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I

Nummer 301

Sonnabend, 31. Dezember 1921

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

ass

Ausdehnung des Streiks im Reiche

das

Dis DerdZnve.

GtreEtseigung in Beriink

Aus einer Htmdelstagung der niedcrrheinisch-

hmrdels- und Einzelhandelsverdände wurde ein-

-

mu« strengste Gleichmäßigkeit gegen alle Teile

Die LzftKbEs:§k-Krise.

Der Standpunkt Le« Regierrrng.

Li- Rafieter Neuej'.m Nachrichten erscheinen wächeolllch sechsmal und zwar abend«. Der «dannementSpreiS beträgt monatlich 10. Mark bei freter Zuliellun? tnS Haus. ®u6. wärt» durch die Poft bezogen 10 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden jederz-it von der SeschäflSstell« oder de« Boren emgegengonomraen. »ruderet, sleriag und Redaktion, Schlachthosstraße 28/30. Für unverlangt eingesandte Settrage kann die Redaktion -ine Beranrwortung oder Sevähr in keinem Falle Überneimen. Rückzahlung des BezugSgelder oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Steferung auSgekchlosten.

Königsberg i. Pr., 30. Dezember. (Pri- vattelegramm.) Hier hat eine Streikbewegung der Eisenbahner eingesetzt. In vier Versamm­lungen wurden gestern die vom RrichSkabinett abgelrhnten Forderungen aufrecht er­halten und weiterhin Beschlüffc für die Vor­nahme von Urabstimmungen gefaßt.

gerade der Handel nach den

..jpr die Hochnotleidenden und Notleidenden sind Der Handel mit DLne-

Dresden, 30. Dezember. (Privat-Tele- gramm.) Unter den sächsischen Eisenbah­nern herrscht vorläufig Ruhe. Die Dresdener EisenbahnwerWStLen-Arbeiter lehiiten den An­tritt in einen Ausstand ab.

stimmig eine EntMietzung angenommen, in der es heißt:Der Handel erblickt in dem Be-

Mit zunehmender Schnelligkeit entgegen. JVtf hoffe, daß mnt auch in den Kreisen der Konsu-

Elberfeld und Essen beordert, um für die Auf- rechterhaltung der Ordnung in der Beamtenschaft Sorge zu tragen und zu erklären, daß sich die Beamtenschaft auf keinen F a l l an der Teilaktion der westdeutschen Eisen­bahnarbeiter beteiligen wird. Man glaubt, daß cs zu einer Machtprobe zwischen Streikenden und Streikgegnern kommen wird. ES sind Vor­bereitungen im Gange, einen größeren Schutz- dirnst einzurichten, um die vom Streik bedrohten Bahnstrecken vor Sabotage zu schützen.

menten Verständnis gewinnen wird für Hilsswork der S<mbirirtik6tti: . 2tuf ter einen Seite bedeutet cs die' erhebliche Her-KtünköH ' rung der Abhängigkeit der Volkswirtschaft und unserer Staatsfinanzen vom Golddevisenmarkte zur Bestreitung der dringendsten Lsbensbedürj- nisse, auf der anderen Seite, und hierauf lege ich besonderes Gewicht, die Erleichterung der Le- benKhaltung unserer schwerarbcffenden Jndu- striebevölkerung und des notleidenden Mttel--

3m besetzten Gebiet.

Düsseldorf. 30. Dezember. (Privattele­gramm.) Für das neu besetzte Gebiet Düssel­dorf und D u i s b urg hat der französische Mi- litärbefehlShaber den Ausstand untersagt. Cs heißt, daß sich im Direktionsbezirk Elber­feld die Beamten dem Streik anschließen wer­den. Nach Mitteilungen der Eisenbahndirektion Elberfeld sollen bereits Sabotage-Akte vorgekom­men sein. Gestern früh hat ein Teilstreik der pfälzischen Eisenbahner begonnen. Der -Zug­verkehr ist durch passiven Widerstand gestört.'

SnterttonSaretfe: », ffitnjettniftfee aufträge: $te etnftatttge Snjetgensetle W. 2.. die etnfpalttge Stettamejette M. 6. b) SuSroä Tilge Aufträge: $te etnfratoge Hnjetgenjette M, 2 Me etnfealttge ReNawejette M. 4, alles etnfchlteßlich reuerungSzufchtag uns Anzetg-Nfteuer. Für Anjeigen mit delsndkTS schwierigem Sa» hundert Prozent Aufschlag. Für dte Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Airzetgeu, sowie für Aufnahme. Säten und Plätze kann eine S ernähr nicht übernommen werden. Trucker et: Schlacht­hofftrabe 58/30. «eschöftsftelle: Kölnische 6trabe », Telephon Nummer 951 und 953.

Berlin, 30. Dezember. (PrivattelHrsmm.) Die Berliner Bezirksleitung des Deutschen EiseubahnerverSandes tagte gestern mit den Funktionären. Dir Beratungen wurden streng vertraulich geführt. Der Vorstand der Reichsge- wcrkschast deutscher Eisenbahner hat beschlossen, seine letzten Entschlüsse solange zurück- z u stellen, bis über eine angestrebte Berstän- digung zwischen dem Deutschen Beamtenbnnd und dem Reichsfinanzministerium positive Er­gebnisse Vvrkiegrn. Gestern nachmittag hat der Berliner Borstrmd des Deutschen Eisenbahner- verbandeS die Borstände der übrigen Eisen­bahner - Organisationen eingeladen, an einer gemeinsamen Sitzung teilzunehmen. "

VwSest des HanSeLs.

StsuerrichoBebsrzugungderEeaoffeufchafLsn (Privot-Telegramm.)

Essen, 30. Dezember.

München, 30. Dezember. (Privattelegramm.) Eisenüahnerversammlungen in Nürnberg und Regensburg beschlossen gestern abend Sympathieerklärungen für die strei­kenden norddeutschen Eisenbahner. ES ge­langte eine Entschließung zur Annahme, die sich für eine Unterstützmtg des norddeutschen Eisea- bahnerstreiks durch die Eisenbahner des gan­zen Reiches aussprach.

Berlin, 30. Dezember (Privattelegramm.) Gestern abend tagte wieder eine Funktio- uärversammlung des Deutschen Eisen Sahncrverbondes für den Bezirk Groß-Berlin. Einhellig erklärte sich die Versammlung für den Streik, doch solle» die leitenden Körperschaften der Organisation noch über die Einzelheiten be­schließen. Bon den Rednern wurde heröorgcho- l-en, daß «ran siÄ mit de» im Rheinland und den - - - -----

angrenzende» Landesteilen streikenden Kamera- westfälischen Handelskammern und der Groß. d:n solidarisch erklären müsse. Gröner und Her- "----- --- -- ... mcs hätten den Ernst der Stunde wohl un­terschätzt. Der Streik dürste schon heute abend beim Schichtwechsel ei »treten.

Berlin, 30. Dezember. (Privat-Telegramm.)

Die Reick/sgewerkschast deutscher Eisenbahnarbei- -nun «rengue Gieichmätzigkeit gegen alle 2 ter hat Kommissare nach den Bezirken Köln und i des Wirtschaftslebens oberstes Gebot sein.«

schen Industrie, müssen als Stützpunkt erlangt werden.

Wenn auch die Verhältnisse noch ungünstig liegen, so steht heute schon fest, daß England jetzt bereits am astatischen Russlandgeschäft verdient, Turkestan mit BaumwollÄscklüssen hervortritt, amerikanisches Kapital für kaukasische Mangan­erze bereit steht. Es ist im Osten die größte Wachsamkeit geboten, denn die Machenschaften der Bildung einer poknisch-franzästsch-baltifchen Entente sind nichts als ein Äbrregeln des letzten Weges, ein politisches Antidumping. Ms Maß­nahmen de? Augenblicks käme die einheitliche AblehnungsibsweMNg gegen den Ankauf der ausländischen, zumal englischen Ware in Be- i«acht. Eine von der deutschen Bevölkerung herbei geführt» Ablehnung ausländischer Ware wüvde das Ausland zu Zugeständnissen zwingen

standes. Warum tritt die Landwirtschaft gerade in diesem Augenblick an die Oeffentlich- k e i t? Die außenpolitische Entwicklung und das Schwanken unserer Valuta hat uns einer völligen politischen und wirtschaftlichen Lssolle- rung nahegebracht, ohne daß die Oeffentlichkeit dies heute noch in vollem Umfange verstanden hat, und wie sie schlimmer die Krregsdlockade nicht mit sich bringen konnte. Das furchtbare Wort von demzwanzig Millionen Menschen zu viel im Herzen Europas" könnte entsetzliche Wirklichkeit werden. Mit letzter Kraft versuche« wir, die unmögliche» Revarationsforderungen zu erfüllen. Zur Abdeckung der Goldschu.i d wurden sogar die Lebensmittelkredite Hevangezogen. Mr die Whrer der deutschen Landwirtschaft war dies ein Sturmeszeichen. Seit diesen Tagen ist unabhängig von den in der Oeffentlichkeit herumschwirrenden Gerüchten von Anleiheplänen und -aktione« von uns tze- arbeitet worden, und als es sich zeigte, daß uns das Wasser an der Kehle stand, und uns nur noch die Hoffnung auf unsere eigene Leistung blieb, waren mir mit unseren Vorbereitungen fertig. Was bedeutet

die Produktionssteigerung

für die Landwirtschaft? In erster Lknle Han» delt es sich um die Beschaffung der gewaltigen Kredite , die wir zu diesem Werke benötigen; wir nehmen ferner das große Risiko auf un3, welches der Ungeklärtheit der wirtschaftlichen Verhältnisse und in der schwierigen innen, und außenpolitischen Gesamtlage liegt. Wir bedürfen dazu der weitestgehenden Unterstützung vonseiten der Reichsregienmg und der übrigen Berufsstände. Wir halten neue gesetzliche Grundlagen für di» Wirksamkeit unserer Selbst­verwaltung und für die Kreditbeschaffung für notwendig. Wir brauchen die weitestgehende Unterstützung der T .fftrie in bezug aus Ver­sorgung mit Düngemitteln. Bernrehrung und Verbesserung der Maschinenanwendung," Nutz­barmachung aller technischen Errungenschaften. Verhandlungen sind in dieser HinsiM schon im Gange. Welche sofort wirksame» Ein­zel maßnah men sind von der Landwirt­schaft ins Auge gefaßt? Die zunächst zu ergrei­fenden Maßnahmen liegen in der Richtung von Verhandlungen mit der Reichsregierung über die Ausdehnung der Selbstverwattungsbefug« nisse und die Bildung einer Kreditgemeinschaft. Die landwirtschaftlichen Selbftverwaltungskör- per Werden sodann für ihre Bezirke in möglichst Weitgehender Dezentralisation, wie er bereits in einzelnen Landesteilen in Angriff ge­nommen worden ist, die rationelle Düngerver­wertung. SaatguttmSwaSl. SMdlirigsbekärrn--' fung nnb eine Reihe weiterer technischer Maß­nahmen einwleiien haben. Im übrigen schwe­ben Verhandlungen über di» Verbilligung und Erleichterung der Rahrungsmittelversorgung^

mar? machte 1913 nur zwei Prozent cuS und 1920 schon sechs Prozent, jener mit Schweden stieg von zwei Prozent auf sieben Prozent, der Handel mit Norwegen steigerte sich von andert­halb auf drei Prozent, und der Umsatz nach den Niederlanden erweiterte sich von sieden Prozent auf einundzwanzig Prozent.

Somit sind Mittel und Wege zu finden, den deutschen Außenhandel auf eine andere Grund­lage zu bringen. Deutschland wird sich einen großen Dtartt zum festen Absatz suchen müssen. Auf Uebrrsee ist zunächst insoweit nicht zu rechnen, als von der Rückgewinnung des lieber- seomtirkt-s nur dann gesprochen werden kann, wen» der Mark durch eigene NieDeÄassunge.r. feiste Auslanssvertrstunaev gesichert ist. Hieran bindert die Valuta, der Friedensvorrrag und die NiederlassuuKs-Bestimmungen des Auslandes. Die Ausfuhr nach den Vereinigten Staa­ten gen.Mt nicht, denn die Formen, die eine mnerikanrfche Ausfuhr annehmen müßte, um die HandelMerhältnisse in Europa aufturvieqen, sind nicht in absehbarer Zeit zu ermöglichen. Dent .blatte bleibt nur die Anleümmg an den Ostmarkt, die netten Staaten bis zur Donau einbezogeu. Die händlerischen Beziebunoen narb Rui-Ünnd, einbegriffen die von Rußland jetzt «achgesuchren deutschen KapitaLen in der rnfst-

iPrivattelegrammi

Berlin, 30. Dezember.

Im Reichsverrehrsministerium baten gestern Vertreter der Cisenbahnbeamten um Auskunft, was die Regierung zu tun gedenke, um einer B e u n r u h i g u n g der bis jetzt dem Streik ab­lehnend gegenüberstehenden Eisenbahnbe. amten vorzubeugen. Der Vertreter des Ministeriums erklärte, daß alle Vorbereitungen zur Durchführung eines, wenn auch beschränkten, Personenverkehrs getroffen seien. Mit Set» ächtet« des Tatifgedankens könne nickt verhandelt werden. Tie Pb jdentcn, der bestreiktest Direktionsbezirke werdet, die Streikerkde« zur sofortigen Wiederaufnahme der Arbeit auffordern, widrigenfalls ftistlose Ent­lassung erfolgt. In den Kreisen der Berliner Eisenbahn-Organisationen dürste es bereits heute zu einer klaren Stellunguahtne der Ein­zelverbände der Eisenbahner kommen.

GrmkMsdehMKg ZmMWk

Keine einheitliche Haltung.

(Prrvat-Telearamm.l

Hamburg, 30. Dezember.

Der Eisenbahnerstrei? hat sich aus den Dirck- tionsbezitk Alton« ausgedehnt. Im Bezirk Altona verkehrten gestern noch die fahrplanmäßi­gen Züge. Es ist jedoch für heute mit einer ilftreiks zu rechnen und Ovar auf Gründ -»on Beschlüssen, die gestern nachuüttag von der Eisenbahnern in Altona, Kiel und Neumünster gefaßt worden stnde

schtutz des Mnsatzsteuerausschuffes des Reichs­tages, die Genossenschaften von der Umsatzsteuer zu befreien, eine ungeheuerliche, durch nichts be­gründete Bevorzugung der Genossen­schaften. Der Beschluß stellt eine Verletzung des Artikels 104 der Reichsverfaffung bar, der als Richtlinie für Gesetzgebung und Verwaltung bestimmt, daß der selbständige Mittelstand in Landwirtsl^rst. Gewerbe und Handel gegen Ueberlastrrng zu schützen sei. Den Genoffenschas- tet: wird durch die Befreiung von der Umfatz- steucr ein Geschenk von sechs bis acht MMar- den Mark auf Kosten der Allgemeinheit gemacht. Groß- und Einzelhandel beantragen keine Son­dervorteile für sich und verlangen einmütig, daß die Frage der größeren Leistttngsfähigkeit, ob Genossenschaft oder Handel, lediglich vom wirt­schaftlichen Gesichtspunkte aus behandelt und im Wege der freien Kcnfttrrenz ausgettazen wird. Bei den schweren Lasten, die dem Wirtschafts­leben durch die Umsatzsteuer auferlegt werdet?.

Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Die Lage im Westen.

Betriebsräte unfc Dertrnrrossrnännev.

(Privat-Telegrammff

Frankfurt a. M., 30. Dezember.

Im Gegensatz zu de« Direkt ionsbezirkeu E l- Serseld, Köln und Essen, wo di- Eiseu- öahnetschast vor einem Streik steht, falls ihr bis heute nicht die gewünschten Forderungen bewil­ligt werden, ist es im Bereich des Direktions. bezirls Frankfurt a. M. bisher vollständig ruhig. Die im deutschen Eisenbahnerverband organisierte Mehrheit bet Eisenbahner hat für heute eine Vollversammlung sämtlicher Betriebs­räte und Vertrauensmänner einberufrn. Hier bärste wahrscheinlich Stellung zu den schweben­den Fragen, vor allem aber zu bet Bewegung in Rheitkland und Westsalen genommen werden.

Für oder gegen den Streik.

Deutscher Handel.

Die Weg« unserer Ausfuhr..

Von G. Buch«

Die Stockung in dem deutschen Wirtschafts­leben beruht neben der Senkerug der Kaufkraft des Julandsmarftes auf dem Rückgänge der Ausfuhr. Der Ausfuhr-Rückgang wird auf die Zollgesetzgebung der einzelnen Staaten, auf die zeitweise eingetretene leise Hebung der Mark und auf die allgemeine Weltkrisenstimmung zu- rückgeftihrt. Zweifellos zu recht, dennoch wird ein Hauptfattor der rückläufigen Bewegung ver- aeffen, nämlich die Neuregelung der deutschen Absatzgebiete. Europa war vor dem Kriege der Hauptmarkt Deutschlands, und hier haben sich die Absatzmärkte zu unseren Ungunsten verscho­ben. Zu ungunsten des deutschen Wirtschafts­lebens insoweit, als die kleinen Staaten heute unsere Abnehmer smv, währen» in der Vorkriegszeit die europäischen Großmächte die Dräger des deutschen europäischen Absatzes wa­ren. Großbritannien, Frankreich, Rußland, Oesterreich-Ungarn nahmen insgesamt zweiund- vierzig Prozent der deutschen Ausfuhr nach Europa auf. Heute ist dieser Anteil weitaus gssunken, er belief sich- nach den Angaben von «Wirtschaft und Statistik" für das abgelaufene Fahr auf zwanzig Prozent. Erfcchru-ngsmätzig unterliegen die kleinen WirtschaftZgebiete weit schneller und nachhaltiger wirtschaftlich uirgün- stigen Einwirkungen, und ihre Wieoerbclebung erfolgt bei weitem langsamer, als dies im Wirt­schaftsleben eines Gro-ßstaates der Fall ist. Die L-Uvendub^ dieser wirtschaftlichen Wahrheit ha- ben wir Leute MMwtrachen. ,

D-e^euroväische Krise traf mit bedauerltehcr Starke die Kleinstaaten und machte ihren Markt unaurnahmeMig. Obgleich auf dem gesamten Weltmärkte ein Abflauen der Wirt­schaftskrise einsetzt, ist bei den Klein­staaten noch ein Zunehmen der Krise zu erwarten. Roch mehr, es muß damit gerechnet wenden, daß die Neubelebung nicht nur zeitlich auf sich warten lassen wird, sondern daß sie teil­weise, leider in großem Maßstabe, Überhaupt nickt m»br eintreten wird. -Do muß sich heute schon damit abgefttnden werden, daß Dänemark auf feinen Man, einen Industriestaat und ein Handelsleben erster Ordnung zu entwickeln, ver­zichten muß. Auch in Schweden muß man feine Ziele weiter zurückstecken, alls es der deutschen Aus-fuhrinLustrie Keb fein kann. Die Verdienste des Krieges, die hier eine tmgewöch'Mch hohe Kaufkraft schufen, sind zum Teil wie Sand ver­ronnen und ein Ersatz ifft schlechterdings nicht vorhanden. Die deuff-che hochentwickelte indu- strielle Leiftungskraft kann aber mit notleiden­den Absatzgebieten nichts ansangen. Hier liegt eine harte Tatsache vor, die spekulative Diachen- schasten der Allgemeinheit wohl zeitweilig ver­bergen können, deren Wirkungen letzten >?ndes aber nicht zu beseitigen sind, solange Deutschland ; als Absatzgebiete die kleinen und^vacheu , Wirtschaftsgebiete hat.

Die Ausfuhr nach England ist von

1913 zu 1920 von vierzehn Prozent auf sechs Prozent gesunken. Wer 1920 auch noch als das UeberaangSjahr bezeichnen will, irrt sich, denn 1921 bracbtr uns das britische Aniidnm- pingaefetz, das nichts ist als ein Abwebr- gesetz rigorosester Art gegenüber derttschen Wa­ren. Der Handel mit Frankreich ist von sieben Prozent auf drei Prozent gesunken und jener Oesterreichs von ess aus acht Prozent. Demgegenüber stieg gerade der Handel nach den Gebieten, die nunmehr die Hochnotleidenden und

Landwlttschafts-Hilft

Ein Prodttklions-PvoZraurm.

veb-- Me StottoenMgte« »e3 SK?etoce£<8 de- deut. Wh Sgndw-.rts-tzasr sch-eidt das gc^äftäfii^ietibe D-rstandStnttgtted des NetohSaaska-Tigss der dent- l<ben Landtvtrffitzaft Sie. vo» -0ra«n, Vvrfltzcn- Li. de« RetchswirtswaftSraisS, ForgendeS:

iSchon während des Krieges und vor allem nach unserem politischen und wirtschaftlichen Znsammenbrtrch wurde die landwirtschaftliche Produktionssteigerung als wichtigste Maßnahme von allen Kreisen der Landwirtschaft erkannt und gefordert. Der Durchführung eines wirklich großzügigen Prodicktionsprogratumes stand bis' her eine so weitgehende Verständnislosigkeit al­ler nicht landwirtschaMchen Kreise, einschließ­lich der maßgebenden Stellen, gegenüber, dass wir untätig zusehen mußten, tote unsere gesam­te Volkswirtschaft und unsere Staaisfinanzen durch eine mit Gold de Visen abz-,-deckende Lebens mittel einfuhr immer tiefer in eine passive Bilanz hlneintrieb. Die VerMt- nisse liegen heute im Vergleich zur Vorkriegszeit erheblich ungünstiger. Weite landwirtschaftliche Ueberschussgebiete Haben Wir verlor ren, gleichzeitig eine erhebliche Einbusse in der allgemeinen Ertragsfähigkeit der Böden und der Viehbestände erlitten. Die Auf­hebung der drückendsten Zwaugswirtschaftsfes- feln hat hieran nur wenig zu ändern vermocht. Das nur sehr durchschnittlich befriedigende Ern, teergebnis treibt uns

einer Eruährungskrlsis