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Kaffelex Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nun, mer 3VV.
Fernsprecher 951 und 952
Freitag, 30. Dezember 1921
Fernsprecher 951 und 953
11. Jahrgang.
Teilstrelk der Eisenbahner im Westen.
Aufruhr des Äslam.
Englands wankende Ortentstellung.
Der zündende Funke, der das lange mit Zündstoff genährte Pulverfaß Aegypten plötzlich zur Entladung zu bringen scheint, ist mit der Verhaftung Zaglul Paschas von der britischen Außenpolitik geschaffen worden. Ein gestriges Telegramm berichtet uns über den Ernst der Lage. Dem Außenstehenden muß es fast unbegreiflich erscheinen, wie sich Großbritannien gerade im gegenwärtigen Augenblick zu einem so folgenschweren Schutte hat hinreißen lasten können. Es ist keine geringfügige Sache, einen Freiheitskämpfer, der die Liebe und dicht»ng seines Volkes und weit über die Grenzen seines Laiches hinaus auch die Zuneigung des gesamten Islam besitzt, seiner Freiheit zu berauben. Die Straßen kämpfe, Die heute in Kairo und Alexandria toben, und die sich die britischen Nachrichtenzentralen vergebens zu verschleiern bemühen, sind nur die logisch;« Folge dieses brutalen Eingriffes in die heiligsten Rechte einer Nation. Während noch vor wenigen Wochen die englische Presse nicht genug von der angeblichen Freiheit Aegyptens sprechen konnte, während man es von London in alle Welt hinausposaunte, daß das ägnptische Dominion aller Fesseln ledig sei, schmiedete man an der Themse bereits den Plan, auf dem „freien" ägyptischen Boden, den Liebling, die Hoffnung eines Volkes in Ketten zu schlagen.
Die britische Kolonialpolitik war, das weiß man heute zur Genüge, von ihren Uranfängen an, auf Brutalität aufgebaut. Sie hat es jedoch
in geschickter Weise verstanden, nie Aktionen zu iVuST,tthlniMs'M über einen gewissen Rahmen hinausgingen und irgendwie weitere Kreise ziehen konnten. Heute haben sich jedoch die Verhältnisse von Grund aus geändert. Der Islamist keine tote Macht. Er lebt, reckt Plötz, lick wieder seine riesenhaften Glieder, und Bri- tannien erkennt, daß ihm hier noch ein Gegner gegenübersteht, der den restlosen Sieg, die unumschränkte Weltherrschaft verhindert Es ist kein Zufall, daß gerade jetzt, inIndien, die allindische Kalifatskonferenz zusammengetrcteu ist, um gegen Großbritanniens Orientpolitik Stellung zu nehmen. In Achmedabad, wo die Konferenz tagt, hat man England als das einzige Hindernis bezeichnet, das einer Lösung all der schwierigen Probleme des nahen Ostens noch im Wege steht. Die Anspielung auf das französtsch-kemalistische Abkommen, das in London so großen Staub aufgewirbelt hat, ist hier nicht zu verkennen. Gleichzeitig versäumte mau es auch nicht, Italien darauf hinzuweifen, daß ihm hier Vorteile winken, die es unter allen Umständen ausnützen müsse. Rom soll ebenfalls
ein Separatabkommen mit Angora abschießen, wodurch England eine geschlossene italienisch-französische Front entstände, die es nickt zu durchbrechen wagen könnte, ohne zu ^gleicher Zeit seine Stellung als größte islamische Macht zu gefährden.
Mit der teilweisen Erfüllung der irischen Forderungen hat England einen Weg eingeschlagen, auf dem es kein Zurück mehr gib'. Wenn man der Grünen Insel eine Annäherung an ihre politischen Ideale gewährt, so kann man nicht auf der anderen Seite die Welt des Islam als eine Puppe behandeln, mit der man nack wie vor beliebig spielen darf. Wenn jetzt jenseits der irischen See Jubelrufe ertönen, wenn man sich endlich auf dem blutgedünaten Boden Irlands einer freieren Luft erfreut, dürfen nicht britische Soldaten im Niltal auf die Anhänger Mohammeds schießen. Eine solche Disharmonie ist heute eine Unmöglichkeit Gerade im jetzigen Augenblick kommt diesen Ereignissen im Osten aber auch internationale Bedeutung zu. Mr stehen vor Beginn der Zusammenkunft der Ententeaußenminister in Paris, wo man sich über die Probleme im Orient ausführlich unterhalten will.
Es hat fick im Lager der Alliierten eine kleine, ganz allmählich erst durchdringende, aber beste intensivere Wendung vollzogen. Von der einseitigen Haßpolitik gegenüber Deutschland wendet man sich zur Weltpolitik. Das Reparation sproblem hat man als eine Frage der Weltwirtschaft erkannt und will auch zu diesem Zwecke eine Weltwirtsckvfts-onferenz einbernsen. Nun soll das Abkommen von Angora einer Erörterung unierrogen werden, und gerade da muß es passieren, daß man den ägyv- tischen Freiheitskämpfer verhaftet nnb sich so noch der spärlichen Svmpatbie beraubt, die man im Osten besessen batte. Ta sind die Erfolge Afghanistans, die Unruhen und Ausstände in Indien, der Aufr'ckr fn Aeavbten. die Köbrung in der gesamten islamischen Welt und schließlich hinter allem das probende Gespenst Moskaus, da? darauf wartet, keine langen Arme in dun entfesselten Kampf sicherlich nickt zugunsten Englands bineinzustrecken. Die Gesamtnncht- siellung Großbritanniens im Orient ist ins
Wanken geraten, während Frankreich in höchst schlauer Weise um die Sympathien des Ostens wirbt, Sonderabkommen mit mohammedanischen Freiheitskämpfern schließt, ja sogar im fernen Marokko die Anhänger des Islam gegen Spanien unterstützt. So muß der britische Außenminister seinen französischen Kollegen entgegen» treten. Das ist der Austaft zur Pariser Äußpn- ministertonferenz! London durchlebt kritische Stunden.
Eisenbahner-Krise.
Die Regierung lehnt die Forderungen ab.
, (Privat-Telegramm.f
Berlin, 29. Dezember.
Das Reichskabinett beschäftigte sich ge stern mit der Bewegung der Bahnarbeiter im Bezirk Elberfeld. Es stellte sich auf den Standpunkt, daß gegenwärtig, da Deutschland unter schwerstem außenpolitischem Druck steht und unbedingt der Reichshaushalt ins Gleichgewicht gebracht werden muß, unmöglich neue S « mmen zur Lohnerhöhung bewilligt werden könnten, die für das Reich die Auswirkung mehrerer Milliarden Mark bedeuten würden. ES müsse bei der im Dezember vereinbarten Regelung des Reichsfinanzministers bleiben. Der Rcichsverkehrsminister hielt einen Vortrag über die gegenwärtige Verkehrslage, wie sie sich nach dem Ultimatum der Eisenbahner darstellt. Das Reichskabinett beschloß dann einstimmig, die ultimativ gestellten Forderungen der Eisenbahner abzulehnen und eine sofortige Gehaltserhöhung sowie Tcuerungs- bcihilsen jetzt nicht zu bewilligen.
Tel?-Ausstand im Westen.
Elberfeld, 29. Dezember. (Prtvattele- granrrn.) Vermutlich wird der Ausstand heute in vollem Gange fein. Gestern sind bereits die Bahnhöfe Elberfeld und Barmen und Barmen -Rittershausen infolge der Teil- auSftände vollständig gesperrt worden. Der Verkehr innerhalb des Bezirks wird nur noch durch Schwebe- und Kleinbahnen aufrecht erhalten. Die von den Werkstätteusunttionären des Bezirks Elberfeld gestellte Frist ist bis Freitag verlängert worden, um die Wetterführung der mit dem Reichsverkehrsminister eingeleiteten Verhandlungen möglich zu machen.
•
3m Bezirk Düsseldorf.
Düsseldorf. 29. Dezember. (Pridattele- gramm.) Der von der Eisenbahner- Organisation für Mittwoch angekündigte Verkhrsstreir ist nicht durckjgesührt worden. Die Beschlußfassung über einen Streik wurde auf Freitag vertagt. Inzwischen haben sich die Teilstreiks ausgedehnt. Die Strecke Hagen-Elberfeld-Düffeldorf hat jede» Personen- und Güterverkehr eingestellt.
Gegen oder für den Streik.
Berliner Preffestim men.
lDrivat-Telearamm.)
Berlin, 29. Dezember.
Das neue volksparteiliche Blatt „Die Zeit" bezeichnet die Aufgabe, vor der die Regierung in der Eisenbohnerkrise steht, als eine Kraftprobe und betont, die Regierung werde zu beweisen haben, daß sie nicht nur imstande ist, Vie Reichseisenbahnen als eine staatliche Set- kehrs anstatt aufrecht zu erhalten, sondern daß sie auch bie Kraft habe, mit ihren wirtschaftlichen Sanierungsplänen Ernst zu machen. — Ter „Vorwärts" schreibt über de» drohende« Eisenbahnerstreik unter andere«: Ergeben die Verhandlungen mit der Regierung, daß nichts anderes übrig bleibt, dann wird c6 Sache der Eisenbahner fein, ihre Bewegung mit durchgreifenden Mitteln zn einem raschen Erfolge zu führen und dann werden sie die gefamte Arbeiterschaft hinter sich haben. Einstweilen ist aber zu wünschen, daß dir Ar. beiter im Westen noch warte« «nd daß sich die Regierung in Berlin beeilt.
•
Der Sisenvadner-Drrbanb.
Berlin, 29. Dezember. (Privat-Telegrmmn.) Nach Mitteilungen aus unterrichteten Kreisen soll der allgemeine Eisenbahnerverband erklärt
haben, sich gegebenenfalls selbst an die Spitze der Bewegung zu stellen, die gegenwärtig nur von den Betriebsfunktionären gefirhtt wird.
Das Zahlungsproblem.
Dis deutschen Vertreter in Paris.
tPrivattelegramm)
Berlin, 29. Dezember.
Während sich Staatssekretär Fischer als amtlicher Vertreter der deutschen Regierung in der französischen Hauptstadt aufhält, trägt Rathenaus Reise nichtamtlichen Charakter. Man nimmt deshalb in hiesigen unterrichteten Kreisen an, daß Rathenau nicht an den offiziellen Beratungen zwischen dem Staatssekretär Fischer und der Reparationskommission teilnehme» wird, jedoch wird Rathenau mit der Repa- rationskommission In ständiger Fühlung bleiben. Man ist der Ansicht, daß von deutscher Seite im Januar beim besten Willen nicht mehr als 200 Millionen Mark gezahlt werden können.
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ffm Europas Wrederaufttchiung.
Paris, 29. Dezember. (Eigene Drahtmel- fcut z.) Am 31. Dezember wird in Paris unter dem Vorsitz Loucheurs die Beratung der Sachverständigen beginnen, die den Plan für die wirtschaftliche Reorganisation Europas vorbereiten sollen. Außer Franzosen und Engländern werden an den Beratungen der Sachverständige« auch Belgier und Italiener teilnehmen.
Kohlen für öre Entente.
And Deutschland leidet Mangel.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 29. Dezember.
Amtlich wird mitgeteilt: Infolge des Ende November einsetzenden starken Frostes sind bekanntlich erhebliche Störungen in der W a- gengestellung im Ruhrrevier eingetreten. Die Rückwirkung dieser Verhältnisse auf die Pflicht. Kohlenlieferungen an die Entente konnte nicht ausbleiben. Die t ä g lichrn Kokslieferungrn nach dem 15. Dezember erreichten jedoch fast zwölstausend Tonnen Koks, neben rund dreitzigtausend Tonnen Kohlen. Die zuständigen Reichsministcrien haben sofort eingegriffen. Die getroffenen Maßnahmen i« der Gestellung von Transportmitteln, Feiertagsarbeit ufw. haben den Erfolg gehabt, daß im Durchschnitt des 25., 86. und 27. Dezember das Liefersoll des Koks voll erreicht ist. Am 27. Dezember find annähernd vierundvierzigtausend Tonnen Koks verladen worden. Die Reparationskommission ist durch die deutsche Kriegslastenkommisfion über die Bemühungen, die vorliegenden Schwierigkeiten zu überwinden, fortlaufend unterrichtet worden.
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Bemühungen 6er Regierung.
Berlin, 29 Dezember. (Privattelegramm.) Gestern wurde eine Kabinettssitzung ein- bernfen, in der die Frage erörtert wurde, wie man die Kohlenzüge für die Entente sicherstellen könne, ohne Weiterungen hervorz« rufen. Bon unterrichteter Sette wird offiziell mitgeteilt, daß von einer Verfehlung Deutschlands in der Kohlenlieferung en die Alliiettrn- M ächte nicht die Rede fein könne.
Die Gärung in Aegypten.
Maßnahmen der Engländer.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 29. Dezember.
Renier berichtet: Infolge einer Anordnung der briüfchen Admiralität ist die Telegramm fperre zwischen ägyptischen Stationen u. dem Auslände am 27. d. Mts. verfügt worden. Die „Times" melden: Kairo ist seit Dienstag wieder ruhig. Die englischen Verstärkungen sind in Pott Said noch nicht eingeschisst. weil die Aufständischen sich in den Besitz der Insel gefetzt haben. Die Gesamtlage zeigt jedoch gegen die Vortage eine Besserung. Die „Mor- ningpost" meldet: Am Suez-Kanal vergehende englische Mar-neabteilmigen habe» Ismail gesäubert und bie Verbindung Suez-Port Said wieder hergetzevt. Die .Kanalschiffahtt ist nicht weiter behindert. Die Kämpfe iu Kairo habe» der britischen Besatzung schwere Berlnpe an Tote» und Verwundeten gebracht.
Bahnhofs-Bauten.
Europas größter Postbahnhof.
Den» größten Bahnhof Deutschlands in Leipzig ist nun 6er grösste -poftdahnhof Europas dort gefolgt. Heber dessen vortreffliche Eiurich. tung wird uns auSLeipzigFolgenv-s geschrieben Deutschlands größter Bahnhof — der Leip - ziger Hauptbahnhof — bedingte den Bau eines besonderen, ebenso großzügigen Posrbahn- hofes, weil sonst der ohnehin gewaltige Bahnhof in doppelter Größe wie heute erforderlich gewesen wäre. Wer den Leipziger Hauptbah.r- hof kennt, vermag sich leicht ein Bild von dem in der Anlage gleichen Poftbahnhofe zu machen, der sich an der Strecke nach Hof, Chemnitz ufw. links des Gleisgewirrs, einige Minuten nach Verlassen der B-ähnhosspaLe, erhebt und vielen Reisenden eine Fata morgana vortäuschte, weil er äußerlich — mit siebzehn Bahnsteigen und neun- undz'wirnzig Gleisen, Glashallcn ufw. — der Halle des Hauptbahnhofes gleicht. Die Entfernung vom Hauptbahnhofe beträgt 1,3 Kilometer. Die Gleislänge innerhalb des Postbahnhofes, der zwei eigene Stellwerke besitzt, ist hundett- und-fünfzig Meter. Auf siebzehn Längsbahn- fteigen sind auf neunundzwanzig Gleisen die Postwagen zugänglich. Die Bahnsteigeinteilung ist genau tote im Personenbahnhof, nur die Bahnsteige sind nicht so breit und die Lademög- lichte it besteht nur von einer Seite. Selbstverständlich ist
der Postbahnhof Kopfstatton.
Der Querbahn st eig hat eine Länge von hundertundachtzig Metern und eine Breite von acht Metern. Den Abschluß bildet die etwa zwanzig Meier breite Gepäckkammerhalle. Hier fahren von der Sttaße» fette die von den th» zelnen Postämtern Leipzigs kommenden elektrischen Pofiautos vor. Die Ausladung erfolgt in die überall gebräuchlichen RoWarren, die gegen dreihundert Pakete sagen. In der Grcbfotti erstelle verteilt man die Stücke nach den Stationen und Laufwagen an die einzelnen Aepäckkammern, die sich alle nebeneinander in der Riesenhalle befinden, in der eine Unmenge Menschen unermüdlich tätig sind. Jede Gepäckknmmer bearbeitet einen bestimmten Bezirk Zum Beispiel 2: Halle, Magdeburg und Novddeuifchland, 3: Berlin und Osten ustv. Anschließend folgen Sachsen, Bayern, Wettpakete und Ausland. Jede Strecke und jeder Zug besitzt Nummer und eigene Rollkarren, die sämtlich bestimmte Mätze innehaben. Nach der Verteilung der Pakete in die einzelnen Karre» und Heranrücken der Abfahrtszeit des Postwagens werden die gefüllten Karren auf bat Querbahnsteig geschoben und mit den bearbeiteten Klein- väckchcnbeutelu, Wertpaketen ufw. zusammen an den Postwagen auf dem Längsbahnsteige gefahren. Hier erfolgt nun je nach Strecke, Bedarf ufw. das Einladen in zehn, zwölf oder siebzehn Meter lange Postwagen.
I« einem V-Zug-Postwagen
(siebzehn Meter) arbeiten während der Fahrt zwanzig Menschen Die Zahl der zu befördernden Poststücke geht in die Tausende. Abgefettigt werden täglich zweihundertundsiebzig Postwagen, die, von einer Rangierlokomotive aus dem Postkuchuhof geschoben, hier von der Zuglokomotive abgeholt und zum Zuge gebracht werden. Man muß bedenken, das; durch Leipzig, infolge seiner zentralen Sage, täglich allein hunderttausend Pakete gehen, daß infolge des regen Handelsverkehrs der Stadt, insbesondere durch den Buchhandel, jeden Tag dreißig, taufend Pakete äbgehen und fünf,zehntausend cm- kcmmeu für Leipzig - Stadt. Für ankommende Pakete befindet sich längs des Bahnsteiges 1 eine längere Halle, in der bie Pakete nach ben einzelnen Aemtern der Stadt verteilt ■mb an den äußeren Laderampen in die großen Pofiautos verladen werden. Dienst versehen in diesem gewaltigen Poftbahnhofe daS Heer von fünfzebnbundett Personen, von denen ackttgrudert Ilnterbeamte. sechshundert Ausbilfskräste und viernndfeckzig Beamte sind. Letztgenannte sind ledialick für den Verwaltungs- und Aufsichtsdienst vorhanden. — Von den sonstigen Einrichtungen sind noch
die UebernachtiingsrSmne
für auswättiges, durchreisendes Bahnpostpersonal zu erwähnen, bie Zimmer mit einem und zwei Betten besitzen. Schließkick auch die Säcke« remiigrri! gsaustalt vor dem Poftbahnhofe. Alle bsjchnmtzten Säcke, wie alle, die eine gewisse Zeit in Benutzung sind, werden entweder in der Reinigungsmaschine, die fünfunddreißig Minuten lang an jedem Sacke eine gründliche Ent- 'täubung vornimmt, behandelt, oder sie werde» bei sonstiger Beschmutzung mechanisch gewascken, getrodnet oder in der Schneiderwerkstatt geflickt und gestopft. Täglich erfolgt auf diese Weise die Behandlung von zehn- bis fünft ehntausend Säcken. Am bemerkenswertesten dürste zum Schluffe noch die Ladestation für die AutvS sein. Wie bereits ettväbnt, besttzt Leipzig nur elektrische PostmttoS- Hiervon sind aCeta tat