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bestehen sie aus verabschiedeten Soldaten, krle Wassen unv Munition haben mitgehen heißen. Aber auch sonst man­gelt es an Mordwerkzeugen nicht. Der Waffenhandel blüht, trotz des strengen Verbots, üppiger denn je.

Die europäischen Mächte haben daher angesichts die­ser drohenden Lage auch alle Vorkehrungen getroffen, daß im Falle des Ausbruchs von Unruhen ihre diplomatischen Vertreter nicht so leicht der Wut oes Pöbels zum Lpfer allen können. Das Schauspiel, das heute das Gesandt- chaftsviertel in Peking bietet, steht in der Geschichte einzig >a. Die Gesandtschaftsgebäude bilden gegenüber dem „Hei- igen", den Europäern verschlossenen Stadtteil eine zweite jeilige Stadt, beten Betreten den Chinesen verboten ist. Das ganze, südlich an den Kaiserpalast anschließend bis zur Tatarenstadt hin, ist mit einer mächtigen Festungs­mauer umgeben, die mit Kanonen modernsten Stils nur so gespickt ist. Im Falle einer neuen Belagerung würde der Kaiserpalast in wenigen Stunden von den Granaten in eine Trümmerstätte verwandelt werden. Die Tore dieser eigenartigen Festung sind von europäischen und japanischen Truppen bewacht. Man lebt dort in der verkehrten Welt. Die Gesandtschaften, die ein sichtbares Pfand des Frie­dens und der Freundschaft bilden sollten, sind statt dessen eine bis ins Herz der chinesischen Hauptstadt vorgeschobene starke feindliche Festung mit vorzüglichen Verbindungen nach der Küste hin.

Doch eins fehlt dieser Festung leider gänzlich, es ist der Na^richtendienst im Bereich des Feindes. Die Resi­denzen der europäischen Gesandten stoßen unmittelbar an die Gärten des Kaiserpalastes, aber nur wenig weiß man dort über das, was sich unter jenen weitschimmernden Dächern von gelber Majolika ausspinnt und viltzieht. Die heilige Stadt, in der während zweier Jahre der takt- mäßige Schritt europäischer Soldaten wioerhallte, ist wi- der in Wahrheit heilig und unverletzlich geworden. In den Gesandtschaften sind häufig so unklare Gerüchte über die Vorgänge im Palast verbreitet, daß man nicht glauben sollte, sie stammten aus Peking selbst. Man ist dahiir gekommen, daß man selbst den schlauen Fuchs Li-Hung- Tschang, bei dessen Tode mancher europäische Diplomat er­leichtert ausatmete, schmerzlich vermißt. Er war doch we­nigstens ein Bindeglied zwischen jener alten, absterbenden Kultur und dem modernen Europa. Auch wenn seine Nach­richten sich als lügenhaft erwiesen, war es immer noch besser, als dieses tiefe, geheiinnisvolle Dunkel, in das sich jetzt die chinesischen Machthaber hüllen. Denn wer den Grund $u erraten wußte, weshalb er log, konnte sich die Wahrheit schließlich konstruieren, aber so?

Kürz und gut, die Mächte gehen in China schweren Tagen entgegen. Die einzigen, die die Entwickelung der Dinge, wie sie auch kommen mögen, mit Ruhe abwarlen können, sind die Japaner. Mögen die Russen auch die Mandschurei strategisch in Händen haben, mögen sie noch [o starke Truppen an der Grenze sammeln, sie werden die Japaner hindernd a^f ihrem Wege finden. An Waffen­gewalt sind sie den Russen dort mindestens ebenbürtig, weit überlegen aber sind sie ihnen dadurch, daß sie den Chinesen stammverwandt sind. Es ist eine förmliche Flut von japanischer: Kaufleuten, Handwerkern und Ingenieu­ren, die das Land überschwemmt. Und zwischen den Söh­nen des Himmels und denen der aufgebenden Sonne entspinnt sich eine Freundschaft, die für die Interessen der Europäer äußerst gefahrvoll werden kann. Schon jetzt sind die europäischen Instrukteure aus dem chinesischen Heere entfernt und Japaner an ihre Stelle getreten. Wenn es diesem intelligenten, fleißigen und tapferen Volke ge­lingen sollte, die ungeheure Volkskraft Chinas seinen Zwecken ^dienstbar zu machen — und bei der zähen Aus­dauer der Japaner ist kaum daran zu zweifeln — so wächst daS 'Gespenst der gelben Gefahr ins Riesengroße und die Rolle der weißen Race in China ist für immer aus­gespielt.

preussischer Landtag, baue der Abgeordneten.

54 Sitzung. Eigener Bericht

—. Im Sturmschritt. —

Um 2 Uhr war die Sitzung bereits zu Ende. Auch un­sere Landtagsboten wollen in die Ferien gehen und bewältigen in kürzester Zeit eine Arbeitsfülle, die sonst mehrere Tage in Anspruch genommen hätte. Das Ge­heimnis liegt in der Debatte, die entweder überhaupt nicht stattfindet oder sich aus kurze Bemerkungen be­schränkt. Ohne Debatte wird in zweiter Lesung genes)» migt der Gesetzentwurf betr. Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt sind, und von gering besoldeten Staatsbeamten. Nach kurzem Zwiegespräch angenommen wird der Gesetzentwurf betr. die Bildung eines Eisenbahn-Ansgleichsfonds. Eine Anzahl von Petitionen persönlicher oder lokaler Natur wird im Ramsch abgetan. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Morgen kommt ein Antrag Langerhans betr. Feuerbestattung zur Beratung. Nachdem dieser Antrag „begraben" sein wird, foft das Haus bis nach Ostern geschlossen werden.

Das Herrenhaus genehmigte in seiner 3. Sitzung den Bericht der Staatsschuldenkommission über die Staats- sch,ildenVerwaltung für 1901, eine Reihe anderer Rech­nungssachen und die Vorlage über die Aenderung von Amtsgerichtsbezirken. Am Dienstag soll die Vertagung stattfirrdeu.

5 5. Sitzung. Eigener Bericht.

— Feuerbestattung. —

Für und wider die Feuerbestattung, das wäret die Parolen, unter denen die Redeschlacht in der gestrigen Sitzung der preußischen Volksvertretung sich vollzog Ohne erhebliche Debatte war das Gesetz über die Ver« besserung der Wohnungen für Arbeiter und Beamte bei staatlichen Betriebe und das Gesetz über den Ausgleichs- fonds der Eisenbahnen genehmigt worden. Dann aber begann der Tanz. Auf der Tagesordnung stand noch der Antrag Langerhans-Barth betr. Einführung der fa­kultativen Feuerbestattung in Preußen. Abg. Langer­hans (frs. BkSp.) begründete den Antrag; die kirchlichen Gründe, die gegen den Antrag angeführt werden, er­klärte er für nicht stichhaltig, und hygienische Gründe sprechen dafür. Ganz entgegengesetzter Meinung war der konservative Abg. Schall, seines Zeichens ein Geist­licher. Namens der Nationalliberalen sprach Aba. Mar­

cens sur die Feuerbestattung, ebenso der Kveit^ Antrag­steller Dr. Barths frs. Vp.), der das Hauptgewicht auf die hygienische Seite der Sache legte. Seitens der Regierung wurde durch den Geheimrat Schuster er­klärt, daß vor allem juristische Bedenken gegen die Feuer­bestattung sprächen; auch die obligatorische Leichenschau biete keine Gewähr dafür, daß durch die Verbrennung nicht Verbrechen vertuscht werden könnten. Abg. Eh­lers (frs. Vg.), der neue Danziger Erste Bürgermeister, trat dem entgegen und betonte besonders, das christlich« Gefühl werde durch die Leichenverbrennung nicht verletzt. Abg. Langerhans hob gegenüber dem Abg. Schall noch hervor, daß auch gläubige Geistliche sich hätten ver­brennen lassen. Schließlich wurde der Antrâg a b ge­lehnt. Eine Reihe Petitionen wurden dann ledrgt und schließlich vertagte sich das Haus 21. April.

noch er- auf den

stab und fern.

£ Luise, Königliche Hoheit von Toskana ist

der neue

Titel, den die frühere Kronprinzessin von Snchsen Don nun an führen wird. Die Prinzessin soll als verwitwete Erzherzogin angesehen werden und wird auf einem, dem Großherzog von ToStana gehörigen, in Oesterreich ge­legenen Schloß Wohnung nehmen. Ihr Vater, der Gr)ß- Herzog von Toskana, hat ihn ihr verliehen und Kaiser Franz Josef wird ihn anerkennen. So berichtet die Chem- lntzer Allg. Zeitung aus Wien. Das Blatt bestätigt die Gerüchte von einem beabsichtigten verzweifelten Schritt bei Prinzessin, als sie von dem Manifest des König- Georg von Sachsen erfuhr. Auch habe sie anfangs eine Gegenerklärung veröffentlichen wollen. Ties werde aber jetzt der Großherzog von Toskana tun nach stattgefunde­ner Genehmigung durch Kaiser Franz Josef.

: Die Düsseldorfer Ehebruchsaffaire, wegen bereu sich schon die Ehefrau des Ingenieurs Eck vergiftet hat, yat ihre völlige Bestätigung durch das Geständnis beé verhafteten Leutnants a. D. v. Loew erhalten, v. Loen hat zugegeben, daß er vor den: Schöffengericht einen Mein­eid geleistet habe. Es sei richtig, daß er mit Frau Eck län­gere Zeit ein Verhältnis unterhalten und seine Geliebt: zu verschiedenenmalen in einer von ihm unter dem Na men eines Herrn v. Loeb gemieteten Wohnung der Char- (ottenstrahe empfangen habe.

= Ein Defraudant aus Rache ist der dieser Tag, verhaftete Kassierer Hermann der Mainzer Volksbank. Hermann hatte ein Manko von 270 000 Mark in seinei Kasse und gab on, er habe sie aus Rache für erlitten: Zurücksetzungen unterschlagen. Er gab sie dann auf di« usicherung, daß ihm Genugtuung werden würde, bis au 25 000 Mark zurück. Er behauptet, er habe niemand aud nurtum irgend einen Pfennig schädigen wollen.

* 2?ie Kaiserin im Ebc swalder Auguste Viktoria Heim. Zu der Einweih'ungsf ierlichr'ei eines Neubaues im Auguste Viktoria Heim für weibliche Kranke traf die Kaiserin, unter de-eu Pro!ettoraLe die Anstalt steht, gestern Vormittag in Eberswalde ein. Begrüßt wurde sie vom Vorstande des Provinzialverbandes ber Frauenvereine und nach einer kurzen, erhebenden, kirchlichen Feier wurde ein Rundgang burch die Kranlensäle an etreten. Dabei spielte sich eine hübsche Episode ab. Ein fünfjähriges kleines Mädck)en überreichte, in ihrem Bette sitzend, der Kaiserin, strahlend vor Glück, eine schöne Rose und stammelte dabei ihren Glückwunsch. Nachdem die Kaiserin ihrer Befriedi­gung über das Gesehene Ausdruck gegeben, wurde ein Frühstück serviert.

)—( Die Bluttat einer Wahnfiuuigen bildet in Königs, berg i. Pr. das Tagesgespräch. Die verwitwete Frau Oberstleutnant Lina Grapow, geb. Gautschi, hat in einem Anfall geistiger Störung ihrem zehn Jahre alten Sohm ihrem vier Jahre alten Töchterchen und schließlich sich selbst mit einem Rasiermesser den Hals abgeschnitten. Nachdem die Mutter ihre Änder durch Durchschneiden des Halses getötet hatte, trug sie beide in ein Bett, bedeckte die Leichen und setzte sich dann völlig anae- kleidet zu Füßen des Bettes auf einen Stuhl. In dieser Stellung hat die Unglückliche sich in gleicher Weise wie die Kinder getötet. Man fand sie hintenüber über das Bett gesunken. Der tötliche Schnitt war mit solcher Ge­walt geführt, daß die Klinge des Messers verbogen und von dem Heft ein Teil der Schale adgesprungen war.

= Der treulose Dichter. In Paris macht ein Revolver- ittentat auf den bekannten Romanschriftsteller Marcel Prevost viel von sich reden. Eine junge Dame, namens Lmma Fouret, gab Vfiif Prevost auf der Straße zwei Schüsse ab, die aber beide fehlgingen. Als Grund gab ie an, von dem Dichter, der mit ihr acht Jahre ein öiebesverl)ältnis gehabt habe, treulos verlassen zu serm Zwischen dem Bruder der Verratenen und Prâvost wird nn Duell stattfinden.

Bunte Ehronik. Der Kaiser soll die Absicht geäußert )aben, die ihm von der Baronin Cohn-Oppenheim hin- ässeneen zwei Millionen zur Dotationen für Hilfskassen lerschiedener Offizierkorps zu verwenden.

— Der Staatsanwalt erhob gegen den Rechtsanwalt Wulff-Berlin Anklage wegen versuchter Bestechung eines Beamten im Gefängnis zu Dortmund. Er bot ihm 500 Rark, wenn er ihni gestatte, mit seinem Bruder, dem .n Untersuchungshaft befindlicheii Bankier Hermann Wulff, unter vier Augen zu verhandeln. Wulff ist Mit- Verteidiger im Prozeß seines Bruders.

— Der Geestemünder Heringsdampfer „Geora Adolft' ist von seiner Fangreise nach Island bis jetzt, nach Ablauf von 4 Wochen, nicht zurückoekehrt. Wahrscheinlich ist ei mit der 12 Mann starken Besatzung untergegangen. Es ist das der siebente Fischdampfer, der in diesem Winter verloren gegangen ist.

— In Neuilly bei Paris wurde eine reiche, alleiv wohnende alte Dame namens Lagè^e von einem unbe­kannten Manne ermordet. Der Mörder, der mit den LebenSaewohnheiten der alten Frau sehr vertraut ge- wesen sein muß, erbeutete sehr wenig, da er den Geld­schrank rncht aufzubrechen vermochte.

— Eine DereiniMtNg fett langer Zeit in Amerika an­sässiger angesehener Finländer hat im Staate Dtichr- gan 300 000 Äcker Land angekauft, um darauf fttnschl Einwohner anzusiedeln, die ihre Heiinat verlassen wol- len, um der ruffischen Herrschaft zu entgehen.

* ** Der Großherzog ist am Montag wohlbehalten in Genua eingetroffen, seine Rückkehr nach Darmstadt erfolgt am kommenden Freitag, den 3. April.

* * Das Gro ß H. Regierungsblatt Nr. 20, auSgegeben am 30. März, enthält: Bekanntmachung, betreffend die Ausführung des Reichsgesetzes, die Schlachtvieh- und Fleichbeschau betreffend.

* * [Erretten . Nachsaison im Stahttheatcr." Das Operetten- Ensemble des Elbinger Stadt­theaters unter Direktion des Herrn Walter Steinert ist von Herrn Direktor Kruse zu einem mehrwöchentlichen Gastspiel gewonnen worden und wird die Operettensaison am Ostermontag, den 13. April mit der entzücken en Ope­rette „Boccacio" von Suppe ihren Anfang nehm n. Als zweite Vorstellung gelangt Dienstag, den 14. April die No­vität „Wiener Blut" von Johann Strauß zur Aufführuug. Von Novitäten find „Landstreicher", ^Waldmeister", „Puppen- fee", ec. von älteren Werken „Zigeunerbaron," „Vogel- Händler-, „Fledermaus", „Bettelstudent", „Orpheus in der Unterwelt" rc. rc. in Aussicht genommen. — DutzendbilletS sind von heute ab bei Herrn C h a l l i e r zu haben.

" Am Ostermontag werden im Theatersaal Elbing" Künstler einziehen und uns auf 14 Tage mit interessante" und neuen Operetten beehren. Die 14 Tage Pause aber, welche seit gestern — dem Schluß der diesjährigen Theater­saison — dazwischen liegt, läßt dem Freunde und Liebhaber eines freien Stückes Gelegenheit geben, den Musentempel ebenfalls auszusuchen. Unter der Leitung des Herrn Ram­sey e r, unseres bekannten Humoristen, hat sich für diese Zeit ein „Bunter Theater" konstituirt, das den Be­suchern heitere Stunden bereiten wird. Aus dem Repertoir des ersten Abends steht u. A.: 1. „Der Giftmischer" von Elz, 2. Jochen Päsel wa S bist Dufür'n Esel" von Fritz Reuter und 3. „Der Nachbar", Tra­gikomödie. Außerdem noch GesangSvorträge und Recitationen in bunter Abwechslung; Piecen in der höheren Solomagie 2C. Wir wünschen unseren Künstlern ein volles HauS.

V Unsere 80 jährige Gießener VolkSdichterin, I o - hannette Lein ist am Sonntag sanft entschlafen. Das Gedächtnis der viel verehrten und geschätzten Bürgerin wird ein dauernder bleiben; ihre Gedichte reden ihre eigene Sprache. DaS Gefühl für den Rhythmus, der ihnen innewohnt, die Fülle von Gedanken, die sie offenbaren, predigen die alte Wahrheit, daß nicht erworbene Kenntniffe, sondern natürliche Anlagen den Dichter machen. ES muß den Leser mit Be- wunderung erfüllen, daß eine Frau auS dem Volke, die einer besseren Vorbildung und jeder Anleitung entbehrte, so tief empfundene und schöne Gedanken in so formvollendeter und inniger Weise zum Ausdruck bringen konnte. Die ganzen Gedichte sind im Verlag der Ricker'schen Buchhandlung er­schienen und daS dem Büchlein beigegebene Geleitwort gibt, wenn auch nur in kurzen Zügen, ein dem Leser gewiß will­kommenes, wahrheitsgetreuer Lebensbild der hochbetagten Dichterin auS dem Volke.

* * Turnerisches In Ergänzung unseres am Montag gebrachten Berichtes über den KreiSturntag fügen wir heute an, daß bei der Wahl der 14 Kampfrichter auf dem deutschen Turnfest in Nürnberg der Gauturnwart Will- Wetzlar, für den Gau Hessen, als dessen Stellvertreter Franz W i g a n d t - Gießen gewählt wurden. Der Antrag deS Geschäftsführenden Ausschußes, die Hälfte deS jährlichen Ueberschuffes der KreiSkasse wolle zur Gründung einer Unter­stützungskasse zur Ausbildung der Turnwarte und Vorturner in besonderen Lehrgängen verwendet werden, wurde ein­stimmig genehmigt. Der bisherige KreiSturnwart Heydecker- WieSbaden wurde infolge seines Rücktrittes und in Anbe- tracht, daß er daS Amt lange und verdienstvoll bekleidete, zum Ehren-KreiSturnwart ernannt.

V „WohlthätigkeitSschwiudel". Anläßlich deS Narben- kötterprozeffes mag eS gut fein, hier einmal auf einen anderen BetrugSzweig hinzuweisen, der am besten mit dem Worte „Wohlthätigkeitsschwindel" bezeichnet wird und gerade in diesen Monaten besonders auf dem Lande zu einer Land- plage geworden ist. Er besteht darin, daß irgend eine Firma, welche sich stolz „Kunsthandlung" nennt, massenweise Agenten aus'S Land schickt und durch diese allerlei Bilder, Wand­sprüche 2c. anpreist, auf welche 1,50 Mk. anzuzahten sind, worauf dann der betr. Spruch von dem Geschäfte unter Postnachnahme versandt wird. Diese Firmen verquicken in sehr schlauer Weise ihren Handel mit irgend einer wohl­thätigen Sache, z. B. mit der Krüppelfürsorge. Der Agent läßt zuvor in die Häuser einen Zettel tragen, auf welchen Bilder von armen Krüppeln in rührenden Stellungen zu sehen sind nebst schönen Versen, welche daS Mitleid er­regen sollen. Auf den Zetteln steht, daß die Firma so und so viel tausend Mark für arme Krüppel von ihrem Verdienst abgebe. Diese Spekulation ist nur allzu oft von Erfolg, und die Geschäfte machen einen ungeheueren Profit. Diese Att schwindelhaften Handeln-, bei dem die Wohlthätigkeit auf daS abscheulichste mißbraucht wird, ist zur Landplage ge­worden. Zwar haben bereit- viele Geistliche ihre Gemeinden dringend davor gewarnt, aber es ist immer noch nicht ge­nug Aufklärung in daS Publikum gedrungen. Hoffentlich dienen diese Zeilen dazu, die Einwohner unseres Kreises vor Schaden zu bewahren.

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Aus Retten und naebbargebieten.

%* Schotten, 26. März. Ein seltenes Fest wurde heute im engsten Familienkreise zu Ehren des Herrn L. Arnold dahier gefeiert. ES waren an diesem Tage 25 Jahre ver­flossen, seitdem der Genannte als Gehilfe des Färbereibesitzeri und Kaufmann-, Herrn Wilh. Hagemann, ununterbrochen tätig ist. Glückwünsche erhielt der Jubilar von nah und fern, und außerdem wurde derselbe dadurch geehrt, daß ihm im Hause seines Herrn Prinzipals ein Bouquet überreicht und ein Sessel als Geschenk der Familie Hagemann mit einer der Bedeutung des TageS entsprechenden Ansprache seitens des Herrn Pfarrers Muhl von Bobenhausen n, eines Schwagers der Herrn Hagemann, übergeben wurde, wo«

Bei den slten Kast, Krühj« fabelt aus bi am Eckre, Sa Landwehr 1 delche in bei am 4 Reservisten 1397 und 1 am Atservifttn I 1900 1901 Disposition Heue Man am 6 ^ehrleute Ähren 181 am ß Wehrteute Ähren 18 aut

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