Purpurdamast mit ihren gestickten Insignien, Krone, Adler, Sonne, Lorbeer und Palmzweige) wurden auf Purpurdamast und dann aus :in großes Tuch van weißem Damast mit goldenen Fransen übertragen. An Auszeichnungen besitzt die Standarte die Kriegsdenkmünze von 1813Zw4, das Band des Erinnerungs- kreuzes für 1866 mit Schwertern und das Eiserne Kreuz.

Aber auch ihre Kolleginnen haben, wenn sie auch jüngeren Ursprungs sind, ein ehrwürdiges Aussehen, soweit sie ihre wn den feindlichen Kugeln zerschlissenen Scidenreste nod; )em Herbstwinde darbieten. Und die hohe Ehre, die ihnen widerfährt, ist wohlverdient. Boni Kaiser und der Kaiserin beginnend, schlagen die versammelten Fürstlichkeiten je einen Nagel in den Schaft. Dann ergreift der Fahnenträger das 'riegerische Ehrenzeichen, und am Altar, der mitten im Licht­hof erbaut ist, vollziehen der evangelische und katholische Mili­tärgeistliche den feierlichen Akt der Weihe, während die Ge­schütze bpS 1 WarbpfpIhnrtilsprin^pgiTnpnt^ bronzen im Lust­garten den Salut donnern. Zum Schluß paradierten die alten Fahnen in neuem Glanz vor dem obersten ^r7.\j' '. Jetzt flattern sie lustig ihren ^gimeiiiein buiun; ein Zeichen altpreußischer Treue, die nie aussürbt, sondern immer wie­der neu wird.

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I Mann doch noch mehr Respekt, als vor seinen besiegten Vor- Ilosesten. So war es nur die deutsche Willenskraft und ^tahlnervigkeit, die den (General und seine Eskorte gerettet laste.Ich mache Ihnen mein Komplimntt, mon gënéral/ rief denn auch ein französischer Oberst, der zu Pferde neben­bei hielt/ das Käppi schwenkend, dem Voriiberschreitenden 'iitgegen. Dieser zuckte leicht die Achseln und warf bem Sprecher einen gleichgültig-verwunderten Blick zu, als wolle T sagen:Das versteht sich bei einem preußischen General / ach ganz von selbst."

Allf der Freitreppe der Präfektur erwartete die Generali- den unheilvollen Besuch. Sie stand so aufgestellt, daß die 'aziöse Armschwenkung beim Käpw ziehen bequem auSge- ihrt werden konnte. Fünf Schritte bur den andern der Micljftfomman Man setzte sich im

!'räfektursaal. Die Verhandlungen wurden beiderseits in verbindlichsten Formen geführt. Allen diesen bleichen Ge­sichtern sah man es an, daß sie in Scknwrz und Sorge die Nacht durchwacht hatten. Wenn einer der Sieger ein höf­liches Wort über den tapferen Widerstand der gefangenen Nrmee fallen ließ, dankte nur eine stumme ernste Verbeu- . mng. Nur einmal wurde die würdige Haltung des Ganzen gestört, als mehrere Offiziere in den Saal kürzten und mit heftigem Bitten und Drängen dem preußischen General aller­lei auf die Kapitulation bezügliche persönliche Wünsche vor- ;itragen suchten. Dieser wies jedoch die Herren mit dem lrqckenen Hinweis ab:Schriftlich einreichen!" Da wandte - sich Wünpffen zu ihm mit einem bitteren Lächeln:Sie scheinen ihre Leute zu kennen, Herr Kamerad!" Aussetzung ^>on Schriftstücken in anständigem Stil war nicht von napo- I konischen Landsknechten zu verlangen.

' Ehrwürdige fddzäcben.

r . Unter großen Feierlichkeiten haben im.^chthos des Ber- I liner Zeughauses 44 Feldzeichen des vreußrscken Heeres neue

Öerr von Mitte.

+ Petersburg, 30. August»

Finanzminister Witte ist zum Ministerpräsidenten er­nannt. Diese Kunde an sich würde die politische Welt kaum interessiert haben, denn Rußland ist die einzige Großmacht, in deren politischem Bereiche der Ministerpräsident nur eine dekorative Bedeutung hat; man kennt kaum seinen Namen. Die einzigen Minister, die man hierzulande kennt und nennt, sind die Inhaber des inneren und des Finanz- Ressorts. Besonders die letzteren, besonders sein gegen­wärtiger Inhaber: Herr v. Witte! Denn es ist in ein­geweihten Kreisen längst bekannt, daß die ganze Finanz­wirtschaft Rußlands auf Herrn v. Witte zugeschnitten ist. Er kennt nicht nur die Mittel, wie man kommende Anleihen im Auslande populär macht und placiert, die ganze Aus­landspolitik, die Sauten in Ostasien und die Industriali­sierung und der Verkehrsbau in Persien, die im Interesse Rußlands vorgenommen werden, kann durch Herrn V. Witte ins stocken kommen. In Witte ist ein Staatsmann von weitem Blick und rastloser Energie an die Spitze der Staats- geschäfte getreten, ein Vollblutdeutscher dem Namen und der Herkunft nach, aber ein Feind der Deutschen. Solche Renegaten sind in der Regel herrischer als der Zar selber.

Immerhin aber ist einstweilen für Westeuropa keine politische Gefahr vorhanden, außer auf wirtschaftlichem Ge­biet. In politischer Hinsicht sind die Verhältnisse in Oft ifien zu mächtig; aber wirtschaftlich wird Witte seinen Ein­fluß in einer systematischen Heranbildung der russischen Industrie, in einem scharfen Protektionismus und in Sperr­zöllen geltend machen. Es ist nicht unmöglich, daß seine Regierungszeit eine Epoche des inneren Aufschwunges be- )eutet.

Wie verlautet, soll der Zar gesonnen sein, dem neuer Kabinettschef möglichst freie Hand zu lassen, nicht bloß, um fick in der Verantwortlichkeit zu entlasten, sondern, um die russische Politik in jene Zukunftsbahnen gleiten zu lassen, die Witte ihm in Aussicht stellte. Die neuen Taten des neuen Mannes werden darum auch von Westeuropa beob­achtet und kontrolliert werden müssen. . . .

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In deutschen politischen Kreisen faßt man die Be- deutung der Ernennung Wittes zumPräsidenten des Ministerkomitees" - nicht zum Ministerpräsidenten im west­europäischen Sinne ganz anders auf, zumal seitdem be­kannt geworden ist, daß gleichzeitig mit dieser Ernennung der Rücktritt des Herrn v. Witte vom Finanz- m i n i st e r p o ft e n erfolgt ist. Unser Berliner ^.-Mit­arbeiter gibt in nachstehender Darlegung die Auffassung wieder, die ein der Reichsregierung nicht fernstehender uni namhafter deutscher Politiker ihm gegenüber kundgab:

Der Rücktritt des Herrn V. Witte von der Leitung des russischen Finanzwesens ist das Wesentliche an dem Vor­kommnis. Herrn v. Wittes Stellung, die er fast auf der Tag genau 11 Jahre bekleidete, galt schon seit Monaten als erschüttert. Fast alle seine Ministerkollegen waren Gegner seiner Finanzpolitik, teils weil sie sie für verfehlt und dem Staatsbankcrott entgegenführend hielten, teils weil Witte fast alles, was er der Bevölkerung durch Steuern und bem Auslande durch Anleihen an Geldmitteln abzunehmen wußte, für Zwecke der auswärtigen Politik verwandte. Wai er doch sozusagen der alleinige Regent des Russenreiches, neben dem die anderen Minister säum mehr als ein Schatten dasein führten. Insbesondere hatte der Minister des Innern, Herr V. Plehwe, schwer unter Wittes Finanzwirt, schaft zu leiden: Die unaufhörlichen Bauernrevolten in Ruß land waren für V. Plehwe eine Quelle steter Sorge unt Beunruhigung, und er grollte Witte, weil dieser die Revolten durch unerhörten Steuerdruck hervorrief und dabei dock das dem Lande abgepreßte Geld nicht zum Besten der Be- oölkerung, sondern im Interesse derKolonien", vornehm­lich der Mandschurei, verwandte. So benutzte Herr V. Plehwc denn die ostasiatische Reise Wittes im vorigen Herbst, um dem Zaren eine Denkschrift vorzulegen, die Wittes Finanz- Politik in den düstersten Farben schilderte und den Staats- bankerott und die Revolution voraussagte, falls mit diesem System nicht schleunigst gebrochen würde. Schon damals wäre Witte beinahe gestürzt worden. Eilends kehrte er aus Ostasien zurück, und da sich zu jener Zeit in China neue konflikte erhoben, die die Beschaffung neuer Geldmittel for­derten, gelang es ihm, den Zaren zu besänftigen. Jetzt hat nun die Konfliktsphase in Ostasien einer Vereinbarung zwischen Rußland und Japan Platz gemacht, die die Ent- stehung neuer Konflikte so gut wie ausgeschlossen erscheinen läßt. Wittes Gegner Kuropatkin, der Kriegsminister, war es, der dieses Abkommen zwischen den beiden Mächten an­bahnte und herbeiführte. Jetzt beriefen sich Wittes übrige Widersacher, allen voran Herr V. Plehwe, dem Zaren gegen­über darauf, daß man der für die innere Polittk Rußlands verderblichen Finanzpolitik Wittes nicht mehr um der aus­wärtigen Politik willen bedürfe, und Witte sah sich, als feine Kollegen mit diesen Vorstellungen beim Zaren ein geneigtes Ohr fanden, genötigt, seinen Abschied zu nehmen.

In Ungnade qt Witte nicht gefallen; es gibt sogar Urteils- fähige Kenner Rußlands, die ihm noch eine höhere Staats, stellung, nämlich die seit Gortschakoffs Tode unbesetzte Kanzlerschaft, in Aussicht stellen. Einstweilen sieht er sich jedoch abgesehen davon, daß ihm der Abschluß der deutsch­russischen HandÄsvertragsverhandlungen übertragen ist zur Untätigkeit verurteilt.

Die Politik.

Nur ein Teil der Nationalsozialen hat sich auf dem am Sonntag in Göttingen abgehaltenen letzten Parteitag dieser politischen Gruppe für den Anschluß an die Freisinnige Vcr- ktnignng erklärt: Von 160 Delegierten stimmten 111 für die Angliederung an die Freisinnigen. Die nicht Ueber- getretenen beabsichtigen größtenteils, sich enger aneinander anzuschließen und als eigene Partei sich weiter zu betätigen; einige wenige erklärten, sie gingen zur Sozialdemokratie über, ohne daß sie dabei ihren Patriotismus verleugnen lviirden. Führer dieser letzteren Gruppe ist der bisherige Parteisekretär Dr. Maurenbrecher. Schon diese Grundver- fchiedenheit in den Entschlüssen der führenden Geister des Nationalsozialismus zeigt, daß diese Bewegung als selbst­ständige politische Partei keine Zukunft hatte.

t Ein Erlaß des preußischen Kultusministers verbietet sämtlichen Universitätskuratorien, künftig Zahntechniker, denen die höhere Schulbildung fehle, auch nur als Hospi- lanten zu immatrikulieren, weildie Gefahr mißbräuchlicher Ausnutzung einer auf der Universität erworbenen lücken­haften Ausbildung zur Kurpfuscherei nicht abzuweisen sei" und weilgerade bezüglich des zahnärztlichen Berufes zur Zeit Erwägungen schweben, welche die Verschärfung der Anforderungen an die schulwissenschaftliche Vorbildung be­treffen". In einem anderen an sämtliche Kreisärzte Preußens gerichteten Erlasse weist er diese an, gleich den all­gemeinen medizinischen Kurpfuschern auch die Zahntechniker (Zahnkünsiler, Dentisten), die ohne Studium, ohne Examen und Heilkunde ihren Beruf treiben, in die sogenannte schwarze L i st e" der K u r pf u s ch e r, welche die Kreisärzte seit einiger Zeit zu führen haben, einzutragen. Zugleich erklärt der Minister, daß unter die neuen Polizei- erlasse, betr. das Verbot über Vorbildung oder Befähigung täuschender Reklame, auch die Zahntechniker, weil nicht appro­biert, fallen.